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Full text of "Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu München"

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Sitzungsberichte 


der 


mathomiit Lscli  -  physikalischen  Classe 


iler 


k.  b.  Akademie  der  Wissenschaften 


IidUnchen. 


TTEM  HAS  BEEN  \gCMCTigfgT 
STANFORD  UNIvasiTYl 
REFORMATTTNG  SEOKW I» 
SUL  CATALOG  FOR  LOCATHK 


lö79. 


■  flnohen. 

AlndmiiKlw  Bnobditul:ani  reo  F.  SUaub. 

1879. 


t*  "--Tln'n  Wl  S.  VrtAi. 


'•iVoo, ; 


;  .1  :   ■   • 


Cf!bt?rsioI)l 

des  InhftItM  der  Sftzuiif;Hb<-riclite  Uil.  LX 

J«hr)irung  18?9. 

fleiTtlirhe  Sil£»>l{/   sur  Feitr  des  130.  Stiflungstaffea   drr 

k.  Akademie  am  28.  Man  1879. 

Svita 
».  Tok^JlT  N'BVtologf 12» 

ftntiiihe  Siliung  mr  Viirf'rier  dts  Gefitirfs-  und  iVoniCTli- 
ff^Us  Seiner  Ma/cstut  das  Jiümifs  htuUciff  JJ- 
an  i'5.  Juli  lif79. 

!Mi« 

Xnmlilra S7» 

SHtmi'ff  vom  7,  Dtivmher  iHTfi. 

trl«aMi«7«r:  1)  U«bcr  ii«  Mdra  iMmvrcB   Bronür«  Ci  H«  B,         1 
2)  VeWr  twci  iMner«  Siaren  mn  <1«t  Zumuii- 

(fÜiÜwaliiiire) IT 

Siitwig  vom  4.  Januar  1879. 

IT«R<|:  D^twr  lUqnmhIiM  ilpr  DItiUien 1'J 

|t.J«ll7:  N4<hU»4(   w   KnnJt«  Abbibdlang   Obn   DrAhang   der 

pAUriMUMiMbni«  In  8eh»»felk«bIcaaloff-DaBipr      ...    30 

Sittung  vom  I.  Ffiruar  1S7S. 

t  Scli]ai;<ii<  ««il-SftkQniaiiiki:  Ali;nW  An  Ütldei  Khiei 

•r«v^iiLl"l.ii  Un)r|«r«  Aduliili  mi'.  ctldaUniiUB  Wurtoii.     .      .11 

SiUung  rom  l.  Muri  lf79. 

Mabali  G«iigwMti*cli«  Miubcilun),'«n  »ui  lUa  A^lpw    ....      'ü 
iV«»t)i  U«b«r  dkl  WBDDtUdtnai^iTein&K«"  <l"  PlOi^ltdtcn  .      86 


dta 


IV 


Siisujtg  wm  3.  Mai  IS73. 


T,  Pettenkofvr:  VtW  die  P«nH»UllUU  4w  Bodeu  fQi  Laft 
TOD  Dr.  Friedrich  Bcnk 

T,  P«tteokofert  Mehtt  den  Uebcrgtnc  ron  Sialtpilica  in  lUo 
Lnft  tOD  Dr.  Itidot  äo^k» 

T.  Jolly;  UeW  die  elcctrameiMtiMlia  Dr*liiui|{  der  IVIaiiMtioiw- 
eb«n<  dtf  Lklih»  in  ihn  (J«md  xm  1.  Kikdt  omI 
V.  C.  RDotgtii 

V.  J«11jr:  ÜeW  Rllmiblielw  OelwrflhraDg  <1m  6aadeo^»wtraiM 
de*  StkksloHt«  ii  ein  Liiüeiwpcctniw  ron  A.  WDIInor  . 

Vo'fel:  Ueber  AlMorpttonatäliifrticit  ili^r  ilmniuaalMfauKai   .    .    . 


Nachtrag  ntr  SiUtatff  vom  t.  Märe  1879. 
OOmbi-l:  UebcrKroptioBanatoriftl  <]«säcl>UinniiiilkBiuvonP>Unio 
aai  Artaa  und  Att  ScblamnirDlkuM  im  Allftneiiiw     .    . 


SalM, 

137 
140 

148 
171  I 

aoaj 


217 


Sitamg  vom  3.  Mai  1879. 
T.  VlgvU:  Ucber  •It»  FMtlilldiu«  M  d«n  nMeni  PHim    .    . 
T.^Jollf:   D>t>«r   du   GMeti    der   Spatiakifft«   dei    gMiUl^D 

WMB»rUiiipfn  T»ii  X.  Wlnkelmann     . 371 

T.  Petlenkofür;  ExperiiamUlle  Uiit«n«olLtiag«n  Bber  Inteetion 

nit  itidtlMh«»  und  indwtrlellcta  At>«Bi«er  vi<n  Dt.  Budolf 

Kmincrieh 

Togtl  K.  Ur.  Wein:  Anleitupg  »r  quutiUtiT«D  Auljr)«  Iwid* 

irirthMbafUi<iiiricliti|t«r8t4iffai»|irakti>diaaBd«pÜnl879 
r.  HAgeli:  tI«bor  di«  Bc«f|aiig«B  MsliutU'  KArpndm    .    .    . 


S87 


3S1 


380 


Nachtrag  tur  SxtMung  vom  1.  Märt  lSff9. 
Volliard:  Zw  ScMduag  d«r  8eb««raiel«Ila  i*t  ScIiwefelKin- 

iMiiivmirniiif*  vm  ClmiHM  ZiMMerinanD 317 

Volhsrd:  Zar  SctMidnDg  und  BMtimnsjir  <Ie*  Hknguu    .    .    .    .tSS 

ftcr  SiUtmg  vom  5.  Juli  1879. 
Rkdlkofar:  Dtbtr  OnfulA  Bod  dunit  ntwudte  PflaOHn    .    .    4S7 


EliiMBdwpa  von  nn^MMOm II«.  274.  454. 


Sitzungsberichte 

knnigl.  bayer.  Akademie   der  WisBenacharten. 


SitiDng  Tom  7.  Deeember.  1878. 


Mathematisch-pliyBikalisclie  Clasae. 


Herr  Erlenmeyer  sprach: 

I)  Ueber    die    beiden    iBomeren   BromQre 
C,  e,  Br,. 

Tor  drei  Jahreu  babe  icb  an  dieser  Stelle')  die  Mit- 
theiluDg  gemacht,  dass  Herr  F.  Geromont ')  in  meinem  La- 
boratorium durch  Einwirkung  von  Brorawaaserstoff  auf  Allyl- 
bromür  nnter  gewissen  Bedingangen  ')  zwei  isomere  BromQre 
von  der  Zusammensetzung  C,  B,  Br,  erhalten  hat. 

Im   Verlaufe    der   Untersuchung   erwies   sich   das  eine 


1)  SitiDDgsbericht«  1875.  1. 

2)  Ber.   d.  deatub.  ehem.   Oea.  4.  (1871)  548.    Liebiga  Ännalen 
V-A.  369. 

:i)  Bei  0°  getÄttigte  BromwMSprgtofftäQn  warde  mit  AUjlbromDr 
im  ntgeschmobeDen  Bohre  10 — 15  HiuQten  im  Wuserhoa  erhitit. 
[1879.  l .  Math.-  phys.  CT.]  l 


t    .*:•*«•  •  '"AiMg  dtr  matK.-pliif^  Cloäte  mm  7.  /JtwMbor  /«TA 

Amer   BromDt«  »1«  identiseh   mit   d«n    längst    bekuiDttin 

Propylwibromür :  C  H, 

I 
C  H  Br 

I 
C  H,  Br 

währeDd  «ich  fnr  das  isomere  die  CooatitiitioD : 

C  U,  Br 

OH, 

I 
C  H,  Er 

ergatt.  Dieses  letztere  wurde  demgemäss  als  Trimethyleu- 
bromür  Ixtxeietinet.  Bin  Jabr  spüter  wurde  tod  Kebotil*) 
dHB  Trimethyleabromtlr  noch  eiDoial  unter  dem  Namen 
Brombydrat  ile«  Allylbromnrs  entdeckt.  Aach  Rebotil  er- 
bielt  anfänglich,  aln  er  aaf  Alljlbrooiflr  eine  bot  -)-  ß«  ge* 
sättigte  wiL<tBertge  Lösung  von  Ur  II  einwirkeu  lie«,  die 
beiden  i«oinvniu  Bromäre  nebenviiutnder :  dann  fand  er 
aber  HOKutwgea  dnreb  Zufall  eine  Methode,  nach  welcher 
nur  Trimi>iUiylenbromar  und  kein  Propylenbr'imür  gebildet 
wird.     Er  beMbrenbt  A'w  Methudc  «.  a.  0.  wie  folgt: 

„Bdan  leitet  gaaJKrmige  ßroniwaeaerstoflfüiure  in  reiueu 
AlljUIkohnl ,  der  in  «ncm  durth  kalte»  Waseer  gekfih1t«n 
Kolben  enthalten  ist.  Es  findet  lebhafte  Absorption  und 
starke  ICrwärmung  der  Flilüaigkeit  fltatt,  daher  die  NoÜi- 
wendigkeit  aorgfUtig  abxDknbIcii.  Na«b  einiger  Zeit  trflbt 
ttich  die  Klfi«ngkfit  und  sdieidet  sich  dann  in  xwei  ^k■hicht«o, 
wobei  die  Absorption  des  tiaaee  immer  noch  fortdauert. 
Die  untere  Schiebt  iat  Allylbromar,  die  obere  wäasriger, 
anTerTindertfr  Allylalkohol.  Üie  unt«re  Scbi<:ht  nimmt  auf 
Kosten  der  oberen  fortwÄhrend  m,  nnd  ea  tritt  ein  Keit» 
punkt  ein,  bei  welchem  «ie  leichter  ala  die  obere  wird  tind 


I)  Cmpt.  r«»d.  74.  «13. 


SiUmmtfr:  Uttn  Jit  btiiiim  ii»m*reM  BnmWt  C*  Ht  Bn.       3 


» 


4tna  Pkls  eisoiioiut.  Mkq  nnterbricbt  das  EiulHtra  run 
BRKnwwBeratoff.  «obald  keine  AlworptioD  mehr  stattfindet, 
WM  ama  Iciebt  ui  dm,  nunmehr  uu«  dnu  Kolben  enttrnchen- 
(kn  BwmwMMrrtaH'dämpfen  wahrnimmt.  Die  untere  Sdiieht 
f  AH^I'Brom&r)  wird  getrennt ,  gewasoben  ,  getrocknet  and 
ifaitinirt  Man  erhält  xnaächst  eineo  grossen  Theil  Allyl- 
hntmOr.  lUon  steigt  das  Thennomot«r  »nfünglich  boginm, 
«pUcr  nkMlier  bis  gegen  158*0.,  wo  dann  ein  anderes  Pro- 
dold  Qbergebt.  Dnterwirft  man  das  2wi<«heii  1&8- 168* 
ab««gHii|CTie  einer  ein-  bi«  zweimaligen  Rectifieation,  w> 
wblU  man  schliemlich  eine  bei  16'i— ICt"  (corr.)  siedende 
Ftfiangkeil.  Dic*e  ist  da«  neue  Isomere  dea  Propjlen- 
bromürs  a  a.  w." 

Da  nnn  das  Propylenbromnr  IHcht  »uf  luidenm  Wege 
roB  erbalten  werden  kann,  das  TrioiethylenbromUr  aber 
ab  AuagsDgppnnkt  far  die  tiewioDDUg  einer  ganien  Reihe 
DMier  Derivate  das  bSchet«  lnt«r«tse  bot,  so  war  ea  sehr 
wfiaadieDswerth  eine  Methode  an  besitseu ,  nach  welcher 
M^er  ond  leicbt  reines  TriiuetbylenbromOr  dargestellt 
werden  kaim.  Obgleich  nnn  Reboul  angibt,  <Uss  sich  nach 
seiner  Metbode  das  ron  I^pyl<.iibronifir  freie  Trimethyleo- 
bmaiflr  nor  in  geringer  Monge  bildet  —  weashalb  er 
dieaelbe  ancli  ejütAr ')  verlaasen  und  der  Methode  von  Gero- 
tnont  den  Vorzog  gegeben  bat  —  »o  hab*  ich  doch,  in  G«- 
luetoacbaft  mit  Herrn  A,  Kaysser,  einige  Verancbe  angeatetit, 
DO  in  erfaliren,  üb  in  der  Tltat  nnr  Tnmetliylenbromar 
gebildet  wird,  wenn  man  aacb  dem  beschriebenen  Verbbren 
Ton  KebonI  arbeitet.  In 'iOOgr.  mit  Eis  gekohlten  Äilyl- 
alkobol  wnnle  BromwasserBtofl*  eingeleitet.  Die  Flüssigkeit 
•chied  lieh  allmählich  in  zwei  Schichten ,  welche  nach  Ver- 
lauf einigvr  Zeit  den  Pbitz  tanscbten.  Da  bald  darauf 
kww  AbaorptioD  mehr  statUand,  wurde  die  BromOrachicht 


I)  L'gwpt  r*n>L  76.  1270. 


mit  Ki)lkwa8ser  catsauerl ,  mit  reinem  Wasser  geirasch«!, 
getrocknet  und  deatillirt.  Die  gmiix«  Meoge  ging  beim 
Siedepnnkt  de«  Allyn>rnmtlra  über,  hin  war  hIko  gvr  kein 
UibrDiniir  gebildet  norden.  Es  wnrde  dqu  verMicht  dem 
Alljlulkohol  Ao  TJel  Br  U  einzuverleiben  ah  zur  Bildoog 
eines  DibromrirN  ni'ithi)^  i^t.  '/m  dt^m  Knde  wurde  ijnnior 
nur  »(>luD(;o  Br  11  eingeleitet  ab  kräftige  Absorption  >a  b«> 
uuirken  war.  Dann  wnrde  die  PlOnigkeit  in  einer  gut 
Ter«töp«clUtn  FlaMlie  einige  Stunden  au  einem  kJilileu  ()rt« 
sich  selbst  (iberluHscn,  wieder  ving«]oit«t  nnd  sofort  bi«  ab- 
sohlt  keine  AiifDahme  mehr  statt&nd.  200  gr.  ÄDjlBlkobol 
batt«D  so  420  gr.  «tatt  der  fUr  Dibromfir  berechnet«»  übS  gr. 
Br  H  Ra%Mionim«n.  Die  getrennt«  BromEirMchicht  wnrde 
wie  beim  ersten  Versuche  behandelt  und  ergab  beim  Frac- 
tioniren  neben  etwaa  wenigem  Propylenbromtlr  wieder  nnr 
Altylbroniilr  aber  krin  Trimetbylenbroniür.  Bei  einem  dritten 
Verencbe,  wobei  da»  Einleiten  von  Br  U  am  Abend  unter- 
broehen  nnd  am  nächsten  Morgen  au  Ende  gefllhrt  worden 
war,  demnach  die  Flüsaigkeitssohichten  ungefähr  1 2  Stunden 
der  gegeuacitigen  Einwirkung  aui^eo^tzt  blieben,  wareu 
ans  200  gr.  Allylalkohol,  378  gr.  AUylbromOr,  2  gr.  Pro- 
pylenbromQr  nnd  i  gr.  IViinethylenbromUr  erhalten  worden. 
Nach  diesen  «ehr  nngKuxtigen  Reiinlttttjeu  wurden  nun 
einige  Versuche  angeatellt.  um  zu  sehen,  ob  es  nicht  mög- 
lich sei,  die  Molekfllo  dot  Bromwascerstotb  mit  den  Mole- 
külen de«  Allylbromfirs  dadurch  in  innigere  ßerfihrung  na 
bringen,  das«  man  beide  Körper  ga^färmig  zusammen ftlhrte 
nnd  dann  das  (iasgemiach  dnrch  Abkühlen  renlicbtete.  !•> 
sahwebte  mir  dabei  freilich  auch  der  {jwlankc  vor,  Ana 
Brom  wflrde  sich  wie  bei  der  Einwirknug  von  Halc^nen 
auf  daiupSTinnigrji  Toluol  etc.  an  das  wasaerstoflVeJchstc 
Kohlenstoflatom  anlagern.  Wir  schlugen  m  diesem  Zwecke 
das  folgende  Verhhren  nn,  welches  Nohoii  in  der  Inaugural- 
UiwNTtation  ron  A.  Kay  "«er')  heschri'-bfn   worden  t»l. 

1}  HtodMi  bei  Th.  Ickamaaa  inih. 


tfUmmf^rr:  fT*ker  A<  hfidtf  iutntrmt  Bnmürf  C*  Ih  Brt. 


ft 

I 


IVtwlMMi  MlylbrotnDr  wird  in  tine  tnbulirtc  K»tort« 
fvbrKht.  dureli  dtnMi  Tuhulu«  iJm  mit  d^u  Br  H  Eat- 
wieknlaDgmppuitt  verbundene  Guleiluof^srohr  so  eiage- 
Khn  irt.  iUm  m  OWr  iloni  PlQotigkmtMpirgH  mOndot,  die 
Ratort«  wird  mit  «ia«m  ni5f;licliKt  Iad^imi  Ktihlcr  vorhaaden- 
Ml  wvlrJieii  eiiip  tnbalirtv  ktlhl  gi'baltcue  \'^orlag(>  angcfllgt 
st.  Snliald  diu  aof  (l«fii  Wnsserlwd  erbitzte  ADylbromUr 
■■  dcMtillirm  be^uut.  wird  trocken«  Broinwaonerstoffgiia 
«iigllgitvt,  M  dan  m  mit  d«m  dampffSrmif^ii  ÄUylbromllr 
iHMBiiiwiliilTT  Dm  unverbniaoht  entweichende  Bromwasser- 
#*>ffgft  and  mitgtriilMne»  Allylbroninr  ({eheu  durch  den 
Tobolsi  Atr  Vorlag  in  ein  mit   Wi^sw-r  gelnllt«8  (i«ßLa*. 

&  wurden  so  375  gr.  Allylbroatür  wit-derbolt  mit 
BroonmMntofl)^  dwtiUirt-  Nacb  zweimaliger  Destillation 
Uäbea  in  der  !t«tort«  «oboii  1U&  ii^r.  eiiiea  auf  dem  WasMr- 
Wd  aidtt  mehr  nlwrgebenden  Bromflrs,  welches  berau»- 
genomm«!  wurde.  Nucb  abermalii  2  Deatillationen  blisben 
130  gr.  Bsd  der  R«it  blieb  bei  noch  weiteren  3  D«wlilUtiouen 
Wa  auf  40  gr.  zurück.  Alle  RUck>it£nde  sebnt  den  zuletxt 
•otb  BlMrge(faug«n«D  40  Rr.  Bromar  wurden  mit  Wosser- 
^upr  deitjllirt.  Am  Bromiimcbicbt  gewaacben  und  dann 
and  äorgftlligst«  vor  dem  Practioniren  gcirocVncl.  Es 
wardvb  daran»  bei  der  fracliunirten  Üestiltation  312  f{r. 
TriaHrtbrlenbrointb' ,  75  gr.  A1l>lbroniflr  und  noch  8  gr. 
BOokriand  erhalten.  Uie  gänzliche  Abwe^enhvtt  von  Pro- 
frlanbrOTDfir  wurde  »ocb  dadurch  nacbgewie«;en ,  daas  die 
•tWB  6  gr.  beirDgeitde  Fruction  von  12U  — 1&8*  mit  Ubei^ 
iBh*<f^g*m  wetngeiütigem  Kati  derart  erhitzt  wurd«,  daai 
dM  wtwfliehradr  Cia«  eine  ammoniakalische  KupferofalorOr- 
HmBf;  {Hunreu  musste.  t>  vntwtckelt«  sich  keine  Spar 
von  AllylengM;  diq^en  war  der  Geruch  des  AlljIHhyl- 
itbcf^  anverkirnnbar  zn  bemerken.  Der  Br  11  Strom  rfimt 
ttn«  vrbcbliche  Menge  ron  Allylbromiir  durch  die  Vorhkge 
nlt  flieh  fort,  daher  die  im  Verh&ltnbs  zum  angewendeten 
ADylbromttr   nngfinitige  Antbeute  an   Triroethylenbromfir. 


frwNf  dtr  miith.-phjf».  Ctiute  ma  7.  Dtnmbtr  l678. 

Statt  der  wiederholten  Dentilbtimioo  varde  anch  vcr^ 
sQobt ,  da»  Allylbromrir  um  Bn^tvigonden  KiDiIlt  au  er- 
hitzen,  indem  ma  Sbrotn  Br  EI  durch  den  Apparat  geleitet 
wurde.  Das  Reaaltat  war  gaax  das  gleiche  wie  beim  zner«t 
beMfariebeneti  Verfahren.  B.f  sind  nnch  dien-n  Mrihodni 
bmODden  nach  der  «rateren  mehrere  Pfund  reines  Trinie- 
thylenbroroUr  dargeatellt  worden,  and  ich  hielt  es  fOr  nn- 
xweifeilutft,  d»»t  jeder  andere  Experimentalor  bei  Anwcnd- 
nug  unserer  Methode  gleich  gOiutige  Reenltate  erhaltea 
wiLrde  wie  wir.  Dem  war  aber  oicbt  ao.  In  dem  tjsbo- 
rattihnm  von  Prof.  Markownikoff  hal  Frl.  Lermontoff ') 
nach  anservr  Methode  Trimethylenbrooiür  darKiutAllen  rer- 
sucht,  aber  ee  gelang  ihr,  trotnlem  dose  die  Dertillatiou 
TOD  IM)  gr.  AUjIbromtir  in  einen  oonstanten  Htrome 
trockener  Br  U  Hänre  achtmal  hintereinander  wiederholt 
wurde,  niemals ,  von  der  angewendeten  Menge  AltjlbroinQr 
ftDCli  nur  '/to  eine«  Produkt«»  zu  l>ekonu»en ,  welches  sie 
ftb TrimethjlenhromUr  (.Tkennen  konnte.  Frl.  Lermontoff 
kam  danach  zu  der  üeberaeugong,  dan  für  eine  volUtandigo 
Umwandlung  tou  .Allylbromllr  in  Trimetliylenbromllr  eine 
weit  höhere  Temperatur  erforderlich  nei.  was  auch  mit  der 
Ton  Markownikoff*.!  anogn^rocfaenen  Uemitxmämigknt  in 
vollkommenem  Einklang  stehe. 

Sie  llttigte  den^emäA»  Allylbromflr  zunächst  hei  einer 


1)  Markownikoff  ngt  (Onnpt.  read.  81.  0>): 

,J<arMi«'  i  m«  mOltealB  hob  ukmtt  C,  B^  X  «"ajoat«  na  wtre 
^«UtiM  moMcnlairf  T  Z  i  dm  tampintara  buM.  rät^raont  m  W  (roope 
ü  piM  nl^tif  T  M  eoxnbiiM  atec  tUone  do  carboH  1«  nwiai  hjAn- 
gtai,  an  a*«e  odsl  qni  ttait  d^ja  an  liaison  dit«ct«  aree  ^nclq««  iU- 
nant  n^aUfi  insia,  i  de«  tanpfottwat  «oararaUremcat  plu  haut««, 
c'cst  rfUatent  Z.  q«i  ae  Am  nr  I«  carboM  ü  mnAat  Itjin^i,  e'att- 
a-dire  qM.  pour  t«  nitate  mibatancea.  U  räietioa  pread  an«  mardta 
tost  i  bit,  ofipaate  a  la  premiära, 

2)  UaUK'a  Anaakn  I8&  ÜS6. 


« 


Brtmmfyrr-.    Vftrr  itir  hftileii  iminmvn  Bramiirf  C't  //•  Sn.  7 

«tar  TDn  — 10  bis  —16*  mit  trochietn  Br  H  und 
«rUtst»  dMU  In  «Jneni  iugcschmolz«nni  Gvß«  24  Stnodea 
bsK  cwitdieB  I6&  ond  170*.  Ea  ergab  sieb,  da«  die  gunzv 
Mmm  Hm  bocbnKlmd«])  Produkt««  &st  TotbtSndig  reioiii 
TriBi»thyt*iibroniOr    tnit    einer   genneeti   Beimengung   ron 

IPropylvahfoiii&r  war.  Ein  Drittel  des  AUjlbroniCtr«  «rar 
sawrboBdtQ  gcbli^ni  KUr  die  (ImwoniUnng  drr  gansen 
y«og«  d«  AUjFlbromüra  genügt«  «§,  dit  Plnnigkeit  noch 
ciDo»]  mit  Dr  R  tu  lUltJgeD  ond  wieder  24  Slunden  lang 
iBvrbttaeD.  Krftaleio  Leroioa  t»ff  Kpriclit  die  Meinung  aan, 
dMi  iNBD  n  ohne  Gefahr  tod  Explosion  mögUcb  geweeeo 
«irf,  die  Teru|ieratar  noch  hdber  ta  stHgeru,  die  g«riiige 
Bnmo^ng  von  Propjrlenl^roinQr  bitte  TcrniieileD  w«rd«n 
k&BDCD.  Denn  bei  ihren  ntebr&cb  bei  verschiedenen  T«m- 
pcnturm  angestellten  Versurtien    habe   nch    ergeben ,    dua 

IdW  Menge  dn  Propjlenbroiniirs  mit  der  EroiAdrigung  der 
Tcmpnmhir  rtelge. 
Ea  iflt  nnn  natfirtiob,  daw  ich  in  Folge  dieMr  Angaben, 
wridw  neh  mit  nnseren  ErfnhriingeQ  nicfat  in  Einklang 
fcAndao ,  xonlcbst  eine  grtindlicbe  Prüfong  miHerer  Dar- 
«tcDaaga- Methode  des  Trimetfajlenbronifir«  vornahm.  El 
«|»b  rieb  dabei  «ehr   ImM,    dass    trir   einen    fßr   die  HQhe 

►4«r    Aosbent«    an    Trimeth^lenbromUr    sehr    bedenttamen 
Onatend   fOr   irrelevant   gebalte»   und  desshulb  in  uoMrur 
BfMrhr^bung  nicht  besonders  erwähnt  hatten.     Wir  fnbrtea 
aftnlich  unsere  Dentillationen    nicht  wie  Frl    Lermontoff 
^r    btsteninander  auit,  Mudern  Hessen  da»  Deslillitt  mich  jeder 
^■Dwtillatiim    einige   Standen   oder    gar   Über  Nacht    in  Asm 
^VaM  Br  II    gefBllt>-n  Apparat  l>ei  Zimmerte mperator  stehen. 
IVs»  wirkte  naltirlich  »owohl  die  in  dem  AHjlbromfir  geliüft« 
ik  aacb  die  noch  garf&rmig  vorhandene  Br  H  SCure  länger 
ala  iliM«    bei  der  Deatillation  möglich  war,    auf  das  Alljrl- 
bronOr    «in       Fo!gi*nde    neue  Versuche    werfen  die««    Ver- 
lUlteiH«  deotiich  machen. 


Sitiimg  der  MotA.-jtAy*.  Of<u*f  vom  7.  Dttfmbrr  tSTS. 


I 


I 


Ala  wir  180  gr.  AUyIbroniar  6  mal  naob  dnaader  int 
Strom«  Too  Br  H  9b«rd«stillirt  Itatira.  vrarde  einx  Probe 
des  Destillat«  bfirausgimoiiiinen  und  sofort  gt'wwcch«!!,  gv- 
trooknet  und  deatillirU  Sie  enthielt  9N  Trimetbjlenbronifir.  ■ 
Bin«  »weit«  Probe  de«  Datülat«  12  ätundeo  in  einem  mit 
GlaMtöp«!  verKhtoBienea  G\»xt  stvhfii  gebsaen  eijiab  1&%; 
eine  dritte  Probe  desselben  DeRtillat«  12  Standen  im 
Apparat  stehen  {^luera,  enthielt  22*/o  Trim^ithylenbromär. 

Bei  einem  2weit«it  Versnche  wurden  220  gr.  Allyl- 
bromfir  im  Br  H  Strom  4  mal  in  der  WetM  destillirt .  das« 
das  Destillat  nach  juder  Destillation  12  Standen  in  dem 
mit  Br  H  angeOlllten  Apparate  belaasen  wurde.  Wir  er- 
hielten dann  aus  dein  mit  Wasserdampf  deätillirten  and  ge- 
trockneten Prodakt  54  */»  TrimcthylcDbromfir. ' 

Nach  diMm  Erfahrangen  dringt«  sieb  b<igreiäiohef 
weise  die  Vermathnng  aaf,  dass  die  Destillation  ganE  Qber- 
Sttmig  »ei,  dase  w  uch  nur  darum  bandle,  einen  IJeber- 
KboBS  von  Br  H  bei  30  —  30*0.  mit  dorn  Allytbromör  eine 
gewiase  Zeit  in  BerQhrang  zu  lassen.  Deshalb  wnrde  aina 
Verfluch  in  folgender  Weise  aosgefUhrt.  76  gr.  AllylbromOr 
wnrden  in  einen  engen  Cyliader  gebracht,  dessen  üoffnang 
mit  einem  doppelt  durchbohrten  poraffinirten  Korke  r«r-l 
schlössen  wurde.  Durch  die  eine  Bohrung  ging  bin  auf  den 
Bodeo  dee  Cylinder«  das  Winkelrobr,  welchex  den  Br  H 
SQleitele,  durch  die  andere  Bohrung  war  eine  -tOcm.  lange 
unter  dem  Spicffc)  der  Flüssigknt  mOndende  ^tteigrAhre  ein- 
geMhoben  Dan  obere  Ende  dieser  letzteren  war  mit  einem 
absteigenden  Kahler  verbunden,  an  dessen  AuhHoa  eine 
0  förmige  Röhre  mit  gesättigtem  Br  tl  angefügt  war.  Aal 
diMes  U  Rohr  waren  mehrere  Woulffe'sche  Fhiechm  mit 
WuMT,  (über  deseeo  Spiegel  die  VerbhidaitgsrBhran  mttiK 
det«n,)  angehlngt. 

Es    wurde    nnn  die  nach  der  vortreffiiehen  Methode 


n 


KrUfmtffT.    fSttrr  iii<  btidtm  üooKrvit  Brvmärr  (^  tU  Bn.        9 

TOD  Fettig  *)  va  300  gr.  Brom  dantellbiire  Meof^  von 
Br  U  ia  '■liy"*f"  Strome  dnrch  diu«  AlljrlbromUr  geleitet 
Alt  Dach  «twa  4  ätODdun  die  Br  U  Eotwickelijug  aufbSrt«, 
wnle  die  B&lfle  il«s  in  dem  OjlJnder  entJuilteneo  E'rodukts 
•olort  mit  WMavrdiunpf  degUIHrt  nnil  gotrockoet.  Die 
■DiUr*  U&UU  verblieb  Ober  Nacht  im  Apparat  und  wurde 
dMin  «nt  weiter  verarbeitet.  [leid«  Portionen  wogen  naeh 
den  Trocknen  xusummeii  95  gr.  Es  wnrde  jede  far  sich 
ftaetionirt  und  da  beide  zwischen  XWi  and  166"  übergingen, 
•o  aithieltvu  sie  weder  FropyloubromQr  noch  unveriiudertes 
All;]broaiär.  Vom  letzteren  waren  wie  sich  leicht  bercch- 
oen  Hat  oahiun  21  gr.  dorcb  den  Br  H  Strom  fortgefllhrt, 
a»  Sbrigea  56  gr.  aber  bd  eiuer  Temperatur  von  etwa 
SO*  C  in  rnon  Trinietbjtenbromür  verwandelt  worden. 
Schon  ««g«D  jenes  Verlostes ,  aber  ganz  besonder«  desabalb 
iml  S  mal  soviel  Br  H,  als  zur  Uuherfuhrting  von  7ti  gr. 
AUylbromllt  in  TrimethyleahromGr  näthig  gewesen  wäre, 
wordeo  ist,  kann  diese  Methode  natfirlieh  keineu 
auf  den  Namen  einer  vortheil  haften  Dar- 
Itellongs- Methode  iW  Trimuthyleiibromflni  machen. 
Der  Vtmch  wigt  aber  nniweideatig ,  I)  dasit  dir  von  an« 
■ngtfrandet«  DmtilUtion  oder  Krhitxuog  am  aiifVt«igeod«o 
Kflkler  *ua  Allylbromür  in  einem  Strom  von  Br  H  Uber> 
flÜKig  ist.  3)  da«  die  Hildnng  von  reinem  Trimethylen- 
illr  (ohne  Beimengung  von  Propylenbrom&r)  »cbon  bei 
Tam;ietB(nr  von  Statten  gebt,  die  etwa  140**  unter 
d«)Migeo  liegt,  welche  Prl.  Lerniontoff  angewendet  hat 
ood  welche  nA«h  ihrer  Ansicht  noch  nicht  hoch  genng  ist, 
OB  dir  Bildung  von  PropflenbromUr  vollständig  zu  ver- 
mmAmL  Ea  war  hiemuch  begr«-itl  icher  Weise  von  Intereoe, 
die  b«raontorr»cheM<>tJliode  selbst,  bei  deren  Anwendung 
1^  koa  AlIylbromQr  verloren    geben  kann,    2)  eine   relatir 


It  LkUlP  Aanml.   IHt.    T4  AauerkBiif. 


10 


atniHj)  drr  mtilk.fk^  (Von«  WM  7.  DsenalMr  Itm, 


kleinR  M«iig«  von  Br  H  »forderliGh  irt ,  ein«r  PrUfung  tu 
unterwerfen,  am  zua^tu,  ob  sie,  wie  FrL  Lernuntoff  iii<int, 
zu  noer  Toribeübaften  DantolloDKimethods  Ata  TriiuFtliTl«D' 
bnHnOTB  geeignet  «ei. 

60  gr.  troelinea  AUylbroinUr  wurden  in  einer  Rin- 
«ebmeln-Qhre  bei— 16  bis  -19'  mit  Br  H  g«8äUigt,  <lftnn 
die  Röhre  xogeechmolsen  and  '2A  9t»n<t«n  anf  160 — 170* 
erhitxt. 

Nach  detti  Oeffnen  der  KBhre  wurde  die  Klöwigkeit 
von  Nenero  bei  —16  bis  —  19'  mit  Br  H  gesättigt  und 
wie  früher  'H  Stunden  erhitzt.  Der  RBbreninhalt  wurde 
dann  zonächri  mit  Wasscrdiimpf  destiltirt,  Obj«  Bromür  ge- 
tro<:t(net  und  Diebrfach  fmctionirt.  Es  wurden  wieder  ge- 
wonoeo  34.2  gr.  AllylbroniÜr  and  in  100  Tbeilen  des  ent- 
standsneD  Dibromflrx  wiiren  auf  92,7  Propylenbromllr  7,39 
Trhnethylenbromflr  enthalten.  Bei  einem  «weiten  Veniuche 
wurden  60  gr.  AII,ribron)ür  zanichst  wie  beim  ersten  Ver- 
Boebo  behandelt.  Nach  24  stQndignn  Erhitzen  wurde  ilor 
R^hreninhalt  auf  dem  Wiueterbad  de«til)irt  wobei  37  gr. 
Dbergingen.  [>ac  Dortillat  wurde  wieder  wie  rorbtr  mit 
Br  H  gesättigt  und  8  Stunden  bei  160  170*  erhitzt;  jetzt 
destiUirten  24  gr.  auf  di>ni  WaAwrbiu)  Aber,  weli^he  wieder 
wie  vorher  mit  Br  H  gi-siittigt.  und  t^  Stunden  erliit/t  wurden. 
E«  gingeu  dann  auf  dem  Waaserbad  noch  15  gr.  über.  Nach 
dem  Reinigen  und  Trocknen  wurde  der  RSckstand  nammt 
dem  auf  dem  WushtInu)  erhaitenen  Dcetillat  mebr&ch  &sc- 
tionirt.  Wiedergewon  neues  Allylbroroflr  27  gr.  TerbUtBin 
von  Propylenbromdr  ku  Trtmethjlenbromflr  74, T»  ;  25,5. 
Uiera  Resultate  stimmen  wenig  mit  den  Angaben  von  Frl.  L. 
wonach  bei  einmaligem  8ftttigeQ  nur  '/>  des  .\UyIbn>mfirs 
unverhnnden  bleiben  nnd  fitr  die  vollstiiidige  Onwandlung 
dea  AlljIbromflrN  in  Pibromllr  eine  xweimalige  ^ättifping 
genügen  roll.  Diese  aehr  erbehliclieu  Unterschiede  iler 
Lermontoff'schen  Reenltnl«  von   <len  nmrrigen  kann  ich 


Srti-mtutr:  üehrr  die  beulen  iMmerfn  Brwaärt  C»  H*  Bn.      1 1 


V 


aar  durch  die  AnDfthm<>  erklären ,  das«  die  Oefäase  in 
«ikbCB  FrL  LermoQtoff  die  Keactioii  Toriiahm,  Dber  der 
Fltaügkeii  ciii«D  Brhr  groneD  fietaa  Kunm  halt«n,  der  neb 
■it  Br  H  Ou  aofnllen  konote,  sn  dua  also  aosser  der  ge- 
Batm  ooefa  ein  bedeutender  Uebenichiun  von  gasförmiger 
Sar*  Torbasdra  wmr;  dann  li«BBe  sidi  auch  wobl  Tersteben, 
iam  FrL  L.  ein  gSoHigere«  Verbiltobs  roo  Triuitbjlvn* 
Wamftr  sn  l^rop^lenbruniSr  erhalten  hat,  als  C8  mäae  Ver- 
•Dcba  crgtb«. 

Da  iniltwm  aacb  unter  den  H&iiden  des  Fr).  L.  Pro- 
pflcnbromOr  gebildet  wnrde  and  ich  mich  nb«rz«agt  habe, 
daM  dio  TollsUtodi^Trennon^  der  beiden  iH>nierea  Bromnre 
na  «nander  eint-  aehr  häotig  wiederholte  fractiouirte  De- 
rtiOstion  erfordert,  die  nicht  ohne  Verlust  durch  thfilwetae 
Zvrvptuiog  anKzi]frihr«n  ist ,  so  habe  ich  weitere  Versuche 
ntdw  LflrmoDtoff'Echen  Methode  anfg^gebea.  leb  glaabtc 
hmß  xaa  so  dier  tboD  ^n  kj^nnen,  aU  mir  die  Erfahrnog, 
«efeli«  ich  oben  mitgetfaeilt  habe  bostimmt«  Fingcneige  fflr 
Aa  Ennitt«lDng  einer  vortbeilhaft^u  Darstel  längs- Metliode 
voB  TrräMtbjleabromür  lu  bieten  schien. 

Ka  handelt«  sich  ja  eigentlich  nur  noch  <Urum,  den 
Terliat.  an  AUrJbromfir  zu  venoeiden  und  die  Iklenge  des 
sa  Tcrwendeoden  Br  H  möglichst  zu  verringern.  Denigv 
mim  wnnli?  der  oben  b««chrieb«Be  Versuch  in  der  Art 
ntrüH.  da»  man  die  Steigrohre  bis  über  einen  Meter  ver- 
Itagert*  and  immer  nur  so  lange  Br  H  in  das  AUjlbrorofir 
sialciM»,  bis  die  Blaseu  am  oberen  Ende  dos  Steigrohrs 
UUD  Vorscbeiu  kamra ;  dann  Nhloss  man  den  Br  U  Est- 
wiclwIntlga-Appiirat  ab  nnd  wartete  bis  die  Flflssigkeit  in 
dan  SU^ffohr  bis  auf  das  Nirnu  im  Cylinder  faorabgesuDken 
nr.  Ona  war  oscb  dem  ersten  Einleiten  resp.  Sättigen 
U  eisei'  Temperttttir  roii  'iO"  tine  Zeit  von  24  Stunden 
irfenlcrlich :  in  derielben  Weis»  wurde  noch  5  mal  rer- 
iÜU*D.     Nach  dno  let«teii  Einleiten  sank  aber  di«  Flösaig- 


SÜtims  der  ■MalA.-/Ayi^  Vtatw  tarn  7.  Ht^^abtr  U7S. 


keit  innerhalb  3  Tagen  nur  sehr  weni}{.  Der  Versach 
wanle  do^bitlli  nnt«rbrochun ,  ttor  (.^tinderinhKlt  sontlohit 
lof  dvm  WofiMrbad  destillirt.  wobei  05  fp-.  ObergiDgen.  die 
nach  dem  Trocknen  wieder  iu  derselben  Weise  wie  obw 
be«ebri«b«n  mit  Kr  H  behatidoU  wurden.  Nach  wieder 
6  maligirni  Etnlnteo  innerhalb  4  Togen  wurde  der  Versueh 
beendet.  Beim  DeiitillireD  auf  dem  Waaserbad  gingen  j«M 
noch  21  gr.  aber,  welche  nicht  mehr  weiter  rerarbeitet 
wurden. 

Die  beiden  BdckHändc  rou  den  Destillationva  auf  dem 
Wasaerbade  wnrden,  nach  dem  DMtillireu  mit  Wasserdantpr, 
getrocVnet  und  4  mal  hactionirt.  Em  wurden  «o  90  gr. 
Trinittthylt^ubromUr  erbalten.  Die  nmle  Fractiou  von  70 
—  8'|0  betrog  noch  12gr,  so  daas  im  Ganzen  66  gr.  Allyl- 
br\iniür  (uDRerPcIinet  den  Antbeil  iler  rom  entwdcheudaii 
Br  H  forlgefiihrt  wnrde)  Eur  ReactioD  kamen.  Diou  hatten 
liefern  uiüaw»  llOgr.  DibromOr.  Die  Praction  ron  85 — 160 
etwa  8gT.  betragend,  erwies  »ich  aU  ein  Gemenge  von  AII5I- 
bromtir  and  THmi-tb^lrabromUr;  denn  sie  )ii<fert«  mit  Sber- 
Kbüiwigem  weiugeistigen  Kali  erhitzt  keine  Spar  von  Alljrlen* 
knpfer,  Zwei  weitere  Verauche  die  in  fibnlicher  Weise  je- 
doch bei  einer  Temperatur  antn-  12*  augeotetU  ward«n, 
lieferte»  eiin'  wftniger  günstige  Auübente  an  Trimethyleu- 
bromdr  <md  nehm  diesem  etwa«  Propylenbromllr.  U#)ier- 
di«fS  war  eine  grossere  Menge  von  AllylbroraSr  uBTerbuuleD 
gehlieben.  Man  aioht  daraus,  da»  man  unter  eine  gewiaae 
Temperatnr  nicht  herab  gehen  darf.  Die«  leigt«  sich  aach 
b«i  der  nun  folgenden   Veraachsreihe- 

Nach  den  bitiberigen  It^rfahrnngen  hielt  ich  es  fllr 
ntSglich ,  die  Methode  »0  weit  sn  vereinfachen ,  dan  man 
di«  Bildung  des  Trimethylenbromüra  in  ebem  aät  gut 
•chlieaM'ndeni  (ilaflatÖpM)  ronteheDrn  Glaae  bewerkatelligen 
kOnn«.  Kb  ward«  denhslb  AllTibromür  in  drn  wolvhen 
Gliaeni,  die  zur  H&lft«  gefBUt  waren  bei  einer  Temperatur 


I 

I 

4 


Eiitmmfftr  ^  Vtlirt  dit  htiAen  uomrrnt  ftmmArf  Ct  H*  Bn.       13 


I 


I 


n«  — 16bM  — 19*  C  mit  Br  H  genttigt.  Dbdd  ward« 
im  TollKtlndtg  pudicht  seblieesende  Stdpflel  nnlgaKtzt  nttd 
«it  «inn-  |{engiiet«n  Klammer  fp9tgi.>bnlti>ji.  Di«  Gläser 
wordMi  tiwnraf  «m  der  Kält«TiiiBcltDng  beraaa^nominen ; 
du  rio«  (I-J  l»i  «n«  TeiP|»w«tMr  Ton  lu*  im  zeritt««itmi 
UdiU  >t«beo  ßclamcD.  d«  uid«re  (11.)  wnrde  den  dinwtoD 
ä<i«iiei»ti«hl«i,  das  dritte  (III-)  wurde  im  Dimkolu  dcruolbßii 
Tmpcratar  (36  —  40")  nusgeeetnl ,  aaf  welches  das  in  der 
Sano0  ttdwade  dunh  die  äonneniitrablcn  «rwörmt  wtird». 
S*  oft  noD  Tan  dem  anfgelöxten  and  ron  dem  gaNformigen 
Sbar  <l<r  FlOaiigkeit  befludlichon  Br  H  nnter  den  eotapreclien- 
dM  tMiogm^u  aorie]  in  Verbindung  getreten  war ,  da» 
dir  GhartSpMl  beim  Loften  der  Klammer  nicht  mehr  ge- 
hobtAt  BOoderD  aingefogen  wurde,  B&ttigte  man  rascb  wieder, 
mtm  AbkGhInttg  aaf —16  bis  —  19*C\  mit  Br  H.  Ver- 
web IL  und  in.  rerliefen  im  Weaentlioben  gleich;  onr  war 
Ü»  Verbiodnngdei  eingeleiteten  Br  FI  bei  III.  meist  rascher 
roHaogm.  «wil  die  Temperatar  constanter  erbalten  werden 
haaofe  ab  hei  II.  in  der  Sontie,  bo  dasa  bei  III.  das  Ende 
im  R«MtiOD  achon  uitch  :)  'l'V'^^i  lx^>  "■  *^>^  ^^^  i^sch 
%  Taftm  «rreicbt  war.  Die  Ausbeute  an  Trimethylenbromilr, 
du  m  IwidMi  FUlen  gani  frei  war  von  Propylenbrom&r, 
latr^  bei  II.  9  ff«  Ton  der  tbeoretiwbeD,  bei  TU.  nahexa 
100",',.  ZoBächrt  ergibt  sich  aus  diesen  beiden  Versuchen. 
dM*  bei  n.  niclit  die  Liebt-,  »ondern  die  WSrmeHtrahlea 
d«r  Sosae  gewirkt  faaban. 

Tersuch  I.  verlief  Jedneb  ganz  ander«.  WUhrend  bei 
U.  in  9  Tagen  ron  100  gr.  Allylbromtir  63  gr.  Br  B  g«* 
hondMi  worden  waren ,  hatte  in  I.  dieselbe  Menge  ÄII7I- 
InmQr  in  demelbeD  Seit  nur  28  gr.  aufgenommen.  Von 
den  xaWtzt  eingeleJteteD  4  gr.  Br  H  war  nach  8  Tage 
laagvni  ftteben  ao  wenig  gebunden  wurden,  dass  beim  De- 
•tiUima  aaf  dem  Wasserbnde  neben  Tft  gr.  BnnnQr  anch 
Br  H  Dampf  Aberging.     Der  K8clcatan<l  von  diewr  Deetil* 


14 


SilMmg  lUr  mtak.-fky».  CUt** 


7    DtrfwSar  tf7& 


3" 

irtoeU" 


ktioo  nioädut  mit  Kalkwaner  deatSKri,  4uB  getrocknet 
nnd  fraetioniK  ergab   Dur  16.5  gr.  Ti  iiiwIlijliwIiiiiiiiHi  und 
Bftbeni  6  gr.  etoer  Fnetnni  tob  137—143*  £e  lebr  räch 
»n  Propjleabromttr  war  nnd  uamuAan  xmA  9  gr. 
broiDDr. 

Mftn  hnt   iIi-mgeniiM  ohne  ftllen  ZveifH  die  to: 
luft«8te  Methode  der  Darstellaog  vod  reinem  Trimetbjlea-  ^ 
bronar,  wenn  nun  ntefa  Venucb  HI.  reHUirt.  ^ 

Der    Tollatändigkeit    wagen    habe   ich   «och    noch    He 
Hetbod4r  welche  in  neuerer  Zeit  Reboal  und  die  weiche  Bo- 
gomolez  fOr  die  Darstellung  von  TrimfÜiylenbroiiiSr  em-  ^ 
pfobleo    hat .    in  d«D  Kr«ii  meiner  Ontersachnng  gMogao.  ^| 
Rebon]  ')  ist  nach  »ielen  Versnchen  beim  folgaDden  Vw-  ^1 
fahren    «tehen   geblieben ,    welches    ihm  die  beate  Aiubeute 
liefarie.      In  eine  Anzahl   von    BailoM  aus    dickoa   Olaa 
Migt  man  je  I.  Vol.  AÜTtbromOr  nnd  3''t  VoL  bei  -^  lO" 
ge^Uigter   wilaMriger   lÄi«ung   ron  Br  U  ein ,   acbnülat  die 
Ballons  vor  der  Lampe   zn   and  erbitit   ne  nueh  in  ein««i 
Wanerbad  anf  100".     Man  llnt  sie  15  Minnten  im  siedenden 
WaaMr  TPrweQen.    nimmt   sie   dann    henm   nnd    Hast   er- 
kalten.    Das  gefUrbte  Od,  welches  nahezn  das  >p«c.  Gewicht 
der    übrig   gcblivbenen   Br  H  LTicnng,    hat   wird   von  dieser 
getrennt ,  gewaschen,   getrocknet  und  destilbrt.     Bo  erhielt  ^m 
Bebonl  Ton  290  gr.  Alljlbromär  folgende  Fractioncn:        ^| 
a)  160  — 165  gr    tob  70—140",  b)  SOgr.  ton  140— 160". 

c)  25gr.  160-  163",  d)   135gr.  Ton   16S— 170", 
e)  25gr.   170—185". 
Die  tatxU  Fraction   ging   bei    nener  Deitillation   fast  ganx 
?on   163  bis  170*  Qber  ond  wurde  mit  d  Tereinigt. 

Bei  der  wcitereti  Reinigung  durch  fnctionirte  1)e«til- 
lation  wurden  160  gr  Trimrthylenhromür  vom  Kiedepnnkt 
163—165*  (oorr),  und  60- 66gr.  einer  Mischnng  vom 


0  Anal.  cMm.  pb;i.  [Ol  U.  4*». 


Erlemmttfir:   t'iifr  Ar  bnJri' ttamtrrn  BromHrr  Ct  II*  Bn.        15 


Swdapuikt  143 — 163  erkalteu,  riu  wolchor  nun  noch  «ioc 
ywiwti  Qiuuttitit  gew&htilicliea  Prop^-lenbromär  iso1ir«n 
inaat*.  Mdwera  uidtr«  OjHHiitkiDaD  erKaboo  Dah«itii  dieMlbe 
Ambni0. 

Bti  emem  V«nucb,  der  mit  40  gr-  Allj-lbroinflr, 
gßtma  Bftcb  der  Vorschrift  H  e  b  o  n  1'  s  aQ»gefDhrt  vrarde 
«ntH  iHcb  mthrfachem  Deotillireo  foLgeude  Fractioiien  e^ 
btiteu  worden: 

«>  33.8  gr.  TOD  67— 75«    bj  Ogr.  von75-130»,  c)  3.4  gr. 
130-I52\  d)  7.2gr.    152—170". 

Nach  dwMtn  Vsimcb«  ist,  wie  es  scheint,  diu  Verhilt- 
BtM  di<r  DibfomQre  mm  navfirändffrtru  AUjlbromSr  wvaignr 
g&Bttic  sbcr  du)  Verbiltaiss  Ton  TrimethylenbromUr  xa 
IVopyleiibromDr  Bcb«int  diuscdbc  oder  ein  uocfa  besseres  za 
Mio ,  ftls  b«  Beboul'B  eigenen  Versacb«n.  Doch  lämt 
neb  du  hoMmn  nicht  entMheiden,  da  Bebonl  dieFrac- 
tioD  bis  140"  oicbt  w<^itcr  verarbeitet  hat. 

Di«  UeUiode  ist  indes«.  abgeRehen  von  der  grösseren 
ImU  Tun  Operationen,  w^he  sie  erheischt,  »eben  denhalb 
ntifindlinhirr  aU  die  meinige ,  weil  das  Product  i-in  G  e  - 
nsag«  ist  von  den  b«ideu  Dibromdreu  mit  noch  unver- 
indsTtaai  ÄUylbromiir. 

..BngomoleE  empfiehlt"  wie  w  in  einer  CorrcepoD- 
daut  der  Bericht«  der  deutschen  ehem.  Qesellmbaft ')  heisst, 
,^ar  Darsteltang  d«  TrimelhylciibnMiiar«  AUjrlbromflr  mit 
\m  0*  gMittigter  wässeriger  Br  H  in  zng«eebmol«men 
BftbrcD  3  —  4  Stunden  lang  auf  150°  zu  erhitzen.  Dies« 
V«r4lbreo  soll  beinahe  absolut  reine«  TrimeUivlenbromfir 
oad  aar  liiwsisl  wen^  unTeriodertee  Alljihromür  nebst 
Bber  160"  siedendem  Product  geben". 

Bei  »w«  Versnoben  mit  je  20  gr.  Alljlbroraür  wurden 
\m  Anwendusg   von   .50  gr.   hei  0"  gc^ttigter  Br  H  Säure 


II  11  ivmt  I2&T. 


16 


S'tmuf  der  math-'pliipL  t'liuMf-  twm  ?.  Dtftwiber  t8T8. 


14,3  gr.,  bei  Anwendung  von  60  gi.  derselben  ^ure  l!},3  gr. 
einer  Fimction  von  138—148*.  sowie  resp.  3,6  gr.  und  4,9  gr. 
einer  Fraction  Ton  U>4— 168"  erlmlten.  Klrine  Mengen  d«r 
rosp.  Fmetioncn  138—148  gaben  bedeutende  NiederschlSge 
TOD  Allvlenkopfer.  Hiernach  scheinen  die  entitandenea 
Produd«  mehr  Propylenbromür  als  Trimvthylenbromür  ent- 
halten XU  haben,  m>  das«  auch  dieses  Vi-rfahren  sieb  kanin 
KU  einer  rortheilhaften  Daratellungfinethode  ron  Tri- 
QWtbylenbroniUr  eignen  dUrfle.  Zorn  SchhtRse  will  ich  noch 
trwähtien,  äwn  ich  ein«  Kvihe  tou  Versuchen  bei  An-  und 
bei  Abweeesbeit  ron  ADylbroniUr  und  von  Bromwaaserstoff 
angestellt  habe ,  am  xn  erfahreD ,  oh  anter  gewissen  Be- 
dingungen, becondenbei  It&bercnTcmpcralnn'n  Trimethylen- 
hrot&Dr  in  PropjlenbroniUr  uder  dimea  in  jenes  umgewandelt 
wird.  Efl  Ueas  tidi  aber  in  keinem  Fall  die  Umwandlung 
aneh  nnr  ein«t  kleinen  Bruchtbeils  de«  einen  in  da«  andere 
DibiomUr  constatirea. 

Nacbdem  ich  jetzt  eine  sehr  grosM  Anzahl  von  Ver* 
«Dcben  Ton  weichen  ieb  nnr  wenige  oben  beoohrieben  hab«, 
in  ihrem  ganzen  Verlaufe  ta  beobachten  Gelegenheit  hatte, 
glaube  ifb  folgende  ErfahniDga^tze  ftassprechen  zu  köoneu  : 

1)  Die  gaiuiUgsten  Bedingungen  ftlr  die  Trimethylen- 
bromürbildiing  »ind 

a)  Erhaltung  des  gri'^Rstnifiglicheo  Verhältnisses  ron 
trockener  ßromwaxserfitol&Snre  lu  trocknem  AIM- 
llHrointlr,  bis  die  Reaction  beendigt  irt  oder  onter- 
brochnn  winl. 

b)  Kine  Temperatur  ron  30— 40»  C. 

2)  Es  wird  um  »o  mehr  Propylenbromür  gebildet,  je  rm* 
dOnnler  der  Bromwaoaeratoff  —  durch  Wawer  oder 
durch  Kchon  gebildete«  Triroethylenbromflr  —  aui 
Allylbromflr  einwirkt.  Wenn  die  durch  nnflnglicbe 
TrimethTlIenbromürbildang  herrorgebrachto  VRrdflnn- 
nng  einen  gewineu  Grad  erreicht  bot,   so  tntt   alW 


r:  Slw<tim'mttrfS4umf.d.ZuMaMmf»seljttttg0tnHOi.    17 

ootäi  vorhimden«  Brll.  and  zwar  bei  niedriger  Tcin- 
p«n»tur  whr  Uagm»,  bm  hohi-r  Tcnipcrutur  Kiomlich 
raaeb,  diu-  I'ropyluibrotiißr  InldiJtji]  mit  dem  Alljl- 
bromBr  to  Verbiodaog. 

Aoob  bei  Temperaluran  zwiachen  0  nnd  30"  «oiri« 
Bh«v  lOO*  wird  iu  hinrciebtud  coiici>ntrirt«i  Br  H 
LflrangeD  immer  ment  TrimethylenbrotsUr  geliildet; 
—  die  Prop.vlenbTomUrbildiinf;  »cheint  jedoeb  bei  ni»* 
drtgeo  TciDponluren  scboD  in  weniger  rerdOnoteD 
Br  n  LöHODgen  als  hei  hohen  Teuperature»  2U  be- 
pnocD. 
Di«  Anlagfrang  dm  Broinwaneratoffs  an  das  Alty]- 
'Womär  im  Sinne  der  Triraethylenbnnndrbildung  ist  dem- 
■aeb  nickt  lowobl  durch  die  highere  Toroperatar,  wie  Mar- 
kownikoff  ntf^iot,  sondern  vielmehr  dorrh  die  grSssere 
NaiM  von  Bnimwasiterstoff  bedingt,  welche  dem  Allylbroiutlr 
iargAiAen  virtl. 


2)  Ueber  zwei  isomere  Säuren  von  dor 
Znsamuieusetzong  C,  U,^  O^  aus  Diä- 
Ihylfrljoolsfture.   (Oülthozali£are.) 

(TorUnfige  Notix.) 

Bd   weiterer  Verfolgnng    meiner  üntersuchnngen    Über 
HT<lroxy«fiiiren   dT    Fettrciho    hat   sich   ergeben ,   data 
taefa  am  Diäthylgljcolsäore   dnrch  trockne  Dextillation  eEnt 
idrr  Aeth^lcrotoiuturo  Ton  Prankland  und  Duppa  ver- 
l>i«d*ne   miL   dicaer  iftomere  Sinre    bildet.     Während    die 
kjkmtonsäiire  leicbt  in   schonen    bei  i'2*  schmelzenden 
]|«a  erhalten  werden  kann,   stellt  die  isomere  Sänre 
i  19ä"  Htedviidea  Oel  dar.  ilna  nlbA  bei  —18'  nicht 
winl  luid   ganz  andere  äalee  büdA,  aoM  welchen  sie 
anrerändert  wieder  abscbeidea  länt. 


18 


8iUmH9  lUr  ■MfA.-jufcy*.  Ctiut  mm  7.  iMtember  tS7a. 


Bringt  man  ftl>er  die  Ölig«Sänre  mit  rnuchendcr  Broni- 
wuMnttiffiiäurL-  zummmen ,  so  rerwandolt  sie  sieb  alsbald ' 
in  die  Geet«  Äethykroton^are.  Dieselbe  DniTrandliuig  er- ' 
f^irt  sie,  weiip  mnii  «ic  Rtit  verdünnter  SobwefeMur«  «r- 
hitxt,  desabalb  lägst  sie  sieb  aocb  nicht  al«  solche  mit 
eiaem  (teuiHcb  von  cbromNi(ir«ni  Kali  und  SchwefeUiitre 
oxydtreu.  Vitmo  sie  mit  einem  ffolcfaeo  Gemiscb  erbitxt 
wird,  so  verwandelt  me  sich  zunächst  in  Apthylcrotonsäare^ 
Bringt  man  die  Slige  S&nre  mit  Kalibjdrat,  da»  in  ni&glüllMt 
wenig  Wgw^r  gelöst  i«t  tusammeu.  »o  bildet  sich  eiu«  Seife, 
die  beim  Erhiti«n  eino  grüne  Farbe  annimmt.  Kersetxti 
man  dann  eine  Probe  mit  ^>chweteUäare,  so  erh2lt  man  die 
nnveri&nderte  ölige  ^ure  wieiler.  Urbitzt  nuta  aber  die 
grüne  Seife  weiter,  »o  Terliert  sich  die  seifunartige  Bo- 
ackaffeDheit  nnd  die  grQue  Farbe,  and  die  farblose  Maase 
RohmiUt  »cbliGsslieh  guux  rahig.  >Siv  enthält  jetzt  du» 
KaliuDinlr.  der  Aetbylcrotousüure ,  das  sieb  bei  weiterem 
^cbiiielKen  wie  t«  Frank  laud  nnd  Duppa  »«Jmn  an- 
gegttbun  babeu  in  buttersaure«  nnd  emgaaures  Sah  »paUrt. 


VitfH:   lUbtT  SäuftTtaktiou  drr  Blalh*». 


le 


«bo^  *MD  4-  Jmbu  187». 


Bmt  Vogel  trtgt  tot: 

„Deb«r  S&urereaktioD  iler  BlBtlten". 

Nkch  iIpb  Angulien  »on  Fretny  n.  Cloez ')  iwigen  die 
äUlr  «llfr  rutbm  oder  roffarotheii  Ulüthru  !«aun>  Kraktion. 
«ähren«!  An  Saft«  der  blauen  Bldtbea  immer  neutnl, 
nHaoUr  sogKr  tebwaoh  Alkali<)cb  ro^preu.  Zu  dieftem  It«- 
nlMo  sütd  ni<  Jnrcb  die  Uiit^rsuehung  d«r  niei«t«ii  tm 
hriaar  Maseam  gexAgeoea  rotben  und  blaueti  Blnmen  ge- 
kagt,  —  eine  Annicbt,  die  in  die  Lebrbdcber  der  Agri- 
aihorcbemi«  nbergHgangen  iat. 

HMdurcb  bsbeicb  Veraulassnnggraommon,  eine  grönsL-r« 
Jirag*  vwMliiedeD  geftrbter  BlfltbeD  in  dieser  Hinsicht  tu 
SBtennicbeii ,  xuDscbft  nur  detubulb,  um  mich  Ton  der 
RicbUgkeit  der  bphaapt«t«n  Tbataache  darcb  perfttSoUche 
AEwh""""g  Vi  Hberxeogen.  Anf  nein  Anüncheu  hat  Herr 
frofueor  Dr.  L.  Raab  eine  größere  l{«ibe  verecbiedon  gc- 
■fM«r  BlQtbflD  anf  ibre  Reaktionarerhaltnisae  geprüft. 


1)  Jaafsel  (ir  pnktiKh*  Ctwni«  B.  62.  8.  269. 


20 


SUiKny  der  MafA.-/>fcyf:  Cftwit  nun  4.  /«WiMr  1878. 


Im  Gani«!!  rind  100  Arten  nümlicb  S9  Mkm-,  44 
6  riolHtc  und  «U  «rgSnuii<l  o<ler  tufiillif;  li  gf^lbc  uud  3  woi 
Bläthen   nnt^raacht    worden.     Dte  Rwnttate  der  Beobacbt' 
nugeu    Buden   s!ch   im   Folgenden    {lben<iehtlich   samninien 
g«8ti>Ut.     Hi«EU   mm  nncb  bemerkt  weixleu,    d«sa  nUKefwh 
di(^  Hälfte  (alle  mit  *  bexpichneten)  Bläthon  Gortenpflaiteen 
sind,  die  äbrigen  dagegen  der  Ptora  augehören.      Was  di 
nturen  l{«itl:ti')iieii  l>etril)l.  m  ixl  kh  i^rwnhnt-n.  da»  di««elb«o 
nicht    in   allfn    Fallen    immer   gleich   eutwhieden    dentlicb 
anftretm;   die  EtAtbaug   d«fi   em|itiiidlicb«u  blauen  Lakiu 
papisres   zeigt  »ich  iu  si-hr  wecbmlmli-ii  Abalnfiingen.     A 
anCTaUendsten   und   xtärioiteii   erscheint   die  eaore  K«aktio: 
bei  boehrothea  nnd  ineunigrotben   BIUtb<>n,    nicht  nind 
bei  den  nebenbei  in  den  Kreis  der  Unterancbimg  gebogen' 
gellxtu  und  weissen  ßltlthen.  Die  sauere  Reaktion  der  blauen, 
theilweise   aiicb    dt-r   vtolellvn,    l>i-sonder«  der  bUuviolett«n 
BlUthen  itit  bedeutend  scbwäcbcr.  als  di-r  bocbrotben, 
immer  noch  dentlicb.     Eine  vollkommen  nentrale  wlcr  sog: 
ftcbwucb   alkalische  Ueaktion    balx-n    wir   in  allen  hier  auf-: 
gefnbrteu  Proben    roreiigKwet*<*   nur  an  blauen   BlUthen  v 
beobachten  Gelegenheit  gehabt,  and  «war  in   10  Beiipielon 
Dagegen   aber  auch    bei  drei  viuletlen  und  rothen  Blätbea 
nämlich  hei  OitmpMnubt  repnncnloidiit  (hell violett),    Prittma 
tocarpus  Hpeculum  (purpurviolett)  und  tviw  doa  Aanatlendste 
int  bei  den  hochmtben   PlUgeln  vo»  Pinun  sativnm. 

!*>  folgt    nun  die  iibenichtlicbe  ZnAinmtnstellnng  di 
bifiber  au8gufnbrt«n  Versnchaproben. 

Blane  Rlnthetu 

(lUaklton  maitr.) 

'Aconitum  Napelltw  (diinkflblau). 
*Agfratum  imperial  dwarf  (blau). 
*Bor«go  orficinalis  (lasurblaa). 
*l^mpauula  prramydnliN  (himmelblau). 


'* 


Vogd:  Veber  Sänrereakfion  der  BliUhtn.  21 

üunpuiak  persicifolia  (heltbku). 

CkboTiiim  latybns  (himmelbluü). 

*Cineraria  hybrida  (duokelblan). 

(^at&oreA  IjHDOs  (himmelblau). 

*CoaTolTulo8  Mauritianas  (hellblau). 

CvDoglossum  officinale  (laKorblaa), 

Delphiniom  ConsoUda  (blau). 

'DelpliioiuBi  fbrmosam  (dankelblan)  schwach  eaaer. 

Eckinm  vulgär«  (blau). 

'Beliotropiiim  peruriaDiun  (blaa), 

Hedicago  satiTa  (blau). 

VfOKitis  palustris  (bimmelblan). 

*!figelia  damaeceDa  (hellblau). 

Poljgala  amara  (blau) 

Pnmella  Tulgsris  (blan). 

Salm  prateBsis  (veilchenblau). 

änecisa  pratensis  (blau). 

IVadtscaDtia  virgiuica  (blau;. 

Veronica  triphyllos  (blau). 

'Viola  comnta  (bellblan). 

'Viola  tricolor  maiima  (hellblau). 

•Vinca  minor  (hellblau). 

Veronica  Chamaedrys  (schön  blau). 

Verouica  agrestis  (weiss  und  blau). 


Violette  Blütheu. 
1^ Sauere  Reaktion.) 

*Hesperis  matroDalis  (lila). 
Linaria  Cymbalaria  (hell  violett). 
Solanum  Dulcamara  (violett). 
*Viola  tricolor  maxima  (dnnkelriolfltt). 


22       SiUung  der  «ua\.-iiktf*.  Cla»*^  am  4.  Januar  tS70. 

Bothe  BlQtheo. 
(SoucT»  R«aktion.) 

Acbille»  MillRfoliiitn  Viirietüt:  vom. 
Anaftallü  arwosü  (menotgrothj. 
*Aut1ea  poiitica  (roth). 
*Celo.«i&  criütaU  (donkelrotb). 
Centaur«»  ^^bioM  (purpurrotfa). 
"CUrkia  pnicbella  (roÜi). 
CoiivoIvqIus  arvensis  (ron). 
CoronilU  vuria  froM  nnd  weiis). 
•Cuphea  miniate  (roth). 
*C7elaiueD  enropaeiim  (rom). 
EMftnÜiiu  CArthufiinnornni  (blotrotb). 
*Dtet]rtra  spectabil»  (rosa). 
*IKgit«li«  purpurea  (roth). 
*EpacrU  purparasoeuB  (rosa). 
•Pachsia  (roth). 
Famaria  ofScinali«  (rom). 
OenuiniD  Robertianum  (ron), 
*Inipati«iui  BatsamiiiG  (roÜi). 
Latnism  pnrpareum  (roth;. 
Lamiuu)  maoalatuin  (roth). 
'Lantana  (roth). 

Lyehnis  Dos  cncuU  (äeiscbroth). 
Lyehnü  Uithago  (pnrpurroth). 
*Ljcbi)is  cliuketlomca  (fpncrrotb). 
Lycitun  barbaniin  (pnrpnrroUi). 
Malva  rotviudifolia  (roa*). 
*ll«troa)dero«  icmperSorens  (roth). 
Papaver  Rhoew  (hlotroth) 
FapaTer  aotnuiferDm  (roth). 
Ooobrjchts  ntiTs  (roaa). 
Pliafleolofi  malUflorus  (hochroih). 
'Pelugonittm  Soarlei  (roth). 


Yoga.-  Ufber  Säitrereaktwn  der  Blüthen.  23 

*BoM  e«ntifolia  Crotb), 

*äleDe  Anneria  (rotb). 

SjmpbytDm  officinale  (purpurrotb)  ecbwacb  saner. 

Sticb;^  palnstris  (purparroth).  " 

ätichji  sflvatica  (purpurrotb). 

ThTmaB  Serpyllnm  (belbroth). 

Trifolium  agrestis  (parparrotb). 

TropMolum  cocciDeum  (mennigrotfa.) 

*Verbeoa  hybrida  (roth). 

Verbena  officinalie  (lieblich  blassroth). 

*ZiiiDiii  elegana  (roth). 

Blaue  Blätben. 
(Alkalische  oder  neutrale  Reaktion.) 

Cimpuinla  glomerata  (veilchenblaa). 

Cimpuiala  rotundifolia  (hochblau). 

*CoiirolTt]lQs  bicolor  (blan  nnd  weiss). 

'Hjnopus  officinalia  (blau). 

'LtiiDiD  perenne  (blau). 

'IdDum  Syriacum  (blan). 

'Lobelia  erlnns  (blan). 

^via  nobilis  (blan). 

'Verbena  bybrida  (blau). 

'Viola  tricolor  maxima  (dunkelsammetblan). 

Violette  Blfltben. 
(Alkalische  oder  oentrale  Reaktion.) 

üunpannla  rapunculoides  (hellviolett). 
Priimatocarpus  Specnlnm  (pnrpnrviolett). 

Rothe  Blfliben. 
(Alkalische  oder  nentnUe  Reaktion.) 
Die  rothen  FtSgel  von  Piaum  sativnin. 


■2i 


aktmmf  4*r  9mth.fkf».  Com  «m  4. 


»09. 


Gelbe  BlBtben.     (BenUioD 
Antbcnü  ttMtora. 
*C4ÜeeoUria  («cbvadi  im  im) 
Galigm  Temni. 
Ljrünulö»  nnmalBm. 
liotiu  oomkntBttw. 
Poteatilk  Kptun. 
*BoM  eevtifeUa  (selb). 
Vlriiueinii  niffnuB. 

(BrnktiOB 


■) 


W»ii»e    Blatfaen. 
'Bora^o  ofBdnftlis.     Vsri«t«t, 
'Boas  GentHolis. 
öpirMtt  Clmuia. 

bie  TorlieKetiden  Verraebe  bertitagn  fi»  böbr  gv 
macbten  EIHahning«» ,  dw>  tnas  siebt  berecbt%t  iai,  die 
rntbe  Pirbong  der  Bl&tbeo  dareb  Einwirkni^  roBSSnren 
nap.  wnerai  Sslseo  utf  bUuen  Pu-batoff  bcmlaten  odn- 
aiiigek«brt  )etjiter«ii  den  Einflorae  voa  AUnlien  axd  rotben 
Farlwlotr  EUOMibmbeD ,  obwohl  uicbt  in  Abrede  gestellt 
werden  kann,  dan  zvisebeii  gewiaeii  rotbeu  and  Mmms 
Pflanzenfarbcn   eine  «DtMbiedaie  Venmtdlwbafi  obrallel. 

DicwbeiHgHcbe  Venuch«  lebrea  vieltnebr.  du«  rotbe 
Blfitbeo&rbfitoSe  doicb  AULslieii  nicht  io's  BUoe  sondeni 
d>enJKi  wie  die  bUnt-u  in  gräne  Nukii£«n  reräiidvrt  wcrdtn. 
Beispiele  hiefor  ^ben :  Ron  «ntifolia,  Digitalia  porporea, 
Pelargoninin  Scvlet  o.  ».'}.  Debrigeos  &aat  sieb  n«cb 
SehObler*)  Duocbe«  rotbe  BiQtheDpignieiit  in  bbincs  omia- 
dem,  wenn  man  die  erhaltene  BlDthenttnktor  nerat  mit  r«r> 
dflnnter  8aU-8tare   nnd   dann   mit  einer  Ldonog   Ton  Ka- 


1 


I)  Za  *0Kt.i   A.  Vafd,   Vt\x>t  die  Vertodtraar  riaifn  Na 
oad  BUUinihuha   isreh    .inunoukpt.     Sitsnpfctridito  far   kgl. 
AM«Bl«  d.  W.  Ii!i70.  S.  Juoar  &  U 


Fiirri:  Hdurrreaklttm  titr  BiuOun. 


26 


I  tabriMiimt  v<«««tit.  AI«  BciirpiVI«-  solrlipr  Hlnthnnriirbcn 
I       Abi  JemiW  PH^rgniiiuni  iu(|iiitutn«,    DaliU»  ])iiiiiatii  uuil 

■  Utai  totrsgonolotiiM  nn. 

■  Bti  <winm  woiliTon  Vcnmchaa  Gber  ilio  ninni>M)riirh»n 
1      bad  fr,  dw8  durch  Kiuwirkimg  von  AlkuUen  auf  Aw  ein* 

■  bdkm  BDd    mit  Sfinren   Tenebrten   Blötbestinkltiren    var- 

■  idw^ew  FarSenshifen  erbatten  «erden  kOnneii,  und  Aas» 
^L  näk  toi  die»«  VVewe  i^^wi»«  vvgetabilische  Farbe ospektren 
H  iMdkn  bMen,  w«)cfae  trotz  piner  Aehnlicbkett  niit  dein 
^1  fnoutwchrD  Sfioktrum  sich  dennoch  wcscntHcb  von  diesem 
H  MMncbivdoM.  SchObl«r  st«)Ue  sunSchst  uwei  tod  einander 
H  |Hi  nnohiedsD«  Fiirben reihen  iiiiUfr  den  Bliitb«n  »iif; 
H  fanibt  tbalfn  Decnndolte  ond  Mnc»ir«.  Er  lift«  nemlich 
^M  ^HiUicbe  Fnrben  utia  neutrmlem  (Chlorophyll  entstehen. 
H  Dudi  Oxydation  dt«  Blattfp-nnii  ont^timd  dann  die  oxidirt« 
H  tim  potitiT«  Farbenreihe,  welche  die  gelben  Farben  in  allen 

Y  -ViUMD  bii  ZQ  gelbrotJi  uinMrblofu)  (xantbiRclie  Farbenreihe) ; 
L  rfwch  Desoi^dation  wttrde  A'v-  negative  Reihe  t-rzeui^. 
^M  wltbe  die  blauen  Hliltb«nfarheu  in  allen  A  iistufungctn  \na 
^■liB  TiolaUroth  vntbielt.     Ferner  nahm  er  an.  daes  dk-  po- 

V  4ife  Rtibe  nie  io  tlie  negative  nnd  diese  nie  in  jene  Qber- 

■  ■■b«  k8aaai 

H  Hvm  as  neh  geistreiche  Theori«  worde  ebenso  wi« 
^^^Aotirbt  Marquart'» .  nach  welcher  daj«  Blnthenhlau  auü 
^^fc  blattgrÖD  durch  Wai«ereut3tiehung  und  daa  HÜlUien- 
(«)b  dnreb  Waweranfnahrae  ent«t«hen  sollte  als  unbiiltbar 
tnorfsD,  wie  man  nberhaapt  nnd  mit  Unrecht  von  Seite 
im  I*fiaas«apbT9iDkven  und  Chemiker  jede  Metamorphooe 
d«»  Ch)on>|th]rlia  in  auderi'  Farbstoffe  der  Blätter  and 
Mtlben  Ungnete. 

So  blieb  denn  anch  unser  Wittsen  Aber  die  präcbtigou 
Bd  nannigfaltigim  ab«r  auch  seht  vorgänglichen  BlUtben- 

elnaM-Til  niaiigulhaft.     Soviel  war   bekannt,   dasB  die 
nud    bbiacn  Fubatoffe  sich    mehr   in  den  ÜuaMran, 


26         Sttmiuj  drr  Btnth.-fih  ir».  Cloßte  mm  4.  Jaiititr  1ST9. 

(Ictr  Lnfl  KUKätiglic]ii>rim  Zellscbicht«»  .[itid  für  gewSfanlicIi 
in  wässeriger  LQsung,  als  gefärbter  i^llnft  beHnOen,  wf 
halb  nian  »le  srcIi  extrakti»i-  (in  Wayt^r  Irwlicbo)  pHrbBtoffr' 
luulnte:  di«  DiMsten  gclbcu  ISgtDPut«  tlagegeu  um)  in  An- 
itchluw)  an  diese  manche  rotlie  Farben  von  hanciger  Nktnr 
sind  vorxnglicb  in  den  ti«tef«D  Zclltchicbtcn  dw  Blamen- 
hlKtt«r,  in  k&niiger  and  nngelSafer  Fonn  ftbKe1iif(i>rt. 

AiiT  l'irtind  der  HeniUtdt'  dt-r  u«u«r«ii  üntprsucb äugen 
in  diiver  Kichtung  wird  nun  nifhr  lAeht  in  diesen  Dnnkpl 
gebracht. 

Pringvheiiu ')  wurde  dnrcb  die  KtMoltjite  ^iner  Bpcktro- 
8kopi)Mihen  üntoranchungen  zu  der  Deborzeugang  gebracht, 
dasB  da«  ChlorophTit  nicht  au>  xwei  FBrbAtAfr>-ii  zuswnnten- 
gesetzt  sei.  und  dw»  Ktiolin,  AutbuxHntin  und  Xunthoph7l 
«owie  «la«  Phyooerytbrin  alio  die  gelbe  Farbe  der  Blfitbe 
nud  Blätter  dem  Chlorophyll  »ehr  iiahe  Ti^rwauilt  sind  tmd 
iluher  mit  dem  Blattgrün  in  eine  Uruppi-,  ntunitcb  in  dt« 
der  CblorophjrllfarbxtotTe  geboren. 

Auf  die  Umbildung  de»  Cbloroph/tln  in    Xantbophyll 
(Erjthrophjll)    mncbte    bereit«    Hohl    aufnierkaaui,    itwll 
ansdanernde  BlKtter   mit  jedem  Winter   einen   periodia 
Farbenwecbsel    i^igen    nnd  die  saftgrDne  Farbe  einen  gell 
lieben  Pai4>enton  annehme. 

Die  Ursache  hievon  i»t  zwar  unbekannt,  aie  Irangt  je- 
dooh  bestimmt  mit  TwÜnderteu  L^benKverhältnisBen  der 
Pflan«-n  oder  Ptlauitentfaeilf  imtianimen;  daher  tindet  aic 
drr  (Tiellet<^ht  durch  ICediiktio»  entstandene)  gelb«  Farl: 
Stoff  ancfa  an  der  Htellc  der  (Thluropbjliki'imer  und  i»i  wi« 
die«e  unlQBlicli  und  harziger  Natur. 

Bericfllins  lutt  ebeii&IlK  nachgewieseu .  dan«  die  sehfln 
grCinen  Lfttmngen  des  rciueo  Blattgrüns  im  Souuonlii'hte 
bald  gelb  geftrbt  werden,  indem  das  BlattgrOn  sieh  in  ein 
gelbe«  Harz  nmwaudele. 

I)  ClMB.  Cmr.  1»T9,  217. 


F<ijrt>.'  Ü^er  Siur«rfiitiir)n  ttrr  Biüthen. 


27 


Bimso  achliesst  Liebermaon')  nua  srauen  mit  demSpek- 

lnttfpMitt«K''iiiacht«»  ßratMohtdagen  :   doiiiicUs  Chlorophyll 

ihr  ?«p«hic!eDeD    Pfliinzem    keine   nenneDswertlifi  optisch« 

VoaclÜMlenheit    zpigt,    <laiiK    f»  cjii   wilxaHiger  KArper   sei, 

a**  Clüar'>pb5lt!>iiurG  tinil  i-inmn  bttHisclicn  Kürpvr  bestehend ; 

iam  der  baaiMbe  Bestandtbetl  —  das  Pliyllocbromogen  — 

tlmfa  Oxydfttioiifl-   timi  Rt-<|uktioti^mitt<^l    die   v<>ri4hied6n«n 

FvtwD  uiDvhnisa  kaoa  und  die  Mutt^-ranlH^nz  der  Bltimco- 

&riirtoffe  sei.     Die  Bildung;  des  BIDI  heufarbxtoSeo  \!h,^  sich 

■ocrklÄrcD,   dAu   in    irgend   cinor  Wdsp   dai«   Chlorophyll 

gHpaiteD  wird   ond  düfls  dos  Pbyllochromogeu  durch  Oxjr- 

dtÜoD  in  r)ol«tt«]i,  blauen  oder  rotben  blutnenr»rbstoEr  ver- 

«uddt  wird. 

Es  wird  also  trotz  gegenlheilig^r  Anfiicht"ri  an  d«r 
lliwirti-  tf^txulialten  sein,  Aasa  ria.s  (Hilorophyll  luii  dni 
Blatfaenüirlwn  in  «ngem  ZaKAinmunbHiigc  9t«he. 

LH«  BlDmenfarbBtofir«  erscheinen  d^nnnch  theiU  nls 
ik«kt«  EmugnisH  dea  PBanaenlebens  —  Cblorophyllferb- 
tfoff  — ,  theÜB  als  .Spaltong^produkt«  nnd  ihr  HaiiptcUa- 
rakter  li<-gt  eben  in  ditwem  pflanzlichen  Ursprung  und  in 
Air  miwgeiei ebneten  Farbe,  die  sio  dnrch  bestimmt«  Rinfliisw 
tudnnen  könnvu  und  weiche  tou  der  Einwirkung  dvü 
äftocntoffes  bedingt  za  sein  ncheiut. 

Vtw  ParhutiiiT*  finden  »ich  auch  gewöhnlich  an  der 
Otiertf&cfa«  der  Pflan»»  in  den  mit  der  Laft  am  meisten 
in  BerObning  i)tehend(>n  OewelMn.  \fSglicher  Weiae  finden 
vt  Mf-h  im  Innern  der  Pflanzen  bereit«  ab  eigene  Vcrbiod- 
■BjieQ  vor,  denen  nur  der  nMhige  atoiotpb&nHche  Saner- 
ftoff  fehlt,  um  ihre  eigentbümliche  1-arbung  xa  erhalten. 
Pctioz  wenigstana  fand,  data  BalaaminenpHaiizen  eine  durch 
ihrt  Wnrxeln  auTi^eavintnene  Indigoliünug  im  Innern  ent- 
^ftrim  and  ite  errt  nieder  in  den  Blättern  oüt  blauer  Farbe 


1)  Wien.  Akad.  B«r.  72,  <%9». 


28       SütHUff  rfer  m<Ult.-iA<Ff-  fViwur  eiMn  t.  JaKwtr  tH79. 


I 
I 


cnwhciiicn  laMeu  Hi«mit  stimmen  uudi  «iuige  niit  Eos!n  ii 
Mii^MtvlItr  VuDiuch«  Ubcroiü ,  ühw  welclie  icli  ilvtuniiehM^I 
Näberee  zu  berichten  hoffe  Die  dnrch  äpaltimgen  von  Cliloro-  " 
phyll  «US  Flivliuvlironiogoii  cntj'taiidvui-ii  Pigmente  —  Kxtrak- 
tir>Farbstoff«  —  reihen  sich  entweder  dun  <jlyk(widi-u  (Quer- 
citrin,  Qnercetin  u.  a.)  oder  jenen  der  Oerbsinren  (Carmin- 
säure)  an.  Verglich  docli  Sachtoe  den  von  Baeyer  aus 
Ktirfurol  und  i*yroj|;t>lluK<Burc  dargc«Hlteu  cliloroph}-)!- 
ähnltchen  Farbatuff  mit  ChlorophylUünmj^  und  konatatirtä'j 
auch  eine  gewisse  Ähnlichkeit  in  den  Absorpttousspektreu  l 
lieider. 

RepriUcubuiten  birffir  ^währen  uns  die  BlSthea  ?on 
Rata  graveolena,  Sophora  japonica,  AesciiKuii  Hippocaswnuiu, 
Oarthamus  tinctoriii«  und  Mouiuxla  didyma,  vrulche  letstu» 
nach  Bi-Ihomme  KocfaenillcFarbstoff  enthält 

Wie   diese   so   rerhalten    sich   die  mirintan  pt)itnidic))«ui 
Pignjrnti>  iitid  Chrontogene   in  der  Art   schwacher  äänrmi. ' 
Nach  Preiiwcr  soll«»  alle  Farhstofle  im  gefärbten  ab<  farb- 
losen ZosUude  dentlich  sauer  reagireu.     Im  Gegenwtao  Ul<j 
doD    ChlorophyllliirbclofTen    fitideu    nch  dio  dnrch  ^{mltnag ' 
des  Ulattgrön«  entstandenen  „Kxiraktiv"-FarbGtot)'e   in    der 
K«gel  im  Zellsafte  gelGist  und  zwar  meist  iu  Ublorophyllkwen 
Zellen  and  sind  ziemlich  anbvstündig. 

El)  ist  tlabei  natürlich  nicht  ku  verkennen,  daas  manch«!  ^J 
Farbstoße   nater    bestimmten    EinlllLsseo   gewisMi   Verändcr-  S| 
ungen   im   Farbentone   oder    in    der  Fkrbe   Oberhaupt  au- 
uehinen.      Belapielm   hivfiir   gewähren    um«   die    Hortensien 
und  Rosen     Erstere   nehmen   in   eisenhaltiger   Erde  schSn 
blane  FSrbnog  au,  letztere  erhalten  in  Erde,  der  Rnn  bei-| 
gemengt  ist,  bedeutend  l^hafWes  L'olorit,  wcssbalbBlamen-j 
xüchter  hieron  praktische  Anwendung  machen. 

Anraer  den  diemischen  EinfIGMen,  welche  päannlicbel 
Pigmente  nmxuänderu  Terrollgeu,  habe»  auf  die  Fntwickel- < 
img  der  mnuGbwIei  BlütlieularbtuigeD  lebeudcr  PSansea  noch 


"^dx*  S'^utfTrakHiM  Hfr  Bluthn*. 


29 


f^ai  besonder»  Liclil  and  wio  Wieita  obeu  erwSbul  almo- 
•ijwriiHilMv  ^up-rKtotr  binwirkang.  Die  Hlilttiüii  vcrM^liiMlenei- 
irten  nai  iWr  Kamili«  (It-r  BomKinNK  (Cynoglosiciun  offi- 
l«iiyü«,  Pnltaonuria  oflic.,  Myosotbi  palastm,  Sjrmphytuiii 
oSc.)  jxipux  dies«  m  au»K<'(»r»Kter  WVisc, 

Mancb«  HlmnenbUtt^r  «ind,  wlange  nie  iu  üfr  BlQthen- 
iraotpr  ningviiallt,  grDn.  orhalteii  aber  bei  tl)r«r  Kntf»Itiiug 
im  Sonopßlichtc  ftllinSlitt  ilirn  riffi'nMiC'nitichf  Pnrlx!. 

XoB  d*n  mitgetheilt«!!  Versochfn  ergibt  oich  frrnCT 
■b  BcmilUt,  da»s  di<^  bishfiri)^  Arixicht,  wonach  ribvrliaapt 
alte  PflanMOsäfte ,  auch  div  MvhrzHiil  diT  ßlütbfQväfle, 
■ore  Betaktion  neigen,  ziemlich  zutrrßpnd  fe].  Die  wenigen 
Beiajiiela  neutraler  oder  .tlkiiliseber  Keaktion  di>r  HluUicn 
dtlrHfn  boinhv  als  An^niahmüfiille  sn  bczoichni'D  »ein. 
Cater  den  100  anter>ncl)teo  BHlthensortt-n  finden  neb  nur 
ii,  wdehe  ninlit  Hauer  reagireti.  t>ag«^en  läsot  ea  «icli 
oiebt  aia  Rcf^el  aufst4;)l<!D ,  wie  Fremy  b<-lut»ptet,  das»  di« 
I  Slftr  iler  blanen  Bliitbeu  immer  oentrul  rea^iren;  ntis  der 
Zmamtnenalellung  ergibt  aich  eine  groaue  lleibe  lilaner 
Blntbvn  mit  Murer  Reaktion ,  wenn  diettelbe  iinoh  im  AD- 
Kooionet)  etwu«  minder  deutlich  ist  ah  die  «aare  Reaktion 
der  rntlieo  DlOtben.  Von  den  untenniehien  38  blauen 
BtSthni  teigen  'iH  ■.■ntHchicIen  «uncrc  Keaktiou.  Einige 
der  rutben  Blnthen  et^ben,  wie  aus  dem  Veneichniss  er- 
oefatltch,  sogar  iieutnile  und  Hchwacli  a)kull'u:)ii>  R<-tiktiou, 
Voo  den  tiuUmuchtcn  53  rotfaeu  Kl nthi'Uüorteu  reagirten 
SO  deatlich  aioer.  3  oeiitral  mler  Fogar  Rohwach  alkalimh. 

fJB  ddrfte  von  Interesae  it<^u,  die  Menge  des  Sänrege- 
IuUm  der  verschiedenen  Blöllien  durch  Titrireu  r.u  \te- 
«tinBeu,  —  eine  Arbeit,  die  Hiioh  den  Untnrsdiiod  zwischen 
FrllUiiigs-  am)  Uerh^tblnthon  heransHtelleo  wird,  da  die 
Mrterm    vorlSoljg  altein    xur  Unlentuehnni;   gelangten.   — 


M 


•i—  A  J« 


Bar  T.  J  o  1 1 7  tWlt  fe)g«da  Bbcte^  Mt  K  Knli% 
flhhaniilniin    Qber    Drehnag    ^«r    Pclftrttftlisa»- 


TtiiliTiinfialliiilMBg 


Apfmnt 
KfawBHihi-  (»■  ta  do-  Fifiir; 
Die  Glifhttf  ii 
^a  EoAea  te-  6  Dmktnlka  otfnl.  ^a  iK—Hm  bn 
ScUmb  «aes  Strmca  tob  70  pvmm  Bmamm'wAm  Efe- 
■«■tt»  äne  öeldfaue  Dnteag  b  i  c  b  t  bewirktes. 
WiedAMta«  im  V«Mha  mk  SA% 
pb  nah  jrtit  ö*  dmtfiefe  I 

EbnOD  grfiag  (V  bb9  £e  drctraflagoitiMlw  Dreboag 
io  pdarwifft  «ckwaAcbv  Simn  hm  lOO*  C 
Dxadt  «OB  etna  20  Atiwpbjwa,  sad  ■ 
atodip«  b«t  gewSlwIieba-  Tmpentnr  mti  atw«  M  Alm»- 
^bino  ««  faeotachtaa. 


Bd  LoS  bta   n   a& 


vir  bufas- 


keiB*  Dirbaag  »ahndisaMi.  Wir  «nOan  aieht  OBtatesaeB 
la  henerkea  daa  Ar  die  ÜBlatBchaBg  der  Driksag  !■ 
Luft,   aicb    ■bgwhea    davo« 


MBKbrbohe  Drucke 
sawesdet,  neck  der  Weg  bietet,  die  Itm^MchleilHW  matm- 
■telkm  tait  potaräörtvm  SooBeBficbt.  wricb«  tah  HBUe  nm 
Heliotropea  ia  dar  Biehtaag  dca  ffdiignBHirhHi  UeridiaBe 
darek  eine  lange  Stnefc«  der  AtwwiiWia  gaendet  winL 


Sitin&g  Tom  1.  Febniw  1879. 


Herr  HermauB  von  Schlagiatweit-SakttnlQnaki 
gibt  ein  Bild  seines  Broden  Adolph  ab,  mit  folgenden 
crliotandeD  Worten: 

Nachdem  ich  wiederholt  Veranlassung  hatte,  iu  den 
Uittheflangen  über  nnsere  UnterBnchnngen  ')  längs  getrennter 
Booten  in  Indien  und  nördlich  davon  in  den  verscbiedenen 
Gebieten  Hochasiens,  auch  über  Ergebnisse  zu  berichten, 
die  speciell  mit  den  Arbeiten  onseres  zu  Eäscbgar,  28  Jahre 
alt,  ermordeten  Binders  Adolph  sich  verbinden ,  sei  es  mir 
gMtattet,  der  hohen  Clasae  ein  Porträt  desselben  zu  über- 
reicben,  daa  io  der  hier  gebotenen  Form  fQr  den  abschliea- 
MDdeD  4.  Band  meiner  dentschen  beschreibenden  Bearbeit- 
ong  der  „Beiaen"  *)  bestimrat  ist 


1)  Die  aUgemetne  ZaummeDstollnng  wird  gegeben  in  „Reaalt*  of 
a  Kiaatifie  miarioD  to  IndU  and  High  Asia.  tiy  Hermann  de  Schlag- 
iatwdt-SakönlQiuki ,  Adolphe,  and  Robert  de  Seh  lagint  weit.  Leipzig, 
F.  A.  Broekhana;  London,  TrObner  and  Co."  -"  U  Bände  mit  Atlaa; 
ToL  I  bU  VoL  IV,  mit  43  Tafeln  eind  bia  jetzt  pablicirt.  Tel.  V  ist 
ta  ArbeH. 

2>  „Beöaen  in  Indien  and  Hochaaien.  Eine  Parstellnng  der  Land- 
idaft,  der  Caltnr  nnd  der  Sitten  der  Bewohner,  in  Vetbindiing  mit 
Mi—tiaehen  nnd  geologiach^^  Yerhältniaaen.  Jena,  Herrn.  Contenoble." 
4  Bälde,  1S6»  bin  187Ü. 


"i'2  SitÄmng  dfr  mrUli.'phyr.  CJnner  woh  1.  Februar  IST». 

Die  letzten  po^tiTen  Nachnchten  iber  mos  SchiAwl. 
dl«  nu:l)  Earopa  ^kagtcn.  habe  ich  in  meiner  Abhuidlung 
Tom  C.  Februar  I  f?69  der  k.  Akademie  gemeldet  •>. 

I>M  t-orliegeode  Bild  wurde  iiir  mich,  als  Onginal 
ID  Leben<^röBse ,  toh  Herrn  Hofinaler  Gr&fle  aiugefäliit, 
nach  Photographien ,  wie  wir  derra  mebnnalF  bd  Zamm- 
mentreffen  während  der  ßeise  gegenseitig  machen  konnten: 
diese  jedoch  lütten  sieb,  wegen  bedeutend  kleinsvn  Maas»- 
Btabes  and  wegen  geringerer  Stärke  der  Tönung,  al«  nn- 
uiitt«lbare  Vorlagen  weniger  gfinrtig  iDr  die  beabsichtigte 
Art  der  Verrielßllignng  benCtzen  lassen.  I>ie  BeprodoctioD 
ist  jetzt  pbotographiaefaer  Preasendmek  tob  Harn  i.  B, 
Obemetter. 

Bei  der  Pnblication  wird  dem  Bilde,  nebst  den  biogrm- 
phisefaen  Angaben:  ..geb.  zn  München  ^.  Jannar  1S29.  ge- 
„fallen  za  Käschgar  26.  Angnct  l^idT".  auch  «n  Autogramm 
als  Facsimile  in  Zinkographie  beigeffigt  werden. 


■'•)  ,^'eiK  Daten  über  den  Todertag  tob  ldol{A  tob  Sdikfiiitwcit, 
nebot  BeineiiiiiB^D  Qber  die  nnunlmü'Kbe  Zätretbimag"-  Sitiangi- 
beriehte  S.  1^1— IM. 

Im  TiertTD  Band«  der  .JbiteB"  üt  anff&hrlicbe  UittbcOin«  BW 
MiBe  Wege  ood  Foncbnagen  ia  Tmtiatäfl  M«ie  fiber  aeiB  ngificklicbei 
Eni«  iB  Eücb^r  Oegenitaud  rna  Cap.  IT. 


Sitnitg  ftm  1.  Hin  1879. 


Herr  Dr.  C.  W.  Gambel  bespricU: 

„Geognoatische    Mittheilnngen   ans   des 
Alp«ii." 

y. 

Die  PflsnieDreste-fBlirendeD    Sandstelnschtchten    tod 

Becoaro. 

Das  grosse  wisseuscliaftlicbe  Interesse,  welches  sich  an 
die  weitere  Verbreitong  der  zahlreichen  Pflanzenreste 
enthaltenden  Schiebten  von  Nenmarkt  in  Süd- 
tirol  tOi  das  ganze  Älpengebiet  knüpft,  hat  mir  die  Änfgabe 
nahe  gelq^  zq  untersuchen,  in  welchem  Verhältnisse  die 
schon  seit  langer  Zeit  bekannten,  an  Pflanzen  Ter  steinerun  gen 
reichen  Bildungen  von  Recoaro  zn  den  oben  genannten 
Uigen  stehen,  und  ob  wirklich,  wie  ich  es  bereits  vermath- 
ongsweise  aasgesprochen  habe,  der  sog.  nntere  Pflan- 
len-fQhrende  Sandstein  von  Recoaro,  welcher  schon 
Tonden  älteren  Forschem  unterschieden  wnrde,  als  identisch 
mit  dem  Ton  Nenmarkt  anzusehen  sei.  Ein  im  letzten 
i^mmer   uach  Recoaro   nntemommener   Ättsäag')    hat   mir 


1)  Ich  mräe  aof  dieser  Keii«   toh  mrioen  beiden  AenstenteD  Dr. 
t.  AffiBon  und  Dr.  Oebbeke  begleitet  nnd  von  dentelben  bei  meioea 
CitenadiBii^ai  forderlich  nntentatit. 
[1S79.  1.  Math.-  phj».  a]  8 


34 


SUumg  Atr  ■«tk.-fAgn.  CIa«u  vom  t.  Min  tST9. 


hier  die  enr&iMehteD  ÄnfacblSase  gagebsn,   dk  iefa  im  Fol- 
gendäQ  mitxntkcilen  beabsichtige. 

Der reneod gelegene  kleine  Bkdeort  Beeokro,  welch«  aeit 
alter  Zeit  wegen  seiner  ganx  «MBcrgwwifeBlich  mumighchvn 
nnd  intcrenaateo  geologucben  VerhUtmsae  ond  durch  den 
vergleichaweiM  groawn  Reichtham  «o  Versteineraogea  be- 
rfibmt  ist,  gehört  wähl  %a  den  un  frOhesten  und  ein- 
gehendsten noteniucbten  G^fendeo  des  gutzea  Atpengebieta. 

SchoB  1769  be&uste  aich  Ardniau')  mit  der  Bl^ 
sehreibong  de*  vicentiniscben  Gebirgs  and  schitdeTte  zaerrt 
im  Qnzelnen  die  Tercchtedeu&rbigeD  Sandgteinlageik.  welche 
nnter  den  Kulkbergen  dee  tiefen  ThalkenaU  Ton  Reooaro 
sich  bemerkbar  machen.  Er  erwähnt  eelbat  die  Pfl&nxeD- 
reete,  welche  in  diesen  Kandstein«cbichten  eingebettet  liegen 
nud  macht  »ogar  Rchon  auf  die  zablreicbea  Mtwebenrer- 
steinernngen  des  grasen  Kalks,  die  sich  daselbst  Enden, 
aufnerkaam.  Fast  so  gleicher  Zeit  be«chäftigte  sich  auch 
Pestari*)  mit  diesen  merkwürdigen  Oestriiubildangon  der 
Tkeatiniacben  Berge. 

Im  Anfange  diMM  Jahrhunderte  war  es  der  Vicenliner 
Fortis,  welcher  in  seiner  berdbmten  Schrift:  Memoire« 
fonr  serrir  ä  l'bi^toire  natarelle  et  principalemeDt  i  l'oryo- 
tograpbio  dt>  ritali«"*}  bereits  das  Vorkommen  Ton  Ter6- 
bro/dn  ond  Bneriniteu  in  dem  Kalkstein  von  Sasso  della 
Limpia  bei  Recoaro  anfShrt.  Eingehender  beschäftigte  sieb 
Abb«;  Marascbini  (1H22 — l&2i)  mit  den  geologiscbeo 
Yerhältnissea  des  damals  schon  berühmten  Badeortes,  wo- 
lelbet  er  lebte,  in  einer  mit  grosser  Sacbkenntniss  nnd  Aas- 


S)  Hmd.    mQ«  soiiu  iröenli  di  Reeeara  e  tatla  dcUa  «OBtagna 
dalle  fiuli  KStwiscaaoi  Olor.  d'Itslis,  Voaetia  177$. 

3)  Ssffio  dl  OssarruiDai  tof>rm  skun«  nosrtafas  «d  alpi  slttssiai« 
4«1  tktatiw;  Olorw  d'lulk,  V«miU  177». 

4)  Paris  1802  ToL  I  p.  lOi 


e.  IT  Btmhel :  OMgttottMch*  Millhtilui^4H  am»  den  Alfiem.      35 

nUtrltcfakett  rerfaBsteu  Solirift').  Dariu  stallte  derselbe  be- 
r«iU  eiue  durch  instractive  Protilr^ieboungea  erläutert« 
KobenfolgR  der  hier  unftrctvndcii  Schichtg«gt«in3  tind  der 
diese  durchsetzenden  Emptirmassen  aot  Als  Basis  des 
ganxen  ßebirgs  (roccia  fuiiditnientMl»)  l»*^.rnchtet  er  den  Ton 
ihm  ab  Talkachiefor  bex«ichoPt«D  Phjllit  Die  nn- 
■fttotbar  darauf  lageritden  Schichten  werden  nun  in  folgender 
WetM  beieiohnet: 

1)  MetasDt  und  Steinkolilen-ftlbrender  Sandstein,  welchen 
er  der  Stein  kohlen  fonnittioD  zuwciat-  Bf*  »ind  diess 
die  tirfstcn  Schichten,  in  vrclchvn  sich  neben  d«r  Kohle 
aoeh  lahlreicbe  Pflan/^nreste  vorfinden. 

2)  Darauf  fol)^:  prima  cslcaria  ifrigia,  toq  ihm  als  Zoch- 
atein  aogen^hen,  dann: 

S)  Secondo  gtn  ros«o  oder  grvs  scrcziatio,  welche  Sand- 
«teinbildang  als  nnterstcs  Glied  de«  bunten  Sandsteins 
gedentet  wird. 

4)  Seeondo  calcaria  grigia,  der  mit  fi^ossem  Scbar^nn 
gant  richtig  mit  dem  deutscheu  MnAchelkalk  gleich 
gaatellt  wird. 

5)  Terzo  grea  rosso,  —  welcher  als  Qaadersandstein  g&- 
dtfutet  wird- 

6)  Jurakalk  mit  Dolomit  und  Kreide. 

7)  Vtvschteden«  EruptiTgc*tcinp,  wie  Porphyr,  Trachyt  und 
porphjrartig-ausgebildete  üolerit«. 

El  ist  sehr  bemarkeuswcrlh ,  dass  dieser  grOndlich« 
Btobaebter  bereite  bei  den  Eruptivmawen  streug  das  Alter 
UrOeksichligt  und  i.  B.  »cliarfsinuig  bemerkt,  dasa  gewiss« 
Arten    derx^Iben    nicht    fiber  den    »og.    Jurakalk   hinaus- 


*)  Abb.  'm:   SIbUotlwca  ttallana  Jnnl  1877   ttnd   „äolle  fonuuloDi 
Uk  TOM  dal  ViMBtinn  Ssggio  gto]."  Ption  1834. 

8» 


DisM  DB  gro^ea  Gaiueo    riAtigi  mmi 

tengnrlHiffB    Aalhw^   der   geafcnäcWa    TorUUaiMe 
▼OB  Baeoaro  vetdicat,  «bwolil  be  tob  M»rsBri-  P«Bc»ti 

anlCBtallo*)bartrittm  wurde.  BanRvoDe. 

M  biUet  die  Graadkge  vieler  «pitrnra  Fn 

noDÜkli  Jeoer  eeiiiM  Sebfilm  Pesioi   m  äcyo,  baa  tob 

Trettsnero  nod  roa  MmssaloBgo. 

Tbalwebe  bestätigt  nad  tfa«ilwKtn  bineb^t  nrdeB 
dicee  Bcobadtaageo  )lftr«icbiara  »U  Morcbtson, 
Lu  T.  Bneh^  and  Bwsld  bei  Gelegcnlieit  da  Beracbe 
der  Nrntorfbraeber-Teraunmlang  itt  Teoad^  I  fUT  »aeb 
dtcMa  Alpeag«bieU  itrmfien.  Sir  stell«]  4abei  ridttig, 
daae  der  «og.  prim«  oalcariB  grigia  M&rascbiai'a  oicbt 
dem  Zeebsteia  enUpKcbe,  aondera  sam  bontBi  SaadsleiD 
SU  recbom  «m. 

Biamn  röfaen  neb  UBiealoago'e  cffolgrädie  Be- 
mOboDgaa,  ans  dem  P8siizeiireet»>nhr«iider  lagm  bartinuu- 
bare  Exemplare  anfiniaammela  nod  der  Art  Bwh  ftstso- 
•tell«i.  [)ie«e  UMtJininaagai  waren  der  Zntbetlang  der 
Scbiebtennnbi;  zur  FormatJon  dce  bunten  Sandataiaa  bemnden 
gfinatig.  Gl  vrar  nimlicb,  wie  de  Zigno*)  benebtet,  dineem 
fleiengen  nod  scharfblickenden  NatorfonKber,  der  leider  bq 
frabieitig  der  Wimenacboft  duixb  den  Tod  entrissen  wnrde, 
geloegen  50  ICxemplare  von  PflanMareaten  znsammieniut- 
bringeu,  in  welcber  er  iO  rersebiedene  Arten  nnd  VarietÄbeo 


«)  Zoologto  tmO»  (1S{7)  od:  Heef.  AanaU  d.  KteM.  ml  A. 
IJologu"  1M9. 

7j  N   ikbrbiKb  164äi  8.  £3. 

S)  Sali«  ptut.  (oHili  d(l  TriM  4i  StMmn  ia:  He»,  ilil  llitiUta 
T«a«t«  di  •dracae  de  T«1.  XL  1862. 


C  W.  aamba:  Oeopmutilt^  atiUheüwngtn  mt»  den  Alp4>i.       37 


) 


idtaGrappendorf^hocIit^lialmen,  Bürtappe,  Pftmt  und  Co- 
li iBäbmoniKTt  <li«!  Oattiiii{;eu:  Equiulitcs,  Cawtopteris, 
AtthophjfUtim,  EckiHOstaeh^  Taxodites,  Arauearites,  Hai- 
(ürnfftra  iiD<l  TaxUen  erkennen  r.a  k9nii«i]  glatibli?.  Da  die 
nutiftca  dieser  PStuiz«iirMt«  uus  üom  Hog.  unteren  Pfiaozen- 
lager,  d««8«n  Scliichten  Marascfaini  wegen  de«  Vorkom- 
mens Ton  Steinkohle  der  €arbonformation  tugexUblt 
hatt»,  mit  den  sonst  im  Biinticandstoin  rorkommenden 
Formen  flberdnstioiinen,  oder  doch  nahe  verwandt  sind,  nahm 
■um  aU  festgestellt  an,  dass  die  ganze  diese  Florit  beherbor* 
genda  Geetnnsreiheitpr  BantsandateinforrnntioQ  anjfo- 
hSra.  Leider  vrar  es  Massalongo  nicht  mefar  vergönnt,  das 
Kaaltat  seiner  mit  ro  viel  Eifer  and  Geschick  bcgonneara 
Städten  lüeser  Pflansenreste  von  Iteoooro  «elbst  zn  veröttcnt» 
tiehen').  Zum  Glück  fand  die  Ober  diesen  G(^a*tand  vorbe- 
reilete  Arbeit  Ma§fialongo's  in  de  Zigno  einen  warmen 
PnmDd.  dftr  sich  die  MQbe  kritischer  Ueberarbeitnng  and  der 
VerSffentlicbnng  mit  {riotäUroller  Hingebung  unterzog. 

Uieee  Publikation  de  Zigno's  fQhrte  gleichfalls  va 
Ergabniwe,  das«  das  aog.  untere  Pflauzenlager  ron 
dem  Bnntsand^t ein,  ein  oberes  dagegen  dem 
Monebelhalk  anzurechnen  sei.  De  Zigno  bemerkt  »ehr 
flduvfinnnig,  tla»8  es  auffiiilen  werde,  unier  den  aufgexühlten 
Ptaaseti  de«  Geniu  Toltsia.  das  ja  tär  dm  BuntfaudMtein 
V  eharakteristisch  sei  und  welches  anch  von  andern  Aok- 
torai,  wisCatiillo  und  r.  Sehanroth  au»  die^n  Lager 
ugegebeo  werde,  nicht  znEnden.  Allein  es  habe  sich 
Massalon^o  bei  seinen  ünterstichnngen  Qberzengt,  daes 
£e  Hva  htefaer  xa  rechnenden  Formen  run  K««oaro  besser 
la  Araaearitea  zn  stellen  seien,  welcher  Annahme  aaeh 
de  ZigoD  folgen  an  mOsaen  glaubt. 


9)  Kam   kone  briefll<fa»  Ulttheiloag  UtfQber  Bnikt  *lch  io   dtm 
lfU7  a  7. 


3S 


Sitinng  4tv  i>atA.>|Ay*-  CIoak  "*■"  '■  Xärt  ttffO. 


Aus  dem  unt«r«D  Pflanzenli^Q  der  bauten  SRndvteia- 
schichten  sälilt  de  Z i gn o  folgende  Pflaazeuarten  ron 
Reooaro  «nf: 

1.  Equitetites  Brongniarti  (?)  Ung. 

3.  Cauhpteris  (?)  Maraschimana  Maas. 

3.  Caidcpieris  (?)  Laeliana  Maaa. 

4.  Cauk^teris  Festartma  Miuet. 

5.  AelMophgUum  Fofilcrliaimm  Maas. 

6.  UaidtHffcra  ScJiauroiheana  Mass. 

7.  TaxUea  MattaUmgi  Zign. 

8.  TaxUes  vieentinus  Mass. 
Ad8  den   oberen   sandig-ltalkigein  ldtg«n   de«  Maschnl- 

kalkcs: 

1.  E<hinoataehys  Massahmgi  Zign. 
2-  Taxodiles  Sazolympiae  Mass. 

4.  Araucarila  Masaatongi  Ziga. 

5.  Arauforites  paek^phffUus  Zign. 
De  Zigno  zieht  kub  der  ÜBtersnebaug  dieser  P6ai)zen< 

ntte  folgende  geologische  Schl&sw: 

1)  Et  finden  sieb  in  den  Triouchichten  tqh  Reco«ri 
zwti  Ttrschiedene  Floren  Tertreten,  eine  de«  n 
teren  SandsteinH,  der  onrnitteUiiar  aaf  dem  iÜtei 
kryttAlliDirahen  Schiefer  aufiitigt,  and  eine  der  obvreit 
sandig  kalkigen  ^diichten.  Die  e  r  s  t  e  r  e  Flora 
tat  dorch  das  Vorkommen  von  Egmiaetiett,  CaiiUiptfris, 
Aethophyllvm ,  Haidingera  and  Taxitrs  clMrHkt«>risirt, 
dif  »weite  dnrvb  das  tud  Arauearites  and  Taxo- 
dUes.  DieMT  Dntergcbied  i«t  durchgreifend  nnd  wohl 
begrCinilet,  weil  bi^  jetzt  keine  einzigv  Art  anfg»- 
fiindeu  warde,  welche  beiden  Lagen  gemeinschaftli 
wäre. 

2)  Die  Gattungen  Tojrites  nnd  Araumriteg,  welche  bisher 
nicht   in  ftlteren,   nl»  LiaMchichten  gefnnden   wurden, 


•r^j 


C.  W.  0*mM:  OtojfMtHtd^t  STiltheaHitgtn  au»  den  ASpfn       3'3 


Imnneo  uud  zwmr  sehr  hSuflg  in  der  Trios  von  Re- 
toBTo  rot- 
a)  Die  Entdecknug  der  Gattongea  Aethopkt/Uum  und  liai- 
dia^era  ticherti  die  Za)^h5rif;k*!it  dor  .Schichten  des 
nater^ii  Pflauzenlagers,  trotzdem,  dass  Mar&scbini 
nad  Ander«  diese  Ltgen  (Qr  KohlenNundstniii  ■^^kIiirt 
Umo,  xom  bnuten  Sandstein,  in  Bestätigang  der 
ttbon  1847  bei  der  Vertiammlung  in  Venedig  von  den 
Oeologen  Atuigc«proch«noti  AaDahme,  dass  alle  Abk- 
Knungen  von  Sand-  und  Kalkstein  zwischen  dem 
Glimmerschiefer  und  dem  Jgrakitlk  i»  den  Tbälern  von 
LeogT»  nnd  Agno  (mit  Ri-coaro)  zu  den  Triasfor- 
matioDen  gebSreiL 

Die  »piUere  Angabe  Pirona'a><')  stdtxt  sieb  gaux  aul 
diiM  AnsfQfarang  de  Zigno's. 

Auch  T.  Scbsurotb  hatte  sich  taM  gleichKeitig,  wie 
KaiaaloDgD  mit  der  Erforscbting  der  geologiscbeD  Verhält* 
nfae  Beeoaro's  be^st.  Zwei  aiisfiibrlicbe  Abbandlnngen  *  >) 
■Khen  UM  mit  ileii  wichtige»  Krgebniss«»  dieser  Unter- 
ndiDDgei].  an  welchen  aoch  der  Badennt  Or.  Bologna 
tlioben  Anlheil  hat,  bekannt  Denselben  ist  tn  ent- 
daM  V.  Schauroth  die «obiefirigen  Gebilde,  welche 
ine  Unterlage  der  Sedimentgesteine  bei  Kecoaro 
len,  als  Glimmerschiefer  aaCEasst,  der  meist  als 
■Iksehiefer  ausgebildet,  an  einigen  Lokalitüten  auch 
Cffaergäsge  an  Ch  lori  tnchiefer  and  Bclbst  zu  Thon- 
cbieftr  zeige.    Oervelbe  sei  fettig  ananfUhleo,  scbimmemd 


tot  CoMtaäon«  ffcfflogiea  «U   B«e(HU*  h:  Monoprafia  ätlh   aqne 

■kUe  provfae.  Vatetn. 
II)  ürbcntcht  Art  gtogn  Vtrh&ltDMW  der  G«i;<^il  von  Boeoaro  in: 
>b-  d.   matb.  Datnnr.  datae  d.  k.  k.  Acb4.  d.   Wiss.  in  Wlea 
hl  Xrit.  3.  t81  ISTA  nai  Kritlsclm  T«nelctiiiln  <1«t  VenteineranseD 
ttvi  fm  VtooBlIaiMbMii  dsMlbst  Bi.  XXXIV.  B.  283.  186«. 


40  Sütung  der  math.-phgs.  Claiae  vom  1.  MUre  1879. 

und  durch  beigemengte  Qnarztheilchei)  ziemlich  feat.  Er- 
wshneiiswerth  sei  hierbei  die  Einlagerung  Ton  Anthracit, 
welcher  gleich  hinter  der  Eönigsqaelle  gegen  le  Vallette  xa, 
dann  an  der  Strasse  nach  Fönte  Fraada  und  bei  Peserino 
za  Tag  aasgehe. 

Die  anmittelbar  auf  dem  Grlimmerschiefer  lagernden 
sandigen  Schichten  glanbt  er  der  Trias  zuweisen  zu  müssen 
und  kann  die  ältere  Angabe  von  BotbUegendem  und  Zechr 
stein  nicht  beätätigen.  Diese  Triasscliichten  b^innen 
nach  T,  Schaaroth  mit  einer  V>~1  m.  mächtigen  Con- 
glomeratbank,  die  allerdings  einige  Aehnlichbeit  mit  Roth- 
liegendem besitzt,  aber  nicht,  wie  dieses  aus  Fragmenten 
TOD  Porphyr  besteht,  sondern  aus  solchen  Ton  Glimmer- 
schiefer und  Qttarz  mit  sandigem  Bindemittel  zasammenge- 
Betzt  ist.  Es  folgt  darüber  eine  gegen  9  Meter  mächtige 
Bildung  dünnBchichtiger  Sandsteine,  der  unten  grobkörnig  and 
dnnkelroth  gefärbt,  nach  oben  feinkörniger  nnd  toq  gelblich- 
weisBflr  Farbe  ist.  In  diesen  oberen  Lagen  kommen  Kohlen- 
brocken nnd  Päonzenreete  in  meist  sehr  schlechtem  Erhalt- 
ungszustände und  degshalb  unbestimmbar  Tor. 

Ueber  diese  Sandsteinbildaug  beginnen  die  festen  Hergel 
oder  dolomitischen  E^lksteine,  oft  auch  mit  Sandsteinli^^ 
nnd  gHmmerreichem  Roth  wechselnd.  Es  machen  sich  hier 
z.  Th.  oolitische  Dolomitbänke  mit  Tia'b(milla  gracüior 
besonders  bemerkbar.  Die  tieferen  Schichten  enthalten  Po' 
sidonomya  CUtrai,  Myaeitis  fassaensis,  Myophoria  ovata 
n.  s.  w.  in  grosser  Menge;  stellenweis  zeigt  sich  anch  in 
diesen  Lagen  eine  bis  15  m,  mächtige  Gypsbtldung,  wie 
z.  B.  in  Val  del  Rotolooe,  bei  Rovegliana,  Valli  nnd  Tretto. 
Diese  obersten  L^en  bilden  den  Vebergang  za  einer  zweiten 
Schichtenreihe  des: 

Muschelkalkes,  welcher  durch  das  Auftreten  reinerer, 
rersteinerungsreicher  Ealksteinlagen  und  spärlicher  merge- 
liger Thonscbichten  eich  kenntlich  macht.     Die  organischen 


I?.  IT.  OimM;  Geot/mtli§di*  3Iiahtäw»gtm  au*  den  AIj>fi'-      41 


iicr 


Miiscbraka1kcharakt«r  nnzweideutig 
lentachen  Wfilteukalk  ühulicbe  Aog- 
,  äma  Vorfaoninien  von  Hornstein 
damit  «ehr  gnt  (Iberein.  Kiu  mäcbliges  System 
dB»  pachichteter  Kalbe  —  petroK''^P^^'>  *<*'»  oberen 
Unwbelkalk  D«atcb1ands  knum  su  Qiil«r«cheiilen  —  be- 
•tUieart  diese  Reib?,  die  MarascbinJ  als  «wxmtU  cal- 
cuMgrigia  anfttbrt.  Die  ober8t«n  dii>»er  Kalkplalteo  nebmen 
äui!  auf,  gehen  in  rothen  Mfirgel  tiber,  werdnii  glimmer- 
tnch  und  «cbir&tg,  »o  «Uw  sieb  dio  rotbfii  0«wt«in«  der 
DatETO  Abtbeilaog.  aber  ohne  Sandsteinzwificbenlagcn,  nabe- 
n  TalUtündig  wiixlerbolen.  Es  i«t  die>s  MaraHchini's 
tote  gros  roMO,  and  Hlr  AeqniTalente  Ar*  Qusdorsundstoiug 
■agMdbfloe  Scbichtenreifae. 

T.  Schaorotb  neigt  »ich  der  Anseht  zu,  dass 
kisrin  R«priwDtaBt«n  des  nnaMralpineo  Keuper"  anr-n- 
iHknkea  nira ,  aber  in  einer  cigentbürnttcben ,  von  der 
UBonalpinen  Änsbildnng  abweichenden  Eutwicklong.  Nach 
finor  Anflawattg  gehören  dann  die  böher  lagernden  K»lke 
dm  Mi.  Loate.  Mt.  Spizze,  CHma  tre  cioci,  Mt.  Snmano 
o.  1.  w.  dem  J  nra  an. 

Ana  (leoi  nnUren  ['flanzenlager  be»L-breibt  v.  Bchan- 
|ri(tb  aar  eine  Pflanze  naher,  nämlich  Palissija  MassiUonffi 
'n.  sp.,  welcbe  de  Zignn  in  seiner  erwihnten  Abbandlnng 
Ltb  Tojnif»  Masiclfmgi  anf\lbri,  und  au!'  den  oberen  l^igen 
\T^ina  luierophifUa  rar;  brevifolia,  nnter  welchen  obno 
f^^vdfcl  die  Arauearites  (YoUtia)  rtcubnrifMsis  Mass,  an 
efavo  iit  Howeit  t.  Schanroth. 
Ha  folgt«  nnn  #ine  längere  Pause  in  der  weiteren  Er^ 
bracbnng  der  geologischen  Verbiltninae  Recoaro's  btti  18t>4 
aod  1B67  Beneck«'*)  anf«  Neue  die  Untersuch ung  wieder 


17)  0«ofnastl>cb-|alMa(it.  IMtfigfk   T.  Bd.    ünbrr  TriM  and  Jon 
ä  to   SUalpM  II-   B<1.    tJ«lMr  einig«  MaMli«11ialk-At>lftgDningnn  iln 

ii(n  laoa 


42 


SiUun/f  der  mtdk.-phy».  Ctattt  rvm  I.  Märt  tgn. 


fto&iahm.  Sein  mraerordentlicli  intoiTJtnDt«-  Bmiebt  »chli 
ridi  ziemlich  eog  an  die  Anscbauangen  t.  SchanrotVa 
SIL  Auch  liier  wiitl  ilu  Onmdgebirge  aU  fl  1  i  m  mer> 
schiefer  b^uichn^t  aof  dem  sich  znnichst  haator  Sand» 
atein  und  darflber  Moschelkalk  la^rn.  Mit  den  oberen 
SchichWn  des  btiiit«n  Saiidst«iai  od^r  R&ths  werden  di« 
OjpebtldvDgeii  und  die  RaahwMke  rerbonden  und  ange- 
fQhrt,  daas  an  rieJen  Orten  diese  Lagen  eiaüusfa  blon  durdi 
Banhwacke  ohne  Gyp«  enetzt  «ind. 

Eingebend  werden  die  Moscbelkalklagen  breprochen. 
Die  ersten  Schichten  über  den  Gypsblldungen  Dehntm  dunn- 
pUltige  Kalke  mit  Ettcrinus  graeUis  and  mit  einer  reichen 
MascfaeUcalkfiaonB  ein.  Darüber  zeigen  sich  merkwürdiger 
Weise  wieder  bunte  rothe,  gnn  and  grOnUdi  g«farbte  Marg«! 
und  erst  über  diesen  kommen  die  echon  eo  lange  an  diaecr 
Gegend  bekannten  w^.  Muschelkalkbänke  ror,  welche 
den  ol>ereH  Lagen  des  deutschen  nnteron  Mnsebal-  odtr 
Wellcnkalks  gleichstehen. 

Was  di«  noch  höher  lagernden  Tprsteinerangsleereu 
rotben  Schichten  anbelai^  so  fehle  jeder  Anbaltspnnkt 
ZD  einem  Vergleiche  mit  der  Aohjdritgrappe  oder  dem 
oberen  MuHcbelkalk.  Die  zn  hüehst  obenanr  ruhenden  Kalk- 
Bod  Dolonutmassen  endlich ,  welche  Meffolodem  triqueter^  ■ 
Tmrbo  soiitariux  etc.  enthalten,  werden  tou  Beneoke  dem 
nordalpinen  Kouperdolomit   (HaoptdoLonit)    gleidi    gaeleUt. 

für  die  Frage  nach  den  Horizont  der  die  Pftanzenrate 
beherbergenden  Sehichton  ist  die  diesem  Berichte  sich  an> 
acUieasende  phytopaläontologische  Arbeit  Schenk's")  ron 
grSwter  Wichtigkeit,  weil  hierbei  der  Verfasser,  obwohl 
er  sieh  eigentlich  auf  die  Beachreib1lI^{  der  Pflansenreate 
des  Mnscbelkalkes   ipeciell  beschr&nkt,   Gel^enbeit  aimmt. 


i 


19)  Gcpi  -palMoat.  Bntrige  rm  B*t>tA«  Bd.  a  I8«3  8.  71. 


a,  W.  e*mba:  Oeoffmotlüdie  MiUhettHiigaf  ait»  den  Alpen.       43 

meh  2ber  jene  das  tieferra  Horizmites,  aoti  dem  ibn)  di« 
ti  Scb>uroth*»ch«ii  Hrfunde  -^iir  Untvr'uchnnff  vorUg«n, 
Beobachtatiffoit  and  Aasichten  mitintbeilen. 
E*  bt  ßr  die  rorliegende  [Jnb>rsuGhaDg  xa  mobtig, 
[JioK  BctoUate  8«h>)nk'a  kennen  x»  Ivroon,  «1»  iit»s  irir 
avulitpr  TOTsagen  düriteo,  dtewlb«a  in  Ktlne  so  erwÄbnea. 
Bniglieb  da*  von  de  Zigno  beschriebenen  Art«n  bemerkt 
Sckenk  folgenden: 

0  Equisetitet  Brtmgntarti  (?)  Dng.  läset  wegen  schlechter 

Erhallnng  allem  Zweifel  [taum. 
3)  Die  Caulopleria-KTiKa  deuten    snf  dse  Vorkommen  Ton 

Fvnutttcken;  doch  bedarf  e«  hier  wiederholter  Unter- 

fodutogm. 

3)  ÄetK^thj^um  Faetlerliaman  let  nach  de  Ztgno's  Ab- 
bildnng  benrtlipüt  eine  Form,  die  vielleiobt  einer  Ent- 
wtcklongsslDfe  von  A.  stipulare  Hnffehärt. 

4)  i&nrfni^era  SchaHTOihiana  ohne  Zweifel,  eine  Älbertia, 
bei  der  es  nnr  fraglich  bleibe,  ob  sie  nicht  direkt  mit 
der  A.  fUiptiea  ru  vereinigen  sei. 

(t  Die  Tozi/es-Arten  werden  »o  tiuige  zweifelhaft  bleiben, 

hia  es  geltiDgen    ecio  wird,   diuugehörige  FrQchte    unf- 

BB  finden. 

Anaaerden)  bemerkt  Schenk  nach  dem  ibm  von 
Sefaaoroth'*)    mttgetheilten    Materiale    in  Bezog    auf 

als  Equisetum  J^eriatti  bezeichnete  Versteinernng,  da«a 
dmdbe  wohl  m  Schi£oneitra  geh&re  nnd  bext^lich  eines 
il*  Ajikopki/Umn  apeciosum  beieichneten  Fragment«,  dass 
Mar  groase  Aehnlicbkeit  mit  dieser  Art  he«tehe,  dasR  sie  aber 
cbeBM    gut    andern    Ur^pmugs    sein    können;    dag<^n    »ei 

Form  itatcr  diesen  üeberreaten,  welche  er  von  VoUsia 


M)  VvfMcli«:    VoncickiiiM  <Iot  V«rat*iD-  d.   ben.  Hfttamtienea- 
to  OabOK  1866  8.  48.  &2. 


44 


Sitnny  der  nnOh.-ph'ir.  Cttuw  rtmt  1.  StJtrt  tS7». 


h^erophiflla    den    huutea    Sandsteins    niclit    nnteroclieideii 
kSnn«. 

Als  d«  Gettatomtreaaltat  seiaer  Untergachuiig  xietit  der 
bertlhiut«  Phytopaläontologe  don  Sclitius,  dass,  obwohl  iiur 
VoU^ia  heteropht/iia  din^kt  mit  einer  Art  dm  BaDtsandsteitu  | 
de«  rheinisclicn  tisbiets  gumpinsam  sei,  doch  die  Flor»  derl 
anteren  Scliichten    tod    Recoaro    g»iiz  den   Ein-j 
druck  d«r  Zagchorigkeitzu  der  BnntBaudsteio- 
fortoation  mache. 

Anf  die  obere  Pßanzenlage,    w«loh«  ja  ganz  unzweifel- 
haft io  den  Schichtvo  de«  alpinen  UoschelkalkR  eingebettet . 
ist,  hier  noch  näher  einzugehen,  liegt  zunucbst  di-m  Zwecke  j 
dieser  Mitthdlang  entfernter;  ea  aei  nor  beigefügt,  dess  nach 
de»  UntorsuchnngUD    Sclienk's    nnr   2  Arton    bei    Recoaro, 
darin  zu  nnt«<rscheiden  n'nd,  nämlich: 
1)   VMtia    reeubariensis  =  Araiuariies   recubarimsü   und  i 

Ar.  Maatatottgi  und 
3)  Taxoditts  8axol\tmpiae 

Weiter  ist  eine  Arbeil  von  A.  t.  Laflaulx")  hier  xu 
erwähnen,  welche  »ich  zwar  haupt^iäcblich  auf  die  Erupttv- 
geoteine  Aea  rioentiuiMhen  Gvbirg«  bezieht,  in  welcher  jedoch 
aneh  ein  flüchtiger  Blick    auf  die  Schidttgeat«ine  geworfen : 
wird.     Wan  beiionden  io  letxUirer  Beziehung  herrorgehoben 
za  wenleu  von  Interesse  ist,  betrifft  diekrystallinitebeo; 
Schiefer,    welche    als    Gtlimmerscbiefer    au^efiust \ 
werden  mit  Debergängen  in  Talk-,  Chlorit-  and  Thonsohtefer, 
jedoch  nicht  in  der  HänfiRkeit,  wie  dieeea  nach   t,  Schau- ; 
roth's  Angaben   zn  erwarten  wäre.     Das  schwarae  Qest«ia' 
an  der  PontHoa  regia  wird  als  anthracitiscbe  Tarietit 
dewlben  Schivfn^  bezeichnet  und  im  Allgemeinen  dem  ganzen 
8ehi«ferconipIex    ein    metamorphiscber   Ursprung,    wie    den 
Geateinen  des  Taunits  und  der  Ardennen,  zugescbriebeu. 


16)  ZdtKh.  d.  daatKh.  gaol.  äMtlboh.  1673.  S.  -JSS, 


C  IC,  (rwinAri ;   OefiynMiiadie  ^fil^he<lnnffeH  aus  dm»  Atpett.      45 


Von  den  zoniichat  aber  den  krystallinischoB 
SehiMfer  &uElrirtvi]deDSfttid*t»in,  iuBbnonilere den  manzeii- 
nit»>Hliu«aden  Lagen  in  demselben  nimmt  t.  Lasauls 
n,  liam  4l<;ren  ZuKchürigkeit  zntn  Btin tsandstcin  nasser 
liier  Frage  gestellt  sei.  Im  Debrigen  eotbält  diese  Mit- 
tholimg  in  Besag  aul  die  hohem  Schichtgeoteine  nicbU 
aar  ist  aaffülender  Weise  uooh  an  der  durch  Be> 
'l«cVe'»  Nacfawda längst  berichtigtigten  Annahme  t.  Schao- 
^retli'i  festgehalten,  dass  die  weissen  Kalke  und  r)oloniita 
^rliflckitcin  Bergspitsea  der  Jnrabildung  entsprechen,  wührend 
sc  doch  ZOT  Trias  gehöreB. 

Aaf  Einxelnea  werden  wir  im  Verlaufe  der  Darstelinng 
W  ia  Erwifannog  der  Eraptirgojiteine  zarfick/ukommea 
Cdtgenbeit  fiodco. 

U  neuerer  Zeit  bat  «ich  Geh.  Rath  Reyrich  mit  der 
ÜttamohBag  der  tieentinlMhen  (.iebirgn  vingehend  befasst 
nii  aach  di«  Dn^egend  von  Recoaro  in  den  Kreis  seiner 
Btotufatungen  gesogen.  Leider  ist  bis  jetxt  über  die 
Btwitota  lüoser  Forecbnngen  noch  nichts  rerdSentlicht 
mrdni.  In  seiner  Begleitung  hat  neoerlichst  v.  Mojsiso- 
licB  die  Uegend  von  Recoaro  besucht  und  über  die  dabei 
gen  Rasnltatd  einen  kurzen  Beriebt'*)  erstattet  Er 
demselben  xu  entnehmen,  daas  v.  Mojsiaoviea 
(1876)  den  äandstein  von  Recoaro  mit  sammt  dem 
'  K^  Grödener  Sandstein  noch  der  Formatiaa  des  B  u  n  t- 
•And*tein  stuäiilt,  und  darüber  Kalk-  und  Dolomit- 
Uidte  erkeaoeti  zu  können  glaubte,  welche  den  Bellerophon- 
<bchlga  ähnlich  seien;  dabei  hält  er  es  (ur  mdglich,  da« 
£>  bei  Recowo  zwischen  den  Werfener  Schichten  mit 
Mmetis  Clarai  eingelagerten  Kalk-  und  Dolomitmauen  eine 
Fieicaeot Wicklung  andenten,  durch  welche  die  Bellerophon- 
lAnlileo  rertreteD  würden.    Die  sonst  in  SO.  Tirol  so  scharf 


14)  Tvb.  der  k.  k.  fMl.  RcMuaiwL  18TS.  8.  23B, 


46 


SUriutg  der  HotL-^ftyi.  CUuk  ro«  1.  Kart  1879. 


wugepr^^n  Scfaichtenivilie  d«r  h'atiutta  eostota  soll 
Beoosro  fehlen,  dage^n  aber  ein  Glied  hier  besoodm 
mächt^  cDtwickelt  ariu,  da«  ans  braaiieii  äiouii«rii(!en  Kalkeo, 
rotben  Saodsteinen.  schierngea  Mergvl  utiil  CoD^lomvrateQfl 
beat«beiid*')  dem  Gestein  voa  Val-lnferiia  mit  den  Mancfael^^ 
kalkccphalopodea  von  Doot  «ats[H«cbeii  wBrde.  Wie  sich 
dsza  der  „Muschelkalk  tod  Reooaro'*  T«rbalt«,  ist  hi«r  nicht 
weiter  ausgefOhrt.  Alseto  darauf  folgendes  GUed  wird  der 
weis-sr  enfUirende  Kalk  <l«s  Monte  Spixx»  angefahrt  und  der- 
selbe als  Stellvertreter  des  „MeDdola-Oolomits"  mit  Crphalo- 
poden  von  Muscheltjpns  bezeichneL  Ueher  diesem  Kalke 
liegt  eine  gering  mächtige  BchJchteognippe,  welche  den 
Bncbeuateiner  Schichten  gleichgestellt  wird.  Roth« 
und  graue  Knollenkalke,  gebäuderte  Kalkscbiefer  und  grfine 
St«inmergvl  (sehr  übniich  der  Fivtnt  verde)  bilden  diese 
Logen,  in  denen  sich  ein  Ammonii,  identisch  oder  nahe  rer» 
wandt  mit  A-  Reitst  gefunden  bat. 

Lager   von    Porpbyrit  and  Melaphyr   in    Verbiil' 
dnng    mit   gefichichteten    Tnffen    bilden    im    Vicentiniscbe: 
die    SteUvertretÄr    der  Wwigeoer  Schichten,     üeber 
sei    als   Buis    der   hSbeni   mächtigen     Massen    des    Hanpl- 
dolomits   eine  Zone   aerfalleuer   z.  Th.    ooliÜiisch    aosgebil 
deter  l>olomite   bemerkbu-,    wie  solche  in  Sildtirol   na   d 
Bm«   der    Etatbier  Schichten  vorzukommen    pflegen.     Aq' 
Gjpa  findet  sich  in  diesem  Nireko.     In  dieeer  Ke^on  laMen' 
«ieb  die    Keprisentanten    der   Cantaner   nod    mehr    nach 
oben  der  Raibler  Schiebten  vermathen.    Dieae  Anschanangeu 
des  er&hrenen  Kennen  der  SSdtiroler   Sedinentgebirge    itt 
um   eo   wichtiger,   als   solche    dorch    spätere   Forschnngetii 


IT)  K4  soQ  dias«  8eUeht«u«lk*  Usatltscli  wto  mit  dos  »KMjpw**^ 
in  lanpacdhcbsB  Geol«g«B.  V.  Schiorotb  bat  sUher aatet  ,.Keap«t" 
U«r  oicbt  die  rotbBD  ScUchtensn  tor,  aeiiduii  olicr  den  gnncD  Hn* 
scbdktlk  Tent4Uideo,  Nie  ipÄtor  oachgewisssa  w«ideD  wird. 


I 


C  IC  GtlM6W.-  Oeogmttüdit  Millkeaiiiigen  tuu  tItM  Alptit.      17 

Nwet  sich  (liess  uxus  der  jUn^xtcti  Pablikatton'*)  entneltmeii 
Bttt,  k«i&e  sehr  wesentliclien  Aenderuiii^en  erfalireu  haben, 
El  finilet  sich  »ar  die  lUiheiiToIge  des  Miutchvlkalks  hier 
ünUichcr  geordnet  in  d«r  Weise  angegeben ,  dass  tu 
Diiunt  di«  Schiebten  mit  Muscbelu,  d&rUl>er  die  Kalke  mit 
BraMopodm  and  dicM-n  eingeschaltet  die  PfiuiEeD-ßlbrend«n 
SdüeCer  aad  noch  hSber  Gesteine,  welch«  mit  den  Ceplut- 
itfodm-RiinaAea  Sebiehten  ron  Dont,  Val-lnferna  und 
Bisfp  litholiigiach  überfinstimmen.  liegen. 

Aach  Lepsias  hat  in  «eiaem  neuesten  Werke:  „D&s 
■«iUidbe  Sddtirol"  1678  viellacb  auf  die  geologischen  Ver- 
kiHntne  Reeoaro's  Bezug  genomoiea. 

Eine  erste  Süchtige  Prolil&cizze  habe  ieh  in  meiner 
lU.  Mittheilonif  uu  den  Alpen  gegeben,  indem  iob  mir 
rägab^do«  Beeprechnng  rorbehielt,  die  ich  auf  Grund  der 
iBi  Ifltsten  Sommer  Torgenommeneu  Untersuclmugeu  hier 
blgm  lasao.  Es  war  mir  dabei  von  grossem  Gewion,  be- 
lehrt darch  aasführlicbe  mflndliche  Mittheilungen  Bejricha, 
ikneu  uueigen nütziger  Gate  ich  anch  Ein-Mcht  in  die  ron 
an  entworfenen  Karteneinxeichnungcn  verdanke,  und  be- 
gflaat^  durch  rortreffliches  Wetter,  einige  Tage  in  Recoaro 
a  Th.  anter  Menegaszo'a  kundigen  FOhrung  der  Beant- 
vortnng  der  Fnige  widmen  am  küunen,  ob  die  aus  dem 
PflaoBenlager  von  Becoaro  stammenden  Pflaoaen 
^mäk  den  von  mir  bei  Neumarkt  entdeckten  gleiches  geolo- 
Kireao  einnehmen. 
Daa  Erg^nias  dieser  Untersuchung  war  für  mich  ein 
befiiedigendee,  indem  sich  so  wohl  bezElglich  der  geo- 
Sielluug,  ab  in  Bezug  auf  Gestein bescliafleabuit 
«ad  Pflameneinscfaltlan  eine  Dbereinxtimmang  des  sog. 
aateren  Pflanzenlagen  roa  Recoaro  mit  jenem  von  Neu- 

U)  l>ie   XMlonitrllle  In  SSdUro)  and  7eii«tlea  1878—1879  8.  45. 
0,  iS;  »Itf  0.  s.  ». 

titi  SiUmtgtb-  d*r   k.  bajror.   Aod.  •!.  Vi'us.   in  MDncben   nstti.- 
CL  lff7C  8.  78. 


48 


an. 


wndoi 

4«ii  diese  Pfl«aieo-fahr«ndeii  Sehieht«a  so- 
wohl ia  A»n  GegenJen,  is  vcleher  der  BvUoro- 
phonkklk  DDmittetbar  d«rSb«r  eatwiekeU  iit, 
kla  soch  dft,  wo  gelb»  dolenitiieb«  Lsgeo  den 
Bvlleropbonkalk  ersetBcn,  TollsliodiK  äbei^ 
einatiiBin«D  and  identiaeh  aiad. 

Dieaer  geologisdie  Horiaonl,  deaen  Sehiditeo  wir  dsr 
Kine  w«geo  »Ipines  oBtarrn  VoltiieDsandatein**) 
nniDeo  wollm,  acbeinf  adt  aber  nicht  bloss  utf  die  Säd- 
alpen  eh  beschränken,  sondern  nch  weiter  loeh  über  di« 
SaÜiehen  Gebirge  snazodehDeo,  wi^  die  bahnbrechende  Arbeit 
Beer'«")  nnd  die  SdiiUsroDf;  BoeekVa**)  fiber  die 
Pfanteahger  bei  POofkirehcn  ia  Dogam  beveiwo,  doreh 
wvldit  gaax  dieaelbe  Scfaiefatairmhe  flMtfteatellt  wurde. 

Waa  zsD&ehat  die  weitere  To-breitnng  in  den  Alpen 
mlbat  anbelangt,  so  errtgte  da«  adioa  aeit  Ungerer  Zeit 
bekannt«  Vorkommen  ron  Pflaneeaflbemstcn  bei  Coltio,  die 
allerdings  fnr  Formen  des  Kothliegenden  gelten  nnd  die 
Angaben  ron  Lepsina  in  deeaes  rortrelflid)^  Beschreibnng 
von  Jadiearien,  die  Hoffnung,  anch  hier  innigere  Benefaangen 
swiseheo  den  rerschiedenea  PflanMnrerte>(91irend«n  Sohiehten 
nnterhalb  dn  dort,  so  anageteichnet  and  trpiaefa  entwickelten 
MuBchpIkalks  nnd  der  Claraifcbichteo  aofitnfinden.  Kio 
allerdings  nor  Mächtiger  Streilztig,  den  ich  nach  dem  Be- 
lacbe  Recoaro'a  darcb  Jndicarien,  im  Val  Caffiira  nnd   d«l 


SO)  Di'MTBcMklinBncibUdledMebereaVeUaltaiiBJttalni 
ia  i»Ki  aaMtrnüpio'^  BüthtekicfatM  pgwlW. 

21)  Dtker  pembehe  PftuiMn  in  V.  B<t.  Oer  IDttk.  au  d.  ialirb. 
iL  ni>jpirti<bMi  gtcA.  Aiwtalt.     liTTtf. 

•^i\  ytAmaax.  d.  k.  k.  KovI.  BnchiuutAlL  io  Wko  IS<4  8.  US 
nad  t»«.  8.  2&. 


C  W.  0*mta:  GMVMMfMdb  UÜHuäuH^tn  «m  dtH  Aipen.      49 

ftv^  bei  Bogfilino,  im  Tal  Trompia,  bfli  Collio,  ron  da  Über 
Kxnpu  büi  zoot  iMvowe,  durch  das  Val  di  Scalve  bis  Scbil- 
fmo  oad  Piotae  nero,  dann  Über  den  VeneroeoIupMS  ins 
Tcklb  unternahm,  ora  unter  dem  frischen  Eindruck  der  Er- 
Umi»gn  bei  Becoaro  die  Verbältniaoe  in  den  Bergama^ker 
Alpo  in  a&her«n  Vergleich  za  aieben,  ergab,  wie  i«h  in 
HM  «pKteren  Berichte  auRftlhrticb  darlt^n  w«rdi>,  den 
whem  Beweis,  ds»  in  diesem  Gebiete  du  PflaDzftnlager") 
iD  den  sc^.  RothlJegendcn  durch  einen  Uberao«  Diäcbtigen 
Sehichleiioomplex  von  jenen  Sandstein  lagen  getrennt  ist, 
wiche  nach  Lagerung,  i)«trograpbiscber  Bei»cbnfleub«it  und 

L ,  Bndthang  so  den  anflagemdsD  CUraiscbicbten  dem  unteren 

HToltnesMndstein  ron  Nenniarkt  und  Recoaro   gleich  kom- 

■ml») 

P  Oitwärtert«1lea  die  neuesten  Untersuchungen  Tonla'a'^) 
U  mkben  anf  PtlanKenreste  ähnlich  jenen  im  Oriidener 
Saditaia  und  anf  die  Äehnlichkeit  gewisser  Lagen  bei  Bc- 
bfndtik  im  Balkangebiete  mit  den  Schichten  ron  Pünf- 
Unben  in  Ungarn  hingewiesen  wird,  in  Annsicbt,  daxü  dieser 
•irkwQrdigu  Pflanzenhorizont  aacfa  in  Balkan  nur^efuiiden 


SS)  L«U«  iit  die  Eilte,  «ekbe  die  ttontlicheo  roa  mir  fenm- 
■4l*D  Ma^Oek«!  ane  dkan  Gegend  Mthidt,  auf  dem  Tnntfott 
«rinn  fffgtagtn. 

44)  Blat  rt<B  biCBdi^  DetenDebaiig  der  MhwaRen  Kalke  im 
MagAtaU  hat  mir  du  crfrtaliclie  Re*alt«t  gelben,  daiii  ein  ver- 
MMtaagveitlM»  L^tw,  du  i<k  g«Ma  gcgenOber  der  II.  C^toDipra, 
i  CaKoo.  am  Itaada  dar  Straaa«  Qbar  du  Wotmicr  Joch  im  leliteu 
ttdMkte.  ontar  aadani  jeiw  cbaraktoriftiaction  P'oraminirorcn' 
Vn^aitM  nk«a«  liaat,  weleba  die  BallorophiMikalko  m  tehr  ana- 
■ktaM.  Ba  gAÜri  deianaeb  «eniguteD*  ein  TtMdl  dar  acbwaiwn 
Klfa  dn  OrtJargabiati,  wie  jnie  im  LamlwwKrtbal  »berhalb  Davo« 
la  iaSAwüt,  dnn  8ckfefataMr»tftn  de»  ttelleiophoDkalkea  an 
^^1  witi  aadi  wi*  dUeer  *<m  Qjf"  »n^  RaabvaekenbilditD;  begleitet, 
H^I9>Sll.  d.  iead.  d.  Wlas.  I»  Wtea;  natlL-iuitDrw.  Cl  VSXV. 
Rn.  8.  tf»  oBd  £04. 

[im.  I.  Matb.-  pbj>.  a]  4 


50 


SUtuHf  tUr  ■MtA.-jAj«-  HuM  rom  1.  Märt  IS79. 


werden  nird.  Es  liefet  die  Yerroutlißiig  nahe,  ioM  aachj 
in  dorn  werfen  nDniiUelbar«r  i{l«ichEi>rmig«r  Zammroenla- ] 
gerung  asd  bat  glcichiT  GvttetiMiuabilduiig  bisher  als  riu 
ßauuH  aufge&ssten  PtUruenreste-  und  Kupfererze- fiilirvudoB^ 
SchiclibeacoBiplex  dea  Goavernement  Per  in  sicher  eiii»J 
nnserea  alpinen  VeTbältDimen  entspreohendie  Scliüidntig  Hieb 
werde  Toraebmea  lassen. 

Nach  dicMn  einleitenden  Bemerkangeii  wende  ich  mich  { 
iiQu  zum  Nachweis  der  besondeni  Vi-rhältnirac,  anber  welchen 
die  PtlaiiKen-filbretiileti  Seliicliteu  oud  zwar  sowohl  die  sog. 
anterrn  d.  h.  die  der  titfsteii  Samlsteiolagen,  als  nach  die 
oberen  in  den  Ketzienbäukcn  des  Mnacbelkalkes  bei  Re- 
coaro  auftreten. 

Hierbi'i  müaiten  wir  xanäelittt  «inen  Blick  auf  die  Uat< 
läge  werfen. 


Die  kryatalliniscUen  Schiefer  bei  Recoaro. 

Die  Ablagernngen  jAogerer  äedimentgebilde  bei  Recoaro 
nntersobeiden  sich  roii  jenen  der  llotzeuer  Qegend  dadurch, 
dam    an    der    St«lle    von    Porphyr    gUmmerig    glän- 
zender gränitoh  granerSchieferals  das,  soriel 
lunnt.  üH«ite  Gestein  vicb  verbreitet  zeigt.     Diese  Scbiefsr] 
werden  fast  durchweg  aU  Glimmerschiefer  beeeicbnei^ 
Mein«    nähern    Unterituchungen    hnhen    aber    gelehrt, 
die««!t   Ge(tein    mit   dem  in    den    mf^isten    älteren    Gebirgi^n 
and    in  einem    grossen  TheJl  des  CentraUtockea   der    Alpen, 
weit  verbreiteten  archäolitbischen  Phylltt  nahe  genug  Qbei^] 
eiii-'«timmt,  um  diese  Bezeichnung  als  die  entsprechendert  ii 
Anwendung  xu  bringen. 

Der  allerdiaga  in  mauchen  VarietUteu  hohe  Grad  tod 
Gtimmerglauz,  dann  der  Uebergang  in  Abänderungen,  welche 
bc<K)nden  reich  und  an  chlori tischen  Gemengtheilen  iinil 
endlich  das  Fettige  beim  AnfÜhlon  zersetzter  Massen  lassen , 


C-  W.  Gümihti:  Ofognoilitthe  3Siitlitäitnget4  am  den  Alpen.      51 


aUSrikh  «ntchi^noo,  in  item  OMteiD  Q1  imin«rschitlf«r 
ÜpWrgäDgmi  in  Chloritecliiefer  und  Talkschiefer,  die 
tjpbcher  Gntwicktung  1>ei  Recoaro  nicht  forkommen, 
ra  ertitidc^n  Viote  Lo^n  sinil  ttohr  i|UBrxreicb  ohue 
iWin  eigcntliclieii  Qaarzitfichiofur  xu  Tcrtanfesn.  Der  Quare 
öt  TarbenMhend  in  Streifen  and  linsenförmigen  Concre- 
bonen  in  der  PbjUitnwsK  «ngebettet  und  ToraDl&tüt,  wo  er 
hiaSg  neh  anstellt,  die  snf  dam  Qaerbmcli  besonderi 
JMtHeh  bemerkbaren  gekräoselten  und  zicktaokförmigeu  Fal- 
lageB,  di«  den  Schiefer  iia!atiz«ichui>n  pflegl-  In  cin/^lnen 
UAmi  Pataen  itiid  Kn9tchflii  vortbeiH  bewirkt  er  ein«  Aus- 
Ulmg  des  Pbyllit  m  einer  Art  Enotenschiefer  cnd 
I  U  gloelumtiger  patMnfßrmigor  Aoneheidung  de«  clilo- 
^^läeben  GeoKiigtbeila  eotateben  Pleckscbiefcrrarietäten. 
^H  Die  PhyllitDatDr  wird  auch  durch  die  optincfae  and  che- 
Häeha  AinUjM  beatättigt 

^p     Beinebtet  man  den  Scbiofer  in  Dänaschliffen,  die  pa- 
olld  sn  den  Schiohtfläcbea  genommen  aind,  so  siebt  man 
fii  iiiirq^lm&3!<ig   begrenzten  wochsulnden  Lagen  der  cblo- 
aod  glimmvrigen  Gemcngtheilc  mit  den  cbunikteri- 
optincben   Brccheioangen,    welcbe   diewn    Büfltand* 
eigenthOmlich   sind.     Besondem    hervorzuheben    int, 
dw  wriMe  (ilimmw-ähnliche,  aW  »ciinppige  G^rmeng- 
äcb    ojitiBcb    nicht   genaa    wie   weissi-r  Gliaimer   ver- 
bdetn  er  immer  im  p.  L.  Aggregatiarben  Keigt,  auaser- 
■t  er  >pr6de,  oicbt  ela*tiHcb  biegsam,  und  bei  AufUhlea 


Dräte,  dottkelgrflne  NSdelcbea,  die  stark  dicbroit  iack 
lütwiDCD  der  Horiibleude  aozugeh^rün.  Neben  diesen  und 
fnuxigeu  Beimengen  kommen  bei  starken  Yergrikf 
jme  mvrkwOntigen,  kleinsten  Stächen  in  grosser 
tarn  Vorschein,  wolebe  zuerst  Zirkel  in  dem  Dach- 
eirtdeckt  bd  nad  welche  fut  in  allen  Thon- 
■■rtigeo     Qfl8t«inea    wiederzukehren    pä^«n.      Bei 

4' 


52 


aUnmg  ier  miUk.-fltf$.  ClM»t  om  J.  JBri  1879. 


ckn  OcinD^hltSra  ier  KnottetiKlii^fvr  tritt  eine  a&dere 
■cbwHiing  herror,  die  bemerkenswerth  isL  Die  scheinbar  . 
Quan  bestehenden  Knütclien  «od  aümlich  in  der  Mitte 
nmft  fitfrigvtreifig  and  von  scbSner  bUner,  aber  fledqg 
Tertheitt«r  Parb«.'  Im  poUrinrt«ii  Lichte  (i.  p.  L.)  ent- 
stehen farbige  Kii4;e  um  das  helle  Centram.  Es  scbeinuu' 
dahrr  diese  KDÖbeh«n  ans  conomtriscb  aa^escbiedener  Qttarz- 
muBe,  die  nm  einea  DiathenkerD  sich  anlegt,  xa  be- 
«ieheB. 

Im  D{UiaKlilifr  scakrecfat  xar  Sdiichtfläcbe  xicgea  sieb 
die  grDneu  und  weialicheo  MiDeralfalUtcben  nicht  in  re^I- 
nftasifc  aashaltenden,  sondern  in  mit  (tamader  Torflasertan, 
oft  wellig  gebt^men  Lagen,  wobei  in  den  grBneB  Stretfeben, 
die  dankleD  Staabtheilcben  antfebäuft  siod.  Die  erwähnt 
kleiueu  KSdelcben  stehen  oft  schief,  aonat  aeokrecbt 
dienen  Streifeben. 

Die  Analyt«  de«  PbjrHiis,  welche  Ass.  A  ScbwKgerj 
bewrgt«,  ergiU)  folgendes  Resultat: 


U 

n 

le 

id    1  tu     in> 

ne 

m 

100 

li.S't» 

48.1Ä«/. 

t'i.l'i» 

vi^ 

KlMlIsblM  . 

HA* 

UMS 

48,07 

T7.44 

61,50 

n.48 

4fi,38 

97.7d 

nMM4a     . 

»M 

iSfis 

SJfi» 

ISM 

nje 

38.08 

87.30 

131 

BiaanoiTd 

.  %a8 

t3.«3 

— 

— 

2.» 

11.» 

S,25 

—  1 

Eis«iioi/dol . 

9JS3 

IM? 

M& 

1.68 

3.97 

lh.92 

2,-^2 

04( 

lUIkenle.    . 

0;T8 

9.fH 

0,12 

0.68 

0.S3 

Ofifä 

0,11 

0.H 

BittM«tda    . 

2,1S 

7^1 

1.48 

0.11 

ijsa 

0.2S 

1.05 

Spur 

Kkli     .    .    . 

4^ 

0^ 

7,19 

2,38 

s>e 

1,37 

8.0S 

OM 

K«tr»     .    . 

1,61 

0,15 

IJK 

ig» 

<KS6 

0,78 

l,M 

0.SS 

Wnacf    md 

1 

OlUiTariart 

3.81 

IS.12 

2jn 

0.88 

3.04 

7.79 

1^1 

»d 

Snmni« 

im:a3 

100,98 

^M 

mJ5 

100.^ 

ibm 

raffl 

Die  Analyse  I  bexiebt  sich  auf  den  knotigen  Phyllit  bei 
der  KSnigsqncIle  and 


C  W.  OHwbtt:  OtogmoMmh*  Mtlihtilungtn  aus  d<n  Alpen.     53 


n  »af  jenen  aater  dem  S«udst«ia  aoterhalb  der  Kirch« 
St  Uinliiuift :  ferner 
i)  bt  J»dfl«iii&l  ilie  Baaschanalvse, 
1i)4m  Anal^rBB  des  in  kalter  Salnüiire  wraetaUin,  chlori- 

tiiehen  G«n*agtheilB  (Phyllochlorit), 
e)  jmer  ilm  durch  heisse  Schwefelsüure  ^.erxeUbaren  Glim- 
mer- artigen  Genieiiglheils  (Promicit), 
D  jeat  des  Rest««. 

Der  in  Sokefiare  ISslicbe  Antheil  stimmt  in  der  Zu- 
I  ■fflneotetsiiag  ziemlich  geuaa,  «ownt  sich  dieta  bei  so 
■mo^fäch  gemengten  Geeieiuea  erwarten  lässt,  l>ei  I  mit 
djeacm  Gsmengthnle  im  Phj'Dit  d<!«  Fichtelgebirgs.  Ein  Theil 
de  iiTifnin glichen  Eisen oxj'luU  int  dabei  bereits  in  Oxyd 
oagewaadelt ;  der  glimnierartigc  Gemengtbeil  I  zeichnet  sicli 
W  gerufen  Eieaelerdegehalt  durch  tiehr  grosse  Menge  von 
Tboaerde,  dnreli  den  Giaenoxydolgehalt  nnd  die  kleiae 
■!•  Ka]i  ans  nnd  entfernt  iiioh  <i«dnrch  sowohl  vom 
l^pMlwB  Kaliglimmcr,  wie  vom  Scricit. 

Im  R«st  denket  dt»  grosse  QaantitSt  der  Kiesataäiire 
[auf  die  Anwesenheit  von  Qnart  io  grosserer  Menge.  Anf- 
'Ulud  und  KchwFT  xn  denten  irt  der  hohe  Gehalt  un  Natron 
■  Jiawm  Rote,  was,  wenn  man  letzteren  tfacilweise  wenig- 
•tnu  auf  Feldapath  besiehen  wollte,  die  Anwesenheit  eines 
Pl^ioklases  anzeigen  w9rde. 

In  Bczng  auf  die  ErgebuiKW  der  Analyse  dos  Phylüts  II 
fM  St.  G jaltana  ist  xn  bemvrken,  dam  gt^ün  jene  bei  Phyltit  1 
ät  brtrftcbtiicher  Unterschied  besonders  in  dem  noch  der 
Miaaillung  mit  Saliaiiire  und  Schwefeltiüure  übrig  blei- 
hfedtn  Reale  sich  «rgiebt.  Dieser  Rest  ist  entsohiedeo 
qnirirnclier  and  ärmer  an  einer  vielleicht  Feldspath- 
mtigea  Beämcngnug,  als  der  Rest  des  ersten  Pbyllits.  Da- 
faid>  (rerdeo  nach  die  Abwekhnngen  bedingt,  welche  in 
ie  BaoaehuialTiie  mm  Vorschein  kommen.  Dagegen  stim- 
■B  fit  Mücfaot^rerhältnisse  de«  Sali^nr»-  und  Schwefel- 


54 


Süning  der  malh-'p^gt.  tSaut  wm  1.  M&ri  IS79. 


sänn.- Auszugs   beöder   Pbjlliie  90   gat  aberfin,   als  ea    sie 
bei  so    wecbwlnd  g'/mcn^tuu    and  z.  Tli.    io  »ehr  rerscliie-' 
J«Qem  Maasse  zersetzten  ^chi«f(irg««t«io  sich  erwarten  lisst. 

[)er  durch  SaUsSure  zen*etsb<u-e  Oeuetigllieil  schliesst 
sich  den  chloritischeu  Udmongung^n  des  Pbyllits  im 
Allgemeinen  an,  wogegen  der  darcb  Seh  wefelsäare  wf 
leglnro  [J<ut»nilÜieil,  wie  Wt  den  anderem  noalyitirten  l'hyltite 
nah«  ZQ  die  normali- ZuMinmensetznag  dt«  Kaliglimmera 
aafouweisen  hat,  jedoch  entgegeo  dem  V«rhalt«D  d«  typi- 
■chen  MascoT)t8  in  ScfawefelMur«  ziemlich  leieht  xersetabar 
iat.  Oiewr  wem«  glinunerähnliche  Qeioengtheil  7eri>&U  sich 
demnach  ähnlieh  xnm  typischen  Kaliglinimer  und  znr  Scbwe- 
feltünre,  wie  der  chloritbche  Oemengtheil  Bom  typinchen 
Cblorit  and  zur  tMluäure,  Wegen  diis>(s  abweichenden 
Verhaltena  der  GewichtgemRngtheile  dieses  Schiefers  kann 
maa  denselben  weder  aU  Glimmerschiefer,  noch  als 
Chloritschiefvr  bezeichnen ;  vielmehr  gehört  d<-racll>e 
zar  grossen  Gruppe  der  P  h  y  1 1  i  t  e. 

Eine  »ehr  ägenthQiuliche  EiuIagervDg  im  Ph;lltt  bilden 
die  X.  Tb.  aU  AnthracJt,  x  Th.  als  anthraätischen  Schiefer 
bezeichneten  Gesteine,  wie  sie  oberhalb  der  Kdnigsqnelle  an- 
stehend beobachtet  werden  können.  I:^  sind  dem  Lj'dit  zum 
Verwechseln  ähnlicbe,  flaserig  uneben  geschichtete  schwarte 
Qaarzite,  die  gewissen  silarischeu  KieselHchiefern  sosehr 
gleichen,  daas  man  mit  jedem  Soblag  einen  GraptalitheH  in 
deiiaelben  zu  finden  hoffen  könnt«.  Aehnliche  lyditiscfac 
Zwischeningen  kommen  Ubrigeos  anch  in  ansseralpinvo 
Phflütgebieteu  z.  B.  in  der  Oberpfttiz  bei  Wsldsassen  ror. 

Die  Phfilitschichtea  werden  von  zahlreichen  Gc- 
ateinsgängen  durchsetzt,  weiche  theiU  aus  ri^thUchem, 
Porph;r-artigea  GeaUin,  tlmls  ans  dnnkel  grünlich 
■chwarxen Masw  Ton  Angitophy  r-artiger  Katar  bestehen. 

BexOgticb  der  ersteren  werden  wir  sTpäter  Gelegenheit 
finden,  da  sie  bis  in  die  Stufe  der  wt-issen  Kaiko  empor- 


C  IT.  OümAa.-  GMgwstiMA«  JfiMAei'/uM^vM  um  dm  Alpen.     fiS 

nttn,  eiuige  Bemertningei]  Ifeizufttgen  Von  Am  Xetziertm 
bba  wir  in  Küne  hervor,  Aus»  nie,  iriu  wenigsteua  die 
uklütA  üiDgvbutig  llecoaro's**)  betrifft,  trotn  äasserlicli 
T0Kluvdenaii  AnsBefaeus  doch  innerlich  eine  einbeitlicb« 
■tflr'-'  '"'ippe  von  Ernptivinaterial  bilden,  djtt  ieli  nicht 
iMKl  .  <.i>i{  y.a  rKnehivA^nun  aawivrulpiavn  Oobirgiartfia 

■■  «jiander  raiswn  möchte,  Lasatilx'^)  acheint  alle  die 
Dtmo  Emptivgesteine  dieser  Art  dem  Melapb^r  zata- 
Ukn.  Ihre  w«it  rortgtwchrittvne  ZersntiEiing  und  ümbil- 
daif,  wi«  sich  darch  dns  lebhaRn  Anfbruaien  beim  B»* 
t^n  mit  S&oren  zn  erkennen  giebt  und  ans  der  An»- 
SQuig  iler  Blasenrianie  mit  Cbalcaden.  Kalkspath  and 
iWfthm  gltfichhlU  :ta  entachmeu  ist,  erschwert,  di«  g^ 
Feetellaog  der  arsprängtichen  Gcsteinabeschaffenheit 
hohem  üradr,  so  dasn  ihre  Bewichnting  immer  eine 
nnnchere  blt-ibt.  Wa«  ich  bei  H«conro  an  dunkler, 
PbjrDit»  gangförmig  durchbrechenden  bis  %a  den  Tuff- 
Über  dem  MuAchdkalk  reichenden  Eruptivgeateiu 
und  utlenucbt  habe,  ))oh)ies«t  sich  ftafii  natürltclist« 
iGa  ErapttTgesteino  dw  nördlichon  Gebiet«  von  Gröden 
Faaa  an,  die  allerdings  b&]d  als  Melapbyr,  bald  als 
)iabai  beieichnet  werden.  Lepaiux  nennt  sie  Micro- 
Mi  kaio. 

Die  Qestein^iDge  änd  hier  meist  nicht  sehr  mächtig, 

I  ■!  einem  eLjenachÜKirigen  Bestege  von  dem  Pbyllit  ge- 

osd  ohne  Kiawirkung  auf  da»  Nebeogettcio,  m>  z.  B. 

idea  eebOnea  Gängen  nnterhalb  Rwoaro  an  der  Stramo 

Taldagno  bei  Mmi,  h*i  der  ü_yit«grub«>  unfern  Itorig- 

BBmjItelbar  hinter  der  K<>Digs(|uelle.     Oberhalb   Ue- 

gBg«n  Zini  beobachtete  ich  ein  aehr   zorsetctes  Erup- 


■I  Dn  rai  T-  L«*aalx  «aj[«fahrt«ii  Dualt  roa  der  UooghQtt« 
I  kauw  l«b  niciit,  lU  ich  »nhrciul  der  N»cht  Über  diet«B  Pua 
I  bis.    ■-  a.  0.  S.  -A>7. 

S'La.0.    8.  818  Wid  822. 


56 


SUnmf  dw  wMk.-fi^  Omm  «m  i.  JOrt  iSn. 


tir^fstttB.  mkbei  aBMlmD«n4  glaiBTiBniiig  iwiiahaB  Pkyl- 

liUchiclitai  «ingriagert,  gen«]  gwnom  11111  jadodi  aatcr  aabr 
•pitzfQ  Wiolc«!  die  Schiebten  dnrehaoluMidit  oad  dscIi  einer 
Riefahiag  bin  zweimal  ftsSBlfBrnüg  ki  den  Sefaicbtea  ab-i^ 
setsL  Da«  EraptiTgcwtein  nBterbalb  B«caaro  tebliwit  nek 
Tenifiga a»iaer  reicblichen  AngiteiaadklflBn  an  die  ng.  Dia- 
base dea  Faasaibal's^  bentxt  j«docfa  asm  von  den  typisches 
MHMralpmeo  EKabasea  gau  abwatcliaadeo  TTpu.  Dia  Haspt- 
maaae  ist  deutlich  hryrtaUinäeli  ■«^■"■■"ii'i'»'*  atu  Angit 
nwl  PlagioklaiBidelrteo.  «Hraa  fetokömiger,  als  daa  Geatdo 
*QD  fk— thal,  gfoeelrBrnigg  ab  das  tob  BoTegUans.  In 
diaaer  HaaftnaBW  Uegeit  giBaaoie  ABgitkrystalle  in  nietf 
licher  Meng«,  eisMJne  Paten  oad  ADsscheidnagen  de« 
bekannten  cUoritiaebn  Oemeagthifla,  Hagpataiacn  und  bie 
und  da  klciaa  Ihdefai  eines  alark  fiehnitiiGlMa  gränbrannen 
Mineral«,  das  der  Hombteode  eniipriebi.  BLasenriume  sind 
a-  Tb.  mit  Kalkfpalh,  wobl  aacfa  mit  ZeoUth  und  cbloritiKchen 
Maaaen  aoffg^fftUt:  durch  Behandeln  der  Dfimwehliffc  mit 
Salnlire  eotiübt  sich  das  Ocatein  bat  gut,  indem  aich  die 
reichlich  rorhudaiai  eUoritiiebea  Baintaagungen  zetsetzea. 
In  der  weJMiit  nrtcUhibadM  MaM«  treten  nosmehr 
Khwane  fei^gKi-fc«  LeistdieB  hemr,  die  dem  Titaneiaen 
aongdtSrea  aefaeiikan. 

Gtwae  Tenehicdra  ist  das  dmikdhrbjga  Oaatain  in  dem 
GTpafanicbe  bei  Roregban».  Ein  inB^aa  väu  feines  Oe- 
flMme  von  [anggeateekton  PlagioUaanidaUNn.  mit  Aogil- 
krjntällchen  nikd  grOnbraanen,  sehr  stark  dichroitiaehen  fit»- 
riyan  Nädeteben  in  sehr  f^na»et  Mentie  —  wohl  Horableude 
—  anthSlI  tai^ch  im  ümrtffie  tucbt  dentlieh  begrenite 
KSmehen  nnd  Btaobtbeilcben  von  Magnetäasn  ond  Blä' 
flheD  dea  eUoritiBebai  MineraU.  Grilaaere  Aogitkrjatalli 
■Miaaa  sind  im  Garnen  ariten;  ebenso  tcrwnielt 
IprBmer^j  HomblendBaMiwIwidBngeB.  KaUcapatb  nnd  ein  röth- 
licbei  ZeolitbHutigee  HnierBl   nnd   sekuDdare  ^cvoipii: 


nite 
litt^ 

'4 


(L  W.  OtMb<4r  Otc^matUtAt  itütkeüwigtn  am  ien  Alpen.     57 


f 


Unter  der  Einwirkang  von  SaLuäarfl  wenleo  die  Dünn- 
enLftrbt. 

Das  dtukelforbige,  an  Blascnräumaa  nicüt»  JCniptivg&- 
■totD  in  der  Nfib«  von  Val  di  Rotoloae  bei  la  Guardia 
It  gTmcbMtn  die  Uitt«  zwi.so)it)ii  Aen  beiden  ebengenanulea 
fatiä&Uax  6ee  An^tophyrs-  Die  feinen  NAdelchen  der 
BaapUoasse  ncheinen  fast  in  gleicher  Monge  dorn  Augit,  wie 

Horablend«  uzagehfiren. 

Ein  äfanlichea  nnF  der  Alpe  la  Kasta  weit  verbreitet««, 
toa  tnfiigen  L^en  begleitetes  Gestein  ist  leider  in  weit 
fiirtgochrittenef  Zersetzuug  begriffen.  Anffallend  ist  der 
gnme  Retclithnm  der  krystullinischen  HnnptmaKte  »n  fnneo 
Pbgiokliuuädolcbrn,  dvncn  gegeaUlwr  augitische  und  stark 
ilicbraitiscbe  bornblendige  KrTstätlcben  aehr  antergeordoet 
sind.  MagoeteiseD  and  in  »elir  zahlreidien  Flocken  a<u^e- 
•chtednDB,  chlontüche  Mineral tbcilcb^-n,  die  nch  leicbt  in 
Sabteiiir«  löeen,  geben  dem  Gestein  die  dünkte  Färbnng. 
Aocb  GUmmerblättchei]  scheinen  vereinzelt  vorznkonimen. 
Im  Dorcbscbnitte  pol^cdrtscJie  belle  Ausscheidungen  erinnern 
dnrcl)  die  zonalen  Einlagerungen  feinen  Staube»  an  Lencit. 
Doch  ist  die  Sabrtans  doppelt  brechend. 


Die  unteren  Sandstein-  and  Conglomerat- 
ficbicbten  mit  dem  unteren  Pflanueulager. 

Wie  zahlreiche  AulschlOaie  namentlicb  in  Val  del  PrMk, 
in  Plvebelegraben  oberbalb  der  Quellen,  tn  Val  di  Guttara  (V), 
twinben  Oonera  «opra  and  Rovegliana,  oberhalb  V^üli  an 
der  Strasse  nacb  Rerecedo  lehren,  wird  der  F  h  y  1 U  t  nn- 
fflittelbar  vom  rotbem  sandigem  Scbieferthon  mit  kloinen 
gelbea  Kn&lloben  und  rothen  Sandsteinbänken  vom  Äos- 
lAm  des  anaseralpinen  Buntsandstein»  bedeckt,  ohne 
dua  ekb  eine  Conglomeratbank  oder  eine  dem  »og.  Verru- 
caao  Jihnliebe  Qesteiiulage  entwickelt  zeigt.     Nur  in  den 


68 


8itim»g  der  matk.flift.  Claus  roM  1.  Man  1ST3. 


wiMen  GiSben  am  NO.  Abitange  det  HCigd«,  auf  dem  die 
Eircbe  St.  Giuliana  ä^teht,  taad  ich  eine  0,3  m.  mäcbl^ 
CoDgloinoratl  age  Ober  dem  unch  dort  gat  aafgeschlos- 
Moen  Pbjrlltt  Eineclne  Rollstöcke  weissen  Quanu«  n«tit 
nuD  da  and  dort  in  dem  rotben  Sandatoin  eingi-bcUet^ 
Diese  nntere  Qaiteinsreihe  mag  bei  Fönte  b—8  m.  mächtig 
»ein. 

In  ausser  H&h«  Ober  der  Pb/llttgreoae  »leUen  sieh  im 
Yal  del  Prack  mehrere  Binke  weinen  Sand«t«ina  in  gleich- 
förmiger Lagerang  überdcn  tieferen  rothun  ein,  welcher  ganz 
die  Beschaffenheit  des  Neumarkter  Gesteins  besitzt  and  wie 
dieaes  Kohlenputxeu  und  uadeoÜicbe  Pfiaaieorefite,  rerkietelte 
Stammstüeke  nnd  anlhraeitiüche  bserigc  HolstlKile  am- 
schliesat.  In  Dräseni^umen  sind  Krjstalle  von  Qnan  and 
Üolomitspalh  abgesetzt  aud  auf  den  Kluftflächen,  wie  »chon 
Benecke  erwfthnl,  in  reichlicher  Menge  Malachit  and  Ltwor 
angeflogen. 

In  den  oberen  feineren,  nnd  wohl  anch  Bcfaiefrigen 
Lugen  kommen  nan  alle  die  utblreichen  Pflanxenrersteiner- 
nngen  vor,  welche  doZigno  ron  dimiyr  PandstoUu  aus  dem 
80g.  antern  Sandstein  anftlhrt.  Es  sind  fast  Species  für 
Spvciea  ganz  dieselben  Pflaiixenarten ,  wie  sie 
bei  Nenmarkt  von  mir  aufgefanden  wurden. 

In  dem  Haaptgraben  oberhalb  der  Qaellen  sind  iwei 
Steinbruche  angelegt,  der  untere  in  den  rot  he  n,  der  obere 
in  den  weinten  Sandsteinb&nken.  Die  dazwischen 
lifgendeu  grauen  thonigen  scbiefrigen  Sandstfriulsgen  aind 
als  Abraum  in  gro!t«vr  Menge  Ober  die  Steinbruchhalde  ge- 
RtüniL  Hier  sind  PHanzenreste  häufig.  Imlem  nan  im 
obenn  Bruche  über  die  rersohiedeneu  Bänke  aufst(^>igt,  ge- 
wahrt mau  ZQ  unterrt  intenair  rothen  Schieferthon 
mit  dUnnen  Bänken  von  eingcbctteteni  .Sandstein  und  Do- 
lomit 6  — 6  m.  mächtig;  höher  folgt  3—6  m.  mädttig  grauer, 
dSnnachiefriger  Soliiefert hon   mit  oft  St^inmergel-artig 


C  V.Oümbd:  Beoynimittite  JtffUAnlitn^eN  au*  d<H  Aljten.     59 


WtiB  t.Tfa.  doloRÜtiachen,  g«lbTerwitt«rt«n  Zwiscbenbänken, 
(UoB  nn«  oberste  Lage  grauen  Lettenacliiefers  mit  Ktemlicli 
fit  erhaltfinra._  aher  fwt  immer  iior  vereJnwlt  lieKi>n(I<-D 
Bliltchfln  voD  trUtnannien,  wie  in  der  gmaea  Lettenscbi  Ver- 
tilgt bei  NeamarH.  Kine  Bank  weissen  Sandsteins 
oMU  foo  POauxenmteD  bildet  die  oberste  Sohiclit  dm 
Staabnichfl,  in  welchem  zaglcicli  ancli  oin  M^}ir  zersetxtos 
Pflrphjr-artigw  Emptirgestein  au%f3chIossen  ist.  Die 
Guiaiane  de«  letzteren  dringt  in  mUchtigem  ätamme  quer 
lanb  die  Scbichtrn  empor,  hildt-t  ein«  kopff&rmige  Krwei- 
tcnog  und  zieht  sieb  alsdanD  aaf  eine  schwache*  Ader  zic 
■nuBHL,  die  in  den  Sandsteinbänken  aoslänft  nnd  plötzlich 

VthvT  diu  Itftxt«  Snndsteinbsuk  nnfsteigeml  stehen  wir 
tMÜH  Westseite  des  Tbfilchens  an  einem  scfamaleD,  scbarfeii 
DtrgrQ«km,  der  si«h  »nunferbrocben  bi»  zti  einem  ein»>lneD 
Wabttlnns  iint«r  Im  Bast»  emponEiK^ht  und  in  rast  nniiiitcr- 
In^nen  Entbiaasangen  Schicht  fOr  Schicht  die  sich  hier 
«denuider  lagernden  Bänke  za  beobachten  gestattet. 

ZaoÄduit  über  dem  weissen  Bnudateiu  und  Hner  gvlboa 
wi^igeo  Lage  folgt  inne  Bank  giaaen.  wcisslichen,  durch 
ZcrKtniig  meitt  gelblichen,  feinkörnigen  D  o  1  o  m  i  t  s  oder 
Kilk»  mit  lablreicheü  kleinen  Foren  nnd  Stengel-iihn- 
Gdwe,  vertikBlcn  Uöblungen,  wie  solche  bei  Trieut  in 
^äehv  Gflsteindage  rorkommmi.  Mir  scheint  es  nicht 
nsblliaft,  dass  diese  dolomitische  Qesteinslage  als  Stell- 
'•rlreter  der  Bc  IleraphoDsobichte»  amtusehen  sei. 
Di^  e$  folgou  tofort  über  derselben  die  gruavD  und  gelb- 
liihn  geecbieferten  Mergclplatten  mit  Posid<momi/a  Clarai, 
*i(  be  Nenmarkl  und  in  der  Pnfler  Schlucht.  Wir  Ubei^ 
ttinttiin  nun  auf  dem  Gruth  uufwürtesteigend  die  gnux« 
Sähe  ia  X.  Th.  gelben  oder  grauen,  z.  Th.  rotben  meist 
Ma^eaehichteten  Oe.iteine  mit  denselben  organischen  Ein- 
«UBmo.  wie  sie  in  anderen  Gigenden  aus  der  Weisser  nnd 


60 


fittiiMj  i4T  maA.-fky».  CtatM  rhu  t.  Märt  1S79. 


Campiler  Schicht«  bekaost  sind;  man  gtaabt  sich  ganz  in 
di«  Ücgend  von  Bolzen  versetzt.  Auch  die  Haiik  feinkSr- 
nigen,  z.  Tii.  ootithischen  i^Ib  und  röthlichKn  Dotomits,  er- 
fflllt  mit  Ilolopeila  grafHior,  fehlt  hier  nicht.  Weiter  auf- 
wärts werden  die  Schichten  sandiger,  nfbnien  eine  rorherr- 
schcnd  rothe  Farbe  an  und  schliesMo  IncUgo  Ruuhwack- 
bänkcben  in  Zwigcheclagen  ein,  bis  »ich  in  der  Nähe  des 
bereits  erwähnten  Hauses  Qnt«r  La  Itasta  ein  mäcbtigCi 
System  grauer  Oj^pflniergel  einstAllt. 

In  den  feateren  kalkigen  Bänken  aind  lÄblreicho  MoBch«^ 
kalk?erHteinerangeu  zu  finden:    Mjfophoria  cardissoides,  M. 
Uunfota ,    Modiola    triquetra ,     OervtlUa   toetalis ,    NaÜea 
gregaria    u.  s.  w.     Anf  dem  weichen  Mergelgestein    breitet 
sich  hier  ein  Streifen  von  Wiesen  ans. 

Au  VollatÄndigkeit  de«  Aofsehluraea  kann  in  der  ganzen 
Umgegend  ron  Keooaro  nur  da«  Profil  an  der  Kirche 
8t.  Giuliana  ^uf^s  de*  aehmalen  Rückens  anfw&rta  gegen  Val 
8araggere,  bei  der  AlphOtt«  Pogheraate  and  anf  dem  gegen 
Staro  rerUnfenden  Qmth  mit  dem  oben  beecbriebenen  in  Con- 
correnx  treten.  Äof  der  Nordseit«  de»  Uggels,  aof  dem  die 
Kirche  steht,  entbl&ssen  wild  terrissene  steile  Qrftben  die 
rothen  Sandateinscbichten  mit  einer  Conglomeratbank,  wie 
Bclion  erwähnt,  unmittelbar  Bber  dem  Phjllit.  Höher  ziehen 
Uagen  des  weissen  Sandateina  durch,  auf  welchen  ein  kleiner 
Steiubrnch  angelegt  ist.  In  einem  etwa  10  m.  Ober  dienern 
weissen  Sandstein  dorehstreicbenden,  1  —  1 '/t  m.  mächtigen, 
ibonigeo,  gthnmareictien  Sandsteinschiefer  stellt  sich  ein 
wahna  Hanfwerk  von  Pflauxenreeteu  in  meist  vereinzelten 
Blättchen  und  kleinen  Zweigen  ein,  genau  ao,  nU  vriren  diese 
Pflanzenfragmente  beigeechwemmt  und  an  einer  ausser  der 
Flnth  liegenden  ruhigen  Stelle  mit  Schlamm  vermengt  ab- 
gCMttt  worden.  Einzelne  Logen  sind  m>  reich  an  verkohlten 
PflaDsentheilen,  dass  sie  entzSndet  eine  teitlang  fortbrennen. 
Ah  den   in  Wasvar  gslegteu  StQcken  des  Schiefer«  iMsen 


a.  r.  GümUli  OlOfimtitA*  Uittkeamngtn  au»  dm  Jtpe«.     61 

ddl  hMit  dip  tnDziiltien  BUttclieu  isoliren,  Xanh  Schiin- 
fv't  Bastimmang  ist  auch  bier  VolUia  huNffarca  Huer  die 
VuSffAe  Pflanze.  Daxu  komnieo,  VllmannKn  and  x»b1- 
mtbt  Prücbtcliea  n«b«n  vislfln,  nicbt  näber  bestimmten 
flhUrett«!!. 

Diese  S»ndstfriDlftgen  slretcben  etvas  N.  Ton  der  Kircbe 

lUr  den  Rücken ;  «ine   kleine  Verwerfung  stellt  sieb  da- 

ein  and    etwa  10  m.  hüber   gebt  eine    weitere  Bank 

Saadst«m«,  wie  im  Freclielcgraben,  sii  Tag,  welefae 

neh  oben  ron  einem  weisalichen   und   graalicben  dtcbten 

MuBit    —    dem    Stellvertreter    des    Belleropbonkalks    — 

Meokt    wird.     Sofort    im    HaDgenduu    dieser    Dolomithank 

tägn    sich    gnuliebe    dolomitische    Itfcrgelscbiobben     voll 

na    PoüdonomsQ  Clarai   nnd    mit  jenen    glauconitüicben 

früneD  Streifeben  und  Pleckeu  erfdlll,  wie  solche  x.  B.  obei^ 

halb  Kaldem  in  dem  sog-  Seisscrschieh ten  »o  charak- 

tvistiKib  auftreten.    Lftngs  des  Rückens  aufwart«  folgt  nun 

gutn  weitere  Oeeteinsreihe  biit  tn  der  auch  hier  durcb- 

idea    Holopellabauk    rorherntcbcnd    graulich    und 

plblieh,   ober  derselben   dagegen  durcbgängig   rüthlicfa  ge- 

firi)L     In  der  Nitbe  der  Alp«  Po^be  raste  liegen  wiedemm 

£e  Gypomergel  mit  KcUiger  Ilanhwncke  darüber  ausgebreitet 

ond  werden    von  knoUigknotigen   mergeligen  KHlkschicbtcn 

bedeckt,  welche  zablr^icbe  «tengelartige  WüUte  nmschlieeaen, 

geoan    so,    wie  man  sie   ausserhalb   der  A!p«n    im    unteren 

Wellenkalk  bcobai:htet.     Höher  am  Gehänge  streichen  aoob 

klar  die  Homatein-reiGhen  Bracbiopodmkalke   des    Mnscfael- 

kalkoi  tn  Tag  an». 

Muschelkalk  schichten. 

BesOglieh  der  den  Muschelkalk  xugezüblten  Gesteins- 
hOdongen  kann  ich  mich  hier  um  so  kürzer  fnxsen,  ab  die 
b«Mn>denio  Tra-biltnisse,   nnter   denen  der  Muschelkalk  bei 


6ft 


SittHng  tUr  ntOK-^hy.  Cttate  wm  L  Märt  1S79. 


RrcoAro  auflritt,  tod  Beoectc«  Tottkommeii  kl&r  gee 
worden  sind.  Ich  hab«  Aitte  ächichteu  od  lablreiclMn  Ort«ii 
geaebeD,  wie  Boi  La  Rasta,  in  d«m  grosse  Kahr  dasoo  Limpia, 
an  dem  Oehinge  aiit«rhalb  ML  SpizK«,  im  Val  di  Rotoloae, 
bei  RofFglian«,  in  dom  grossen  Gypsbrocb  des  ^ign.  Slar- 
mUo  bei  RoTegliana  bereit«  aaf  der  NO.  Äbdacbaog  des 
BergrQckens,  daun  in  eiuem  Seit«ngrabeo  daMlbst,  ferner 
in  der  Nähe  de«  Paeso  kIU  Commenda  (?)  und  obt^balb 
(jaueva  sopro.  Die  Scbichteafolge  scheint  hier  Überall  die> 
selbe  KU  sein.  Am  TolLrt£Ddig«UD  beobachtet«  ich  sie  am 
Qjpabmch«  dn  S.  Mantotto,  di«  ich  dessbalb  hier  kur« 
mittfaeileo  will. 

Nahe  am  Gebirgagrath  fltehe»  gelbe  Dolomite  ond  grau- 
liebe    Merg«!   ohae  Vertt«iaerangen    an,    welche   die   Decke 
d«r    eigentlichen    Brachiopodenbank    aimnaohea.     Daranter 
folgen  nun  der  Reihe  nach : 
1)  5  m.  mftchtJg  durch  Mergelr-wischenlage  in  uwei  BSuke 

getrennt    der    Homst«in-flibrende   graue    Rettieokalk 

mit  den  bekannten  EinachlSssen  des  sog.  MtuchelknUn 

Ton  Becoaro. 

3  m.  mSchtig  grauen  Mei^I. 

5  m.  mächtig  fcete  Bänke  grauen  Kalke  mit  Spondifius 

compfus,  Ostrea  oOraäna,  Ptetm  discites,  Pectm  laevi- 

gatus,  GerviUia  soetati»,  Avicuia  Bromti,   Mj/opkoria 

tmifforis. 

3  ra.  mächtig  klotzig  grauen  Mergel,    oach   unten  in- 

teoaiv  roth  und  buntgefarbi. 

m.    mächtige   düonpUttige,    mergelige   grOnlichgnne 

Kalke   mil  Encrinus  /frucHia   (meist   auf   den  Sohicbt- 

flSefaen  ausgearbeitet). 
6)  25  m.  mäehtige  Qypcmergel  und  Gypa. 

Die  UntvrUge  bilden  aellige  Dolomite  und  dolamitifcbe 
MergeL  Bemcrkcnswertb  ist  daa  erneute  Äaftaacben  rother 
und  buntgeOrbter  Mergel  unterhalb  des  Retxienkalks.    Bine 


2) 
3) 


4) 

5) 


C-  VT  Oümbet:  Q^agmaitht  itttAeüuitgen  am  dtm  Alpon.      63 

GfMh^uung  IcttnnR  ich  auch  b^t  den  HypsmcrgHii 
J^nw  Atnt>cbi'1l(itlk«fi  in  ili»r  B}i«H|{f|{'Tn<l ,  welche 
Hhn  VenLnlaaTODf;  gab,  <lit>»e  Gypalagen  irrtlifimlicb  dem 
Roth  taxurechuen. 

Dir  wicbtigKt«  PRaiiMnfuBdtit«)!«  liegt  ganz  in  der  Nähe 
h&»  gn>u«n  GypttaufschlnMCA  «o   detn  f-NisKsteig   tod  da 
ueb  d"m  Vusto    ikUa   Cotnim^ndu   in   «incm  wildes  Graben, 
leb  nh  an  dieser  Stelle  oben 
I)  geihnti  Oolomit, 
3)  gna-  nnd  gRlbgcatniiften  Kalk, 
i)  die  obere  Bank  des  belcannten  BraehiopodenlolkB   mit 

flornst^in, 
1)  didil«!!,   sandigeD    Mergelkalk    mit   dem  Hnutlager   der 

Votttia  rentbariaisis, 
i)  mm  «weiU  untere   Bank  d«   ^achiopoden-fUhreDden 

Kalk«. 
G)  TorberrsclieQd  graue,  etwas  rtithliche  und  bnat«  Mergel 
Süd  Scbiefertbone. 

El  war  mir  »ehr  daran  gel(>geD,  in  dem  das  Uanpt- 
fttnnÜBifBr  begleit«Dd«u  weichen  Mei^l,  der  bUber  wenig 
bwirtet  worden  yu  se^in  Kuhciui,  nocli  weitere  PtUnzeDreste 
la  fstdeckeu,  welche  die  VoUsia  rectAarieHsia  begleiten.  Es 
lllMEte  mir  in  der  That  hier  GiDscblQHae  aufzafindeu,  die 
fni  Schimper  ali»  VoUxia  heierophftla  var.  squarrosa 
Irtiiniiit  hat.  Noch  etwaa  hSbcr  am  Gehänge  nahe  am 
hpAborgaage  stehen  Bänke  des  Brachiopodenkalks  zu  Tag 
»  Vtti  hier  fand  ich  Heteia  recuhariensis  in  demaelbcn 
DalBBMittlck  mit  Reteia  trigcnella  cnsammen. 

Nicht  weniger  intcmsant  ist  der  grosae  Auf^cUluas  im 
Td  li  Kotoloue.  Von  Reccaro  thataafwärt«  begleitet  niui 
öl  weite  Strecke  der  P  h  y )  I  i  t.  In  abgerissenen  Partbieou 
k^fnai  wir  anch  hier  dem  ro  t  ben  äandst  ein.  Oa  wo 
'r  Weg  roD  Veregarte  nach  )a  Goardia  dnrch  die  'I'bat- 
*^  ipeht,   stehen    uocb  graue   Clarai-Schicbten  an. 


M  Sitnmg  drr  matK-fkift.  Olat*t  vom  1.  Uän  18T9. 

Di«  geringe  Menge  rou  Wasser,  di«  der  Badi  Tülirt«,  ge- 
stattet« von  da  OB  in  die  Bachsohle  »dbst  hit  m  dem 
Gypslager  allerdings  unter  grossen  Anstrengungen  Tor- 
zudringcn.  Die  Schichten  sind  gcisanj  dieselbeu  wie  näher 
bei  Recoaro,  nur  gegeo  oben  erbebt  sieb  Ober  den  rnt«nsiv 
rotben  sandigen  Scbieferlagen  eine  hohe  mächtige  Bank  gelben 
Steinmergcl-ithnlieben  Dolomita,  wie  er  in  der  Gegend 
Ton  Tricnt  nnd  Botxen  fast  überall  den  rotbcn  Campileii- 
Schichten  anfsorahen  pflegt.  Unmittelbar  darüber  beginnt  das 
bi«r  aogeineJu  micbtige  System  der  Oypninergel  erfOllt 
Ton  Pntacen,  Lioseu,  Schnüren  nnd  Ädern  von  Gyps,  PUttige 
Kalhe  mit  den  stengelähnlicben  Wülsten  des  deatschen 
Wellenkalks  nnd  mit  EnertHUs  ffracitis  schliesiwn  auch  hier 
die  Gypsxchicbtcn  nach  Oben  ab,  welche  dtircb  2  Verirerf- 
ongsspalten  drei&ch  treppeoförmig  absetzen.  Der  Brachio- 
podenkalk  konnte  nicht  anstehend  beobachtet  werden.  Doch 
liegen  zahlreiche  BlOck«  desselben  berabgebroohen  auf  dem 
Gjpsmcrgd.  Die  Horui^teineinschlüsse  sind  hier  oigentbOm- 
lich  zer&essen  ond  porös.  Bei  la  Goardia  setaen  Gänge  eines 
RrnpÜTgccteins,  vie  bei  ItoTegliana,  bis  in  di«  HssclMlkalk» 
M^iichten  hindurch. 

8 ch i eh tens wischen  dem  Brachiopodenbalk  und 
dem  weisses  Kalk  des  Mt.  SpiizA. 

Am  wenigsten  klar  gelegt  ond  wohl  anch  am  schwierig- 
sten zn  antersucJieQ  ist  bei  Recoaro  die  Schichteoreihe  Qh«r 
dem  gelben  Üolomitdach  des  Btaehiopodenkalks.  Unter  dem 
gegen  Recoaro  weit  vorspringenden  Eck  des  Mt.  Spizze, 
dMMD  Steilwand  bereits  am  weissem  Kalk  besteht,  sieht 
mtD  schon  ans  der  Ferne  grellroth-  nnd  gelbgef&rbte 
nichtige  Schichten  unter  den  Kalk  einsebicsscn  und  in 
giOMoa  Schutthalden  das  Gehänge  überdecken ,  das  vom 
Mt.  Spizse  gegen  Sasso  di  Limpis  ^ßllt.  Dieae  Schiebteo 
sind  es,  welche  die  altern  Foracber  mit  dem  Ken  per  Ter- 


i 


tnche  XUtheilungen  aiu  rfew  Atpem.     65 


halMtt.  Dil)  Cnb^rmicliun);  dicsor  Sc1iicht«ii  sclik-n 
^viebtig  genug,  mn  Aeo  angemeän  müUBamun  Versach 
■I  rnuäten,  an  dem  SteilgobSnge  bi»  zur  FeUwand  des 
wtMMD  Salkfl  emporsuklpttern.  Ich  fand  D«b«  oberhalb  des 
ilvrcb  Zimtniiicnbnicfa  «atslnndcnen  gro&sen  Kabrn  von 
8«R)  dt  Litnpia  am  Fa^se  des  Gehäiigeji  die  anzweifelbaft 
■iul«ben<l«  Braciiiopodenkank  des  Muschelkalks  aud  nach 
tiatt  Untcrbrnhaog  tod  nur  geringer  Höhi;,  welcbc  durch 
Deberrollung  verdeckt  i<<t,  iu  gleichfSnniger  Lagerang  darüber 
tn  bodi  oben  xur  Kallcwand  de«  Mt  Spizxe  rothes  and 
ptlm  risrnschöuiges  and  dolomi  tisch  es  Gejioin,  sandige 
nd  ttt^e  L^en  tob  ibnlicber  Färbung  und  ächte  TuflT- 
mwwn.  Vnfulgt  man  da»  Fort«trcichi>nde  in  der  Kichtnng 
nr  &)pe  La  Basta,  bo  kanu  man  an  der  Kante  der  Weide- 
Kciie,  die  geradeauf  xtim  Mt.  Spizxe  iiich  empor  xieht, 
lArheqonD  dtvsftlWn  Scbichtenreihen  wieder  finden,  nnr  sind 
ter  die  Lagen  sehr  hfiaSg  und  bereits  fast  vorherrschend 
toffijt.  Dflungeftchichtfte  Platten  njil  Hnni^leineinRobl&Rseii 
«rituen  an  die  BncbrnMdner  Kalke.  Hchwarzw  Äagitge- 
*ii  Bad  ibonigc  Porphyre  liegen  in  so  zahlreichen  Brocken 
Ber  ifie  Gehänge  an^gestieat,  dasa  man  diese  Felsarte»  wohl 
lii  ia  der  Sfihe  anstehend  annehmen  darf.  Da»  7«igt  nich 
in  iu  Tbnt  als  richtig,  vrvil  man  emporsteigend  oben  auf 
it  ^neid  des  Oebirgsrnckens ,  der  itn  Mt.  Bptizo  ans- 
Wl  Dod  bereits  aoa  weissem  Kalk  besteht,  das  Aui^ebende 
iWw  &Ti]»üvgBoggaatqn«  beobachten  kwiin.  Hier  siefat  man 
«0  Porphjr-artiges,  ganz  zersetzte«  Gestein  dentiich  gang- 
Vl%  in  den  Kalk  eindringen,  genaa  so,  wie  man  es  x^br 
cUn  und  bequem  an  der  Strasse  oberhalb  des  Dorfga 
V«l  Am  gngea  die  italienische  Grenze  xu  in  zablreichea 
StiuuuuiKhnitten  direkt  beoWchten  kann.  B«  sind  die«« 
'  ^lÜMMi,  welühe  oft  zu  einer  Art  Porzellantbon  verwittert, 
.  B  gugartig  angolagten  Oräbvreien  abgebaut  werden-Uelwr 
Natar  d«)  Spiate-Kalkes  später. 
{jm,  L  llaUi.-pbjr«.  Ol  i 


66 


Siltung  der  ■u{A.-jA|w.  CUmt  mm  }.  Man  tSTS. 


Sehr  i>cliwi«r%  ist  die  Scbicht«iifot|fe  »on   d<rm  bcrvitM 
frllher  geoannteu  ei Dzeluteh enden  HaaMt  an  dcni  Wc^e  vud 
IWo«ro   XU    I^a  Rasta,    wo    wir   bereits  die  Brachiopodea 
unil    HornHein-reiclien    Masehelkallclirinke     kennen    gelem 
haben,   aufwärts  sur  Alp&äch«  im  ÜJinzi-Inro  Dachau wi'JiH.'u., 
Do«h  gelang  6S  den  Aufbau  mit  nur  wenigen  ODtcrbrech 
nogvQ   trotx   ilc«  hier  bt^inneudeo  Qia»Miiweii<eQ  Anflret« 
Ton    Ernplivge^tviu    in    den    Seibenschlucht^u    kennen    b 
lernen     Eü  folgen  hier  über  dem  gelben  dolomitiachen  Dacb 
goctmn    des    BrncUiopodenknIks    zunächst    graulich    wei 
dOnn   geachicht«te,   plnttigo    Morg«!   und   Schiefer,    die 
80  mehr  den  Wengener  Ha  lob  ien -Schichten  eich  Ter^leichenj 
iaxsen.  als   neben  denwiben   ganz   chankkteriMische  I^etri 
Terde   vorkommt.     Qrnue,    tu^g^sandige   Lagen   setsen   di 
ScfaicbLen    nach     oben     fort    und     werden     von     Porphyr- 
artigem,  oft  in  lockeren  llion  verändertem  Qastein  darchaetxl. 
Bier  tat  ee  auch,   wo  in  der  Nähe  eines  sdtiichen  W 
riwen  der  «ebon  genannte  Pechstein    in   sehr  Teränderlich< 
Fonnou  zn  'I'ago  tritt.    Daneben  zeigen  «ich  intensiv  rot 
wohlgeacbiebtet«  Horustein-fuhreude  Lagen  und  viele  rothi 
graue  und  grflnliche  nndig   tnffige  Sckiohten   bis  zu  d«m 
von  einem  Hutifwerke  weissen  Kalks  Qberstflnttea  Pel»enhaug, 
w«loher  sich  w««twärt«  zu   dem   steilen,   mit    einem    bo 
Krema  gesclimtlckten  Felariff  blendend  weissen  Kalkes 
Alphtttte  La  Ita«üi  empomebt.  während  o«twtrt»  die  Tai 
bgen  uuil  KruptivmaNseu  nnonterbrocbeu  bis  zur  AlpW' 
ftKclie  bei  CStempelle  und  weiter  Über  Oasare,  C.  Stue,  An 
ghflbe  Creme   und   Glerchebe   bis   zur   Dolomit-    und  Kalt 
wand   dm  M,  Laste   und   Grunnulloo   sich   ausbreiten. 
aebeiiit  mir  nicht  zweifelhaft,  daaa  das  ganze  eben  ervriÜint 
grosse  Kalkriff  au  der  Alphütle  La  Bwta,   deaaeo    weis» 
Evioospongien-iacfaer  Knik   mit  d«m  des  Mt.  Spizze   Tölli 
Bbereinstimmt,    nicht   auf  ursprüngUclier   liugerstätt«    »c! 
b»fi»det.   modern    in    einer   früherer,    hnberer  Lage  nn 


^ 


'C.  W.  Q«mbet:  OtogttottiKlM  atUtheilungcm  au*  dm  Mp*m.     67 

MiditB  jstet  hsrabgebrochen  über  rolatit  viel  tieferen 
Sdiöcldni  li^t,  als  ihm  seiner  normaleD  Stellang  nach  £u- 
kanurt.  Dieser  Kalk  geh&rt  in  die  H3be  and  in  das  Niveau 
im  UL  Spixae-Kiillu.  Die  TufHiiKVii  der  U  !t«»U  da- 
gcgu  «ntxprecben  den  tieferen  Schicbteo,  die  oben  am  Steil- 
|Äliy  unter  dem  Mt.  Spizze  erwübnt  worden;  sie  sind 
txM  Torbemefaend  tufSge  Facies  derselben  und  gleichen 
BMk  Gesteinsbescliaffuiibeit  nnd  Lage  den  Tnffiugen  der 
StuMT  Alp  and  bei  St.  Cessian.  Die  bier  mit  einbrech- 
toAm  iCnipliTgesteine**)  aitid  tbeils  übnliche  grUne  Augito- 
pbjre,  irie  im  Norden,  tbeils  aber  sehr  eigeutbiimlicbo  ächte 
Ferpbjrre.  Alle  tngen  den  Cbarakter  tief  greifendsler  Zer- 
■Itiiaft  an  »ich  nnd  gestatten  kaum  mehr  «inen  richtigen 
EaUick  in  die  Natar  ihrer  iirsprttnglich«Q  Zofiammensetzutig. 
Was  Konäcbat  den  sehimrten  Wreits  von  Lasaulx 
uAhrlich  beaebriebenen  Pechsteinporph jr"J  anbv- 
bigt,  M  fand  ich  eine  eigentbiimliche,  an  Perlstein  erinnernde 
Virietftt,  welche  ich  im  Vergleiche  xa  der  von  H.  r.  l>m- 
laali  angeführten  oSber  antersocbt  babe.  In  Dömucbliflen 
■ngt  neb,  dass  die  Haoptmaitaen  aas  einem  grao  bis  rSthlich 
bniien  ßlas  mit  nusgeieichueten  Flnidalstreifcheii  bestellt. 
In  disMr  Grandmasw  liegen  wasserhelle,  rissige,  längliche 
Krptelle,  die  i.  p.  L.  als  Plagioklas  aich  erwiemu, 
4Bn  grOnliob  braune  dnokle  Krystallo  von  Hornblende 
ikrig  aod  stark  dicbroitisch),  wenige  Quarz-kürucheu  tmd 
MsgaL'taiscoiiitaabtbeile.  Das  von  t.  Laaanli  mit  Diallag 
•vgliebeae  Mineral  ist  auf  den  xablreicb  an  dasselbe  dnrcb- 


28)  DIss«  GartabM  dal  auf&hrlkli  p«tTogr^bi8cb  roa  Prof.  La* 
■l>  ta  ZeitKbr.   i.  d.  gtol  0«Mllieh.   Bi  XXV.  B  386  und  ffd. 


29)  A.  a.  0.  S.  833.    Dan  kb  hl  in«iaer  BeMbreibaog  d«*  Pecb- 
MMDponAT»    ron  CatUlratk   diner  Atbfit,   dU    oiii   entgao^fn    war, 
^■Ut  ffikdit  hab«,   laSebte   idi  bei  diewi  Gelogeabpit  aU   ein  Uebei^ 
caiaefaaldlyeft. 


68 


SiUmig  der  math-phtu.  Ciant  towt  1.  Slän  JST9. 


KWlieiidai  Ri88«'n  Ton  einer  brauiien  AiiwicIteidaDg  —  wnhr- 
Nchetnlicli  EisvDoxydbyilnit  v«rnari!int|^,  m  du»  eine  Pnr- 
UaUnalvse  k^n  Anhatten  zu  seißer  nSlieren  Bestinimuug 
ergi«b.  Daneben  sind  sKhlreiche  DlSttfihen  intetixiv  tluiikrl- 
fürbigCD  Magnetiaglimoien  «inj^strsat  Hehr  merktrOrdig 
sind  die  zablrejclini  eingcschlomenen  StUckcben  «ines  fein 
kristallinischen  Gexteins,  welcbea  dem  mit  vorkommend«! 
Atigttopbyr  zu  entspredieu  s^lieinl.  Die  Analys«,  welch« 
Hr.  Assiittent  SvhwBgrr  Tomuhm,  ergab: 
Gepcrlter  Pechsteinporphyr  tod  La  iiasta: 


Ki«HlMd« 

Thonenl« 

Sissnoijil  .  ... 
EiMn»tjrilDl  .... 
MsniyHinxjilal .    .    .    , 

Kslktnle 

Bi(t«r«rd« 

KM 

Hstron 

Wisser  mi  Kahlmimt 


BftUMb- 

uiuljtt 

A 

CarlikUnal;»«! 

B 

C 

D 

6S.32 

47.74 

«8,1^ 

ST^ 

16,S2 

19,54 

1^.68 

I4j$2 

I.S1 

8,42 

%28 

Vn 

8,06 

— 

■^ 

0,1» 

- 

— 

— 

*,e2 

i>.m 

2,01 

2M 

2,30 

3,28 

1,^ 

0,87 

1,70 

3.01 

1.24 

2,» 

S,M 

3.40 

3.98 

4.97 

4.78 

6.1» 

4,«t 

fi.90 

lW.4tt 

iW.*S! 

IW.47 

1(W,24 

A.  Die  ZntiaromenHetxung  im  Ganzen  stimmt  im  Wetiont- 
licben  fiberoiu  mit  der  von  Lassulz  geliefert<.>a  Atuv- 
IjM  de«  gevrShnlichen  Pechsteinporpbyn  von  La  Rasta. 

B.  Ein  in  HalzsSure  zeraeizbarer  Antbeil  betrügt  27,28*/» 
Vnd  scbdnt  nchtm  atwM  Kalk  dem  durch  ZersptzDQg 
eoWandenen  cbtoritischra  glimmerigen  und  eine»  Tbi-il 
des  tersetzbareD  Plagiolkafle«  zn  entsprechen. 

C.  0«r  in  Sfltzsäaro  nicht  zeriwtzlwre  Anthftil. 

D.  Die  mit  grosser  Sorgfalt  Boagewäbltfi  Glaamame,  w«lche  ' 


i 
4 


r  IT  fta-''!    UfrifiiMtvdt*  J/iKAcdMiym  am  d««  Atpe».     69 

io  Wiwatliclivn  mit  dem  in  Siiiren  uitwrMtsten   An- 
tbrit  ObcmoKtimoit. 

In  G«tit«i  ikt  die  ZasammoaKt^iuig  ziemlich  abveich- 
aJ  too  j«tMr  des  PedutteinporpUfra**)  roii  üuelnith,  dfr 
btdMtrad  Krmer  «n  Ki(scUüurr  und  rfichür  un  NutroD  ist, 
*M  ific  AnwMviibcit  ron  Plagioklas  erklärlich  maclit, 

l>i§  b«g1(>iteod<!D   grOneD  Augi  to  phyr-krtigeu  tie- 

Mmw  bieten  growe  Ver3cliied«ii)ieit«u  dar.     >Sehr  v<>rl)ri-it<.-t 

■U,  wia  bcirib  frtllior  scboa  ernähnt  ward«,  xtetnlich  feia- 

Mraigt  A bändvrangttD,  die  im  Dünnschliffe  sich  ala  autwer- 

|*«BhnKch  reich    an  mdat  stark  zerHelxtem  P1a^iokla8  aod 

ann  m    sogitisch^n    Bt-iinengongen    crwciHon.       Die    fein 

bifUlliniMh«  Hanptmium   kommt  jen«r    des  Gestein»    der 

Gjrplagni    TOD    Kovegliana   und    Va]    di  Rotolon»    nahnn 

gMth.  Eteioate.  «tork  dichroitüche  Schüppchen  und  Nidel- 

(kn  dlrfteo  braonem  Glimmer  angehören,  obwohl  derselbe 

Ö  M  (mn  tvrtheilter  Form  wtist  nicht   aufzutreten    pflegt. 

Bi  uteiBt  dadurch  ein  Uebergang  in   Porphyrit   angedeutet 

'b  «nden.    Ckloriliache  Iteinii-nguDgen  »ind  »ehr  liüufig  in 

winalM)   nnregelwüMigea  Pntzen    und  Streifchen   vorhan- 

Ab;  >ia  werden  durch  SalzsSnre  leicht  zerselxt.    Auch  Mag- 

■PtmtD  fehlt  nicht.    Durch  «reit  torge«chritlene  Zeraetzuiig 

fikm  dnmrtige  Gceteine  in  einen  gnlblicheu  oder  röthtichon 

■•br  oder  weniger    nnreinsn  Thon    ftber,    der   stelleuireiae 

t^gimbin  wird. 

Sebr  merkwürdig  ist  die  Beihe  der  Brnptivgesteioe 
ma  Porphyr- artiger  IJefichAffenheit ,  welche  in  diesen 
ScUehtvn  oich  barcits  breit  machi-u.  bis  in  deu  weissen 
Calk  hinein  ragen  and  mehr  nnd  weniger  zersetzt  in  bellen 
filUicbeo,  oft  »chihi  wmmbd  Tbon«tein  oder  Porcellanthon 
IUrgal)«a.     Solehe  wrwtxte  Ma^md  werden  in  xshlreiclien 


»}  »^  d.  Acut    <1.  mn.  ia  liudia ;  nwth-pbji.  a  1870.  ». 


.io. 


70 


Affwai;  drr  matK-pkyt.  (Haut  MM  L  Märt  1879. 


Strllen  f^egrnhan,  um  g<we)ililmml  »U  MataHal  fflr  Herttenoog 
von  Poraellanwaaren  bouützt  zn  werdeD. 

Es  worden   xwei   dieser  ThoDtt«ii)-&rtig«n    in   Graben 
gewonueneo  Maasen  analysjrt  (A«s.  Schwager)  und  swor 

I  eine  webse  aos  dem  Gange  im  Kkllc  dt«  Mt.  Spizu 

II  «ine  etwM  rOlhliche   wu  einem  Gsjige  im  Tuff  am 
l^use  dea  Mt  Spiaw. 


mwilwde 
Ibawfd* 

ÜNBOtTd 

Kdkerd«. 

KaQ    .    . 
Katnm    . 


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M.M 

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In  diewr  AndjRe  bedeotet: 

a)  die  BatucbanalfM,  b)  die  Attalvse  des  donh  Schwefel- 
B&ore  zereetxbaren  Tbeile  und  c)  die  de«  dabei  bleibenden 
Bertea. 

Der  durch  Schwefelünre  serlegte  Astheil  gehört  einem 
ThoD  ao,  bei  welchem  etwas  Thonerde  durch  EUietioxjd  er- 
•elet  ist  und  der  bleilieade  Rert  besteht  ans  Qnan  mit  einer 
geringen  Mrage  von  mehr  oder  weniger  onwrseUlem  Ortho- 
\än  und  Glimmer. 

Prof.  ?.  I.asanlx")  hatdieee  Gesteine,  wie  sie  in  gro«»- 
artiger  Entwicklong  aneh  bei  Pongara  ra  Tage  trat«»,  als 
Porphyre  bezeichnet  aad  genau  beeofarieben.  Meine  Dnter- 


m 


Sl)  A.  a.  a  8.  837  «.  IH. 


C.  VT.  Oltmbd:  Gmjfmtudie  MiltktHuMyen  awi  den  Alptn.     71 

Mebasg  »timtnt  mit  dieMT  Besvicbnang  rolbtändig  übomn. 
In  Däno'wliliSipD  zvigt  die  GrandniASHe  dum  äusgcn'n  Aua- 
Bcbra  incb  ein»  mit  unUreu  I'oqilij'reu  Übereinstimmende 
Bacbaffenlieit,  Hur  dsra  si«  iitark  zerfletxt  sieb  dustellt. 
1b  dir  AoordnuD^  dt-r  rütblichrn  Staubt ii<rtlubon  glaubt  mao 
mpt  bbweilen  eine  Art  Pluidabtreifung  zu  nehen.  I.  p.  Ij. 
■otholt  sieb  dioM  OrnndmUH»  in  nneudlicli  vi«le  kl«ine 
mnpliiiSntg«  Petdcben,  welche  darch  Terscbi«dene  Fiuben 
äA  rou  eiiuadef  tiut«r»cli«ideii.  Dazwischen  liegt  eine 
uarphB  qiunigc  Sabstanx  oder  trfibc  Tbounuu»c,  Divzabl- 
piäi  «ingwtreuten  PeldspAthUrystalle  sind  kaum  darchschei- 
vai.  Um  Manw  ist  raetst  ToIMiudig  in  Thon  umgebildet 
oad  l  p.  L.  olin«  Parb«nerKch«iiiungen.  Hier  und  dii  xind 
Tidldi«!  wrniger  xerveti^ ,  und  diese  ^eben  i.  p.  L. 
mr  die  Parbeneracbeinangen  der  Orthoklase.  Glimmer 
at  hiufig  eiogemengt;  auch  Quarz  fehlt  wob)  nur  iu  sehr 
wfcluau  Fällen  gänzlich;  dagegen  könnt«  ich  keine  Hörn* 
Unde  bttobachten.  Es  liUst  sich  daher  das  Gestein  nicht 
tk  Porphjrrit  b«xeicbneD.  Auch  «os  Val  Predda  liabe  ich 
fa  gleiche  Gratein  onterancht;  die  Gmndmueso  xeigt  hier 
iwA  die  Lage  eingeetreoter  feiner  ätaubtheilcben  deutlicher 
«KArt  Ktaidabbreüang. 

btr  Kalk  und  Dolomit  do«  Monte  Spizte. 

Du  ÜF«t«in  der  hodu'ten  Pel^kuppe  de»  Mt.  Spizze 
■t  hlkig.  s.  Tb.  dolomitiscb,  lichtwciRs,  woblgescbichtet 
ad  ligerweiha  erntllt  tou  kleinen  Auscheidungen  por&seu 
BvluteilUL  Aach  finden  fleh  graile  nicht  »elten  kleine 
(häatfoden,  Crinoideat  und  GtfroporeRm,  welche,  «o  weit 
dint  der  schlecht«  Erhaltung!«/.usUud  zu  beurtheilen  ge- 
iWItt,  der  Species  muitiservxlis  ungefaSron.  Sehr  ati^e- 
■■tkaet  iitellt  sieb  jene  grossoolithisohe  oder  wulstige 
j)tniktsr  nn,  die  man  uN  HvinoxponginnKtnidar  zu  bezeich- 
Mi  pflq^  and  ab  sehr  cbaraktemtittcb  fOi  die  Gesteine  der 


T2  SiUung  der  math.-pli<fs.  Clatte  am  t.  XSri  tSTB. 

Stuf«  dui  Wettt^rsteialutlkit  oder  Sclilorndoloiait«  annimmt. 
Nar  io  den  tieCsUn  Lagen  ist  der  Ealtc  r&thlich  gefärbt. 
Zalilrfiichfl  Mineralginge,  welche  meüL  BleigiMiz  uud  Schwer* 
apatb  führea,  durchsetzen  den  Kalk  und  gaben  (rilbor  za 
einem  lebhaft  betriebenen  Bergbau  Vorantaeaniig.  Das  Ge- 
sainintverhalteD  des  Spiz^ekalks  stimmt  mithin  so  rortreff- 
licb  mit  der  Stufe  de«  Wetterkalks  und  Schlenidolomita, 
dasB  ich  kein  Bedenken  trage,  dentielben  damit  in 
Parallele  zu  stellen.")  Ea  ist  bereit«  erwähnt,  daae 
ancb  da«  Kalkriff  der  !<»  Itasl«  als  ein  herabgebrochener 
Bergtheil  desselben  Kalkes  nnznsehon  ist. 

Dasselbe  Ooftein  wtxt  auch  in  den  bcnacbbarteo  Kulk> 
bogni,  deren  unteren  Aulbau  bildend,  fort  und  wird  höher 
vom  Bauptdolomit,  der  die  höchsten  Spitzen  der  Kalklafte 
uumocbt,  [ilierlagert.  ICine  tuffige  ZwiHchenlage  zwiiwbeu 
beiden  ist  nicht  überall  wafarzuuehiueii,  doch  scheint  sie 
stellenweise  vorhanden  ^a  sein. 


32)  Diner  Kalk  wird  noch  ii«a«rlfchsl  ron  Hm.  Mojtliovici 
(D.  DeloBotUiiTe  etc  8.  48i  fDr  ein«ii  8t«ll Vertreter  Am  Mendolado- 
lomltetklirt.  Dtoe  Aarielit  Ist  alcltt  vriwr  btgrOadM.  Si«  ttOtat 
«iah  Tielk-Uht  «nT  die  Btobachtnag  <iler  Febrlpp«  4ei  ««üMn  Kalka  iler 
La  KaiU,  iti«  allenlinK«  nahe  oberhalb  dM  Bracfaioiioileakalk*  litgl, 
ahn  «ic  ith  nachiaireiMii  T«r«Qcht  hab«,  aui  b  rtnlttnUr,  wksniUrM' 
IiStte  lieh  befindet.  Obwohl  hUr  nicht  der  Ort  ixt,  a«f  Am  Kiehcn 
Inhalt  dicw*  «rwibatM  an**«[K<'wnhn liehen  Wvrk«*  cinn^h«*,  Klanb« 
ich  dock  hier  Oel^tahalt  nehmcs  »  mOnoii,  dla  nnfreoadlfehit  and 
angwccbto  Anklage,  xlche  der  Vsrfuser  (8. 41)  gt^imm  deotach««  0«»- 
lofw,  ih  auch  in  den  Alpea  mita/beiUii,  !■'•  Oedcht  Mhlemlert, 
sie  nlUntieh  die  Btaelchnvag  „Rtaper"  in  dia  alpiM  Nomen: 
«iainrhm«ff«la  aochua,  inrDekirettca  in  nOa««!!.  Wir  dOrf« 
Beartballnag  hierilber  getmtt  deaa  intimaUenaleB  Areopaf  der  facb- 
genotaen  >b«rUaMn.  Aech  meti  aUe  Well,  da«  di«««  AllanM  in  dar 
aaUbatloaiatea  Wabe  ia  den  Alpen  tbätijr  waren  nad  aiiul,  am  dl« 
WliaeiiKkaft  la  ßnlera,  nicht  lun  Iland«!  nait  ihr  nad  aa  wenigaten 
daa  attehrllcfaa  0<achift  dea  Bchnngiala  treiben  la  woUn- 


C.  Vt.  (MMbef :  0«ci7nm4h<A«  JUtrfhräitiuiT»  tiiM  dtit  Alpen.     73 


Die  Pflanzftareate  der  unteren  Sandstsiu- 
schiebten. 

An  drei  HteU^n  bähe  ich  Wi  Recoftro  in  den  tief«t«n 
I^4steia»c]ucbten  PfiatixeiieitDicbllltiso  i^eammplt.  nämlich 
«■mal  im  Val  del  Prack,  na  der  a)t«n  Fandutelle  Matisa- 
laog»*!),  dann  oborhalh  der  König^qunlln  und  nnt^rholh 
ia  Rireb«  St  Qitilianu.  Alle  dicm  La^n  stimmen  anfs 
gnoaeM«  mit  eiaaoder  ßberein.  Es  ist  scbou  bervorgo- 
WW  worden,  d«ss  aacb  die  Päaax«u'-ft1brpnden  Schiehteii 
Wi  Nmmarkt,  Tramio,  Montan  und  bei  Botv-en  aowobl 
<w  die  Lageraag  nnb^Iiiagt,  al«  nucb  in  wnhrb»fl  Uber- 
T*icheiid«r  Weis«  iu  llevDg  anf  üeett>iDfibeschaffenheit  und 
4m  «igeuthümliuben  ErbaltnngunatAnd  iin  PRniixonein* 
wUton,  sowie  auf  die  besondere  Art  dcts  Einscblussea  wj  es 
ia  itm  wniiuwn  Snudxtein  oder  in  dem  granen  Schieferthon, 
■ftjnur  bei  Itenoaro  bis  zum  Yftrwechaeln  gleich  kommen. 
Hiw,  wie  dort  sind  div  PfluDxenrmt«  nicht  vollständig  vor- 
itiUt.  sondern  theilweise  noch  io  ihrer  inneren  Strulctnr 
«  wolü  eriiaKeu,  das«,  wenn  man  sie,  was  leicht  gelin^jt, 
wa  dim  Gesteins  ablöst  und  mit  einem  Qemisfih  von 
ddonwirem  Kali  nnd  Salpetersäure  einige  Tage  in  der  Kälte 
Mndelt,  sie.b  mikroHcopische  Präparst«ß  ans  ihnen  her- 
ittUm  U*MU.  lob  habe  lablrciche  Priipiu-at«'  ditvur  Art 
Wntit  nm  eine  Menge  von  ansferdem  nicht  unterscheid- 
WtB  Pflannenfragnieütitn  anfsutindeii,  die  sich  zwar  nicht 
«bU  als  Spocii^  Irczeicbnen,  aber  doch  ab  etwas  Verscbie- 
iam  «rkennen  lassen.  Auch  dQrflea  derartige  Pril]>araie 
*lht  mit  daxn  beniltzt  werden  knnnen,  niu  die  nntontchie- 
fam  Anno  weiter  su  li^ründen  und  sie  vielleicht  mit 
gril—iu  St«faerhpit  lebenden  Formen  za  vergleichen.  Ich 
I  **vd*  im  Folgmden  den  Vcr«ncli  wagen,  bier  nnd  da  anf 
«hhe  Priparabe  xurückinkommeD. 


74 


SiUMma  44*  moA^/ky».  Omu»  um  L  Mrt  tlfff. 


Prof.  ^ohimper  in  Strusboi^  b«lte  die  besondere  Gate, 
alle  irgend  b«-ini}rkrn;twKTtiicii  ätficliv  von  ullen  Fandurtra 
ZD  ontersDcheD  aad  die  nUnzviimt«  xa  beitimmen.  Heineo 
Dank,  deu  tcb  bi«r  fQr  die  mQliniiue  Üntent&tKang  des 
bosUn  Kennen  de«  TriusSont  «aszospreehen  mich  ver- 
pflichtet fOble,  ist  am  so  ({rösser,  sla  der  sckr  gwhrte 
College  mir  auoh  gestattete,  tou  seinen  Bestimmungen  hwr 
tnsKB  Gebrancb  za  mach«tL  Ich  wlb»!  bab«  nur  einige 
wenige  Bemerkungen  weiter  zu  diesen  BestimniQDgeu  hinzu- 
zoftlgen,  ta  welchen  diu  rachliche  Materia)  einer  lelxten 
Anfsammlnng  Qetegeolieit  geboten  bat. 

Um  eine  Debe^elit  filier  die  bisher  in  dm  SOdalpen  im 
sog.  antaro  Voltxiensaudttein  aufgefoudeaeu  Pflaa- 
Moreste  sa  gewinnen,  sind  in  -dem  nacbfolgendea  Veneidi- 
nias  neben  den  schon  genauuten  Fundstellen  bei  Reooatx) 
—  Val  del  Prack,  Thal  obcrlmib  der  KöDigaqnelle  uikl 
Kirche  St.  Gioliana  (jedoch  nur  mit  der  Berflcksichtignng 
der  TOU  mir  selbst  aufgefundeiuia  Ueberretite)  —  auch  die 
wichtigen  Ort«  b«i  Neomarkt  nämlich: 

1)  an  der  Strasse  nach  dem  Dorfe  Mauon, 

2)  unterhalb  dea  Dorfts  Uortas, 

3)  oberhalb  dea  Doriea  Tramin 
Doch  einige  Fnndcffte  bei  Botzen  nnd  Triettt  nämlich: 

i)  im  Graben  obvrbalb  Missian  unter  dem  Mendelwand, 
i)  an    den    alten     VennicluHtellen    nach    Steinkohlen    bei 

iiBTia  und 
6)  im  Aferthal  bei  VUbrös  unterhalb  dea  hier  durchzieben- 

den  BelUrophoukalk». 

Tj  PaM  nnter  t^lschedia  bei  St  tTlrich  beigeugen  wordeu. 

Als  Hanptei^bnim  der  fimmtlicben  KrfumU  hat  Prof. 

ftebimper  die  lulvntität  der  Pfiaaian  dieaer  aämmtlichen 

Sammelstellen   erkannt  nnd   ebenso  beetimmt  die  Deberein- 


88)  X.  Jahrb.  1878.  6.  17». 


r  r.  Oiwibet:  OtOjpmtuiAt   Uitthtautfft*  mu  den  Alptn.      75 

DDg   nüt    der    ton    Heer    betKhricbenen    PaUeoflora 

nnßiircbeD  iii  ÜDgarn  aaügesproolieu.  Der  Ansicht 
Bttr't  (tutimmeDil  erklUrt  nt  <1ie«i;  Plora  at»  «ine  Botob«, 
triebe  eben  penaiBcIieo  Charakter  besitz«,  ab«r  nicht 
«lil»  grcHM  BMl«nki>D  dabei  (tir  berechtigt  za  halte». 

Prof.  W  (?  i  X  i>  hat  sich  äbi^r  div  Nutur  (Host-r  Pfianxen- 
nete  dahin  aa^eoprocheii.  dass  der  dyadieche  Charakter 
keianw^  erwüsen  sei;  er  ist  vielnifhr  der  Atii^icht,  diuui 
ie  Tjpv»  dioMr  Pfianven  «icb  der  jungorro  Flora  augen- 
sheiaUeb  anscbliesse,  wobei  die  Erscheinung  hervortrete, 
ilMi  der  allgemein  p^lKontoIngi^che  Charakter  der  Flora 
hmiti  demjenigen  der  xa  gehörigen,  sogar  darOber  gebet- 
Meo  Paans  rorsosgeetlt  sei,  so  daas  die  stärkere  Verän- 
doung  eriit  nach  dieser  Fanna  bei  den  Tbieren,  aber 
\m  den  Pflansen  vor  jener  (Iura  in  den  alpinen  G»- 
Krtoi  eingetreten  Hi. 

üeber  die  einxelnen  bisher  gefundenen  Pflanxenarteu 
BOgu  r«lgeode  Bemerkungen  eine  Stelle  Bnde». 

Oefltesk  ryptogamen. 

Die  Armuth  dieser  Flora  an  Calamiten  und  Eqvisen 
nmU,  lia  an  FaruSberre^ten  ut  ganx  besonders  an^llend 
od  j^ehheitlich  bei  Kecouro,  wie  bei  Xeninarkt  und  bei 
FBnOörclicn  oonstatirt  Kur  selten  finden  sieh  kleine, 
lAUhl  erhaltene  R«ate  tod: 

1)  Calamites  spec.  sowohl  bei  Itecoaro,  wie  bei 
ÜMarkt  in  xwar  unter  eich  übereiDetimniendeu ,  aber 
■kvis^  auf  eine  beetimmte  Art  zu  beziehenden  Pormeo- 
£t  nuraeit«  an  C.  leioderma  Uutb.  die  Geinits  zn  C- 
■ViWm  Oath.  r.ii^it,  nnder^^rBcit«  an  C.  arenaceus  Brongo. 
■iilBVB.  Ohne  Zweifel  g«hi)rt  hieher  auch  Iiquiselites 
Bmgmarti  i?)  Ung.,  weche  d  e  Z  i  g  n  o  (a.  a.  0.  8.  7  Taf.  I. 
I^'  3)  roo  Bec«aro  auffuhrt. 


76 


SmiiHg  der  math.-pkjft.  CIium  vom  L  ildri  1Sf9. 


Die  nahe  Verwandschaft  «Her  di«8irr  Fornon    bis  zä 
C.  {^fproxintatus  der  Üarbousohtchten    lässt  diese  Art 
nicht  entHcbeidend  »rMhctnon, 

F«rne. 

2)  GaUiopteris?  ct.  conftrta  in  rntthi'in  bandst«!!) 
von  Nentuarkt  Hcblecht  erbaltea  ist  D«oh  Scbitnper's 
B«i>Uiiiinuni{  «ebr  vw«ifellia(t 

3)  Bei  Nnnnutrkt  fand  ich  uH!ltr«re  gut  «rhalten« 
Exemplnrt'  «inn-  Taenioptertäc,  welche  Scbiniper  zu  der 
BemerkuDg  veraiilaasten.  daHA  diese  8tQcke  der  Grösse  nach 
der  Taenio^eris  almormis  G»lh.  gleicheu,  aber  nach  d«r 
Bcrippniift  gunx  bestimmt  sowohl  toh  dieser  Art  als  von 
der  ()l>ercarl>0Riiichen  T.  nrnUinfirvis  ver^cbiedeD  seilt,  da- 
g€^n  nich  durch  Ntiirkeri.'  Kippen  and  dadarcb,  daas  diese 
«ntf«rnt«r  stehen  und  sich  iu  der  Nähe  der  Spindel  reach 
abbitten,  der  Datmeopsis  gleich  kominen.  Ob  diese  Porm 
wirklich  xu  letztweiu  Genus  xn  wichen  sei,  kSone  wegen 
Maußcl  der  PrucbtorKane  nicht  entschieden  worden. 

Bei  einer  lüheren  Verj^leichuiifir  mit  Exemplaren  von 
DiOiaebfms  maranlaeea  ergab  nicb  mir  eiite  Überraschende 
Aebnlichkoit,  so  dass,  abgesehen  von  etwna  enKerf;e«tellt«>D 
Rippchen  bei  der  alpinen  Art  (14.  auf  O.Ol  m.  Blnttlünge 
g^en  10—12  bei  D.  marantacfa),  ma»t  eine  Debercin- 
•timmang  unverkennbar  ist  Es  dOrfie  daher  kaum  gewagt 
Min,  diese  Form  als  eine  Danaeopsis  aumisprechen,  und 
alK  eine  neae  Art  D.atpi»»'*)  su  bezeichnen. 


M)  EI>»  <U««e  ZriUn  «im  Druck  Knl^offt  (iad,  tbdlt  ailr  Berr 
Sthimpet  mit,  4bm  akh  dt«  Ikdmlcn  g*sr»  diwM  T^mtoflmtfarvi 
dAdnrcb  beben  laMcn,  iam  rhui  Ttumopltri»  Eeiordi  Otrmu  (Dtni. 
i.  Hanif.  KepferMti.)  nm  V«ntlHch«  betili-h«.  Bai  ■)i«M>r  tog.  Tw 
aiojitenir  TerlanCra  die  Nerrai  In  ^UIcIkt  Bi<fal«nf,  wie  bri  Danawpxi». 
Steaiel  (TMnioptcri'lM  am  dMn  BÖtkliBgenddi)  gfebt  witM  dam  Nanaa 
TaeniOfUrii  üch^Hkii  «Im  g«ai  ÜiaHebe  Fora,  die  an  Dwtanpait 
•riiniirt. 


C  W.  GumMi  GeogiMttitthe  MMktauHg«,i  mu  den  Alpen.     77 


i)  Baiera  di;yifata  Brnngii.  wunle  xiin-st  von  Heer 
Ulf  mae  tWKr  klcinerv.  ul>cr  soafi  gut  mit  der  tjptscbvn 
irl  de«  Kapferscliiefers  Sberfinstimmeiule  Form  von  Pdnf- 
Uicbeo  hfxogeu.  In  d^n  8cliiclit«-n  der  Stidii1p«ii  kehrm 
ihsGcfae  l'elwrn^üi«  tlIlg«I^(^in  biufig  wieder  nnd  gehSren 
a  in»  Tvrbmtetitteu  nod  cfaBrakteristüwIifltan  des  nntern 
Tohsietuaudüteins  bei  Itectnro,  wie  von  den  Fundttt«llen 
bri  BoU»D.  Beb i m por  hftt  dtCM  Uebrrnwt«  obiit-  BHonkitn 
■ii  ihr  TOD  Beer  erwäboten  Djanpecies  ron  Füufkirchen 
üatifiärt,  was  wohl  nicht  zd  beanstanden  Hein  dtlrft«, 
•b«nU  die  Formen  ron  SfiiUirot  constant  etwas  f;rösser 
wttrt  als  die  trpiscbeu  des  KupferEcbiefers  sind.  Ohne  die 
iiUKUeo  der  beiden  Facbgelehrten  kritisiren  wollen,  darf 
UA  ihrtaf  anfmm'kaan]  gemacbt  wenicu,  da««  Hcor  mlbst 
bs  HiBerBeatimmang  beise1):t,  „wahrscbeinlicb",  wodurch 
Amt  Uentificimng  doch  nur  die  Bedeutung  grosser  Achif 
fidikeit  betgelegt  werden  kann. 

Losgelöste  nnd  mit  jehloraRurem  Kati  und  Salpeten^nre 
Uuddte  Blatü)i«ito  ii»H.4en  mit  dem  Mtkro^knp  auf  der 
OWrfiebe  ein  Netzwerk  Ähnlich  dem  lunggcz-ogeneQ  Blatt- 
Hti  #twi  eines  Dicraimm-t  erkeiiuen 

Ks  Ton  de  Zigno  be^hriflxtiie  CaulopifriS'Stamm- 
Mitk«  hkb«  icb  bei  Recoaro  nicht  wieder  auffinden  können. 

Cfcudeen. 

5)  Ab  Ptcrophyllnm  wnrde  nur  fraglich  ron 
Sehimper  i^in  soblecht  erhaltener  Pftanzenrest  bezeichnet, 
^  icli  im  raiih<ui  Sandstein  vor  Ncumarkt  aofliuid.  Aach 
*■!  Gattung  ist  nicht  aorachliosslich  der  Trias  angehürig, 
*li  «nuKibins  einzelne  Arten  schon  im  Itotblit^enden  und 
•Ihrt  in  Carbon  auftreten.  Doch  luit  uiixit*-  Form  mit 
Aaoi  älteren  Artrn  geringe  Aehuüchkeit  und  nSbcrt  pich 
vkt  den  breiten,  karr,  fiederblittrigen  Arten  der  höheren 
tlpiia  Triagacbichten 


78 


SitfMf  d€T  natk.-fk]f*.  Oatte  tom  L  Man  1879. 


6:  Cordaite$  ?»fea    oder  Tuceitet  Jspec    Zabl-^ 
reiche  P^metttcT   die  nch  sowohl   bei   Reco«ro,    wie   beiH 
Neonurkt  TorfindeD,  hielt  snerat  Prot  Scbimper  &U  die  ~ 
BDter     sllen    F^fnnden    am    meistea    deu     permiscbeo 
Charakter    dieser    Flora    besttmoMDde    PBanxeofonn.       Die 
weitere  Untersachong  meiner  letrten  Ztuendaoy  ian^  jvdoob 
Seh  im  per  aof  einen  Vergleich    mit  der    im  banten  Skod* 
stein  Torkommeiideo  ,^uiz  ähnlichen  Art  YmeeiUi,  hei  der      i 
nnr  die  Berippnng  eine  andere  iafc*'   (rergL  Sehimper  i^fl 
Mougeot,  pUnL  foai.  d.  gr«e  hieani  1844  p.  42.  Taf  21) 
and  auf  jeoe  Bbttfom  aoi  den  Etaibler-Sehiehtea ,    welche 
Bronn  ala  Yuaiies  (Bat.  xor  Trias-Fanna  and  Plorm  ron 
RaibI  in  N.  Jahrb.    )8A8    S.   1  n.   139    nnd  Necbtmg  1859 
S.  30)  boKhriebeD  hat.  Sc  htm  per  beowrfct:    „Nnn  »eheo  h 
BntdwUlcke  Ton  den  Findcrblättchen  djeeer  Cjcadee  aolchrn  f 
Ton  Cordaita  »ehr  ähnlich  und  ew  ist  dahw  die  Frage  auf- 
rawerfcn,  ob  di»  anfänglich  fQr  Ccrdaita  gdiaUenan  Fng- 
nsBte  nicht  zu  dieser  Cjndee  geh&«n  Unalel  —    Wie 
oeoe  Zweifel." 

Wie  begrtlodei  dieser  Zweifel  i«t,  gehi  ans  der  weit«m1 
BeobaebtoDg  herror,    da«  ich  bei  BoveglMo»  «nf  gleicher^ 
OwlBIluplatta'  mit  Votttia  rretAariemrU  and  SeUia  tri^omdla 
—  täao  eicher  Mnichelkalk   —    gleich&Ils  Fragmaite    Gud, 
die  nneb  Sehimper'a  Beftinmttii|{  mit   den  StAekco   darj 
tieEmn  Lage  nahe  übereinatinunen.  Heg  daher  dicae  Potb  aal 
CordaUes  oder  an    YueciUa   (-  Maenptenfgiitm  Sehimp.)! 
gehören,   dieeelbe   tat    wenigetena   Kr  dm   Djaa-Tjpaa] 
nicht  entsebeidend,  weO  die  Uinliehsten  Forsten  im  alpr 
Moachelkalk  «ieber  wiederkehren. 


rrag- 
?i^^ 

eitwnS 
sichert 


VoDocotjledoDcn. 

Atn  dicMT  Abtheilitng  shxl  nur  WfnJg  deatüche  Uet 
r«te  bie  jrtit  gafitnden  woiden.    obwaU  in   d"a   kohligral 


C  W.  OAbM.-  aeofUdttUdif  iTMluSHivea  om  den  Alpen,     79 

TriHntiichUn  EinwlnfH  Hegt,  was  bieher  sn  gsfaSroi  scheint 
Sidur  eroiiUrh  ist: 

7)  AelhophnUum  spec-?,  wt^lchvi«  Schim  p«r  dkcIi 
Bl&Udieii  bestimmt  bat,  dio  in  d«at  feinen  f^chieferthon  von 
Kc«iau-kt  eingebettet  liegen,  in  gleicher  Weise  bei  Traniin 
mitrkeliri'n  nnd  nenvriicfa  ancti  bei  I{«co«ro  tufgeftindvn 
wnrdm.  Di«  Blättchen  sind  sehr  langgestreckt,  xiemlicb  gleich 
■mit  anil  denUieh  von  einem  Mittelnerv  durchzogen.  Schon 
Mt8«)i longo  baattimmte  Kiruclilfl-««)  von  K«ooaro  ganx 
nebtig,  als  hierher  g^örig.  Es  tat  diess  die  nene  Art 
J,  FcOierteatnim  O'ergL  de  Zigno  a.  a.  0.  S.  13.  T.  Ilt 
T.  2-i,  T.  rV  V.  1-3  und  T-  V!I[  P.  2-4).  Ohne  anf 
die  eicht  xn  verkennende  Aebotichkeit  mit  A.  alipulare  de« 
hoita  Sandsteins  ein  grostaes  Gewicht  zu  leg^n,  sei  hier 
imk  daran  erinnert,  du»  dieMe«  Pftaiieengt^nH«  bisher  als 
■Wfihlif  lieb   der  Triiu   eigentböoilich   angesehen    wnrde. 

Conlferen. 

Weitaa«  die  hriaflgstiMi  and  wcitTcrbreitetsten  Ptlanten- 
ml>  aller  Fnndort«  gehören  den  Coiuftren  an,  xu  dan 
im  Al^meinen  di»te  Klora  als  eine  Turherrschende  Coni- 
ftrcD-Klora  zu  bezeichnen  ui-  Manche  kohlige  Schich- 
tmtntlchen  stellen  eine  wahre  Strenloge  abgefallener  Na- 
dds  and  Zweige  dar.  Die  Ton  Heer  als  VoltMia  hungarica 
i(*thrieben«   Art   geht    allen   uidvrn   an    Hüofigkeit    weit 


8)  Fotttia  Matsalongix.SchKor.  spec.  i  =  Patissita 
MaualMgi  t.  Schanr,  =  VofUia  hunffarica  Heer).  Der  durch 
T-Sckanratb  znerst  bestinsmte  Päsnzenreat  stunmtaus  Val 
M  Pnck  bei  Recoaro.  Ich  sammelt«  un  der  gleichen  Fund- 
4dk  Exemplare ,  die  genau  mit  t.  Scbanrotb's  Beschreil»- 
i^tiad  Abbiltlong  Dbereinstiminea  und  die  Sehintper  als 
fiiüm  Inmgariea  Beer,  bestimmt  bat.    Meiner  Ansicht  nach 


60 


Sitmnf  der  mtith.-pAy*.  Clat*t  «m  1.  Märt  1879. 


kann  Ober  die  IdontitJit  <]i«mr  Ter8ohi«dcn  b«nftaQt«n  AK 
kein    Zweifel    beste  heu.     Eben  so    sicher   ist    die    Ceberoin- 
ntituiDaiig  mit  den  Eiuscbiaftwn   bei  Nenraarkt  Dud  Botzeo.  ■ 
ünrcfa  di«MU  NacbwALS  der  Mentitiit  dor  FflnrktrclK^r  I'flunu! 
mit  der  Ton  Becoaro**)  ood  mit  der  von  Neumarkt  iat  ein  j 
ftuaserordentlicb  wi«hUger  nud  weitaoagebreiteter  $«hichteQ-  fl 
homont  gewonnen,    welctwr   filr   den   s|>eei«ll«n    Nncbwei»  ~ 
gletchultvriger  L^cbieht«ncoiuplexe  in  dem  Bereich  alpiner  But- 
wicklang  sichere  Anballiipankte  7,u  ){ebeu  verspricht. 

Von  dieter  Äit  trifft  man  hitnBgcr,  ab  von  aad«r«a 
Formen,  noob  wohl  «rhultene  reichbeblättert«  Zweige,  welche, 
soweit  die  Funde  bis  jetzt  ergeben  haben,  nur  eine  Blatt- 
form tr^eo. 

Die  Blüttchen  mtxen  Kweixeilig  an  den  Zweigen;  sie 
seigen  die  EigenthOmlichkett,  an  der  Ansat»<telle  plützlicb 
kniefKrm^  sich  zu  biegen  und  ziemlich  weit  am  Zweige 
herabniljkufen.  Fast  iiuT  dtt>  gnnire  Länge  gleich  breit  enden 
die  BlSttchen  mit  Stampfer  Abriindnng.  Der  Mittelnerv 
i«t  kräftig,  Seilennerven  fehlen.  Nach  der  früher  beschrie- 
bnnen  Methode  fär  da«  Mikroskop  durehnchttg  gemacht, 
uigt  die  Epidermis  etwas  länglich  runde  Zellen  und  ein- 
selne  runde,  nicht  besonders  ausge^eicluiete  Spattoffnnngea. 
[n  dem  inneren  1*beil  der  Blätter  Ittast  sich  die  Struktur 
nicht  deutlich  erkennen.  B«i  Neumarkt  »ind  die  ku  diesen 
Pflauxen  gehörigen  Zapfen  ausserordentlich  lüufig  und  gut 
erhalten.  Auch  Samen,  wie  aie  Beer  abbildet,  fehlen 
nicht  B«  int  bvsondert  aU  wichtig  hervonmbeben,  daaa 
diese  gemeinte  Art    ancb  sehr  deutlich   erkennbar  in  den 


85)  Da  Itk  btä  Abfuiiuig  meirMt  konen  AaMtnng  tn  gtolo«.  Ba- 
•backtaivea  la  dea  Alpen  aicbt  mIImt  gmmiinlu  BieropUre  t*t> 
gleicben  toiute,  Ut  •lw«)b«l  S.  I(H  Vig.  T  fMUchlich  all  ViMfa  nrcRlina 
iUU  ■!*  V.  Hwuatimffi  v.  Schau  bcMidinet-  Atdi  iat  die  Jaaelbt 
kh  Votuta  Moititlottgi  fAraucartU*  M^  in  V\$.  3  ilar){NU'I1t«  Fora 
■It  V.  neabanemU  ta  tereialgea,  wu  kb  in  IwricAtlfeB  bitfai. 


C  W.Oimötl:  GtOgmilMu  Mitlkeilvngen  lui*  cfen  Alpta.     81 


i 


gnuxh  S?vri«clM!n»ehi«liten  de«  m^.  GttiAvnvt  Sand- 
flnit  im  Afertbnl  W  Vilnus  gcfnucitn  ward«,  welche  tlie- 
kU»  t^ge  m  dem  btH  mächtig  and  tjrpiach  entwick^tUiu 
BtikrophookRlk  uud  -Dolomit  einnehioea,  vi«  bei  Nrumarkt 
St  i*fliuizini-fBhriMi(le  Hauke  in  Beiug  auf  den  gelben 
Momit  JDDc  hallen.  Dadorch  iat  die  Gleichsteltang  dtesM 
fäkea  Eh>hituits,  wie  tt  auch  au  der  Mendel,  bei  'I'rinnt 
■d  Im  Kecumro  oamiltellHU'  DWr  d«m  PtUn/^u-ftlhrvodeu 
äuditnn    Lngtirt,    mit   den    BclkTophonscliicbten   erwiesen. 

F«ni«T  UTWcbeiiit  aehr  bemerkenswerth,  ilaxt  auch  m  d«r 
lid  hSber  liegenden  Mnschelkalkffihicbt  neben  VoiUia  reeu- 
Wimns  und  ausser  der  üchou  erwihnton  Volf^ia  hettra- 
^(fUu rar.  s^uanM«  Knte  sich  vorfinden,  die  von  Schimper 
■b  idntttcb  mit  der    VoU»ia  tiungarica   bestimmt   wurden. 

SrAni  Falls  bcMUgt  diewos  Vorkommen  die  Continiiität 
itr  Artenähnlichkeit,  die  tou  den  tieferen  ächichten  bis 
ta  MuDcbelkalk  empor  reicht. 

D>ue  Art  worde  an  aümmtÜchea  Torhergensnnten  l-'and- 
Mllea  nachgewiesen. 

Hetr  fiihrt  »on  Pflnfkircben  noch  «ine  zweit«  Volleia 
tb  r.  Btieekhiaua  auf,  die  bis  jetzt  in  den  äUdalpen  noch 
whi  entdeckt  nt  Dagegen  fand  ich  bei  St  tiiuliaiia  au- 
fcre  RAnaro  eine  Form,    welche  Seh  im  per  als: 

9)  Vollna  tUMÜfolm  aehr  ähnlich  bestimmt  liat,  die 
*A  dqreh  spitz  snlanfende  Blätter  auszeichDOt.  Da  d« 
Zigio  ton  Reeoaro  eine  mit  Volttüt  3tassaloN<fi  verwandte 
M  4lj  Tasita  vicenlinus  Ma«s.  anführt  und  dureu 
Büfaf  all  M«longato-elliptica"  im  G«^nsatz  «n  jener  der 
r  Manattmifi,  mit  „folüa  apice  obtuAis"  beacbrieben  werden ; 

M  «  wahrscheinlich,   dw»   dieito  Form   anf  TaxtUs   n- 

nt    beziehen  ist,   die  demnach   falls  sie   eine   neue 

iat,  ab  FoU^a  vitentma  Maas,  spee.  aafxulühren  wäre. 

10)  Atttrrtia.     Unter  der    Beseichnnag    Uaidimjcra 


82 


Siltuiig  der  iiMM.'jiAjr>.  Cli*u  iw»  l-  Märt  tSi^- 


Gndl.  hat  Massalosgo  Einschlüsse  aas  dem  ManMalagtr 
Tou  Val  AfA  Pracb  als  b«HOud«ri;  Hpdcies :  IL  Sekauretiäana 
beschrieben.     Dieaea  GewhUeht  int   idunUvcb    mit  Alberth 
Schimper  (1837). 

Dieser  Massaloago'Rcheu  Art  entsprechende  Formei 
godcnsich  sehr    faüoGg  b«i  Keconro   und    bei   Neumarkt 
5ic)iiinper  hat   einzelae  Blättcbeo  als   sicher   tu  Albertia 
Keliürig  erkuiiut,  ohne  J«doch  dicSpecies  n&ber  £U  Wxeichneu, 
die  sieh  den  BlattutnriKMn  noch  sehr  dur  A.  eUipliea  oäbei 

Mir  scheint,  dass  auch  rou  FOufkirchen  ibuliche  Blattei 
vorliegen,    die  jedoch    Heer  uit  zur  Ullm'mHia  Gtinittt' 
zieht.      Da  letztere   Art    nach   Schimper's   Bestimmung 
auch  b«i  Recoaro  und  Nenntarkt  auftritt,  so  int  es  nöthig, 
«iiieit  uüherer  UnterMhiv^d  dvr  somt  in  Blattfonu  verwatidtea 
Arten  angeben.    Bei  Albfrlia   stehen  dm  Dlättcbeu  an   dca 
Zweigen  aefulich  entfernt    ron   einander    und    biegen   fast 
rechtwinkelig  ah,  w&hrend  bei   Ulltnannia  die  Zweige  dicht 
mit  fast  ganst   anliegenden   BlÜttchvn  bedeckt  werden.     Bei 
Alberlia    sind   ferner    die    Blättcfaen    mehr    oder    weniger 
elliptisch,  oben  abgestumpft,   uicht  sehr  derb,    dorchsichti, 
^tniucht  mit  einem  Kpidermaixellennett  QberKogen,  das 
läD^lichvn  Maschen  beisteht-     Das  Blatt   Ton  ÜUmaNnia 
dagegen   derb   lederartig,   meist   ziemlich   stark  xagespitEt 
durcli.<<icbtig  gemuvht  zeigt  die  Epidermis  ausgezeichnet  rnn 
Heb  aucgedebote  Zeilen  und  einen  wahr«:heiulicb  verdickte 
Eland.    Bei  beiden  finden  sich  mehrere  Längsstreifchen  ohni 
denlliche  Miltelrippe      Indem  wir  die  Identitilt  mit  Alh*v1i 
eltiptien  dahingestellt  sein  Us<«n,  genügt  es  für  anaere  Zwecb 
die  Anwesenheit  dieses  ansschliesslich  der  Trias  angehSri] 
Geschlechtes  ncber  nacbgewie«»!!  zn  haben 

Ullmanuia.     Za    den    merkwOrdtgsteii   Einscbl 
der  Sehieht«n  in  den  Südalpeii.  wie  bei  FBnfkircben  geli 
die  I'fianzeure«te,   welche  Heer   und  Schimper  Qbor«in< 
stimmend  dem  Dyasgeschlecht  Uümannia  «oweiMii. 


1 

ia 

'% 

berfl 


C.  V-  fi«in'>fl--  ßtoffitatiitekt  XtAedimgem  amt  den  Alpeit.     68 


\\\  Üllmannia  Jironni  G&pp.  ÜndH  »ich  naub  d«r 
Batinuntiog  Schitupurs  in  ztklilrvichAu,  i»olirtiii  BUtt- 
Asa  am]  aadi  in  «inem  kleinen  Zweige  b«i  Nenmarkt.  Die 
flÜHicbeii  nnd  itvhr  derb,  Werortig,  unten  mditt  gi^kidt, 
okn»  Uictelrippe  nnd  tqo  einer  mehr  cogmiuchigeo ,  ans 
Uiiiuiii  rnndlieben  Zellen  Itestehender  Epidermis  äbenogen. 
DiMa  Art  wnrdo  bix  jvtxt  von  Püufkjrclien  noch  nicht  ftn- 
Itatkri 

12)  UHmannia  Qeinitsi  Heer.     Diese  ron  Heer 
I     Ufetnnnte    Fonn    findet  neb   sebr   häaSg  au   de«    drei 
PiradsteUeD    b«i   Reeoaro   sowohl,    als    b«i   Neanurkl    ond 
Trunn. 

Zq    diesen  Blattrcsten    geMlIm     sich     an«b    zahlreiche 
I     S^BB.  unter  denen  bereite  des   sa   ViAtiia  Massalongi  ge- 
\     Unsdn  gnlacbt  wurde.     Dazn  kommen  ferner : 
I  13}  Carpolitkes  Kloekeanut  Gein.  tou  Nonmarkt, 

L  U)  CarpolUhei  Eiselianus  Gtia.  von  Nenmarkt, 

H  l^)  Carpotilhet  AMHntsus  Ue«r  too  Tal  del  Prack 
^■^  Si.  Qinliann  bei  Reooaro  nnd  bei  Xeomarki 
^^"  Eadlicb  kommen  in  den  Sandsteinbildungen,  die  nn- 
mifalbaft  tu  dum  Päanzen-f&hreuden  Schicbtencooipli^x  ge- 
bftrea,  an  tablr«iebra  Orten  anch  KieselbQlzer  vor,  die 
amer  gei^tgeii  Mittbeiliing  Ton  Hr.  Boeckh  in 
Wet»e  nach  l>ei  Ftlnfkirchen  sich  einntellen.  Keines 
I  Akt  KiaadbäUer  trügt  den  Charakter  dn-  sog.  8tarrst(.-ine 
i»  BotUiqtendni  an  sich,  sondern  alle  sind  Coniferen- 
kÄtter,  welche  sich  dem  Typns  der  Araucarites-H&\tet 
I  «nrhli»Mn.  wie  ich  mich  an  xahlreichen  hergestellten,  die 
I  iBB«f«  Stroktor  deotlich  xeif{enden  DönnKhliffen  habe  Öber- 
I^^Bcn  kOaDtfo- 

Er  «ei  oech  bemerkt,  dau  in  dem  grfinlivh  granen 
!  ^rtirfunhun  tiea  Pfianxenlagers  anch  einzelne  kleine  Fisch- 
|*th«ppoQ  gafandcfl  wurden. 


m 


SiUmg  der  miah.-fihifr.  Clwut  mm  1.  Märt  1879. 


Kneh  (tieeer  Deb«rBicht  flb«r  die  b«i  Reooaro  nnd  Botxen 
bisbor  I>eobiu:)iti;t«ti  PfLiiucurcstc  «mA: 

6  Arten  gemeinsam    l-'Unflcirclien  nod  Ncumarkt 
4       „  „  Fdiifkirclimi  und  RMoaro 

8       „  „  Itc«oarD  nud  Nenuiftrkt 

Diese  Zahlen  bestätigen  die  TileicIistellDng  der  diese 
Pßiiniwunot«  beherbergend  1^1)  Srli<cht«tn. 

Wenn  man  iinn  die  FrMge  näher  ins  Ange  fust,  ob  sich 
dieae  PaUcuflora  mehr  der  Dyaa,  oder  mehr  der  Trias 
sQneige,  so  sind  Oründe  dafür  und  dagegen  unxtiftihreu. 

Loj'wn  wir  die  formen  wie  Calamites,  PterophtfUmti, 
Cordai/es  oder  Yutxites.  Voltxia  und  aelbtl  die  Taeniopferide 
al«  nicht  auvchlaggi'^bend  ansRer  Betracht,  obwohl  Tast  all« 
die««  Ponnvn  mehr  znr  Trtiis,  als  Dyas  hinoe^n.  so  sprechen 
Biiiera  nnd  üllmaitnia  für  die  Zaweisnng  xor  obersten 
Dyat,  Aelhepkj/lUiM  und  Alhertia  (tlr  die  zar  Trias. 
Berücksichtigt  man,  dawt  in  dieser  Flora  keine  eioEige 
ältere,  als  Kapferachiefer  oder  ZechsteiDpfianxe  mit  vor- 
kommt, dagegen  mindesten  nicht  «elteu  entschiedene  jüngere, 
80  liegt  di«  Entscheidung  auf  flacher  Hand,  dass  diese  Plot» 
weder  ganx  der  Zecbateiu-,  noch  gauz  der  nächst  Jüngern 
R5thfIora  gleichsteht,  vinhnrhr  in  der  Mitte  liegen 
mnss  xwisehuD  jener  du«  Zecbstvins  und  der  nächst 
jüngeren  bekaunteo  der  Röt bachichten. 

Rs  ist   dal>ei   nicht   s«    vergecoeo,   da^«  iwisehen   den  j 
Zechsteinschichten  nnd  jenen  zanächst  jQngoren  l'Qan-  H 
zen-fOhrenden    L^en    des    Roths    an    vielen    Stellen    eine 
mächtige  d.  h.  eine  in    ihl-er  Bildung    laiige  Zeit  erforder-i 
liehe    Qestoinsreiho    liegt,   ans    der  wir    so   gut    wi«    keioiil 
Pflanzenüberreste    kennen,    obgleich    inzwischen    Bicherlicfa] 
di«    Pflanzen  well     nicht    Hu^i-!«torhea ,     sondern     »on    deri 
ZechstcinBora  allmäUtig  sur   Rötkflors  sich    fortentwickelt! 
bat.    Einem   so  lohen    Forkeatwicklnugsatadiitm] 
gehört  nnaerAr  «adalpiDio  Flora  an. 


tr'mt^    't*ng 


MtH/ttämagr»  amt  Jnt  Alp^n.     Üi 


Kl  Ht  femr  in  Erwignng  n  »dien,  dau  der  Kedi- 
du  mit  doli  KnpfeneUeftr  itie  jOngrte  Sfnfe  der  Dju- 
btattioa  anaiAcbi,  SWr  «vlcber  «olbrt  nod  atuuittelbar 
fii  Tm»  facginnL.  Jm)«  GestPinsU^  irelebo  wenn  auch 
nr  m  «a  Wenig«»  jünger  üt,  kU  Zeduteiii,  geh&rt  be- 
mti  nr  TriM,  wie  wir  tn  TliQnng«ii,  im  Speamrt,  im  BielKr- 
ptti  0.  t.  V.  iehoL  Die  8chicfat«a  dod,  welch«  eiuen 
TM  iae  Z««lHtauifio«m.  dazu  «b»  noch  niicn  Theil  doer 
■torfiMdeiiai  jSiiftereii  Flora  in  *icli  Echlie4s«ii,  kÖDBen 
ndi  Am  Zcehsuün  seihst  gteictigeaetxt  w«rd«D,  «ootlrm 
■fam  flkr  «IM  fltwu  JQogct«  AbUgcruof;  uig«^rocbeo 
wdc,  d.  h  fttr  äa*  Ablagerung,  die  nun  gamx  aMgetama 
^  Wwti  d9  TriM  xuüic-itt. 
H  Dui  «vkbe  illMte  oder  ilt«rp  TriüNgpbilde  in  iluer 
^^pna  FInm  oiid  di«  des  l^AuiseiusaiidateiD  anfiagerndeo 
^PdlaoptMiBblka  'in  ihrer  Kaana  ducIi  «in«!!  «ntschiedeD 
tt  fi»  |»l&oüU(iEebai  FornMm  erinnemdcD,  k.  Tb.  mit  diesen 
to^  sck  Terbimteadec  TTpu  aa  aich  tragen,  ist  nach 
^  ■Oitn  natnrgvnntMeo  Anachaoang  der  aUnübügca  Ent* 
«icUo^  DQT  Didit  aoffiUbg,  Modern  durfte  sogar  zum 
vmaa  crawivt  «rrlm.  Dvob  diese  tie&ten  Triai^«der 
dm  oberva  paliolHbtschen  Zettoi  und  Schiciitni  nng»- 
fid  aiber,  ab  selbst  dm  oiduten  durch  Versteiner- 
rcrglöchbaren  Tm^Üedeni,  Dämticb  dem  RiVth. 
Ba  diowr  Erwigrug  rerliert  di«  MischoDK  tos  paläo- 
ÜlMii  hiiji  oikI  isesoliUtiaebem  Tjpus  in  den  Päanzenreslen 
fa  interea  ToltxicniandtteiDS  der  Södalpen  ntcbt 
ilk  Bsdratting  eioer  aadäUigeo  ErBcheinnng,  aondem 
'lind  mcbr  ui  der  langen  Kette  dner  slnüeo- 
uden  Entwieklang  dn  OrganiKhen  Reich«, 


'  f  k-n  r   .1^  rd    1 1 


86  SiltHiit/  der  tmith.-phgt.  Clatse  com  1.  Mär*  1BT9. 


Herr  W.  von  Beetz  «prsch: 

„Deber    das   WärmeleitangsTermSgen    dar 
Flüssigkeiten.'^ 

Die  Ergebnisse  der  UntersachuDgen,  welche  bisher  mit 
grossem  Aufwände  von  Sorg&lt  Ober  das  Wärmelei  tnogs- 
vermögen  der  FlOssigkeiten  angestellt  worden  sind, ')  stimmeD 
noch  90  wenig  unter  einander  fiberein,  dass  wir  nicht  ein- 
mal die  Reihenfolge,  in  welcher  sich  die  Flüssigkeiten  Ton 
den  besseren  zd  den  schlechteren  Leitern  QhergeheBd  ordnen 
lassen,  mit  Sicherheit  kennen.  Ein  and  dieselbe  L5sang  er- 
scheint nach  der  einen  Angabe  als  besserer,  nach  der  anderen 
als  schlechterer  Leiter  als  das  Wasser.  Ich  habe  mir  des- 
halb die  Anfgabe  gestellt,  nicht  sowohl  neue  Zahlen  bei- 
zubringen für  die  absolute  Leitnngsfahigkeit  verschiedener 
Flüssigkeiten,  als  vielmehr  die  Umstände  aufznanchen,  welche 
auf  das  Leitnngsvermögen  von  Einfiuss  sind  und  die  Rich- 
tung kennen  za  lernen,  in  welcher  dasselbe  dnrch  diese  Um- 
stände verändert  wird.  Zu  diesem  Zweck  war  es  vor  alten 
Dingen  nöthig,  eine  grössere  Zahl  von  Flüssigkeiten  der 
Untersuchnng  zn  unterwerfen  und  dazn  schien  mir  ein  Ap- 
parat ganz  geeignet,  den  Kundt  angewandt  hat,  nm  dnroh 

1)  Paaliow,  Pog^nd.  Ann.  CXXXIV  p.  618.  1868.  Gnthrie, 
Phil.  Mtg.  (4)  XXXV  p.  283  n.  XXXVH  p.  468.  1868  n.  69.  PhUoK. 
Tr&DB.  CLIX  2.  p.  637.  1870.  Lnndqniat,  Undersäkiiing  af  nBgn 
Titakora  leidningsTörmiigR  för  Vänne.  üpsala  1>'6U:  Honit:  Kinit:  1871 
|).  hm.  WinkelmaDU,  Poggend.  Ann.  CLIII  p.  4U1.  11)74. 


r.  V««lf.'  Vi<mTU-iii»>rirtrmö->rn  dtr  FIHaiigkeiteM.     87 


Torl««otigaver8ucb  die  (JoUrscbinle  im  LntuogHver- 
nneliMdenor   Giwi    nachiaweisen.  ')  '  Der    Apjwmt 
(?i)(.  I.)  liMtcfat  ans  «inem  ReaRenx:f;taHe,  welches  von  <>ineai 
■««tte«,  an  dEwelbe  angetchinvltlfn  Kohr«  iiith«  umicbloRsen 
in,  m  iam  ilrr  Abstand   der   beidpn  Rohr«    von    einander 
mr  »t««  2  Rini    WtrUgt.     Dieser  ZHiHcbenranm  wurde   mit 
itt  n   ntil^rtmehvaitm    FiÜaitigkfiit   bi«   zu   eiiior  Marke  m 
It;  in  dw  innere  Qlas  wnrde  eine  stets  gleiche  Qaeck- 
gegeben  nnd  in  dieie  du  GefiU«  eine«  in  biiti- 
hnri  Qnde  get]]eill«n  TberroomvUis  g«MDki,  welches  durch 
mn  Kork  in  >1rr  Rohrmündnng  befeiitigt  war.  Xnn  wurde 
irr  min«  Tiieil  ilea  Appiiriktes   hiü   lur  HTihe  w  w    in   ein 
Üt  m   «Der    boRtimniteu    Temperatur   i>rkiil(L-t<ut   oder    er- 
fllnntc»  Wa'serlNwI   ßi-tanchl    und    darin   gelattsen   bin   das 
Tbfmoneter  eine    bealimmte   Temperatur   auEeiffte;    diinn 
«T  »da  dteMD)  Bade  in  ei»  »ndore*  von  ^0"  gebrückt 
«snlra    nach    einer     SecundenEchlagahr     die  Zeiten 
aatiit,  CB    wvlclit^i   das  Tbernioineter   eiiip  Trm|)«ratiir-Kr- 
od«r  Eruicdrigung  um  je  2  ürad  atixcigto,   Auh  dem 
dM  Erwirmena   oder  Erkalten«  wurde  ein   relatives 
nir  da*  I^-iltingsTermBgeu   der  dfinnen  Piri*«igkntft- 
''«kiolrt    gewonnen.     Die  Methode  ist  aUo  im   Ganzen  die 
h«  wie  die,  welche  xnerat  Narr,  dann  Stefan  »ur  Uiiter- 
ban|;  de«  LeitongsTermSgena   der   tiaw,    und   Wiukol- 
i&n   >nr  rntersncliung  des  Lei tungBrer möge ds  der  PltUaig- 
FkflleD  anwundtüu,  uor  erlaubt  vie  keine  absoluten   BeHtim- 
WKOgut,  woil    die  Dimennonen    des  Apparat««  nicht  genau 
iimgtlM  II  werden  kSniH-n,  auch  ist  die  Verbindung  zwischen 
itu  toiWfrwi  und  dem  inneren  Rohr  durch  einen  r.icmticb 
(«tKi  Wiriueleiler.  das  GIaa,  hergestellt,  freilich  in  ziemlich 
pu— ui  Abnlanile   von  der   leitenden  FlDMigkeit.     Dagegen 
fWtntW  <l«r  Apparat  die  Untersuchung  nller  KlGasigkeit«o, 


3  in«a«ni.  Abb,  II.  p.  884.  inn. 


N 


88 


SiUmitg  dtr  OMtlL'jAjM.  C3a«tc  wai  I.  Jfdr*  18?D. 


weldie  das  Glas  nicht  anKfciren  t)D<l  ist  Oberhaupt  uni 
k-iclit  vu  handdaben.  Kuadt  hat  achon  bemerkt,  lia 
einen  Hü^rondcD  EinfliiiH  der  Slrfimtingto  in  den  (lönoflo 
Schichten  nicht  zu  rechnen  sei  nnd  dasa  ebi^soweuig  die 
Slmfalaiig  eine  bedeutende  Rolle  ^iele.  Meine  Veruicb« 
zeigen,  duM  dua  ftlr  Onsa  Atiegv-vprochene  Hieb  aach  fOr 
PlGmigkeiten  hinreichend  bewährt :  dag^en  liegt  eine  Fehlef^ 
quelle  in  der  Wärmeleitnng,  welche  zwincben  dem  innereu 
nnd  änssereD  Olasruhr  durch  die  SubKtanz  dw  Ghuws  selbit 
BtattBudet  und  in  der  Erwärmung  oder  Erkaltung  dee  ana 
dem  Bade  lierausnigenden  RSbrentbeiU.  Uieüe  Fehler,  von 
deren  Einllim  Vorrer^uche  mit  l«emn  Apparate  ein  an- 
gelShres  Bihl  geben,  sind  indess  wieder  gleichgiltig,  wenn  m 
■ich  nicht  um  die  Ueratellung  absoluter  Werihe,  sondern  um 
die  Lösung  der  oben  gestellten  Aufgabe  handelt.  Alle  Be- 
obachtungen wurden  bei  einer  Lofttemperfttnr ,  welche 
zwischen  19M^  ood  20",5  tag,  angestellt.  Durch  Oefüieu 
und  SchliesMn  der  Hoticklappen,  der  Fenster,  der  lichtdichten 
Läden,  AniUnden  oder  Auslöschen  der  Gasfiammen  gelang 
es  mir,  die  Temperatur  immer  »ehr  nah«  an  20*  xq  halten<fl 
Wenn  einmal  die  oben  beieiehm^o  Orenxr  nicht  eingehalten  ^ 
wurde,  tto  iM  die  Yersnchsreibe  nicht  mit  aufgenommen 
worden.  Das  Kohl-  (oder  Wurm-)  Wa«»er  wurde  nicht  be- 
wegt. Es  ist  richtig,  dass  Rieh  in  nihendem  Wasaer  ein«^ 
Schichte  um  den  Apparat  bildet,  welche  eine  etwas  h&here* 
Temperatur  annimmt.  Das  drOokt  sich  auch  deutlich  in  den 
Vernicbeu  ans.  Ich  benutze  aber  die  der  schliessUchen  Tan»- 
peratur  20"  nahe  liegenden  Temperaturen  gar  nicht  mtthr, 
so  dass  innerhalb  der  Grenzen,  die  in  Betracht  zu  ziehen 
sind,  jener  nacbtheilige  Einflun  nicht  bemerkbar  ist.  Durch 
Eintsaehen  in  rahmeleendi-s  EU,  welches  Narr  *)  b«  seinen 
Vemuhen  Über  die  Wärmefortptliinzung  in  Qasen  anwandte^ 


3}  VogfmA.  Ana-  CXLU  |i.  123.  1871. 


\r  r.  Bttit:    WarmtltitanytrrmS^en  der  Flütsiflieilett.     B9 


gtkag  ei   mir  durchsn»  nicht,  ganz.  ni>cn:>iii»tiinmeudfi  ite- 

•oUsh*  la  «rhaUeo;  das  iit  auch  ifADz  begriiiilich,  denn  nur 

iä,  w»  em  festes  Bisstack  das  GWrobr  berührt,  wird  dMa«n 

Winoc  sofort  Eum  Hebmelz«!)  von  Kli  verbraucht,  wo  aber 

OnraMsr  «u    dss  Rohr  grenzt,  du  wird    da8$«lbi-    obi-nfulU 

iat  Bohre  nicht  oofort  alle  Wärme  entziehen.  Eine  RUbr- 

Tflrrkhtung,  wi«  sie  Winkelmanu  anwandte,  ist  alflo  darch- 

sui  ARgezfigl,  wenn  man  di«  Kohrwand  bi«  xuletxt  auf  der 

|lnefara  Temperatur  halten  will      Ich  habe  anch  rersncht. 

ilatt  de«  Küblwassers  Qneelisilber  anznwenden  nnd  zwar  mit 

aAt  gatwn   Krfolg,   aber   die    Handhabung   de«    A}>parate8 

wmk  dadnrdi   aehr  erschwert,  und  während    ich  mir  sehr 

leicht  Wa»er  ron  genaa  20"  Terwhaffen  könnt«,  war  es 

fir  Qatekailber  selir  schwer,  diese  Temperatur  fostzabklten. 

Das  Pollen  des  Apparates  bis  sur  Marko  Keachab  eben- 

Ula  ttrts  Ewischen   l<)^5  nnd  20°,&.    Die  Genanigkeit,  mit 

te  die  FöUnng  vor  neb  g«hl  prüft«  ich,  indem    ich  dm 

Ap^rst  leer  nnd  dann  mit  einer  Reibe  von  Fitiäsigkeiiea, 

iam  ipecifi*ches  Gewicht  zwischen  deuselbcn  Ti^mix-rntur- 

fmata  bcrtimnit  war,  gefüllt  wägte.  Das  aas  dieser  Wägung 

IB  Vergleich   mit   der  Wä^ag   de»    mit   Wasser   gefüllten 

Apfsntes  berechnete   s]>ecifiscbe8  (jowicht  »tiiumt  gut  mit 

4n  miUelKt  der  Mohrschcn  Wage  gefundenen  Qberein.  Es 

*tr  btitpielsweise  das  ppecifische  (iewicht  für 

dardi  iIm  dartb  WifODg 

MobmlM  W«(e  de*  ip|iarate« 

UoM  0,804  0,809 

(Bjesia  1,238  1,226 

iathnhlömog      1,190  .  1,188 

CUnmklOsiii«     1 ,398  1 ,390 

B«m  Erwärmen  odi-r  Erkalten  wird  das  Voinmen  der 
Msigkeit  veräaderL  Für  die  relatiren  Versnche  kommen 
•Itfanr  dt«  Unterschiede  der  Aa»lehimug  der  verschiedenen 
Rbagkeilen  in  Betracht  nnd  es  neigte  steh,  dass  abstcbtlicb 


M 


SiUnf  der  MMlL-Hya  CLmt  im  L  StSn  UT9. 


berrorgebndit«    rntendücda   n    iBiw    Betnge    kirineo 
naririiclwo  EinBm«  «af  des  Gang  der  Tennebe  hatten. 

Di»  HeHsageB.  weleb«  ich  «ngoteOt  hab«,  »rbllcn  in 
zwei  Gruppen,  vriche  te  den  Tal)eII«n  I  and  II  mi(g«tlidlt 
lind.  Die  ente  Oroppe  -cthäK  Verandia  bei  Temperaturca 
anter,  die  swäte  bei  Tempeiatorm  Bber  30*.  Bei  der  ersten 
werde  der  .Apparat  in  MbnelKendea  Ei»  gebracbt,  bt>  l* 
abgekfihlt,  «osgeliobeB,  BorgfiÜtig  abgetrtKlmet  and  in  dem 
Aogeablick,  in  welchem  daa  Tfaei luuiueier  2''  zeigte,  in  das 
WaaMTTOD  20"  gebracht.  DietM  Wasser  hatt^  immer  dieeelbe 
Höbe,  da  n  »cbon  ror  dem  ßntaocben  des  .\pparatea  »ein  i^e- 
rinnige«  (iefambiflxamliaDde  anfüllte,  nnd  beim  KiDtaDcben 
flber4iea<wn  inas«t«.  Bei  der  xwetten  GmppewDrdeder  Apparat 
in  einem  Waaserbade  ton  SO"  bis  4Ä*  erwärmt,  ansfcebobeoi 
abgetroeknri  and  b^-i  4-I'  in  dm  Käh]waa»<T  ron  20*  ge- 
bracht. Hit  derselben  FlD"s<gkeit,  selbst  bei  emraerter 
Pfillonit  des  Apparate«,  angestellte  Meamingen  ergeben  eine 
oft  Tollkommeoe  VebtTreinstimmoag  im  Gange  der  Erwilr- 
miiD)f  oder  Abkdblung.  Abweicfanogen  fanden  besonden  bei 
SaldOanngen  Btatt,  nnd  ich  habe  bemerkt,  da»  sieh  frisch 
bereitet«  l/jsvngeo,  Mlbit  wenn  «ic  «uror  fiHrirt  waren, 
immer  etwa»  anders  rerhielten,  wie  ältere  (.öraDgea:  eine 
Bemerkiinff,  die  ich  an  einem  anderen  Ort  auch  icbon  in 
Bezog  anf  das  electri^che  Lritnng«Term6gen  vo»  SalülKniingen 
gemacht  habe.*) 

Vorlüutit^  Vemicbe  zeigten,  ia^  der  .\niang  des  Tetn- 
peratargangn  ein  scheinbar  guwtrioser  war,  was  st^hr  natnr* 
lieh  ist,  da  in  <lie»«r  ersten  Periode  der  Gang  des  Erwärmens 
oder  Erkultt-ns  vor  AllrrlT  von  der  «pecifiachen  Wärme  der 
PlOas^keiten  abbingig  ist.  Die  Oirren,  durch  welche  ich 
den  Tetn pe rata rgang  darstellte,  zeigten  in  der  ernten  Griipp« 
ein  n  steiles  Ansteigen  bis  4*,  in  der  iwetten  bis  36*.  Ich 


4)  WMem.  Ana.  TU.  1879. 


liaW  JBshftlb  «rst  Tan  dieson  Temperataren,  von  denen  an 
ia  Gtog  d«r  Erwärmang  oder  Abkühlung  ftio  sttitionir» 
nr,  die  Zälilong  begönne».  Di«  so  gewonnenen  ^hlen 
oDil  in  dinTabellKn  eing«tragra  und  zwur  i^nthält  die  Spalte  Q 
di«  TfliDp«ratnr«Q,  so  dam  also  für  Tabelle  I  die  Anfangs- 
hnpvratar  =  4^  für  Tabelle  II  aber  =  31^"  iiH.  Die /.Uh- 
ling  waTde  in  der  rr«t«u  (3rnp|>c  bi»  16".  in  der  zneiten 
bii  26'  fortgesetzt,  d.  h.  Ix^ide  mal  om  12°.  Die  Beobaeh- 
tangvD  Rir  'J8'  Miien,  weil  iler  Kork  den  Iwtrcffi'nden  Theil- 
ftnob  des  Tliexmometer*  deckte.  Die  Spalte  t  enthält  die  Zahl 
i»  Seconitm,  am  welche  die  einzelnen  Temperaturen  »jiäter 
blpfaielitet  wurden,  uIh  die  Aufaiig»teiuperat»r. 

Weiter  habe  ich  Jen  TalK-lloi  noch  eine  Spalte  liinzu- 
gifflgt  Em  ist  nilmlich  ans  den  anfgefohrten  Beobachtnngeu 
fie  AbkfihJunffK-  (beE.  lürwärmung8-)Qe8chwiudigkvit  i-  naeh 
iaa  AbknhlnDg>^g«tetx« 


i-  = 


tafeehnrt,  wo  tu  der  (negative    oder    po^ilire.)  Temperatur- 

Dlmickmsdes  Thermometers  Über  die  Temperatur  des  Wärm- 

{•dar  Kohl-)  WiiM«n  beim  Itegtun  der  Zühlung  nnd  r  der 

CtbMwhnm  tar  Zdt  t  iitt.  Eot»prechi'nd  dum  von  Winkel- 

naas  in  Beine  Tabellen    aufgenommenen  relativen    Maaute 

Sr  t  habe  ich  auch  für   meine  Versuche 

log  T,  —  log  « 
^        V  log  «  =  ^ 

hTBekiet  diesen  Ausdruck  mit  lU't  c  bezeichnet  und  die 
Wcrtlu  von  e  in  die  Tabelle  eingetragen.  Beide  Tabellen 
Wpoim  mit  den  eitromen  MeKRungen  nra  leeren  (mit  Luft 
fiAlhaO  ODtl  an  dem  mit  Quecksilber  geftillten  Apparate. 


^^^^^L 

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93 

SiUtug  ijfr  ■MlA.-^yi.  Cbme  nm  t.  Man  IST»          ^^M 

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303 

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303 

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Glyemo  (1,338) 

1 

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wvMkoUrartoff  (1.373) 

CU(»ofonD  (I,4«S) 

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J 

1 

K  R  Br^H:    WärmeleituiiiiMrermdiitii  drr  Ftütsigkektti.      9S 


(Tnhellft 

1  Fortsetziinn.) 

j '  (  ■= 

t     1     c 

t            0 

t 

« 

1         Alcohol    (0.804) 

AetliOT  (0,724) 

nfi  1    aas 

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18 

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414 

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28 

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478 

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478 

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453 

13S 

4&3 

Benziu    (0,t>9l) 

0!i»ra5l  (0,915) 

1     »      15 

S87 

IS 

387 

22 

364 

22 

264 

1    *      « 

403 

30 

41« 

47 

266 

47 

2Ö6 

TW» 

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49 

416 

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273 

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268 

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72 

418 

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271 

112 

289 

1    U     107 

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105 

40.*) 

11» 

268 

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265 

■    H'    t«3 

ssa 

160 

876 

Ü33 

2S8 

2U5 

2.M 

1   ^Jitntmchlorid     in    Wsswr 

Natrinmcblorid  in  Wassei- 

i 

(i.iioi                            1 

ii.»>'> 

^\    » 

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14 

414 

14 

414 

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29 

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47 

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443 

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411 

144 

411 

142   !    424 

145 

417 

lUeiDmohlorid     in   Waaver 

Caiciumcblorid  ia  W*asei- 

II.»  M] 

(I.IUil 

1 

W          *1*         » 

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30          410          »^ 

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430 

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404 

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146 

412 

^^K              94            Siuu-a  Jer  malK-jA^  Oime  roM  L  MSn  187».          ^^| 

(Tabelle  I  Fortsettong). 

1 

0 

t 

c 

t 

c 

t 

C     1       t            V 

Kupftr«blorid  io  Wuwr 

Knpfcrchtortd  id  Wwaer 

(MM) 

UJM) 

1 

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414 

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14 

414 

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403 

31 

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430 

29^ 

423 

^ 

10 

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408 

SO 

406 

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48 

421 

12 

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413 

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411 

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424   '    71 

4-J4 

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10V> 

41»       10-3 

417 

16 

\IA 

8A9 

135 

SSO 

IS2 

89«   1  153 

893 

Knpfvmitrmt  in  WuMr 

Knpfernitnit    in    IVftfatr 

|i.  OT) 

ll.tM« 

< 

14 

414 

14 

414 

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887 

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107 

8 

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40» 

30 

41 S 

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3» 

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10 

4» 

483 

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433 

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408 

4» 

418 

13 

71 

4S4 

70 

430 

74 

408 

73 

413 

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101 

4SI 

100 

4» 

10« 

401 

104 

410 

1« 

148 

407 

147 

409 

187 

888 

155 

888 

A  moioBiu  mkupfenulpfattt 

Zinkchlarid  in  Waaaer 

II.ON) 

II.IUI 

e 

14 

414 

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13 

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78 

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41S 

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44:} 

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104 

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1 

1« 

l&ä        8»8 

1» 

39« 

149 

404 

148 

404 

1 

Ziakchlorid  in  Waasar 

Zinkchlorid  in  Waner 

■ 

HJ»« 

iij»* 

1 

6 

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887        15 

S87 

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11^ 

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Sl^ 

a»      SU 

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84.5 

859 

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10 

4»^ 

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378 

56 

371 

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370 

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1C8 

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J 

1 

1 


7.  e.  Btttt:  WSrw^eäungKerwiügen  der  FJiUmglifiltfi.      95 


(Tabelle  I  Fortsetzung.) 

ö 

t 

c 

t    1     C 

t 

0 

i 

c 

Eisenchlorid  iß  Wasser 

Eisencblorid  in  Wasser 

VA'29> 

(UM> 

6 

13 

446 

14 

414 

15 

387 

15,5 

374 

e 

30 

416 

30 

416 

32 

390 

33 

378 

IG 

«8 

423 

48 

423 

52 

392 

53 

385 

12 

71 

428 

71 

42» 

76 

396 

77 

391 

14 

101 

421 

102 

417 

109 

891 

110 

387 

I« 

148 

407 

149 

404 

161 

374 

162 

371 

VerdÖDiit«  Schwefelsäure 

Verdtimite  Schwefelsäar« 

(l,0»t) 

(1.41«) 

8 

15 

387 

14 

414 

15 

387 

15 

387 

1       » 

30 

416 

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156 

387 

154 

391 

156 

387 

CTantn  in  Alcobol 

Eisencblorid  in  Älcohol 

lu.aost 

(OpOTS) 

6  1     16,5 

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20 

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352 

35,5 

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338 

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Kapfcrohlorid  in  Alcohol 

Kapfercliloricl  iu  Alcohol 

(0,9  JJJ 

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332 

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320 

138 

320 

96 


Stiiumg  der  maüt.-phjft.  Glatte  vom  1.  Xän  1879. 


(TftbeUe  I  Fortsetznng.) 

e 

t  :  c 

t 

c 

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e    1     .|     c 

Eisenchlorid  in  Aether 

Sehwefalkotalenat.  und  AIuJmII 

I0.M1) 

(1,257)                     1 

6 

20          290 

20 

290 

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15 

387 

8 

39,5       313 

39,5 

313 

33 

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32.5 

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62     '    329 

62 

329 

53 

385 

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12 

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334 

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391 

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128 

332 

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16 

191 

315 

191 

315 

163 

369      163 

369 

Glycerin  nnd    Wasser  (1,125) 

QuittenaGhleim,  d3na 

6 

16        362    1      16        362 

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8 

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31          403 

30        416 

10 

55    '    371 

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12 

81 

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81    .    372 

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14 

116 

367 

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105          405 

105        405 

16 

171 

352 

171    1    352 

155          389 

155        389 

QuitteDBchleim,  dick 

StärkekleiBter            | 

6 

14 

414 

14 

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14 

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105 

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389 

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386 

157 

383 

156 

386 

W.v.BeetMi  WärmeMtungnermdgen  der  Flüagigkeiten.       97 

T»belle  If. 


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Isäare  (1,806) 

Glycerin  (1,228) 

38 

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12 

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12.5 

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440 

22 

440 

25 

388 

25,5 

376 

34 

34^ 

449 

84,5 

449 

39,5 

389 

39,5 

389 

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428 

49 

432 

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375 

56,5 

375 

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398 

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445 

117 

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132 

396 

132.5 

395 

S«h 

wefeifct 

>lileiiHtoff  (1,272) 

Chloroform  (1,488) 

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6 

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653 

7 

653 

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29 

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28 

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737 

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62,S 

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OltTroöI  (0.915) 

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88 

8 

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8 

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Natrianiehtorid  in  Wsiaer 

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84 

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Colcinmcblorid  in  Wasser 

<i.iiaj 

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28 

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36 

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562 

« 

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612 

6G 

612 

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6D1 

87 

601 

97 

589 

»5,5 

546 

J 

1 

W.  V.  Beete  Wärmdeituygsvermägen  der  Flästigktifen. 


99 


(Tabelle 

n  Fortsetzung). 

9 

t 

c 

t 

c 

t 

■e 

t 

'1 

Kupferchlorid   in  Wasser 

Kupferchlorid   in  Wasser 

II.IZB] 

(i.eM) 

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7 

653 

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9 

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14,5 

668 

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570 

18 

538 

U 

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23 

673 

27 

Ö74 

28 

553 

32 

32 

662 

33 

672 

38 

583 

89 

569 

» 

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657 

62 

642 

69 

575 

70 

568 

26 

82.5 

637 

84 

622 

92 

568 

93 

562 

Kapfemitrai  in  Wasser 

Eapf emitrat   in    Wasser 

8g 

7 

658 

7 

653 

8,5 

537 

S 

571 

M 

14,5 

668 

14,5 

668 

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17 

570 

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673 

22.5 

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27,5 

563 

27 

574 

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3S.5 

662 

33 

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562 

89 

569 

S8 

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647 

61,5 

647 

71,5 

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72 

552 

M 

64,5 

618 

84 

622 

96,5 

541 

97 

539 

AsmoniaiokiipFersnlphat  i.  W. 

Zinkchlorid  in  Wasser 

(ij») 

o.mi 

SB 

7 

653 

7 

653 

7 

653 

7 

653 

M 

14,5 

668 

14.5 

663 

15 

646 

15 

64G 

H 

24 

645 

23 

673 

23.5 

659 

23 

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32 

33 

672 

33,5 

662 

32,5 

682 

33 

672 

28 

62 

642 

62 

642 

61 

652 

61 

652 

SI 

85 

615 

83,5 

626 

81 

645 

83 

630 

Ti'nkchlorid  id  Wasser 

Zinkchlorid  in  Wasser 

HJIO) 

(1,8J0) 

B 

7 

653 

7,5 

601 

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10,5 

435 

» 

14,5 

668 

15 

646 

21,5 

45! 

22 

440 

H 

23 

673 

23 

673 

34 

465 

34.5 

449 

K 

33,5 

662 

34 

652 

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432 

49 

432 

28 

«2 

642 

03 

631 

88 

452 

88 

452 

» 

84 

622 

84 

623 

117 

447 

117 

447 

^H               100           Sibwif  itr  mm(h  /kfi  CUnt  nw  L  JOn  tan.         ^H 

(Tabelle  TT  Fartsftzaog.) 

1 

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t 

e         t    1     c    1 

t         e 

t 

e 

1 

Eise&düorid  in  Wasser 

EÜNDcblorid  in  Wuwer 

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II,«M> 

1 

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1 

Terdfinnte  SehwefcUJare 

Verdfinnt«  SdiwcAbiiin  H 

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708 

2S^ 

5» 

31 

SOO 

92 

31 

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588 

48 

816 

» 

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■M 

57 

•88 

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»18 

78 

M» 

U 

78 

8?0 

7« 

■n 

108.8 

810 

10t 

503 

Cjkoia  in  Alcohol 

EiMDchlorid  in  Alcobol 

1 

IMKl 

<Mnt 

1 

38 

8 

&71 

8 

571 

U 

887 

8^ 

887 

96 

17 

S70 

17 

570 

18 

MtH 

18 

&S8 

■ 

$4 

■» 

s»s 

» 

5U 

28,5 

M3 

88.8 

MS 

^ 

Ȇ 

39 

s«s 

S» 

568 

41 

541 

43 

5»i 

28 

73 

54& 

7S 

545 

77 

517 

Ti 

&0ä 

20 

100 

583 

100 

&23 

IW 

403 

lOS 

464 

_■ 

KopfercUofid  in  Akobol 

Kap&rcblorKl  in  Alcobol 

1 

wm 

IVM) 

1 

m 

9 

SOB 

8 

S7I 

8 

508 

9 

803 

39 

18 

SU» 

17 

570 

18 

588 

18 

8SS 

» 

88 

US 

«7 

S74 

29i» 

5Sft 

30 

810 

n 

40 

U4 

8» 

fm 

41 

Ml 

48 

51» 

1 

■j» 

75 

uo 

74 

S38 

79 

810 

78 

510 

■ 

L 

lOÜ 

507 

101    1    &I7 

1 

106 

4S8 

107 

488 

i 

W.  V.  Be«te:  WSnuteüungnermOgen  der  Flüsgigkeüen.       101 
(Tabelle  II  Fortsetznug.) 


9 

t 

c 

t 

c 

t 

C 

t 

n 

Alediol  und  SehwafalkohleDit. 

(1,000) 

Qlycerina.  Wasaer  (1,125)1 

38 

^fi 

601 

7.5 

601 

9,5 

481 

10 

451 

36 

15 

646 

15 

646 

20 

484 

20 

464 

34 

23^5 

659 

23 

673 

31,5 

491 

32 

481 

82 

34 

659 

33,5 

662 

45,5 

487 

46 

482 

38 

82 

642 

61 

852 

82.5 

482 

83 

479 

a> 

85 

BIS 

84 

622 

109 

479 

110 

475 

Quitteiuclileii»,  dSni 

1 

Qnittenschleiiii,  dick      1 

38 

9 

508 

8,5 

587 

8.5 

537 

9 

508 

M 

I» 

SIO 

18,5 

542 

18,5 

524 

19 

510 

34 

80 

516 

SO 

516 

80 

516 

30 

516 

32 

42 

528 

42.5 

522 

42,5 

522 

42 

528 

38 

78^ 

520 

76,5 

520 

78,5 

520 

76 

523 

» 

101 

517 

101 

517 

101 

517 

101 

517 

Stärkekleister                                         1 

18 

9 

508 

9 

508 

31 

19 

510 

18,5 

524 

N 

29 

534 

29 

534 

« 

42 

528 

42,5 

522 

» 

76 

523 

76 

528 

] 

100 

523 

100 

523 

102 


ßittmitjj  OtT  faaüt.-gh^i».  U«Me  vom  l.  Märt  SST9. 


Di«  in  des  Tontehenden  Tabellen  BafgefllhrtoD  W«rUM^ 
TOD  c  sUiDincii  im  AllgcmiiinoQ  binreidiond  nniex  einaoder 
ilbemn,  »nr  der  ernte  and  der  letzte  fällt  meist  zti  klein 
aiw;  der  ernt«,  weil  diu- Zustand  nwh  k^in  f^iu  stationärer 
gfwonlen  ist,  der  li-tEtc,  wt'il  die  Tcmpimilnr  de»  Uude«  in 
der  Nähe  d«  Gtasrohrea  sich,  wie  früher  besprocbcn,  merk- 
lich geändert  bat  Ich  hsbu  deshalb  xnr  Herrtellong  toq 
Mittelwerlheo  immer  die  vier  mittaUten  Beobochtongen  be- 
nützt, also  in  der  Qmppe  I  die  bei  8,  10,  13  und  u^  bei 
Gmpp«  II  die  bei  36,  34,  32  nnd  28".  Für  jede  der  der 
Untersuchang  onterw-orfeneu  PlEUaigbeiten  habe  ich  je  zirei 
Beobacbliingareiheii,  ftlr  Wasser  je  vier,  angestellt  und  theilo 
dutcn  die  Mittt^lirertbc  für  cans  jeder  Reibe,  und  dann  das 
Mittel  fnr  beide  fbex.  die  Tier)  Reihen  mit.  Zunächst  be- 
ziehen sich  die  Beobachtungen  auf  zehn  Flüssig  keiteu.  Für 
die  hühvren  Temperaturen  tnnsste  der  Acther  selbstTurstäDd- 
lich  von  der  Betrachtnng  ausgeschlossen  bleiben.  Von  den 
bessereu  ta  den  schlechteren  Wärmeleitern  fortschreitend 
ordnen   sieb  diese  FI(to«igkeit«D  in  beiden  Gruppen  so: 

I. 

zwischen  8  und  14<*. 


< 


Queek«ill>er 

1079 

1054 

ftlittel:  1066 

Seh  wefulkohlenstoff 

&lfl 

Ml 

513 

Chloroform 

477 

465 

468 

Ae4her 

466 

464 

465, 

Wauer      413 

411 

414 

414 

4ia 

Benzin 

404 

«14 

409 

ScbwefolsSore 

876 

876 

S7ft 

Äloohol 

860 

360 

360 

GlycCTin 

S89 

840 

340 

OÜTenSl 

369 

363 

266 

■r  c  B*»ts!  W4nii*lritung*vermögrH  dar  Fbittüikeil*n-      lOS 

n 

xwtsclieo  36  und  38". 


Qwdcaitber 

1299 

132]        Mittel:  1310 

ScbwFfelkokleostoff 

788 

788 

738 

Wksaer       661 

661 

663 

663 

«62 

CUonfotm 

655 

611 

646 

Bmtin 

693 

593 

598 

kkoM 

574 

566 

670 

SehwtfBLsIare 

45t 

451 

451 

QlTCeria 

387 

38S 

386 

OGmSl 

305 

312 

308 

Was  xintSchBt  die  L^itungitfiihigiceit  dea  QoeckoilbeTs 
MriSl,  9D  encbeint  dicuollx;  nar  etwa  doppvlt  so  f^ruM,  wi« 
d»  Am  Scfair(>felkobleasto£&,  was  aBmöglich  richtig  seiu  kann. 
\kt  Grund  hierfür  liegt  wohl  darin,  daaa  QuecJcsilber  die 
Ohninde  nicht  benetzt,  dasa  aUo  xwifichpD  Glaii  und  Qiiock- 
■Qhviüfa  xir«i  isolirvnde  Luftschichten  l>e&ud<>a.  Aof  solche, 
iu  Glu  nkht  ben«tz«ade  PlÜBsigkeiten  ist  die  Methode 
■kU aBwendltar.  Von  den  QlirigHi  FliiH^iglEeiteii  sind  an»iit«r 
Wort  Gljrcerin,  Alcohol  und  t^hloroiorm  von  G  n  t  h  r  i  e, 
Süfevifelkohlenstoif,  Alcohol  nnd  Gljcnia  ron  Winkel- 
■«!■  BOterroobl  wordtt«.  Nach  Guthrie  würde  Chloro- 
bra  der  leblechtest«  allur  L«itvr  sein,  Glyeerin  dem  Wasser 
ilkAtlmi  nod  Alcohol  seinen  Platz  zwii>cben  beiden  Soden, 
*■■  ««der  zu  meinen  Versuchen  in  Gruppe  I  noch  io  Gruppe 
If|w>t;dag«g«ngiebt  Winkel  mann  gunxdipselbe  Rethen- 
Up  u,  welcbo  ich  Fand.  Da  seine  Versache  bei  niederer 
Tnpaatur  angestellt  wurden,  so  entsprechen  «ie  meiner 
^nfft  I.  Ich  habe  schon  oben  bemerkt,  dass  meine  Ver- 
■ufct  nicht  den  Anspruch  machen,  die  wahren  Werthe  fax 
di*  Ldbmgsfihigkeiten  zu  liefern,  sondern  nur  zu  zeigen, 
*dthe  PlOis^keät  die  bessei'  leitende  ist  und  dorch  welche 
DaMSode  sie  bMMT  o<ler  schlechter  leit«nd  wird.  Wenn  ich 


104         SiUtiHy  4er  m/ttK-iAi/t.  Olaat  vom  1.  MSri  1879. 


Schwcfulkohleiutoff 
Wasser 
Alcohol 
Glyoerin 


deDDoch  muinc  ZahloD  für  die  eben  gonaaatoi]  Flüxstgkoiten 
in  die  Ton  WinkelmaDO  angewandte  Einheit  überset», 
so  iirilrd«n  nie  sich  so  ergeb«n : 

Winkvlinann-  Bi. 

0.002003  0,001912 

0,001540  0,001540 

0,001506  0,001342 

0.000746  0.001267 

Die  Keihenfnlgo  diT  aurgefUhrU-n  FllUsigkeitea  ist  in 
beiden  Gruppen  nicht  die  gleiche.  Während  zwischen  8  ondj 
14**  Chloroform   ein   weit   bcsjwrcr   Leiter   Ut,   als  Wasser,! 
leitet  es  xwischen  36  and  28°  etwas  schlechter  nnd  während  ' 
Alcohol  in  der  ersten  Grnppe  schluchter  leitet,  aU  Schwefel- J 
säure,  übertrifft    t>r   dieselbe   an   Leitung«TermKg«n    fn   der' 
xweitea  beträchtlich.  Dem  eatopToehend  «ieht  man  in  Tabell« 
I  die  Werlhe  von  c  fOr  Chloroform   mit  wachsender  Teni- 
perator,  und    in  Tabelle  II  die  Werthe   Ton  c    für  Alrohol 
mit  sinkender  Tvmperatnr    abnehmen,  während    man  weder 
für  Wasser,  noch    for  Schwefelsäure   ähnliche  Kcgelmäaig> 
keiten    wahrnehmen    kann.     Die   beigegebene»  Curventafeln 
Fig.  2  und  3  vergr^nwürtigen  den  Gang  der  Erwärmung 
oder  Abküblang  und    to«sen  namentlich   die  eben  erwähnte 
Vfrändeninf;    in    der   Reihenfolge   der    Leitnngsfähigkeiten 
übersehen. 

Was  uun  den  Zurammenhang  zwischen  der  Keibenfolge 
der  Leiter  und  ihren  aonatigcn  physikalischen  EigenaebaiteD 
betrifft,  ao  bemerkt  man   sogleich,  dass    die  leicbtflQssigen : 
SchwürrlkohlenAtoff,  Chloroform,  Aether   an  Leitangsfähig- 
keit  den  schwerer  flDsaigVB  Torau  stvbvu.    Am  achlechteattB  j 
wfirdeu  in  dieasr  Bexiehung  in  der  That  OliTen&l,  Gly oertn,  | 
coDoentrirte  SchwefeUSbre  leiten,  während  Wasser  uugelShr  j 
die  Mitte  itTrischeu  guten  nnd  schlechten  Leitern  hielte.  Nor] 
der  Alcohol  bequemt  aivb  diesem  GetetEe  nicht  an,  er  >ei^ 
hält  aicb  wie  ein  achwerflOasiger  Kltipor.  Irgnul  etoe  andere 


W  V.  Btttx:  Wämutalmttffttrmigen  tter  FJ^Mi^tilett.      105 


'  pbftOnliacliAn  Eigei]!)cbHft?n  mnai  ihm  ilwe«  »chleclit« 
liHtogatth^keit  verleiheD.  Wena  man  die  speciäscheu 
nnien  dw  Kofgenilirteu  leichtflOSR^n  KSrper  mit  Hilfe 
4k  Bvgnttiil  t«cbcn  Intcrpolittiongforiiicln  fllr  die  Tvm- 
ftnhir  20°  berecbnot  nnd  mit  Zngrundk-gnnf^  der  ob«n 
ugigebtuD  sp«oifiacli«it  G«trichte  auf  gleiche  Volumioa  bfr- 
üAki  to  erb&Ei  man  folgende  Zahlen : 

Schwerelkohlenstoff  0,301 

Chloroform  0,347 

Äetber  0,387 

Benzin  0,273 

Atcohol  0,459 

Bier  st«ht  allerdings  Älcohol  auoh  am  Ende  der  Reihe; 
in  TahrigeD  aber  ist  bdne  Analogie  swischen  dieser  Ri^ihe 
bJ  (!(t  d<tr  LcitungsRihigk^ten  zu  finden.  Die  von  Tyn- 
Jkll'^  ugegebene  Reihenfolge,  in  welcher  die  Flüssigkeiten 
£e  n    rie    eindringenden    Wftrmeatrahlen    absorlürea,  iat 

8chwefelkoh1onst«ff      8,i  p   C 

Chloroform  25,6 

Bennn  65,7 

Äeiher  78,8 

Aloohol  78,6 

Waner  86,1 

Anoh  hier  itteben  die  beatleitendeu  Schwefelkohlenstoff' 
ni  Chloroform  oben,  Aloohol  faxt  nnt«n  an,  aber  daa 
Wobt  findet  eine  ganx  falsche  Stelle.  Immerbin  »ohicD  mir 
n  Jtr  Vvrmiitfanug  VaraohusDng  gegeben,  da«s  die  Dnrch- 
lifmigkeit  der  Flüasigkeitea  die  Bestimmung  der  Leitnngs- 
U%kat«B  ganz  illasoriscb  machen  kiinnte.  Ich  ßrbt« 
'eAiJh  Alcobol  mit  Cyanin  tief  btan,  nnd   nutersnchte  die 


H  noam.  Tnu   im*,  p.  387. 


106         Bittttng  rf<r  malh-phfs.  Claut  wm  L  itärt  1ST9. 

AbkBhlungageschwiodigkeit  difsar  LCsang.  Dieselbe   findet 

«ich  w» 

Tab.  I.      367  357       Mitt«!  357 

Tab.  II.     570  570  570 

Trähn-nd  fttr  brbloMn  Alcohol  boKQglieb  360  and  570  ge- 
fniiden  war.  Mao  bemerkt  a1«>  Rar  keinen  Unterwltted  im 
LeitniigSTermSgea.  Nnn  kann  man  freilich  einwenden, 
CfamnlSflang  Iosm  «ioen  scbmalen  Streifen  rotber  Strahles 
hindurcbgehen,  welche  Torzngsweica  dio  wärmondon  sein 
k&nntcn ;  aber  die  weiter  unten  aufgvfiihrtvn  Memungen  an 
Alaun-  nnd  KupferaalzlSsnngeu,  welche  die  weniger  brech- 
baren Strahlen  ganx  abüorbiren,  zeigen,  dasa  auch  dadurch 
in  dem  LeitungsverroSgen  der  FlUsrigketten  de.«  von  farb> 
loMn  LSsungcn  gegenüber  kein  bemerkbarer  Datcrsehifld 
eintritt.  Nur  in  Bezug  auf  den  sehr  stark  durohwftrmigeii 
SchwefelkohteniitoEr  durfte  die  Vermathnng  gerechtfertigt 
Min,  daes  die  Darefastrahluug  sein  ljeitnngR*erm3gen  doch 
grösser  erscheinen  lösst,  nU  es  ist.  JedenfaDa  mflSBen  ea 
andere  physikalische  Eigenschaften  sein,  welche  in  ihrer  0«- 
sammt  Wirkung  den  Alcobol  unter  die  schlecbtleitenden  Pläang- 
keilen  stellen. 

Was  nun  den  augenacbeiDlichen  Einfiu«»  der  grosseren 
oder  kloinftren  Beweglichkeit  der  Flüssigkoiteu  auf  ihre 
Ifeitongsfäbigkeit  betrifll,  so  Hegt  der  Gedanke  nahe,  daas 
die  Wirmefortpflanzuog  in  flnssigen  Kfirpeni  überhaupt  nur 
durch  Strümtingeo  «tatt&nde.  tVeilicb  k&nnen  bei  der  von 
Karr,  Stefan,  Winkel  mann  und  mir  angewandten  Art 
der  Krwürniung.  bei  welcher  die  eine  Wandfläche  ihrer 
ganzen  Aosdehnong  nach  die  eine,  di«  »ndi-rv  WandAäche 
•benfiill«  ihrer  ganzen  Ausdehnung  nach  die  andere  Tem- 
peratur hat,  nicht  Strömungen  entstehen  wie  in  einer  Ton 
Duten  her  erwärmten  FllUsigkeitsmaxs»,  wohl  aber  solche, 
wie   in  der  Lnft  eines  zwiaclua  einer   warmen   nod  einer 


« 


4 


ir.  I.  li*MU:  WäTmeMttittftttrmÖgm  der  FJüMigktiUn.      107 


\ 


bMm  WftDil  licgendeD  Kamins.    Die  Plflssigkeit  kann  an 

ia  nrmetax  Wand   *vi-.  an    der  külteren  absteigen.     Bei 

im  engen  Uaonie,  der  liicT  zar  B«-ivr^D|;  fri^ifjcgebeo  ist, 

ol  allenliDgB  Btark«  StrömnogeD    Bicbt  eu  erwarten.     Ich 

flilte  inde«  doch,  um    mich  durch    den  Ver«noh    ron    Aem 

mlma  Vorgang«  su  Qbencugen,   den  lUum  üwiMhim  den 

BOires    meine«    Apparate»    mit    Wa»!pr,    in    welchem    ich 

Skud    ifcopodii    rertheilt    hatte,    und    richtete    dann  ein 

XiknMcop    mit   gromer   PocaldictAnx  (bei   30  maliger  Ver- 

grSaaeniDg)  aof  die  Mitte  dee  Glasröhre«.     Mao  sab  dann 

in  Btanb  sich  snm  Tbeil  nach  oben,  zum  Tfa«i)  nach  unteu 

bflngeo,  wüfarend  ein  dritter  Tbeil  ED8p«ndirt  -  blieb.     War 

Rnlia  «tngatnt«!!,  »o  ward«  50"  warmes  Wasser  in  das  innere 

Bolir  grgoawiL.     Sogleich  begnnnen  difi  Blanbtheikht'ii  »ich 

n  bewcf^    and  zwar   die   der   kalten    ÄnswnwaDd    näher 

bgeoden  nudi  unten,  die  dem  warm«n  Kohra  näher  liegenden 

BuiioiMa.  Durch  Verschiebung  der  Mikro«koi>s  waren  beide 

lÄcht  ron    einander  zu  unterscheiden,    da    man    nie    beide 

gläibeit^  deutlich  seben  kann.     In  dar  Tbat  also    findet 

«H  »hiba  Str&muug  statt,  welclie  einen  Theil  des  W&mw- 

■utawdiea  äbernohmen  kann:  c-s  fragt  sich  nur,  wie  gro« 

ÜHcr  Antbeil    ist.     Dm  das  zu  erfuhren ,  macht«    ich    das 

Waner  anbew^lich  durch  Beimiscbnng  ron  Quittenschleim 

oder  Ton  Stärkemvhl.     Schon    eini;    dOiine   Quitt^n-Tchleim- 

Bnag  leigt«  keine  Bewegung    mehr;  einer   dicken,  welche 

ni  dareh  Colireu  gereinigt  war,  brauchte  gar  kein  fremder 

I3tr^ beigemengt  zu  werden;  dir  pfUuztichen  Rvstc  dienten 

idv  gut  ah  Zeiger    für  eine  etwa  eintretende  Bewegung. 

Bob  Emgiwseii   de«  wannen  Waasem  in  daa  innere  Uohr 

Uiib  alle«    ruhig.     Der  Apimrut  warde  ferner  mit  Wawer 

t^SBt,  in  welchem  Stärkemehl  fein  Tertheilt  war  und  dann 

Im  ur  Siedtemperatur  erhitxt,  so  dass  sich  ein  ganz  homo- 

|Bw  Eleirter  bildete,  der  nach  dem   Erkalten  vSlUg  steif 

*V.    Alle   drei  Subetanzen,   dünner  Quitteoschleim,  dicker 


108 


Siliung  dtr  matK-fItfi.  Cliu$t  wm  I.  M&ft  1875. 


QaitieoaMäm  and  Stärkek!dst«r  Trnrden  »an  auf  ihr  Lei-J 
tniigaTerittl^a  unterstKlit ;  c  ward«  gefuadttD  umIl  'Tibellaj 


I. 

1 

dOnner  QaitteDschleim 

408 

410 

Uitf<^i 

409 

dicker 

413 

410 

411 

St2rkekleUter 

410 

n. 

409 

410 

dflDDOT  Qaitt«DBcliloiin 

518 

520 

Mittet 

519 

dicker          „          „ 

51d 

520 

519 

Stärkekleister 

524 

526 

925 

gegen  Wuser 

nach  Tabelle    I  <= 

:4I3 

Tabelle  ü  = 

^662 

Bei  niederer  Temperatur  war  also  da«  Beimütcben  der 
Stoffe,  irelcha  die  Bewvglicbkeit  des  Wassm  hindertca,  fut 
gleichgiltig,   imgar   der  Ernatz  den  WasBern   durch  StSrke- 
kleivter  iliidert  fast  nicht«  an  dosw^n  Leitungafahigkeit,  dia-  j 
selb«  kann  abo  Dar  in  sehr  gningem  Maane  anf  R«chnnng  I 
Torhandener  StrÖmniigen    geechrieben  werden.     Die    eigen-  ~ 
thiimlich^  LeitungHÜihigkeit  bleibt  dem  WoMer,  aacb  wenn 
ihm  die  Möglichkeit  fdr  Erzeugung  von  StrömuDgen  gaiui 
genommen  wird.  Gans  anders  ist  die  Eracbeinang  bei  höherera 
Temperatur.     Sobald  die  Beweglichkeit  de«  Waasen  beein-^ 
trächtigt  wird,  mmmt  dessen  Leitungslahigkeit  ab,  ob  aber    i 
dann  die    Consistenz  noch  nahexu  die  des  Waswrs  oder  die  ■ 
einer  Gallerte  iMt>  ist  wiederom  ftat  gleichgiltig.     Kbenao-  ' 
wenig  wie  bei  niederer  Temperatar  dürften  nun  abvr  auch 
bei  höherer  die  StrOmnagen  eine  wearatliche  Rolle  spielen, 
denn   die    Temperatiu-diffemizeii,    um    welclie    es   «ich    hier 
handelt,  sind  auch  nicht  viel  grösser  wie  im  anderen  Falle. 
Es  iat  vielmehr  die  Vwschiebbarkeit  der  Holecflle  gegen 
einander,   welche  durch  die  bShwe  Temperatur  durchweg 
Tergr5aaert  wird,  bei  einer  Plftagigkeit  mehr,  bei  der  andern^ 


T.  r.  JI*«ic.-  WtrmtltilunjfwtrmöytH  der  Flütiifflitittit.      109 

niigir,  aWr  imnipr  mit  deanselben  Erfolg«:  mit  einer  Yer- 
grOnening  des  L«iluiigHTenn$geD. 

G»  würe  hier  der  Ort,  duKh  Vergleicb  der  in  den 
^Adlcii  I  nnd  II  gegebenen  Zahlen  dm  Vt^rhKItuisx  xu  er- 
mBteln,  in  wf^lebem  di«  LvitnngsT&hi^Iceit  der  Flüssigkeiten 
bii  d«n  Tnnporatnren  ant«r  20"  an  denen  nWr  20*  stellt. 
Dit  Verb&Itnise  sind  indeea  in  beiden  VertiacbsreibeD  nicht 
ijnmwtriteh.  Ei  war  mir  dantif  kngekonimeu,  die  FIU«8i|^- 
ksttn  bei  möglichst  hohen  Tempera  turen  ta  unterjochen 
nui  dtmiD  erwärmte  ich  sie  um  eine  grossere  Temperatnr- 
£lleteni,  itU  ich  sie  abkühlt«.  Einige  Vvrvuch«,  welche  ich 
ntar  gwn  symmetrischen  Verhältninea  Ober  20"  anstellte, 
n  £e  in  Tabelle  I  zosammengasteltten  ausgeiflhrt  sind, 
ogefan  Loiless  auch  badeotend  grütwere  Wt-rtb«  für  c.  D«r 
Apparat  wurde  hier  bis  S9'  erwärmt,  dann  abgetrocknet,  bei 
3S'  ta  Waner  »on  20»  getaucht  nnd  bei  36'  die  Zählung 
bigaoaen,  die  bis  21*  Tortgeoeixi  wurde.  So  wurden  für 
SAircAiikoItlenstoS,  WsMsr,  Ölyeorin  und  Olirendl  folgende 
2iUis  erhalten: 


Ü 

i 

« 

t 

C 

t 

c          t 

e 

Behwefelkoblenst 

off 

AVasser 

H 

B 

6U 

0 

M* 

10 

SS) 

10 

580 

■ 

IS 

6&S 

18 

(»3 

21 

695 

20,5 

609 

S 

4» 

717 

42,& 

70S 

49 

614 

49 

614 

m 

n 

711 

ftl 

$98 

70 

ti08 

70 

608 

% 

88 

flSl 

S» 

684 

10-2 

6W 

103 

M4 

M 

Gljcerin 

Olivenöl 

16,5 

3S1 

IW 

SM 

SO 

290 

20 

290 

in 

Ä» 

373 

83.S 

373 

41,5 

aoi 

42 

297 

^ 

77J 

ses 

1  t,b 

389 

»8 

so: 

99 

304 

» 

iVJA 

:1W 

107,0 

3!K 

138 

aod 

13» 

•JM 

» 

151^ 

397 

l&l^ 

387 

194 

810 

19S 

■m 

110 


Säeutg  der  malh.-phju.  dtme  vom  I.  Märt  I&TS. 


DaraiiR  orgebeD  neb  di«  BüttelwerUie: 

Schwefelkohlenstoff  707  700  Mittel    703 

WasRej-  GOß  610  608^ 

Qlyoerin  38C  386  386 

OlivenSl  305  302  303 

Die  Zalileo  in  der  Torstehendeu  Tab«ll«  atimmfiu  aichb 
80  got  unter  einander,  wie  die  in  Tabelle  I;  man  merkt 
ihnen  noch  sehr  den  RinUtu«  de«  Anfang*-  und  des  End- 
xostftndeii  an.  Selbstverständlich  itind  sie  kleiner,  als  tlic  fQr 
gletclie  Temperet  nrdifTurcnMn  in  Tabelle  11  gegebenen ;  aber 
immer  noch  faetrüchtlicb  gröaeer,  als  die  för  gleiche  Temperatar- 
diSeroiiz^n  aber  niederer  Temperatur  in  Tabelle  I.  Da« 
LeituQg.iTerm&gen  der  t'lQHsigkeilcu  ist  aleo  bei  höherer 
Temperatur  ein  gr^ieseres,  als  bei  ni«dcrer,  ein  Satz,  der 
Buhon  Ton  Guthrie  ausgesprochen  worden  ist. 

Die  grOeste  Zahl  meiner  Vergliche  betrifft  das  Verfaalt«n 
wüsiTtger  LiSäungen ;  unter  demselben  boGndcD  sich  vorzuga- 
w«»e  wiche  leichtlSslicber  Sähe,  namentlicb  Chloride,  weil  dio- 
selben  in  recht  Terscliiedenen  Conceutralioosgraden  angewand 
w^en  konnten.  Der  leichteren  Ucbersiebt  wegen  bejieichne 
ich  dic»e  Concentrationsgrade  in  den  nachfolgenden  Tabellen 
aoaaer  durch  da«  specitin:he  Gemcht  der  LSeang  auch  noch 
dnrch  Beiaatt  der  Zahlen  1,  i  and  8,  so  daae  jedesmal  mit 
1  die  verdQnntert«  LOsnng  bezeichnet  wird.  Ich  ordne  die 
Lösangen  wieder  nach  der  Griisso  der  Mittelwertlic  fllr  o 
und  reihe  auch  das  Wasser  an  der  betreffenden  Stelle 
mit  ein: 

1 
zwischen  6  und  14° 


I 


Zinkchlorid  1           sp.  0. : 

1,182 

436  436  Mittel: 

:  436 

Matrinmchlorid  2 

1,200 

439  428 

433 

Oalcinmchlorid  2 

l,34fi 

430  431 

431 

Natriamchlorid  1 

i.no 

425  429 

427 

IT.  ».  Beets:  WärmdeüiatgneTmdgeH  der  Fiümgkeüen.      111 


Knpfprclilorid  2       8p.  Q.:  1,255 

CUciamchlorid  1  1,128 

Enpfeniitrat  1  1,197 

{Swnehlorid  1  1,126 

inunoniomkapfermlpbat  1,086 
WiMr 


SskcUorid  2 

Tird.  Sofawefelsäare  1 

Enpferchlorid  1 

Eip&rnitnt  2 

V«d.  Sehwefelaäore  2 

BMOchlorid  2 

SnksUorid  3 

Otjumilfimog 


1,310 
1,083 
1,126 
1,465 
1,496 
1,244 
1,870 
1,125 

n 

zwischen  36  and 


Rttrinmehlorid  1 
Eiphnihlorid  1 
Whmt 


«p.  G. 


Enpfernitnt  1 
ihm 

Snkdlorid  1 
Amnoninmk  n  pf ersiilpliBt 
BMnehlorid  1 
Zinkeblorid  2 
Katrinmchlorid  2 
Va^  Schwefelsäure  1 
Cftlcjuinchlorid  1 
Kopfwchlorid  2 
Kspfenütrat  2 
Emchkirid  2 


1,110 
1,125 


1,197 
1,046 
1,132 
1,086 
1,126 
1,310 
1,200 
1,083 
1,128 
1,258 
1,455 
1,496 


426  424 

421  427 
419  426 

422  421 
416  414 

413  411 

414  414 

411  409 

412  406 

407  407 
401  408 

408  400 
392  386 
372  369 
363  363 

28" 

673  663 
669  664 

661  661 
6«3  663 

662  661 
661  659 

660  661 
657  661 
665  661 

661  650 
650  648 
619  611 
610  603 
575  557 
569  566 
551  561 


UxiM:  425 
424 
423 
421 
415 

413 
410 
409 
407 
404 
404 
389 
370 
363 


KGttel:  668 
666 

662 
662 
660 
660 
659 
658 
656 
649 
615 
606 
566 
563 
556 


113 


SUtKMg  J4T  noM.-jikyc.  CtiuK  mm  t.  Stäri  1879. 


Oklciumchtortd  2      sp. 

Q.:  1.345 

545  556  Mittel: 

:  B50 

V«rd.  Scfawvfi^lsäun; 

2   1,496 

523  526 

524 

GljoerinlösiiDg 

1.125 

486  481 

484 

Zinkchlorid  3 

I,S70 

447  44S 

446 

Wivdcrnui  bii^ea  beido  TaWlIon  ein  gwiz  vcnebiedcn««  i 
Bild.  Bei  niederer  Temperatur  {^winnt  innichst  das  Wasser 
dorcb  BnmischQDg  eines  Salxea  im  Allgemeinen  an  Würme- 
leitungHTtTini^gen.  Alle  verdünnte  I^'^songen,  die  von  Zink- 
chlorid, Natriomcblorid,  Cnicinmchlorid,  Kupfernitrut.  Eisen- 
chlorid,  Ammoniumkupreraalphot,  leiten  besser  als  Wasser. 
Nur  Knpferchlorid  scheint  eine  Ausnahme  zn  machen.  Die 
höheren  Concentratioosgrade  leiten  zunäcbat  noch  besser, 
als  die  niederen,  so  Natriumcblorid,  Catcinmchlorid,  Kopfer- 
chlorid.  Wird  aber  die  Conoontrntion  zu  gross,  so  sinkt  das 
LeituDgBTerniögen  nieder,  wie  bei  Ziukcblorid,  Kupfernitrat, 
Ebeacblorid.  Die  meist«D  Sah«  haben  offenbar  bei  mittlerer 
Conoentration  ein  Maximum  der  Leitungsfäbigkeit ;  nnr  bei 
Natrium-  und  Calciamchlorid  i$t  «in  solchi;s  nicht  wabrzu- 
nehmeo.  Mischungen  von  Wasser  mit  anderen  FIQs«igkdt«n 
X.  ß.  Schwefelsäure  oder  Gljcerin  stellen  sich  znischeu  die 
Fldtsigkeiten,  aus  denen  m  gemischt  sind. 

Bei  b&herer  Temperatur  ist  Wasser  ein  besserer  Leiter 
als  fast  alle  wässrige  Lösungen.  Nur  die  verdänaten  Ldsongeo 
von  Natriumcblorid  and  Kupferchloriil  stehen  etwas,  aber 
auch  nur  etwas  höher.  Dagegen  ordnen  sicli  nach  dvr  Seite 
der  sehlecliteren  Leiter  bin  alle  übrigen  LSsnngen  nach 
dem  Grude  ihrer  CoDcentration,  so  dass  immer  die  ooneea- 
ti-irtere  Lösnng  schlechter  leit«t,  als  die  TerdOnntere.  Nach 
Gatbrie  sollen  alle  Salslefangeu  xn-is«hen  20  nnd  30*' 
b«awr  leiten  ala  Wasser.  ZinkritrioUösung  foad  auch  L  n  n  il- 
qaist  bei  Temperaturen  Über  20*  besser  leitend,  als  Wasser; 
ich  habe  si«'  nicht  untersucht,  bemerke  aber,  das»  auch  er  ilie 
verdünnte  LSeang  am  besien  leitend  fand,  dio  concentrirtan 
dem  Wa«ser  nahe  gleich.  Kocbsahlosung  fand  Lnndqnist 


Tnrmtlrituitf*rtrmSgen  der  Ftütäffieiltn.      HS 


f-mbl  all  PaElzow,  d«r  gans  concentrirta  töflung  aw 
maklt  und  ()i«selhe  wenigeteaa  stellenweis  stark  erwilrmt«, 
«Uaditer  leit«ud  als  Wuser,  ganz  in  U«b«rBiastiminoug 
oül ntiner  Erhhnmg,  wählend  Winkelmana  Kine  Koch* 
■hlSnn^  TOD  meiner  Concentration  1  bei  uiedercr  IVmpe- 
ahr  liewer  leitend  fand  nU  Waiwer,  ebeDfallü  so  wiv  ich 
a  gifanden  habe.  Dw  gana  vcründcrte  Verhalten  dor  Snls- 
ISni^CD  bei  höherer  Tempenitur  hiitigt  wieder  augenfulUg 
■ä  ia  reriUiderten  molecalaren  Beweglichkeit  der  FlOssig- 
keitan  niaqunmmi-  Gerade  wie  die  Beiintsohnng  tod  QQJtten- 
■Ultii  oder  Stärkemehl  bei  niederer  Temperatur  nur  einen 
MBg  TerMfaleobterndeo  Eiuäof«  auf  da«  LeitongsTermögen 
^  Wissen  ausBbt«,  einen  weit  grOasereo  aber  bei  h5her«r 
Tisptiatar:  ao  auch  die  Beimbchnng  der  Salxe.  loh  denke 
vir  dit  Holedile  des  Salzes  wie  Bcluttungen,  welche  die 
BnnigBBgen  der  UolecOle  des  LÖHnngsmitteb  um  so  mehr 
je  mehr  ihrer  Torhiinden  sind  und  je  hcweglicber 
L&nmgamiltel  ist  Bei  niederer  Tempornlnr  und  gc- 
Beweglichkeit  des  Lfienngsmittels  wird  deshalb  der 
[■MBehe  EinfiuRS  des  Salzes  er«t  merklich,  wenn  grosse 
desaelbcn  voThnnden  »rind,  tM.-i  höherer  Temperatur 
rkt  nuui  dieeeo  Einäuss  sehr  bald  and  wenn  die  Con- 
InarintioD  bedeutend  ist,  so  erreicht  der  EiuSuss  eine  ge- 
[wilt^  Höh<^  wie  am  besten  die  Concentration  3  des  Zink- 
■riili  seigt.  Die  Misehangen  Ton  Flüssigkeiten  stellen  sich 
bei  büberer  Temperatur  zwischen  ihre  BünUiudtheile, 

]A  h»ba  ia  die  Toratebende  Tabelle  auch  Alaun  liidiung, 

1^   nndur«h würmige,  uufgenommeu,  die   ich   Ewiscliea 

[l  tai  14*  Eiicbl   nntennicben    konnte,   wdl    das   Balx   uns- 

Üsirte.  Sie  xeigt  trot«  ihrer  Cndurchwärmigkeit  ebeu- 

•twaa    Ah  weichen  dee ,   wie    die    undurch  wärmigen 

angetL 

BaiHttb  mai  noch  eio^e  alkoholische  und  ätberische 

pna.  1.  ]bUi.-|>ii7a  a.j  « 


114  Siteung  der  malh.-jiKg».  Clastt  vom  1.  Märt  JS79, 

Lösungen   noterancfat  worden.     Sie  gsben   folgende  WerÜifl 
für  c: 


I 

zwischen  6  nnd 

14" 

Schwefelkohlenstoff   sp.  G.:  1,272 

515  511  Mittel: 

:  513 

Aether                                      0,724 

466  464 

465 

Alcohol  u.  Schwefelkohlenst.  1,257 

386  386 

386 

Alcohol                                     0,804 

360  360 

860 

Kupferchlorid  in  Alcohol  1     0,828 

344  344 

944 

Eisenchlorid  in  Aether            0,931 

327  327 

837 

Kupferchlorid  in  Alcohol  2    0,892 

325  328 

326 

£isenchlorid  in  Alcohol          0,893 

327  318 

323 

II 

zwischen  36  and  28* 

SchwefetkoMeuBtoff  738  736  Mittal:  738 

Alcohol  und  Schwefel  kohlenst.  652  658  655 

Alcohol  574  566  570 

Kupferchlorid  in  Alcohol   t  544  563  553 

Eisenchlorid  in  Alcohol  535  528  531 

Kupferchlorid  in  Alcohol  2  528  523  526 

Auch  hier  treten  die  Ha.\ze  nur  aU  Belastungen  auf  and 
hindern  die  Beweglichkeit  des  Lösungsmittels.  In  dem  einen 
Falle,  in  welchem  verschiedene  Couceutrationen  nntersncht 
wurden,  giebt  auch  die  stärkere  wieder  den  schlechteren 
Leiter  und  der  Aether,  der  einer  der  besten  Wärmeläter 
unter  den  Flüssigkeiten  ist,  giebt  mit  Eisenchlorid  eine 
Lösung,  welche  schlechter  leitet,  jls  Glycerin.  Die  Mischung 
von  Alcohol  und  Schwefelkohlenstoff  steht  in  Bezug  aaf 
ihr  Leitungsvermögen  bei  niederer  nnd  bei  höherer  Tempe- 
raiar  wieder  zwischen  Alcohol  und  Schwefelkohlenstoff. 


W.  V.  Beets:     Wärm^eüungeeermOgeH  Her  Flüttigheüen.        115 

Ba  wSrde  nicfat  nnmSglicli  sein,  meinem  Apparat  eine 
Qtsttlt  SD  geben,  in  welchem  er  sich  anch  znr  absolnten 
Bestimmang  des  WärmeleitnngsTermögens  der  FlDssigkeiten 
eignete;  mir  scbien  es  indess  vor  Allem  wünschenswertb, 
einige  kllgemeinere  Gesicbteponkte  fiber  diesen  G^enstand 
feitnatellen  and  die  Grfinde  fflr  die  Abweicbnogeo  anizn- 
tacW,  welche  zwischen  den  Angaben  yetschiedener  Forseber 
TorluDden  waren.  GrSsstentbeils  ist  mir  das  wobi  gelangen; 
weshilb  die  TOD  Gathrie  erhaltenen  Resnltate  so  ganz  ab- 
vdeliend  sind,  weiss  ich  allerdings  nicht  zn  sagen. 

Als  Haaptergebniss  aber  geht  wohl  ans  meinen  Ver- 
nicben  hervor,  dass  die  Erscheinungen  der  WarmeleituDg 
in  FiDssigkeiten  ebenso  aurmechani^heu  Molecularvorgängen, 
■af  Reibangserscheinnngen,  bemben,  wie  nach  den  Unter- 
•oelmiigea  tos  F.  Eoblraasch*)  die  Erscheinangen  der 
eleetroljtischen  Leitung. 


B)  Wied«n>aiui  Ann.  TL  y.  1.  1879. 


Berichttguvi;. 
?■(.  91  Zcila  1  T.  o.  li«;    30  Matt  SS. 


6* 


116  Einttndvngen  tOH  DmeisArifttn. 


Verielchniss  der  eingelaufenen  BQcbergeflchenke. 


Tom  j%«iJtalweA«M  Yerei»  in  FVanlcfiirt  a.  IL : 
Jahresbericht  fOr  1876—77.     1878-  6*. 

Tom  Yer^»  f9r  Erdhmde  tu  L^tig: 
Hittheilnngen.     1877.     1878-  8*- 

Von  der  deulacKen  geotogiachen  Qeatüichaft  In  BerUm: 
ZeitBchrill.     Bd.  30.     1878.  8". 

Von  der  phffBicaiischen  Oaältehaft  m  Berlin: 

Die  Fortechritte  der  Phrsik  im  J.  1873.     XZCS.  Jahrg.  1877 
—78.     8». 

Vom  Verein  für  Naturkunde  in  Offmback: 

15.  und  1«.  Bericht  fOr  die  Jahre  1873— 7ü.     1876.  8". 
17.  and  18.  Bericht  vom  Mai  1873— Hai  1877.     1878.  8*. 

Von  der  k.  k.  geologischen  BeicksanstaU  in  Wien: 
Verhwidlwigen.    1878.      1870.  i". 

Von  der  atUhroptAiffischeH  Qesdlachaft  in  Wien: 
Mittheiloagen.     Bd.  VHI.     1878-  8<>. 

Vom  k.  preuss.  geodätischen  Institut  in  Berlin: 
AstroDomiBch-geodK tische  Arbeiten  im  J.  1877.     1678-  4". 


£MuendtMf«n  von  DnidudmfteH.  117 

To»  der  i.   b.   UmdinrÜuehafaichm   Cenh-ahchuk    in  Weihea- 

stephan: 
J»lirMb«aieht  pro  1877—78.     Preiaing   1878.  8*. 

7m  der  seAiMÜenscA«M  geoloffitehm  Commissitm  in  Bern  : 

BäMge  TOT  geologischen  Karte  dar  Schweiz.  TTTTT  Lieferang, 
nebst  einer  Carte  dee  Alpes  VitadoiBea,  par  Renevier. 
1878-  4». 

T«Kder1t.k.  Oentrtäatwtiät  für  XOeorotoffie  und  ErdmofineHstina 

in  Wien: 

JikrhUcher.  N.  P.  Bd.  Xu.  Jahrg.   1875.     1877.  4". 

Ym  Verein  mr  YerbreOnng  natunoitsenstAt^icher  KemUnisae 
in  Wiw: 

SdniftMi.     Bd.  18.  Jahrg.  1877—78.     1878.  8*. 

Ton  der  Neämiors^ier'Qesälsehaft  in  Dorpat: 

AtAit  für  die  Naturkunde  Lir-,  Estli-  und  Kurlands. 
1.  Sole  Bd.  Vra.  Heft  3. 

n.      „       „      Vn.      „     4.    Band    Vm.    Heft    1.    2. 
1877—78.  8*. 

Von  der  naturforschenden  GeseBschafl  in  ^nden: 
es.  Jahreebt^cht.     1877.     1878-  8. 

Fm  der  natunriasenadu^ichen  Geseüschaft  in  8t.  Gallen: 
BaidU  fiber  die  Thfitigkeit  während  d.  J.  1876—77.     1878.  S". 

Vom  Verein  für  Naho'kunde  eu  Cassel: 

Uebenicht  der  bisher  in  Aw  Umgegend  von  Cassel  beobachteten 
nhe,  von  H.  Eüsenach.     1878.  8. 

Ton  der  geogrßfhiadien  Ge3^(Aafl  in  Wien: 
MittUbiDgeo.     Ba.SX.    (Nene  Folge  Bd.  X)  1877.     1877.8". 


118  Xknsetubuigen  von  DnielueJmflen. 

Von  der  Ministerial-Comntission  ew  Untersuehunff  der  deutsdim 
Meere  in  Kid: 

a)  Ergebnisse  der  Beobacbtungsstationen  an  den  dentscben  Kfis* 
tan.    J&brg.  1877.    187S.    Heft  I.    Berlin  1878.  qn.  4". 

b)  BiologüchB   BeobachtuDgen    bei   kttnstlicber  Anhncht   des 
Heringfl  der  westlichen  Ostsee,   von  H.  A.  Heyer.     Berlin 

1878.  8*. 

Von  der  Universidad  de  Chile  in  Santiago: 

Ensaye   sobre   los    depösitos   mstaliferos  de  Chile,   por  Ignacio 
Domejko.     1876.  8". 

Von  der  Acadimie  des  Sciences  in  Paria: 
Gomptes  rendns.     Tom.  87-     1878-  i". 

Von  der  Acadimie  de  midecine  in  I'aris: 

a)  Bulletin.  HL  Wrie.     1868—73.  8". 
h)  Bulletin  187(1.     1879.  Nr.  1.   1878.  8". 
c)  Annuaire.     Octobre  1862-     1862.  8°. 

Von  der  Staais-Äckerbaubehörde  in  Colun^tus,  Ohio: 
31.  Jahresbericht  f.  d.  J.   1876.     1877.  8». 

Von  der  Soäetg  of  natural  ^atorg  in  Boston: 
Proceetoigs.     VoL  XIX.     1877.  8*. 

Font  Essex  Znstäide  in  Salem : 
Bnlletin.     Vol.  9.     1877.     1877.  8". 

Von  der  Societä  erittoffamologiea  Baliana  in  Maitand: 
Atü.     1878.     gt.  8". 


Eituendunge»  von  DruetaehrifteH.  119 

Vm  der  Jtoj/al  SocUly  of  ToBmania  in  Eobart  ZW»; 
Pipera  and  Proceedings  for  1876.     Taamuiia  1877.  8°. 

Fm  itr  Mdeorologictd  Department  of  tke  Goveroment  of  India 

in  Calaitia: 
Th>  ludian  Metoorologists'  Vade^mscnm,  bj  Henry  F.  Blanford. 
P«t  L     1876-77.  8". 

Ttm  ÄabVHomieal  Obatrvatortf  of  Harvard  College  in  Cambridge, 

Mass  : 

Amuls.    Vol.  IX.     Leipzig  1878.  i". 

Yon  der  Zoctogicai  Society  in  London: 

i)  Proceedings.     1878.  8". 

b)  TnnMcüons.     Vol.  X.  Part  6.     1878.  A". 

Von  der  8oei&i  de  giographie  in  Paris: 
fiuUetia.     Arn!  et  Not.  1878.     1878.  8^. 

Yon  der  Bedadton  des  Moniteur  säentifique  in  Paris: 
HonitniT  sdentifiqne.     Livr.  440.  442.     1878.  gr.  8*. 

Vom   Verein  böhmischer  Mathematiker  in  Prag: 

■)  Cuopia  pro  pi^stoTÄni  mathematiky,    Bd.  VI,  1876 — 77-  8". 
b)  Archiv  mathematiky.     Tom.  U.      1876—77.  8". 
e)  C«opia.     Bd.  vn.     1877.  8". 

Tm  der  Socieiä  Ädriatica  di  Scienee  naturali  in  Triest : 
BoDdtino.     Vol.  IV.     1878.  8". 

Von  der  SoeiHi  ^anthropologie  in  Paris: 
Bolletiiu.     1878.     1878-  8". 

Vom  U.  S.  yaval  Observatory  in  Washington: 

Intnictioiu   for   obserring  the  total  Solar  Eclipse  of  Jaly  29, 
1878.     1878.  4«. 


120  Hiiutndtitiftn  nm  Dmoktdiriften. 

Vom  Obsertalorio  de  marina  de  San  Fernando  hä  Cadit: 
Almaiiaqua  nautico  ]»n  1879.     Uwlrid   1678-  &*■ 

Von  der  Sociäe  Linnienne  in  BordtOMx: 
Extrmiu  des  Compt«»-niDdiu.     1676—77.  6". 

Fm  der  Beale  Aceaäemia  äet  Lineei  in  Rom: 

AUi.     Serie  IH.  CUsoe  di  scieoi«  fiakli«.     Völ.  1.  Dispenan  ].' 
2.   1877.  4». 

Von  der  Afodtmie  Boyale  dt  midecine  de  Betgique  i»  BrOssei: 
Ifimoirea  oanromU«.     CoUoctioa  in  8^     Tom.  V.   H78.  8". 

Von  der  SoeUti   tagrictäture  hiMdrt  natwtUe  et  arta  utile»  i» 

Lyon: 

Annal«!.     IV.  Utw.     Tom.  9-     1876.     1877.  Ö". 

Von  der  Aeeademia  Ponii/Ma  dt?Ifuot4  Ztneti  in  Jtom: 
AUi.     Anno  21.  Seesiooe  I.     1877.     1878.  *'. 

Von  der  Sockdad  ekniifiea  Är^enlma  in  Buenos  Aires: 
AtiKles.     Tomo  VI.     Eatregft  6  and  6.     1878-  8". 

Von  der  Acadimie  Boyate  des  Säeneea  in  Lissabon: 
Cfaimkn  agrioc^«  por  Jofto  J^säo  F«oara  Lapa.      I87S.  8'J 

Von  der  SodHi  hnpiriaU  de»  IfaiureUitte»  i»  Modnn: 
BuUeüii.     Annte  1878.     1878.  8**. 

Fl»«  Re(üe  iMUtdo  Lombardo  di  aeieme  in  JUaUand: 
Uemcni«.     CIum  di  acittu«  iiut«iiistiche.  VoL  XIV.  1878.  4*1 


BmatmitmseH  eoM  DrwMhinfttH.  121 

Ton  4ar  Seeieäaä  äe  gtografia  im  Xaaneo: 
Bolvtm.     Tom.  IT.     1878.     1878.  8". 

Vom  S.  Comäabt  geotogiee  fSatia  in  Born: 
BoUatino.     Anno  1876.  Nr.  7  Nr.  8.     1878.  8*. 

Vom  der  SoeUU  maheeiogique  de  SOffique  in  Brt»$a: 
Annabt.     Tmd.  XL  Ansde  1676.     1677.  8". 

Ton  der  natmforatAmdat  QeatMoehafi  in  ZOridi: 

TwtoljilinMluift.     21.  Jahrg.  1876,  4  Hafte. 

22.  Jahrg.  1874,  4  Hefte.    1876—77-  6*. 

Ton  der  M«dieMiicA-fMlHrtriu«<wcft(ifWek0M  OeuOseh^  m  3ena,: 
DenkichrifteD.     Bd.  IL     1878.  foL 

Tm  der  Aeadeti^  of  natwai  Scieneea  in  Davetiport,  Jowa: 
PTDceediagB.     VoL  IL     Part.  I.     1877.  8". 

Ton  der  Soeiili  Mimigiie  de  France  im  JParie: 
finUetiii.     Tom.  24-  1877.     Session    extraordinaire.     1878.  8. 

Ton  der  SoeUti  geologiqM  de  Bdgique  in  lAige: 
kaatim  Tom.  4-  1877.     1877-  8- 

Von  der  Soeieku  pro  Famta  et  Flora  fennica  in  Helsingfors: 
Acta.     1876—77.     8». 

Ton  der  SoäiU  Botland<äae  dea  teienees  in  Hartem: 

Aichives  Nderlandaisee  des  scieaces  exactas  et  tutoreOee  Tom.  Xm. 
1878.  8«. 


122 


Jüttttttdurnftit  i«N  DnKktehnßfn. 


Vm  der  EfL  ZTafinirihmd^    VerttnitfiHff  in  Ktd«riemätdt-Iiulie 

in  Balaeia: 

Natuorkondig  Tydfichrift.     D«el.  35.  36.  37.     t875— 77.  8». 

Von  der  BudapeMer  BatuM»-  ttttd  Geuerbdunnmer  in  Budapest: 

ßdricfat    Ober    Gewerbe   rmi    IndosUie    fflr   d.    J.    1870'-7fi. 

1877.  8". 

Von  der  Acadtmjf  of  natitrat  Sdtmee»  m  PhäaddpUa: 
Procwrfing«.     1877.     1877-  8*. 

Von  der  BedtuÜoH  de»  Amerka»  Jcmn*ai  in  Aew  ifdr»; 

Tb«  Amorioui  Joarool  of  SciVDce  ud  Artit.   Vol.  XV   Nr.  69-  90. 

„    XVI  Nr.  91- 92. 

1878.  8». 

Von  der  Wwemtsin  Aeadcmn  of  Scitttces,  Art»   and  Ldtera  in 

Madimm: 

TraDsactiona,     Vol.  III  1875-76.     1876.  8». 

Von  der  Caltfornia  Acaderny  of  Sdcnett  in  San  yranÖKo: 
Prooeodiags.    Vol  VL  VU.     1876-77-    8". 

YoH  der  Amfrican  PkÜ4)9oi>hical  Socie^  in  PMaddpitia: 

Cataloffue  of  tfae  Ämerioan  Philosojpliictü  Societ;  Libnury.  l'art. 
m.  1878.  8". 

Von  der  SocUU  Shiäovre  natureSt  in  Ctimar: 
Balletio.     18*  et   19*  «lui^.     1877—78.     1878.  8'- 

Von  der  twdogitdttn  SUdim  in  Stapel: 
ICtUwilaBfteii.     Bd.  I.     Uipä«  1878.  8*. 


SMuendmngtn  von  Dntekiduiften.  12  S 

Fm  der  LibnuTf  of  Harvard   Umversify  in   Cambridffe,  Hast: 
Bib]iogn[)hic&l Contribations.  Edited by Jobüd Winsor.  ISTS-S''- 

R»  natunMsams^(^ichen    Verein    ßr   Schleswig' Holstein  in 

Kiel: 

Schriften.     Bd.  m.     1878-  8^ 

Von  der  k.  i.  Jiademie  der   Wiasenst^flften  in  Wien: 

■)  Denkadirifteii.  Hathem.-uatnrwiss.  aasse.  Bd.37. 1877.  4". 
Bd.   35.  a.  38.     1878.  4". 

b)  SitmngBbericbt«.     Hatbflm.-natorw.  Classe. 

I.  Abth.  Bd.  75  Heft  1—5. 

76  „     1-5. 

77  „     1-4. 
n.  Abth.     „     75     „     1-5. 

76  „     1-5. 

77  1      R 
ni.  Abth.     „     74  Q."75.      1877.  8'. 

76  Heft  1—5.  1878.8». 

Vom  natwhistorischen  Verein  der  preuss.  Rheinlande  in  Bonn: 
VerhuidlimgeD.     34-  a.  Ab.  Jahrg.     1877—76-  8". 

Von  der  Sternwarte  in  Dorpat: 

Hrteorologische  Beobachtungen  angestellt  in  Dorpat  im  J.  1676. 
XI.  Jahrg.     Bd.  3  Heft  1.     1878.  8". 

Vem  Verein  für  sid>enbärgis^  Landeskunde  in  Hemtannstadt: 

Die  Emteergebmsse  auf  dem  ehemaligen  EOnigaboden  1870 — 74. 
be«rb.  von  Hart.  Scboster  1678.  S**. 

Tom  natuncissenadtafOidien   Verein  in  Hamburff: 
Yerhaadlungao.     Nene  Folge  U.     1678.  S". 


124  Eiitttnduttgem  ton  DmclockrifleH. 

Von  äer  natuneittensfha/Uk&en  Oes^whafl  in  ChtmniU: 
6.  Bericht  Tom  1.  3u,.  ie7&  bis  31.  Dec.  1877.     1878.  8°. 

FiM  tkr  sekweueriscken  naiwforschendtn  Ges^schaft  in  Bern: 

V«rbatidluiigaii    in  Box    20.— 22.  Aag.   1877.     60.  Sakrtsvw 
EammloDg.     Laussnn«  1878.     8" 

Von  da-  Aeadfmie  Üos/aU  dea  SeieneeB  in  Bratatt: 
Table«  d«  logariUmue  par  A.  Nvunr.     1877.  8"> 

Von  der  B.  AKodemia  deOe  scitnu  m  Titrin  : 

Bolletino   dell'    Oswrratorio   della   regia  UiÜTeraiU  di  IVtrioo. 
Anno  XU.  1877.     1878.  4*. 

Von  der  Akaäemie  der  W\xM.nachiflen  in  P^tr^mrg: 
Mdlaog«  btologiquM.     Tom.  X.   1877—78.  8^ 

Vom  ifutom  of  ^mparaliu  Zodlfi^jt  in  Cambr^ge,  Xai$: 
Aaonal  R*pott  for  1877—78.     1878.  8". 

Fön  der  naiurK'issentchaftUfJtm  Gadlsekafl   Isis  in   Drttdtn:] 

R)  Siteongsberichlo.     Jahrg.   1878.     1878.  8«. 
b)  HatarwiMcnscIinflltcbe  BoitrBge  rar  Kanntaisi  der  Rankosiu- 
Undar  nm  Osor  Schoeider.     1878-  8". 

Von  der  lihjfsikal.  mediein.  QeseUseliafl  in  V^h-Aurg : 
Verfaaodlnogea.    Nene  Folge.    Dd.  XQI.     1879.  8°. 

Vom  natMrwi$sensdta/B.  Verein  von  Nitu-  Vorpommern  mnd  Sagm ' 
in  Greif^wdd: 

Uitthntimgeo.     Jahi^.   10.     Borlin  1878-  8*. 

Von  der  Soeiiti  de  jfivffraphie  eommtrciale  in  Bordemu : 
Bolletin  1879.     1879.  S". 


XS»M»dmfn  vm  DrmbckrifUm.  125 

Fmn  fXyaiDbyweft  Laboralerimm  der  OMyeacAool  m    d&vdU: 
ODdanoakügn.     HL  Bscfa.  Ton.  5-     Afl.  3-     1678.  8*. 

FoM  dar  Soädä  ibt  IToAiralütf  ix  JfiNieiMi: 
Aanurio.     Anso  Xu.     1873.  8'. 

Vom  der  IfederiattdscMe  botamttAen  Yenemgimg  in  Hymnen: 

Nadttludadi  kniidkaiidig  Archiat     IL  8m»  3*  DooL    Stak  1. 

1877—78.  8". 


7«»  Herrn  M.  A.  8Um  in  QdOittfm. 

BütiSga  mr  Thaont  der  Bennoiüli'aehen  aad  Bulor'sdiat  Zahlen. 
1878-  4'. 

Vom  Herrn  Gerhard  vom  Satk  m  Sonn: 

s)  üoImt  den  Onnit     Berlin   1878-  8*. 

b)  Vortrftge  o.  Mittheünngen.      1878.  8°. 

c)  Uinanlogiscbe     UittfaeÜnngen.       Neue    Folge.       Leipzig 
1878.  8". 

Vom  Herrn  Rudolf  Wtif  m  ZOrieK: 
AjttoDomische  Hlttheilongen.  XLTII.     1878.  %". 

Vom  Herrn  Smwm  Spüter  in  Wien: 
Vorlnnngen  Ober  lineare  Differential-Qlaichuiigen.     1878.  8"' 

Fem  Herrn  Joseph  Leidy  in  Pkäadelplna: 

DMcriptiou  of  Tertebmte  Bemains   chiefly   from   Uie  Phosphate 
Beda  of  Sonth  Carolina.     1877.  4^ 

Vom  Herrn  F.   V.  Hayden,   ÜnÜed  States  Geologiä-in-charge  in 

Washin^on: 

•)  Beport  of  the  U.  S.  Qeological  Soirey  of  the  Territoriee, 
VoL  VII.     1878.  4*". 


126  Eingndungen  von  DmelMehrifltn. 

b)  lUostrations  of  CreUeeoiu  and  Tertiaty  Flutte  of  tfaa 
Western  Territories  of  the  United  SUtes.     1878.  i*. 

c)  Bulletin  of  the  U.  8.  Geological  SorTey  of  the  Territories. 
Vol.  IV.     1878.  8'. 

d)  Miecellaneons  Pubtications  Nr.  9.  DescriptiTo  Catslogru 
of  Pbotographs  of  North  American  IncUans,  bj  W.  H. 
JachBon.      1877.  8". 

e)  Preliminary  Report  of  the  Field  Work  of  the  ü.  S.  Qm- 
logical  SoTTOj  of  the  Territorien  for  the  season  of  1877- 
1877.  ö*. 

Font  fferm  I.  M.  Toner  in  Washingtoii : 

Address  before  the  Rocky  Monntfun  medical  association  contain- 
ing  soma  obserrationa  oa  the  Geological  Age  of  the  World. 
1877.  8". 

r 

Vom  Herrn  Faul  La  Cour  m  &>petOiagaf. 
La  roae  pboniqae.     1878.  8". 

Von  den  Herren  George  J.  Brush   und  Eä».  S,  Dana  m  Kern 

Haven: 

On  a  new  and  reroarkable  miDeral  Locality  in  Fairfi^  Coanij, 
Connecticot.      1878.  8". 

Vom  Herrn  Baron  Ferd.  von  Miäler  in  Mdhoume: 

Tbe  organic  Constitnenta  of  Plant«,  by  G.  C.  Wittstein,  trans- 
lated  by  Baron  Ferd.  tos  HöUer.     1878.  S**. 

Votn  Herrn  E.  Seriherand  in  Alger: 

Le^ns  cliniquee  sur  les  maladies  da  coenr  par  F.  F.  da  Coeta 
Alvarenga,  trad.  du  partngais  par  E.  Bertheraud.  Lis- 
bonne  1878-  8°- 

Vom  Herrn  Paul  Frederic  BeinscA  in  Boston: 

Contributionas  ad  Floram  algamm  aqnae  dalcis  promontorü 
bonae  spei.     London  1878-  8**. 


MlunAmftH  «M  Ifndutkriflti*. 


127 


T«m  Herrn  AffmtiM   Te4oro  in  l\ittrmö: 

'»)  Bebain«  ralln   mltur«   Aä   ootoai  la  lUlU.     Roma  1877 

— 78.  4'  mii  All»»  io  folio. 
ti>  B«  1»  <)D«n«  eononcbt«  io  comtnercio  eoi  DOmi  di  Faniia 
•  di  RoTnr«  nui-ooo  ia  SidUn.      lläiti.  H". 


Tom  Herrn  Jt.  F^tniua  m  Wktbadrtt: 

s)  XnalfM  iu  Kuüer-BmaDeos  io  Bad  Etsta.     1878.  8. 
I        b)  Cbttnbch»  U&temichuo|{  der  warmeD  Quellco  lu  8cUBDg«n- 

■  tMd.     1878.  a* 

H   e)  OnmiBtbe  üiil«r3aohang   der    Hunytdi    J^o«    BittMwk* 

■  QoeUeb  in  Biidmi>ett   1878.  8". 

r 


Y<m*  Herrn  Ä.  Faere  in  Genf: 
lue  d^finse  d*6l4phant  IroanSo  prte  do  GenöTO.     1878.  8". 


I 


Von  Herrn  BrrlHzheimer  in  Kt»-York: 
A  fvw  brief  ExtniU  of  tfae  DjiiAiiiio  Algobra.     1878-  8^ 


Vmt  Herrn  F.   V.  Hayten  Ü.  8.  Gajlojfisl  in  WasitiiiifloH: 


•)  Uiaotllutwiu  PnblicfttioBi.     Nr.   10.     1878.  8*. 

b>  7int  aiutul  R«port  of  the  C  S.  Entomological  ComBÜsnon 

^fur  Um  JMt  1877  r«latUi|j  to  tlie  Rocky  Mountun  LocusL 
Iö78.  8". 
o)  Oenlogical  a&d  ßeograplücal  Atlas  oT  Colorado.     1877-  fol. 


Vom  Herrn  Giovanni  Lttvini  in  Turin: 

Intonio  oUa   iiuluiioD«  oUttnwtfttio*   sperieni«   9  ragioD»- 
kti.     Pimu«   Im78.  8"> 
b)  E7u  tperitou  di  msgaetisiiio.     Firenz«  1878.  8'. 

Tan  HoTn  Antonio  ßltq'pani  in  Mailand: 


CainU«r«  marino  dai  gnodi  uifileBtri  inoreaioi  detl'  AIt&  Itulis. 
Iif78.  4». 


128  BtuenaiMgat  von  DruduAnfUm. 

Vom  Btrm  B.  JLoetemberg  m  Paris: 

Las  tnmean  k  dänoldes  dn  pharjnz  luaal.     1876.  8**' 

Vom  Herrn  JKcAets  Stefano  de  Sott  in  JBom: 
D  Microfono  nalla  metaorotogia  endogen«.     1878-  ß'- 

Vom  Herrn  8.  Ä.  MÜler  m  OaicinnaUi 
DeecripÜon    of  eigM   naw  Bpedss   of  HolocTstitM,     1878.  8*. 

Vom  Herrn  JE.  Plantemonr  in  Qmf'. 

B^omd   mäUorolo^qae   de   l'uinde    1877  poor  OmiT«  «t   le 
Grand  Sunt  Bernurd.     1878-  8*. 

Vom  Herrn  Lome  JPierre  Matton  in  Ljfon: 

Poljsaoteiir  «t  FolyMotrioe«.     1678.  4*. 


.:K 


OefienÜiche  Sitzimg  der   k.  Akademie  der  Wisaeo- 

Bchaften 

xnr  Feter  des  120.  Stiftangstagea 
un  28.  MSn  1879. 


Der   SecretSr   der   mathematisch  -  physikalischen  Claase, 
Herr  t.  Kobell  trog  naehstebende  Nekrologe  ror: 

1)  Ernst  Freiherr  ron  Bibra. 

0«b.  1606  km  9.  Joni  n  Schvebbaim  in  ünter&siiken. 
Önt.  1ST8  un  5.  Joni  la  NOniberg. 

Bibra  stodirte  an&iigs  Jnra  in  Würzbnrg,  trieb  aber 
*^ter,  theils  aof  seinem  Landgut  Schnebbeim,  theils  in 
Nnrnberg  wohnend,  natnrhis borische,  besonders  chemische 
Stodin.  Seine  Arbeiten  erstreckten  sieb  anf  das  Gebiet  der 
orguüschen  nnd  anorganischen  Chemie.  Sie  sind  sSmmtlicb, 
■nf  die  Geschieht«  des  Q^enstandes  nnd  die  Vorarbeiten 
^mt  eingehend  i*"  mit  grossem  Fleisse  darchgefäbrt  nnd 
™&»en  riele  Hsndert  Analysen.  Es  sind  herrorxnhebeD : 
bü  ibbandlong  über  die  Knochen  nnd  Zähne  des  Menschen 
*'>>^  lierWirbelthiere  mit  Rücksicht  auf  ihre  physiologischen 
"'xl  ptthologischen  Verhältnisse  (1844),  eine  Arbeit,  welche 
Bcrteliag  als  eine  vortreffliche  anerkannt  hat  nnd  als 
^''m  wichtigen  Beitrag  zor  chemischen  Physiologie  wie  ear 
^togie.  Femer  die  üntersnchnngen  über  das  Qehim  an 
■wotthticben  Indiridnen  verschiedenen  Alters,  an  mehreren 
^■^[rthieren  nnd  VSgeln,  nnd  anschliessend   seine   eahl- 

[1ST9.  2  UMÜL-thjt.  a]  9 


ISO 


Oigr^iAg  Sätm9  M*  «.  JKBrs  tm*. 


Micha  FöncfanigcB  ttv  ia»  Blakiiiwirt  ood  die  Nema. 

aowi«  Bbn-  du  HodMlAMdi,  QtMr  nndiMm  GHenrt^it. 
Ibtf  Leber  md  G«Ile.  Audi  Ste  &an  nd  £e  Hamiab- 
rtam  nndiiedeoer  Tbiere  sog  er  in  den  Kmt  aeioer  ebe- 


AriMitm.     Bn 


Sclii 


rrfrlgrimltes 

hnd  n-  unter  Bivirra,  Am*  steh  derstib«,  wie  ta  früchen 
Baxrai,  eoeh  in  aolehcn  tob  SebldtlB  der  sl^criMinseliAo 
Rft^  und  einer  nr  nehr  als  tuueod  Jalu«B  Tenchvaadeaeo 
B«f«  Mu  Bolinwi  erli»ltca  bebe.  ~  Vielbdie  Dnlemdi-I 
■ngto  beachSftigtra  üid  ob«  die  narlcotisebca  Graoai-J 
niÜel  und  ihn  ang^heaer?  Verbiritang  ood  ADwendong, 
M  Ober  den  Kaffee.  Tbe«,  CbokoUde  and  iluUcbe  PrCMtocte. 
Ober  die  BeaBtsuig  im  FliegeoNliwuBnes  bei  des  Tongnaea 
Dod  KamtscbadeleD,  fiba  die  pemanis^e  Coea  trad  Ober 
■laa  OpionL  Aa§fQhrlich  belnoddt  siiid  weiter  die  Artilrat 
aber  des  indiKhen  Hanf,  das  Ibscbixk  osd  Sber  den  Tabak. 
Bibra  hat  Ober  dl«  Wirknageo  der  Opinof  und  Haachisch- 
Narkoee  an  sich  selbst  Vcrmche  ang«8tetlt.  Kr  tkeApHcht 
die  wirkaanWD  Ornndlagen,  welche  die  Cbomie  aiu  den  nar- 
kotieehen QanMMaittdn  twlirt  bat,  ihren  ^im  nn<l  schliaiOBO 
Bl^scbaficB  mid  leigi  mit  bistorischea  Nacbweianngm, 
dass  sie,  gehörig  angewendet,  ala  ein  »chitsbarea  B«dltrfoia* 
der  Menachheit  zu  achteu  aeien.  Diaae  Arbeiten  füllen  ein 
gan2«t  Bach,  wekhea  r«icb  an  interessanten  Citaten  tat  nod 
viel&ch  den  genialen  Bomor  des  Ter&awn  brinmdet.  — 
EÜMn  ansehnlichen  Band  publicirt«  er  Ober  die  chemiachen 
VflriiftltniiM  der  Cerealien,  welche  TonogsweiK  dem  Men- 
•chet^teachleoht  ur  Nahrung  dienen,  and  über  Am  Brod. 
Diexcr  umfa-tsenden  Arbeit  ist  eins  historische  Skine  de« 
(ietraidb&n'a  rorangesebickt,  welche  von  don  älteit«n  Zeiten 
bis  in  die  Nenxcit  fortgeftibrt  int  und  ferner  «ue  botanische 
Ueberaicht  der  behandelten  Getraid«.  Man  mnaa  den  Flnail 
bewundern,  mit  welehem  Bibra  das  lietreSend«  Material 
gernnmell  and  geordnet  bat.     E«    folgen  dann  auanUirlicbe 


r.  JMwU:  .VrbnTrtü  auf  Kmit  FrtitMrr  ton  Bihra.         131 


UDlannchnogoo  aD<l  Aschenanal^sen  voa  Waizen,  Koggen, 
}«ntc,  HAi«r,  K«is  rtc  —  Der  Artikel  ober  da*  Unxi  ver- 
sieh 6bar  dMtta  Bereitung,  ilio  clieniischcn  Vorginge 
EUekta,  di«  Beslitnniungea  der  Mi^liDiigatbeile.  — 
rWi«  die  vorhergelienden  Arbeiten  Rind  uucb  seine  Unter- 
laoffvo  Aber  di«  Bron«en  tmd  Knpfrrlcgirungcn  der  alten 
&)k»r  nnd  derNeateit  dnrchg^fnbrt  mit  RticIcHicht  auf  die 
G«*cfaichte  dieter  ntetAllisdieu  Compositioneii.  Kr  biit  daxii 
abvr  200  AimlyieD  augesUllt. 

Die  Uioenlobemie  rerdftnkt  Bibra  anoh  vielfache  De- 

vricbtmiig  ilnrcli  »eine  AnaljKen  der  Oetteioe  dm  FränkiMchun 

Jnr»  Dod  siromtlicher  Sandsteinbildongen  von  der  (iraowaoke 

hü  ia   dM   Oi>biet   der   KrrideroniiBtiou.     Di-rgl.   AnulyHen 

ajcht  du  Anzieh«ude  solcher,    wolcbc  von  krystalU- 

liiittn  Individaen  mit  homogener  Hasse  ein  bestimmtes  Gexetx 

l«rk#on«9  laaMB,   du  Material    ist    mehr   oder   weniger  da 

'GanflDg*,  dieGeognosie  kann  aber  mit  ihrer  BilfeBeobach- 

tsifiiD   Teraalos»^   nnd   ScblüsM   ziehen,    irolche  filr  die 

Charftkt«mtik  oikI  Verbreitung  der  Fortnationeu  sehr  werth- 

foll  «iad.  —  Bibra  hat  im  J.  1S49  eine  Reise  nachSnd- 

■narikm  genaebl  ond   die  Kupfererxe  an«  den  OrnbeD   der 

Al|[odoo-Biai   in  Bolivien  und   du  dortig«  Mcvrwaiwr  ana- 

Iriirt,    »beow  das  vom  Cap  Horii,   rom  atlantischen  Ocean 

Bod  au  der  Nordsi«.  —    Die  genannt«    IteUe    ist  ISiJ4    in 

2  Biiwl«o  pnblieirt  worden.  —  Fär  eine  Abhandlung  Ober 

[die  Kr&okheiten  der  Arbeiter  in  Zilndhob-fabriken  erhielt  er 

Küoig    TDn    PrvoMen    die    goldene   Mi-dailie    nnd    den 

[Uaatli/on'acbeii  Preis.    — 

Neben  das  wiaRenmihafllicben  Arbeiten  hat  Bibra  auch 
'  »iliiini  Novellen  geschrieben,  deren  Schauplatz  vurn  Theil 
%linifrikii    nnd    in    welchen  er   nach  Lnst  und  Laune  mit 
[Takot  die  Fc(I«r  geführt  hat. 


132  OefftnÜicht  SiUung  mm  SS.  Märt  1879. 

Dr.  Helnrleh  BofT. 

Q«b.  1605  am  23.  Hfti  n  RMelbeim  in  der  Wettern. 
6eet.  1878  am  24.  Deeembei  m  Oiesseo. 

Bnff  begann  seine  bSheren  Stadien,  die  der  pbjülcBl- 
isclien  Gbemie  gewidmet  waren,  theitweiae  in  Pftria  an  Aiet 
polytechnischen  Sehnte  nnter  Gaylnsrac,  dann  arbeitete  er 
bei  Liebig  und  Wöhler.  Nachdem  er  einige  Jahre  mit  Bansen 
an  der  h&heren  Gewerbschnle  in  Kassel  thitig  gewesen,  ward 
er  Profassor  der  Physik  an  der  Universität  eq  Oieasen  and 
in  der  Folge  zum  grossherzoglich-besBischen  Geheimen  Fi- 
nanzrath  ernannt. 

Za  seinen  ersten  Arbeiten  gehSren  chemiBche  TJnter- 
sachungen  über  die  Tndigsänre  nud  über  daa  Indighari  nnd 
5ber  das  E'hoBphorwaaserstoffgaa.  Anziehender  aber  waren 
ihm  Forschnngen  im  Gebiete  der  Electricitat  nnd  der  Eleo- 
trolyse  und  mit  Erfindang  nen  conatmirter  Apparate  wasste 
er  oft  schwierige  Probleme  der  Wissenschaft  zn  entrfttfaseln 
und  klarzulegen.  Er  schrieb  über  das  electrische  Leitnngi- 
vermögeu  der  Metalle,  über  die  Electricitftt  der  Flamme, 
über  die  Yolta' sehen  Fundamentalversncbe  nnd  in  mehreren 
Abhandlungen  über  das  electroly tische  Gesetz  und  eleotro- 
chemische  Zersetzungen.  Die  zahlreichen  üntersncbungen 
wurden  mit  Verbindungen  des  Kupfers,  Quecksilbers,  Giseoa, 
mit  Molybdänsäure  nnd  Chromsänre  angestellt.  Im  Zusammen- 
hang  besprach  er  and  beschäftige  ihn  die  Constmction  gal- 
rauischer  Ketten,  die  Ursache  ihrer  Yeränderlicbkeit  mid 
die  AosfUhrung  constanter  galvanischer  Ketten.  Mit  Zam- 
miner  publicirte  er  eine  wichtige  Arbeit  über  dieMagneti- 
airung  von  Eisenstäben  durch  den  electriscben  Strom  and 
mit  WShler  hat  er  eine  Reihe  neuer Silicinmverbindangm 
dargestellt. 

Znm  Gebranch  für  seine  Vorlesungen  hat  er  ein  treff* 
lichee  Buch  „Grundzüge  des  chemischen  Theila  der  Natar- 
lehre"  geschrieben,  worin  die  physikalischen  Lebren  im  Zu- 


r.  Katntt:  iitkroUy  auf  FrieMtlt  Auffn»  r.  JlburU.        133 


■nnmenlmiig  mit  den  cliemiscbeu  B;«t«inatisch  vorgetragen 
aind,  soclt  hat  er  mttKopp  und  ZamEuiner  uin  Lehrbuch 
der  pbjmikalbcliie'n  tiuil  theoretUcbm  Cbemie  publicirk,  wo 
BT  il«ti  pbjrnkslischen  Tb«il  bearbeitete. 

Bnff  hat  sich  unt«r  den  Pliysikern  eüieii  glänsendea 
Kaf  (iTwarbfn.  Juj;vDdIiclii>  i'Vii'ch«  hat  seino  wiasenschaft- 
lidie  Tbätigkeit  bis  zn  aeiooit  letzten  Tagen  begleitet. 

Er  warde  aiiT  Lif^big'it  Vorschlag  zum  nuswiiKigfto  Mit- 
glied Dnmrer  Akadenü«  ernannt. 


I 


Friedrich  Aagust  t.  AlberU- 

Geb.  I7ai>  am  «.  Sfpt.  n  Statt«»! 
0«t.  tSTS  aa  12.  Sept.  in  Hdlbrona. 

Atb«iti  hat  Bich  moen  verdienten  Ruf  dnicfa  seine  geo- 
gaoetuichcn  ForMthupgcn  in  iIpii  KlStxgebilden  des  Bunt«u 
Sattdateina,  de«  Mtuchelkalk'a  und  des  Kcuper's  erworben. 
Er  hat  i.  J.  1834  eine  &(oii<^raphie  <li«»er  Porniationeu  ge- 
adineben  and  betrachtet  sie  als  i-in  znsitmnieDhüugviides 
Games,  welch«ni  er  die  Benennung  der  Tri  an  gegeben  hat. 
—  Kd  nmfassendce  Werk  hat  er  den  saUniscbcn  Bildungen 
unter  dein  Titel  „Haliirgische  Oeologie"  2  Bde.  1852  ge- 
vidmel.  Er  hat  dic^u  Bildungen  der  Jftxtiwit  mit  denen  der 
Urzeit  verglichen  und  ihre  Unterwbiede  hervorgehoben  mit 
Hinweisoii^  aof  das  Torkomnten  in  verschiedenen  Ländern, 
anf  die  aaliDiachen  und  andere  Minerakiuellen,  auf  die  Be- 
reiter der  Salslager,  die  Gypse,  Dolomit«,  Thone  etc.,  sowie 
auf  die  oft  vorkommenden  ICaphtaquelleu  und  Kohlensäure 
Eihalationen.  Er  be«pricht  und  widerlegt  die  älteren  H;po- 
tluKa  3ber  die  Bildungen  von  Gyp»,  Htein-ials,  Dolomit  etc. 
md  siellt  die  betreffenden  cheiniHchcu  Aualjsen  zusammen. 

Ein«  aorgtiltige  Untersuchung  hat  er  über  die  Geo- 
gnoaie  des  Gebiets  von  Botiweil  geführt  und  die  Trias,  sowie 
dia  Oolitben-Kcihe   mit  dem    Lias    und    Jurakalk    an   «er- 


fhffmilirhf  SiUany  tVM  Ä.  MSn  tSST 

schi^e^n«!!  Ort^n  Daebg«wies«ti,  ancli  ihre  zahlreichen  Yei^ 
flteiueningen  bestiromt.  — 

Alberti  hat  sich,  indem  «r  den  Steinealzbildiingen 
seine  wiasenschftfUicho  Thitigkeit  vonugsweiM  widmet«, 
such  aDerkaoote  Verdienste  tun  die  Grändnng  der  Saline 
Friedricbshall  n-worben.  nm  das  Auffinden  der  HteinaaUti^er 
am  obera  Neckar,  tun  die  Saline  SaU  «te.  Er  »chrieb  auch 
Bbitr  da»  Salinenweaen  in  DenUcUand,  vorzflglich  in  pyro- 
tecbuixcher  Bexielmng. 

Alberti  war  Salinen-Verwalter  in  Friedricluball  bei 
Heilbroun,  Bergrath  ond  Efarendoctor  der  UnirerntSt  sn 
Tflbingeu.  —  Er  war  Ritter  des  Würtenihergi«ciien  KroD-| 
Ordens  und  Konitbar  dea  Friedricbaordena. 

Er  war  ein  Ittann  Ton  Geist  und  Witz  nnd  ein  beit«rer| 
Sinn  begleitete  ihn  bia  an  »ein  Ende. 


Freiherr  tod  Gorap-BeKancx. 

Qeb    1»1T  »in  \h.  Jan.  iq  GtiU  lu  SUjeniuik. 
Owt  |)«7e  an  2^   Not.  tu  Eriaagea. 

Qonip-ncbanez  machte  »eine  ersten  Studien  in  Gratxl 
lind  -Hotyt't  MV  Tort  in  Wien  und  Ptelu«.  Im  Jahre  1829  zog 
er  nach  Manchen,  wo  er  die  Fächer  Medictu  nnd  Chemie 
)iflq^  und  rieb  dann  dem  Studium  der  letzteren  Wiasen- 
schaft  nnter  Bnchner  nnd  »pütcr  ntitvr  Wöbler's 
Leitung  in  Göttingen  mit  Vorliebe  nnd  Erfolg  zuwandte. 
Seine  weitere  Tbatigkeit  entwickelte  er  aU  Privatdoceiit  in 
Erlangen  als  Profmaor  cxtroordiDarin»  1847  and  OrdtDarias 
18&S.  Ba  war  rorzüglich  die  ph;aiologi<iche  Chemie,  welche 
er  ED  fdneu  Foracbangrn  unaermbcn  und  lAhlreich  sind 
»eine  zoochemischen  Analysen.  Es  sind  berroTzabebeo  seine 
Arbeilen  über  dl«  Galle,  Ober  deu  Kieselerdegehalt  der  Vogel- 
federn und  in  den  (iebilden  diu- K]>idennia,  Bber  dasKreocot 
und  seine  Zersetztutgsprodocte,  Ober  die  Oxjdationawirkiiugen 


I 


r.  XaUB:  Iftkrvhg  auf  Amärtiu  t'reiihtrr  r.  KltingAaiurn.  135 

da  Omh'h  Aar  Blut  und  EiweiM,  Gl>er  div  Vcrbmtang  des 
On&nin's  im  ThierreicJi.  Er  hat  ein  Ivehrbnch  der  zoocliem- 
iteben  Anal;«e  gM«hri«b«Q  oud  ein  [jelirbucb  der  iiDorgKn> 
Ischtfn  nnd  or^iitsch«n  Chmtio,  wi-Icht«  mehrere  Aufl^en 
erlvbt  and  dorclt  die  Klarheit  der  Behandlung  der  Oegm- 
■UUide  mit  tttetor  Bcriick^ichÜgaug  dor  noueren  Gbemiachen 
Tbeorie^n  allgoueiae  Anerbeunang  gefimden  hat.  Er  liebt« 
du  Lehrfach  uud  irar  ein  aiisgexeichnKtor  Lehrer.  Sein« 
Terdienat«  lind  von  hödistvr  Stolle  durch  die  tlrtheilnng 
dea  Ordens  rotu  hl.  Michael  nnd  durch  den  ('irilTerdieunt- 
iird«D  der  Bayeriscbm  Krone  gewürdigt  wurdcMi. 


AnilrCAS  Frpili^rr  to»  Elfinitp^hMnson. 

Geb.  nafi  am  l'.'>.  Not.  m  Hcitldherü. 
Go«t.  1)478  tm  5.  Joni  In  Wien. 

EttingskanMfl  hat  an  allun  Forschungen  und  Aufgiib«D 
der  biSheren  MaÜteiliatik  theilgenommcn  nnd  mehrrach  im 
Gebivte  der  Phjnik  aeine  Erfahningeu  gelltmd  gemacht.  Va 
■ind  berTor^nhcben:  dia  combinaloritfcbe  Aoalysis;  aeineVor- 
lamogen  Ober  hSbere  Math4!(iiiitik  i»  2  Bänden ;  Anfangci- 
Ijrliode  der  Phfaik ;  und  mit  liaumgartner  dessen  Nntur- 
Wire  7.  Aatl.  nnd  die  Zeitschrift  für  Physik  und  BJatbe- 
natik,  10  Bände,  worin  eine  Iteih«  vun  Abhandlnugen  von 
ibm,  über  Systemß  der  Gleichungen,  l^ntwicklung  Kusumineu- 
|pK>t/t^-r  KryKtullgi^titlten,  über  die  Methode  ron  Gauss  tat 
Biber angs weiden  Berec-bnung  be<Hinunter  Integrule  und  Unter- 
•Bcbnugen  Hber  das  Licht  und  Heine  S'chwin^iin^i'n ,  nber 
Ucfatbrrcbung  n.  a.  —  Bei  der  Nulorforscber-Versamniluiig 
m  Praig  1S37  beiipracb  er  eine  von  ihm  construirte  inagueto- 
tlectritche  Hoachine.  — 

Kitingshanseo  war  k.  k.  Kpgieningarath,  ordentl.  Pro- 
laaMr  der  Pbjroik  und  Üirector  des  phyaikalischvn  Institus 
ier  ünireraitäl  i«  Wien,  frUher  Professor  der  höheren  Me- 


IM  0«#«*tf«fe  ücsmr  m»  JE.  JCäT  Sr?- 


^maäk  ut  der  fi<«i>    linfaMiii  ss^  Jcr  XsA^Mtik  aa  da* 
CktTtnöiL  Er  wv3(ilg5ü  A>r  Akadnoc  d-Wia.  in  Wim 

raul  wnde  1^32   na  temwf.  Mitgliri   nMotr  Akadaaaie 

J««yh  KnrL 

G««t.  K%  aa  13.  Mm  b  WaiAiMtaL 

H«nri  hat  neh  daidi  Käw  Azbcitis  3bcr  EketridUt 
and  "*'*"''*"g'-*'— "*— ,  aber  Sbteorologie,  CafÄllaritäk, 
Akiutik  und  aadere  Zweige  der  Phnik  aehi&di  aoige- 
zekbiMi.  Seioe  er^  Aiubflhntg  wir  die  ccmb  Profenors 
d«r  Matbemstä  an  der  Albuiy-Aladaaie  i.  J.  1626,  im 
J.  I  ■!32  wurde  er  Profcamr  der  NatafgeackieUe  im  College 
TOB  Nea-Jeraer  za  PiiDceton  vai  1846  wurde  er  eiud  ersten 
Heeretir  ond  Director  des  SautbaoBuhen  Inatitnla  xn  Wa- 
■biogton  ernannt  Er  widmete  32  Jahre  lang  mit  anerkanaton 
Erfolg  leine  Thätigkeit  diewm  Inatitnt,  welchea  I5r  Ter- 
nKhnuig  nod  Terbreitong  ds  Winenachafi  gegrOndet  wurde. 
—  Im  J.  1849  wurde  er  Präsident  der  Amerikaniadien  6e- 
■elLfchaft  für  die  Fortschritte  der  Wissenschaft  nnd  186S 
PrMideDt  der  National-Akademie  d«  Wiaenschaften  der 
VernDtgt«D  Staaten.  Diese  Stelle  beklridete  er  auch  bei  der 
Philoflophischen  Geeellscbafl  za  Washington  1871  ond  wnrde 
iD  demselben  Jahr  Cbaiiman  am  Ligbt-Bonse  Board  der 
Vereinigten  Staaten.  — 

ban  Union  College  und  die  Harvard  UniTcrsitit  er- 
nannt«« ihn  zun  Elhreodoctor  der  Bechte. 


Sitzungsberichte 


der 


kOnigl.  bayer.  Akademie  der  WiBBenBchaften. 


Sltamg  vom  3.  Hai  1879. 


Ha&ematisch-phTsikaliBcfae  Glasse. 


Hot  ▼.  Pettenkofer  theili   mit  nnd  bespricht  eine 
&l>l»Ddliiiig: 

„Deber  die  Permeabilität  des  Bodens  für 
Lnft"  TOB  Dr.  Friedrich  Renk,  Printtdocent  und 
t.  Assistent  am  bygieniscbeD  Institute. 

Ani  dem  Münchner  Geröllboden  lassen  sich  mittelst 
ODv  Reihe  Ton  Sieben  mit  verschiedener  Maachenweite 
i  Tfltscbiedene  Bodensorten  darstellen ,  deren  Dimensionen 
Mgntde  sind: 

Mittelkiea  Durchmesser  zwischen  7  nnd  4    mm 
Feinkies  „  „        4     „     2     „ 

Girobnnd  „  „         2     „      1      „ 

Mittelsand  „  „         1     „     0.3  „ 

Feinsand  „  kleiner  als     0.3  „ 

Hit  diesem  Materiale  worden  die  vorliegenden  Versnobe 
n  der  Weise  angestellt,  daas  die  verschiedenen  Bodensorten 


138 


BUsvng  4er  maüi.-jihirt.  (%aae  ron  3.  ittu  IS 


iu  m«Ullene  lUihren  von  miudeitteRS  6  an.  Darcbmaieor 
tmd  venicIiieiileDCr  Längv ,  eingvfullt  wiirdcu ,  trelcjie  an 
beiden  Enden  durch  Dialitnetze  verschlosnen  werdeii  konnten. 

Durch  die  «o  lioT;ge<tt«Ut«ii  Bi>d«ii»cbic)ilen  wnrde  mittelst 
etnc«  Gasomrtcr«  Luft  hiDdareh  ßcpresst,   deren  Drack  un- 
mittelbar vor  dem  läintritte  in  den  Rüden  gemessen  werden  _ 
könnt«.  I 

Auf  diese  Weise  wurden  unter  verschiedeneu  Varfafilt- 
nisften  folgende  Reanitatv  gewonnen. 

1)  Was  den  Druck  nul»ugt,  unlirr  welchem  die  Lnft  in 
den  Boden  einiitrömt,  so  sind  die  in  rerachiodenen 
Versuchen  mit  einem  und  demselben  Objecte  georderten 
liuftmengen  direct  proportional  den  rerschiedencn  Drtick- 
grössen,  jedoch  nur  ao  lange  aU  die  Geschwindigkeit 
der  Luft  im  Boden  nicht  grösser  wird  ab  0.00C2  Meter 
in  der  Secunde.  Wini  diese  Grenze  Qberwhntteu,  so 
nehmen  die  Lnflvolniiiiua  in  einem  geringeren  VerbHIt- 
nisse  xn,  aU  di«  angewandten  Dnickgrössen. 

2)  DetngomKn  findet  sich  auch  eine  umgekeltrte  Propor- 
tionalität «wischen  Lnftmenge  nnd  Hübe  der  Boden- 
acbicht«  inni-^rlwlb  der  erwähnten  Grenw  von  0,0062 
Metern  in  der  Becnnde.  Wächst  di«  Oesoh windigkeit 
der  LuH  über  diese  Grösse  binana,  so  nehmen  die  Loft- 
Tolumiua  in  einem  geringeren  Verhilltnutne  tn,  aU  die 
Höhen  der  Bodenschichten  abnehmen. 

3)  Die  Lnfbnengen,  welche  durch  gleich  hoho  Uoden- 
sebicbten  von  gleichem  Korn  oder  GefUge  hindurch- 
treteo,  sind  direkt  proportional  dem  Quersdinitt». 

4)  Die  Porosität  des  Bo^leus  bedingt  die  grSosten  Ver-  j 
schiedcnbeiten  in  der   IVrmcnhililät   TerwhtcOener   Bo- 
denarten.    Es  sind   dabei   zwei    Factoren   aoseinander- 
zahallen;    einmal     das    GexninnitTolum    der    iu    nnem 
Boden   vorhandenen   Ooblräume  nnd   dann   die   Weit« 


dar  eiozclnm    Poren;  der  Einiluss  dieser  beiden    Ele- 
itiente  drQckt«  sich  in  den  Yeniachen   fnlgendorina'fmn 

SOS. 

Bai  gleichem  GessmmtTolnm  nber  verschiedener  Weite 
4er  Poren  gebeu  dnrcb  einen  Hoden  mit  sebr  cugou  Hohl- 
rituneo  viel  geringere  Lnltaiengen  hin'iarch  aU  durch 
•tneo  Boden  mit  weiten  Maseben,  and  bSunen  die  Diffe- 
mnen  in  extremen  Füllen  mebr  ala  d«t>  'iOOOUfudie  be- 
trafen. Bei  gleicher  Weite  aber  ver«chivdcucin  Ucsaminlr 
roium  der  Poren  mflsseo  die  Loftmeugeu  dem  Gceammt- 
volnmen  dentelben  proportional  «tu,  wie  uns  dem  Ver- 
hältoi«M  «wischen  Loftmenge  und  Querschnitt  des  Bodens 
berrorgirbt. 

Bei  Loelcemng  eines  natfirlichcn  Bodens,  in  welchem 
Falle  sowohl  du«  Gcsammtvolnm  der  Poren,  als  auch  deren 
Weite  verändert  wird,  erfolgt  denigetn&sK  ein«  I^hShnng 
iltr  UurchgiLngigVeit ,  welche  bei  gleicher  VergriJ^gerung 
ds  Porenvotains  bei  engmaschigen  Böden  eine  relativ  viel 
beileDtendere,  ist  als  bei  weituiaAcbigen  BiSden. 

Die  Befeuchtung  de«  Bodens  hat  verschii^denen  Effekt, 
je  juchdem  sie  von  oben  durch  liegen,  oder  tou  nnten  durch 
(Inmdwasüerwh wankungen  erfolgt.  Im  enrteren  Falle  wird 
ÜB  Boden  nicht  so  viel  Wasser  Kurückgehalten,  als  im 
toteren,  daher  auch  aeine  P»-mettbiliUlt  weniger  geändert. 
Enyinaschige  B5den  halten  in  bilden  t'^lten  vii;]  mehr 
Wim«-  mrück  ab  solche  niit  weiten  Poren,  wessh&lb  bei 
Wtiteren  die  Unrchgüngigkcit  entweder  gar  nicht  oder  nur 
u  wnnige  Proccnte  Terringert  wird,  wklirend  t»  bei  er- 
rieren  m  vollkommener  Undurcblä^sigkeit  kommen  kann. 

Von  Ifcili-uteudcm  KtTecte  kann  endlich  auch  das 
Grfriatgp  «nee  wasserbalteuden  Bodens  sein.  Zum  Theita 
wird  schon  durch  die  Ausdehnung  des  Wassers  im  Mo- 
■eote  da  Ge^erens  eine  Ver'-ugt^rnng  dvr  Poren  gecietüt, 
4idi  gnnOgt  diese   nicht   tur   Krklärang   der  Abnahme  der 


1  iO  SiUmmg  der  malk.-[/ig».  (Tamc  rvm  3.  Mai  ItiTS. 

P»-ni«abUiUtt  da  diui«  giS«or  üt;  ca  mn»  daksr  nng»* 
iiommeD  werden,  daiM  das  Wa£Mr  im  nicht  gefroreuen  Zo- 
Btande  in  d«ii  Poren  beweglich  ist,  im  gefror«n«ii  Zustande 
&l>cr  unbeweglich,  »o  dass  dur  Druck  der  Lnfl  der  «s  im 
crstereii  Fälle  verschieben  konnte,  dies  nicht  mehr  veriusg, 
wenn  ea  su  Eis  erstarrt  ist. 

Auch  durch  da«  Q«fjri»r«a  kann  v»  luim  volUtiUi- 
digeu  VerschlusM  eines  selbst  im  nassen  and  angefrorenen 
Znrtuide  noch  für  Luft  durchgängigen  Bodens  koniuen. 

Die  Versuche  werden  auafOhrüch  in  iler  Zeitachrifl  fQr 
Biologie  mitgetheilt  werden. 


Deneihe  theilt  mit  nnd  bespricht: 

„Ueber   den  Uebergang    rou  Spaltpilxen 
in  die  Luft"  von  Dr.  Isidor  Soyka. 

Bei  dvn  nahen  Beziehungen  der  Krankheittkeime  sa 
den  Fäniniaskeimeu  scheint  die  Untersuchung  der  Art  nnd 
Weiiw,  wie  letztere  in  die  Luft  gelangen  und  ilarin  viu-brettet 
werden,  von  einiger  Bedentung  werden  xu  wollen.  Im  Nach- 
folgenden nnd  einige  Resultate  angefahrt,  die  beim  Siudiuni 
diwer  Fragen  gewonnen  wurden. 

Im  Speciellen  waren  die  Aufgaben,  die  hier  geetellt  wurden 
darauf  gerichtet,  m  nntcrvnehen,  bei  welcher  Laftbewegnng 
troekenv  Finlni8«keime  fortgerisaen  nnd  weiter  getragen 
werden,  nnd  sodann  unter  welchen  Bedinguttgeo  es  lt«t 
keimhaltigen  Flüssigkeiten  tu  einer  Propagation  der 
SpailpiUe  komme;  ich  bodtente  mich  hiebei  folgender  Me- 
thoda: 


PMttikoftr:  OA^r  dtn  Uebayang  nnSpaltpiUeH  iniU*  ttifl    141 


1d  beanndM'a  zu  diesem  Zwecke  angefertigt«  Apparntv  — 
Glasbirnen,  iiacIi  beiden  8eit«u  ia  ein«  RAbr« 
■oalaarentl,  deren  eine  (nntere)  jedocb  nocb 
b»  Knf  2 — 2,5  Cm  in  die  Birne  hineinragte 
—  mrrde  ein«  ge«igo<>t0  (»itlnissiühigi;  Niibr- 
HniRg  eingefQllt,  nnd  Lad  durch  dieselben 
gcMtet,  die  im  Falle,  dm«  tn«  Fiiulnt8A[iil7.e 
snt  «ich  führte,  die«e  auf  ihrem  Weg  durclt 
dir  Birne  in  diu  Flänigkeit  fallen  Usaen  und 
letitere  so  inficireD  aodte;  das  obere  Kndo 
wir.  um  eil)  Kindringen  der  Keime  TOn  oben 
her  XD  Terhiudern,  nach  dem  Vorgänge  von 
SchrD«der  nnd  Duüch  mit  einem  Baomwollpfropf  Terw;blo«sen 
nnd  der  ganze  Appornt  dnrch  mc^hrstOndiges  IDrhitzeii  auf 
110  —  120^0  (im  Dampftopfj  vollständig  keimfrei  gemacht. 
Wibreod  diectes  Vorgangs  war  ancb  die  unter*  Itölire  mit 
einiun  Bsumwoll pfropf  verschloosen,  der  besonders  das  Ein- 
dringen pilihaltiger  Lnft  beim  AbkUhlo]i  verhindern  sollte. 
Naebdum  die  Temperatur  sich  ausgeliehen  hatte  oder  auch 
«st  »or  dem  Versnche  wnrdo  die«er  nntere  Pfropf  entfernt; 
dfirartig  behandelte  Apparate  konnten  ro  Monate  hindurch 
liefa  aellMfc  oberlassen  wenleii,  ohne  unr  im  Geringsten  eine 
8par  Ton  Fänlnim  »o  verrabben.  Ak  NährlSenng  diente 
«tna  PleitichextractlSisnDg  0,&^'«,  die  sohwncb  alkali»ch  gfr- 
iiMcbt  ond  mit  Lacmas  blan  gefärbt  worden  war. 

Der  Gnmd,  warum  derartige  Apparate  zu  den  Ver- 
M^cn  gewühlt  worden,  lag  darin,  dass  etwaige  Krümmungen, 
wie  de  bei  Anwendung  U  förmiger  Kdhren  hätten  ange- 
braebt  werden  mOssen,  vermi^Hlen  werden  Rollten,  da  in 
ihoai  ein  Hindcrnisa  nir  die  Weiterbewegnng  der  Keime 
tu  ffOch«n  ist;  aosserdem  hätte  bei  Uffirmigen  Röhren  die 
XihrlSanng  in  beiden  Schenkeln  als  SperrflQasigkeit  gedient 
Bad  M>  eventuelle,  spontane  Lnftbew^^ng  behindert ,  was 
bd  muera  Apparaten  nicht  der  Fall  tetn  konnte. 


142  Sksung  drr  molk-pltyit.  CtoMc  nam  3.  Mai  1S79. 


Um  nnn  zuvörderst  die  WiniliffschwiDdi^cketl  la  be- 
BÜnimen,  bei  der  Keime  vou  der  Loft  mitgeschleppt  Verden 
wurde  Duxer  Apparut  an  (litt  oliere  Kude  einer  vertioal  anf- 
gestellten  Hohro  befestigt,  diu  volUtäDdig  aiuf;eglObt  war 
ttad  aa  deren  eatgegenges^xt«»  Rüde  ein  kleine«  KiUtcben 
bcfraligt  wurde  mit  siebartig  (lurchbrocht-tiotu  Bodeo ;  nat 
welchem  letzteren  ein  Hpaltpilzhaltiger  Staub  anfgeacbichtet 
wurde;  dieser  bestand  in  bei  gewShnliehcr  Lufttemiteratar 
eiogelrocknetem  und  nachher  fein  Terriebenetn,  fanlem  Blntc 
Ad  dem  obern  Ende  ds§  Apparates  wurde  mitieUt  eine* 
Acpiratora  Luft  duroligeaaugt  and  durch  eine  Oasabr  da* 
yolttmen  gemessen;  die  Laft  nnaste  nun  durch  den  Blut- 
staub  bind  arcb-itrei eben,  und  bei  einer  gevritfon  Qeacbwindig- 
keit  Stnubpartikelchvu  mit  sich  fÖbreu,  die,  wenn  sie  in  die 
oben  im  Apparat  befindliche  Nährl&siing  Gelen,  dieselbe  in 
Piiulniss  ventetzen  mossten.  Bei  diecer  Verstidiüanordnnng 
war  die  Uühc  rom  Kästehen  bis  zum  Niveau  dtr  Findigkeit 
1  Meter;  der  Dnrchmesser  der  Röhre  betrag  10  Mm  ;  ihr 
Qaerachnitt  also  78,&0  mra. 

Die  geringste  Geschwindigkeit  nun ,  bei  der  bereiii 
ein  Transport  der  Keime  bis  iu  den  oben  ongebrachtea 
Apparat,  al»o  auf  1  Meter  HSbe,  comtalirt  werden  könntet 
betrag  0,0465  Meter  in  der  Secnnde  oder  '1,<>&  Cm  in  der 
Seoonde.  Es  liet»  sich  aber  noch  feststellen,  da»  oaeb 
bei  viel  geringeren  Luftbewegaogen  körperliche  Theile,  al«o 
anch  Keime  mitgeschleppt  werden.  Der  rotbe  BtatMaub 
könnt«  nämlich  auf  seinem  Wege  leicht  verfolgt  werden, 
wenn  er  sich  in  irgend  welcher  erheblicher  Menge  an  einem 
helli-n  K&rper  abUgerte,  nnd  M  mh  man  denn  in  der 
untern  Hälfte  der  Köhre  bis  %a  einer  Höhe  von  c«.  20  Cm 
eine  ihrer  Mächtigkeit  noch  oben  allmälig  aboebtonid« 
Scbicbte  diese»  Blntstaubcs  abgelagert  in  einem  Falle,  wo 
die  LtiflgMchwiodigkcit  nur 

0,008  Meter  in  der  S  Mm.  in  der  Seoande 
bftrng. 


I 


* 


•  PiUtmkrtfrrt  ütber  dei»  Vittfrgang  ro»  Sfitiltf^eit  in  die  iMfi.  143 


r 


» 


» 


Etwas  aodars  naren  die  Resultate,  wenn  man  die  Luft 
«vdaU  daroh  dieae  k«iaiha]tif;iMi  SabtttaDsen  Über  die- 
Mlbaii  hinwvgstreichoQ  liesa;  die  Vin-sachsanordnung  wurd« 
n  lüiseiii  Zwecke  nnr  .wweit  modißeirt,  dan  nuHtntt  des 
Eftstchens  an  dem  aDt«rti  Eudo  der  Höhr»  eino  Liebig'sehe 
EdI«  liefatigi  wurde,  auf  tlereo  Boden  etwa«  ron  dem 
faulen,  tmckeneu  Blute  anfgescltichtet  war.  Die  gerinf^te 
WindgeaebiriDdigkeit,  bei  der  nnn  bier  Keime  bis  snr  ÜShe 
TOD  1  Meter  mitgefOUrt  wurde,  betrug  0,111  Meter  also 
11  Cm  in  AtT  Socande. 

Besäglich  dea  Vcrbaltean  von  FlSssigkeiten  liegen 
bemta  Versi]chsei^efaui.<tse  ton  v.  Nae^li  vor;  allein  ta  »cbien 
bielii  ohne  Ititereme  dieftelben  nacU  Aw-^kt  Methode  zn 
WMi)«rfaoIea,  und  wo  miiglicli  durch  qimntitatiTe  Versucbe 
m  argSaxen. 

Vorsnt  liandelU)  es  sich  nm  das  Verhalten  einer  in 
Kob«  befindlichen,  sich  selbst  überlassenen,  fatilendeii  Kliis- 
i^ceJL     Di«  Vennehsanordniing  irar  hier  fulgondc: 

Ein  kleiuea  Kölbcben  wnrde  mit  einem  doppelt  durch- 
bobrtea  Stäp«el  Ter^chln^sen,  in  deKseii  einer  Duroblrahrnng 
Boasr  beschriekeD  Apparat  stak,  durch  dessen 
aiidm  jedoch  ein  Rohr  bis  au  den  Buden  des 
KBIbcbona  ging;  dieses  Ilohr  niir  an  raineni 
iiMMni  Ende  mittest  eines  mit  Klemme  ver- 
■dmKD  Gnmmiscblancba  venchliesabar.  ß» 
ward«  nun  Kncnt  ilnruh  dieses  Itohr  etwas 
FlAflB^keit  in  das  Kölbchen  eingefüllt ,  so  dass 
der  Boden  ieirlit  iMxleckt  und  diu  Kohr  v  o  1 1- 
•tändig  damit  geftlltt  war.  Nun  wurde  du 
Ganze  im  [>ampf1opf  mehrere  Stunden  anf 
110-  Vm"  erhitxt;  nach  de^  Abkillilru  wiirdü 
•bdann  mitleUt  einer  Pipette  dorch  das  mit 
Flfiaa^kait  gtifallte  Rohr  (a)  faulende  Flüasig- 
keit  in  den  Appumt  gebracht:    DieBH  Mnuipu- 


144 


Sittmm§  Itr  wriL-^lf«.  CUiat 


L  Mai  IS79. 


btiOB  bot  die  G««Shr,  da»  beim  nulitnglielwti  Eint^Ueu 
iae  fiudMidMi  Bubafanx  kein«  tn  d«-  Laft  m^eudirtea  Or- 
Ifftoisioeo  mit  faioetD  gdai^eo  kSanten;  deno  anf  iiem 
Wviw  kooste  Oberhaapt  käne  Lofl  in  dea  Kolben  «in- 
tnteo,  und  die  früber  in  demKlbMi  entbattone  war  ja  ao»- 
gekochL  Xattlrtich  vnrde  der  Gomnibchlancb  6-Qber  ge-l 
•cUiMsai,   bevor  die  RQbn  (a)  wäx  enlleeren  konnti:. 

Bd  eÖMr  demt^a  Venaehaanordaiiag  bli^  dia  Nibr- 
tSrang  Bnaerer  Apparate  tteU  frei  ron  FäalniBi;  iroU 
baten  in  driwlben  einige  Veräaderoagen  aa(  die  mit  dem 
FSalnisprMene  im  Kolben  im  Zammmeobjange  standen ; 
M  tetgte  die  alkaliinb  gemachte,  durch  Lakmas  blan  ge-  , 
färbt«  FleiscbextractldsuQg  abbald  eine  rothe  Färbung,  ■ 
obne  aieh  jedoch  in  trQben;  es  diffondirten  in  derM>lbeii  ^ 
abo  ledenfiüls  maer  rragirrade  Gase  aoa  der  faulenden  i 
Fl&saigkeit.  die  der  FteiscbextractlSsong  aneh  einen  nnl-H 
nisigerach  verliehen,  allein  Keime  gelangten  mit  dersfll>en  ~ 
nicht  in  die  FltUsigkeit,  aie  blieb  Tollkommen  klar,  pilcfrei, 
auch  nach  viele»  Monaten.  Ander«  war  jedoch  das  Rrtcebntas, 
wenn  wir  Dber  diese  Flössigk^itsschichte  bei  Riüniger  '^'~l 
■chwisdigkeit  Laft  streichen  liesen;  so  dieaem  Zwecke  er*  H 
litt  die  meben  beschriebene  VersacbnuoFdnuug  unr  eine 
kleine  ModiGcstion,  indem  ein  mit  einem  etwas  lingoml 
seitlichen  Tahiilaa  verafthenes  KSlbdien  genommen  wardeJ 
welcher  Tubulus  durch  einen  Wattepfropf  TorachloaMD  warde.) 
Im  Debrigen  war  das  Verfiibren  analog  dem  fröberen,  d*rl 
ganie  Apparat  wurde  im  Dampftopf  erhitzt  and  aacbher 
unter  den  geecbitdvrten  Cuatelen  gegen  Eindringen  von  _ 
Laft  mit  &uleuder  Flüssigkeit  (Blnt)  gefOllt.  f 

Wir  irolleti  hier  einen  ron  den  vielen  Veranchea,  die  wir 
Bteh  dieaer  Richtung  an^llten,  anfahren.  Der  Quenchnitt 
dos  Kolbenn  in  der  Hübe  des  FlüasigkeiUnireau'B^  der  nir 
Berochnnog  dei  Oeaehwindigkeit  notbweudig  ist,  betmg 
22,9500«. 


ftt:  Uehtr  Jtm  Üthtryiatf  vtm  Spaltpilten  m  iKf  Ltifl.  14E 


Dktan. 


13 
14 

14 
16 

IS 

le 

IT 


Dttrcligeleit^M 
Laftqoftnbim. 
(hl  Uttra) 
338 

790.4 

475,8 

660,4 

176,8 

494 

486,8 


ICeitdaaer.    QeecIiwiDcligkeit. 


(HiAntco)    tu  llet«ni  p«r  S«cnnd« 


125 
193 
117 
171 
50 
148 
120 


0,0196 

0,02971 

0,0294 

0,0288 

0,02!>6 

0,0242 

0,022 


IS  FSolnits  In  d«r  Näfarlt^ng. 

El  WQrdeii   aUo   Keime  aus  dem   Edlbctien   von   der 

llttr  di«    FiDasigkeit    binwegatreichendeu    Luft    mil^enom- 

bachdeiii  33T'2,2  Liter  uder  3,'<i~    cbm    Laft   dorchge- 

batet  worden   wsrea;   und  zwar  betrug  die  Gewmdigkeit, 

I     hl  dar  dies  Matt&nd,  seibat  wenn  wir  uar  die  grösst«  b«- 

rikkncfatigen,  die  während  dteMS  Versucbea  s«r  Anwonduni; 

I     kui.  0,02971  Meter  oder  c»  3  cm  in  der  Socunde. 

'     Es    iit    h«rToruibebeii,    dass    die    Laftbewegnog    eine  der- 

ßsebwube  geweaeu,  dass  keine  merkbare  ErschUt- 
>en  der  Plüssigkeit  verursacht  wordeu. 
)«i  täaUvsa  tod  Bewegungsvorgängea  ea  illoütriren, 
o  Venuebe,  in  denen  schwach«  LofUtrSme  durch 
slmde  FIüiieigk«it  geleitet  worden.  Zu  dtcttcm  Zwecke 
etD  BeitUch  tubntirter  Kolben  in  ähnlicher  Weise 
«ü  im  Torbergeheuden  Experimente  adjustirt,  nor  dass  in 
dot  Boitliches  Tubuloft  ein  Gluröbrchpii  lufl^ltcht  einge- 
|Mrt  wsr,  demea  üosserer  Theil  mit  ikamwollo  TcrttopH 
iemea  innerer,  in  eine  feine  Spitze  aoAlanfetider, 
■Bier  da«  Kivean  der  im  Kolben  befindlichen  Flüssigkeit 
L«it>aelite.  B«im  erentnellcn  Darchsaugen  von  Luft  tnusste 
mm  in  Ponn  von  Blasen  in  der  Fl&ngkeit  aufsteigen, 
[tu  iaan  an  der  Oberfl&che  platuten.  In  diesen  Füllen 
lUTV.  Z.  lUik.-tby.  CL]  10 


146 


SitcMNjt  iw  mitth.-flky».  Cltnae  ron  3.  Mni  1879: 


wordo  tiets,  bei  noch  rid  gertni^rer  Lunge»chwind!gMi{ 
als  ini  vorhergehenden  Falle,  Infection  Aar  Apparat« 
obftcbtH.  Es  stimmt  dieses  Resnltil  mit  de»  Untermeli- 
UBgOD  FrAnklundH  üImtciii,  der  hd  gelßHten  cheinUchi.-ii 
K&rpem  (Chlorlithium)  votutatircn  konnte,  da«a  diese  bei 
Gasentwicbliii^;  innerhalb  der  PlOssif^keit,  in  der  oberb«lb 
dm  Flüasigktitaniveaii'n  befiudlichen  ImR  nachgevriesrn  nod 
ftQch  weiter  verMfalcppt  werden  konnten, 

liassf  eine  allerdin}^  nur  höchst  mimniAle,  kanm  meric  I 
bare  Äendornng  des  FIBssigkeitniiTeaiu's   7.at   li)r7.iolang  deaj 
erwähnten    Resaltutes    (Inf>>ction    der  Nährlöenng   m    d«D 
oberhalb   der    FlQsaigkeit   bc&ndlicben  Apparate)    im    eniteol 
FUle  Qöthi((  war,  liess  noch  ein  Versacb  plausibel  erscheinen, 
indem  bloss  die  Abändertitig  getroffen  wnrde,  das  die  Luft, 
boTor  sie  über  die  faulende  Flöraigkeit  strich,  Tollkommen 
mit  Wajsserdampf  ge^ttig  war,  so  dans  keine  Vcrdnnstnng 
stattfinden  kennt«.    In  diceen  Fällen  worden  keine  Infection 
beobachtet. 

Es  wäre  noch   tu  erwiihnen,  daas  bei   dm   Versneben  i 
auch  daranf  geachtet    wnrde,    ob    der    Banmwollveracbluas  j 
nach  wirklieb    ein  genügendes  Mittel  sei,  niii  die  Pili».'-,  die 
«twft  in    der  Luft    vorbanden    waren,    lorDckzabalten,   ood 
hahen  dies  besondere  Versnobe  erwiesen. 

BnBglicIi  der  gewonnenen  Zahlen  sei  noch  bemerkt, 
iImh  rie  keineswegs  Grenx  worthe  reprüsentiren;  sie  sollen 
iilt^ht  etwa  in  ahsolater  Weise  die  geringste  Geacbvindig-  , 
li«(l  aii|pilwu ,  bei  der  ein  FortJUbren  der  Keime  mög-  m 
lUh  lll,  diMin,  wie  leicht  eineaaehen,  werden  dieoe  Zahlen  ' 
Havh  ilar  Art  der  Vcf«nch*nnorduung  Tarüren.  Wenn  otn^ 
HiHib  Inleliler  tu  rerstSnbendes  Material  sla  das  ron  mtrl 
aim««!'!!.!"»!',  trockene  Blut  gewählt  wird,  wird  man  wol  ~ 
Rllnli  iiiH'li  iitnlngfora  Wfrtbe  erhalt«n.  EIwoM)  vielleicht 
Wmmi  Kiatt  «itdnre  Vivrrichtiingen  inm  Xacbwös  der  Weiter- 
niltfiitiii    Am   IMh   anbringt      Inimerbin  gdiea  niu  aebon 


V.  PeUenkeftr:  Ueberden  üebergang  von  Spaltpäifrt  in  die  Luft.  147 

die  naeli  anaeni  Hethoden  gewonnenen  Zahlen  einen  Be- 
griff Ton  den  minimalen  Kräften,  die  dazn  nöthig  sind, 
am  dieae,  allerdings  anch  nur  minimalen  Wesen  in  Bew^ 
Bug  n  bringen. 

Da  nnn  derartige  Loftgescbwindigkeiten  fortirabrend 
—  aneh  bei  scheinbar  ToUkommener  Windstille  —  vorhan- 
dm  nnd,  so  müssen  wir  wol  annehmen,  dass  in  nnserem 
Lafimeez'  fortwährend  Spaltpilze  in  grosser  Zahl  aufgewir- 
belt and  weiter  getragen  werden;  nnd  zwar  sowohl  von 
trodenen  Flächen  als  ancfa  von  befeuchteten,  wenn  snr 
Vetdnartnng  Gelegenheit  geboten  ist. 


10' 


Herr  t.  Jolly  I^  ror  aod  benpricht  nnclutebeDd« 
AbbaadloDg: 

,  „D«ber  die  eiaetromsgnetiacbe  Dreliang 
der  Polarisation  sebane  des  Lichtes  in 
den  Gates  von  A.  Kan  dt  D.W.  C.  RQntgen." 

Einleitang. 

Vor  Enrzem  haben  vir  die  «iectromagaetiscfa«  Dr«h- 
hdk  drr  Polarisations^bene  des  Lichtes  in  äcbwßTelkohlcn- 
stofidampf,  in  gasförmiger  schweflicber  S£ure  nnd  iu  Schwe- 
felwasscrsto^aa  nachgewiesen. 

Wir  sprachen  am  Schloss  unserer  Mittheilong  der  be- 
tnSsndeit  Versache  die  Abriebt  aus  ancb  diu  schwer  con- 
denairbareo  (taw  bei  höherem  Drvck  in  Beng  anf  ihr 
Drebtutgavenni%«n  za  untersuchen. 

Nach  längeren  BemfihnnKen  ist  es  nns  gelungen  einen 
AppATHt  tu  eoDstrniren  mit  welchem  wir  die  b«»bsiehtigt« 
UnlerauchuDg  ausfähren  konnten.  Der  Appant  gertat- 
tale  die  Qase  bis  tn  einem  Dnck  Ton  etwa  250  Atmo- 
tpbilron  ES  comprimiren. 

Die  Versuche  eichen  bald: 
l)  iUtsalinaapb&risehflLuft,Saueralorf,3tick- 
■l<irr,  Knblcnoxj^d,  Kobtensaar».  Leacht- 
KNOi  Aelkylen  and  Sumpfgas  im  magneti- 
■  fllieii  Pald  die  Urnbang  der  Polarisationa- 
•  haHt  hii  Sinne  des  positiTen  Stromes  (wi* 
Wassar  mul  Hehwefclkohlenalofr;  leigen. 


ITwott  u.  SöutfeM;  Bltklr.-viagH.  Drehititff  A.  Potariiati&tuebeiK.  149 

3)  DftRsdieOrSsseder  Drebnog  unter  üb rigona 

gleichen  Urnttinden   für  die  TcrHcbtedeneD 

Gftse  erbeblich  versebiedea  ist. 

Wir  koBQten  ind«ss  an&Dgs  die  Grösse  der  Drebnng 

nicht  biiireicbend  gvnau  roMaen,  da  die  Dicht  20  I^eseitigende 

Doppclbrechnng  der  GlaapUUen,    irelohe  du   mit    Gas  ge- 

flÜb«  Bnbr  an  den  Enden   TerscbloeseD,  jede   (fenane   Mea- 

■BDg  vereitelte. 

Um  TOD  dieeer  atörenden  Doppelbreebang  der  Ver- 
■cblaespUtten  ^nzlich  frei  su  werden,  «aben  wir  nnii  achlie«»- 
lieb  genStbigt,  die  Vorriclitiiii)^,  darch  welche  dus  eintre- 
tande  Liebt  poUriiirt  nin),  uud  diejeniga  welche  die  Lage 
der  Polahsationsebsne  des  Lichtstrahles  nach  dem  Dnroh- 
ig  durch  dut  Giu  bestimmt,  wie  wdter  unten  anafClhr- 
beacbriebeo  werden  80II,  in  Am  comprimirte  Giu  selbst, 
nriaebeD  die  die  Bohrenden  verschliessenden  Glasplatten 
m  bringen.  Hit  dem  so  modificirten  Apparat  konnten  wir: 

3)  daamagnntiKcbe  Drehrerm&g ender  Tersobie- 
deoen  Gase  qnantitatir  bostimmen.  — 

4)  naebvelseo  dass  bei  Terscbiedoner  Dichte 
eines  nnd  desselben  Gases  der  Betrag  der 
Drebaog  der  Dichte  sngenäbett  proportio- 
nal iat.  — 

Eta  die  measeDden  Versuche  Mhwierig  nnd  Teilranbond 
mA,  so  babon  wir  solche  vorläufig  nur  für  folgende  5 
^:  atoKwpbäriwbe  Luft,  Wasserstoff,  Sauerstoff,  Kohlen* 
Btp4  tnd  Sampfgas  angeetellt. 

Wir  rerbebleu  uns  übrigens  nicht,  dass  der  von  nns 
■isnadte  Apparat  wie  die  benutzte  Beohachtungsmetbode 
M^  dinger  weaentticben  Verbesserungen  föbig  «nd.  Bi 
*Me  doreb  t^fUhrimg  dieser  Verbesserungen  licli  zweifsl- 
•■Bns  etwas  grössere  Genauigkeit  in  den  Beobachtnogen 
■Ridtn  lauen.  Da  indessen  eine  gemeinscbaftlicbe  Fort- 
Unmg  der   Unteraichnng  durch   den   Umstand,  dass  der 


150         Sitniuf  dfr  nia(A.-pJ»yK.  CItuit  von  a.  Mm  tSfS. 

Eine  toh  ntia  Stronbnqi  verlint  omuSglicb  j^macht  wird, 
«0  haben  wir  dieselbe  rorlSafig  abgeechloMWo.  —  Die  nach- 
folgende Mittheilaug  eotbliU: 
§  I.  mne    Besclireibunß    im    Äiipftntei    in    w«tch«m   dio 
m  nntersucbenden  Ga«e  (•iDgwwhloOTen   wtird«ti  tind 
der  Methode  mittelst  welcher  wir  die   Dreliiiog  d«r 
PoIariüntioDSobeiie  beobachteten  und  muMn. 
§  2.  Erläutemng  der  Vorrichtangea  mit  Holfe  dereu  die 
Gase  in  demUntersucbungitapparat  comprimirt  wurden. 
%  3.  Die  Methode  xur    Measnng    der    Dicbte    der    untei^ 

RQcliten  (jMe. 
g  4.  Die    Methode   «or   Mewuug  der  lutunsität   der   b«^ 

nobitea  Str5me. 
§  6.  Die  Beobachtangen  an  den  geuantiten  5  ÜMen. 
§  6.  ZnKammcnjitGltang    der     Beobacbtungeu    und     Ver- 
gleichong  der  Drehung  in  den  Gwen  mit  derjenigen 
im  flB3Higen  ScbwefellcohlenstofT.  — 

ii. 

Beschreib  an  g    des    Apparates    in    welchen    die 

Oase   eingescfaloseen    wurden   nnd  der   Methode 

ZOT  Beobachtang  der  Drehung. 

Bevor  wir  Dbergehen  xur  genaueren  Beechreibung  des 
Apparates  in  velchem  die  Gase  fiir  Beobachtung  dor  Dreh- 
ung  comprimirt  werden,  geben  wir  an  der  Band  iles  Situ- 
ationsplanes  Fig  I.  eine  Uebersicht  der  Anordnung  sämmt- 
licher  flir  den  Vertncb  nfithtgen  Appante.  Die  Figur  ist 
in  '!*"  uattirlicbDr  GHVDse  gexeichnet,  so  das«  die  Grdssen- 
Terb&ltuisse  der  einzelnen  Tbeile  leicht  ans  dentelben  ta 
enlnvhmen  sind. 

A  &  A  A  ist  ein  aehr  »cbwerer  eichener  Tiseh,  auf 
dem  die  Hauptthvile  dea  Apparates  an^ebaat  sinil.  B  G 
ist  das  Rohr,  in  welchem  die  Gase  comprimirt  werden  ttod 
durch    dessen    Axe    ein    Licblbünde]    xnr    Bestimmung  der 


Eimdl  u.  Böntgen:  Mlektr.-moffn.  Drehung  d.  Polarisationaebene.  151 

Drehang  geecliickt  werden  8oU.  Dasselbe  ist  ein  ohne  Naht 
getogmes  KnpfeiTohr  von  10  mm  äasserem  und  3  mm 
innerem  Durchmesser.  Die  Enden  6  und  C  werden  in 
vriUr  oDten  eq  beschreibender  Weise  von  den  GeBtellen 
D  utd  £  gehalten,  die  ihrerseits  anf  8teinbl5cken  F  nnd  G 
ralwn,  die  auf  dem  Tisch  mit  Cement  befestigt  sind. 

Das  Rohr  ist  nmgeben  von  6  grossen  anf  einem  schwe- 
ren eisernen  Stativ  H  rahenden  Rollen  J.  J,  von  nmapon- 
Denan  Enpferdraht  (Dicke  des  Obersponnenen  Drahtes  3™; 
Widcntand  jeder  Bolle  0,66  S.  E.)  in  deren  Innern 
odi  noch  6  andere  kleinere  (Dicke  des  Drahtes  3°™; 
Widerstand  O.Il  S.  E.)  befinden.  Die  Drähte  sämmtlieher 
Rollen  sind  hintereinander  verbunden.   — 

Vom  Ende  D  des  Enpferrohrs  führt  eine  YerbindnngB- 
riSh»  V  ni  einem  StahlstUck  K.  Von  diesem  geht  ein  Rohr 
L  n  einer  Qascompressionspampe  M,  ein  anderes  N  zu 
mm  vertikalen  Bohr  von  Schmiedeeisen  0.  Das  untere 
Enje  dieses  Robrra  commnnicirt  dnrch  das  Bohr  P  mit 
einer  hydranlischen  Presse  Q.  Diese  Apparate  dienen,  wie 
Uten  gezeigt  wird  zum  Gomprimirea  der  Gase. 

B  ist  eine  Ealklichtlampe  deren  Strahlen  dnrch  das 
Bi^  B  G  gesandt  werden,  und  S  ein  Commotator  welcher 
t^bt  die  Richtung  des  Stromes  in  den  Bollen  zu  wechseln. 
T  endlieh  ist  eine  kleine  Drahtrolle  welche  zam  Zweck  der 
^Imsng  der  Intensität  des  Stromes  in  den  Stromkreis  ein- 
SWbaltet  werden  kann. 

Wir  wenden  uns  nnqmebr  zur  genaneren  Erläuterung 
to  Appu^tes  B  C. 

In  Fig.  2  ist  ein  Horizontalschnitt  desselben  in  V* 
»■türlii^er  Grösse  gezeichnet.  Der  Theil  B  in  Fig.  2  giebt 
•fatSode  B  1  und  der  Theil  C  das  Ende  C  der  Fig.   1. 

Du  Knpferrohr  a  a  ist  um  es  g^en  Yerbiegnngen 
n  MhatseD   welche  es  durch  die  an  seinen   Enden   befind- 


■  •    i  .Vai  !<:?. 

1..T'    -rrl-^iden    köones,    mit 

:-^'--L  Eisenrohr  mm  lose  mn- 

.-    3:I:senrohr8   werüci;   durch 

.     ^■■-±.:-:n.     An   den   E::3en  von 

tnj>h!chraubt    und   ver'.Jthet 

.     :-".i'd   conisch  ausgeirih-,  und 

.    Liiit   einer   ä""   we::^:    aii- 

.  ■;-   jvliiidriBche  Ötahlätück*  d  d, 

■■  ;    i  gedreht  sind.     Die«:   Sticke 

-    ■'..:  ;ea  des  Hohres  BC  l'i'.i^s.  Es 

. .  ;:r  Bohrunj^en  derselben  dirch 

•■  :    ;r. !  andererseits  den  coniKcea 

,L'         viazupressen  dass  ein  völlig 

-■-.:    :rT.     Für   den   ersten   Zweck 

- . ::     c     weiter  aufgedreht    und 

..;--    --'.id  Culophoniiimkitt  3  tom 

-:-;   jut'  dieselben   wnrdea   kune 

■  "  ;:i:i:raul't,  welche  mit  heissera 

■ .   r   ir.j-rwärmte   Stück  d  einge- 

-v.  -  :-<  t:w;-*  si^-h  sehr  gut.   wir 

^-      -     -li<;'.i:i^>a  neu  einzakitten. 

';  j'  er.    wir   in   folgender 

-  —  ..^f    :■    Wir   aussen  ein 

-  ;  ■  ■    -.rz  ijjr.je:;  geschnit- 
;      ,:    j    jrSjhrajV:    wurden, 

--  ■     ■-  ^  -  L-r.  l'ri^.:rjllen  grrisser 

-  ■   V-  : jT  ^  :.zi  der  Stücke 

.     .1  T   riz    Hnde   des 

.     :■      ■■     ^r^sr-enen  l'm- 

.    '^    r.    ::    trrfen.   daas 

.■^■•'.'zTizi''.    wurden, 

.  •iL-.T.'.'.rv.    umgeben 

.■  --.    -.:;-.  ■-i.'s  -iie  Stahl- 

s.    -  -1^.;:    ^liiz:  ::.:n  durch- 


^[mII  m.  Brngm:  Bitia.-magm.  Orthiinf  d.  ManmUaitKtetu.  163 

^poMa  EJMsplattro  mittelst  6   Scbnnben   aelir   (M  gtgea 

■£•  Biage  K  g  angezogen    wurdeo,  koDDt«n    die  SUUeanai 

Am  ia  Um  Lag«r  eiogedrückt  vrcrdeo.     Die  anzapreraende 

;     EäaspUtU  ät   fllr  du   Ende   B  mit  h  b   flir  du  Ende  C 

i  i  bcuichnet.  Die  Zogeehnaben  sind  dareh  die  Stricbi 

agedeatet.  Worden  dieselben  sebr  sorgfältig  gleichmiasig 

•0    scbloMi^    die  Htiihlconen    bei    den  bOctistcD 

'fli|«wwidtea  Drocken  vollständig.   Wir  sind   nie  dnrcb  Dn* 

fiÄtigkeit  dieser  Verochlltoe  belästigt  worden. 

AJj  wir  isdess  ror  das  eine  Ende  des  Robres  cId  po- 
kritirviidei  und  vor  das  andere  Ende  ein  analirsireDdes  Ni- 
t»l*MbM  Pritma  bracbten,  gelang  es  ddh  zwar,  in  allni 
Qtna  die  wir  bei  Druck  von  einigen  Hundert  Atmosphären 
tstenocbten ,  die  eleotromagtietwcbe  Drebuog  su  coosta- 
liftt  (—die  Glasplatttto  waren  soweit  von  den  Endto  dar 
Dnthrollen  entfernt,  Aofx  durch  sie  eine  Drehang  nicht 
Wtint  — )  indessen  konnten  wir  ketue  tuverlissigen  Mee- 
■Dgra  der  Drriiung  ausfuhren  wegen  der  stets  vorbande- 
MD  Doppelbvchnng  der  Glasplatten  e  e.  Trotzdem  die 
Iheaung  der  StQcke  d  d  nur  an  dem  cootaoben  Tbeil  statt- 
katU,  d«r  cjlindricchc  Tbeil,  in  welchem  rieh  die  Glw- 
itlek*  befanden,  jeder  directen  Pressung  entsogen  vrar, 
«uden  doch  stets  beim  Anpressen  der  Schrauben  k  die 
Glasplatten  doppelbrechend,  indem  die  Pressung  von  dem 
woUcbwi  auf  den  cylindrisehen  Tbeil  sieb  flbertrug. 

Doppelbri^bnii);  der  zwischen  drm  Polorixator  und  Ana- 
■  IjMcr  befindlichen  Glasplatten   beeinträchtigt  aber   die  Ge- 
llt«! der  Bestimmungen  der   Drehung  betxächtlicb  and 
wie  wir   uns  dnrcb   Versnobe  fibeneugtcu,    zu    tehr 
jUwllateP  btvflglicb  der  Grdese  der  zu  beobachten- 
Drshsag  fBhren.     Wir  entachloisen  ans  daher  den  Po- 
fbrwalor    «od    Analjaeur    zwiwben    die    Glasplatten  in  den 
|Aff«tmt  aelbrt  so  bringen,  so  dsM  die  Wirkung  der  letzte- 


-  «=:=.  7— sgi»3.  »^  utdetc 
K  ä  Phtta 


1,\,1        lt!.i. 


-    --  ~~T.t^~   :z  ?is-*-  Ton  draen 

_ .  -   ^-—    .;=-..T=;  :a=:^  w*r.  Dmb 

--— -  -r   — --  j:^  ziaijii.  t»I  Licht 

L_      -— _       z.    ^Tsc-f-as«-    Strilnag 

::  -r     =:--zji --   _dE:;-5ije  frnlicli 

-:_"    ^^    -IT    LAj   ^TriTmim  dcf 

■  -  -^1,      -'.-    7-_-3^^L-*  sind  in  Fig. 

-  .-  -z  ~z^z*lz  -:c  iz-i  OifSnimgea 


:isze  Asord- 

i'saebeae  anf 

-■■_:.:.     — =   »""  rr-jiiai.    zii  Tnmulme 

•---  .—■     ;-T  -=1^  £r»i*=Je  Doppel- 

:-  :  _---i.    :^  i^^T^j^sie  LicM  »pec- 

: . :    _  -     -  -   >.z  ■!»    :-es    Siromes  ein- 

-^  .       .._-:     . -^    ::-i-lz    f;-    i^r    Dreliiuig 

--'.  1.--;  :--    -r^;:r=j    :in    r^pectmm 

--   ~        ■:..-,   ;-_--j:   i.-  I:i.-=:*:iiie   gegange- 

>    .    •    .  .  -j-ri    .  *  -  .'-  ■■"-  K£s".:oht  beaatzten, 

.^  -..■    .-  "-T^--'-.-zz   ie*  doulilai  Stxei- 

^     -         ssri      -s*  t^i  »ir   T.-n  dieser  Methode 

s>  .         .-i^rii    rri-i:    -i.'r   bald    dass    wir  in 

■A    se    L- i    —.:  ^"'.'i'.'iz   iiiareichender  Geima- 

.■---,;    ■■;    .:;-    j-^^-    Etssen    konnten,   wenn 

.i;-^    rV  :rT-*    ii:   welob-^m   sich  der   poUrisi- 

(■   ■    .v-.*".-.     riilcV.st   der  Lampe)   unbeweglich 

-;    .;eu    AcaiTff'Or  auf  das  Minimom  ia 


AmA  k.  SüMgen:  Elektr.-maffn.  Drehung  d.  Folarisationetbene.  155 

HdÜgkmt  bracbten,    dadnrcli  dass    wir    das   ganze . Eapfer- 
ndn  nm  seine  Ase  drillten. 

Zudem  Zweck  wnrdedaa  Ende  B  des  Rohres  in  der  io  Fig.  3 

gnnehneten  Weise  befestigt  h  in  Fig.  3  ist  die  pressende  Eisen- 

^ttte.  Die  6  Schntaben  k  der  Fig.  2  sind  mit  ihren  Köpfen  sicht- 

bv.  Die  Pl&tte  ist  6eckig  gefeilt  und  wird  gehalten  durch  ein 

GMUtOok  n  welches  2  Arme  o  o  hat.  Das  Eisenatück  wird  anf 

&  Platte   durch    die    3    Schrauben    p    fest    gepresst.     Die 

AiDW  o  o ,  die  an  ihren  Enden   kleine  Löcher  tragen,  wer- 

im  durch  die  Schraaben  r  r  sehr  fest  in  das  schwere  eiserne 

BiitiT  q  q  geschraubt.  Dieses  Stativ  stand,  wie  schon  oben  an- 

pgaben  ist,  auf  einem  grossen  Sandstein  (FFig.  1)  der  auf 

in  Tisclt  mit  Cement  befestigt  war.     Die  Befestigung  des 

Bdumdes  B  war  auf  diese  Weise   so   rollslündig  erreicht, 

km  als  wir  anf  die  Platte  h  einen  Spiegel  setzten  und  ans 

,    aehmen  Metern  Entfernung   eine  Scala   in   demselben  be- 

.    ohehteten,  oelbst  bei  starker  Drillong  des  Röhrendes  C 

bbe  SoalesTerschiehnng  beobachtet  wurde. 

Das  Stack  C  der  Fig.  2  giebt  einen  Grundriss  und  die 
figar  4  ein  Aa&iss  der  Vorrichtung  zum  Drehen  des  ande- 
no  Endes  des  Eupferrohres.  Gleiche  Stücke  sind  in  beiden 
Rgnnn  mit  gleichen  Buchstaben   bezeichnet. 

1  ist  eine  feste  eiserne  Säule  mit  3  Füssen,  die  an  ihrem 

oUtcn   Ende    ein    Axenlager  hat.     In   diesem   Lager   liegt 

M»  oserne,    mit   dem  Versuchsrohr  centrisch   durchbohrte 

An  t,  die  durch  eisen  überli^enden  Bügel  u  mit  Schraube 

T  fcrigehalten  wird.     An    der   einen   Seite   dieser  Are  sind 

}  PwtiBtze   w,  w,  w,  welche   mit  Hülfe   von   Schrauben  x 

■  £a  eiserne  Platte  i  i    angeschranbt  werden.     An  der 

'     nfciui  Seite  der  Axe  befindet  sich  ein  Querarm  j  j.  Wird 

^Wi  gedreht,  so  wird  damit  die  Scheibe  i  und  mithin  das 

Wnnde  C  mit   dem  Tnrmalin  l  gleichfalls   gedreht.     Die 

'     Stak  I  ist,  wie  in  Fig.  l  angedeutet,  gleichfolls  auf  einen  Stein, 

1     ^  lof  dem  Tisch   mit    Cement    befestigt    ist,    aufgestellt. 


1.  Mm  an. 


Di  im  Bokmdi  C  sv  venigiB  Grmie  bä  den  Vo^' 


maAea  zd  dichaa  kfc  od  £■  pnt  AaMaUang  and  Aa-  , 
ordsBog  Bebr  wlida  und  fait  «ir,  so  trbigtm  dia  Drfllmjjfl 
0üt  LeiebtigketL  ^M 

Den  Bttnff  dcrtdboi  h^m  wir  dnrd  Ssücetsblemn^H 
ynuMW.  Aaf  der  ßmiplatto  i  war  obeo  rä  vertilwltffl 
Bpiegcl  1  befatigt,  dieMn  rtand  in  etwa  2  H«ter  EotAni- 
nag  ÜB  Fararobr  mit  rertikskr  Sok  (IT  F^.  1)  geg«a- 
flber.  Indem  ddd  nach  Stromaehlw  d«r  Eise  Ton  am  aa 
den  Athkq  durch  Dr»haog  attCt  ICnimoB  der  HdHgkeit 
ainsteUte,  las  der  Ander*  die  Stelliing  der  8eda  im  fern* 
nAx  ab.  Darcli  R««hntutg  und  dortb  beeoBdere  Vomehe, 
itulen  wir  dia  Etsenscheibe  um  genaa  bestimmte  Winkel 
drebtea,  fanden  wir  QbeninitimineQd  daai  innerhalb  der 
Gr«nien  der  iJrebungen  welehe  bei  onaeren  Venoeben  vor- 
launen,  ein  Grad  DrebnoK  7,025  Centiitietar  muttrer  Scala 
*Bt*praeh.  In  den  epttenn  Vervaden  aiod  £t«et  die  Ab> 
heonga  an  der  Scala  in  Cenüraetsu  ange^boi  onil  vH 
dum  das  Mittel  dieser  aof  der  Scala  geneiBen^p  Urebongen 
in  Winkclmaan  tungerecbnet. 

Bei    den     Vetmehen    wurde    immer,     naobdem    Aar 
Strom    in    einem    Sinne    geeehloaMP    war ,    xeba    Eiiisl«l> 
langen  gemacht,  dann  die  Wi<*ta™g  des  Stromes  nmgekelirt 
nitd  wieder    10    I^stellongea   gemacht     Die  Differenr  de 
■riiboMUseben  Mittel  der  bcidni  Gruppen   tob   10  Eiostel-l 
langen  ist  in  den  Venuchen  bezeichnet  ale:  „Drabnng  ii 
Scalentheilen." 

War  die  Drebang  der   Qaae  einigermaaaaen   bet 
lieh   ao   traten   trotx   der   Abeorptioo    der   Tarmaline 
deutlich  FWben    beim  Drehen    des    Aoalvsearn   auf.     Die 
PWrbeo    waren    beeonders    bei    Kohleuoxjü    oiul    Bumpfgai^ 
•ehr  herrortretend.     Es  seigt  dies,  dase  anch  in  den  Qaaoo 
die  Strahlen    rersehiadeatr   WedenQuige   venehiedea 


M 


KmA  M.  RitUgem:  BlekL-mapu.  Drtktmg  d.  Pal4in»aliom»thtiu.  167 


gidnht  wnrdm.  Wuvn  Furlwn  doaUieb  erbonbw,  »o  vnrd« 
^mt  4«i  tTefaorgang  von  Blaa  aof  Roth  ringeBtetlt. 


§2. 


Torricbtnngen  Kur  Comprosaion 
der  Gase. 
Da  ans  keine  ConipreRsioiuipainpe  xar  VerfDgunf;  stuid, 
mi  der  wir  hntteu  die   zu    nnUinachi-ndiMi  Gase  direct  bis 
■  nDem  Dmdt  roa   eioigen    tlondert    Atmospbürcn    oom- 
pnnim    könnra,    digegen    das    pbjsiksliMbe    losUtut  der 
1  Bamiaim   eine   sehr   gut«  toq  BiaDchi   iu   Paris  gebsnte 
'  iHMMprtiWonsptiinp«  nach    Natterer   zum  Vonlicbten    von 
EoUeaaiore  Dod  uae  webr  kriLftigc  hydraaliniho  Pream  b»- 
•o  haben  nir  die  Compreesion  der  Gase  in  folgender 
*  bewerlutelligt.  — 

Wir  Terimnden  mit  dem  Versacbarohr  B  C  ein  sebr 
es  Rcbr  von  Sebmiedooitivii  (0  Fig.  1).  Dies  Robr 
1^  mt  Länge  fi4  mm  Susseren  and  18  mm  inneren 
Es  wurde  in  vertikaler  Stellung  in  einem 
ill  geholten.  Mit  Üült»  der  Qasconipressioaspiunpö 
ntm  xuoächst  dies  Rohr  und  du  Versachsrohr  mit 
KV  00 ter suchenden  Gas  bis  za  einem  Druck  von  etwa 
Us  90  AUDOsphären  gef&llt;  dann  wurde  die  Pumpe  M 
llig«|Hrrl  and  nnn  mit  Hfilfe  der  hjdranliacben  Preerc  Q 
fiiftnn  in  das  Eisenrohr  0  gepresst  und  damit  das  Gas 
l>  wf  dan  gewQnschten  Grad  im  Verandtsrobr  verdicbtet. 
Kl  Dintenaionen  der  Apparate  waren  derartig  data 
*no  das  Eisenrobr  0  fast  völlig  mit  Glycerin  gefUllt  war 
if  Dndt  in  Versuclisrobr  nahe  300  Atinospliaren  betrug, 
'BBi  wie  angeg«b«o,  vorher  durch  die  Compressiouspnmpe 
^  Gas  berota  aof  70  bis  80  Atmosphären  verdichtet  war. 
I  ^  im  beabaieh(tgt«n  Zweck  war  folgende  specielle  An- 
L  *tniBg  gebuBto.  Das  Vereucharobr  batt«,  wie  oben  schon 
I     *p|dMii,  an  aeinem  Ende  B  ein  hupfemes  ÄnsatKrohr  V 


160 


Sünmg  (l<r  math.-pt>f*-  CJattt  con  S.  Mai  tST9. 


§.3. 
Maiisaag  dar  Dichte  d«r  Gate. 
Dft  die  Angaben  der  gebrtDcblichen  Manometer,  weleb« 
Drucke  Ton  mehreren  Hundert  Attno^hÄren  »nietgen,  steti 
mehr  oder  weniger  nniuehor  nnd  and  wir  jedenialh  eis 
solches  Manometer  erst  genaa  experimentell  bitten  prOftn 
mttnon,  »o  haben  wir  von  Dmckmessungen  abgesehen  and 
mSglichBt  direct  die  Dichte  des  üases,  welch«  bei  jedem 
VersDch  in  dem  Rohr  eatbalten  war,  beetimmt.  tJatsr 
Dichte  rerstehen  wir  im  Fönenden  den  Quotienten 

D    =     ^. 

wo  n  dae  gesammte  im  Apparat  enthaltene,  dem  Volnnuni 
nach  bei  760""  Drack  und  0"  C.  gemessene  Gas,  und  r 
das  Volumen  dea  Apparates  bedeutet. 

Nimmt  man  an,  dass  das  Mariotte'sohe  Qeeett  anoh  ftlr 
die  angewandten  Drucks  noch  gilt,  ao  ist  D  zogleioh  iw 
Dnck  in  ÄtmoephKren»  den  das  im  Apparat  eingesebk 
Gas  bei  0^  haben  wOnle, 

Bezeichnet  mithin  s  das  ^ecifucbe  Gewicht  dee 
hä  0*  C.   nnd   760"-    beoogen   auf  WaMer    ab   fialtait,' 
so  gibt  f  =    D.  s  die  absolute  Dichte  deaMlbeiu 

Um  nnn  die  Grösse  m  xa  beetimmen,  lieaaen  wir  da« 
im  Apparat  comprimirte  Gas  in  ein  gewObnlicliM  lÄbanr 
torinmi^asometer  übertreten,  so  daas  im  Apparat  nur  Gas 
Ton  nahe  Atmoeph&rendruck  blieb.  Die«  Gasometer  stand 
auf  einer  Decimalwaage,  war  vor  dem  EJnlaaaen  dee  Oiaet 
viSUig  mit  Wasser  gefUUt,  und  genau  larirt~  Trat  Gas  in 
daaaelbe  ein,  so  Int  entsprechend  Wasser  aas  einer  zu 
dem  Zwecke  angebracht«!  Oeffnnng  aus.  Durch  Wiffong 
wurde  die  Menge  des  uasg*tr«tent>n  Wassers  bestimmt,  nnd 
Bumit  das  Yolnmen  des  ins  Gasometer  eingetretenen  Gase« 
gefundeo.  Die«  Volomeu  wurde  dann  nach  Mennng  dee 
etwaigen  kleinen  Üeber-  oder   Doterdmckea  unter  dem  das 


osseaa^ 

GaseJ 
ukait^ 


M.  fidnlfnt-'  Ehkfr.-mat/H.  DrdiuMg  d.  iWitniKiJii)nMi«w.lGl 


fltaod    asd  Beslinimnng   der    Teinp«raiur  uaf  760" 

Druck   uud   0*    rvduoirt.    S«lb»tTerjitiuidltcb    ist  zu  diesem 

dIbiho  nmh  dasjenige  ilc^  im  Apparat  bei  Atroosphüren- 

xarfickgebUehenen  Gase»  sn  addiren  um  du  ties»iiint- 

nneu  dn  coniprimirt^i)  Gase«  xu  orbalt«D. 

Ebenso  wie  m  man  ancli  r  b«i  jedem   einnelnen    Ver- 

bcetimint  werdeii,  denn  das  Volumen,  welcbes  doü  com- 

Gas  cinninimt.    rariiit    ron    Versucli   zu    Versacb 

»au  dem  Stand  des  Gljcenns  in  dem  Biseorohr. 
Cm  jedesmAl  r  xn  ermitt«]u,  genO^  es,  das  im  Apparat 
eonprimirt«  Gas  oicbt  auf  eiomal  in  das  Ga«ometer  über- 
tntai  zu  lassen,  sondern  zunächst  den  Apparat  mit  einem 
GeGw  ilenoD  InliaU  genau  bekannt  ist,  in  Verbindung  za 
•rinOi  so  daM  das  Ua«  dies  Gcfose  nnd  den  Apparat  mit 
glätbem  Druck  aaifSlIl,  und  dann  das  Gas  ans  dem  Gc- 
fi«  and  dem  Apparat  geaondert  ins  Gaaomcter  tibertret«B 
■I  Imwd  und  die  Volumina  zu  b^atimmen.  — 

bt  dann  t«  der  bekannte  Inlialt  des  Geföstes,  v  der 
.  pinclit«  dm  Apparate«  und  sind  a  und  b  diu  respectiTcn 
Iwylnsaenen  Mengen,  m  ist 

To  :  r     =    a  :  b 
■älm  T  gdfffibvn-  — 

Alf  Gctäsa  fOr  die  Vertheitnng  des  Gases  beniltztsn 
virdn  R4Ktipi''Dt«n  der  CompresnoDspumpe.  Durcb  Wägnng 
lii  Waaser  war  der  Inhalt  dio»es  Kecipienten  genau  «r- 
iÜUL     Die  Manipulation  war  nun  folgende: 

Hacb  Bft«ttmmnng  der  Drehung  wurde,  während  y  Fig.  5 
cwUmko  blieb,  XDaäch«t  duicb  Losschrauben  bei  rj  Pig.  5 
4r  Badpient  der  Compreoionspampe  mit  der  Atmospbare 
■  Vtrinndnng  geaetit  so  dass  iu  ihm  nnd  in  dem  Bleirobr 
bs  «DO  atmosphärischimi  Druck  Torhwiiden  war;  dünn 
*ndt  dos  Bltnrohr  wieder  anguachraubt  nnd  durcb  UefTucTa 
*■)  r  Fig.  5  das  im  Apparat  enthaltene  Gas  in  dem  Appa- 
\  ei  nd  den  K«eipi«ntan  rertbeilt.  Na<:h  Scblu«  tod  / 
(in9.2.UBtb.-pbji.CLJ  11 


162 


SiViuM^r  der  matli.-jiluit.  Ctiait  am  3.  Jt«!  tS73. 


vni  ScbluKi  des  ß«cipieiiteti  vrarde  bei  i;  wieder 
schraubt  nnd  bbr  gemndert  die  im  Apparat  ond  im  Re-I 
cipi^nt«!)  enthaltADC  Ga*m<>Dgfi  in»  (ta<oinf>tt>r  flbergdMwn. 
VerßhrL  mao,  wi«  angegeben,  so  tritt  allerdin^  ein  kleion*  i 
Theil  de»  vorher  ornnprimirtei)  GsM«  nicht  ins  Gasometer,  ■ 
denn  wenn  nach  der  V^rthcilnng  der  Appurat  nnd  doT  Ite-  ~ 
dpient  abgeRchlowen  aiod  und  bei  i;  geöffnet  wird,  r»  ent-  j 
w«icbt  dan  Gas,  welche«  sich  im  Illeirohr  befand,  in  difll 
Atino<q>härr  bis  in  di;m  liobr  AtinrMphärendraclc  dngetr«- 
ten  ist.  Uni  diereo  Verlast  in  Recbnnng  zu  xiehen,  wurde 
sorgfältig  das  Volumen  di»  Rlfirohri!«  ilurcli  beeondcre 
Versuche  bestimmt.  Da  andrcrscit»  d«r  Druck  unter  dem 
das  Gas  sich  im  Bleirohe  b«£and  leicht  ans  der  Gaomeng« 
Kvi'lcbe  »u«  dem  t{t>eiptftnten  anstritt  (a)  und  dem  Volomea 
d«8  Letzteren  t«  gcfunJea  wird,  so  bann  auch  die  k 
dem  Bleirobr  ausgetretene  Gasmenge  bestimmt  und  in  Bech- 
uung  gelingen  werden. 

Wollten  wir  ohne  neue  Püllang  dee  Apparate«  zwei 
Tenoehe  bei  rerschiedeneQ  Dichten  mit  einem  Oase  modien, 
HO  beobacbleten  wir  nach  der  Oomprension  di«  Prcbung, 
lieMan  dann  eine  Qnautitüt  de«  Gom«  in  da«  Gasometer  i 
a»s,  masaen  dieselbe  in  der  angegebenen  Weise  and  bfr-fl 
stimmten  die  Drebnng  fUr  die  noch  im  Apparat  zurückgl^-^ 
bliebeue  Gasmenge.  DicM>,  wie  das  Tolnmen  des  Apparates^ 
wnrde  dann  in  der  erläuterten  Weise  geme^wn,  and  hler-fl 
ans  die  Dichte  den  Gaae«  \m  der  r.WRit«n  Beatinimuug  der 
Drehung  berechnet  Nimmt  man  xu  der  zuletzt  aaage- 
lassenen  Menge  noch  diejenige  hinzu  welche  bereits  vorher 
aa*gelass«u  war,  ao  erbillt  man  die  zu  der  orsien  Bettini- 
mnng  der  Drchnng  zugehörig«  Dichte. 

Die  vorstehend   entwickelte  Methode  xnr  Bestimmoti 
Ton  D  ittt  indefts  noch  mit  einem  Fehler  behaftet. 

Bei    den    hoben    von    uns   angcwandteu    Druckeu 
jedeu^Us  vom  Glycerin  im   fÜaenrohr   eine    gewisse  Me 


^HM  4l«orbirt  Wird  nna  das  Gas  bos  dem  Apparat  an.t- 
tialMaeo,  ao  wird  von  dem  rom  Glyc«rin  ulMorbirtvo  mehr 
ndtr  wra%«r  &«i  werden  aad  auiitretcD  tiod  mitfaüi  die 
Diditc  dM  Gaeen  gr&smr  gofimdv»  wi^rdiMi  aU  aie  in  Wirk- 
bckkeit  beim  Veraach  war.  E»  ist  wobi  m^licb,  dass  die 
Aliweiehaug«u  wolcbe  tm«ere  BestimmDiigea  d^r  DrvbnDgeii 
tir  nn  Gas  nnter  eiuander  netgön  liaujit^ctilicb  durch  Muea 
düwr  rührenden  Fehler  in  der  UtwtitnmuDg  der  Dichte 
nrvawht  liod. 

Wir   wflrden   diesen    Fehler   habep   rermeiden   können 

I  «tu   wir    statt    Glycerio    Quecksilber    angcvrendet   hätten. 

I  IM  aber  di«  ätiefel  und  Vuutile  unserer  Presse  aujt  Mesxiug 

prfirtigt  waren,  so  inusaten   wir   Ton   der    Benufacaug   ron 

<jMtkälber  absehen. 

84- 

Messung  der  Stromstärke. 

Wir  benntxten  als  Stromquelle  bei  den  nnteo  mitge- 
lUttn  Versuchen  durchgebcnds  32  Bunseu'scko  Elemente, 
Hta  Bwlen  aa  d«;m  gr(X«E«ii  QutKksilborcommutator  S  Fig.  1 
ttaRa,  m>  dass  der  Strom  beim  Beobachten  bequvTii  vom 
^■hditer  umgekehrt  werden  könnt«.  Wir  gebrauchten 
■k**dM]iMl  2  Batterien  mit  etwa«  snglcicb  gtoasea  Ele- 
«Btea. 

t.'a  die  Versndie  Bnter  einander  vergleichbar  zu  machen, 
•M  a  Qöthig  bei  jedem  Versuch  die  Stärke  de«  Stromes 
adaKollen  an  bestimmen.  Wir  Candeu  es  am  bequemsten 
v  Strominteitaitit  in  folgender  V/vm  in  willkürlicbem 
''**  n  onMn.  Vor  jedem  Versnch  und  nach  demselben 
*™Wea  wir  in  den  Stromkreis  eine  kleine  Drahtrolle  T 
'i-  1  sm  und  nassen  die  electromaguetisclie  Drehung  der 
""Mwtionaobeoo  dea  Lichtes  in  einer  5'*  laugen  Saale  von 
■■fn  Schwefelkohlenstoff  die  in  die  Drahtrolle  gelegt 
^ML    Aas  den  BeobacLtuDgen  Tor  und  nach  jedem  Ver- 


164 


Sticinwr  rfrr  math.'pli!f.  Ciaxte  mm  3.  .Voi  1979. 


Bn«h  wurde  Aus  Mitlol  genommen.     Wir  haben  die  8 
iiitensität   la   unseru   Hollen   dem   Bptragv   diti:«er  Preh: 
proportioitul  scsetst;   es  war  dies  xuli&ssig,   da  der  Wid< 
«tend  der  oiugeschaIt«ten  Orafatrollo   sehr   klein    gegev,  dta 
Widerstand  der  grossen  Rollen  nnd  der  Elemente  war. 

In  den  folgenden  Vennclie»  nind  die  ätromstirken  ein- 
fach in  Graden  Drehung  in  SchwerelkohU-natoff  nugcgebeo. 
Die  in  den  Gasen  I>eo)w«htet«a  Orehongen  sind  dann  alle 
Bof  «n  nnd  dtenelbe  Stromstirko  reducirt  nämlich  auf  die- 
jenige, bei  welcher  daa  Uöhrchen  mit  Schwcfiflkohlenstoff 
m  der  Drahtrolle  T  eine  Drehimg  Yon  3'',8  bei  Wecfaol 
des  Strome«  zeigt.  Um  das  Drohn  ngsrermSgen  der  Gaae 
mit  demjenigen  aiKloTer  KSrpcr  za  Tergleicben  haben  wir 
nach  Beendignag  nufwrer  Versuche  noch  ein  OUsrohr  mit 
Schwefelkohlenstoff  in  die  !2  Rollen  des  Apparate«  einge- 
Bcboben,  welches  gleiche  Länge  mit  dem  Knpferrohr  hatte 
Dtid  die  Dreltung  im  flQjKQgen  Schwefelkohlenstoff  dieses 
Rohres  bestimmt.  Damit  ist  dann,  wenn  anch  diese  Drehung 
auf  die  Stromstärke  3^8  rednoirt  wird,  das  Verhältotse  der 
Drehung  in  Schwefdkohlenstoff  nnd  ta  den  veraehieden 
Gasen  gegeben.  Da  erster«  von  Gordon*)  in  absolutem 
bestimmt  ist,  »>  sind  damit  anch  onsere  Bflobnehtnngeii 
den  Gaaen  ohne  Weiteres  auf  absolutes  Maas  znrQckfübrbar. 

Die  VerliältnisM  der  Drehungen  ia  den  Gasen  und  in 
SchwefelkohtenstoET  sind  im  letzten  Paragraphen  gegeben. 

SchlieMÜeh  mSge  hier  nochmals  erwähnt  werden,  dan 
wir  als  Lichtquelle  immer  Drummond'schen  Ealklieht  be- 
DUtzteu.  Mit  Hülfe  von  Linttpu  TerM!hafflen  wir  nns  ein 
d&nnes  möglichst  paralleles  Lichtbiiiidel  welches  dorcb 
VertnohsTobr  geschickt  wurde. 

*)  Ptiilae.  Tfuissd.    1877  I.  f«g.  1. 


I  der     I 
»  Tu' 


KmA  N.  Bßntgen:  Elebtr.-magn.  IhreJmng  d.  Palariisatiomebene.  165 

§5. 
Die  Versache. 

1)  Ssaerstoff.  — 
Do  SaoeratofF  wurde  in  gewohnter  Weise  ans  chlor- 
anrem  Kali  und  BraniiBteiii  bereitet.  —  Es  wurden  2  Fül- 
loDgen  des  Beob&chtni^srohres  TOrgenommen,  mit  der  ersten 
rind  die  beiden  ersten  der  noclifolgenden  Yeranche,  mit  der 
iwäten  ist  der  3te  Tersncb  aosgefübrt.  — 


TaraDch  1. 

Tenncb  2. 

BfanMttrke 

:  3f>S0 

Stromstärke^  3^83 

DiAt«: 

70 

Dichte: 

237 

Dnkng: 

3,65  Scalentbeile 

DrehoDg : 

14,30 

4,75 

1535 

4^ 

15,65 

5,25 

18,60 

430 
3,75 

Mittel    ' 

13,90 

14,60  =  V  5' 

litU    ~ 

4,45  =  (C  SS* 

Vermch  3. 

Btronutfirke 

:  3'82 

Dichte: 

190 

Dttkaagi 

12,10 
11,35 
13,05 
10,85 
15,00 

Mittel    " 

13,95 

1*2,62  zz  1"  48' 

Die  Drehung  findet  Statt  im  Sinne  dee  po- 
iitiTen  Stromes.  Es  ist  jedenfalls  ein  bemerkenswerthes 
■'nlht,  dass  der  stark  magnetische  Sauerstoff  die  Polari- 
■Üauebene  in  demselben  Sinne  dreht  wie  stark  diamagne- 
Wk  Substanzen, 

2.   Wasserstoff. 

Eg  wurden  gleichfalls  2  Füllungen  mit  Wasserstoff,  der 
■u  Rinem  Zink  und  reiner  Schwefelsäure  dargestellt  war, 
pBuht  nnd  wurde  mit  jeder  Füllung  bei  2  verschiede- 
■n  Druckoi  die  Drehung  beobachtet. 


166 


&tnmt  der  wuttK-iAjft.  Ciatt*  nm  3.  Uoi  1019. 


Torcch  4. 

Vnwii«. 

StrorHtiflM 

.:  3*47 

StiMMUik«:  S*S8 

Dichu: 

16» 

DMiU; 

ISl 

Dltbanc : 

IO.O0 

Dnhs^: 

1,30 

11.20 

4^ 

1IX> 

5.45 

16,20 

7,00 

11.10 

.->.«) 

MHt«1    ' 

lt.Sl  =  !•  41' 

6.40 

intui 

5.96  =  0»  51' 

Vtrmdi  G. 

Vemsli  7. 

StTOBttirk«:  3*25 

Stranutirk«:  3*  SS 

Dicht«: 

■ixa 

Diehta: 

ISO 

Drriinc: 

10.90 

DifhuBf: 

73 

IS,00 

535 

12,80 

7.W 

10,70 

«.50 

9.« 

«.«0 

10.30 

11,26  =  1»  SC 

Uittel    ' 

LS»."; 

Mittel  ' 

6^7  =  0»  B7. 

Die Drehang findet  otati  im  Sinn«de« positiven  Stronu».- 
3.  Sainpfgas. 

Dsfl  Sompfgaa  war  beroit«t  dnrcb  Erhitzen  «iura  Q«-^ 
tuiache«  von  eangsaureDi  Natron  and  Natronkalk  in  «Dem 
•äsernun  Rohr.  Das  Qa«  eutbi«H  jedenfall»,  txotzdeni  b«i 
d«r  Bereiton^  mit  groOTsr  Sorgfalt  vorfalirtm  wonln,  ni<lit 
trabedeatende  Mengen  Waswratoff,  und  vi«lleicM  andere 
KohlcnwasiHtntoBe,  Eine  Anaijse  des  Oa«e*  ttonot«  leider 
nicht  gmnacht  werden,  da  2  Frolwo  draselbon,  diu  f1)r  Anii- 
Ijw  in  tilaarQhren  eingescbmolten  waren,  durch  Zerbr^^chen 
der  Oln*rOhren  verloren  gingen. 

TcrtMh  ».  Vennicl)  9. 

StroMtiik«:  :i*Tti  StniMUrkg:  ;{*  r>0 


IHcht«; 

ino 

Dichte: 

113 

Drchnac: 

:n,.*B 

Dr(luni{: 

17,85 

»8,45 

14,90 

37,30 

W.<M 

3S,7.i 

!5,"5 

3G,W 

1«.1S 

3S.as 

l(v40 

iit««i  ' 

36,90  =  &•  IB* 

Uittel    ' 

I6,S4  =  V 

M 


Die  UrebiiDg  vrrdgt  im  Sinn«  des  poeitiren  Strome«. 


KHttdt  H.  Böntijen:  EUUr.-magn.  Drehuntf  d.  Folariaatiomeheite.  167 

4.  Kohlenoxyd. 
Das  Kohlenozyd  wurde  aus  Blntlaagensalz  nnd  Schwe- 
Msänre  bereitet.     Nachdem  daa  Gas  mehrmals  durch  Waa- 
Kr  g^angen  war  enthielt  es    keine   schweflige   Säure   und 
nur  noch  eise  geringe  Spur  von  Eohlensänre. 


Tanach  10. 

TersQch  11. 

StraiMtirke:  3"  34 

Stromstärke:  2°  41 

IKdit«: 

222 

Dichte: 

172 

Diabsuff: 

22,75 

DnbaDg : 

13,45 

22,25 

12,50 

21,00 

14,70 

21,90 

13,25 

18,40 

13,05 

21,55 

12,10 

22,15 

Uittel 

13,01  =  1"»  51' 

KitM 

21.43  =  3»  3' 

Die  Drehnng  erfolgt   im  Sinne  des   positiven  Stromes. 

5.  Atmosphärische   Luft. 

ToMQch  12.  Versuch  13. 

Strantlrke:  2*  .^  Stronutärke :  2*  2« 


BkU«: 

227 

Dichte: 

144 

Drthong: 

14,80 
13,05 
13,75 
12,40 
12,75 
12.30 

Drehung  i 

6,25 
7,10 
6,60 
5,00 
7,10 
6.50 

UtUl    ' 

13,10  = 

:   1"  53' 

Uittel 

6,48  = 

:  Q°  55' 

Die  Drehnng  erfolgt   im  Sinne  des  positiven  Stromes. 

§6. 

ZnsammenatelluDg  der  Resultate  und 

Discassion  derselben. 

Dm  die  vorstehenden  Versnchsresnltate  anf  bekanntes 
älui  zorückznfnhren,  haben  wir,  wie  bereits  oben  bemerkt 
•wde,  in  einem  Glasrohr,  welches  genau  die  Länge  des 
Kap^rrohres  hatte,  nnd  welches  in  die  12  Rollen  einge- 
■diobni  wurde  die  Drehnng  des  flüssigen  Schwefelkoblen- 
AiA  bertimmt.  Da  dieselbe  beträchtlich  war,  so  haben  wir 


168 


8iltmn§  Her  ituith.-phif«.  Clame  rmr  3.  Mai  ISF9. 


aicbt  w«üaM  I<iclit  soDdern  Nktronliclit  ^oiiomniBn  nad  Ar 
dieses  die  Drobcmg  im  Scbwefelkohlenntoff  «miittdt. 

Eb  ei^b  stell  bei  Strom  Wechsel  eine  Drebiinff  Ton 
61*15  bei  üiiior  Stromstärke  von  3*70,  fotglicb  redudrl 
auf  die  Stromstärke  ron  3^8,  ß2'48'.  Di«  6t«  und  7te 
Coluniue  der  nsvchfolgeDden  T&belle  sind  mit  Hflir«  dieaes 
Wertboa  burochuet.  Da  das  Ula-vobr,  in  welchem  die  Dreh* 
xmg  des  äiiaigeo  Schwofolkohlenstoffes  bestimmt  wurd«, 
obiie  ein  Uberffescbobenes  Eis«nrobr  in  die  Drabtrollen 
jgcbraclit  war,  wiihreDd  das  Kupferrohr  von  einMu  Eiim- 
röhr  umgeben  war,  i<o  bemerken  wir  noch,  das  wir  durch  Imsoq- 
der»  Versuche  einen  etwaigen  Einäus»  des  Eisenrohres  fect- 
xuat^iltcn  sachten.  Wir  &oden,  dsu  die  Drebang  in  dm 
Gbtch  nicht  merklich  verschieden  war,  mochte  das  Kapf«r- 
rohr  von  dem  ^s«riien  amgeben  sein  oder  nicht.  lo  ia 
Tabelle  in  der  die  Beobachtungen  des  vorigen  Paragnphen 
BtaammengesteUt  sind  bedeutet; 

D  die  Dicht«  de«  Qaaes  wie  dieeelbe  oben  definirt 
wurde. 

J  die  in  oben  angegebener  Weise  gemenen«  Stromstärke. 

R  die  Drehung  der  PotariHtionaebeue  iu  Graden  und 
Hinntea  bei  Stromweehsd. 

J  die  Dichte  bei  welcher  die  Drehung  des  üwe«  in 
noserem  Apparat  bei  einer  Stromstärke  von  3*8,  einen 
Grad  betragen  wOrde,  berechnet  unter  der  Annahme,  das« 
die  Drehung  der  Didtte  proportioiial  ist 

d  die  Dichtü  bei  wdeher  das  (wtrvStada  Ga«  ein  electro- 
tnaguetisches  Drebv«nn5{^  gleich  dem  des  Sehwefelkohlen- 
tiatb  haben  wftrde. 

^  die  redproken  Wertfae  von  d  abo  die  Drdiang  dar 
Gase  bttim  Drack  einer  Atrao^häre,  diejenig«  des  Sehwvfnl- 
koblenstoft  gincfa  1  gesetzt.  Die  Zahlen  unter  S  atnd 
aUo  auch  proportional  den  Drdiangen  welche  anter  gleichen 


CMÜnden  darcb  je  ein   MolecÜl   der  vefschiedeaeii   Gaae 
Wror^tiraclit  ir«nJ«D. 


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2*41 

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72.V! 

0.0001 379 

0.0001474 
0,000181» 
O.OOOJT«» 

0,00040;(I 

Mittel 

Ui.r, 

«toir. 

IM 
IOC 
113 

Hittol 
A  tmoup 

lOf 
li.  I.«ft. 

Kolil»iiOi;d. 
3»  3'                  M 

llittcl              1^1  .:> 

Mitti'l               :»..'> 

In  dies«r  ZiutarnnKtiistellung  treten  die  in  der  Kiuleit- 
ng  gegtheavD  UesalUte  kliir  su  Tage. 

Wie  eine  Vei^Ieichung  der  Zahlen  nnt«r  S  mit  den 
fincbuBgBexpoiieDteu  der  Gas«  leigL,  ist  die  olectromag- 
tiscfa«  Drchtutg  nm  fo  grösser  je  gniwer  der  Dereclinnngs- 

leat     Eine  brntimmte    numerische  Bexlebtiiig  cwischeu 

Drehung  und  dem  Breohunngaexponenten  oder  iwdeien 
pfajsikalisehvn  ConManten  der  Gsse  hnbun  wir  indew  nieht 
uffindeo  k&nnen. 

BexQglich  dta  Vergleichs  d^  Dreh  nngs Vermögens  der 
Gate  mit  dem  des  Schwefelkohleiutoflii  ist  ouch  »u  bemor- 
kao,  da»  dasjenige  des  Letsteren  für  Natronlicht  ennittelt 
mrda,  wälmod  bei  den  Versuchen   mit  den  Gasen  weisses 


170 


Hiltuug  der  maih.-phg».  Clat»e  com  S.  M<d  1S79. 


Licht  bonatzt  ist.  Bei  lctxt«rni  Vinirachen  wurde  auf  das 
Minimum  der  Daukelheit,  nnd,  wenn  deutliche  DUperaoo 
bei  iler  Drehang  hvm^rkbur  war,  wie  weiter  oben  angege- 
bau,  auf  den  üebergang  ron  BUu  auf  Roth  eingesteUt.  Ea 
tat  al»»  anoli  txri  den  Goaen  die  Drehonji;  der  hellflten  Stnthleo 
des   SpiMitruma,    d,  h.  de«  mittlerem  Gelb  bestimmt.  — 

Es  würde  gewiss  Intereftse  bieten  mit  nnserem,  in  ge- 
eigneter Weixe  rerbesterteu  Apparat  diu  Drebang  f(ir 
Strahlen  ver^iedenn'  Wellenlänge  bei  verschiedener,  m5g* 
lichat  genau  bestimmter  Dicht«  fSr  einige  Gase  zu  ermitteln. 

8t«tt  der  Turmalino  müssbo  man,  wenn  man  einen 
neuen  Apparat  ausföhren  lieese,  Niool'scbe  oder  Jellefseb« 
Prismen  im  Innern  des  Rohres  anbringen.  — 

Im  Anscbluivi  an  den  Nachtrag  zg  nosorer  ersten  Mit* 
th«Uaiig  («f.  diese  Berichte  1879  pag.  30)  fQgen  wir  nodi 
fnigende  Bemerkung  an : 

In  jvnem  Nachtrag  haben  wir  angegebeu.  das*  es  niüg> 
lieh  sein  möchte  im  erduiagnefischen  Feld  in  der  Atano- 
Bphäre  die  electromagnetische  Drehung  der  Polarisationsebene 
za  beatimmen.   — 

Die  oben  gegebene  Zahl  für  die  Luft  gestattet  su  be- 
rechnen wie  gross  die  Drehung  in  d«tr  Atmo«ph&re  im 
erdmagnetisohen  Feld  des  mittleren  Europa  sein  würde. 

Nach  H.  I{ec({uerel*)  beträgt  die  Drehung  durch  die 
Horixontalcoiiipoueiite  des  Erdmagnetiiimus  fQr  2,5  M^ter 
SchwefelkobleDstoff  3,2J  Minat«n,  nach  Qordoo  3,b  Miun- 
ten.  Nimmt  man  die  kleinere  von  beiden  Zahlen,  so  giebt 
m«h  (nr  ein  Kilometer  Schwefi;lkolilei)&tofl'  21'.G7  also  noch 
der  obigen  Tabelle  fQr  einen  Kilometer  Luft  U,23CG  Minuten, 
mithin  würden  2S3  Kilometer  Luft  in  der  NonJ-SUd-Ricbtang 
eine  Drehung  von  1"  geben.  I*^  wire  nicht  unmUglicb, 
aber  immerhin  schwierig,  dieae  Drehung  auf  einer  kiirzvren 
Strecke  naclmu weisen.  — 


•)  Om^  Et«Bd.  LXXXVI.  10T6. 


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Herr  t.  Joll;  bespricht  die  vorgelegte  AbhandlDng: 

„Üeber  allmähliche  üeberfährnng  des  Bao- 
denspectrnms  des  Stickstoffs  in  ein  Li- 
nien spectrnin'*  Ton  Ä.   Wüllner,    corr.    M. 

81. 

In  der  Aaffassting  der  SpectraTerscheinnogen ,  welche 
die  durch  den  IndactionBStrom  zum  glQhen  gebrachten  Gase 
darbieten,  stehen  sich  zwei  Ansichten  einander  gegenaber 
Die  eine  ist  im  Grunde  die  orsprfliiglich  von  Ängström 
ansgeeprochene,  der  für  ein  bestimmtes  Gas  anfänglich 
nur  ein  einziges,  und  zwar  ein  aus  einzelnen  Linien  be- 
stehendes SpectruQi  als  m^lich  annahm.  Die  von  Plücker 
und  Hittorf  beschriebenen  Bandenspectra  glaubte  er  Ver- 
unreinigungen zuschreiben  zu  müssen,  wie  er  denn  speciell 
daa  Bandenspectmm  des  Stickstoffes  einer  Ozydatioosstufe 
deaselbeo  zuschrieb.  Diese  Oxydationsstnfe  glühe  als  solche, 
wenn  der  Strom  ohne  Funken  durch  das  Gas  gebe,  sie 
werden  zerrissen  durch  den  Funken  und  der  Stickstoff  gehe 
dann  für  sich  glühend  das  Linienspectrum  des  Stickstoffes. 

Später  hat  dann  Ängström  im  Jubelband  von  Poggen- 
dorffs  Annalen  es  als  möglich  zug^eben,  dass  ein  einfacher 
KSrper  beim  Glühen  im  gasförmigen  Zustande  mehrere 
Spectra  liefern  könne.  Er  nahm  dann  aber  an,  dass  der 
Körper  mit  sich  selbst  Verbiodongen  eingehe,  also  isomere 
Verbindungen  bilde,  und  diese  isomeren  Verbindungen  lie- 
Esm  dann  die  verschiedenen  Spectra. 


173 


Omc 


»TS. 


der  Spflctaikniek 


Bge 


hsk  meh 


ia  TTcHofliehca  Hm-  Loefcycr  aagcMbloMOt,  der 
■e  dabin  pticiBrt*,  Jmb  ni  Ltninfpietmin  dM  «inMliie 
Ate*  »iriawB  M,  ia  den  iiBilliiliii  oad  «mtniDitlieheo 
Speeres  AnMafaigM  ns  VoUSoi. 

Idi  bab«  tnw  nldw  i«r  blftiung  dv  vssdmdenen 
SpctalnikKaa^a  cr»eaa«  HrpoOeM  mdit  fbr  nStliig 


d« 

Site  aUcitaB  B 


pihnU  fi>  nmUtdowa  Spwtniw- 
■flftdMa  6a«  •■■  dem  KirdboflTadMa 
künnen.  y»fhdpBi  Hwr  ZBlIiNr  duwif 
Ute,  dMBdM  na  ner  ■famUendfln 
UM  mmmtSkk  na  dv  Did»  und 
DmM»  dv  ScUeht  aUi^v  wn  ■»»,  U»  ich  naefa 
OmWnig  da-  TUtette,  dMs  dM  Lii>iMpei.hiiiii  der 
Via  air  mtowmtho  «iafadiB  Gmv  nr  bri  dan  aigaot- 

ai-äife  a^ftt  daa  fhiMliiia|M<Miiiii 
HD  Gaai  dai  poMm  BlaCDiSdit  aonrnti 
&  Tinahiil—  fl|iLtia  d^  DalaiAiidu  n  dn-  stnh- 
hadoi  Sdukfc  ■nimhiiliwi  Ib  WmiAm  kaditai  nur 
4w  finkt  na  dn  Fki^n  ndiiifciiw  MoIcUk.  abo  hat 

-- *-  mj  1      f*     ■*  ■■fc       ■    M      ■  *-  -    .  -      fci— L    _— _ 

luftidiu  gyactiahttM  mmgmMmmm»  Gmasa  Inicfa- 
tad.  m  mmkk  **b  öa  rchtiT  «Aa  3«Ucbt  Udit  a(l^ 
fli  Biltiai   «ck   dabo-   ia   deai    7f m  1 1  aa   ale  Uebtartea 

yMiiaiiiiaart»    ■Whaiil    na   KiB    ■■aitkaiii    bt. 

DbUgbA  bk.aa  saa  dtkim^m  %acbw  jadir  Gattr- 
xtM  dMffMäriMiaairfa  (fc  *t  imiIi  la  LirbUrtan 

iadar  Tbt  h«  dn  fhaiiwuirtia  fa-  Oa»  fiad». 


WMner;   U^trfUinmg  da  &aidt»tpttimiiu  de. 


173 


Als  eimn  weitwen  Beneis  lür  die  Richtigkeit  dieser 
OMiDflr  Aaflhsrang  habe  ich  die  Spectra  des  Joddampfea 
angeaeben.  tn  einer  WaMerstoffflunme  sam  glQhen  ge- 
btwJit,  gibt  der  Joddunpf  du  negatiTo  Absorptionsspectram, 
welches  gHDz  denselben  Chcrakter  hat,  wie  die  BsndeiUrpectrn 
dv  Gute;  darcli  dea  Pa&ken  xnm  glQhoD  gebracht,  geben 
dd  leochtrndm  JodmolekOle  ein  ans  eintelneii  bellen  Linien 
boitebeDdes  Spectram. 

8  3. 
Diese  Erklärang  stützt  sich  auf  die  von  Herr»  Zöllner 
nerat  entwickelt«  äleichung  fUr  die  Menge  der  von  einer 
itrahlenden  Schicht  ron  der  Dicke  d  nnd  der  Dichte  d  aus- 
|Muidte  Licbtmenge  E  einer  bestimmten  Wellenlungc. 
bt  a  da«  AbsorptioRf-vermijgea  einer  Ooaschiclit,  deren  Dicke 
und  Dichte  gleich  eins  ist  bei  irgend  einer  Temperatar  für 
die  betreSende  Wellenliuge,  ist  e  äaa  EmissionsTermligeu 
«iaM  ToUkommen  Hohwarzen  Eürpem  ftir  dieselbi-  Welli.ii- 
böge  bei  derselben  Temperatur,  m  ist 

E  =  (l-0-«)")e. 

Dieacm  Ausdrucke  liegt  anitaer  dem  Kirchho9"»cheD 
Satze  nnr  die  Annahme  za  Orunde,  dan  die  Absoq>tiott 
4m  Lichtes  bei  Vermehmng  der  Dichte  einer  ^hicht  und 
BOiutuiier  Dicke  gerade  »o  zunimmt,  wie  bei  Vermehrung 
dir  Dicke  und  coostaot  erhaltener  Diohte. 

Qu  Spectrum,  welche«  eine  glühende  Oftsaohieht  bei 
■tDcr  bwtimmtm  Tempenitor  liefert,  wird  darnach  durch 
rineSamiDe  von  Gliedern  der  obigen  Form  darg^^^llt.dentn 
Uki  w  giD«  itt,  als  «s  überhaupt  sichtbare  Wellenl&ngen 
fibt  An«  dieser  Summe  fallen  nur  die  Glieder  ans,  weldie 
Wellenlängen  eut^precheu ,  Rr  die  der  Werth  a  bei  dem 
brtre&oden  Gase  and  der  betreffenden  Temperatur  absolnt 
llach  null  ist. 


174 


SHtuHg  der  Mall.-/i&y*.  Cliu$4  rom  S.  Uai  ifCS. 


Dieter  Aaiidniek  fUr  dos  ron  «iner  KlSbeadcü  OaMchicht 
gelieferte  Liclit  zeigt,  daas  et  for  ein  Gas  tlberluupt  keiu 
bpstiaimt«B  Spectrom  gibt,  das»  vielmehr  das  Spectnim  j« 
uacli  Am  WarÜie»  toh  d  und  d,  imiiK^r  [{kncbc  Taiiip«rabir 
vofBnsgcsebit,  wbr  Tersebiuden  sein  maus,  wenigst«!!«  dano, 
w«na  dax  Ab!wrptiou8Tennfig«n  »icbt  ledij{lich  für  einige 
mmig«  Wellenlängen  vou  null  ver«ehi«deu  ist.  Nnr  iui 
letstern  Palte  wQrdc  da«  Spoctnim  des  Oases  anabhänffig 
Tou  der  Dicke  nnd  Dicbte  der  Rtrahlenden  Sobicht  lediglich 
aas  einer  begr6nKt«ii  Zahl  heller  Lioieo  beMteliou ,  wie  es 
fr9ber  AngstrSm  annahm. 

Ist  aber  a  t&i  alle  oder  doch  eine  grome  Zahl 
Ton  Wollen  voD  null  Tcmcbieden,  M  kaiin  das  üa»- 
tipectntm  nur  dann  av»  einzelnen  bellen  Linien  bMtebeui 
wenn  sehr  dünne  GaMchichlen  Ton  sehr  geringer  Dicbte 
lenehtea,  wie  es  eben  der  Fall  ist,  wenn  nur  die  im  elek- 
trischen f  nnken  getrolTene  Molfkularreihe  leneht«t.  Wächst 
Dicht«  oder  Dicke  der  leuchtenden  Schiebt,  m  mnsa  das 
S|H)otrum  immer  reicher  werden,  es  mDnen  nach  und  nach 
neno  Wellen  xu  den  schon  TOrhandenen  hinzu  treten  und 
schliesslich  mass  das  Spectmm  ein  continnirlichcs   werden. 

Es  sind  demnach  in  gewisser  Weise  zwei  Qrenzfalle, 
welche  wir  im  Linien-  nnd  Bandenspvctiuni  9ia«s  Gase* 
beobachten ,  in  gewisser  Weise ,  denn  wir  können  im 
positiven  UUsohellieht  immerbin  nnr  sehr  liegrenste  Lücken 
nnd  Dichten  dee  Qases  auf  solche  Temporaturen  bringto, 
dass  sie  hinreichend  bellea  Licht  aaeaendeD. 

§3. 
Dieser  Anfbsmng  der  Banden'  nnd  Linienspectra  dvr 
QaM  bietet  sieb  aar  eine  Schwierigkeit  dar  oud  zwar  is 
dein  DmMonds,  dass  die  Linien  des  Linienspectnuns  keiac*> 
wegs  gerade  den  Uelligkeitsniaximis  des  Bandenspectrums 
tnleprechen.    Und  gerade  dieser  Umstuid  ist  H  wohl,  der 


WitUaer:  Fthrrfähnng  äfs  BonAtTupttirmu»  tie.  175 


I 


m  der  Ansicht  geführt  hat,  der  Kit-ohbofiTiicIta  Satx  reiche 
cnm  V«r»täji<]Qt!t8  <Iflr  tod  des  Gasen  g«liefrrtcii  Spectn 
Dreht  sofli  et  bedOrft*  vielmehr  tar  Erklärung  derH^lhen 
eimn*  neaea  Ilvpothese.  So  meinen  Angströni  and  Thalcu, 
dMB  mit  wacbflender  Dicke  und  Dicht«  der  slrahende»  Schichte 
daii  Spectram  wohl  an  Reichhaltigkeit  «nnefameD  könne, 
dwa  aber  einmal  vorhandene  Linien  nicht  verochwiudeo 
l^Buteo.  Das«,  wenn  bei  conRtaater  Temperatur  de«  Oom« 
die  Dicke  oder  Dichte  der  strahlenden  Schiebt  «unimmt, 
Wellen,  welebe  bei  geringerer  Dichte  im  Spectrom  sicli 
Btigcn,  nicht  vericbwindea  kunni'ii,  ant«rlii;gt  bei  obiger 
Aaffaflwong  der  SpoctralerEcheintuigen  keinen  Zweifel;  es  ist 
aber  »ehr  wohl  mSglich,  dai»  Linien  des  Linienüpectrum» 
nicht  mahr  als  »charfv  Linien  erscheinen,  Sie  werden  als 
aalcbe    venohwinden ,    wenn   das  AbeorptionsvermSgeji   der 

Inefcen  li^euden  Wellen  hinreichend  ist,  nm  an  der  St«lle 
der  Linien  ein  helles  Feld  za  entwickeln,  wenn  die  Werthe 
TOB  d  oder  6  grofts  genug  sind. 
D<u«  die  Dicke  «nd  Dichte  dünn  immer  noch  xehr 
klein  irin  können ,  folgt  danna ,  da^  das  Linienspecirnm 
von  einer  Eut  liiiearen  MolekUlreihe  geliefert  wird.  Indesa 
mSaiiMi  dann  doch,  so  lange  Dicke  und  Dichte  der  Schicht 
nicht  «ehr  gross  sind,  diese  Wellen  aU  Uaxima  vor  den 
3hrigrn  hervorragen.  Das  ist  nun,  wie  dtu  Vergleichung 
der  Linien-  und  Banden-Spectra  zeigt,  allerdings  nicht 
der  Fall,  tnilcss  ist  dabei  zu  beuchten,  das«  die  Liuion- 
oad  Baodenspectra,  die  wir  heohachten  einer  sehr  rerschie- 
deuot  Temperatur  augehüren ,  ila-ta  die  Temperatnr  des 
Fankens,    der    das    Linienapectrum   liefert,   edne    sehr   viel 

»höhere   ist   aht   diejenige   des  positiven  Büscheltichles.     Mit 
itrigeader   Temperatur    wichst    ohne  Zweifel  das  Äbsorpti- 
«BivenaOgen  der  Körper  inr  alle  Wellenlängen    and  damit 
im  EmtsnonarennUgen ,    das   zeigen   uns   alle  Erfahrnnt^enA 
Dabei    \»t    nun   dnrclwus    nicht   erforderlich,    ja   nicht 


176  Sittuitff  der  MalA.-jAyf.  Oatit  von  S.  Mai  iS7S. 

eiomal   wabrscboinliefa,  dus   da»  AbmrptionsTerm&geo  fÜM 
alle  Wellen  in  derselben  Weise  wächst .  dna  also  du  Ver- 
hiltoi»)    der  Werthe    tou  o    f3r    die  verschiedeueD   Wellen  j 
bei  allen  TemperataraD   dusclbe   bleibe.    Sowie   überfeine 
wiche  VeiSndening  eüitritt,  mnss  sich  auch  oder  kann  sich 
wenigstens  eine  Veiscbiebang    der    Maxtma   zeigen.     Eine 
solche  VerscbiobimR  der  Maxima  ist  es' aber  nur,  wenn  jdiQJ 
bellen  Linien  des  Limonspectrums  an  andercQ  Stullen  liegttal 
als  die  nelligkeitsmaxima   des  Bandenspectmms.     In  dieser 
Weise  können  also  Linien  des  Linienspeotmnu  im  Banden- j 
spectram  wirklich  verschwinden ,  indem  an  der  betreffenden ' 
St«Ile  des  llandenspectrums  eine  gleicbmü&sige  Belencbtnng 
eintritt,  oder  selbst   «ine  geringer«   Helligkeit   aU   an  b»>| 
nachbarten  Stellen  steh  zeigt. 

So  nugezwungen  «ch  nach  dem  vorigen  die  Spectnü- 
ersobeinangen  der  Gase  ans  dem  Kirchboff'schen  Satze  er- 
geben, so  Imt  Herr  K.  Wiedemonn ')  sich  doch  (lagtigea 
aussprechen  xa  mOssen  geglaubt,  indem  er  auf  Grund  eioN 
Venniches  des  Herrn  Lockj-er  die  Annahme  der  Aeqnivalent 
Ton  l7icke  und  Dichte  der  strahlenden  Schicht,  welche  der 
im  §  2  angeführten  Gleichung  zu  Grunde  liegt,  aU  nichtj 
mSsaig  ansieht. 

Zunächst  ist  dazu  zn  bemerken,  duss  meine  AufEucongl 
der  Speclralers«beinuugen  keineswegs  die  rolle  Aequivalenz 
Ton  Dicke    und  Dichte    der    strahlenden    Schicht    verlangt; 
sie  eetzt  nnr  die  doch  wohl  nnbexweifelljare  Thattache  vor- 
ans,  dass  mit  der  Dicke  der  absorbircndun  Schicht  die  Ab-| 
Sorption,  somit  auch  mit  der  Dicke  der  strahlenden  Scliicht' 
die  Menge  des  anj^cesandteu  Lichtes  Runiramt.     Ob  die  Zn- 
nabme    ganz  dieselbe  !«t    wie    bei    wachsender  Dichte    oder 
Jiieht,  da«  Ist  ziemlich  gleichgültig;  jedenfslU  wird  b«i  m- 

1 1  innalen  der  PbyiU,  neu  fti\ge  M  V.  |k  SI2. 


WM»*f    Utbtfpthrung  du  BttBdfuptamma  tte.         177 

Mfammdfr  f>tckr  der  strablenden  Schiebt  und  coDflt«D(er 

hebte  du  Hpi-ciruin  durch  eine  Summe  ton  Gliedern  ähn- 

T    Kurm    rlargesUjIlt,    und    dsmit    ma«s   der  Gaug    der 

TmlfrarbcinnuKL'U  der  vorbiu  ge^liÜdert«  werden. 

\Hm  innerhalb  der  bei  eleu  Gaiupeotnui  vorkommeadeD 

1: '         .  >l  Dicki^ti  der  stnUeodeu  glicht  die  Aequiva- 

viirluLDtlea  ül ,    wie  sio    b«i  der  gegebenen   I^r- 

kUraog    d«r    HpcotnüentcbeinuDgen    nngeuooimta    werden 

■SM ,    <iw    hib«»    die  McwiiiDi^en    dor  Herren  Buneen   nnd 

Koaoor  Ober  dii-  Absorption  der  chemisch  wirksamen  Strahleil 

an  Cblor  ifrzeif^t;  SAch  denselben  ist  der  H^sstinction^coefii- 

t  d««  Chlon    uut4T  einem  Drucke   Toa  760min  doppelt 

groM    al«   wenn    dos  Chlor   mit   dem   gleicben  Volumen 

Lnft  ^«iniftcbl  i>t.     Das  beisst  iuu:b  der  Definition   d<^  Lx- 

ÜoiuvoefBcionlon ,  Aa»   in  Chlorga«   von  halber  Dichte 

&  latflontät  dea  Lictites  auf  dem  doppelten  Wega  in  dem- 

^baGnwle,  nnfl),!.  gewshwicht  wird  aU  im  CblorgM  roa 

öfiKfarr  Dicht«  '). 

Ebnuo  haben  die  Herren  Itnnaen  nnd  Roscoo  bei  ihren 

photochnaiMben    Untenacbangen    aur«    neue   den    Beweis 

l|vli*finrt,  dui  in  einer  Sc-hicht  gegebener  Dicke  und  Dichte 

H£e  AliMirption  der  luteunität  des  in  die  Schicht  eintreten- 

Hien   Lichtw    proportional   i«t*).     Der   im  §  2   angeführten 

BOlsichnng  liegt  «bcr,  soweit  no  rou  der  Dicke  der  Schicht 

•bhAogig  Mt,  Dteht«  anders  ala  dieses  Gesetz  xu  Grunde. 

Dem  RcgeoüW  kann  der  Vemuch  des  nerrn  Lockyer, 

^^^cb    wvlchem    die  Aheorptionsliuien    durch    Natriunidimipf 

^pa  <l*n  Speclrnm   des  elektriscbon   Flammbogens   nicht  «r- 

^>wblKh  bmtrr  wMr.ie,    wenn  das  Licht   durch  eine  5  Fuss 

Rohr«  gegangen  war,   als  wenn  es  eine  kurze  lü^hre 


0  BcMMi  *M  Boarac  Hiotwtirni-  Uul«nmoh.  IT  Abb.  Posc«ad. 

a 

D  IWtafn  unil  Beacoe  a.  a.  0. 


178  Sitiung  der  math.-phg».  Glaste  vom  3.  Mai  1879. 

dnrcbatralilt  hatte,  keinen  Beweis  bilden,  daB§  die  Abaorp- 
tion  nicht  mit  der  Dicke  der  strablenden  Schiebt  mchat 
Der  Versacb  beweist  nichts,  als  daas  nater  den  UmstÜDd«) 
des  Veraacbs  sich  das  Absorptionsvermögen  des  Natriuoi- 
dampfes  auf  anderes  Licht  als  das  gelbe  noch  nicht  merk- 
lich machte.  Man  kann  das  nach  den  Versnchen  der  Her- 
ren Roscoe  nnd  Schuster  sowie  Lockyer  gelbst  nnr  dem 
Umstände  zuschreiben ,  dass  der  Natriumdampf  in  der  be- 
treffenden Röhre  eine  sehr  geringe  Dichte  gehabt  hat. 

Dass  die  Absorption  des  Natrinmdampfes  bei  wachsen- 
der Dichte  und  Dicke  der  Schicht  ganz  in  der  toq  dff 
Theorie  verlangten  Weise  zanimmt,  das  geht  deatlich  au 
den  Versnchen  der  Herren  Schnster  nnd  Roscoe  über  die 
Absorption  im  Kaliumdampfe  und  Natrinmdampfe  hervor. 
Dieselben  brachten  in  mit  Wasserstoff  gefüllten  GlaarShren 
zunächst  metallisches  Eatium  zum  Verdampfen,  nnd  erhiel- 
ten, als  die  Röhren  vor  den  Spalt  des  Spectralappamtes 
gebracht  waren,  ein  dnrcb  eine  bratimmte  Zahl  von  Ab- 
sorptiona  -  Banden  characterisirtes  Spectrnm.  Bei  «nem 
zweiten  Versuche  wnrde  das  Kalium  in  eine  Eisenröhr«  ge- 
bracht, welche  an  ihren  Enden  mit  Glasplatten  geschlossen 
war,  und  durch  welche  das  Licht,  nachdem  die  Röbre 
glühend  gemacht  war,  der  Länge  nach  hindurchging.  Die 
Herren  sagen  dann,  ich  citire  nach  D'Almeida  Joomal  de 
physique,  da  mir  die  Proceedings  of  ihe  rojal  Society  nicht 
zu  Gebote  stehen ,  Bd.  III,  p.  344 :  Par  suite,  sans  donte, 
de  la  plus  grande  epaissenr  et  de  la  plus  baote 
pression  de  la  vapeur  les  bandes  vues  par  la  method« 
precedente  ne  purent  pos  etre  resolnes  ä  l'aide  du  petit 
spectroscope  employe,  la  totalit^  du  rouge  etant  abaorb^e 
tandia  qii'une  large  bände  d'absorption  se  voyait  dans  le 
jaune  verdätre  occnpant  la  place  du  groupe  V. 

Ganz  ebenso  war  es  mit  der  Absorption  des  Natrinm- 
dampfes; in  den  Glasröhren  eingeschlossener  Natriomdampf 


WM»»!  UAfffiHtnt-jt  itf  BtitutfHtptetruiiu  fle. 


179 


IWrt«  dir  inp^Ummboi*!)    Baiidoii:   Aiusitöt  quo  I«  tnirtal 

atfm   ra    elmllitinu    oiH!   serie  de   WndM   apparorent   dann 

it  blni  «t  biimtöt  ftpri»  se  niontrerent  deB  butdm  ilans  le 

%t  1r  jaaoe  «Vti"»')!»!!  jniU)[i'aux  ligne'-i  0... 

Qnaoil  on  rxiiiaiuu  la  rapvar   du  Koilium  dann  du  tuh«> 

it  for  eh«ufE£  au  roag^  la  lami^re  Draraumnd  vae  it  traver'^ 

«U«  npcdr  panitt  d'on   bleu   BOnibre;  »i  l'on   ohaHü«  cette 

npnr  k  I'kuI»  d'nn  courant  d'hvdrof^eno  la  conlour  ilcvtcnl 

^  pha  cUir»  vt  \m  rayons  peureut  Ätre  snalyse«  na   spectro- 

^■■0^.   —   (fach    einer  IldscbreibuDg  der  gtwehenen  AbHor|t- 

Hboakfauidni  tüfctu  itii!  Rvmn  dann  aoeh  binzo:  „Qtiand  In 

H  Hpfur   du  «odinm  ilevient   moinn  dran  die  tranamei  plu« 

im  luniere  et  l'on  voit  des  bände«  d'ab»orplion  d4}i  ob«er- 

*<••  par  r»ulrtt  mothode. 

[>a  dieae  geringere  Dichtigkeit  des  DampfM  faervorge- 
Wrfien  wird,  nachdem  acbon  na  Tiieil  den  Dampfes  darch 
den  Wauervtikffsitrom  refjagt  ist,  so  wird  inan  »cbliesseu 
»&«*en.  dftM  der  Dnmpf  in  dnn  Eixcurohr  weniger  dicht 
WM*  als  to_dm  QWrohr  in  welchem  das  Metall  im  Sieden 
ww,  d«  nach  den  Mirbiichern  der  Chemie  das  Natrium  xom 
ÜMtillitw  tobwoch«  Rotht'lfihbitze  rerlnn^;!.  Dann  wtlrdp 
»  dit—r  Veraanb  direkt  die  erforderliche  Aeqiiiraleux  von 
^■Kekc  aod  Diebt«  bewei«en. 

^^         EVuso  wenig  beweist  der  Versacb  des  Herrn  Lockyer  mit 

tnpf  gegfn  die  mit  der  Dicke  der  Schicht  zuuebiuende 

klMMpliiin,  nin  er  bei  «inr-r  5'.i  Fii«9  dicken  Schicht  nichts 

»n    d4a    Bauden    conti  nnirlieber    Absorption    sab,    aU    die 

«ine  Temperatur  tou  53"  P  oder  10.Ü*C  hatte.    Wir 

swar    nicht    die   BpauniingKCurve    de.i   Joddsmpfes, 

tat  aber  bei   lO^C  die  Spannung  und  damit  die  Dichte 

*^dM   Daatpfit«  mininial.     Um  den  EioSan»  der  Dicke  der  ab- 

•arhirtwleo  Schicht  h«im  Joddampf  ta  erkenneu,  bedarf  ■'« 

Av   der    Anwendung   eiasi    mit  einem    Ual»e    venebeneu 

^kBtllo&f.    Krbitzt  Ulan  dcuKi'lbcn  mügliclüH  gleich miiasig  mit 

^'^«b   RDtMi   grhalteiiem    Halse,    so  dass    in  deutRclbrn   der 

18« 


ISO  Sittamg  dir  math.fkg*.  Ctiut  Mun  3.  itai  IS?S. 

Dampf  Dtclior  niehi  laintlur  dicht  »t,  aIm  im  Ballon,  an  teigt 
der  Uals  dieaulbeo  Ab»orptioiiiierschdnnii)fen,  wolche  der 
Ballon  bei  geriugerer  Dicht«  ceigt.  Bei  gerioger  Dampftiicbt« 
trttUrii  xunÜctiKt  mir  viiiige  I<iiil«ii  im  K'''^"  ^°'>  vermehrt  man 
di«  Dicht«  <l«s  D»uipf(.-a,  fo  w<-Tik-u  die  Linien  im  gn1n  dunkler 
und  breiter  und  gleichseitig  zeigen  sich  Absorptiansstri>ifat 
tu  i^lb.  Hat  ntan  nun  <Iimii  Diimpr  im  Hniton  eine 
vtlclic  Dicht«  grgrben,  diu»  bei  di^m  Vorhalten  drsselbun  for 
den  Hpalt  i^ben  die  Linien  im  gelb  erscheinen,  so  erhält  man 
bei  Vorhalten  des  Habe«  unr  diu  Linien  im  ffräa,  wie  sie 
bei  t;cr>n{;criT  Dichte  im  Ballon  sich  lu-igten.  Man  kann 
so  gerade  mit  dem  Joddampf  in  aehr  hnb»cber  Weise  er- 
kennen, daas  kleinere  Dicken  dichtem  Dampfes  gerade  ta 
absorbiren  wie  grÖSKüre  Dicken   weniger  dichbeo  Dampfe«. 

§5. 

Dasa  man  auch  bei  iler  KinniiKHion  de«  r.iobtes  von 
gifihendem  Joddampf  diesen  meiuer  Aiiffassnng  der  Spocinil- 
erscheinnngen  za  Grande  liegenden  Eintlnss  der  Dichte  fler 
leacbtenden  Hcbicht  erkennen  kann,  habe  ich  bereits  vor 
It!  Jahren  gezeigt,  als  ich  in  dem  Lichte,  welches  der  in 
einer  WosserstoSflamme  glühende  Joddampf  beobachtet«.  In 
Bezag  auf  dieaeti  Spectrum  IieisMt  es  Poggend  Ann.  Bd.  CXK 
p.  IÖ4: 

„Sorgt    man    sud  dafQr,   daas   der  belUte   Theil 
Flamme  ror  der  Spalt«  de«  Spectrahipparates  sich  befindet^ 
80   genQgt   ein    Blick    in    dax  Penirphr    desaelhon    am 
Sberraschend«  Aehnlichkeil  in  dem  Cbaracter  dea  Fla 
apectrnma  und  desjenigen  de»   durch  Joddampf  hiudnrcl: 
gnugeiieu  TngeKliclitn  ta  erionncu.    Etwa  von  der  der  Kmnti'l 
bofer 'stehen  Linie  C  enIsprecbenJai  Stelle  an  erncheint  da 
Flftmmenspectrom  ebenso  wie  das  AhaorptionMipeetrum  au 
abwechselnden  hellen    und  dunklen   Strvifen    i^tabgitter 
nrammcngesetitt,  am  deutlichsten  bis  zum  beginnenden  grün 
Da«  grOn  erschien  viel  continuirlichür,  die  dunklen  Streife 


WiUner:  Ueberfährung  des  Bandensvectrums  efe.  181 

io  demselben  yraren  kaum  zu  erkertneu.  Viel  deutlicher 
leigen.sicfa  die  letztem,  wenn  die  Flamme  bei 
geriogerm  Jodgebalte  licfatBch wacher  war  und 
vie  erwähnt  in  grünlichem  Lichte  leuchtete. 
Die  Üebereinstimmung  im  Character  auch  dieses  Theiles  der 
beiden  Spectra  trat  dann  deutlich  hervor." 

Gerade  also  wie  die  Absorption  mit  wachsender  Dichte 
nnd  Dicke  der  Schicht  zunimmt,  so  auch  die  Emission ;  wie 
bei  dem  Durchstrahlen  einer  dfinnen  oder  nur  wenig  Jod- 
dampf etttbaltendeD  Schicht  sich  zunächst  im  grün  dunkle 
Streifen  zeigen,  die  dann  bei  wachsender  Dichte  oder  Dicke 
einer  continuirlichen  Verdunklung  Platz  machen,  so  sieht 
man  in  dem  Licht  der  JodÖamme,  die  wenig  Jod  enthält, 
b  grOn  belle  und  dunkle  Streifen,  welche  einem  continuir- 
ücben  Liebt«  weichen,  wenn  der  Dampf  in  der  Flamme  eine 
giräsere  Dichte  hat. 

S.  6. 

Das  Bandenspectmm  des  StickstoSs  zeigt,  dass  der  Stick- 
stoff in  den  Temperataren,  die  wir  durch  die  elektrische 
Entladang  erhalten,  ein  ebenso  aasgedebntes  Absorptions- 
Tcrmdgen  besitzt  wie  der  Joddampf  in  niedrigen  Tempera- 
toren,  denn  das  Bandenspectrum  des  Stickstoffs  hat,  wenn 
auch  im  einzelnen  sehr  verschieden,  doch  im  wesentlichen 
doiselben  Charakter  wie  das  des  Joddampfes,  Der  Stick- 
stoff musfl  deshalb  vor  allen  übrigen  Gasen  sehr  geeignet 
Kia  darch  Untersuchung  des  von  ihm  ausgesandten  Lichtes 
die  Abhängigkeit  der  Spectralerscheinungen  von  der  Dicht« 
und  Dicke  der  strahlenden  Schicht  des  Gases  zu  zeigen,  also 
da  Beweis  zu  liefern,  dasa  es  kein  constantea  Spectrnm  des 
StJckstoffs  gibt ,  dass  es  vielmehr  ein  bestimmtes  Spectrum 
anr  gibt  bei  bestimmter  Dichte  und  Temperatur  des  Gases. 

Schon  in  meiner  ersten  Mittheilung  Qber  das  Stickstoff- 
ipertrom,  ehe  ich  noch   die  Bedentnng  der  Dichtigkeit  der 


182 


SiUimg  irr  iiutlh.-pk!tf.  Claue  vom  A  Itiä  t870. 


leuehtenden  Schiebt  tOr  da»  atis^esanilts  Licht  rrknunte,  habe 
icli  Po^^nd.  Aufl.  Bd.  CXXXV  p.  52ß  erwähnt,  daaa  wenn 
mim  den  Drnck  jtn  Idootd  ein«r  StickstolTF&hrv  xo  kleia 
macht,  das»  er  nicht  in^hr  roeasbar  iri,  die  Helligkeit  des 
SticVstoffitpectrums  ({sringer  wird,  nnd  zwar  derart,  daw  di« 
dunklora  Partie^n  suerat  erlöschen  und  ttchlioMlieh  nur  di« 
liellsten  Thmle  Uhrig  bleib«qi.  Ich  habe  damals  fchaa  hin- 
xugcfligt,  tloM  das  SpMtmm  iich  dadurch  iu  s>>iiieQi  Cha- 
rakter demjen^en  eines  Spctnims  sncit«r  Ordnung,  wiß 
PlDcknr  die  Unienspectra  nannte,  nähere,  ohne  daas  es  jedoeb 
iu  da»  StickglijßKpectnim  '/weiter  Ordnung  dbergehe,  da  keine 
neue  nnd  hi-lle  Linivu  «aflreten.  Ich  halio  indcxti  damah 
den  Verlanf  der  Erscheinungen  nach  dieser  Richtung  hin 
nicht  genaoer  verfolgt,  insbesondere  nicht  nntersnoht,  ob 
in  der  That  die  hdlon  Theile,  «reiche  (Ihrig  bleiben,  genau 
den  Hnzimis  des  ansgebitdeten  BandenKpectnuns  entsprechen 
weil  hei  den  mir  xn  Gebote  stehenden  Mitteln  dfts  Spectnim 
in  diesen  Drucken  zu  Mea«nngeii  ;cn  lichtxehwncb  war.  Ich 
babc  de^ittbaib  jetzt  in  dem  ^inne  eine  in's  Einzelne  gebende 
Untersncbnng  dee  tou  dem  Stickstoff  anngeitandten  Liebte« 
Torgenommen,  indem  ich  auDsor  «tXrkeren  InductionntrOmen 
«in  einfuch«!!  Miltnl  aiiwandt<%  um  auch  bei  den  geringsten 
von  mir  bonnlzten  tiasdrncken  das  Spectmm  zn  Meissungen 
binreichend  hell  zd  machen.  Da  die  Temperatur  de*  ÜmMR, 
weldie  der  Induotiousstrom  erzeugt,  mit  abnehmendem  Quer- 
schnitt des  Kobres  «teigt,  so  wandte  ich  SpectrsIrBbren  mit 
sehr  engem  Querschnitt  an,  etwa  0,2  mm  norchm('w*r. 
Zu  enge  darf  mau  inde»teii  die  KjJbren  nicht  wählen,  da 
donu  der  Strom  heim  tlindurchtreten  mfort  die  capilUre 
Rohre  zertrümmert,  wie  es  bei  mehreren  solcbe-r  Ri^hrttn 
eintrat,  welche  so  enge  genommen  warrn,  wie  sie  sieb  dbcr*] 
baupt  Tor  der  (thublä»erlampe  durstellen  Utasen.  Der  ge-l 
ringe  QaerFchnitt  mnsste  nach  meiner  AnffanHung  den  Ver- 
luif  der  lürscheinnagen  anoh  tutersfQtWD,  indem  dann  schon 


< 


WMm*:  UHurfiAniug  ifae  BandeHtpertmmv  He. 


133 


Im  grÖMt-rgr  Dichte   die  Grscheitinngen   eintreten    mDi»t«n, 

(reiche    bei  gröAMKoi  Qoerschnitte,    Toranagetißtxt,   dtus  die 

Temperatur  dort  hinrvicbend  iat.  «rat  bri  t^rin^^erer  Dicht« 

aatrrten.    Onra  In-i  xti  groMem  Quentchnitt  die  Krüclieinuni^i'n 

flch   nicht    in   tler   gleicheu    VVei»  «ntwickeiu,    wrrdr;    k^h 

i^ter  ktrigon.     l)i«  ttQ|{i]wuiclt«a  Spe«tni1rühreo   hatten  im 

Debriften  die  gewSholich  von  mir  benutzte  Purm,  icdese  lies« 

idi   d«m  cnpilUren  Thail    nur   eine  Länge   Ton   etwa  2  cm 

gtlMti.     Dio   mit  Hahnen   verwheneii  Hr>hren  wurden  diina 

io  der  firflber  von  mir  beschricbfni^D  W«iae  mit  der  Geissler'- 

^ttien  Qnpckailljerluftpumpe  Terbnnden,  und  um  sie  mit  jt&nz 

IY1D.D1   Sii.kstyfT  zu   flilleu,    gauj.  iu   der  W«»e  verfahrrn, 

wie  ich  M  Poggeod.  Aon.  Bd.  CXLIX  p.  105  imgvgebeu  habe. 

;Dtt  dnrch  Verbrenuen  ron  Phosphor  uuter  einer  Glocki»  er- 

I  VoUnM  Stickstoff  ward*-  durch  eine  etwa  3  Stundou  in  Gluth 

•rktlleoe  Eisendnihtspirale  vollständig  tod  Sauerstoff  befreit. 

Da  mit  stmehmender  Dichte  des  G&see,   von  einer  ge- 

V^rdSnoung  ab,  der  Widerstand  in  der  lt$bre  steigt. 

*i  «ielist   mit    derselheu   aneh   die  Tempemtur.      Ist    die 

IWpcraturBteigerung    hinreichend ,    so    moss   der    Verbuch 

Utk  aW  du  einzige  hyi>olh«tii>cIic  in  meiner  Aufras:«uug 

teSfactTBlerechetnangon  vntwheidei},  durüber  nämlicb,  ob 

nn  tteiiteniter  Temperatnr  das  Äbaorptionsvermögen  fiir  die 

TmcUdeoen   Lichti4r4«a    in  gleicher  Weite   wävhtt    oder 

■eil    [et   das   erstere   der  Fall,  so   mOsaen    die   relativen 

Iktiiui  der  Licbtatärke,  die  daa  toII  ansgebildete  Banden-  , 

*P"tram  xeigl,   Mcl«  dieselben  bleiben,   die   bei   geriageter 

I^eUi  abrig    bleibenden    Ke«t«    müssen   den    Maximis   des 

Bodoipectruina  entsprechen.     Ist  das  letztere  der  Fall,  so 

^DCD  im  Baadeiupectram  dunklere  P»rtie«n  bei  abueb- 

■nltr  Dicht«  die  hellere  werden,  nud  das  bei  der  stärkaten 

■'■MtBung   ooeh  Bleibende  kann   an  ganx  andern  Stellen 

'*fBi  alt  die  Maxim«  des  Bundenspcctnims. 

Ek  kam  deaahalb  anf  eine  möglichst  genaue  Bestimmung 


164 


Sittmg  <l"'  malK-ft)ft.  Ougse  tarn  3.  Mai  t8T9 


I 


aller   relativen   Maxiraa   im   BanilenBpecirutn   an.     Zn 
ZwecVc   hat«!   ich   xwbJ  T<>rschiedene  Prismcu  zu  den  Bfob- 
aditungen  benntxt,  Üw*  erste  war  das  »clion  rrfllivr  von  mir 
angewandte    Merz'sche    Prisma    von    schwL-rera    nintgUse, 
cl<:«mQ  brectiend«r  Winkel  60"  3'  30"  ist.     Mit  dein^olbcn 
wurde  stets  die  MinimaUblenkong  dfr   gemessenen  Stellen 
im  Spectnim  bestimmt,  um  aas  diesen  die  Brechnngsexpc 
npntcn    und  WellrnläDRun   der   gem«s»enon  Stellen    «ii    Ite- 
rechnen.      Das   aweite  Prisma   vror   ein  Schroder'sobe«   zum     , 
Direktsehen    von    einer    BUsgezeichuet    starken    DisperstOD.'fl 
Die  Alte  diese»  Prisma.*  wurde  der  Axe  d«  CoUimal'irrolirs 
parallel  ein-  fdr  atlemal  fest  gelegt.     Wegen  der  ausgezeich- 
neten Uisperciion  konnte  man  mit  demselben  die  schwächere 
Maxim»   und   ilbej-haiipt  Kintelheiten   in   dem  ^peotnim  er>^| 
kennen,  welche  mit  dem  einfachen  Prisma  gar  nicht  aU  ge-™ 
sondert  wahrgenommen  werden  konnten.     Um  <lie  mit  dflto 
zweiten   Priitm«  geraftchten    Measongen  anf  Stinimalnblenk-, 
Qngen  des  Merz'sehi^D  xu  redociren,   wurden  G  im  Kiinken- 
speotmm  des  SticlistoSs  und  zwar  gerade  in  dem  Theilv  de^ 
Spectrums,  auf  den  e«  hier  rorzugsweiao  ankommt,  lichtende 
Linien  mit  größter  Genauigkeit  in  Iwideu  Pnnmen  bestimmt. 
Es  ergab  sich   dann   zur  Reduction  8er  im  .SchrOder'sohea 
Prisma  bestimmten  Linien   auf  das  Mers'sehe  eine  xJemlich 
einfache  Interputuliontformel,  welche  bis  ftuF  wenige  Sekun 
den  die  in   beiden  gemachten  Ablesongen   übereinstimmen 
liew.     Die  Kaduktionsformel   hier  anzugeben,    fast    kein  In 
tcrcM«,    ich   stelle   nur   die   beobachteten   und   berechneten 
Werthe  der  ß  gemessenen  Iiiuien  hier  zanunmen.     Die 
der  Linien  war  im  Pri»ma  von 


SchriSder 

4»  55*  27" 

5»  61'  43" 

8«  88'  55" 

10*  23'  45" 


Her«  beob. 
GS«  0'  22" 
63«  17'  48" 
64»  8'  24" 
64»  38'  48" 


Ment  berechn. 
63*  0'  22" 
03«  17'  5ß" 
ß4»  R'  23" 
64"  38'  4ft" 


WnJliter:  UrberfiAning  des  Bnmiempedrnmfi  etc.         185 

Schröder  Merz  beob.  Mem  berecbn. 

12*  43'  30"  65"  18'  24"  65"   18'     *" 

15"  14'     5"  65'  58'  40"  65"  58'  37' 

In   einem   Falle    ist   allerdinga    zwiBcheu   Beobachtung 
unii  Rechnung  ein  Unterschied  von  20' ;  6nrch  eine  andere 
Interpolationsformel    hätte   man  diesen  Unterschied   kleiner 
machen  können,  indess  nnr  auf  Kosten  der  so  Tortrefflichen 
C ebereinst immnng  der  andern  Werthe      Da  nun  gerade  an 
der  Stelle  des  Spectrums  keine  Details  zo  bestimmen  waren, 
welche   nicht  direkt   mit   dem    Prisma   von  Merz   gemessen 
werden  konnten,  habe  ich  die  obige  Interpolation  angewandt. 

§■  7. 
Zor  Berechnung  der  Wellenlängen  diente  die  Chri- 
rtoffel'sche  Dispersionformel,  deren  Constanten  aus  den 
^bangsexponenten  und  Wellenlängen  der  Linien  H«,  H^,  Hj. 
«i  Wasserstofflinienspectrnms  berechnet  wurden.  Die  Bre- 
clini^^Kxponenten  dieser  drei  Linien  sind  bei  18"  C. 

K=  1,745544        "ß  =  1,773720        \=  1,791600 

Diese  Werthe  sind  etwas  kleiner  als  die  früher  von 
mir  angegebenen,  welche  ich  im  Sommer  1871  bestimmt 
latte,')  entsprechend  der  Beobachtung  des  Herrn  Ti^ean, 
^»  bei  Flintglas  die  BrechungseApouenteu  mit  steigender 
Temperatur  zunehmen. 

Als  Wellenlängen  dieser  drei  WasserstolTlinien  wurden 
eingesetzt 

K  =  656,7  ^-ß  =  486,2  ^j.  =  434,3 

Bei  der  Berechnung  der  Dispersionsgleiehung  ergab 
Bdi,  doss  das  ganze  Spectrnm   sieh  nicht  durch  eine  Glei- 

1)  Pog^end.  Ann.  Bl.  CSLIV.  p.  ASh.     Der  ErechnniigBeiiioiient 
■^  itt  u  der  Stcllo  falsch  angegeben.    Ans  Ücr  richtig  fto^egebenen 
(        JiiiiMÜblenkimg  67°  24'  30"  folgt  nicht   der  dort  gegebene  Werth 
{       ^=  1,79268,  Bondern  der  Wcrih  n     -z=  l,7!HM8. 


186 


SiUrni^  ittr  nmtk.-plis*.  lüatie  am  S.  Mai  tSTO. 


ehnng  darsttcllnn  lästt;  beroefanet«  mmo  die  GoiisUuit«D  n« 
and  l„  der  ChristoEfel'Miben  Glcicliniig  »na  a  und  y,  Ki 
ward«  dor  berechnet«  Wertfa  Xg  tun   etwa   2  Eiobett«D   su 

grnwt.  E«  worden  deH«hulb  zwei  OU-ic-haii^n  berechnet, 
eine  fdr  die  Strecke  a—ß^  eine  »weife  für  die  Strecke  fi—/. 
FUr  ilic  erster«  w«reD  die  Coiintanten 

log  n5  =  0,7696856  log  ij  =  4,768fi04t 

fBr  die  zweit« 

log  al  =  0.7689046  log  ii  =  4,7686779. 

Hit  den  Coiislanten  der  ersten  Gleichung  ergeben  sich 
die  Wellenlängen  der  beiden  Xatriumlinicn  aaii  den  Ablenk- 
ungen 

D,  .  .  .  62"  37'  00"  in  590,3  , 

D(  .  .  .  62»  37'  30"    „    589,8  flH 

Die  Werihe  liegen  «wischen  den  von  den  tTemn  DiP 
»clieiner  und  van  der  Willigen  beotimmten,  ein  Bewein,  dafs 
die  angewnnJu-n  DUperstonsgleicbungen  die  Wellenl&nges 
innerhalb  der  ünwcherheitsgrenJten ,  welche  die  MeeRungen 
der  Wellenifingen  übprliaupt  haben,  etwa  5  Einheiten  der 
Dcvimalabella,  roUständig  diuittellen. 

5-  8. 
D&a  Resultat  der  Beobachtungen  entspricht  gennu  der 
vorhin  dargel«^en  Auf&asnug  der  HpectnlerschfiDTingen ; 
«»  gibt  in  d("r  That  kein  bestimmtes  Stick«tofrA]i(v.lrum, 
sobald  man  bei  hinreichend  d&nnen  Schichten  die  Dichtig- 
keit dee  GaMe  Doterhalb  eine  gewiau  Creme  brii^  Daa 
Bnodmispectrnmgeht  ganx  Mhrtttweife  in  ein  Linienspectrnnt 
Ober,  welches  indess  nicht  da«  LinienH)>u<!triini  des  PunkenH 
iit.  Bondem  mit  demnelWn  nur  ein«  gewum  Antaht  Linien 
gemein  hitt.  R^^i  ilte«eni  Uebergange  kann  man  dann  gleieh- 
sdtig,  an  mehreren  Stellen  in  hewodero  anflbllender  Weise 
die  mit  «teigender  Temperatur  allmäblig  eintretende  Ter- 
Rchicbnng    der    Muxima    der    Helligkeit   verfolgwi,    weleh« 


WaUner:  Ueberfahrutiff  des  Bandenspeetram«  etc.         187 

bewirkt,   dass  in  diesem  Linienspectrum  die  Linien  keines- 
mp  IQ  der  Stelle  der  Helligkeitsmaximti  im  BaDdenspectriim 

ütgeo.  ' 

Ich  gebe  desshalb  znaächBt  eine  genaue  Beschreibnng 
da  ToUständig  ansgebildeten  Bandenspectrums,  wie  es  etwa 
dem  Dnicke  ron  5 — 10  mm  entspricht,  in  demjenigen  Theile, 
ia  welchem  sich  die  Variabilität  des  Spectrama  am  anf- 
iillendaten  zeigt,  im  grün  und  blan.  Das  Bandenspectram, 
dei  Stieksto^  b^nnt  bekanntlich  in  der  Nähe  der  Frann- 
hoter'Khen  Linie  C  and  besteht  dann  bis  etwa  znr  Wellen- 
lügt  576  ans  einer  Anzahl  gleichartig  scfaattirter  Felder. 
Dieser  Theil  ist  dann  dnrch  eine  ziemlich  dunkle  bis  etwa 
tn  Wellenlänge  562  reichende  Partie  von  den  helleni  grOnen 
Fddern  getrennt.  Schon  Plncker  und  Hittorf  haben  darauf 
nfinerksam  gemacht,  dass  b^  hinreichend  rermindertem 
Dnde  die  rothen  tind  gelben  Partieen  des  Spectrnms  voU- 
•tiadig  Terschwinilen ;  anch  ich  habe  das  stets  so  gefunden. 
Bei  lehr  geringer  Dichte  wird  die  rothe  nnd  gelbe  Partie 
1^  donkel  ond  bei  der  Grenze,  bei  welcher  im  grün  und 
Uu  die  nachher  zu  erwähnenden  Linien  Übrig  bleiben,  ist 
•Dei  roth  nnd  gelb  verschwunden.  Eben  deshalb  habe  ich 
ueh  diese  Partie  nicht  im  Einzelnen  untersucht ,  da  sie  . 
ketoe  Entscheidung  darOber  geben  kann,  ob  die  bei  stets 
■Whmender  Dichte  übrig  bleibenden  Beste  des  Banden- 
^«tnmu  die  Maxima  desselben  sind. 

Die  enrähote  schwachhelle  Partie,  welche  das  rothe 
od  plbe  von  dem  hellem  grQn  trennt,  beginnt  etwa  bei 
d>  Wdlenläage  575  und  reicht  bis  zur  Wellenlänge  562; 
*  Inelben  sind  schwache  Schattirnngen  zu  sehen  und  von 
'■■H  nm  achwachhelle  Linien,  vielleicht  Beginne  von  Fel- 
'■■i  n  memen,  welche  den  Wellenlängen  571,7  und  566,9 


ß^!" 

X' 

:»■' 

r,r>I,4 

GA" 

i:i' 

20" 

f.57,-'. 

fin» 

M' 

00 

550,» 

e;!" 

IH' 

4r,' 

r>.',3,0 

G^V 

lif 

■22' 

5.V2..i 

G:r 

■JO' 

12- 

f.M,'.l 

1Sf>  Siliiinff  der  malh.-pk^g.  Clame  rom  3.  Mai  1979, 

Es  beffiDDt  Atam  bei  der 
AbleDknng    Weltentänge         Nähere  Bescbre ibmig. 
6:1°      7'    :!.'>"        MSl,t)       Das  hellere  ans  gtreiliKen  Feldern  nnd  Outne- 

Urunfcen  bestehende  Spectrom.    Du  ervtc 
helle  Feld  hat  an  der  SteUe 
ein  achwaehee  Alailmam 
Beßinn  des  iweiten  etwa^iS  Min.  breiten  Feld« 
zweites  Bcbwachea  H&iimnm  dea  Feldea 
Das  dritte  h:?lle  Feld  beginnt  bei 
mit  einen)  Hatimnm.  Anfdieaem  Felde  iit bei 
ein  meites  und  bei 

ein    drittes    Haiimom.      Mit    abDebmender 
Helligkeit  reicht  dieses  Feld  bis 
fi-f    S4'    10"       54!^,S       wo  mit  einem  ersten  Maiimnm  du  folgende 

Feld  beginnt.    Das  i weite  Maxi moin  dkw 
FelJes 
li:!°    -J.V    00         ■''48,;t       ist  wohl  etwas  heller  ala  das  erste  Uaiimmn. 
li^C    -ZW    ^iW        r>4T,6       liegt  das  dritte  sebwäcbere  Haiiranm. 

Es  folgen  dann  drei  onter  sich  faat  gom 
gleiche  Felder,  wieder  jede«  mit  drei  Ma- 
limifl,  anf  denen  die  Maiima  etwaa  rtüker 
hervoitreten .  weil  die  Felder  nntnittelbaT 
vor  den  Maiimis,  das  heisst  an  der  weniger 
brechbaren  Seite,  Terdnnkelt  erseheinen. 
Die  Lage  dieser  Felder  mit  ihren  Maximii  ist 
Krstes    | 

zweites  |Maiiinuni.  « 

drittes  | 
Erstes   1 

zweites  j  JIniimnm. 
drittes   I 

Erstes  1 

zweites  >Maiimam. 

drittes  ) 

Es  beginnt    dann    mit    einer   hellen  Linie, 

welche  bei 
O:^    \.\-      (\~       :,:{4,:i       liegt,  ein  wenig  helles  Feld,  anf  dem  keine 

Stliattiriingen  in  erkennen  sind ;  dasMlbe 

reicht  bis 


firi" 

■IV 

:,y.- 

:.)4.". 

(i:i" 

;[i.i' 

■*o" 

.-4-1,1 

(;:;• 

:!''' 

11" 

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fi;i« 

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Oi>' 

r.4l.;( 

R;?» 

;!.-.' 

12" 

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fi:'." 

Ol 

ni* 

r.:i<>,i 

60" 

-■'.'.l' 

IK' 

.--.MT.ß 

fiiio 

40' 

'1 

:.;-i7,i 

e;;" 

41' 

40- 

,-,:«,!» 

WMner:   Ueberführung  des  Bimdenxpfdrum»  etc.  189 

iblnknng     Welleoläiigo         Nähere  B««chreibung. 
C:^  46*  M'       ')'il,'i        wo  mit  eioer  hellen  LiDi<>  Jas  folgende  eben- 

FallB  wenig  helle  und  sehwaeb  scbsttirt« 

Feld  begannt,    das  an  eeincr  brechbarem 

Seite  bei 
t>?  iä'  40*        -'<27,«       ilorch   eine  »charfB  Linie  begrentt  iat.    Eb 

folgt    wieder    ein    schwach    hellfes    Feld, 

welches  bei 
6^f  iä*  00         5'J4,ti       doTch    eine   belle  Linie    begrenzt    ist.    Auf 

dem  mit  dieser  Linie  beginnenden  Felde 

nind  wieder  bei 

1  schwache  Maiima  zn  erkennen. 

Die    mnächst    folgenden   Felder    erscheinea 

wieder  dieitheilig,  es  sind 
Erstes 


SC  S8'  57- 

r>'24,;J 

M    00    54* 

5-22,9 

«•     ?  47' 

521,7' 

«'    *  33- 

-■■121 .3 

M«     5'  30' 

520.0 

64*    T  34" 

518,7 

«•    g'  18- 

518,1 

«f  W  17- 

517,0 

«•  1?    18' 

515,8 

«•   1?  58- 

.»15.3 

»'  14'  M- 

i>14,l 

Irrstes  -t 
Eweites  I  Uaiimmn. 
drittes    I 


drittes 

Erstes 

zweites,  heller  als  das  eiste  )  Maiimniii. 

drittes 

Erstes 


1      Erstes    \ 

i     zweites  t  Haiimnro. 

'      drittes  ' 


W   16'  ^5- 

r>l:t,0 

M*   1?'  ;)0" 

r.  1-2.0 

M°  iV   2fi 

510,2 

■^4»  ü'  20' 

riO«,0 

drittes 

Die  beiden  folt'endca  Felder  sind  lieht- 
scbwücher,  sie  erscheinen  aach  dreitbeilig, 
es  lassen  sich  aber  nicht  alle  Maiima  ein- 
stellen.     Auf  dem  ersten  ist 

Erstes 

zweites  MAimnm.  und  anf  dem  zweiten 

Erstes 

drittes  Maiimani, 

Von  (lein  Beginne  des  folgenden  hellen  Feldes 
erhält  das  Spectrnni  das  für  den  StickstntT 
so  charaliteriati>'ebe  Aussehen  der  cunne- 
lirten  Banden.  Dieselben  beginnen  an  der 
weniger  bcechhari'n  Seite  mit  breiter  iieller 
Linie  unl  bcstehon  dann,  wie I'lilckcr  nnd 
Hittorf  schon  angaben ,  und  wie  man  bei 
starker  Dispersion  crlfennt  ans  einer  grosseu 


190  Sätung  der  math.-phy8.  Clatse  vom  3.  Mai  1870. 

AUenkong    WelleoliD^         Kihere  BeBchreibiing. 

Zabl  feiaer  heller  Linien,  welche  im  tiü- 
gemeine!)  ui  der  weniger  brechbaren  Seite 
der  Felder  beller  lind  und  niher  iniftinmen 
liegeo,  und  dknn  veiteranBeinftnderrDckan 
je  mehr  mui  eich  der  brecbb&rereD  Seite 
■  dea    betreffenden  Feldes    n&bert.     Gerade 

diete  eigentfa  um  liebe  Tertheilnng  der  Linien 
beoirlit  die  acböoe  Schattinmg dieser  Felder. 
Die  ente  dieier  Cunelirnngen  beginnt  bei 

64"    27'      0'        507,1        "^^  breit«r  heller  Linie,  nnd  hkt  eine  Breite 

TonetWftl6'.    Mfdenelben  findet  sieb  bei 

64°    33'    15'       503,8       ein  Uaiimnm,  welche«  du  Feld  in  iwei  tut- 

gleicbe  Theile  theüt.  Die  letiten  4  IG' 
nnten  dea  Feldes  sind  wenig  bell.  Dia 
folgende  CumeliniDg  . 

64°    43'    ^"       497,7       beginnt  mit  sehr  beller  breiter  Linie;  dieselbe 

ist  liemlich  gleicbmiMig  belencfatet  bis 
n  einer 

64"    46'    28*       496,3       entsprechenden  TOr  den  Übrigen  an  Helligkeit 

herTorragenden  Linien.  In  dem  weniger 
hellen  lieile  iit  dann  noch  rine  bei 

64''    52'    55*       492,9       liegende  hellere  Liuie. 

Die  folgende  Csnnelimng  beginnt  dann  bei 

64**    54     32         492,1        wieder  mit  breiter  heller  Linie,  sie  h«t  eine 

Breite  von  21',  nnd  i)t  gleicfamässig  ab- 
nehmend beknchtet ,  ohne  dasa  anf  der- 
selben Maiima  Ton  Helligkeit  tu  sehen  sind. 
Ancb  die  folgende 

Gb"    15'    48*       481,8       begiAiende  Cannelirnng  ist  tiemlich  gleich- 

massig  nach  der  brechbaren  Seite  abneh- 
mend belenchtet,  teigt  indeea  an  iwei  Stellen 
etwa  r  breite  dunkle  Streifen,  entsprechend 
den  Wellenlängen  480  nnd  477,5.  Es  be- 
ginnt bei 

65*    36'    20'       47'2,5       die  folgende  Cannelirnng,  welche  ebenfalb 

liemlich  gleichmäisig  abnehmend  belenehtet 
ist,  nnd  nnr  bei 

65"    39'    15"       471,2       eine  ichnach  helle  Linie  leigt. 


65*  H'    37* 

464.9 

«P  iV    53' 

463,5 

«•     y     6* 

461,4 

mUbwr:  UeberfÜhrung  dt»  Bandenapectrxma  etc.         191 

Ableokniig     Wellenlänge         Nähere  Bescbreibnnir. 

El  folgt  ein  mit  breiter  bellei  Linie  bei 
ti*  40*  43*  466,8  beginnendea  eehmales  helles  Feld,  deBeen  Be- 
leaehtuDg  gegen  das  Ende  hin  sehr  ichwich 
wird,  «0  dass  es  noroittelbar  vor  der  fol- 
genden Cumelirnng  fut  gani  dunkel  ei^ 
geheint.  Dieletzterebeginotmit  einer  etwa 
1'  brelteo  hellen  Linie,  deren  linker  weniger 
hrech  barer  Band  bei 
«S*  SS"  41-  465,2  liegt.  Der  rechte  Band,  welcher  am  helliten 
ist  und  Bcharf  herrortritt,  liegt  bei 

Anf  der  Streifnog  der  Cannelirasg  sind  bei 

nnd 

■cbwach  berrortretendeLinieti,  neben  denen, 
an  der  brechbareren  Seite  du  Feld  ichmale 
dnoklere  Streifen  leigt.    Aaf  diesem  Felde 
ist  weiter  bei 
f   16*       460,1       eine  schwach  helle  rerwaacbene  Linie. 

Die  Mgenie  Cannelining  beginnt  dann  wieder 
mit  breiter  betler  Linie,  deren  Mitte  bei 

liegt    Anf  derselben  sind  bei 

nnd 

nnd 

achwach  helle  Linien  resp.  Helligkeitamaiima. 

Die  ttalgeDdeCannelimng  beginnt  dann  wieder 
bei 
tt*  3f  20'  449,2  mit  einer  breiten  hellen  Linie,  and  ao  aetat 
aicb  das  Spectram  in  einer  Anzahl  Canne- 
lirangen  noch  eine  Strecke  fort,  welche  ich 
in  ihren  Einielnbeiten  nicht  weiter  ver- 
folgt habe,  da  sie  bei  abnehmender  Gas- 
dicht« im  wesentlichen  nnr  lichtach  wacher 
Dnd  schmaler  werden. 

§.   9. 

um  den  Verlauf  der  Erscheiaungen  bei  abnehmender 
™iÜchte  hervortreten  za  lassen ,  möge  zauächst  eine  Be- 
•elittibong  der  alliDäbligen  Aendeningeu  an  zwei  Stellen 
^  Spectrams  g^eben  werden,  nämlicb  der  ersten  eigent- 


H>  ly 

46* 

457,3 

«•  24' 

30* 

453,4 

«•  2»' 

0" 

451,8 

««•  33- 

30* 

450,2 

192  SiUuni/  ihr  nialh.-jAys.  (Üasne  vom  3.  Mfii  1879. 

liehen  CauneliruDg  im  grüQeu,  weicher  in  dem  Fanken- 
spectruDi  des  Stickstoffs  die  voii  Pliieker  und  Hittorf  als 
Gruppe  IV  bezeichnete  Liniengriippe  entspricht,  und  der 
blauen  Caaiielirung,  welche  dort  liegt,  wo  imI<^lnkeaspectrnm 
die  Plücker-Hittorfsche  Gruppe  V  auftritt.  Wegen  der 
Heiclihaltigkeit  dieser  Gruppe  und  der  hervorragenden  Hellig- 
keit oiuzelner  Linien  derselben  liess  sich  hier  die  grSsste 
V'iirial>ilitilt  des  Spectrnms  erwarten.  Ich  habe  den  Verlauf 
giTiiile  !in  diesen  Stellen  mehrfach  sowohl  mit  trockener  Lnft 
als  mit  ganz  reinem  Stickstoff  beobachtet,  er  ist  in  beiden 
Füllen  der.eIlM>,  die  Messung  der  von  der  Oannelirung  Obrig 
bleibenden  Linien  bezieht  sich  auf  reinen  Stickstoff. 

Die  betroffende  grüne  Canneliraug  int  die  bei  04°  27' 
beginnende,  welche  nach  der  im  vorigen  Paragraph  ge- 
gebenen Beschreibung  bis  64"  43'  46"  reicht,  und  anf 
welcher  nnr  bei  64*  33'  15"  ein  Hel]igkeit.smanmam  liegt, 
wiihreiid  dieselbe  im  Uebrigen  ziemlich  gleichmüssig  nach 
der  brMhbarcm  Seite  abnehmend  beleuchtet  ist. 

Wird  von  dom  Drucke  auR,  bei  welchem  das  Banden- 
spfctriiin  vdllstündig  '-ntwickelt  ist,  das  Gas  durch  Pampen 
mehr  und  mehr  verdünnt,  so  tritt,  sobald  die  Verdünnung 
hinreichend  geworden  ist,  zunächst  eine  Verdunklung  der 
br(>cli barem  Iliilfte  des  Feldes  von  64*  33'  15"  ab  ein.  An 
dieser  Verdunklung  betheiligt  sich  aber  die  bei  (54"  37'  16" 
liegeiidp  Stelle  nicht  in  gleichem  Masse,  so  dass  dieselbe 
sehr  bald  nls  Holligkeit.-maximum  vor  der  Umgebung  her- 
vortritt. Die  vorher  ilureh  da.-*  Maximum  bei  64"  33'  15" 
in  /woi  Felder  gotheilte  Cannelirnng  zerfillt  also  zunächst 
in  drei  Feldi'r,  indem  ein  Maxininm  an  einer  bei  größerer 
Dii'hti'  giur/.  ^leidniiüssig  beIeuchteteu»Stelle  sich  entwickelt. 
.Mit  wiich.ii'Qdcr  Verdünnung  tritt  dieses  neue  Maximum 
immiT  mehr  hervor  und  gleichzeitig  wächst  relativ  die 
llolli^fkcit  des  dauebeii  an  der  brechbarem  Seite  liegenden 
Fcldf-s;   di<;sv   hellen'  Partie   tbeilt   -siuh  dann  allmählig   in 


WMtter:  Ufbtrfthnuitf  iIm  Battättupt^rumt  tte 


193 


hellere  Linien  boi  6A*  38'  9"  und  62"  38'  16".  deren 

oUigkmt  batd  die  äbrigen  Maxima  ganr.  beträcbUich  über-' 

T^t.     Der  Theii   der  CaoneliroBg   2wUcb«n   64**  33'    15" 

und  64»  87'  16",  »wie  das  vor  64»  33'   15"  liegeode  Feld 

nad  inzwischen  gnns  dntikel  geworden,  so  dass  diese  beiden 

lUxito»   aU  belle  Linien   aaf    dtinklßni    Grunde  erflolieioen. 

Dia  Mesmiog  ergab  die  Lage  der  Linien  dann  bei  64**  33'  21" 

Bod    64*  37'  16".     Der  Unterschied    von  6"    für   die  Lag* 

4k  eratorn   Linie   gegeoDber  di'm   Maximum    im   Bauden- 

:0)  bed«Qtet  indees  wohl  nicht  eine  Verwbiebung  des 

nm»,  sondern  Hegt  wobl    innerhalb   der  Grenxen  der 

lavermeidlicheii  üngensuigkeifc,   da   diu  Erscheinang   über* 

bnjpt  lichtscbwacb  iit. 

Mit  sbeigeDdor  Verdäuonng  nimmt  anch  die  Helligkeit 
iirbnileDdteOanncliriing  beginnende  Linien  sehr  bedeutend 
rifa  nd  datOr  w&chst  die  Helligkeit  dea  dritten,  bei  höherem 
Dnde  kaum  herTorireteDdcn  Mazimnm«,  welches  auf  dem 
nr  ier  Ouioelining  liegenden  Felde  bei  64"  2&'  20"  be- 
■tÜBt  wurde.  Danelbe  entwickelt  sich  zn  einer  hellen 
Uk  aof  dnnklem  Grunde,  deren  L^e  die  Messung  bei 
H*a'  30"  ergab.  Die  breite  die  Canndirnng  beginnend« 
Wi  löst  sich  dinn  gleichseitig  in  £wei  Linien  auf,  deren 

5iA>khere  der  weniger  brechbare  Rand  der  bei  bi^herin 
Dnd  breitere  Linie,  bei  64"  37'  2"  liegt,  deren  hellere 
W  n*  27'  26"  bestimmt  wnrde.  Mit  dem  Prisma  von 
^  8«»  «ich  die  Linie  nicht  als  doppelte  erkennen,  sie 
*«diinit  demselben  als  Linie  bei  64°  27'  16"  bestimmt. 
*  &w  AnflÖiung  des  Beginns  der  Cannelirnng  eingetreten, 
«ät  du  ganze  Feld  bis  auf  einige  schwache  Schein»  auf 
^svihDten  Linien  redacirt.     Dienelben  sind 

Ablenknng  WellenlÜnge 

64'  25'  30"  507,9 

64»  27'     2"  607,1 

64"  27'  26"  506,8 

\im.  2.1bUL-plijrCL]  13 


194  StUHHjT  ^  MafJL-jAjw.  aa»K  «m  3.  Mai  1879. 


Ablenkung 

Wel )  en  1  in  gfl 

ei«  30*  49" 

504.2 

64"  38'  21" 

609,8 

64»  87'  16" 

501,2 

64*  38'     9" 

500,8 

64°  36'  46" 

500.4 

i 


Die«  Parti«  des  8p«c4ruB)8  wiigt  bUo  in  gaos  rorzCig- 
licher  Weise  die  allwählige  Veränderung  des  BandenspectTDina 
in  ein  Linienspectrum   bei   abnebiiieiiiler  DicIiLe   der  leuch- 
tenden Schiebt  ond  dabei  gleichseitig  die  Verecfalebaag  der 
Maxima.  welche  darcb  die  mit  der  Verdünnung  eintretende 
Aenderung  der  Teuipemtiir  bewirkt  wird.     Von  den  bei  der 
geringsten    Dichte    sichtbaren  Iklaximi«    oder   Linien    bleibt 
eigentlich   nnr  eines  bei  wachsender  Dichte   des  Oaaea  an- 
rerändert,  'du  der  Welleuliinge  503,3   entsprechende.     Die 
Linien    504,4,    501,2,    500,ä,    500,4    verschwinden   in    dem 
gleichmäßig   beleucbtet«D  Felde,   die   Linie   507,9  tritt  da 
ganx  schwaches   Maximum    und    aU   Rolchm   nur   mit   dem 
at*rk   dispei^renden    Prisnia    erkennbar   auf.     Die    betdeo 
sehwäohern  Linien  507,1  nod  506,8  dageg«n  treten  in  eine 
helle  breite  Linie  zusammen  und  werden  der  hellst«  Tbei 
des  gaiiKen  Feldes,   während  bei  der  geringsten  Dichttgkei 
die  Linie  507,9  and  besonders  500,8  and  500,4  weitaus  di< 
bellst«n  sind.     Der  Querschnitt  der  von  mir  bei  diesen  Ver- 
•nctien  angewandten  capillnren  K5faren  wu-  ein  so  geringer, 
dUB  besonders  bei  den  genngen  Drucken  die  Ausgleiobang    j 
des  Druckes  in  der   capillaren    K5hre   nur  sehr   allmäfalig^fl 
stattfand.     DcsKhulb  läMt  sich  auch  nicht  angeben,  welchem 
Drucke  gerade   eine    bestimmt«   Form   des   Spectnins  ent- 
spricht.    Diese   langsame   Ansgldchnng    des  Drnoke«  ga1 
dafUr  KU  einer  andern  sehr  intereoanten  Bvobiicbtung  Anlaaai^j 
In  Folge  desselben   war    stets   nach   dem   Fampen    in   dei 
Th«ile  der  Röhre,  welcher  durch  den  capillann  Theil  vo. 
der  Pumpe  getrennt  war,  die  Gasdichte  giöMer  als  in 


Wonnrr:  VifKrflArwng  Jet  Batutentptttnmii  Hc 


> 


ta  der  anden»  Sdte  der  «pillBTCn  FKhre  üt^endcn  Theile. 
Denhalb  nalim  in  der  capHlaren  Rdbre  selbst  die  Dicbtig- 
keit  TOD  dem  eineD  Ende  zu  dem  andern  hin  ab.  Man 
kAnnte  es  dadurch  leicht  erreicben,  dam  man  in  dem  Ge- 
ncbtxfelde,  welch*«  die  ganxe  capUlare  Röhre  nrnfasst«,  siim 
Tbeil  die  AoflÖsung  des  8pectntai!t  in  Linien,  zum  Thuil 
noch  du  gleicbmiUsig  beloucbtvt«  Feld  sehen  koiinte.  Be- 
aonders  deutlich  Uess  sich  das  bei  der  Linie  r>i)7,9  und  deu 
beiden  500,S  nnd  500,4  beobachten.  Man  hatt«  nur  rasch 
■nnimal  aomipamiwn  nnd  erhielt  dann  in  dem  Theite  des 
GericbtEfeMee,  irelrber  dem  der  Pnmpe  zugewandten  Ende 
daa  eapilUren  Kohrt«  ent.'iprach,  die  Anflöeung  in  Linien, 
«Ihreod  das  ander«  Ende  noeh  die  gleichmünge  Belench- 
tong  r.etgte,  welche  der  grOssern  Dichte  enUprach.  An  der 
fertvehrsiteuden  Auflösung  in  Linien  erkennt  u\an  in  dem 
eapiUaren  Rohre  'die  fortschreitende  Terdünnang.  Dabei 
lieht  ouui  dann  am  dentlichsteD ,  da»  das  Auftreten  dieser 
Ltniea  nie  blituutig  ist,  wie  es  der  Fall  i^t,  wenn  bei  pas- 
«ader  Dichte  des  Gases  eine  Fnnkenenttadang  durchgesandt 
wird,  Eoodim  tUn  die  Aaflötnng  des  Feldes  in  Linien  eine 
gms  alltnählige  mit  wachsender  Terdtlunung  eintretende  ist 


S.  10. 


^m  Die  zweite  Partie  des  Spectrums,  welche  die  Variabilität 

B  dm  Spectrumv  boi  geänderter  Dichte  in  ebenso  hervorragender 

V  Wme  eeigt,  ist  das  von  64*  bV  bis  66**  13'  46"  reichende, 

also  Licht  twischen  den  W'üllcntüngen  465  nnd  453  liefernde 

ITM  Bei  dem  Drucke,  bei  welchem  das  Bandenspectrum 
vonaläadig  ausgebildet  ist,  beginnt  da-^selbe  mit  einer  &et 
1'  braten  Linie  und  ist  dann  durch  fi-ine  Linien,  die  nach 
dir  brechbarem  Seite  weiter  auseinander  rttcken,  ziemlich 
gleiebmlang  abnebnuind  bvl  euch  tot.  Von  diesen  feinen 
.linMD  treteo  nur  die  mit  den  Wellenlänge  463,5  nnd 
il,4  schwach  hervor  nnd  aasserdem   liegt  bei  66"  6'  18" 

18* 


^ 


196  SUMng  dtt  malh.'fity».  Clun  rem  S  Um  1879. 

<ler  Wellenlänge  460  eot^precliaid  eine  schwachs  vervasohane 
Linie. 

Bm  »bnehmender  GoMÜcbte  zer&llt  die  breit«  du  Feld 
beginnrad«  Linie  in  eine  Doppellinie,  respectire  ca  entwickelt 
sich  unter  Verdanklung  der  Linie  vor  derselben  bei  65* 
52'  46"  also  etwa  1'  nich  der  weniger  brechbaren  S«t« 
Tsrschoben,  eine  helle  Linie,  Die  breite  die  Cannelining 
beigiuDende  Linie  nimmt  dann  xnnäcbst  an  Helligkeit  ab, 
•0  dass  Bte  nur  wenig  heller  ist  als  da»  Feld,  deinen  Beginn 
sie  bildet;  schliewlich  verschwindet  «ie  r«»i  Totlrtindig  and 
lüsst  nur  al«  Rest  eine  schwache  feine  Linie  bei  63^  &4'  66", 
wenn  die  Dichtigkeit  des  Gases  hinreichend  verinindert  ist- 

Mit  der  Yerdnoklung  des  ganzen  Feldes  rerachwindet 
ancb  die  etwaa  hellere  Linie  AG^,b,  daftlr  bleibt  nne  andere 
bei  Gb'  58'  39"  li^eode,  dmrn  Wellenlänge  463,2  ist.  als 
hell  Qbrig  and  weiter  die  Linie  mit  der  Wellenlänge  462,2.  ^ 
Ebenso  verschwindet  die  vorher  bei  66"  3'  6")  X  »  46IaI 
be^mmte  Linie  und  statt  d^selben  wachsen  zwei  sehr  nahe 
liegende  Linien  bei  66*  3'  57"  and  66'  4'  32"  relativ  an 
Helligkeit  nnd  bleiben  als  Linien  sichtbar.  Von  den  flchou 
im  Bandenspectnim  erkennbaren  Maximis  bleibt  Dar,  relativ 
an  Helligkeit  wachsend,  die  Linie  66**  6'  18",  welche  jetxt 
66**  6'  10"  gemessen  wnrde.  Schliesslich  blieb  als  Reat  des 
wettern  Feldes  eine  feine  Linie  bei  66"  9'  sichtbar. 

Auch  hier  sieht  man  also  ganz  schritiwciKe  die  C^n»- 
limng  mit  steigender  VerdQnnang  sich  aof  etnx«lni>  Linien 
xarQck/.iehen,  welche  keineswegs  den  in  dem  ansgebildeten 
Bandenspectram  noch  erkennbaren  Maximis  entsprecban. 
Fast  alle  hier  auftretenden  Linien  liegen  im  Bandenspectram 
an  i^tellen  gldefamäs*äger  Beleuchtong,  die  Mazima  de« 
Bandenspectninu  sind  mit  einer  Auauahme  bei  der  geringsten 
Dichte  des  Oase«  noch  nicht  hervortretend,  üe  entwickeln 
»ch  erat  allmählig  bei   wachsender  Didit«  des  Gase«.    El. 


WMncr:  OAtrßtmng  Jet  ßaiui<iwii>Ktrmiiu  tte.         197 

'  sieh  also  auch  ttin-  die  mit  der  geBoiIerteu  Temp«retur 
eadc  Verseil  ittbu Dg  der  Muuma. 

§.  II. 
Ganz  ähnlich  verhält  sich  d«r  ifuisia  bescliriebeu«  Theil 
irum«,  dju  reich  Bchattirte  GaDdetupectram  geht  gunx 
hlig  in  eilt  Liuienspectrom  OWr.  Kiiie  m  deUillirte 
hreibuug  wie  die  in  den  betdeti  letzten  Paragraphen 
benen  Partie«n  ist  niebt  erforderlich,  da  die»e 
Gang  der  TerinderuDgea  vollstiindig  erkennen  lasMD. 
aOgt,  di«  Linien  anzogeben,  welche  bei  sehr  kleinem 
Drucke  gemessen  wurden,  ond  daneben  zn  verTeichnen,  ob 
ud  Kit  weichem  Mniiinum  in  dem  roll  ansgebildcien 
ltBq>ectnim  sie  flbereinatimmen.  Ich  bebe  hervor,  daas 
ebergang  ein  ganx  allmühliger  i-tt  und  dass  diese  Linien 
pDCMea  worden,  ab  sie  bst  allein  Dhrig  waren,  nur  zwischen 
len  das  Gesichtsfeld  noch  nicht  ganz  donkel  war. 
Druck  ist  da  noch  keineswegn  der  erreichbar  geringste, 
ki  Boeh  weiterer  VerdÜnnang  verschwinden  die  schwachem 
läia  ond  das  Ganze  wird  cor  Meeanng  viel  zu  dnnkel. 
Sibw  wenn  diese  Linien  gemeRten  werden  konnten,  war 
^BiobachtDQg  wegen  der  geringen  Lichtstärke  mit  grossen 
!tbvierigkeiten  verknüpfi,  ee  war  fast  stet«  eine  kOnstlich« 
■Wicht nag  des  Fadenkreoze?  erforderlich.  Ich  habe  de:m- 
■ft  sneb  die  Lage  der  Linien  nicht  nur  mit  dem  Merz'- 
iika,  sondern  anch  mit  dem  SchrÜder'scben  Prisma  he» 
taai,  bei  welchem  der  unterschied  roo  1'  im  Prisraa 
%  Ifstz  la — 20  äecuuden,  je  nach  der  L^e  der  Linien 
^  Sfsetnun  bedeutet.  Die  angegebeneu  Werthe  für  die 
I^Ka  nnd  die  Büttel  aas  diesen  mehrfachen  Messtingen. 
BbcB  weil  der  Ucbergang  von  dem  rolIauagehildeteD 
Hüdaspeetnun  zn  dem  Linienspectrum  ein  »o  ollniühligor 
M.neheiut  es  anch  aberflClssig  anzugeben,  zwiflchen  welchen 
Inicn  das  Ossi^tsfeld  noch  hell,  zwischen  welchen  es  ganx 


198 


Siltung  der  maih  ■pkfft.  CJa*st  Kna  3.  Jfnt  J879. 


dank«!  üt.     Deon  ea  hängt  da«  weeentlicli   davou   ab,   big'] 
EQ  welcher  VerdCliiaang  maa  vor^eschritteD  ist,  und  «<rit«r  I 
aueb  von  der  Weit«  der   nngenuudtea  Köhre.     Die  Linien 
bilden    sich    nm    so   eher,    das  beirat    bei    am  ao  grAsaerer 
Uiebt«  ans,  je  enger  die  capiUnre  liöhre  iat.    Bei  dem  IcteiaittfD 
Qaeraebnitt ,  den   ich  angewandt  habe,   war  dwabalb  noch  i 
mehr  neben  den  I^nien  za  «eben  als  bei  den  gröasem  Qner-  ] 
aehnitt«n. 


Linien  im  Lial«ii>pw4i«iD 

in  w«lcl;ei  mit  abnehmender 

Dichte  du  BunUntpectram 

aUixcbt. 

AblcoVaitK    Wdlcnliiig« 


Angaben 
ob  im  B*DileD«pectrnra  ad  dar 
den  Stdle  bereit«  da   UuiDisn  tot* 
baaden. 


63« 

0" 

23* 

SC8.4 

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667^ 

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63* 

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«3^ 

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4* 

S.'SS.e 

6»» 

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5- 

M8.9 

es" 

82* 

45' 

542.4 

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84* 

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63'' 

43- 

57* 

&84,S 

63' 

■»' 

80' 

538,3 

63» 

4ff 

26* 

531.3 

«• 

0' 

44* 

523.0 

M* 

8- 

8- 

518.8 

«• 

18' 

Ifl* 

MM 

64* 

2S' 

30- 

507.9 

«• 

27- 

2- 

507,1 

64* 

2T 

2«" 

606^ 

«• 

3V 

49* 

604.7 

M* 

33- 

21* 

6083 

U* 

»r 

18" 

S01,£ 

64» 

38- 

»• 

500.8 

«• 

38' 

46" 

500,4 

M» 

43- 

46* 

4*7,7 

Keines. 

KpinM. 

Keine». 
Ännühenid  du  («dt«  Uubnui  S&6,9 

Keine«. 
Entw  Huinnm  einet  Fddm  548,8 
Annibennl  dai  dritte  Haiiman  ^2,8 
Erste«  Maiintnai  einet  l^eldet  537i6 
AU  Linie  Kboa  in  Bandenaptctnun  ^34,3 

Kmm«. 
Erat«  HuiBiin  tinet  FMt»    531,2 
nrtiUe  „        „  522.1» 

«weitaa       „  „       «         5l».l 

tmm       „  »        -  515,3 

OtIU«        ,.  ..        .,  506.0 

Linker  Band  det  BeKinan  der  «nten  Canw] 

tinmc  507,1 
BtcbtorBand  det  Bannst  der  ervUnCum»-] 
liniDg  507,1 

Eeiiua. 
ZweiteaMaxiBninikr  traten  OantUnuifl 

Keine«. 

Kaioat. 

Keinea. 
EntesUutnum  ilcriwcltaa  CuMÜmaK  407,1 


WMtner:  Ueberführung  des  Bandengpeelrunu  etc.         199 


liiiM  in  Linünffpectnun 
!■  vdcbei  mit  AbMhmendei 
Dickte  du  Butdenapectniin 
tbtigAt. 

UlnkBDg    WellmUnge 


Angabe 
ob  im  Bandenapectnun  an  der  betreffen- 
den Stelle  bereite  eio  Huimnm  Tor- 
handen  iet. 


V?  15' 


34- 
0" 


496,7 
4W,1 


«•  sr 

»■ 

493,7 

«•  s? 

9' 

493,3 

6^  U' 

S' 

tfl,8 

»    V 

12* 

469,2 

0    ? 

20' 

488,2 

o  y 

23' 

486,7 

»  s- 

53- 

486,4 

V    » 

32' 

4854 

&  w 

»• 

481,4 

Wl? 

32- 

480.9 

e  ir 

30' 

476,7 

&  32' 

3»* 

474.1 

O  H' 

IS- 

773^ 

PSS- 

IS" 

471,2 

t?il' 

32' 

466,1 

«•sr 

46' 

465.6 

ff  sr 

5S' 

464.7 

ff  » 

»• 

463^2 

ff  <r 

58- 

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57- 

461,0 

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4».! 

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4SIA 

Keines, 
Keine«;     die    beiden  letiten  Linien    treten 
recbti  nnd  links  toa  der  im  .BiDdeDspec- 
tnim  bei  M"  46'  28'   bestimmten  Linie 
Ulf,  welcbe  im  Bandeiupectriim  die  brecb- 
bante  Seite  de«  beulten  Tbeilea  der  imiten 
Cannelinuig  iat. 
Keioee. 
Keioei. 
AnnSbemd  der  brechbarere  Band  dertnwten 
eine  Canneliruig  beginnenden  Unie  49^1 
Reine*. 
Keine*. 
Keinet. 
Keine*. 
Keine*. 
Brechbaraer  Band  der  breiten  die  betreffmde 
C^nnelirang  im  Bandeupectnim  b^innende 
Linie  481,8 
Keine*, 
bine*. 
Keine*. 
Seine*. 
Schon  im  Budenapectnim  ab  Linie  471,2 
Keine«. 

Keine*,  riebe  J.  10. 
AnniliHitd  der  rechte  Band  de*  Cannelirang^ 
beginn  a.  %.  10 
Seine*. 
Keine«. 
Keine«. 
Keine*. 
g^on  tm  Bandeupectnm  460,1 

Keine*. 
Beginn  einer  Cannelinng  457^. 


200  BitMung  der  »a(A.-jA^.  Cltute  vom  3.  Mai  1879. 

tiinien  im  LhiienipeetniDi  A  n  g  ft  b  e 

in  welch«!  mit  abnehmender      ob  im  Bandenepednim  an  der  betnOo- 
Dichte  daa  Budenipeetrnm         den  Stelle  bereite  ein  Huimnm  to> 
■hergebt.  handen  i>t 

Ablenknng     WelleoUnge 
66"    18'    46-       455,5  Keinee. 

660    20'    m'       454,8  Keinee. 

66°    29'   26'       451,6       Wohl  die  im  BandeDapectmm  bei  66*  29*  0* 

VellenlEnge  451.8  beatimmte  Linie. 

Die  weiter  im  Tioletten  liegenden  Theile  habe  -  idi  nidit 
rerfolgt,  eie  werden  zu  genauen  Ueaenngen  zn  lichtachwaeh. 

Man  sieht,  dass  diese  ganze  im  Bandenspectrom  so  reidi 
echattirte  Partie  im  Wesentlichen  sieh  anf  etwa  50  läsi« 
zusammenzieht,  wozu  noch  einige  schwache  Scheine  nnd 
teine  Linien  kommen,  die  sich  nicht  messen  lieaaen.  Bei 
noch  weiter  gehender  Yerdtlnnnng  wird  das  Spectmm,  wie 
erwähnt,  noch  ärmer. 

Von  diesen  50  Linien  sind  in  dem  Bandenspectmm 
nur  etwa  20  schon  als  Uaxima  oder  Linien  bestimmt,  alle 
fibrigen  treten  an  Stellen  anf,  welche  im  Bandenapectrnm 
gleichmässig  beleuchtet  sind,  indem  die  nebenliegenden  Fwc- 
tieen  bei  abnehmender  Dichte  viel  rascher  an  Helligkeit  ab- 
nehmen oder  auch  die  betreffenden  Stellen  in  Folge  der 
Steigerung  der  Temperatur  rascher  an  Helligkeit  wachsen. 
Man  erkennt  somit  au  allen  den  untersuchten  Stellen  de« 
Spectmms,  daas  die  Stellen  der  Maxima  des  Emisaion»- 
rermQgens  keineswegs  bei  allen  Temperaturen  dieselben 
bleiben,  dass  sie  sich  vielmehr  in  Folge  der  bei  diesen  Yer- 
snchen  eintretenden  Temperaturändemngen  beträchtlich  rei- 
schiebeu  können. 

§.  12. 
Schon   mehrfach   wurde   hervorgehoben,    dass  bei  An- 
wendung  weiterer  Röhren   der   Verlauf  der   Eracheinnngen 
sich  nicht  in   dieser  Weise  verfolgen  lasse.     Um  zu  unter- 


miNwr:  tMfrftOnntff  rf««  Bii>ulttupMnn»4  He. 


201 


Mcbao,  in  wie  weit  sieh  die  Aeodening  dee  Spefilmmt  iu 
■ilclicn  «rkennffo  linl,  hftbe  ich  oio«  RSltro  b^oatzt,  deren 
spillarar  Ttwil  etwa  einen  Darcbmesser  von  2  mm  hat. 
b  W«Dn  BMUi  bei  dieeer  von  den  Dnickcn  aus ,  bei  welchen 
Hd»  Baadetupectrom  voll  RDSgebildet  ist,  die  Gasdichte  ver- 
Bwadcrt,  eo  wird  das  ganze  Speotrum  bei  »ehr  kleinen 
HDnMka  dnukler,  nod  es  bleiben ,  wie  ich  das  A-ähor  schon 
HaHffedMektt  Beate  des  BandeDSpectrnniB,  die  sich  aber  kaum 
■MHo  laiin.  Die  toharfen  me»baren  Linien  de«  vorher 
biaebnebeDen  Linienspoctranu  habe  ich  nicht  erhalten  nnd 
im  Reai  des  BandeDspectrnms  war  viel  ärmer.  Aber  auch 
\m  koBole  man  die  V«r8chiebuDg  der  Maxima  beeonders 
ia  der  §.  9  näher  beschriebenen  Partie  beobachten.  War 
im  Dmek  minimal  geworden,  so  trat  auch  hier  das  Manmam 
M*  37'  16",  welcbot  W\  höherem  Umcke  nicht  vorhanden 
■1,  bervor  and  wurde  heller  als  daa  vorher  schon  bei  6i' 
yy  \b"  Torbanden«  Maximum,  ebeoHO  wurde  das  Feld  neben 
ümem  Uaximam,  welches  bei  der  engen  Bohre  die  Linien 
500,S  Qoil  300.4  lieferte,  heller.  löste  sich  aber  nicht  in  dia 
*wn  Linien  aoT.  Nur  »ohien  es  mir  zuweilen,  als  wenn  an 
im  Stelle  ein  verHcbwommenea  Mazimnm  aichtbar  werde, 
indw  will  ich  das  nicht  mit  Sichi-rheit  behaupten  Ferner 
nrde  auch  hier  der  Beginn  der  CaooeliroDg  dankler  und 
4att  dSMcn  nahm  das  Maximum  vor  der  Canneürimg  61" 
U'  30"  betfäefatlieh  an  Uulljgkeit  zu  und  wurdu  hüllcr  als 
im  Beginn  der  Cannelirnng.  Aber  auch  hier  liens  sich  die 
Ertwicklong  der  Linien  nicht  erreichen,  obwohl  der  Gas- 
intk  «in  vial  geringerer  war  als  in  den  engen  Röhren  der 
Widerstand  in  dem  Rohr  so  gross  war,  dass  die  Elektroden 
^UMsd  worden  nnd  sieh  krümmten. 

Ea  war  ganz  iuteieM&nt,  die  Erscheiunngen  neben  ein- 
aod«r  in  awei  Bahren,  dieser  weiten  und  einer  Mihr  engen, 
tB  verfolgen,  wdeha  gleichzeitig  mit  der  Pumpe  verbunden 
vans,  M  das  der  Stickstoff  su4  seinem  Behälter  erst    iu 


202 


Sämay  der  *urfh.*pAy«.  Clofte  tm»  3.  Mai  J8T9. 


di«  eng«.  d«nn  io  die  weit«  Dbertrat  tmd  von  ditaer  xar 
Pompe  iling.  War  das  weite  Rohr  auf  das  tuinimalst«  bob- 
gepampt,  so  da^s  tnan  nur  SpmeD  des  Sp«;trams  in  dem- 
selben Bah,  Bo  konnte  man  in  dem  engen  Rohr  die  allmäli- 
l^e  KntwicktuDg  des  Linieospeotrntaa  »ebr  tnAAa.  verfolgen, 
man  »all  dann  im  Gedehtsfald  aehr  deutlich  die  Entwick- 
lung der  Linien  iu  der  §.  9  erwSbnten  Weise  vorscbreiten, 
io  dem  Hasae  wie  in  dem  engen  Rohr  die  VerdQnnung 
Tonchritt. 

§.  13. 
Wie  Terbült  «ieh  ann  daa  bei  grontr  VerdQnunng  in 
den  engen  Röhren  ohne  PmikeneDlladDng  nch  seigende 
Linienspectrtim  za  dem  eigentlichen  Funkenspectrnm?  Um 
eine  VergteichuDg  der  beiden  Spectra  darchznfQhrcn  tmd 
gleichzeitig  zu  untersuchen,  in  wie  weit  etwa  die  Linien  dee 
^nkeoipectrums  mit  bereits  im  roll  ausgebildeten  Bandco- 
speetrnm  girmessenen  Mwümis  Obereinstimmen ,  habe  ieb 
ebenfalls  das  FunkenB]>eotram  genau  gdneüsen.  [n  folgender 
Tabelle  atcile  ich  die  beobachteten  Minimalablenkungen  der 
TOD  mir  gemeaMDen  Linien  des  Fnokenspectruma ,  die  ans 
derselben  ateli  eirgebeaden  Wtllenliingen.  die  in  der  Abhand- 
lung d«s  Herrn  iület ')  nach  den  Messungen  des  Heim 
Tbäiin  fttr  die  entsprechenden  Linien  angegebenen  Wellen- 
l&Dgen  und  die  Angaben  xuxammen,  ob  und  in  welcher 
Weile  die  Linien  schon  in  den  anderen  Grenzfonnen  des 
Btickstoffirpectnuna  vorbaiKleD  sind. 

Fankenspectrnm. 
AblfRknsf      WellmiliiiKe  nach  Angab«  ob  dielinie tIebMfciNitaMlB 
WUIbot     TIisUd     I.inicntpcctnin        Baadeiispeetnun 
«l*    37'    a*-     66I.B        «0^2  —  — 

«I*    47'      6'     848,7         MS^  -  — 

62»    II'    12*     618  —  -  - 

9»    31'    W     WM        ^^ 

6»M  —  — 


1)  Salat  ianalM  de  ebiia.  H  i»  pliji.  IV  Bin»  T.  XXVIIL 


Wüaner;  Ueberführung  des  Banäetupectruma  e(c 


203 


Fankenspectram. 

Ulrakiug 

WellenliDge  nftcb 

Angabe  ob  die  Lini«  sieh  lehoD  ßndet  im 

WUloei 

Thal£n 

Lini«DBpectraiD 

Banden«  peetnun 

«•  aa- 

W 

593.7 

593,2 
592,9 

— 

— 

6?  W 

24* 

577,4 

576,7 

— 

— . 

tSf  52- 

«• 

57S,S 

574,5 

— 

— 

6?  W 

38' 

571,5 

571,1 

— 

Linie  571,7 

— 

— 

568,6 

_ 

— 

6S'    0" 

22- 

568,4 

567,8 

Linie  568,4 

— 

— 

— 

567.5 

— 

— 

W    1' 

4ß' 

567,1 

566,6 

Linie  567,1 

— 

«P  IS' 

W 

555,5 

554,9 

— 

— 

W  IP 

20 

554,7 

554,1 

— 

— 

— 

_ 

553,4 

— 

^ 

tf  ir 

48' 

558,8 

553,0 

NiDSbaiDd  553,6 

— 

(3"  » 

30' 

650.0 

549,5 

— 

— 

tP  w 

«• 

548,3 

547,0 

etwu    nnchsbea 
gegen  548,9 

548,8 

»  w 

M' 

546,4 

546,2 

— 

— 

W  28- 

12* 

545,4 

545,3 

~ 

» 

CS'  ii> 

0' 

535,6 

— 

— 

Drittel 

Hftiininiti 

535,9 

W  ly 

46" 

534,4 

— 

Linie  534,3 

Linie  534,3 

&  W 

40- 

532,3 

530,9 

— 

— 

W   ff 

24' 

518,1 



Linie  518,3 

■weitet 
518,] 

Uftzimom 

l 

(f    V 

16' 

517,S 

516,4 

— 

— 

M*  M- 

12- 

507,4 

— 

— 

_ 

«•  W 

52- 

504,7 

504,5 

Linie  504,7 

— 

«•  H' 

36' 

502,6 

502.5 

— 

— 

«•  3f 

0- 

501.9 

501,5 

— 

— 

— 

_ 

501,0 

Linie  501,2 

_ 

W  3^ 

12' 

500,7 

500,5 

Linie  500,8 

— 

«•  SP 

48' 

500,4 

500,2 

Linie  500.4 

— 

«•  W 

H' 

499,5 

499,3 

— 

^ 

«■  Ü' 

26' 

498,9 

498,7 

— 

— 

«» sr 

16' 

489,6 

489,5 

aonäbemd     Linie 
489,2 

— ' 

IS*    2* 

32' 

488,1 

— 

Linie  488,2 

— 

K'    8' 

4" 

486.3 

485,8 

Linie  486,4 

— 

201  SittM-ff  der  motA.jAya.  Glatte  wm  3.  Mai  ISTS. 

Fnnkenapectrnm. 
Ablenkang     WellenUnge  nach   AngKb«  ob  di«  lioie  üäi  wbon  fiodat  in 


Wüllner 

Thft1«n 

Linienipeetniiii 

Bkodmpeetnra 

65' 

9' 

12' 

484,8 

484,9 

— 

— 

66" 

18' 

24' 

480,5 

480.3 

— 

— 

es» 

21' 

36" 

479,0 

4783 

— 

— 

65" 

23' 

86' 

478,1 

477,8 

— 

— 

65« 

55' 

22' 

464,5 

464.4 

kunSbernd  464,7 

uoSbernd  nohtir 
bDd46^9 

65» 

58' 

■40' 

463,2 

463,0 

Linie  463.2 

— 

66" 

0' 

24' 

462,4 

462,1 

Lioi«  462  2 

■ — 

66« 

2' 

34' 

461,5 

461,3 

— 

Linie  46U 

66» 

3' 

48' 

461,0 

460,7 

Linie  461,0 

— 

66' 

6' 

00' 

460,2 

460,1 

Linie  460,2 

— 

- 

- 

— 

455.3 

Linie  455,5 

— 

66» 

31' 

41' 

450,6 

453,0 

"~- 

umSherad  MMJg. 
460,2 

66»    49'    00        4*4,8        444,7  —  — 

Eine  Veigleicbnog  der  von  mir  gefondeDen  Wellen- 
längeo  mit  dea  Angaben  des  Herrn  Thalen  zeigt  eine  gute 
XJebereinBtimmnng ;  die  von  mir  gefandenen  Wellenlftogan 
sind  im  Allgemeinen  ein  paar  Einheiten  der  DecimaUbdla 
grösser,  ein  unterschied,  der  zam  grSssten  Theil  daher  rOhren 
wird,  dasa  ich  znr  Berechnung  der  Wellenlängen  etwas  an- 
dere Werthe  fttr  H„,  H,,  H     zn  Grnnde  gelegt  haben,  wie 

sie  ohne  Zweifel  den  Bestimmungen  dea  Herrn  Thalen  za 
Grande  li^n.  Die  vorhin  angegebenen  von  mir  znr  Be- 
rechnung verwandten  Werthe  sind  die  für  H^  nnd  H.  die 

im  zweiten  Bande  meiner  Experimentalphysik  p.  136  ans 
allen  vorliegenden  Messangen  gezogenen  Mittelwerthe,    filr 

"y  das  Mittel  der  Beobachtungen  von  Angström,  vän  der 
Willigen  und  Ditscheiner  (Experimentalphysik  Bd.  11  p.  431), 
während  die  Bestimmungen  des  Herrn  Thalen  ohne  Zweifel 
auf  den  Zahlen  ÄngatrÖm's  bernben,  welcher 


H^  =:  656,2  H«  =  486,0  fi    —  434,0 


ai^bt. 


IfflOiKT.-  UilttrfahruMf  ia  SanAett*ftetfum»  Me. 


305 


lialb   ilcr   genuiner  von    mir    nnt«r«iciiU'ii  Stredi« 

mi  von  AoT  Wellenlänge  571,5  nn,   zeigt  somit 

du  FaDkennpectrum  etwa  40  Linieu.     Von  denselben  sind 

«toigrtea«  mit  KrosMr  ÄnnSheniDg  seht  aueh  in  dem  voll 

Jldeten  Bandeaapectram  tX»  Maxima   oder  als  Linien 

il.     Grösser  ist  die  Zahl  der  Coincideuzen   mit  den 

loöci  des  bei  geringer  Gasdichte  sich  «eigenden  Linien- 

^cctnuDt,  rolle  oder  doch  sehr  annäberDde  Coinddens  zeigt 

fA.  bei  19  Linieo,   also  eiwa   dur  Uälfle,    von    denen  vier 

is  alin  drei  Formen  des  Spectrums  beobachtet  sind.     Voll 

IWeiittimroend  *ind  gerade  die  hellsten  Linien  der  beiden 

l^äoHpectn.     Diviwiben  sind  die  im  gelbgrünen  liegenden 

UMt  567,1  die  aas  der  früher  im  Speciellen  besprochenen 

piM  GanneliruDg   aicii   entwickelnde»  500,7    und    500,4, 

■**ie  die  an»  der  blauen  Cannelirung  sich  entwickelnde  463(2. 

ZiriKben    den    bdden    Linienspectrin   zeigt   sich,    wenn 

>Mh  niebt  in  den  einselnen  Linien,  so  doch  in  andenir  B^ 

■iifcng  noch  eine  weitere  Uebereiofitimmnng.     PlUcker  nnd 

Hittsif  onterscheiden  in  dem  LinicnR[>cetnim  de«  Stickstoffs 

'Bsoptgruppen,  zwischen  denen  noch  eioiwine  Linien  liegen. 

Tob  liiesen  5  Gmppen    ^llen   diejenigen   von    II   bis  V  in 

'b  Uer  genaner   ontersacliten  Theil  des  Spectrunu.     Die 

Gnppa  sind 

Grippe    II  «wischen  den  Wellenlängen        577—667 

,        ni         ,  „  ,  555-545 

ZwwcliiMi  Oroppn  III  und  IV  liegen  drei  Linien  535,6, 

Ut,l.  £32,3  und  weiter  zwei  Linien  518,1  und  517,6. 

Qnppe  IV  twischen  den  Wcllenliingen         508-499 

Zwiacben  Gmppc  IV   und  V  liegen  Eunichst  4  Linien 

na  |&9,6— 4&4,8  nnd  weiter  drei  Linien  4B0,5,  479,0,  470,1. 

tirappe  V  twischen  den  Wellenlängen  464,5—460,2 
Alle   diesa  Gruppen    liegen   nn  Stellen   des  Spectninis, 
M  nKfa   diia  aus   dem    Bandenspectrnm    sieb    entwickelnde 


206 


SitniMg  der  nuith.-phy».  Ctime  vom  S.  Mai  tSTS. 


Linieiispi^tmm  sehr  reidi  ist.  80  zunächst  die  hellsten 
Liuien  der  Gruppe  II  finden  aicli  als  solche  schon  in  dem 
R(«t  d«s  Baiideni^pMlrumfi.  Ornpp»  III  bc»t«ht  ans  7  Linien, 
die  dnii  ersten  !>fi5|5,  554,7,  Ü53.8  livgm  zwiMihen  den 
Linien  556,6  nnd  553.6,  zwischen  denen  bei  der  Dichtig- 
keit, bei  welchen  dies«  Linien  gemessen  wurden,  noch  ein 
schwach  helles  Feld  sichtWr  ist.  Aach  zwischen  &63,6  nnd 
648,9  ist  noch  ein  Rcbwaoh  helles  Feld  tn  sehen  nnd  ein 
noch  helleres  7.wi»;hen  54^,9  nnd  542,4.  Die  Grnppe  III 
entspricht  sIm  einem  noch  bei  der  geringen  Dichte  ricbt- 
bnren  Felde,  Die  ersten  drei  zwischen  Gruppe  III  und  IV 
liegenden  Liuien  flnden  sich  dort,  wo  auch  in  den  *um 
fiuidenspectrnni  fibrig  bleibenden  Spuctrnm  mehrere  Linien 
534,3  nnd  533,3  nnd  531,3  gemessen  wurden,  di«  beiden 
Linien  516,1  nnd  617,6  sind  die  AnflKsung  der  bei  518,3  ge- 
tOMSenen  und  b«  der  BeolMchtong  aU  vernascheu  bexeichnvten 
Linie.  Gruppe  IV  liegt  an  der  im  §.  9  nfiber  beeprocbenen 
Stelle  de.1  äpectrumH,  deren  Variabilität  äat  so  auflailead« 
ist.  Die  vier  Linien  48^,6  —  484,4  sind  mm  Th«l  achon 
in  dem  R«ste  des  Baudeospeetrums  vorhanden,  mm  Theil 
f^egen  dort  vorhandene  nur  wenig  Terachobeii,  indem  sich 
in  demselben  an  dieser  Stelle  zwischen  492  nnd  4ä&  sechs 
Linien  finden.  Ebenao  liegen  die  drei  Linien  480,5 — 478 
in  einem  Gebiete,  in  welchem  auch  der  Rest  des  Banden- 
speotmms  au  Linien  reich  ist.  Gruppe  V  sehlieaalicfa  ist 
fast  ganx  ecliou  in  dem  ans  dem  Bandenspectnim  bleibenden 
Linienspectrom  Torbaoden,  sie  entspricht  der  im  §.  10  ge* 
naner  beapro4!henen  blauen  Partie. 

Es  folgt  somit,  dats  das  LinieDSpectmm  sich  im  Wesent- ' 
liehen  an  den  Stellen  ansbildet,  welche  schon  bei  allmibliger 
Verdünnung   des   Stickstoffs    die   sUrkste   Verftnderlichkeit 
zeigen    und   schon   in  dem   aus   dem    Bandenspectrnm   sich 
entwickelnden  Linienspectrum  am  reichsten  sind. 


WüUtter:  üthtrfährung  deg  Bandetupeetrumi  etc.         207 

§.  14. 
Der  in  dem  Vorigen  daigeetellte  VerUttf  der  Spectral- 
enehnnoDgen  des  Stickstoffs,  wenn  man  in  hinreichend 
ngra  RShren  das  Gaa  allmählig  Terdnnnt,  zeigt  somit  genau 
£«  nach  dem  KirchhofTschen  Satze  sich  ergebenden  Äen- 
dcroDgeD,  je  geringer  die  Zahl  der  leuchtenden  Moleküle 
wird,  mn  so  mehr  zieht  sieh  das  Spectrnm  zneammen  in 
■üie  Anzahl  heller  Linien. 

Qleiebzeitjg  kann  man  aber  bei  abnehmender  Oasdiehte 

(&At  rerfolgen,  wie  in  Folge  der  bei  wachsender  Yerdün- 

iumg  und  desshalh  wachsendem   Widerstände  gesteigerten 

Tteparmtnr  die  Helligkeitsmaxima  ihre  Lage  ündeni,   wie 

die   in    dem    ausgebildeten    Bandenspectmm    rorhandenen 

lf»Twnfc   znrficktreten ,    wie   die    Linien   an  Stellen    zweiter 

■nd  dritter  Uaxima  auftreten  oder  an  gleichmässig  belench- 

Moi  Stellen  der  Caniielimngen.    Nimmt  man   nun   weiter 

hima,  dan  die  Linien   des  Funkenspectroms  g^en  die  des 

cnten  Linienspectrums  nicht  mehr  verschoben  sind  als  die 

letrtmi  g^^  die  Maxima  des  Bandenepectrnms,  so  kann  es 

widkl  nicht  zweifelhaft  sein,    dass  wir  in  den  verschiedenen 

Formen    des    8ticksto%pectmms    nichts    Anderes    vor    ans 

haben    als    das    der   jedesmaligen  Temperatur,    Dicke    and 

Didite  des  strahlenden  Qases  entsprechend  ansgesandte  Licht, 

nd   dasa   es   einer   neuen   Hjpothese   zur   Erklärnng   der 

%iectralerscheinnngeD  nicht  bedar£ 

Aachen,  den  8.  April  1879. 


üfTT  k.  Vogel  spricht: 
„Ueber  Abiorptionafibigkeit  der  BamD>* 

anbBtanien." 

Unter  Absorptionsfähigkeit  der  Ackererde  ferstebt  mmn, 
wie  bekannt,  im  Allgemeinen  die  Eigensduft  des  Bodeu^ 
gelüste  Stoffe  sehr  rencbiedener  Art,  Torzöglicb  aber  nn- 
orgsniuhfl  Sabttsnua,  ooter  denselben  eine  growe  Reibe 
von  Pflanzennäbrstoffen,  z.  B.  die  Beelnadtluälie  der  Juwhe, 
in  sieb  niedarzoscblagen  und  enfumehiDei),  so  dus  die  dorcb- 
filtrirte  Flüssigkeit  bedeutend  &rmer  an  diesen  gelbsten 
Stoffen  ans  der  &de  wieder  anitritt. 

Das  Absorptionsrennögen  dee  Bodens  spielt  in  der  Et- 
ttSbrnoR  der  F6anze  eine  sehr  wichtig«  Rolle,  eine  noeb 
wichtigere  in  der  praktischen  Entwicklong  der  Liebig'scfaea 
Mineraltbeorie.  Ohne  Bertteksicbtignng  dieses  NatorgesettCi 
hatte  die  Hinnaltbeorie,  wie  tnsn  weiss,  lang«  Jabre  mit 
den  aaffitUendaten  Uisserfolgen  in  der  praktischen  Land- 
wirthachaA  xa  kümpfen,  ot^leich  die  theoretische  Richtigkeit 
der  einzelnen  Sätze  schon  längst  guns  unxwfifclbafl  dastand. 

Kino  (frosne  Vertnchsreihe  über  das  AbsorptionsTerta&gen 
der  Ackerkroine  ist  toq  dem  englischen  Chemiker  Way  aus- 
geführt worden,  ohne  jedoch,  wenigstens  meines  Wissens, 
die  Bedeiitong  dieses  Natargesetus  fflr  die  PflanzenemUi- 
mng  za  berScknchtigcn. 

Die«  war  Liebig  Torbehalten,  er  war  in  Denbcliland 
der  Fntr,  welcher  die  Wichtigkeit  der  Way'scben  Arbeiten 


SiUunff  der  wuitk.-plij/s.  Ctaut  ran  S.  Mai  ISTB- 


209 


die  ThMrte  in  PflftnzeiKTnnbrtinR  im  BckIod  nnd  «pe- 
ael)  der  DSugung  Rrksant« 

Nacfadem  nao  die  uogeivSbiilich^  Bedeatung  der  Boden- 
rinrption  aucli  für  die  praktische  l.j«i)dwir6haefaaft  dar* 
pthaa  wurden,  war  man  von  den  verschiedcniit«n  Seiten 
Aif  bemObt,  iimm  Nator^aset«  hU  ein  längst  bekanntes 
läimtetien,  ja  man  ist  in  Bexvg  auf  die  Eutd«)okiing  der 
AtMrptioD  d«r  Ackererde  noch  viel  weiUtr,  naf  das  Altrr- 
Au  znrficl^q^ngen,  nämlich  aaf  Aristot«les-  Ich  ver- 
*dw  in  dieaer  HioMoht  naf  meine  akadeiniüche  Festrede 
ran  Jahre  18ß9,  woselbst  ich  nach  der  Anfktärang  des 
Bn.  Collega  t.  Prantl  —  eine«  genauen  Eeiiiiers  des  Ari- 
Atelea  —  geseigt  habe,  data  die  angefnlirtea  Stellen  ifich 
bMmrega  in  dem  iiuterlegten  Sinne  deuten  lassen. 

Dorch  xaiilr«icfae  Ont«rHiichuagen  ist  Liebig  za  dem 
^Iomp  gelangt,  daas  die  Aiworptioawrscheinnngen  des 
Ueu  nadi  awei  Seiten  bin  Erklilrung  finden  und  zwar 
ilt  chaniscbiir  and  dann  als  phyitikaliitcher  oder  mechaniitcher 
Tn|ug  Wiiy  hatte  die  Bodeoab«orption  nur  als  chemischen 
Voripog,  als  chemische  Reaktion  zwischen  Erde  and  Ll^ang 
nl^^wt. 

Der  Oedanke  durfte   indeits   naheliegen,   der  Annahme 

mcehaniDcheB  Absi^trptioa  neben  der  chemiRchea  Itanm 

pbpn,   kennen   wir  ja  doch  schon   längst   cinü,    wtc   es 

•lün,  bimnit  nahe  verwandte  Thatsache,  nämlich  die  Aaf- 

■hmc  jp'lüStAr  organischer  Pigment«  durch  pori3«e  Körper, 

Mawtlich  dnrcb  Kohle.     Es  hat  sich  in  der  Folge  gezeigt, 

tejine  beiden  Vorgänge  Dicht  identificirbar  sind,  obgleich 

■I  nlebrs  mit  Liehig  tBr  »ehr  vrafartcheinlich  halten  konnte. 

Frech  ansKeglOhte  Holzkohle,  in  griVblichem  Pulver  an- 

pmnJet,  hat  bekanutlich  die  Eigenschaft,  aus  Flünigkeiten 

WKkmteoe  StolFe  anrEunehmen,  wodurch  sie  Farbe,  Geruch 

9i  Geschmack  rerlieren.     Diese  Beobaobtung  ist,  wie  an- 

fmonuMii  werden  darf,    tuenit    von  Lowitx    in  Petersburg 

limo  ;iUAtli-plif>.<:i.J  H 


310  A.  Vagä:  üib^  AbtarptMttsfMffkeit  A.  HvmuuijKiiKttn. 


i 


TBroETenUicht   worden.      Man    fsod    iii   d»r  Folge,    dasB   die 
thi>ri*rhe   Kohle  in   >lie«»r    Bezieiinng  der    regetabittMhcn 
Kohle  vormiziehen  «y  nnd  gkobt«  deinnacli.  dass  der  Stickstoff 
hier  tfal^tig  mitwirkt'.     Be^onilvrg  brHuohbar  xnm  Kiitiarben  ^ 
der   Fltuungkeiten   zeigt«   sieb   diejenige   Euhlfl,    welche   bnH 
Bereilang   de?  Blutlangeiiiialxeii   durch  (ilflben  aniinaliscber 
BnlMtaiizen   mit  Kali    gewonnen    wird.      Durch    eine    Keihe^ 
RpätertT  Veri^uche  Ut  dargetbnn  worden,  das*  d«r  Slickstofl-^ 
gehalt  der  Kohl«   an   der  Enti&rbongBfiibigkeit   keinen  An- 
tbeil  hal>e,   ivindern  ilaw  <lio  fremden   tbeilit  enligen  Stoffe, 
welche   in   der  nnimali&chon  änbsbuiz  eathalti-n  oder  den- 
selben beigemengt  sini),  der  za  bildenden  Kohle  mehr  Po< 
rnsität  ertheilen  nnd  sie  dmlnrch  geeigneter  inacbeu,  orga- 
nitehe  Materion  nufiEUnehraen,  wax  mit  der  mebr  compiacten, 
xam  Theil  verglaMen  Diieri^chen  Kohl«  in  dem  Grade  nicht 
Mtaltfinden  kann.     Von  der  Knochenkohle  dQrfle  in  di«Mr 
ß^iphung  eigentlich  ganz  abgesehen  werden,  da  die««  rtreng 
genommen   gar   nicht   mehr    aU   Kohle    bezeichnet   werden 
kann.    Sic  «nthUt  miionter  80  bis  90  pCt  Aach«,   wenn 
ne  nicht  mit  SalzsSnre  aasgekocht  worden. 

Wenn  man  eine  dareh  Kali  neutralinirte  IndigoHtenng, ^ 
ein  Fomambtik-  oder  Blanholxdecoct   mit  thieriMher  KohleH 
aafkocbt,  bo  werden  diese  gefärbten  LSanngen  gänzlich  ent- 
färbt.    Dabei  aber  tritt  nicht  einr  Zerst&ning  der  Farbttoffe 
ein,  sondern  dieselben  haben  nnr  eine  in  Wasser  anl&tliche 
Verbindung  mit  Kohle  eingegangen.    Bebandelt  man  nSmlidi 
die  Kohle  mit  Kalilunge,  ito  werden  die  Pigmente  an*  der  Kohl 
abgeschieden  und  kommen  durch  die  Einwirkung  des  KuIiVall 
dinga  in  elwa.i  reränilertem  Zustande  wieder  xnm  Von^bei' 

Eine  «ehr    poröae   und  zugleich   ftst  oscbenfreie  Kohl 
wird   am    einiachsten    erhalten  <    wenn   man    eine   mswndi 
Petroleumlampe  gegen  eine  mit  kaltem  Warn««-  g«fnllte  Pi 
ftellaiwchaU'  schlagen   lüs-it    nn<1   den  gesammelten   Rcuts   i 
venchloeaenen  Tie^el  längere  Zeit  xnr  Rothglalh  «rhi 


Süfiif  der  maJA.-jnfiyt.  GMae  wm  3.  Uta  J879. 


211 


Die  bisberigea  T»-8nche,  mit  di«aeiD  Koblciipriptnit«  — 
tnr  Bnifiirbang  goli3>«t«r  orgnnisclicr  Pigmente  in  hohem 
CrnMie  (^eignet  —  Iiabeo  gezeigt,  dass  dasselbe,  da  liier  jede 
tbrnÜKlie  Wirkung  Yollkomnien  auflge«chloKseti,  nur  Fixi- 
nng  TDtt  A.lka1ion,  alkalucbeu  Erdon  und  Salxcn  dnrchHna 
^t  befähigt  sei. 

K«  Bcbien  mir  von  Iot«r«sse,  diese  Versuche  auf  di« 
kOutlielif  HiiinimubHtani!,  wie  man  Molcbc  bekanntlich  durcli 
lUtuuleln  von  Zncker  mit  Salzsünre  erhält,  aoBzudehnen. 
[n  LalMraforioni  der  Und wirthrahaft liehen  Abtbeilnng  der 
kgl.  tecbtiütchen  Uockscbule  in  MQnchun  ist  von  tlt'rrn 
Dr.  Wein  —  »eit  Jahren  Leiter  der  Tersachüittation  dieser 
Anilalt  —  einf^  grßamr«  Menge  dieser  Hiiin»iwob«tai)s  nach 
Ingeiunnten  VeHahrea  dargeatellt  wordon.  Aus  100  Pfd. 
nintei  waiwen  Colotiialznckers  erhielt  man  22  Pfd.  Humua. 
\kM  Piip«nit  sttllt  ein  Kbwanbratinofl  Ünsserst  lockeret) 
Pnlnr  dar,  der  AwhengebaU  beträgt  kaum  Vio  pCt. 
Sckfitttit  man  mit  dieser  Hnmussubatant  nur  ganz  kurze 
Itit  (üne  tit^eachtet  starker  Verdünnung  doch  tiefgerürbte 
hthülSsiing,  ohne  zn  kochen,  so  erhält  man  ein  voll* 
hoiHB  wasserhellee  Filtrat.  Nachdem  die  entfürbte  FlQssig- 
te  atigclaafen,  wird  das  Filtrum ,  anf  welchem  sieh  die 
BuMiubstaLnx  nebst  dem  absorbirtea  Farbstoff  befindet, 
•S  itukem  Alkohol  in  der  Kult«  Obergo»»en.  Die  vom 
RbvQ  abgelaufene  Flüssigkeit  xeigt  sich  fn«t  ebenao  tief 
fArirt  ab  die  nraprDngliche  Fochänlösnng. 

Keaer  Versuch  dient  xum  angeDsobeinlichen  Beweise, 
^  Uer  nur  mechanische,  knuoswcgs  aber  ehemiiwbe  Wir- 
^■C  nntritt,  indem  durch  einfach  mechanische  Lösang  mit 
iftnhsl  die  ur«|i  Hin  gliche  Farbe  wieder  gewonnen  werden 
'■a,  ohne  daaa  mau  die  Anwendung  erwärmter  Kalilauge 
>H%  hüte,  welche  doch  immerhin  eine  chemische  Aktion 
■  «dl  seblient,  wodurch  seibat  verstand)  ich  die  Färbung 
fa  PSgBKotM    bed«iJt«nd    verändert  erscheint.     Als  Vor- 

14* 


212  A.  Vaijel:  Uebtr  Ahaorptionsfähigleit  d.  RumuMtubglaiuen. 

lesunf^sversncb,  nm  die  Absorptionsfähigkeit  der  Kohle  ßr 
Pigmente  anschaulich  zu  machen,  empfiehlt  sich  dieses  ein- 
fache Experiment  vor  anderen. 

Das  Verhalten  der  Hnrnnasnbstanz  auf  kanstische  Al- 
kalien und  Amraonink  dDrfte  insofern  wohl  als  ein  chemischer, 
nicht  mechanischer  Vorgang  betrachtet  werden,  als  den  Al- 
kalien gegenüber  diese  Substanzen  nls  Säuren  wirken  nnd 
mit  denselben  chemische  VerbindnngeD  eingehen.  Dagegen 
haben  meine  zahlreichen  Versuche,  diese  Humnasubstaat 
zur  Äbaorplion  von  Neutrahai zen ,  Säuren  n.  s.  w.  ta  rer- 
weadon,  nnr  negative  Resultate  ei^eben.  Das  einzige  Bei- 
spiel einer  allerdings  nur  sehr  geringen  Absürption  ergsb 
vi-rdQnnte  Schwefelsaure.  Dieselbe  war  auf  Natronlange  mit 
grösster  Soi^falt  eingestellt,  so  dass  10  C.C.  Schwefelsäure 
ganz  genau  10  C.C.  Natronlauge  entsprachen. 

100  C.C.  dieser  verdünnten  SchwefelsSnre  mit  Humus- 
Bubatan/.,  in  einer  verschlossenen  Flasche  geschüttelt,  vei^ 
brauchten  nach  einigen  Tagen  abfiltrirt  9S,93  C.C.  Natron- 
lauge statt  100  CG.  Ob  diese  geringe  Dififeren«  im  Ver- 
brauche der  Natronlauge  in  der  Tbat  auf  einer  Absorption 
der  Humussub^tiinz  für  Schwefelsäure  beruhe  oder  im  Be- 
reiche des  Versuch sf eh lers  liege,  mnsa  vorläufig  nnentschieden 
bleiben,  obgleich  bei  mehreren  mit  der  grSssten  Sorgfalt 
ausgeführten  Versuchen  wiederholt  sich  abereinstimmende 
Resultiite  ergaben. 

Braun  gefärbte  Jauche  wurde  durch  Schütteln  mit  dieser 
Humuxstibstanz  vollkommen  entfärbt,  ohne  daes  jedoch  bis- 
her wenigstens  auch  nur  eine  einigermassen  erhebliche  Ab- 
sorption von  Pflanzennährsalzen  beobachtet  werden  konnte, 
deren  Absorption  doch  vorzugsweise  von  landwirthschaflticher 
Bedeutung  wäre. 

Nach  meinem  Dafürhalten  li^t  hierin  ein  weiterer  Be- 
weis, dass  das  Eut^irben  organischer  Pigmente  dnrch  Kohle 
und  poröse  Körper  überhaupt   keineswegs  identisch   sei  mit 


Jtr  ««(JL-iAy*.  Omar  wm  3.  Jtfi«t  2979. 


213 


arption  iinorguibcher  Nütirmlze  ilurch  lUe  AükCT- 
ZaKlcioh  <13rft<>  htcduroli  iVw  vorwaltend  rhi'iiiisclio 
VirkuD^;  i]f>r  Aekefkrume  in  der  ErscboinoDg  An  Khfor\f 
tio«  gvgvtiBbcr  fWr  ueclianiHclien  Wirkangswetse,  wie  solche« 
•cfaoD  von  VtfrMfawdonen  S«i(«a  aii|{rooiuniVQ  wird,  Bmtiti- 
fQBg  60  den. 

Noeb  fliner  Mad«r«D  Wirknng  diuser  Uamiumbataiis  ist 
lUtf  xa  erwiliDeo.  LM  man  nümlich  dieselbe  inkocbender 
ÜJuifT«  ond  AUt  die  UVtuiig  dorch  rerdtlnnt«  Säuro,  90 
,  itUlt  mma  fin«  Substanz,  welche  uucli  drcU  Tollständigooi 
[Awwochen  «ine  weit  grS>a)ere  Menge  Asche  hinterUsrt  ab 
I  £•  artprOnglicbe.  Uit  hierliber  wigettellt«u  Verauobe  er- 
jpbca   folgende   ItusiiltuU*. 

Za  Ana   ersten  Versuclie  nahm    ich  'ig  Homns,    ISete 
£«Mlt>en  10  hiur«iclivuder  M'.>ti|^  KuliiSfiuDg,  iadem  ich  bis 
Kodien    erhitxte    and  Kllte    die  Lömng    durch  Cblor- 

«ifläüurc. 
leb  braaebe  btum  %a  erwähnen,  daas  ich   mich   che* 
|»eb  reiner  Maiemlieii  bediente 

tVr  Niei]erachlag  worde  auf  dem  Piltram  gewmmelt, 
,  nllltomiuf  Q  atL*f;ewuehen.  getrocknet  und  cingcäacbcrt.  Kt 
[  «was  rüllig  weisse  Aftcbe  erbalten. 

Dur  Tiegel  mit  Asch«  wog    16,375  g 

allein  ..       16.300 

Summ«  der  GemmnitnKcho     U,075  g 

Asche  iloi  h'ilteis     0.005 
rtiuc  Asche     0,070  g 

Qg  Hamtu  nutliielteo  wmil  DAoh  obiger   ßebaiidlnng 
'  9JVJ  g   =  3,5  *>  AMboabeatandthüle. 

Zweiter    Yennch.     1,5  g    numos    wurde    iu    derselben 
In  mit  bei   I   in  I<(laiing  gebracht,    die  Fällong  jedoch 
inrch  Salpet«r«inre  bewirkt.     Der  Nicdemhlng   T&lHg  ans* 


3U  X   r«fd:  üi^tr 


g«waMbaa,   gttroctB«t   and 


Der  Tirgd  tut  Am^  wog 


1632A  g 
I6J»S 
0.030  c 
FQtefwAe      0,005 


moe  AkIm      (M)25 
1,5  g  Bdidiu  g»b  ftlso  nadi  dJeaer  Beliaiidli 
0,025  g  =   l'i  %  AsebeDbcatandtheife. 

Dritier  Venoeb.  I  g  tlinniw  «urd«  vi«  TorbergelMiid 
g*t5tt  und  die  Lflnug  nit  Photphoimare  geOUk  Der  wie 
oben  b^BodelU  Niedenclüag  cfgab  mcb  gwehahaoT  ESn-j 
SncberDi^ ; 

Der  T\«ige\  mit  Axbe  vog  16,330  g 
-         „       alleiD  „      16.295 


GeBammtaAcbe 
Pilt«nuehe 


Ü,03& 
0,005 


reine  Asche      0.030  g 
I  g  namiw  g»b  milbin  naeb  di»eni  Vertahreo  0,0$ ; 
=  3  *>  At«honbe«t«ndt)>ei1«. 

Ditraus  taut  «ich  mit  Oewiaaheit  schlietsen,  Atta  Ilnmua 
Rtluren   unter   dimer  Behan<lluDg  Kali   an.«   seinen   Balxigen^ 
Verbindangcn   za   abaorbiren    verm&gen   ncd    dav  die   Al^ 
üorptiomiTerhältnitRe  je  nach  BeschuSenbeit  der  Kaliverbin- 
diing  Tfr»«lii*!den  «ud. 

Ansnerdeni  bntätigt  sich  biedaroh  die  echon  frSber 
ausgesprochene  Anticbt,  daaa  HninuasSaren  unter  Dmatin- 
di>n  di^o  8a)xbaseD  gegenfiWr  aU  rerhittniMmiUstg  encr* 
giscbe  haaren  au&atreten  im  Stande  sind.  Thenard  *)  bat 
gemgt,  da83  die  Verbindnngen  der  HnmnwüiureD  mit  Am- 
moniak änsserst  beständiger  Katar  sind ,  sie  vorlieron  en* 

1)  Sttunx  dar  Paiiatr  AkadaaoU  2T,  Jasi  1^70  in  CorrMpoaan»- 
btfichtc  dtr  dantacliM   clMnOatbui  Qeaatlaehaft.    Bartin,  3.  Jahrgtacj 
Nr.  \A.  8.  m\. 


SÜbMNjP  ätr  wifA.>/Ay>-  Claae  vom  J.  Uni  1S79. 


21S 


•ehr  erhtShter  Tomiwratiir  ihren  Sticl(sto%elnU.  Ilieniit 
im  Zuummenhaiige  f>t«bt  die  vou  mir  herTori;eliobeiie  Bwh' 
Aikiaag.  dat»  di«  Vffrbtiii)ung«a  der  HutunKftiior«  mit  Kali 
JeRb  %oren  nicht  voDständig  zvrsrtzt  wordi'ü,  d.  fa.  dass 
tuh  Im  Beliandlung  mit  einem  groswn  üet>er»cbnss  von 
^vn,  in  dvr  Kälte  wenigsbiij^  itiimvrhru  noch  unx«rl«gtes 
bmniffaiires  Kali  znrOck  bleibt,  naa  bei  der  gertagen  Act- 
4ilit  du- Hnmusirubatanzeu,  Miner»I«äun-Q  i^gfaÜtn-r,  tmmer- 
lä  aafüaUend  «rseh«inen  mntcs.  Humu^Hanree  Ammoniak 
M  Hcb  nach  Thenard  (a.  a  O.)  leicht  in  Atkalii^n  nnd  die 
Sinnkaao  ans  dun  Salzen  wi<>dt;r  ,,tinv<;riin<K'rt"  a)>geschieden 
nf4ai.  Ob  anch  in  diesem  Falle  nicht  ein  Theil  des  humnH- 
unn  Salxes  dtr  Zt-ncetxuiig  widersti'bt  und  »U  humutc 
nom  Amtnoniak  inrOckbleibe ,  —  dies  beabsichtige  ich 
iaA  eia«  spiltere  Versnch-ireihe  feHtzuRtellen.  iJa  die  Ver- 
Uringm  zwischen  Hunma-^iurcn  und  Ammoniak  anch  bpi 
(ütf  k5ber«D  Temperatur  nach  ThenanI  (a.  a.  0.)  noch 
kMindig  Rind,  so  ist  die  Annahme  keineswegs  ohne  Wahr- 
■AüBchkat. 

Ich  theiie  vollkommen  mit  Thenard  die  Ansicht,  dass 
St  linintuBaareD  Alkalien  einv  wichtige  Kolle  in  der  Veg^ 
Wici  spiel«»  nnd  zwar  hinsichtlich  der  Aofnahme  von 
ElKliäiir«.  PSan/iMi.  welch«  »nf  einem  kie.sel»iurfreichca 
*W  faamnsarmen  Boden  gewachsen ,  enthalten  weniger 
•iBikiare  in  ihrer  Asche,  als  die  PQauzen  eines  an  Kiesel- 
<io  innen,  aber  hamn&reichen  Bodens,  wie  ich  dies  scboa 
^  Mberer  üelegen)i«it  gezeigt  habe.  *) 


P  A.  Tofel,  du  Aaftttkm«  il«r  Ktc^etqtiln  durah  VciteUbilicit. 
*■  Itr  Un.  Akadmsie  d.  W.  In  Bmüd  Kekiftnt«  ProiMchrift.  2.  var* 
Hktk  infkirt  IBSM. 

L  r«t4l,  «iairs  VttmdB»  Ober  da«  IMaiea  der  Samen  etc.  Sitiung 
fe  Mbab-pferaikal-  C1m>*  4(rr  kta.  bayr.  Akadcfale  d.  W.  In  MOn- 
*■  *«n  S.  Ko(eab«r  1^70.    Sitnnittbmcbt«  S.  289. 


316  A.  Ftyef:  UAtT  Ahtm^titmtfm^iiit  tt.  ITvmtUHAaUaam. 


Die  linmSmn  B«sfandthei)e  der   Äckererde  TermittelD  i 
Ai«  Aa^fame  der  Kies^lüilure,  ohoe  Ge^eairait  tou  Hqdiiu-^ 
8u)>KUaxeD  im  Boden  i«t  di«  Aufnahme  der  KiesolAurfl  d«D 
Pftanr-en  wurzeln    tm   hohen  Grade   wscliwert.     Findet   sieh 
iu    ii^end    einer    PiUn^^aatche    Kiettelailnre    in    reichlicher 
Mt'nK^    "o    >*t   die   betreSeade  PRunze  bvstiinnit  an!  einetn  ■ 
ftn  org&niBchen    ßpHtandtheileu   reichen    Boden    eolBtanJeti. 
Mit  dem  Gehulte  de«  Bodens  »n  hi)mo««n  Substauzea  itUtiil     ' 
dur  Kiesclsänrcffohalt  der  Pflanzena»chc  in  nDläugliurein  Zn-  I 
Bammeuhange,  ja  derselbe  ist  weit  mehr   tod  dem  Hnmas- 
gchalte  de«  Bodens  abtiäuj^g,  ah  von  dem  KieaeU&aregehaltc, 
welcher  ja   in  fast  allen  Bodenarten   in  growen  nnd  rrgie«     , 
bigen  Mengen  Terbreitet  rorkömmt.     Da  die  Terbindungenl 
der    Hiimu>(fl£ur«ii  mit  Anunoniiik  nni   ho   mehr  Kie*eUiUir^| 
aufnehmen,  alj  sie  Ammoniak  ciitJiulteii,  der  reinen  Bnnas^^ 
aSore  dag^en  die  Kigenüchafl  der  Kieselsänreaufnahme  fast 
völlig  abgeht,   so  darf  der  (iedanke  nahe   liegen,    dam   die 
stabilen,  d,  h.  durch  Bttineralsänren,  wie  ich  gezeigt  habe, 
nicht  vollkommen   xeraet^baron  Verbindungen    der    tlamua- 
näurc  mit  den  Alkalien,  welche  sieb  auch  im  Boden  bilden, 
nicht  minder  einen  weaentlicben  Beitrag  Kur  KieMlsäureauf- 
oahme  durch  die  Pflanze  bilden. 


ntwiiir  nm  I.  Hin  1879.    (Kkoktias.) 


H«rr  a  W.  OnmbelleRt  vor: 
„Deberd»!  Eruptionamateriftl  (leiiSchtAinm- 
Tnlkiina  von  Patorno  um  Aetnii  und  dor 
Schlammviitbane  im  AIIgemeineD." 
Drr  jODgMtitrfnlgt*^ grossartige  Aufbruch  v'xdm  Schlamm- 
TalVaD*  bei  Paterno  am  Aetna  iiiif«rn  Catania  hat  die 
ftmgt  Bftdi  d^r  Biftchaffpnhfit  dt«  Eruptionitmutvrials 
nd  oaeh  der  Natur  der  sof^.  Scblammvulkane  anfs 
Kmic  angeregt  und  am  so  mehr  in  den  Tordeigrund  ge- 
Mitgt,  als  filwr  dio  Erkläning  dieser  gimzen  Erscheinnuf; 
Mcb  gntae  UnHcberheit  herr&cht  uotl  sehr  rerfcliietlene 
Aadcbt«D  sieb  einanitor  ^cgcufibor  Ktehfn.  Daza  aber 
kommt  noch,  daas  bekanDtlicb  in  der  neuesten  Zeit  toii  Tli. 
Faoba  *)  in  Wien  Aie  Entstehung  eines  der  merkwnrdi);ste» 
Sdücblgnateiati  de»  aljiinvn  (.icbirgssjstems,  des  Flysches 
akmH«b,  mit  den  Answarfamassen  der  Scblammvnlkane  in 
{wstiacban  Zasammenhangc  gebracht  wurde.  Bei  den  viel- 
&d  rftthaelhaHeo  Erschnaung«n,  welche  sich  mit  der  Be- 
ttkafftnbeit  und  dem  Auftreten  der  Fljsohgeateine  verknUpft 
Mgen,  ({«wina«a  die  in  die«er  Richtung  autvrnommfnvn 
DatcrvachBOgea  daher  eine  herrorragende  Wichtigkeit  nicht 
_  Um  fbr  dio  G«ologie  im  Allgemeinen,  sondern  in<ibesondera 
jmt  der  Alpen.  Dm  aber  diesen  Frag4'n  näher  triften 
n  VfinatFi  erscheint  es  vor  Allem  nothwendig,  vorerst  das 
Matflül  genansr  kenntn  za  lernen,  vrvlchnt  <lie  xogt-niinuten 

1)  SIM;  d.  k.  AoU.  d.  Vua.  1.  Abth.  Jahrg.  1S77  und  V«cbaiidL  d. 
la  Wim  Iti78  Nr.  7  6.  m. 


218   XodUmy  tur  SiU.  d.  MaA.'pkf».  OToutf  e.  L  MAn  16 


Scliliimni  viilkan«  «Ijir  Gef^enwart  liufcTD.  Es  ist  sohr 
anflalletK),  äaes  wir  mit  Aasuabtuc  clor  klauiscben  Arbeiten 
Abicb's*)  und  einiger  ne(ieet«n  Arbeiten  Job  n 's*)  noob 
sehr  wenig  Dber  die  Nutiir  des  KrupUoDKmateriala  Holcbor 
SohlBnimvulkane  wissen.  Selbst  diese  CntersDchmigen  be- 
scbrünkuu  sicli  der  Hanpl^cbe  nach  blo««  atif  vbomiixrbe 
Analf  sen ;  an  eingehender  mikruneopi^scbcr  Erforscbung  de« 
Krnptioasmaterials  fehÜ  es  nocb  ^mlic)),  nbglt^icb  es  nicht 
][Wi?ifellLall  Dcin  dürft«,  das«  die  Hr)jfbnis>c  einer  »olcben 
Untcnmchuug  riel  zur  Klarnng  der  Streitfrage  über  die 
Natnr  und  die  Entstehung  der  sog.  Schlararornl-j 
kane  beijintmgen  im  i^tande  find. 

B<  scbii'u  mir   daher   von  geognostiscbent  StandponlitaJ 
auM  nicht  unwichtig,   die  Gelegenheit,   wekhe  sieb  bei  de 
Ansbrueb  de«  SvIiUm  uiTulkan«  bei  Patorno*)  bot,  ta' 
beaütxen,   nm  wenigstens   einen  Anfang   der  Uutereucbung 
in  der  bexetcbneten  itichtnng  anxubabnen,  wobei  icb  pleicb-fl 
heitlicb  die  cbrmi«che  Analyse  mit  physiknüaeh- 
ni  ikroacopischen  und  z.   Th.  paläontologisehen 
Reohacbtnugeu  za  verbinden  versachte.     Durch  die  IVennd- 
Itche  Gefälligkeit  einiger  Fachgenoeeen  war  ich  xngleich  infl 
die  angenehme  Lage   vernetzt,    meine  üntersuchnngeu  Uber^ 
i-ino    Keibe   von   Schlammvulkan material    aus    ganz    Italien 
nnd   der  Umgebung  des  kaspiscben  Meere« ')  ausindebnea 


9)  Htm.  4.  I'Acad.  bnp.  d.  «dfaCd.  SU  Petmbcmr;.  VIL 
Vol    VI.  Iö73. 

3)  Jaktii.  i.  k.  fcot.  [Utcluurt.  in  Wtoa  1^17  S.  «n. 

4)  Dm  UaUrial  Ton  cUin  SchUmmnilkan  bei  Pftterao  nHankt 
ich  d«r  OcBlUgkMt  d«c  11».  Prof.  S«{ii«Bia  in  Monina.    Ich  bralt 
Utr  die  Gelcpolwit,  ai«ia«a  nrbiinltkiictcii  Dank  fOi  diow 
OsterMOtiani;  aiwM|iTK)ini. 

G)  Herr  Staatarath  Afcich  ia  m«a.  Pr»t  Blaaconi  la 
Prof.  Sttobl  la  Pansa  ntul  OittctM  Stdbf  ia  Mtncbn  «mnoi  •» 
KUtg,  midi    mit   rtkhtB  UaUrial  tu  venflwti.     Aseb  di«>ra    Hnra] 
gfneha  idi  bei  dieser  Gdegtolwit  melaen  beslon  Paak  ui. 


C    W   Mabet:    AV^ioMiwUtrVW  4.  Schlammriilliaut  Uc.  219 

lo  daas  kll};vio«in<>re  Vürjjldichgptiukt«  gcivouDeD  werden 
konnl«»  Auch  gtaiilite  ich  die  Gelegeaheit  beiiUtz«u  y,u 
•allra.  um  wrni^piiriu  vinif^  d«r  wichligHt-n  Bildungon  der 
I'ltsfhgT'iippe  mit  iu  den  Kreis  meiner  üntersucbtiogon  her* 
fimauelien. 

Oft  »ir  nb  An^eua^puakt  tOr  diig  Oinxc  die  Bcobiicli- 
tuogMt  «Q  d«ii  CmptioDsnuterial  des  ScUlaniniTuIbaDs  von 
Paitcrao  ^imt«,  ao  «teil«  ich  die  Inerlfei  gewonnenen  Er- 
gtbnüw  hier  roran 

Der  HrhUmiDviilkiiD  von  I'aleriio. 

In  lim  enten  Tagen  de«  Monat«  DoMmbi-r  187»  niachte 
läcb  oacb  den  MiUheilongeii   den  Prof.  Silreatri   in  Oi^ 
>*)  »in  noaarScfalammTQlkan  durch  gewaltige  Schlunm- 
imptiotwo  b«  Pkterno  in  der  Nnhc  ilc-t  Aetna  bemerkbar. 
iZ>ieaaasahlreicl»e»  Ernptionitpunktt'ninit  wecbttelndpi-  Hetlig- 
berTnrbm.-)iende  SchlaninniiiMe   bildet«   einen  groitsen 
idcti  ^Äditamiusee.     Die  Krater-äbnlicbeD  Eruptionxöff- 
»ind  Ton  sweiertei  Art.      Die   einen    bleiben    con- 
liriicfa    in    Tbüti^keit    nud    werfen    mit    einer    gewis-ten 
I B<g»ln>S— igk ei t    diekltcben    Hcblamm   nnd    salziges  scblam- 
)■!)(«•    WwBavr  mit  Petroleam-lmitigem  Scluiunie  aun.     Zu- 
glacb   bewirkt  4u  Hürrordringen    von  Qimb,   namentlich 
I      wa  Koblvotinre,   das«  die   rn    den   krater(5rini(;eD  Vertief- 

»WOg&n    »ttgesammelte    flttssige  Mas»e    iu    fort  währende    aof- 
«•Ueade    Bewegung  Tcrntat  wird    nnd   diu«  aieh    du-Gber 
ti&*  Ko   fCubli'tiüur«  »ehr  stark   angereicherte    Dunstschieht 
Wldet,  io  welcher  brennende  Körper  erlü^heu  und  Thiere  zu 
Graodtt  geben. 
H         Itei  der  zweiten  Art  der  AnHbruchsöffnungen  ist  die 
^^TUti^kcit  eine  intennittirende,  indem  hier  der  an^^eatoasene 
B  %bhinm  uhr  dickäßmig  Ut  und  dadurch  /«itweiso  dem  du 

«)  AIlK«.  Z«iL  Btilace  tom  4.  Jaauv  UTU  8.  54. 


^'iO  Saektra^  tur  Ski.  ä,  malk.-i>lkifs.  CUtäe  e.  I.  Man  IST9. 


Anfwallea  bewirkeiiJeu  Gas  Wider^tood  Kn  Icixtcn  vermag.! 
Es  i^  <liäM  ilie  [Vriwlv  ciurr  oft  «inige  Mioaten  amlaDern-l 
den  scheinbaren  Rnbe.    Gewinnt  dann  <lie  ßaHtpanauDg  <bu 
Uebergewicht,  so  folgt  die  P«riod«  der  Explosion  der  SchUmni- 
muMD,   wobei  nn  untvrirdischos  Girtöüe   nnd   i^in  Erzittern, 
d«  Qodens  wahrgeuomnieu  wird.     Indem  bei  derartigen  Oeff-j 
nungen   der  dicke   Schlamm     bald    bis    zn   einer  gvwiawal 
Hdhe  emporgehoben   wird,    bald   wieder   in   die   Vertiefong 
zurücksinkt   und   eine  Zeit  lang  V  ttahe  bleibt,   um   nach 
S-~10  Minuten  wieder  in  die  H&be  getrieben  za  werden, 
unterliegen  diese  Bog.  Schlammkratar  «iner  fortwibreodea  | 
Formruidernog. 

UicK  Aaabriiche  dauert«»  nach  Silretitri'R  weiteren 
Mttthellangen  *)  mit  abnehmender  Energie  bia  gegen  Ende! 
de«  Monats  Dezember  fort,  veratärlttea  sich  aber  aneh  dum] 
am  24-  Onembor  Ober  den  ü»tlicben  Tbeil  von  Sidlien  ver-| 
laufenden,  starken  Erdbeben  iu  sehr  ächtbarer  Wl-mc  wieder. ' 
Nach  twei  Tagen  starker  Erregtheit    trat  eine  weitere  Pe>J 
riode   der   sich    allmähüg    rerseb wachenden    Kmption)^! 
ersebeinang  ein,  die  erst  g^en  Mitte  Januar  rSlIig  erloacba  | 
war,  indem  nunmehr  nur  uoch  gegen  10  Oeffirnngea  sidt-J 
bor  sind,   ans  denen  in  Mitte  des    Eraptionsbcekci» 
ruhig  ohne  Gnittem  dee  Erdbodens  nnd  obn«  Getöse  i 
migee,  awischen  13—37*  wamcs  Waaaer,  petrolmunbaitiger] 
äehann  und  reich  liebe  Gase  entströmten  im  Gegensatz«  za  dem  [ 
■pri wgtmmnww rt' g''i  Enpordrii^n  dicken  Schlamms  in  dar  j 
i-n>ti>u  Zrit  der   Empticiostbätigkeit.     Dorcb   dne  Schatz- 
inatKT    ¥rard«   der  Scbkmmatrom   gegen   du  weifcere   Vor-' 
ilHugC'n,    wdchfls   di«   Vei^eeruug   der   Gemfin^itcn   und 
Onngerten  bentrcbteo  Ue«,  tn  einem  Sumpf  Ton  bäAnfif  I 
tmiit  t^itadtatnetar  aogeitant,  der  nunmehr  aainiUDckneii 
bi<|tlKnt  lind  «m  AottiocknaiigaBprOngvo  doRliiagso  wird,  i 


UMdw  A 


Kr.  7  8.  i38L  163«. 


C.  W.  Gümbel:   Eruptiottgmaterial  d.  Sehlammmlkane  etc.  221 

Das  ansgetrocknete  Eruption  sin at er ial  stellt  einen  licht- 
grQnlich  grauen,  palverigeii  Tbon  dar,  der  von  Wasser  be- 
feocbt«t  sehr  ?Äh,  plastisch  und  beim  Anfühlen  gewisaer- 
nnssen  seifig  sich  verhält,  wie  t.  B.  der  gewöhnliche  Töpfer- 
äioD.  Das  im  Wasser  vertheilte  Material  ist  ans  verschieden 
ptDsen  Theilchen  zusammengesetzt,  nämlich  aas 

A)    0,4  •/"  gröberen  StDckchen  über  0,5  mm   DarchmeaBer 
^  15,0  "ja  feineren  Stückchen      „      0,1    „  „ 

C)  84,6  o/d  feineren  Schlamm. 

Die  grSberen  Stückchen  Ä  bestehen  am  festeren  Uergel- 
brihichen,  Fragmenten  von  Ealkspatb,  ziemlich  viel  Schwefel- 
bn  in  traubigen  Elümpchen  jedoch  ohne  Spar  von  Bei- 
meigimgen  Tnikanischer  Gesteinstheilchen  (Bimsstein,  Lava, 
TQlkuischer  'Asche).  Nur  sehr  vereinzelte  kleine  Körnchen 
Bunten  als  Augit  oder  dei^leichen    angesprochen   werden. 

58,89  "jo  dieses  gröberen  Beimengungen  werden  durch 
Etrignnre  zersetzt,  nämlich  so  weit  sie  aus  kohlensaurer 
Kilkerde,  etwas  kohlenaanrer  Bittererde  und  Eisenoxydal  zu- 
nmiDengesetzt  sind.  Der  Rest  besteht  nahezu  drei  Yiertheiten 
US  Onankömchen.     Denn  die  Analyse  desselben  ergab: 

Kieselsäure 76,50 

Thonerde 3,00 

Eisenoxyd 4,10 

Kalkerde 0,23 

Bittererde 0,55 

Alkalien Spuren 

Bitumen     ........       1,00 

Schwefelkies 1,73 

Wasser  nnd  Verlust     .     .     .     12,89 

100,00 

Die  Qnarzkörnchen  konnten  durch  die  lebhaften  Farben 
i-  p.  L.  bestimmt  erkannt  werden,  das  Üebrige  scheint  vor- 
Wrxbend  einem  festen  Mergel  anzugehören. 


:222    Nadttrag  tur  Silt.  d.  malK-plij/i.  CtatH  t.  U  Xitrt  1873. 

Aehnlicb  vorhält  sich  aucli  der  mittelgrosBe  BesUnd- 
theit  6,  htsi  vr«Ich«n]  neben  den  lUinftruUfaeilcbvo  nno  itoeli 
merkwördiger  Weise  oi^.u)iscbe  Beim^u^ngen  namentlich 
von  t'oraiuiuifereD  üich  bemerkbar  machten.  Nach  der 
antcr  «tcirkinn  Bmu^cn  orfolgb-n  Einwirkung  von  Ecxigsäan 
bleibt  ähnlich,  wie  b«i  detu  grüsserou  Theil,  ein  Rtlckft&nd 
Über,  der  nnter  dem  Mikroecop  unterancfat  Verachiedvnus 
kennen  liUst  und  zwnr: 

1)  kleine,  schwarze,  vom  Blagnet  gezogene  K5rnch«Q  — 
Ho^ebetflen ; 

2)  wehM,    niei»t  dtirchgichtige  x,  Tb.  auch  opak«,  nnd- 
licbe  and  «kige  KSmchen,  die  i.  p.  L.  lehbafte  Ag- 
gregatlarben,  liSebst  Helten  farbige  Streircben  zeigen, 
daher  w«it  vorheTTxchend  xaui  Qiiurz  nnd  in  wenige: 
Sptitterchen  einem  PlagioklaH  zoznrechnen  sind ; 

8)  rundliche,  agj^Intinirte  rOtbliebe  KSrodMO.  welche  au-  ~ 
darchflichtig  bis  diirchiKheinend,    i.  p,   L.  ohne  Farbe 
sind  und  walirscheialich  ans  geßrbter,  acDOrplier  odi 
darb«r  KicHebabstanz   als   Kernt  Ton    Forammifi 
beat«beo; 
4)  grüne  Kerne  von  /'oramiitt/er^fi-ADsf&IInngen  ans  QU» 

conit  gebildet; 
Ti)  Glimmemcbüppchon ; 
6)  Schwefelkies. 
Den  wichtigsten  Theil  der  Ernptiousnasie  trildvt  d 
Teine  Schlamm    (86,4  %  des  Ganx«n).     lu  Wasser  ti 
theilt  und  nnt«r  dem  Mikro-icop  untersucht,  lässt  darit«! 
neben   den   Üoektgen   TbonklQmpchen   merkwOrdiger  Wei 
«ine  gro»!«  Menge  von  Coceolühen,  Foramin^ereu  nud  i 
kleinst«  Thdlcfaen   lersplitlert«   organische  Reste   ira 
VersteinerangNEHslande  erkennen.     Die   Goctalitlien  hentzm   i 
groBsentheili    die    gewi'ilinliche    Form    der    Tieftetablogerfl 
nngoii.      Dazu    gesellt    sich,    wiewohl   nur    in  vereinzelten^ 
iSxonplaren,   eine  mir  ueoe  Porm,    welche  duliirch  au»^ 


C.  W.  OümM:  Eniptioiutnaterial  d.  SeNammridkane  etc.  223 

gneiehnet  ist,  ätas  sie  radial  gestreift  oder  vielmehr  ge- 
Eillet  erscbeint.  Unter  den  weissschaligen,  im  iDnern  mit 
ferter  6e8t«iiia8nbstaQE  aDsgefCtllten ,  daher  versteioererten 
and  nicht  etwa  abgestorbenen  Exemplaren  der  Jetztzeit  an- 
phiÜrigeD  Foraminiferen  linden  sich  hauptsächlich  zahlreiche 
QJabigmtien,  seltener  Nodosarien,  Cristellarien  u.  6.  w.,  wie 
oa  in  den  söditalieniscfaeD  Tertiärablagemngea  vorzukommen 
pflegen.  Unter  den  äbrigen  organischen  Ueberresten  machen 
ach  besonders  kleine  punktirte  Bliittcfaen  bemerkbar,  wie  in  den 
Tie&eeablBgerungen,  die  ron  Stachelhäutern  herrQhren  dtirften. 
Zusetzt  man  die  mergeligen  Theilchen  durch  Säuren 
und  schlämmt  die  Flocken  weg,  so  bleiben  im  ßückatand 
%litterchen,  die  optisch  wie  Feldspath  sich  rerhalten,  ferner 
Quak5mchen,  Glimmerblättchen  und  branne,  warzige,  nnr 
durchscheinende  ElUmpchen,  welche  wahrscheinlich  aus  ge- 
Aitor  amorpher  Kieselsäure  bestehen. 

Nimmt  man  die  Schlammasse  im  Ganzen,  so  enthält 
dieaelbe  nicht  nnbeträcbtliche  Menge  an  in  Wasser  löslichen 
äilies,  nämlich  nahezu   '/lo  "in. 

Diese  in  Wasser  löslichen  Salze  gehören  weit  TOrwal- 
ttnd  Chloroatrium  an.     Sie  bestehen  nämlich  aus : 

Chlor 57,11 

Schwefelsäure 0,48 

Salpetersäure Spur 

Natrinm 38,86 

Kalium 0,07 

Bittererde 0,73 

Kalkerde 1,68 

Kohlensäure  und  Wasser  .     .       1,07 

100,00 
Der  geringe  Gehalt  an  Gyps  nnd  au  Bittererde  ist  be- 
merkenswerth    und    weist    in    üebereinstimmuug   mit    dem 
Fehlen  von  Jod  jeden  Gedanken  an  ein  unmittelbares  Ab- 
■tammea  dieser  Salze  aus  dem  Meerwasser  eurück. 


224  JFaiBUrag  ;wr  Siü.  i  »aiJi.-jAitt.  Cluiitt  r.  1    JOrs  S7K. 

Der  f«is«   SeltlsaiD  (O    nach   detn    Andgiy 
gsiLzen  Miwag  mit  Wa^ss  ist  com  Tfaol  dnn^  änr^ 
wtzljoii'.     Dn-  drireb  sehr  T«i3&niitr  Salznurp  sa-le^  T 
hsDptüehUclb  Kulkarbonat  mit  «vm  kobknsBiiucr  Bil 

TOD  Thon  betraf  l^,ö2  *•  und  bestellt  hu: 

Kohkn^orer  Kaltercle     ....     59L.^5 


}  2SJ5 

3.63 
1.13 


.,  BiU«rerde    .     .     , 

n  EiBPDoxjdnl     .     . 

ManganoxTdol 

Thon 

EiEenoxyd,  Kieselerde  etc.  etc-  . 

loasi 

Den  dnrch  Sftlzmnre  niclit  zM-IegtcD  Rost  &sd  icli 
•unmeDgesetzt  aas: 

Kieselerde. 5c>.T5 

Tbonerde -22.59 

Eiwnozyd 7.61 

Kftikerde O.OS 

Bittererde 1.52 

Kali 0.!>0 

Wasser 9,00 

1Ö0.4J 
Im  /tasammenhalte  mit  der  mikroscopiscfara  Un 
Hucliiinf^  ci^ibt  sich  hierans,  dass  dieser  Restbestsndfheil 
«•in  eiH<?nljalti(;er  ThoD  mit  Quanctheilchen  ood  Glimi 
(ichU;>{>clien  HDzuneben  ist.  Dazu  kommen  noch  ger 
Mtingeii  von  Markasit.  In  diesen  Schlammmasaeo 
Schlum  m  Vulkans  tod  Paterno  köunen  wir  deni 
durchaiiH  keine  Betheiliguug  vulkanisclieD  Material 
der  Zunaiiimenset/uiig  erkennen;  dieselben  gleichen  rielr 
einem  mergeHgen  Thon,  wie  derselbe  in  den 
tiaren  Abla(;(ernnt{eii  der  Nachbarschaft  i 
zukommen  pflegt.     Der  EinacWnss  ytoa  CoecotUhen 


II  W.  Gtimbtt:  JShijXiMMiarmol  d.  SOiarnrnnMaae  etc.  'i2^ 


Fimmmiferen  »etut  es  zwlein  ausser  allen  ZiiäM,  d«M 
Eroptioiianiateriat,  was  ancb  itnmer  dt«  Untacb«  der 
«vaikaae  Mtn  mag,  die  wir  hier  laa&chst  noch  od- 
laaaen  wollen,  nichta  anderes  bt,  als  erweichter, 
Waner  iIurcliLräukUr  und  durch  Gasspannungen 
•mptiT  gewordener  Tertiärthou. 

Noch  ist  zu  erwShn«D,  da»)  zwar  nicht  die  GaMCxhala- 
Ütsan  diesea  Schlammmlkaos,  aber  doch  die  der  benacb)>artTO 
M(.8atiueU«  von  PaternoTon  Ch.  ßi.  Ciaire  Oerille  nnter- 
ntbt*)  Qod  r.asainnieag«!«etxt  gctandcn  wurde  buk  97,0 
KbUtnsliir«  and  3.0  Sauentoff  mit  HtickstoS.  Ea  ist  wabr- 
(dmnliclt,  dasa  auch  das  Gas  deti  ^^hlalnmTulkan8  von  Pa- 
tnu)  finn  ähnliche  Zasanimeagetzniig,  vermntblich  mit  einer 
BÜBtoguni;  von  Eohlenwasaerstoff  besitzt 

Dieat«  anffallende  Resultat  dtr  ünt«rsacbnag  des  Knip- 
Ünuaiteriale  bei  demSchUmmvulkao  von  Paterno  berechtigt 
kfmjlieber  WeiM  noch  nicht,  weiter  gehende  SchltUs«  so 
*H)«D,  w«n  hier  möglicher  WViMteini'  rein  iirt  liehe  Krxchei- 
aiag  rarliegen  könnte.  Es  erwies  i<icb  daher  wGmichcn^werth, 
^  toteniuGbang  in  ähnlicher  Weise  auch  noch  anf  andere 
^dttuDBirulkane  weiter  annodehnen.  Hier  ist  zunSchit  die 
Untmicbong  desjenigen  SchlammTulkans  von  Wichtigkeit^ 
*iäciw  gletcbsam  aln  Typns  aller  Schlammvulkane 
ü  Eoropa  ujgesehen  winl,  des  Schlammvulkans  „Maca- 
'lU".  noch  welchem  von  Atanchrn  alle  Bchlarnmrnlhaoe 
fitikta  mit  dem  Nainen  Macalaben  bezeichnet  werden. 

ErtpÜnastDAterUI  de»  Sclilammralkann   Xacaluba  bei 

ülrgouti. 

Dieaer  Mbon  ans  dem  Alterthom  Kukannte  Schlamm- 
ralkao  bei  Girgenti  aaf  äicilien, wird  nach  Dolomilen's 


g)  AauL  d.  Oilntie  et  rbjüqae  3.  8«r.  tS58.  Tom.  LU  &  51. 
([ffT9.   t.  Umth-jAty.  CL]  15 


226    Xadttrag  imr  Site.  <f.  «uuA.-fAy«.  a<uit  r.  L  Mmv  JS79. 


8ebiidi!rong  im  Jalire  1761  vod  etnem  beiliafig  50  m  boluol 
sehr  flitch  krgclfonnigca  Hügel  toh  sehr  TcrüDdn'Iiehiir  Ge- 
stalt bei  etw»  925  m.  Dtnfang  gebildet.  AoT  den  wh- 
gestampfleB  Gipfel  detaelben  macben  tahlradi«  aelcBDäLre 
kotii«cb«  Aufntganf^n,  di«  grQuten  etwa  I  m.,  dw  kldosteB 
oft  Dor  s|>aDoeiiiioch,  die  agentlicben  ErnptioDSpunkte  «tu. 
Jeder  dieser  Kegel  trigt  oben  eine  tricbtTf&nnig«  VertidoDg, 
in  wdcher  der  HüSKige  Schlnmm  bis  zam  Rande  des  Kegels 
aufsteigt,  sieb  bier  zo  einer  halbkugeligen  Blase  aufbl4ht 
utK)  nnn,  indem  die  Blase  mit  Bt&rkem  GerÜnsebe  serptatct, 
tbeilweise  emporgecchleodert  wird,  theilwetae  in  die  Vsr- 
tiefiisg  snrücksinkt,  um  nach  2  —  3  Hinrteo  wieder  aufon- 
stdgen  und  daSMlbe  Spiel  za  wiederholen.  Der  ausge- 
worfene Scblanim  bildet  einen  Tbonbodea.  der  beim,  Aus- 
trocknen rifsig  wird  nnd  beim  Darfibergehen  schwankt  mm 
Zeichen,  doM  er  nur  eine  Erarte  fiber  einem  weichen,  halt^ 
fla<3igen  Untergründe  bildet.  Bei  eintretendem  Regenwetter 
erweichen  die  Tbonmaseen  and  die  kegelfiSrm^en  Aaftsg» 
äugen  der  ganzen  Region  verwandeln  sich  in  einen  groesen 
mit  balbfiDssigem  Schlamm  erfüllten  Tümpel  *). 

In  etwas  anderer  Wtiae  bevcfareibt  später  (1829—1832) 
Friedrtcb  Eorfmauu'*)  diese  Schlamnirnlkane:  „In 
einer  wenig  erhöhten  ThoDe>>ene  i^t  rind  auf  einer  Fliehe  von 
etwa  150  Schritt  Länge  and  angeiähr  50  Schritt  Br«ite  eine 
grosse  Zahl,  etwa  30.  zwischen  2 — 3  Fuss  holier  i^chlammk^el 
autgeworFeo.  Jeder  trägt  auf  der  Spitxe  eine  unbedeutende, 
selten  ntdir  ab  fossgroese  tnchterfBrmige  Vertäefung,  welcbs 
mit  Sakwasser  erfIlUt  wmr  ond  stete  ward  die  Oberfiädm 
dieser  kleinen  Wasser-AoHuiunlangeo  von  atistretendea  (tae-j 
blaam  in  brodelnde  Bewegung  erfakltes,  wobei  sich  niebti 

t)  Doto^tt^  Wstke  iMJIteeb«!  nr  Im  isbs  Pontas  rt 
litrat  TriMwred  de  rSlM  tTSSj  Tsjm«  an  Ums  de  Upari  1783  wsi  8a 
Is  iMsbkMsl  4a  Um  de  b  Cakkc  I7M. 

101  XanSa't  aed  r.  Dceica's  Aichlr.  Dd.  I3{  1639  &  IIB. 


G.  W.  0«mM.-  Emptutntmataiti  4.  SdUammttilhme  etc.  337 


■Ha  an  iea  AbMni^n  der  Kegel  fiber  die  Rinder  dieMr 
tiwKa  Krater  kleine  .StrSin«  der  tnit  Salzwasmu-  getrimkt«a 
Tbnnuae  ergossen,  welche  das  Bild  kleiner  Laraströine 
ItUduam  «pi^leod  darstellben." 

Id  nenerer  ^it  {lüöb  und   I8&&)  bxben  Ch.  St.  Claire 

Dffille  und  P.  Leblan  e  Bach  die  ZasammenMtEnng  der 

ui  im  Oeffnnogen   des   Macalnba   BUBstrSmenden    Gnae 

.UElenacht  nad  geraadün  "),   dum  «Je  beüUtheii    in   der  aln 

\tit.  i  bK«i«bnetcii  Mändang  aus: 

Kohlensänre   .     .     .       1,15 
Sauerstoff.     .    .    .       1,70 
Stickstoff  ....       6,75 
Kohlenwasserstoff   .     90,40 
100,00 
Ktm  OwB   besitzen  demnach    eine   abweichende   Zo- 
|<HitaBetznag  gegen   riete   der   eigentlichen   Tulkanischen 
EtWlstioam    der    Komorolon,    Solfntoren    n.    s.  w-,    welche 
teth  du    Vorkommen   von  Salzsäuren    nad    schwefeligcr 
[  Sn»  Kek^nnaeichnet  sind,  aber  es  wird  von  Oeville  an- 
!  punuen  *'},    daa«    zwischen    den    Gosexhalationen   der 
^AkamTnlkane   and  Salse  nnd  jener  der  echten  Vnlkane 
Mglich    ihrer   Zasammenaetxung   ein   allinähliger   Ueber- 
P*(t  itattlinde,   sn   das«  es  Dnm<3glich   sei,   sie  sicher   tob 
I  *Muler  lu  un  torscheide  0. 

thr  mir  rar  Untersachnng  Torli^eode  Ernptionsschlamm 

"miacatnba  besteht  ao!«  einer  wetsslicli   graaen  leicht 

^ni^Ucbirn  Erde  vom  Aassehen  eines  tcrtiäron  murgttligvn 

IW.     In'fl   Wasser   gebracht,   erweicht   derselbe   ueoilich 

I  '*i  qnd  hintarUUst  beim  Abschlämmen  der  feinnten  Thon- 

[  Wehen    geringe    Mengen    gröberer    Bttimeogiuigen.      In 

^■o  skeant  man  mit  unbi-wafFnelem  Auge  und  mit  nilfe 

^  ItikratoofM  kleine  KürDchi.'U  ron  Quart,   Gtimruerblätt- 

11|  AbimIcs  <le  Chinie  tt  d«  Plijiipae  3.  Ser  1858  p.  S7. 
19  FooijW  st  Oor«*»,  Arn.  i.  scmw.  geatojiqnw  T.  II,  ISTO  p.  09, 

15' 


228  Nachtrag  tw  StU.  d.  maai.-phyt.  a<UM  v.  1.  MStm  tan. 


eben,  Splitter  von  Kalk,  Qyps  (?  Anhydrit),  kohlige  Th«l- 
cben  nnd  toq  Schwefel,  dessen  Natnr  durch  Verbmf 
noDg  sicher  nachgewiesen  wurde.  Äehnlich  wie  in  des 
gröberen  Bestand  theilea  der  SehlammmUBe  von  Pateino 
finden  sich  auch  hier  weissschaligei  mit  harter  GresteiiuBnl)- 
stanz  aasgefQUte,  also  versteinerte  Foramtniferat  in  beson- 
ders reichlicher  Menge,  namentlich  Globigerinen^  nach  Art 
der  in  den  benachbarten  Tertiärschichten  TOrkommendei 
Formen.  Es  ist  hervorzuheben,  dass  auch  hierin  jede  Spo 
Tnlkaniacber  Gesteinafragmente  oder  Mineralien  fehlt.  li 
den  feinen  Schlammtb  eilen  bemerkt  man  a.  d.  M.  nicht  be- 
sonders h&nSg  Coccolithen  in  gut  erhaltenem  Zustande.  Zahl- 
reiche Riiigfr^^entfl  und  feinste  Kerne  denten  daraof  hin, 
dass  viele  derselben  zertrOmmert,  nur  theilweise  erhalt« 
worden  sind.  Auch  dieser  Schlamm  enthält  nach  den  Unt» 
sachnngen  von  Asa.  Schwager 

1)  in  Wasser  löflliche  Salze 3,70 

2)  darch  Essigsänre  zersetzbaren  Antheil          .  4,18 

3)  in  Salzsäure  „  „  .  .  24,63 
4]  in  Schwefelsänre  „  „  .  .  13,50 
und  einen  Rest  mit 54,00 


100,09 


Die  in  Wasser  löslichen  Salze  sind; 

Chloruatriuni 8,305 


Sohwefelsanrea  Natrium     . 

.     0,227 

„             Kalium  .     . 

.     0,121 

„             Kalk      .     . 

.     0,033 

3,686 

In  Essigsäure  wird  zersetzt ; 

Kohlensaure  Kalkerde  .     . 

.     3,80 

„             Bittererde 

.     0,38 

I 


Der  durch  Salzsäure    onter   lebhaftem  Aufbrausen  iv4[^ 
setzte  Antheil  ist  etwas  Bittererde  und  Eisenoxydul-haltigi^'. 


I 


C.  W.  Oimbd:  SntptiOHtmateritd  d.  SOlanmmäkatte  ete.  229 


KilkearboBat  neben  kleinen  Mengen  von  Thon.  Durch 
Sduäare  wird  ferner  A  und  dann  durch  Schwefelsäure  ein 
AnÜidl  B  uraetsct,  welche  beateben  ana: 


A 

B 

Eieselaänre .     . 

26,36 

45,12 

Thonerde    .     . 

23,44 

37,48 

Eüeoozydul 

17,24 

3,46 

Eftlkerde     .     . 

2,52 

0,51 

Bitteisrde   .     . 

7,92 

1,40 

Kali  .... 

3,18 

4,77 

Natron  .     .    . 

3,91 

2,62 

WaaMr  ... 

14,15 

4.88 

90,72 


100,14 


Dieser  Beetaadtheil  ist  ein  Alkali-reicher,  Eisen-  und 
Vuer-halt^er  Thon  von  der  Besohaffenheit,  wie  er  hanfig 
i»  tbonigen  Sediment&r-Ablagernngea  gefunden  wird. 

Der  Best  ist  znHOniniengesetzt  ans: 


Eieselaänre 
Thonerde . 
Eisenoxjd 
Kalkerde  . 
Bittererde 
Kali  .  . 
Natron  . 
Wasser 


78,04 
16,81 
0,91 
1,23 
0,07 
0,83 
1,54 
1,24 


100,67 
Duin  scheint  neben  einem  kleinaten  Theil  durch  Scbwefel- 
"ürt  nicht  xersetzten  Thonee  die  Kieselsäure  in  Form  von 
wikSmchen  Torzaherrscheu.  Nimmt  man  die  Zusammen- 
"bng  des  Schlamms  ohne  Scheidung  des  in  Salzsänre  and 
^nfelsäare  cersetzbaren  and  Beatantheils,  so  ist  dieselbe : 
Kieselerde  .....     54.42 

Thonerde 19.63 

Eiwnoxyd 5,17 


230  2f<idaraf  tttr  Sitt.  d.  MofA.-jiKjw.  Clatrt  v.  J.  Mars  iSff9. 

Kalkerde $,58 

Bittererde 2.3G 

Kali  .     ." 1,59 

Natron 4,03 

Kohlonsäare    ....  2,48 

Chlor 2,0! 

SdiwefüIsUare ....  0,22 

Waaser 4,79 

100.28 

Wir  gewinnen   in  diesen  Zahlen  das  Mitte),   diese  Zc 
MinmeuiietxDng   mit  Jenen   andern   TbongestelDen    zn    ver- 
gleicheu,  welche   ntau   ineitit   nur   nach   dor   BsuMefaantljw 
kennt   und  die   wir  später  erwühcen   werden.     Wir  wolle^j 
hier  nur  vorlänfig   auf  die  Aehnlichkeit  dieser  Zurammenfl 
eetzang   mit  jenor   den  von  Abieh    analyairten  Eruptiona-    '' 
matpriaU   d«8  Schlaaimvalkaos  Ton  Knmani    und    munchi-r 
Tiefseescblammabh^erungeQ  hinweisen.     Von  Iteimengungco 
mlkanischer  frodnkte  oder  von  einer  tufUrtigen  Zu«aminen- 
setZQDg  war  nichta  xn  beobachten. 

Ich  wende    mich   Kuu&chst  der   weitereu  nnteniuchunfi 
zweier  S«hlamniaaswiirftmu)teD  ni,  welcite  anii  den  dnrc 
lahlr^iche  SaW,  Gasexhalationen  «od  PetrolenmqufUen 
kannten  Uzenden   der  Apeninnen  bei    Modena  und  Pa 
itammeo,   um   auch    einige   Beispiele   ans   dem   nürdücbo 
Italien  fllr  den  Vergleich  xn  gewinnen. 

Ueber  diese  norditalieniHchen  Schlammvulkane  verdani 
ich  der  Gnte    des  Herrn  liergdirektors  R.  8 1  ö  h  r    fo^i 
Mitthirilnng:  „Boicbrnnkt  man  den  Beigriff  ..Salse  "näher  bl 
auf  die  wirklichen  ScblarnrnTtükaoe,  die  nicht  bloss  Kobia 
wessenitoRgks    aiu^tofmen,     sondern    auch    S«hlami 
und  GesteinafragtiteDte  ausschlendem,  so  finden  sich  in  Ai 
heuligeu  Provinz  Modena  und  Reggio  nicht  weniger   als 
solcher  ansgesprocbeoer  Sab«,  niimlich: 


C.  W.  aambU:  Ervptifmtmatenai  de»  iScUonmimlfctn«  etc.   231 

1)  Die  Ton  Monte  Gibbio  bekannt  unter  dem  Namen 
der  Salse  Ton  Saasnolo.  Dazu  kann  man  drei  be- 
nachbarte kleinere  Salse  rechnen ,  welche  anscheinend 
selbBtständig,  doch  in  innigem  Zusammenhange  mit 
der  Hanptsalse  zn  stehen  scheinen. 

2)  Die  Salse  Ton  Nirano,  auf  die  zuerst  Brignoli  ") 
aufmerksam  gemacht  hatte  and  welche  dann  von 
Stoppani  beschrieben  wurde. 

3}  Die  Salse  delta  centnra  oder  delle  prate,  die 
nnweit  von  Mont'Ardone  liegend  zuerst  von  M^nard 
1b  Groye  '*)  beschrieben  wurde. 

4)  Die  Salse  von  Pnjaaello,  bereits  von  Spallan- 
sani  ")  beecbrieben  und  mit  dem  Namen  della  Toro 
della  Maina  bel^t. 

5)  die  Salse  Von  Ospedaletto,  die  bisher  noch  nicht 
erwähnt  wurde. 

6)  Die  Salse  von  Casalina- 91  oacerato,  ebenfalls 
noch  unbeschrieben,  aber  bereits  von  Brignoli  er- 
wähnt. Alle  die  bisher  genannten  Salse  li^en  im 
Hodenesiochen ;  die  folgenden  dagegen  in  den  Pro- 
Tinzen  Reggio  nämlich 

7)  die  Salse  von  Qnerzola,  von  Spallauzani 
(Qaerznola)  beschrieben  und 

6)  di«  Salse  von  Ca  sola,  die  derselbe  Gelehrte  irrthüm- 
lich  ala  die  von  Canossa  angibt. 

Einige    der    bedeutendsten    derselben    wollen    wir   nun 
näher  notersnchen. 


13)  BeUtiooe  delV  altima  erDiione  A.  sal»  dt  SubdoIo,  ßeggio  1836. 

14)  Joanal  de  Phriiqn«  Toi.  86. 

15)  Via^  delle  doe  Sicilie  e  \a  »Icane  pkrte  dell'  Appennino  Tom.  III 
1795  PaTim. 


232        Nachtrag  t.  Bits.  d.  wKUh.-phgt.  Cl.  v.  1.  MOrt  tSfS. 

Salsa  di  Nlrano  ■•}. 

Einer  der  bekanntpsten,  noch  jetzt  spradelDden  Schlunm- 
Tnlkaoe  liegt  im  SQden  von  Modena  nnd  öetlich  von 
Sassaolo  im  Gebiet  der  aatischen  Subnpeiminamergel  unfern 
von  dem  kleinen  Dorfe  Nirano.  Herr  Direetor  St5hr 
theilt  mir  darüber  folgende  Einzelbeitea  mit: 

„ünfießhr  1  Kilometer  nSrdlioh  vom  Dorfe  Nirano 
liefet  am  Südostgebänge  eines  ans  blaugraaen  Sabapenoia- 
mergeln  bestebeaden  HShcnzngs  etwa  40  m,  tmt^r  dessen 
Kamm  ein  kleines,  auf  drei  Seiten  von  HOgeln  amgebenea, 
nach  Süden  offenes  Hochplateaa ,  das  sieb  scbon  von  ferne 
von  dem  ring^nmgebenden  Grün  des  reich  bepflanzten 
Landes  dnrcb  seine  Kahlheit  and  helle  Erdfarbe  in  snf- 
&Ilender  Weise  abbebt.  Auf  dieser  etwa  400  m.  langen 
und  über  100  m.  breiten  Hochfläche  finden  sich  nnn  eabl- 
reiche  Schlammkegel,  welche  dnrch  ihre  Änsdehnung,  durch 
ihre  häufigen  nnd  nach  Zeit  sich  eiastellenden  Erruptlonen 
dnrch  die  mächtigen  Schlamm-  and  Gasezhalationen  ab 
die  grossartigsten  aller  italienischen  Salse ,  jene  der  be- 
rOhmten  Macababa  nicht  ausgenommen ,  gelten  können. 
Dieser  Gomplex  wird  als  Salw  dt  Nirano  bezeichnet. 

Die  kleine  Hochfläche  wird  von  einem  hellen ,  blaa- 
grauen  erhärteten  Schlamm,  der  von  früheren  Ergüssen  ab- 
stammt ,  gebildet  und  läHst  keine  jener  scharfkantigen  Ge- 
steinefragmenten wahrnehmen,  welche  die  Salse  von  Sassnolo 
kennzeichnet.  Die  hier  aufgesetzten  Schlammkegel  sind 
bald  bloss  unansehnliche  Bodenschwellungen  von  einigen 
cm.  bis  V»  —  V*  ™-  Höhe  aus  breiter  Basis  sich  erhebend 
bald  bilden  sie  steile,  1 — 3  m.  hohe  conische  Erhöhungen 
Bei  ihrer  Veränderlichkeit  ist  die  AnrAhl  nicht  conetant; 
es  wurden  deren  15  —  18  gezählt ,  die  jedoch  meist  nicht 
alle  gleichzeitig  thätig  Bind. 

16)  Tprgl.  StoppsDi,  J.  Petrolü  in  lUlia  in  Politocnico  VoL  11 
MilftQo  1866  p.  55  n.  fdd. 


0.  IT.  Oümbti:  SrvpttmuiMl<ri<ä  der  SeUamiHeMatie  tic.  233 

Aaf  ilüu  Giprelo  dieser  ki>gi>!rörmigen  ADfratjangeii 
Hieb  iairaer  klein«  knter&liti liehe  OcfTunugeii,  aus 
doMHi  bei  eioigoD  fortiriilin-uil  ScbUmm  üWrÜioMttt  aat\ 
Gwblaseo  geranschlos  anfsteigen ,  nälireod  bei  anilern  das 
A(mü>M«u  dea  Scblamins  und  die  Qasexhalationeii  in  knrxen 
Pwmm  iDtrrmittireud  UDter  Bir^Ieitnug  eiucs  eiuvi  nr- 
beiteDden    Üanipfniaschine     äholicbea    stoaiiweisbrausenden 

|nt*riluscbw  erlolgt.  Jede  solche  periodiAcbe  Eraptioo  b<^aut 
mit  ein««!  atOMWüiMti  Geriuscli  in  der  Tief«,  dieJUM  »tvigort 
jrich  nach  and  nach,  bis  die  Oeffnang  mit  Scblamm  gefallt 
bt.  Saa  fiieest  derselbe  onter  starker  Gasen  twickluuf; 
Dbnr ,  oder  ab«r  itteigt  bui  viiiigen  '/*—*'*  m  boch  s«iik- 
ncfat  in  die  Laß  spriogbrunoenartig  etapor,  am  dann  rasch 
lorflck  KU  fatUn.  Dieses  Spiel  wiederholt  sieb  in  I^us«fi 
Tiin  30  S«kiiudeu  b»  40  Miiiuleu.  Wenn  man  ver- 
sncbt  mit  einer  laoguu  Stange  den  Qrand  der  Kegel  zu  er- 
niclien,  so  erweist  ea  sieb,  dass  man  in  iVi— 2  m  Tiefe 
noch  kmoen  Onind  erreidit. 

Ausser  diesen  mehr  oder  weniger  tlütigen  Kegeln  be- 
Bnden  sich  in  der  nüohstea  N&be  nicht  weniger  als  39 
OdEatingen  im  Flod^,  aus  denen  Gasblanen  anisteigen  nud 
Sefalomm  sich  i-rgiewt;  einige  derselbon  waren  ttugcnschein- 
&cli  in  Nenbililang  begrilTen.  Datutben  liegen  weiter  noch 
1  S  Tlkiap«!  sben  im  Boden,  die  theils  mit  Salzwasser,  tbeits 
mit  fltlnigem,  grosse  Gasbluen  atiwt<M8«&dem  ä«blaniin  er- 
eilt nod.  Da«  0ns  ist  niebt  zn  entxnndlieh.  Ihr  Darclt- 
■avar  beträgt  dorchschoitUith  1—2  Meter,  nnr  einer  gebt 
Iker  2  m  binans."  ") 


I 


17)  „ÜB  Btiricbtlgai  Vor»t»UnBit«i  lu  btgtgata  mam  bomsrkt 
««id«n,  iUm  ilic  AbbildsDg  dieser  8alM,  «wieho  ätoppsni  in  PoU- 
tmks,  Vttl.  II.  !B64  p.  CO  ^Ulil,  dnrcbaiu  nicht  utreffend  Ist,  ilel- 
■tkr  nk  nm  &dcbBer  i^g  EÜMb  itnrgat<11t  anKMohsD  werleu  muBs. 
Ztaoo  SS  Uat  ■j<b  wedei  von  drr  TalkuK^-AhnHchra  Umwalluiii;    noch 


334         Nadtlr.  t.  Bill.  i.  ■malK-jityg.  CI.  v.  I.  UAr*  JS79. 


[ten 
diel 
genfl 

1 


Die    TOD    Sra.  Direktor  St5hr    Torgenommenen    Tem- 
peratarniesanngeD  (13-    Mai    Iä66  Vorm.  II  Uhr)   zeigten 
20"  C.  LuftvSnD«,   genau   denselben  Gmd  best«  auch 
Flüssigkeit  in  den  Tümpeln,  während  in  den  Kogclöffnun 
die  Temperatur  twisohen  in  — 16"  C.  schwankte. 

„In   früherer  Zeit  inns«  die  EruptioosthätigkRit  dieser 
Salse    bedeutend    stSrker   gewesen  ««in ,    weil   in    den  vaa- 
ii^enden  Feldern   aocb   die  Spuren   ertoftdtener  Wirksam 
keit  sichtbar  geblieben  ist. 

„Gegra  die  Erscbeiunngcn  bei  der  SaUe  von  Somoolo 
macht  sich  hier  eine  Venwhiedenheit  bemerkbar ,  welche 
darauf  beruht,  da«  di«  Salse  von  Nirano  im  Unterband« 
auf  blaugranea  SnbapeuniDmei^el  der  aHtiacben  Stoffe 
aufsitzt,  wessltalb  in  den  An^wurfsprodukt«!!  nur  Schlamm- 
Riivweu  ohnv  üest4>)ufragmeDl«  xnm  VorMliein  kommwi, 
wäfarrad  bei  der  Salsa  di  Sassnoto ,  welche  aof  der  Grenze 
swiacheu  den  SubapeDttiomei^lD  atidl^endeu  obersten  gelben 
Sand  and  der  anteolagemden  Argillc  »cagliose  ihre  Stella 
findet ,  die  letztere  noch  in  das  Bereich  der  Eruption 
reicht  und  daher  eckige  ^tOcke  der  Argille  scaglioee  mit 
zu  Tage  gebracht  werden." 

Da«  aus  der  Salsa  di  Nirano  beraniifiteww&d« 
Bchlamniige  Material  erhärtet  zu  einer  aschgrauen ,  brQcb- 
lichen,  zwischen  d«D  Fingern  schwer  7«rreiblicheu,  in  Waswr 
aber  sofort  zu  einem  weichen,  xuweilen  etwas  Bitomea  eot' 
haltenden  Brei  zerßiessendeo  Mastte.  Durch  Abechilmmen 
derselben  erhält  man  kleine  Alengou  gröberer  Theilclien 
(5 — 5^)  —  Mergelbr5ckchen  ,  Ealkapathatnckchen  ,   Gyps- 


I 


II 

M  Soll-' 


von  «nbtriffHidcDDiBiprni  irgend  ctwuwbcii.   IKe  in  PDm  ebw« 
KtatrrraDiIa  diir][«t«llte  tlnigelMnf  itt  alebu  snJcrw,  lia  der  sM  Sab-' 
kpenniniMritrl  beit^cade  BObeniuf,  u  dta  rieh  die  kleia«  PUcIm  der 
8alM  aalehat"  tStSlir). 


C.  W.  GAntbel:  ßnptitmmaltrial  der  SdtlammnUMm  ett.  336 


Splitter  und  in  ziemlicher  Mcugo  versteinerte  F&ranünitertn, 
Mirie  Bruchstüke  van  Muschehcbalen,  dann  Gluuconit-  nnd 
Sandkömcbi^D.  Auch  Echitiodcmiflnstacheln  kommen,  jedoch 
spürlicb  vor;  dsf^en  scheinen  THatomem  und  Radiolttritn 
IQ  fobli^D.  In  d^n  fi>inrn  f^chUramthi-ilchm  li«rr<chcn  Thon- 
Sockon,  SundsteiDkömcheo  und  uadarchfichtige ,  durch  or- 
gani«che  Materie  gefirbte  kalkhaltige  Bectnndtheilc  vor. 
CoeeoiUhe  «iod  nicht  »ehr  Iiüiitig,  iibcr  doch  in  ansefan- 
Bch«T  M«pg«  rorhandra.  Äussenlvm  bemerkt  man  Glinuner- 
(chOppcben  and  feinst«  Qaarz^litt«rohen,  D.  d.  M. 
mit  Anwendnnf;  de«  polarbirtm  hiobt«s  geben  sich  in  dem 
darcb  Säuren  von  dPD  beigcniuuf^ea  Kalklheüchon  berri-iten 
Rnte  weder  Feldnpath-  noch  Aogit-  oder  Dornblende- 
rtnkchen  zu  erkmucn. 

Der  Schlamm  braost  mit  Säaren  behandelt  lebhaft 
uf  ond  gibt  mit  verdQnnter  FesigHänre  behandelt  an  Kar- 
bosaten  ab:    19.83 "/o 

12,S4  „    werden  weit«r  durch  starke  Salzsänre 
zersetzt 
oad  62,80  „    bleiben  im  R««t,  endlich 

4,05  „  sind  in  Wasser  lOsliche  Salze 
99.52*,« 
Die  «nr  Verfügoug  stehende  Menge  des  Schlammg  war 
za  gering,  nm  eine  er-tch&pfende  Analyse  der  in  Wasser 
tSalicbeu  Salze  vonnoebmen.  Der  Haiipt«aefae  Dach  l>e- 
ttebeo  ne  aas  Chlornatrium  (3,37»,  kobleniaiurem  Natron 
(0,72'joJ  nnd  Gyp»  mit  «chworelsanrem  Natron  (Rast). 

la  dem  durch  Eseigiäure  zersetzbaren  Äntbeil  wnrdeo 
U  Eorbonateu  kohlennure  Kalküle  (15,84)  mit  ge- 
ringvii  Mengen  von  Bitiererde  and  Eisenozydul  »wie  mit 
Bpuren  too  Mangauozydnl  erkannt. 

In  dem  lileibetidci)  Iteste  wird  ein  Theil  (12,84»  durch 
kochende  8alzsäiire  xemtzt  nnd  zwar  mit: 


-:'f«lSl>tiir?      ■— ' 


C.  W.  OüwAel:  Eruptwntmateriai  der  Sdilammvtdkane  ete.  237 


Tbon  nimmt  an  diesem  Reste  eine  TerbältDisamissig  natron- 
reiche Beimengung,  die  fürs  erttte  noch  niclit  näher  zu  denten 
ist,   wesentlichen  Autbeil. 

Die  ganze  Masse  des  Schlamms  enthält  demnach 


Kieselsäure     .     .     . 

42,48 

Thonerde        .     .     , 

18,16 

Eisenoxyd  (Oxydul) 

3,46 

Eatkerde   .... 

10,42 

Bittererde      .     .     . 

1,90 

Eali 

2,60 

Natron      .... 

6,49 

Kohlensäure  . 

8,96 

Chlor 

2,60 

Schwefelsäur«     .     . 

Spur 

Wasser      .... 

3,76 

100,23 

Diese  Bauschanalyse  zeigt,  wie  wenig  sie  geeignet  er- 
scheint ,  uns  über  die  Natur  der  Gemenge ,  welobe  im 
Schlamm  vereinigt  sind ,  irgend  ergiebige  Aufschlüsse  zu 
geben. 

Fast  in  gleicher  Weise  verhält  sich  auch  die  eruptive 
Schlammmaase  der  benachbarten  berQhmten  grossartigen,  schon 
von  P 1  i  n  i  n  8  '  *)  beschriebeneu  Salsa  von  S  a  s  s  u  o  1  o, 
welche  jetzt  nur  mehr  geringe  Thätigkeit  entwickelt,  früher 
aber  sehr  bedeutende  Schlammergüsse  zu  Tag  brachte. 

Herrn  Direktor  Stöhr  verdanke  ich  die  folgeude  ans 
•einer  eigenen  Uutersuchang  hervorgegangene  Schildernng 
dieses  berühmten  Schlammvnlkaiis : 

„Die  Sassuola-Salse  ist  der  Typus  für  jene  Elasse 
von  Schlammrnlkanen ,  bei  welchen  nicht  einfach 
Sehlammmassen  und  Gase  herrorgestossen ,  sondern  auch 
Gesteinsfragmente    in  grosser  Menge    mit  zn  Tag  gefördert 


18)  Hiatona  mniidi  lib.  II  «p.  LXXXIQ. 


238 


NacUr.  i.  Sitt.  d.  mtOKt^yt.  Ol.  n.  1.  Märt  ttflS. 


werden,  ßtwas  aber  2  Kilometer  8.  voa  SmsooIo  am 
MoDt«  Gibbio  gelcgim  besteht  dif*e  Salw  in  den  laeitt 
l&Dgsiut«a«rDdeD  Robeperioden  aus  wenigen,  onscbeinbaren, 
mit  Sakwasur  gefOUten  Tümpeln ,  aas  denen  sieb  Blasen 
brtiDnbarra  Gbac«  entwickeln.  Im  stärksten  Cootra*t  g«geu 
die  aoscbeioenil  gerlnp^fCi^ge  Thättgkcit  tritt  ilftgcgen  die 
SaUe  bei  den  ut'iivm'ifm  gewaltnamen  t^rnptionsparoxinneD 
mit  den  grosAitigsten  Er«cheinuiigen  berror.  Bereit* 
Plinias  erwälint  den  groswtigen  Aosbrncb  vornJabroSOi 
V.  Cb.  Den  letzten  Tom  Jahre  1*^35  hat  der  Ingeniesr'' 
Brignolt  di  Brnnhof  vortreffticb  beschrieben.  Kach 
dessen  Schilderung  flosa  der  ^hlamm  Iä35  über  t  Kilo- 
meter weit  hersb  und  ftlllt«  «in  kleines  Tbilchen  ans;  di« 
guue  ÄQBWurfamasse  schätzt  Brignoli  auf  I  Vt  Millioneo' 
Cubikmeter.  Li  Gegenhalt  hiermit  steht  die  entreffende 
Darstellung,    welche  Tbeod.  Pnchs  1875  **>  g*gebra  luL 

Diese  Schlammströme  haben  grosse  Aehnlicbkeit  mit 
Erdrutschen,  indem  so  zahlreiche,  scharfkantig«  üestauu- 
brocken  in  der  Schlammasse  eingebettet  sind ,  dasa  bäafig 
nur  diese  Gesteinsfragmeute  dem  Atige  MJchtbar  ittttd. 
Dieee  Trümmer  bestehen  ans  Flyscb  und  Macigno ,  denen 
neb  Brocken  ron  glauoonitidchem  Sandstein,  Splitter  von  Ealk- 
■path,  feroer  mit  Manganmineialivn  überrindete  Gestettu- 
stttcke  und  Schwefelkiestbeil«  beigemengt  zeigen.  Manchmal 
findet  man  auch  einzelne  StQcke  des  bekannten  Sorpcattas 
der  Apenninoo  im  SchUmm  eingewickelt." 

Leider  stand  mir  von  dem  Schlamm  dieser  Salsa  eine 
fQr  die  chemische  Änaljrse  zoreichende  Menge  nicht  xor 
VerttigaDg.  Wir  besitzen  nun  zwar  eine  AnalyM  des- 
adbeo  Von  Spallanzani,  *")  wetcli«  die  Folgend«  Zd- 
•anuDeosetiung  angielit: 


19>  Sitz.  dM  Acad.  i.  WLm.  tä7&. 
20)  Viafgl  a.  s.  0.  T.  lU.  p.  336. 


C.  W.  GütuM:  ErupliontmaimfU  äer  8Mammt>ätMne  tie.  239 

Kieselaänre       ....  49 

Thon«ri]« 38 

Kalkerde II), 

Magnesia 3 

EiMD 3,6 

lodeas  ist  diese  Analyse  zn  alt  and  sichtlich  nngeaaa, 
.  b«nflUt  werden  xa  können. 

Wn  die   dürftigen ,   an   Gesteinsbrocken   anhaftenden 

Stblnuntheile   tn    beobachten  ge«tattet«n,    ist    im  Wesent- 

lidteB  nicht  TerEchirdener  von  den  Unteranchungsresul  taten 

'  fa  Sdiknun   von  Torre   ond  täart.  aacb  hierin  keine  Spur 

icUen  Tulkani»chen  EmptionsrniaterialH  crkenneo. 

SrUAmminaHse  rora  SchlammTulkan  TOn  Tom. 

Die  wn  einem  d«r  Haapt«prudel  des  «og-  Schliunm* 
nlbna  vonTom  bei  Trai-ersetolo*')  in  den  Apeuniuen  von 
nn«  geBoamne,  im  Irocknvu  Zugtande  aschgraue,  xiemtich 
kitb  terreiblicbe  thonige  Substanz ,  welch«  ich  d«r  Gate 
^  Hru.  Prof.  StrobI  in  Parma  verdanke,  erweicht  leicht 

in  ffuser   und    gi«bt    einen  zähen,  ncbmierigen  Tetg ,  der 
■>tk  tchwierig  atMchlämmen  lässt. 
Durch  Wa-sMr  lä«st  sieh  an  Gehalt  von  3,755  >  Ifis- 
Ivla  SaluB  ans  der  Schlammmasae  aasiiehen,  welche  weitaus 
^  grOartaa  Menge    nach    ans  Ühloruatrinm    mit  geringen 
1'     ■■gtti  aa  Gjrps  und  Spuren  von  Bittererdesalz«»  bestehen, 
fin  der  ansgelangten  Masse  konnte  ich  durch  Schlämmen 
11^6'js   grObere  Gemeoglheile   von   dem    feinen    Schlamm 
Usondera. 

Da  die  gröb««n  Beimengen  aus  kleinen  Gesteinsbrocken, 
'    StadkOmcbsD  and  zahlreichen   organischen  UcbiTreKtcm  be- 
•0  wird  diese  besonders  bebandelt  and  zwar  zunächst 


tl)  Stoppanl,  I.  PetroUi,  Im  Politsonio»  T.  II  166«  p.  04. 


240 


Jfaektr.  e.  SiU.  A  matK-j^y*.  Ct.  t.  J.  Ullrt  im». 


33.86 
1,89 
1,92 

Spnr 
0,20 


mit   sehr    verdGnnfer  Salzsäure,    durch    welch«    die   Kar- 
bonate  and    efwsK    SilikM    von    aocb    nicht     Mch«r    er-i 
mitUlUr  ZuMunmentseteunK  zeniAxt  werden  and  xwar 
mit  37,87  Vi  während 

62,13  V  von  Saksäure  niizenetzt  blieben. 
Der  s«rMtxt«  Tbeil  besl«)it  uns : 
kohlensaurer  Kalknrde  .     . 
„  Bi»enoxydni  . 

„  Bitt«renl« 

„  Manganosydnl 

Tbonerdesilikttt    ....    

87. »7  

Wir  wollen  sunäcbst  diese  grüben*  Beiniengang  iiKher 
outerauclien.  Wie  schon  bemerkt ,  sind  in  derwlbcn  sahl- 
reiclic  orgunUcbe  Ucberrexte  entlialten ;  beeondera  zahlreich 
findet  man  weixotcbaligc  St«inkeme  von  Foraminifcrm,  inet 
«olohe  in  den  benachbarten  pliocSara  TerturEchicbti-D  ror- 
kommen.  [Hrunter  machen  sich  besonders  Globigtrinen 
durch  ihre  Hätitigkeit  bemerkbar.  Daneben  sieht  man  kleine 
Fragmente  von  Muschelschalen.  Ton  Echimdcrmm  u.  8-  w. 
Weder  Diatomeen  noch  liadioiariai  worden  angetroffen,  j 
QoareklßmpcheD  und  Glauconitk&rn«beo  sind  alti  Foramini-  fl 
ferenkeme  zu  deuten.  Um  die  Mineral  beiniengangen  von 
den  begleitenden  mergeligen  Tbeilchen  zu  l>elreien ,  wurde 
die  Muse ,  wie  erwähnt ,  mit  Satssitiire  beh«nd«lt.  In 
dem  zurückbleibenden  Rest«  konnten  nur  Quarskömer,  ^ 
Glimmerblättchen  und  andnrchsicbtige  Tkonbrocken  deot- 
licber  unterschieden  werde».  Weder  Atigit  noch  Feld«path- 
theilcheo  Hessen  «eh  i.  p.  L.  auffinden. 

Der  gesonderte  feine  Schlamm,  der  R6,T4*r«  des  auf- 
gelaugten  Uuterials  ausmacht,  wurde  gesondert  weiter  nnUr- 
sttcht.  Beim  Bebuideln  mit  stark  verdünnter  Salaiäare 
brauste  derselbe  lebhaft ,  indem  sieb  die  darin  enthalle&oo 
Karbonate  Miretttcn. 


I 


C.  \F.  OümM:  Enäptioiumaim^  Atr  StMammmlkme  «te.  241 


nn   bei  lOO*  C  getrockneten    FeinschlaDim  fand 

ich  darch  vcnlQDDt«  Bsluänre  zvr«ctEbar  27,095  \  und  xvrar 

kobleimure    Kalkerde      .     .     22.335 

„  Eisenoxydol     .      2.314 

„  Bfanganoxydul .      0,154 

„  Bittererde   .     .       1,992 


27,095 

Der  oDxeraetite  Wesi  e 

QtfaäU : 

Kieselerde 

.     .     .       68,50 

^_           Thoni^rde 

*     *     '     '  j  20.56 

^B            EiseDoxfd 

H           Kalkerd« 

.     .     .     Öpureu 

^K          Bittererde 

.     .     .         0,82 

■           K>li      .    . 

"     "     "  1     3,55 

^V           Natron 

Wasser 

.     .     .         fi.69 

k 


SiiiiiD>C  99,50 
Unter  dem  Mikroscop  verhält  sieb  dieser  Best,  ähnlicli 
TW  jene  der  sUditalieniHchen  Seh lunm aasen.  Neben  feiueu 
(Jaorzkürnchen  bemerkt  man  Gtimmurblättchfn,  opake  Thou- 
klampchen ,  trQebe ,  dorch  organische  Materie  gefürbte 
Döllchen,  welcbe  AtutftlUuiigeii  von  Foramirnft^renkaminerB 
entsprechen  scheinen  und  Thonflocki>n ,  während  in  der 
jweh  nicht  mit  Salzsäure  behandelten  Masse  zahlreiche 
fjUUXe  sichtbar  sind.  Fragmente  von  Tulkantscbc^n 
iMrm]g«a«ngtheilen  odn*  von  zertrümmertem  Talkuai»uh«m 
in,  von  Asche,  Bimstein  oder  Lava  sind  nicht  Tor- 
handra. 

Aa4  diwen  üntersuchungeD  geht  rur  Genflge  her- 
or,  dan  auch  dii>  9 c  b  I am  m  m u s s « n  der  Sa  1 8 e n, 
ron  welohea  riele  der  äusseren  Erscheiunng  nach  Ton  den 
«ng.  SeblammTnlkauen  nicht  verschieden  sind ,  im 
üArdlichen  Italien  nur  aus  aufgeweichtem  Thon 


|1S7».    -i.  UtXiu-^y.  CLl 


10 


242     Jfaditt.  t.  BiU.  d.  mstK-fkp».  atuM  c  I.  JMn  $ftT9. 


and  Hergfl)  der  znnächst  benachbarten  ond 
ÜBtergrnnde  rorhandenep  tertUren  Schicht- 
gesteioen  der  tortoniscfacn  und  utiaehen  ßtofai  b^ 
stehen.  Yod  einer  Betbeäl%ang  mlkAoiadia-  Produkte 
%a  der  ZoaammeiuetzsDg  d««  dorch  G»MXbal*tion«i  onpor- 
((ebobenen  und  z.  Tb.  stugatoneaen  Bhtenal«  üi  nicht« 
wahrzQDebraeD. 

Gleichwohl  bertchtigen  dicM  BwbftehtungGD  noch 
keineswe^  xa  dem  Schlosse,  dasx,  wenn  auch  d!«  aog.  Scbbunni- 
ralkaoe  ItAliciu  wenigstens  in  ihrer  KmiAionnnute  keine 
Tnlksaisclien  Produkt«  za  Tage  (ordern ,  nicht  in  andern 
Gegenden  ein  direkte  Betheiligung  der  letzteren  an  der 
Bildnng  der  ächUrammasse  ftttttfinden  kiSnne,  In  dinsgr 
Beziehung  verdienen  vor  allem  die  durch  die  UaaoKben 
Arl>eiti-ii  A  bicb'a  ao  geuan  bekannt  gewordenen  Schhmm- 
mlkaae  der  Umgegend  des  caspiscben  Meeree  om- 
eomehr  der  Iteachtung,  aU  Abich"),  bei  der  tTntersiich- 
nng  d^r  ächtammnuusen  ans  dri:«en  lÄndurstncben  xor 
Annahme  gelangte,  daas  rie  in  gewissen  TbetI  —  in  einer 
mi  neralogitefa  en  Grundsubstanz  —  eine  Trachyt- 
pori'lijrr-artigc  ZusammcaKetzang  beitttzca  und  ao8  nnirr 
Umbildnag  mikanischen  Gesteins  hervorgegangen  seien. 
Die  Eraptionsmasse  de«  Scblarnrnrnlkans  von  Kateani  ist 
nach  ihm  s.  B.  xiiBatDmengeMtKt  aus : 

1)  kobleu^urf  Krden  und  Salie     U,T6  "/• 

2)  Fklagonit-SobsUnz       .     .     .     37.22  „ 

3)  TrachytporphjT-SabstoDB      .     -17,88  „ 

Es  schien  daher  von  »elir  grosser  Wichtigkeit,  gnrmds 
dtCM  HchtammmiMiwn  mit  den  aoeben  beschriebenen  in  Ver- 
gleich ziehen  lu  können. 

Durch  die  zuvorkommende  Freondlichliett  des  geehrten 
FoFBchera   bin  ich  in  die  angenehme  Logo  tersetüt  worden, 

'22)  Vtba  e.  1»  cMfiisdicn  Meere  encbienoM  ImuI.  JUtn.  ilc  FXeti. 
i.  adenc  d.  St.  Ptienbomg  VÜ.  Sit-  Bd.  VU  B.  "&  n.  Hl. 


i 


fl  W.  ÖnmM;  SmiithntmaleHat  Atr  StUammvvlhiiu  tte.  243 


van  tlen»«ll>en  Scbbimiiiinaitsen  its  Sehkinmriilkans  von 
KtuuAni  Kowi«  voti  anderen  VorkoiumDÜKcn  <l<>r  cu«pücbeD 
ß^oa  üntersucbangstnaUrial  zu  erlta]t«n.  FUr  <lte«e  F&r- 
daruDg  meiner  TergleichendeB  Beobacht  iingcti  Ober  dicken 
GegcnstAod  fable  ich  mich  dem  gelehrten  Geolo^^u  im 
büchnteu  Grade  verpSichtet. 


ScblaniDunasse  des  Sehlaniiuvulkaiis  ron  Kuinuit. 


tBnicD);ltcb    der    näheren    Umstände     and    geologlechon 
VerbiUiuae ,    ontor    wdIcIivh    dieses  Material   kd  Tage  ge- 
fordert wurde,    darf  ich  hier   anf  die  ebenso  erachi^iifende, 
-wie   grfindbche  Schilderung  Abich's  »ulb^t  (a.  a,  0.  S.  7 
o.  fdd.)  venveiaen.     Nor   mr  gana;  allgemeinLii  Orientirung 
Kl    rrw&hiit,    tlass    im  Mai   1^01    eine    neue  Insel   unfern 
Baku  aafta achte  andSchlammHasbrnchv  mit  Gtu^sbalationen 
^Lxeigte,  wie  sie  so  häufig  in  dem  benachbarten  Featlande  vor- 
^hommen.    Da«  üeripi>e  dtr  la-^1  hr-«t«nd  aus  Tertinrge«t«iii, 
I      wie  ea  in  ilea  benachbarten  KtUteo  aaftritt,   aber  dasselbe 
^b  bildrte    nur  ein  TrEtinmerhanfwerk,    Über  welche«  ein  näh- 
BflBsnger,  oben  erhärteter,  in  der  Tiefe  noch  weicher,  ernp- 
^Ltfm*   TboDSchUmm    »ich    ausbreitete.     Nach    knrfem    Be- 
^Brtande  reraanlE  die  Insel  wieder. 

^B         Di»«-  E>iiptiYRchluram    iat    trocken    genaa    von    dem 

HiAuBBehen  und  der  B^cbaSenheit  desjenigen  dvr  itationiitchei) 

VSdlunmTulkane.   In  Walser  leicht  erweicheud  vernandelt  er 

sieb  in  einen  xähen  Thonteig  und  giebt  an  Am  Wax^er  liVxliche 

Salze  ab.  die  an  Menge  inde««  unbeträchtlich  (0,6711  "/o)  )^ind 

^  nod  bei  der   geringem  zur  Verfilgang   Btebendeu  Menge  dea 

BiUtiriiiU    flicht   sehr  genau  beatimmt  werden  konut'.^n.     Es 

haTBcbt   diirin    w.bwefelsaures    Natron    vor    (O.SIO),   daxo 

kotflint     Chlortintrinm   (0,U9»)     und     «ohwefelaanreo     Kali 

)7I),  <'hWuatrou    und   schwefelsaure  Salze     gleicbfalU 


vur. 


Ift« 


f£^ 


244        Ifadar.  t.  SiU.  d.  matk.-fh^  a.  r.  t.  ItOrz  1379. 

Die  Busf^elangt«  Schlammma-tite  ali  Ganzes  ifit  nach  der 
Analyse  Ton  Ass.  Ad.  Scbvrsger  (I),  wolche  jeoer  tor 
Abieb(II)  den  Vergleichs  wegen  beigesetzt  irt,  zuBammea- 
geeetst  aoa: 


I 

II 

EieMelaitire .     . 

.     54,58 

53,26 

Thonerde    .     . 

20.76 

13.93 

Eiwnnxyd    .    . 

4,69 

4,63 

Ei  Benoxydul 

2,10 

Maiiganoxydn) 

— 

0,14 

Kallt*>ixle      .     . 

6,34 

6,79 

Bittorode      .      . 

2,10 

8,48 

Ksli  .... 

1.85 

3,03 

Natron    .     .     . 

1,34 

3,43 

Kohlcnoäure     . 

6.46 

6,88 

Chlor      .     .     . 

— 

0,10 

8cbwerel^ure  .     . 

— 

0,24 

Wauer  .     .     , 

a,8(> 

4.60 

100,37  100,05 

Trotx  eioigfr  Difftrauen,  welche  TermuthUch  von  dem 
verschiedenen  Grad ,  bei  welchem  die  Ma<»(>  );clro«knot 
wurde,  und  von  Tentchiedenen  Trennunga-  und  Berecbnaog»- 
Methodeu  herrahreR  mSK<^n,  iat  so  viel  id9  dienen  Analyma 
va  ersehen ,  dass  ea  wesentlich  dieselbe  Sabstaoz  ist ,  mit 
welcher  die  üntersuchnog  vorgenommen  wnrde. 

Wir  verfolgen  mnächst  die  chetoische  Analyse  weiter: 

Durch  Robr  verdGnnte  Sänrea  (Essigsäure)  iBawD  *ioll 
die  Karbonate  wegnehmen.     Sie  betragen   ll,67*'/s 

nscti  Scbwager    nach  AUlck 
Koblennare  Kalkerde    .       6,91  10,60% 

„  Bittererde         1.76  3,60  „ 

10,57 
Durch  die  Behandlung    der  Obrigbleibeuden  Muse  mit 


C.    U*.  G«mMi  Umptiontmaltriai  dtr  SMammvMant  etc.  245 

itrirter  Sthsiora   nracUt  sich  ein  6emength«il    von 
;Sfi,SOT;«.  •<»: 


nach  Abicb  tut 

Eieselerd«  .    . 

3ft.61 

42.02 

Tboacrd«     .    . 

22,33 

16.48 

[Qanoiyd   ,    . 

16,12 

lO.ßS 

EiMOOTTdol     .    . 

— 

6,03 

HaagaDoxjdnl 

— 

0.37 

Kslkerde     .     . 

4,87 

2,56 

ffittmrda    .    . 

5.19 

4.6S 

E>Ii  .... 

1,39 

2,14 

Natron    . 

3.32 

3,86 

WUMT   .      .      .      . 

11.80 

13.36 

99,94 


100,43 

Die  Differenzen  dieser  Analysen   beruhen  wohl  auf  der 

IAaweodoDt;  vi>r)tobied«n  »terker  Söort*  uud  verschieden 
lupr  EI«hsodlang.  Abicb  zieht  aoH  diesem  Erf;«l)ui)ts 
Afi  AanlfM  deu  Schlnus ,  indfim  er  den  durch  Sulzeänra 
nfaettbareu  Antbeil  als  eine  einheitliche  SabaUnz  aDsieht, 
hm  dMNr  Bestandtheil  dorn  Pulagonit  eotepreohe.  loh 
luio  dieser  Annahme  uicbt  bdpflicbten. 

^B  Schatlgn  wir  hier  ztinUchat  einige  Resultate  der  ofttiücben 
^FaftTMCOpiMhenUntersDchuD^  ein  uud  zwar  dt'8iir8prfiii){licheo 
^  ÜKtaml*  und  nach  der  Wegnahme  der  Karbonate  durch  sehr 
NrdOBDte  Siare.  BetrachLet  mau  xunüohst  das  Mat«rial  im 
Gaaim  notar  dam  HikrotKop,  so  nimmt  man  neben  der  HaupU 
■MBtandarebnolitJgBr,  feinkörniger  Flocken  und  Klümpchen, 
<rie  ne  allen  Thonamaaen  eigen  sind,  Sandkfirnchen,  Glimmer- 
icLSppdiai,  Salkspathstückcben ,  kleine  Schwerelkieskry- 
•üllebcn.  GlaoconitkSrncben  und  zwar  »ehr  spärliche,  aber 
docb  dMiUich  kenntlich«  Coetolithen  wahr.  Sie  könnten  natörlicb 
ebouo  gut ,  wia  die  Kalksp«tbsplittercboa  und  Ghiaconit- 
hfinicbeo  ana  dem  aufgelockerten  Tertiärgestein  des  Unter* 


246        .VocAir.  £.  .Sil/,  rf.  m4ah.-t*)/t.  Ct.  k.  f.  AT-ii-f  UffB. 

ftrnndM  stamtiKD  unil  sieh  nnr  spärlich,  wi*'  Abi  ob  wntil 
Annimmt,  fekundkr  >len  Palagonitaiassen  beigemengt  bab«B. 
Denn  die  Earbouat«  stammen  unter  k«iuen  UmitÜuden  n&s 
dem  TulkaniBchen  Material. 

Nach  der  Ekhandlung  mit  TerdQnntcr  8äare  nnd  Qia- 
wf^Dahme.der  Karbonaten  (aocb  dt-r  Coect4ilhm)  lAgt  d«r 
RficIdUud    (!»«  Schlkmius    keine   wesenilicb  verändert«  Zn* 
samninosetznng.    leb  habe  mit  groHMr  Anfmtrksamkeit  (ba 
Materiftl  n.  d.  M.  in  ßecug  auf  die  An-  nnd  Abwcsenbrit 
TOD    palagonitartigen    Buiinengunf^u    UDter    rergleichender 
Dnt«rvuchnng    tj-piscber    Pnlagonitlufro    beobachtet  ,    ohBB 
ftuch  nur  TerdÜcfalige  Fragmeule  wahrzODebmen.  S|ilitt«rchea  , 
von  FeMsjmth  kommen  iiwmr  vor,  wi»  BoloheQbrigeiuaDch  fal  | 
(IvH    dem    .Schlamm     beigemengten    Brnckstäcken    tertJir«'! 
Schichten    »»fKUtreteD    pSegen.      Da    iiberdie*«    der    dorch 
starke  Salzsänre    ursetzbare  Antheil    seiner  Ztummmcnset»*  < 
nug    Da«fa  niobt  wesentlich    abweicht   von  jenem  des  ilurch 
SalzHänre  lerlcgbnren  TheiU  mancher  ulTeobar  sedimeDtän-r 
ThonmaHsen,  bei  denen  von  einer  Beimongaog  mlkanbcher 
Produkte   nieht   die  Etede  sein  kann  und  auch  kein«  Spur  I 
der  letslen  optiwii  nacbweiahar  sind,  so  »cheint  ea  oaturge- 
miMcr ,    auch    bei    dem  }>chlamm    von  Kuiitani    den  dareh 
starke  Salxtäare   zerlegbaren    Gemeugtheil    einem    wuser- 1 
haltigen   TbouerdeitiHkate     xuzmohreibeD ,      dos     allenUngf 
mineralogisch  noch  uicht  genau  festgentelU  iM,   aber  wohl 
in    last    allen  sedimentären  Thonarteu  wiederkehrt  und  da- 
durch eine  gewisse  Seihstatändigkeit  gewinnt.     Man  kSnntej 
ftu  eine  Zeolilh-iihnliche  Substanz  denken. 

Der  durch  Schwefelsiure  uirlcgbiirv  Antlieil  ist  miners^  j 
logisch  gletchfiill«  noch  nndeSnirt;  aber  auch  hier  dOrftel 
die  BesUadigkeil  des  Auftretens  ihnlich  xuMttimenge»ebitcr,| 
blSttrigwSchDpjwu  in  httt  allen  sedimentären  Thi)Dge«teinn| 
auf  einen  bestimmten,  vielleicht  Glinimer-ähnlkhen  Beftand-J 
tbeil  hindeuten    Die  mikroskopische UntersDchnng  Tor 


C,    IT.  CAmM;  Srmiitiattumatnai  (f#r  SMamtirulkanr  etc.  347 


lacb    dir  BiowirkouK   der  Sehwefelsäare  gicbt  j«tat  noch 
[krine    geafig«nde  Auekanll   bier11b«r.     [)i;r  darcb  Schwefel- 
>v«  MTMUbve  Tbeil  (44.50  V)  besteht  «us 


SiO,  . 
A1,0,  . 
F«.0,  . 
CaO  . 
MgO  . 
Ka,0  . 
N«,0  . 
Wmmr- 

Summe 
Endlicb  der  R««t  eotfafilt: 
Ki«wl)tHur«      .     . 


6.64 
28,70 
5.68 
0,&1 
1,33 
3,20 
1.49 
4.53 


100.65 


.     .     .  85,79 

Tbonerd« 7,82 

Eüenoxjd 0.32 

Kalkcfde     .....  0,42 


Kali 
Natron 


3,30 
2.T5 


Der  l«tite  Rot, 
Iure    bleibt . 


99.30 

der   noch   nsob  der  Eiowirkung  der 

rntbilt    nachvraislich    viele    Qiiart- 

OuD  komnien  nocb  nnzer»etxt  gebliebene  Thon- 

[Wüclirbea    und    einzelne  FeldHpiitbkörner,     welch'    letaler« 

ikra*kopi*ch  »ich  za  erkonnt^n  gebvn. 

Von    grooem  VergleicliAwerllie    ist    die  Cntertiuchung 

der     im    Kruptirrchlamm      ron    Kiimiini    eingeschlossenen, 

I,    tojgm  Oesteiosatflcke .    welche ,    wie  vorher  erwähnt ,    ala 

I    Wtmawr  gl^diMin  aohwimmend  in  dco  fliusModen  Öchlamm 

•iag^widcelt  sind. 

Der  rölbli«b  graa«  Tbo»,  der  manohem  Argilla  iicaliose 
Apennin  ähnlich  int.  läHst  sich  zerlef^en  in: 
I.   Il,0";a   Karbonat«  (haoptdichlich  Kalk). 
n.  26,5 ,.    in  «tnrker  Salzsäure  xvrlegbare  Tbeile 


24S 


Jfodbr.  (.  SiU.  d.  wrik-^ky«.  O.  t.  L  Man  SBrS. 


m.  44,5  .,    in  ScfairrfflKiare  icriegban  Thdlc. 
IV.    18,0 .,    rückständigea   Rcrt. 
Dw  AukIjs«  diawr  Tbeile  ^rga}>  als  lirataniltbeile : 

n  iJi  nr 

RwhiM^p«    nit  Salisian    mit  Schvcfeliisie    B«rt 


KiewkSnre  . 

öo.se 

35.61 

54,12 

93,3» 

Th  OD  erde     . 

15.10 

22,23 

25.45 

4,02 

Kinenoxyd    . 

8,30 

16.12 

6,36 

0.40 

Kalkerde      . 

6,09 

0,41 

0.27 

—     1 

Bittorerd«   ■ 

3,16 

9,19 

2,02 

— 

Kali    .     .     . 

2,71 

1,29 

5,42 

1,14 

Natroo    .     ■ 

1.20 

3,33 

0,99 

0,99 

Kobl€08«nra 

4.84 

— 

— 

— 

Waawr   .     . 

6.47 

11.80 

— 

1 

4 


98,43  99,97  100,09         99.94 

Ind«in  nuD  liitmt  Zah.\m  mit  j«iiea  rei^leicbt.  welcbn 
bei  dem  Eniptirscblanun  ron  Eotuani  erballen  ward«ti,  so 
ergibt  sieb  zwar  keine  abaolate  UebereinstimmoDg ,  »b«r 
doch  eine  solcbe  Aebnlichkeit,  d«ss  sieb  die  En^tebong  da 
Sclilarams  aas  der  AaflockeraDg  der  aoi  ühnliclie  Weise, 
wie  d«-  fest«  Tboo,  uuammeiigeMtztoii  (erliäroa  ^bichlge* 
steinen  nngezwiiDgeo  ableiten  lässt. 

Dieses  wird  auch  durch  die  optisch  mikroskopische 
Ijsa  beatätogt.  Die  dnrcb  AuflockernDg  des  ÜmnigeB  Ge- 
staas erhaltene  Masse  Terliitlt  aicb  in  den  venebiedeoea 
Stadien  der  Erwirkung  von  Süurea  in  ganz  gleicher  Weise, 
wie  der  EruptiTschlamm,  uor  dass  iu  Jeiu  leisten 
dsutUeh  die  ijnarckörncben  hüu^er  vorkommcQ.  Es 
besonders  benronuibebea .  dan  such  in  dieser  in  Waaaer 
erweichtem  und  zenlrilckteu  Tbonmiwe  nicht  mtbr  und 
nicht  weniger  Sporen  toq  Beimeogongen  valkaniscben  TTr- 
BpmngH  oder  ron  Mineralien  aoi»  Tracbji  gelroffea  wurden, 
als  solche  in  dem  ErupUrschbunm  ron  Kamiwi  etwa  sich 
annehmen  ]iesnn.     Dabei  darf  daran  erinnert  werden, 


Resttt^ 
Ifl  irtfl 

'aaserfl 

J  N 


C.    )P.   OUmM:  BrmaümänuUtnat  dtr  SeUammrulkaite  ele.  249 

dem  j«tzt  DOch  in  Aer  l^efsee  rieh  ublagm-ndiMi  rotben 
hoa  ">  vitfiracii  Splilter  roii  HaniiJiii,  Atigit,  Hornblende, 
llifin    und  MagDeteisen  angetrolTen  werden ,    die  von  rul- 

[iacbao  Atuhrfiehoa  w«it  rerschwemmt  worden  sind. 

Eiae  zweit*  Probe  von  Eraptivscblamto ,  welche  ich 
■  Gnte  des  Hm.  Abicb  ans  den  caspischen  Gegenden 
Ttrduike,  Aommt  von  den  jQufferen  äcblamniMrümea  der 
law)  BoIIk.  Aocb  über  daa  Eintelae  der  Verhältsisae, 
«eiche  «tob  mit  den  Eruptionen  der  ScMiimmrallciini-  di^swr 
iBttl  Terbnudso  seigen ,  finden  sich  die  aosfohrlichaten 
SebiUertingeQ  in  Abich's  interenüantem  Bericht  (a.  a.  0. 
S.  19  o.  Bg.)  Du5  Ganz«  diewr  Art  der  Auswiirfsersohein- 
wtgea  and  Gasansthimungen  gleicht  so  sehr  dem  bei  dem 
SthUninirnTknn  tod  Mai^utub«  beitcbriebenen ,  dass  man 
■ilwni  die  eine  ßr  die  andere  selien  küunte.  Auch  auf 
der  ln*el  Ball*  bildet  dislocirtes ,  tboui^tes ,  tertiäres 
Tr4niinCTK««l<-in  di>u  l'nlvrgrund,  auf  deoi  sich  2  —  Z'/t  m 
Wm  tpitie  Aoirwurf^kegel  erbeben.  Ans  ihnen  werden  in 
ZwwclMDrHiiinen  Giue  und  TbonHCblamiii  auegestottsen, 
«ob«  siüb  ein  Geruch  nach  Naphta  und  SobwefGlkolika- 
Mott  (?)  bemerkbar  macht. 

Di*  f^hlarommasse  von  Bnlla  läsat  sich  abgesehen  von 
^neiB   geringen  Gebalt   an    in  Waxwr  15«licheD   Bcbwefel- 
na  and  Chlor-Saleen  zerlegen  in 

I.     13,36 'Ji   Karbonate  (von  Kalk-Bittererde  nod  etwa« 
Eiaenoxydul), 

n.     14,44  ,1    in  starke  Salzsäure  £('rsi?tzbaroti  Tbeilen, 

IJI-     73,20  H    iin  Rückstand  bleibenden  Ko^tantbeil. 

100.00 


£1)  y«r*f  »'  Um  Cballongvr,  Tha  Atlaatio  VftL  U  p.  379  n.  lad. 


250        Narhtr.  t.  Sits.  i,  mMh.-phjr».  a.  r.  I.  Märt  ISTB. 


Die  Baoschanalyw  ergab  sU  ZuaamiDensetxting : 


Kie»«l«rd« 
Thoaerde . 
EisKuoxjd 
Kalkerde  . 
Bittererde 
Kali     .     . 
Natron 
Koblensänr« 
Wasser 


53.36 
17,26 
3,76 
6,70 
1,3T 
2,72 
2»3a 
9,01 
6,56 


100,06 


Bio  Vergletcb  mit  der  Ztinunindtsetznng  des  Soblarams 
von  Knmani  nnd  des  in  diesem  eingehi3llt«n  Ihonigen  Oe- 
Mtvinti  liiM  erkennen,  du»  eine  Ueliereinatinimnng  herrscht, 
wie  sie  sich  bei  so  vielfach  vermengten  GesteinsuiaMeti 
kaum  grSs«er  erwurt«n  \ia$l.  Ro  ist  anch  hier  die  grosse 
Aehnlichkeit  mit  der  Zusatiiinimcotzung  der  («rttireo  Ab- 
lageningen von  grossem  Gewichte. 

Bei  der  Dutersnchnng  anter  dem  Mikroskop  lamon 
«ich,  abgesehen  von  grQber«D  festen  MergeUtückchen,  Qnart-, 
Gjrp«-  und  Glanconit-KBrncbeD,  sowie  von  Glimmerblüttchen, 
Schwefelkies,  Mi^neteisenetOckchen  und  d«Qtlichauch  nieder  _ 
Coccolithe  erkennen,  die  allerdings  nur  spärlich  beignneogt  | 
sind.  jPbramiNi/CT-eH  und  sonstig«  kleinste  organische  Ueber- 
reste  fehlen  auch  in  diesem  Schlamme. 

Nach  der  Behandlung  mit  Salz-'«iitire  lassen  sich  einzelne 
Körnchen  deutlicher  nnUTscfaeiden,  die  eine  optische  Iteaktion 
anf  Feldepath   geben.     Sehr   vereinutlt    kommen   ausserdem      fl 
bräunlich    gelbe  8plitt«rcheD    vor,    die    auf  Augit   betogen       H 
werden  können. 

Die  dorch  Saluinre  aerlegteo  (II)  tmd  die  Resttheile 
(IIJ)  sind  sasammengeaetzt  ans: 


C  W.  Ommiiet:  I^Hpliaii»nuite*UU  iter  SdäAtmi»iniikan«  eff.    251 


II 

m 

Kie«elerdQ 

S1.2:» 

67,67 

Tboaerde  .     . 

29,44 

18,06 

Kiienoxyd 

12.35 

2,74 

Kdkerde  .    . 

— 

0,09 

Biti«renle 

4,33 

0.05 

K»)J      ... 

1.45 

3,47 

N«traa       .     . 

6,11 

t.99 

WasBCT      .     . 

15,29 

■     6.03 

100,12 

100,04 

Der  in  ^alzAuur«  senstabarc  Antlioil  z<;igt  weniger 
IriivmiiBtimniaag  mit  den  voniK^heiiden  Proben,  doch  ist 
eine  gewise  Anal(^e  nach  hisrbei  nicht  gunt  xa  verkeutien. 
Et  mius  in  dieser  Beziehang  im  Allgemeinen  bemerkt 
wsrdeD ,  dafis  die  durch  die  Boliaiidlung  mit  der  i^ätire 
gewonneuen  Theilanaljsen  an  sich  vrenig  Uebercinutimmnng 
«rwarteo  husen,  weil  die  Zersetzbarkeit  je  noch  der  Stärke 
der  l^&ure,  der  bei  d«r  Bohüsdlung  in  Anwendung  gerächten 
TnuperBtor  and  besonders  nach  der  Dauer  der  Einvirktiiig 
isimer  einer  gevriann  ächvrankung  unterliegt.  Ea  gilt  die« 
aach  bei  der  Anwendung  der  SchwefelBSnre,  welche  anch 
bo  dieser  Probe  reraucht  wurde,  ohne  die  Wirkung  quan- 
titKÜT  auszuscheiden.  Uierbei  erlitten  einzelne  rorher  nn- 
i^egriffeue  KUrnclien  eine  tbeilweise  Zerstetzimg,  sie  wurden 
waaa  tmd  andarchsichtlg  ,  ohne  jedoch  Anch  tn  KaliliLiig« 
sa  ISsen.  Es  dQrflen  diese  Klinicben  wohl  aU  Feldspath, 
neUeieht  ala  Labrador  anzusehen  sein.  Die  Olimmor- 
bttttchen  erlie^eu  einer  TSIIigen  ZenetEUng.  Im  Ganzen 
idwiiit  mir  nicht  /.wAiMhuft ,  dass  auch  diene  Öchlamm- 
■MSB  nicht  ans  vnlkanüchem  Zerreibae]  besteht,  sondern, 
ihn  Jen«  in  Italien,  aaa  erweichtem  tlionig-mergeligem  Ter- 
tilr)(eeteiD  sich  gebildet  hat. 

Ea  ataht  nus  ferner  ans  der  caspischen  SchlammTul- 
Ikuen  -  R^oo    eine    chemiacho    jVnalys«    zum    Vergleich« 


252      ffaditr.  a.  SiU.  4.  mtah.-plt^.  CT.  r.  /.  JUlrt  187$. 


bereit,  welche  C  Jobo  **)  mit  der  SchlaramaiaAse  ron 
Mese-Ser  (S^gilpyriy  Abieh's)  bei  Bftka  vorgeDommen 
hat.     Die  ZnsaDuneneetxaDg  ist  folgesde : 


70,64 
G,y6 
2,13 
0,49 
0,29 
1,39 
5.75 
2.55 
S,23 
1,04 
3M 


81,00  •/•)  in 
Salzsäure 
nolöslich 


KieselsSnre 

Thonerde     .... 

Etsenoxyd    .     .     .     - 

Kalkerde      ... 

Bitt<>rurdß    .... 

Alkalien  und  Verlast 

Eisenoxyd    .... 

Thononle      .... 

Kohlensaare  Kalkerde 
„         Bittcrwde 

Verlost,  Alkalien  etc.  

100,00 

Dieee  ZiuaintneiiMtzuDg  Keiehoet  sich  durch  den  relativ 
hohen  Gcfamlt  an  Ei^seUSure  ans.  welcher  den  der  übrigeo 
bis  jetzt  Dut«rsuchteu  ädilammmaMen  weit  Qbeisteigt  aod 
daher  auf  gunz  besondere  Umstände  hiozatretnen  »cheiiit, 
onter  deren  HerrEchafl  der  Schlamm  valkan  von  Me«o-Ser 
steht.  Vielleicht .  dawt  vorherntcheiid  sandige  Tertiär' 
Rchichten  das  Material  zti  diesem  Schtamtn  geliefert  haben. 
DaHS  sehr  sandige  tertäre  Sehicbtgetiteine  in  dortiger 
Gegend  vorkommeu ,  beweioeo  die  Stöckeben,  welche  ich 
gleidcfsUs  durch  die  GOte  i«a  Um.  Staattrath  Ah  ich  er- 
hielt. Doch  HcheJnen  thonig-mergel^  Bildungen  auch  hier 
vortuherrscheD. 

Zwei  Geetein^roben  ans  den  Schicbtenreihen  ,  wdeba 
dteBa«ia  d«a  h&chsten  ScfalaiiinirulkaDa  den  Kankaausgebiels, 
dMToragai"),  bilden  nnd  in  tiefen Scbluchteu  an  denea 
Fnase  xa  Tag  treten,  gleichen  dem  itwwren  An»eheti  naeh 


I 


24)  ifiiab.  i.  k  k.  gt<Aog.  Itakhuartalt  in  Wien  1^77  Bd.  XXVtL 
8.437. 

3&>  SUba  Abick  a.  a.  0.  S.  39  n.  87. 


F.  OimM:  Ermptüuumalfrial  Jer  SAUmmeiiikaM  tU.  253 

^äit  law  onsvnn  festeren  PlyRchmerK«!  (A),  die  lUKler«  dem 
j^fflyBcbniergelscbiefcr  (B),     Beide  Proben   worden  der  Ana» 
lj«e  untcTKogen  and  erwioaen  sich  ausübend  ans: 


A 

B 

L  Karbonaten      .... 

24,07  "> 

35.52% 

II.  In  SaluiKiir«  7«rsetxfawr 

14.08  „ 

15,68  „ 

in.  Reat 

61.90  „ 

48,80,, 

100,00"/*  lOO.OO",'« 

Weiter  iMs-ttefae»  die««  Ge8t4-in«  im  Ganzen  dann  in  dem 
Aathnile  II  nnd  III  aas: 


IkOMria 


r 


Kdtod« 

BtUannle 

Hatna    . 

KiJiliMiiiiii 


Im  GanUD 

In  CIH  Mt- 
■eUbar 

Il4«Untluiil 

A 

B 

All 

B  n 

A  IN  {  li  UI 

S9.50 

40^82 

23,7» 

U,l!> 

20.S0 

13,94 

87,85 

46,34 

:i4.si 

12,9a 

a.-Ä.      1.36J    10^ 

3.01 

3,12 

1,86 

14,20 

liM\     0,1 4l     - 

0.36 

0,34 

0,»6 

4,35      4,9» 

— 

0.1  ;i 

0,4lt 

i.m 

1.41 

1.60 

IM 

4,32 

a.32 

I.4.'i 

1.6» 

4.14 

4,ao 

t.ift 

I,Bä 

10.W 

10,36 

— 

— 

— 

— 

6i,05:     6.1 1 

IS,64 

30.« 

6.21 

a,36 

OT.76 

100,63 

flK.j(a 

^^.ks 

(  !*».7a 

»9,eo 

Diese  Gesteine  laasen  aich  unter  die  »n  Kurbonaten 
ännami  Mngetgaatainc  dnretbcn  ,  nie  Gliche  aucb  in  der 
Flfnhragioii  Toizukoaunen  päegen  ,  obwohl  die  letzteren 
darelwcliuilUich  entweder  kalkr«ich«r  nnd  oder  aber  ent- 
«ebiedan  äaadateinbildnngen  entsprmhen. 

Kine  adioo  dem  iUiKseren  Ansseb^n  nach  tu  ff  ige 
Outeinaprobe  von  gleicher  Lokalitüt  bildet  nach  A.bich 
Zwitebenlagen  in  Ühulichfni  MttrgeL<«liiefer.  Bei  Be- 
baadclD    tait  tSalxsänre    braust    die  Masse    ziemlicb  lebliaft 


254        Saeitr.  t.  SiU.  d.  math.-j*^.  VI.  v.  t.  3tän  MTV. 

Ulli]   M  x«r*et«t   rieb    aeben  «tneni  an  Eisenoxydul  reicb« 
Eolkkarboaat  uocb    eine  Zeolith-ähnlidie  Beimeagong.     lotl 
KOcksbuid    terbleibt   ein«    kürnig«    Muae    mit  zahlreicfaa 
Quankörnchrn .    violen    Sp1itt«ra    von    Feldspatb    and    mi4 
deutlich    dichroitischan    brauoen    FnigmenteD,    welche  zuotl 
Äogit  so  gehören    Mbctnen    und  Magaeteäsmitheilcben    na 
Bcblieswn.     Es  ist  dien  ein  offenbar  aoa  Tnlkanisoheni  Tal 
oder  durch   oledergeFallene   valkuiiiiche  Aseh«  esfatUo'd«!! 
S«dinieatgebUde. 

Noch  b«sümmt«r  erweist  sich  die  Einlagcraog  tobI 
ZwiBcltenliLgen  Talkanischen  Ursprungs  an  einer  weisam,! 
leicht  KtTTeibltchou  mehlartigen  Marne,  weldie  Abicb**)f 
als  Tuff  vom  Abhänge  dos  Schlammvulkau  Toragat 
•ehreibt.  Die  oür  gUtigst  fiberschickte  Probe  verhält 
anter  dem  Mikroskop  gaon  genau  su,  wie  Talkaniscbl 
Asche  und  gleicht  in  auffallender  Weiae  dem  ron 
uiilersnehten  vulkantcdiou  Flttg«Uub  "},  welcher  Ton  IsttLadj 
her  fiber  ein  Tbeil  der  skandiDavificheo  Halbinsel  sich  rer- 
breitetc.  Zerriebenem  Bimuit«in  ähnlich  bilden  gU 
belle  Splitter  und  fadenförmige  Bruchstücke,  welche  8tHm\ 
dunkle  Punkte,  hüulig  dagegen  Loftblüscben  enthaltoo  ut 
jene  eigeDtliflmlich«  Streifchon  erki-nnen  liMen,  wie  sie 
allen  geflossenen  Laven  vorkommen,  fast  aonchlicsslich  iH*| 
ataabartig  feinen  Theilcbeti  dteaer  Gesteinsaabstanz,  tu  der] 
mir  vorliegoodeD  Probe  konnte  ich  wudor  Qliumerbliittchn,! 
noch  Horableade  oder  Angit  beobachten.  I.  p.  L.  erweii 
sieh  all«  Theilo  als  glusartig-amorph ,  »ehr  vemtntelt 
scheinen  hier  und  da  kleinste  dnppelt  brccbeodo  POnlct 
ohne  deutliche  Umriitse,  welch«  gCf;en  die  Hauptmasse 
schwindend  gering  erscheinen,  Nuch  diesem  Verbalt 
entspricht  die  Masse  einer  vulkanischen  Asche. 


m  i.  A.  0.  8.  t(7  a.  Md. 

ST)  Aatlunl  1S75  Nt.  M  S.  -KW. 


r,  W.  0*mM:  Enii^iDHmaUnal  d<r  SdJammruikiitu  tte.  255 

Abi  eil  theilt  du  Reenltat  seiner  Aimlyse  dieser  Masse 
ait,  wdcbo  fulgeod«  ZnMitiimvu»i-tzun){  oacbweist: 

Küwlerde 6r>,21 

Thonerde 15.95 

Küi-Doxyd 2,29 

Kalkerde 1,63 

Bitt«rerd<? 2,17 

KJi        1,70 

Natron 4,b& 

Chlor 0,25 

Vfamtr 5^87 

99,52 

Abieh  vergleicht  diesen  Tuff  (Tutkaniscbn  Asche)  mit 

'dm    Ton  K»boutteD  und  in  Wiutsor  löttlicheii    Sul/eu    go> 

tmoltfo   Ai]ltii.>il   des  Schlamms   von  Enmani  and  abi  nach 

gleiehvQ  Verbiltnissen  rusaniKengeseti'.t.    Demgenilss  oinimt 

«  dutfl  eine  Vermcugung 

von  lä,65''/n  Palagonit-Substanz 
inid  81,95  „  Tnichjtporphyr-Substunz  an. 
Dia  V«rbalt«n  unter  dem  Mikroskop  läsat  jedoch  eine 
Flke^uig  T«nobiedcuer  Sabsttinicu»  dariii  uicltt  wahrnehmen. 
Aa  nielwteD  kommt  nach  Ziisamniciis<.-tzaD|{  oad  Bc- 
«dkaffenbeit  diesem  Tuff  von  Torofai  das  schlackige  Aus- 
nrftiiwt«rial  von  Santorin.  Üiusv  Mas«c  von  Torogai  dürfte 
U»ar  wohl  gem&sa  ihrer  Einlagerung  zwischen  tertiärem 
Seliiehtf[«tcin  aU  «in  AbsutK  vulkuDiRcher  Ascbo 
RBOBscben  so  sein ,  welche  ewar  das  Bestehen  vulkanischer 
Thitigkeit  in  der  NimUliar.'tcluLft  während  der  Bildung  des 
lartiArea  Schieb tgesteiu«  Wweist,  aber  uoswr  aller  B('7.iohtmg 
la  d«T  Eracheinong  der  Schlammvulkane  selbst  steht. 
Laidtr  ist  mir  zur  Zeit  kein  Materiiil  der  uibl- 
nadMO,  ans  anderen  Gegenden  bekannten  Schlammvulkane 
nr  VertBgnng  gcatellt.  Soweit  über  die  Schilderungen 
triceanea   lanea ,    berrwhen  bei  den  meisten  ganz  äbulicbe 


2S6        h'adttr.  t.  SIU.  d.  malk.-fh^».  Ct.  c  I.  Miri  1879. 


VerhSltoisRc,  wie  wir  solche  bei  deu  SchlammvoncAnen 
Itelivas  nnd  der  cospischcn  B«gion  so  eboo  k«aDea  gelernt 
haben. 

Bekannt  sind  die  zahlreichen  SchlammTnlkane  der  Halb- 
insel Tuniftn  xwiwhen  »cliwarKem  und  asow'snhem  M«ere 
und  bei  KerfBch  der  Krim.  Aus  zahlreichen  kleinen 
Kegeln  erfolgen  hier  häufig  SchUmm»  nnd  Gas-EmpÜonen. 
Der  ausgeworfene  Schlamm  ")  wird  als  eine  blangran« 
tbonige  Blane  untermengt  mit  Fragmenten  von  schiefr^em 
Thon ,  feinkörnigem  Sandstein  nnd  Naphla  geschildert, 
irähreod  die  amtstri^menden  Gase  wesentlich  aus  Kohlen- 
wasserstoff besteben  soll.  Wir  dUrfvn  darin  unbedenklich 
di«  gleiche  Beschaffenheit  voraussetxeD,  wie  in  dem  Schlamm 
dee  caspischen  Meerea. 

.  In  tieferem  Binuenbnde  kommt,  soriel  bekannt,  eine 
Art  Schlamm  TU  Ikan  mit  periodcnwotso  eintretenden  Schlamm- 
aaawilrfeu  und  Gasexhalationen  in  Siebenbürgen**) 
im  sog.  H&llenmoraat  (PokoUär)  in  Kovosntt,  N.  Too 
Kronstadt  vor.  Aach  hier  tritt  salshaltiges  Wasser  mit 
auf  und  es  scheinen  selbst  bituminSae  Beimengungen  nicht 
ganx  £Q  fehlen.  Da«s  es  sich  hier  um  valkanisebe  Eruptionen 
nicht  handeln  kann,    bedarf  keiner  weiteren  BriJrternng. 

Um  gleich  hier  die  europÄischen  Vorkommnisse  noch 
weiter  anzufahren,  »et  erwähnt,  diu*«  auch  auf  Island,  dem 
Land     der   Eruptionen ,     Schlammrnlkane     anftrcten.     Der 


S$)  Abrimkji,  Nor.  Ana.d«  Vejrage  II.  139  n.  Erdnuuia't  Areb.l 
KIT.  86;  EüKelbaHt  u.  i'uro«.  BcIm  in  die  Kr;m.  1.  T.  71;  Ver-j 
Bcnil  in  VUm.  d.  I.  Mc.  gcelog  liL  p.  4  o.  Haot,  Vojaf*  i.  11 
Bani«  Berid.  U  .569;  Abieb,  ü«al.  d.  Balbiasd  KorbKb  a.  Tawii  \»i 
Um.  d.  I-Afr  d.  St  P«t«nbaarjr  ISfiO. 

£9)  V.  naner   niid  Stäche.  0«o1.  von  SitlMobaigM  &  287 
V.  HaasT  0«>lo([U  4.  AatL  8.  8V. 


0.   IT.  OOaM.*  Krmftitmimatrriitl  dir  8fi,lam,ati,lkatu  tte.  267 

iBmng  W.  W«tt'i  •*)  int  zu  «ritnfhnii'D,  dt»  id  der 

Am  Krsfla  iKrahl>)  und  i)p<i  M,vvatn  (MOekenMe) 

Nan«ri&I    einen  Zag  von  Solfatareu  beherbergt,  uod 

hier  das  Tnfrgi'tlein  ku  Thon  zi'rHptzt.  nDd  mit  mohl- 

Sclmi'fel  vermengt  ist.    ni'iosi?^  Wiis^er  und  siwh&iide 

^>unpMnihlen   dringen   auf  S(>3lteu  reichlich   hervor.     Auf 

(ir^pu*<>itr  ilteai^  Huliemtug*  nun  tindon  a;ch  8  c  h  l  a  m  II^■ 

Ikane    in  Fortu    von    he<i«eirdrmigeu    Vertiefungen,   die 

tl  bUugTNDnn,  oft  sehr  zfihem  Thoii  erfüllt  »ind.     Diircli 

wird    derwlbfi    io    kochenite  Bewegung   versetzt   und 

die  Lnlt  geschleudert.     Aehnliehe,   jetzt 

Keswl,    welche  theilweüe  Kcrttiürt  sind, 

11  TOD  der  gmatea  Verbreitung  dieser  ErHptionxerschciii- 

nipa    auf  InIhiii}.     &  scheint   diesa   ein   Beispiel, sn   sein, 

ivf    ancli    nafgclockerteü   nnd   theilweiae   Keraetttes ,   durch 

7«m>»ngn»g  mit  Waster  xu  einem  thonikfen  Schlamm   uni- 

Im    ralknnischcK  Material,    wie    in   den  bisher  l>e- 

r,ririi^atn  Pillen,  mt-rgeligeA  Schiclitgeotein,  die  Mn.i»e  xn 

Termag,    an»   n<.-lclit'm  der  Bruptirschlamm  gewisser 

iramralkane    bestellen    kann.      Möglicher    Weine    sind 

anch    hier   lertütrr  Ablflg<rruDgen    betheiligt,   welche, 

ot,   ancli    auf  Uland  nicht  fehlen.     Es    lös^t  sich 

•a«    der    oKberen    Cotersnchnug    der    Schhunmmae» 

die    mir  leidor   nicht    xnr  VerfQgung    stehen ,    mit 

tl    ermitteln,    welcher  Füll  hier  vorliegt. 

8ebm    wir   ms   nna  weiter  nach  Schlammvulkanen  in 

aaimm   LamUtrii-hen  um,  so  ist  icunächät  11  intorindien 

arvUinen.    welehn   auf  der  Insel  l^heduba")  an  dem 

rieh  Arrakan  an  der  Oxtscilt  dt-r  Bai  von  Bengalen 

'ib>rn  Er^clieinangen  anzuweisen  bat,  wie  die  CMpischen 

[inil  llnlien.     Kleinv    bi«   Meter    hohe    Kegelerheb- 

*.t,  W    Wad«,  AcroM  lli«    Valiua-  Jokull,  or  Seen«*  in  l>«lnn(l. 


II)  fl»Ul44.  ta  Tbe  Ediiib.  M«  pUlM.  Jörn.  t8S-2  V.  LU.  p.  349. 
|I"7V.    i.  Slath.-phy«.  Cl.]  IT 


258        JiaddT.  t.  SUs.  4.  MoiA.-jAyi.  Ct.  v.  L  Man  tS7S. 

nngCD  sind  biftf  liüuflg  zu  tindeu,  welche  besonders  beflig 
bei  R«^aweltar  SchUinin,  hoifnes  Wbsmt  udcI  Gase  aiu- 
stOMeo.  Dia  letzteren  kSnnea  ealzCludet  werdeu  und 
KohftiiK^n  demgemiss  hauptsäcklicb  aas  Koblenwit.<iit«rati'j8'  so 
b«8Ui)iun,  WM  qui  «o  wahrHcbein lieber  ist,  nls  iu  der  Nübp 
wirkltcbe  Nftphtaquellen  b«kuDDt  sind.  Aach  in  diesem 
Falle  iat  nne  direkte  B«lheiligutig  VDlkaQis4>ht>r  Rr!ieb«in- 
DDgen  uicbt  iii»chvfeiabar.  W<-itcr  t-rwitbat  Fi^rassttc  ") 
\a  Birtna  bei  Deinbo  12  klüitiu  ScbUntnTallcxoe  von  6—7  en 
H5be  uud  Vertiefungen  ron  2  -3  m  iiu  Umfang,  aus  Anaim 
bluu^rauer  Tbonschlaoin  unter  AtuatrCime»  von  dunkel 
gofiirbtvn  üiueti  au8g«worii>u  wird.  Salsquelleo  odJ  Naphta 
«teliAii  damit  in  Verbindung. 

Ilivrfin  acbliesnen  sieb  die  tod  .Inbubuho  '*) 
IllUrliob beMbrivbuuun  äcbluniiiivulkane  Jav a's,  wel 
a.  Tb.  al»  Moose  Schlanimtiiinpel  und  Gaa(|Dellen  anKOMbea 
■ind,  wift  il*r  koMelförmige  Sumpf  nnnu,  Tji>Ujah.  und  die 
Sablamuquelleii  auf  Pala-S«raao,  Pulu-Kambing  Dod  I*uta- 
SolL  Berühmt  sind  die  ächten  Schlammvulkane  «nn  Kuwa 
nnd  Mcudanü-RawawQ ,  welche  ausserhalb  de«  valkaoiacfaiiB 
UobivU  in  Ebeoen  anf  Allnnalboden  zwischen  aoa  ier- 
ti&ran  Mvrjfel-  und  Kalk-Ueatein  betttelieBdeo  niedoren 
Httgaln  und  in  der  Nibe  dw  «ich  Ton  selbst  cntzOndoodcn 
ewigen  Kuuera  Merapi  Uvgen.  Auanr  dem  bleigraaeo  Thnn- 
aehUuiui  und  das  Gaseibatatioueo,  die  ult  ein  bladen&holicbea 
Aatbttbaa  At»  Schlaiuins  aud  endlich  ein  unüif  dumpfem 
Knall  •rfo)K«adw  PlatMO  der  Blaae  bewirken,  strOmt  hier 
auoh  Krtifll  borror.  Bmtrkuianrarth  tat  beModers,  das* 
da«  mit  ausftiaasaaJ«  Wasavr  r*>eh  genug  an  Koehaalz  und  anob 
alt  Jod-UromaliM  iat .  nm  lur  Darstellung  von  Kochtala  1m> 
uiltat  IU  w«rd«u.    Mach  dar  Uotwvacbnag  Kbrenherga  '*) 

ftt)  ttalMta  M.  «M,  cmL  ■!•  ftaan  T.  VUI  f.  6. 

.131  J^akaka.  Jan  II,  &  ^i  IU;  27:*.  190;  TU.  »H  XL 

M)  lUMbbMuht  d.  Acal  d.  Wim.  is  Btilia  9iU  S.  UTQ. 


C   ir  OOmM;  Krvt<iiinmaUrlia  dtr  ScUammrmIkaat  <te.  2ä9 

calliBlt  d«r  KaviiceUwHRi  Fwammifcrm  nai  uid«r«  kleinst« 
■tr|[manr.faf>  UnSiYr«»!«  und  ihuoU  auch  in  disscr  Beziohuog 
4tn  ilnlleoiicbeD  VorkonmaiafeD.  Alle  diese  VerliüIluiNM 
dMtni  «Beb  bei  iliiseti  Sclilaiiiiuiiuü«tt'ii  »iir  eine  itimliche 
BachsIKintligt  liio,  vtiv  wir  sir  l>i'ihi!r  kvoaeu  gelernt  haben. 
Aitdcrv  SrhlunniTtilkiuie  Javas,  wie  jene  l>ei  Pulungan 
lad  Knlanganjnr  lieg«n  nitli«  nm  Meorv  aaT  dem  all- 
iltg  am  dinwiii  (;ni|Hirgcli<)l)uii<'u  ulltiTiulon  KOsU-ustiiche 
lud  bilden  bis  (tcgcD  10  m  hob«  kegeirßmiige,  au»  der  ver- 
härtHi-ii    tbrtnigeD    Scbbimniinaaae    euUbmletic '  Hügel    mit 

'' trt>TDuiigi>n    iiiid   Sclilnmmeruptioneii  ,    wie    b«i    den 

Jnbnhabn  scheint  nicht  geneigt,  diese  Kr- 
•ebiianagvii  in  direkt  urtiä«btiofaea  ZusaiDinenhaBg  mit 
irr  vnlkaoiacfaon  Tbitigkeit  su  bringen,  welche  auf  Jav» 
,n  mt  rOMbeni  MuasM  «ntwickolt  Ut. 

Aach  Am<-rika  liat  seine  SchlainuiTalkane.  Ute  be- 
iMi  Hinit  die  schon  von  AI.  t.  Humboldt**) 
icb  bMchriebeuen  sog.  V olcanitos  von  Turbiico 
üra  •  Graiiada.  Neoerdinga  liat  Herin.  Karsten  **) 
fi«c  and  die  Schlammmlkane  tod  Zamba  antenucht  uud 
WcbrieWt).  Nitob  ihm  liegen  die^e  nur  wenig  über  die 
ObarfUebe  anfragend«,  von  einem  Ringe  verhärteten  Tbonee 
|elKJ<letr  aVolcanitoo*  im  Gebiete  tertiärer  und  jDugster 
AMaganiegen  und  «ind  rigeotlicb  nur  Giwjuetlen,  in  welchen 
iu  (MRg'rinnilfl  tbunige  Uestein  durch  die  Einwirkung  des 
Wumen  m  Moea  Brei  verwandelt  wird.  IMeaer  Tbon- 
«chUmm  flit-siit  über  und  bildet,  indem  er  nustrockuet,  die 
kkinvo  KrhSboageu.  Dm  aontrömeade  Gus  Uwtebt  aii»  atino- 
•pUnacber  Lafl,  Kohlen  wasaersUtGT  mitSjinren  von  Eohlen- 
.  daa  Waaaer  »ntbält  ohne  böber«  Temperatur  zu  zeigen, 
in  lAiQag.     Vanvert  de  HtSac  "J,    welcher  spütAr 


ia  iti*  A(|aiMKtUI-G«ceiideD  Bd.  VI.  b.  3.  105. 
V.  a.  4.  r«ol-  OeMllMb.  1».VJ.  IV.  S.  MI. 
3;j  Owipl.  Mida.  XZXVIII.  p.  7tl&. 

17« 


260         Nadttr.  ».  Bitt.  d.  malh.-phjp.  Cl.  p.  t-  MSrs  tftTP. 

(li««e  Saiu!   nntCTüiicIit   hat .    fand    snlche   xnsaminenffswt 
aus  S«i<«iU,  ki>lil>Tii)taur«iii  Niilroii  und  Kalkorile,  Rchwpfel-] 
sanrein  Natron,  Ammoniftk-,  Bor-  und  Jwl'linitigon  S»l« 
vermMijji     mit     siner    »rganiechpu    Materie.      Grosüarüf 
SeukaiiKi^u  »cliüineu  mit  cirm  Vorkommen  liitanr  Vnicanit 
in  Verbindang    xn    8t«hea.     QlMchwuliI    Ut  Kurvten 
neigt,  die«p  Krüchf-inunji^ii  nicht  als  vnlkauiscbe  aoficif' 
fassen,    inilniu  er  vuf  <lit*  reichen  A»j)lialtal>lagpnmgeii   nn<l^ 
die  SteinsaUlageo  d«r  Naclibiirgi-hirgi»  liinwci^t. 

Aueh  dem    Sehlamtn     von    Turbaoo    bn<l    Bfarpo- 
borg  *')    Föraminifcren    nud    andere    kliTinste     organiaeliel 
Tbeile  beigemengt. 

Auf  den  nag«)iclili»»eu«n  Autillfu  kebr«n  äbnlich« 
Bildnngeii  wieder.  Besonder»  \*i  ca  di«  dem  Festlnode  m- 
nSchst  übende  Insel  Trinidad,  auf  welcher  Sehluiuu- 
vuikune  in  Verhiudiiiig  mit  d«:ni  Vorkommen  von  Axphall 
(Par-Inke)  nnd  BrnzolaiiNflristen  bekannt  ttind.  Die  kaum 
mehr  al«  ei«  Meter  hulieu  Hilgel  liiyi*n  auf  der  K\V.-.S|>itiM> 
der  luxel  und  beherbergen  gegen  45  in  im  DnrchiUBner 
w«ite  Gintiefungen,  welche  von  einem  in  kochender  Dewegung 
befindlichen  und  blasen  wer  (enden  Schlamm  erfüllt  sind. 

Aox  yielen  anderen  Gegenden  der  Erde  werden  ühnliche 
oder    nahe    verwandte  Kracheinnngeu   erwihitt,    weldie  im 
grossen  Oanxen  nichts  wesentlich  Abweichendes  bieten.     Es 
gentlgt    dnber    auf    dio    vorauBgebenden    wenigen  Beispiels  i 
hingewiesen  zu  haben. 

Ich  benutzte  diese  Veranlassung  hier  einige  allgnuen 
Bemerkungen  einxnscbalten. 

Hei  der  UnterAuchnng  dieser  mergeligen  und  tbunigiiB^ 
Qestcinsmamen  und  bei  dem  Nachfor^hen  iineh  ander-' 
weitigen  ßeobuchlungen  und  obemiHclien  Aiialjrsen,    welche 


38)  Moaatsb.  d.  k.  AeaiL  0.  Wi»,  in  Utrlia  ISUi  S.  bTl)  K. 


X.-  lAvpttoKfHUute  der  tieUammrttlkane  etc.    2ßl 


Vergleiche    Wiidtzt    «rcnlon    kütiatuii ,     hat    sieb    mir 

umlich  aaf  tler  eiani  Seite  die  Ui-berzeuguug  »nfgedrängt^ 

diflAQ  SeOiincnUlrgobittle    koineHwega  fto    giiiie   r«gdloti 

nuiitniuvn^uwtzl  3>iii(l,  bIa  e«  ntif  den  vnttRn   Blick  .«chvinoB 

kSiinle,    d«ss   vidiuehr  nucb  dtxn  Alter  derselben  ai<:Ii  eine 

eigeutkOiuliche    ZusanimenHetxung     beraasEUHtellen 

ebeint.     Aof  der    andcrcu  ävtU'  ergab  Mich  uber.   daKs  diu 

»nltate  der  bisher  gefQbrtea  Dutersuchmigen  xa  w«cb$el- 

'  Kiligeu  Vsfgleichon   weitaus  der  Mehry^hl    nach    als  T&Uig 

«dbRiaclibar  sich  erweisen,  weit  fast  jvdcr  Beobuobter  aioh 

f«nehiedeuer    Methoden    oder    Mani|>uIatiouei)    bedic^nl    bat, 

an    ta    (Wq    für    ihn    sehdninr  g(^iiilg<^nden  liesaltateu  tu 

gvlugvn.     Ds   aber   dvrurtige    mei^  müherolle  Üpbersacb- 

«fm    «rat    dann    einen    mehr   ala    bloss  sobjektivcn  od«r 

UkUen  Wertfa  rrlang^tn  .    wenn  nie  mit  anderen  nach  ein- 

Micher  Methode  ansgefUhrten  Proben   verglichen   wenleii 

UaacQ,  so  lenchtet  es  Ton  selbst  ein,  wie  wQuschenawertb 

w  VfrstiD'lignng    in  Bexug   auf   den   Modu»   dieser  Art 

BMmuontersucbung  sei. 

Da  ich  mich  unterstützt  von  Ass.  Ad.  Schwager 
*lm  aeltr  lange  mit  drnirtig^n  Arbeiten  be^cliünigu  und 
«hut  zu  hjihen  glaube,  worauf  es  hierbei  besonders  an- 
Wme,  so  erlaulie  ich  uiir  hier  mit  einem  Vorschlage  flir 
•i«  tn^i-niein  anzuwendende  Methode  der  Unter^ncbang 
•tainw  tjesteine  hervorantreten ,  die  ich  Beeserein  gegen- 
■br  i^iM  Wrvit  bin,  uiDBoaudero.  Da  es  «ich  für  g«- 
9ltiich-geo logische  Studien  nicht  darum  handeln 
^B,ilKZaatanimeuwtzung  einer  Gesteiusmasse  im  Ganzen 
tv  nätli»  etwa  eine  Uaoscbanaljse  licfrrt,  Hud  wie  i-s  für 
^w  technische  Zwedte  auch  höchst  wichtig  sein  mag, 
^■■n  lu  lernen,  to  werden  ßanscbanaljsen  nur  als  Con- 
tnlU  benülxt  w«'den  können.  Zu  unüenm  Zw^kon  (Qhren 
■r  Theilanal^aen  und  »war  nur  solche,  bei  welchen 
tktai ich«    und   optisch    mikroskopische    gleich> 


262        JfiKMr.  *.  Sit»,  rf.  Ni<ith.-f*yi.  C^.  r.  i.  Jtfil»  {«7». 


beitlicb    mit    dnander  Raod   i»  Hnnd  gebend  darcbgefnhrt 
werden. 

Es  lÖBBt  »ich  dw«  folffender  sfofenmäMigw  Gmg  «in- 
balt«n. 

I.  Untersuchung. 

Di«  koehhitKlrockiie  d.  b.  bei  100  —  105*  C.  längiet« 
Zeit  aofbcwahrt«  Hubxlanz  wini  /.aerot  ch«mi.')cb  darauf  ge- 
prüft, ob  dieselbe  in  Wasser  löt^licti«  Salz«  «itbält  Qod 
welch«  ZuaamniencetKaDg  di(>t)e  Salite  haben.  In  vielen 
P&llen,  namentlich  bei  älteren  Ge«tein8art«n  kann  man  von 
dieser  Prot)«  Umgang  nehmen. 

Optiacb  entrcckt  sich  die  erste  Duterst>cbniig  nur  den 
Nachweis  organischer  Beimengen,  nnmentHcli  der  meist 
mikroekopischeii  Foraniini/eren ,  liadiolarieH ,  Thaioturm 
nnd  CoeeolUhen.  Zugleich  wird  aacb  die  ÄnwcM'nheit 
kleiner  Mineraltheile  wie  t'eldspatb,  Quarx,  Glimnier,  Horn- 
hlende,  Augit,  KalkspHlh,  üyp«,  Mognotvisen.  S<;hw«-felki(r*. 
O'ueonit  etc.  etc.  mit  Änwt-ndang  der  znt  UnterBchr'idung 
diaeer  Mineralien  dienlichen  Hilfsmitlel  fesbcusteileD  genucbt. 

B«  dieser  ersten  Pn>be  stellen  fiicb  nun  bereit«  aobr 
wesentlich  verschiedene  Eigenschaften  der  Ihouigen  Gesteine 
au.  Die  einen  zergehen  in  Waeaer  leicht  xu  einem  Thott- 
ecblamm,  die  andern  zerfallen  im  Wasser  nar  in  kleine,  nicht 
weiter  sieb  lockernde  iStQckcben,  die  sich  aber  mit  geringer 
Krall  zerdrücken  nnd  in  einen  Thonbrei  verwandeln  laaeen. 
Die  meivten  älteren  Thongeateino  dagegen,  der  Schieferthon, 
Mergelschiefcr ,  Steinmei^el  nnd  Thoniicbiefer  leinten  der 
EÜnwirkung  des  Wa.<»en  Widerstand  and  nitUMO  gewaltsam 
terkleinert  werden. 

Nnr  bei  der  ersten  Art,  der  in  Wasser  aurscblämm» 
baren  Thone  »der  Mergel  ist  es  zweckdienlich  ,  etwa  b«- 
gemengte  grSl>ere  etwa  über  I  mm  im  Dm.  gronae  Fr»g> 
menten   atMtnsondem    nnd     Iwi     bemerkten   Besonderheiten 


^    n'    n&mM.-  SntpliaiUHUiltntU  d«r  SdtiammtHlkant  tic.  263 


I 


'\e>^ii>sn  fUr  aicb  weiter  tu  niiUTuncbeu.  BeliufK  G^winn- 
URg  uui3  Itvütiniiiiiiug  der  i.-inguKcblossonen  or^auischen 
Dibtirnffte  irird  nmu  eicb  besonderer  Proben  Wdienea ,  aus 
drava  man  dnrcli  AbschlilRimeu  di«  kleinr-n  Vi^rvteiuiTun^en 
grwinnt.  Es  i«t  uicbt  oliue  lDtfln.>::!x«,  die  bei  diesem 
Schlämm  proce«s  Kurnclibleibeuden  MineraUheilcben  gleicb- 
&)ls  eiiier  mikmokopischen  PrQfuug  ku  iintcrziekeu. 

Bei  iiuuicben,  darch  Wuser  nnr  theilweise  «rweicli- 
bwn  Gfsteiasurtvn  jj^eliiigt  c» ,  dnrch  sehr  vorsichti^a 
ZerdrOckeu  eise  ähnliche  schläinm1»re  Masse  za  erhalten 
Dilti  auf  orgaoi«chfl  BinscbldAse  za  UDlernich«!!.  Viel« 
«olcher  Proben  kann  man  dadorcb  zum  Zerfollen  bringen, 
da.as  man  aie  in  oftmaliger  Wiederholang  mit  einer  ge- 
«sttigtfn  GUub«rNily.liisnng  kocht  oud  nUdnoD  au«tro«)cDeD 
14«rt,  wobei  das  krvalallisireDdeHalx  die  Thon- oder  Mer^el- 
|^_  Tbalcheu  xeroprengt  Auf  diese  Weiite  gelingt  e^  ott,  or- 
^B  i^i«chff  KinKcfalüftae  su  isoUren,  dio  man  sonst  nur  durch 
n      DOnDschlifTe  entdecken  kann, 

^H  Die    härtereu    tiesteinsproben    musn    man    ohne    «ine 

^Kg|J|k«  Sciieidung  in  Arbeit  nvhnien.  Schwiengkeiten  er- 
H^^^^Psich  b«i  diemr  «rst«n  Abth>-ilung  der  Üiitt'rHuchung 
dadurch,  dsM  die  aurgescjtlämtotv  tbonige  Mass«  Fant  immer, 
«vttigBteiiB  beim  Nacbwascheii  trQb  durchs  Filter  gebt. 
IUd  mtM*  iIm  utwAS  trübe  Kiltrat  dann  eindampfen,  wobei 
dar  Thuo  eine  xnsammeahaltendv  Krutt«  bildet .  und  dies« 
duuk  nrgfiillig  wieder  mit  Wa«i>er  übergieaaen  und  aoa- 
taoifni.  Ancb  ist  daran  zu  eriiiuern,  das»  man  bei  diesem 
anbai  einfachfin  Auslangen  mit  VViMe«r  nnr  eine  geringe 
Unige  des  etwa  vorbundenea  Gjpees  erhält.  Legt  man 
:fat  daranf,  diese  Meng«  genau  zu  bMtinimeo,  so  wird 
in  eitler  gesonderten  Probe  eine  Zersetzung  desselben 
iarch  Kocbeo  mit  kohlensa-jren  Alkalien  zu  bewirken 
neben. 


taogeii 
^  aiat«a 
■  Unigc 


n.  üatemcbsBe. 

Die  nörtcn  Tbumrtcii,  sowü  «iie  HsgeUnen 
hAltMi  Ktrboost«  TOB  blkerde,  Xogoam,  Eiacanjdiü 
und  MADgSDoxydfil ;  nn  rie  sn  eai&men  üt  eine  nrat« 
^cmiKbe  Arbeit  «rforderUcIi.  Zq  dieteni  Zwedce  astervirft 
■HO  bei&ttfig  10  g  ivMnA  bd  {00' C  gcbodmvfoT  SabvUn 
4a  Bawirkimg  etoer  nlir  TTnlQtinteo  SaluMtra  tod  1,05 
Bp.Geir.  ofaoe  ADweadang  erb;sht«r TeropeTstsr  <I5— 30*C} 
Bii|{«f»Zait  hindorch  (2— 3  nwl  2i  Stnoden)  unter  Bmi^cbi 
DinllhrvB.  Zar  CoatroUe  t*t  eine  KoUewfinvbuliBinBBg 
wIlBeebauvertii.  Die  in  Laenog ")  erit&iteneii  Stoffe 
«eHea  boBttmint.  8i«  f^rliBren  jirdoefa  nidit  awMhhcMHek 
KariNNMfao  aa.  Eh  hat  sicli  nämlich  fiuk  dorehmg  «^ 
geben,  da««,  wena  naeb  mir  geringe  Metren  von  Tbooe»^ 
in  LSsang  gegnogen  «nd ,  die  «neu  Mcli  Hlbtt  in  mäax 
Tndfinnter  Stare  lorsetzhareji  SiUknt  entsprechen. 

Ich  glanbe  gefanden  kd  haben,  deas  ea  eine  ehlori- 
titcbe  Beüaengang  —  no  Tbooerde-  Eiaenoiydal-RiUet^ 
erdttilikat  ~  iit ,  welches  diese  EracfaeinaDg  herrorruft, 
wril  man  bei  der  mikrOiriD]pL<>eben  Untemehuig  tot  der 
Eiiivirkung  der  verdOonten  Sinre  oft  grCnliehe  UUltchen 
—  nicht  die  meist  dsrixn  Klämpcben  deaGUuconits  —  wahr- 
nimmt, welche  nach  der  Ki(i<«ir»uRgdi>r  Säure  Terschwvodai 
sind.  Bei  der  ganx  geringen  McDgr-  diewr  BeiDMi^ng  leg« 
ich  kein  gronee  Gewicht  attf  einen  näheren  Nachweis  diemr 
Sobttanz.  Will  mau  diejwJbe  näher  befitimmeu ,  ao  wird 
man  da«  Kiltrikt  ent  xtim  Trocknen  eindampfen  u&wn, 
nm  die  löeUche  KieadAnre  nnlüslicli  2u  nuehen  vaA 
ebenso  den  Beatantheil  trocknen,  am  auch  ihm  den  Kiead- 
aftoreantbeil  nach  bekknata*  Uetliode  m  entziehen. 


a»  Aach  hierbei  etUlt  maa  W«  AmrtMen  oB  da  trtlw  FHlnt, 
dabCT  SB  fätUicti  iit,  die  nmt  «rhalteam  Tbdb  rortier  iMfWeahM^. 


7u4ubel.- 


NMfenti/  der  Sdilaiamenlkane  Me.  265 


» 


Aiicli     l^i-'^.-uüxydlivilnit    uiiil     [>hwipliorsiiari'    Kalkordc 
leu  theilwoiae  eerlcgt.    Ditwea  VerbültoUseii  ist  gleich- 
falLs  lt«chiiuug  KU  tragei). 

Der  Itüdtstand  nncb  der  BehatMÜDog  mit  sehr  rpr- 
dSnDter  SAurc  mim  ancU  optiKoh  mikroskopisch  uut«rsucht 
frunien,  \\iv\\«  um  die  ufl  ^ctzt  ur»t  klarer  hurvortrHü^aden 
Beimengungen  Ton  Feldapatb ,  Qnan ,  Glimmer  en  be- 
«tiaiinen ,  die  ilorch  die  weirae  Knlli!(c)ialc  ofl  TcrUlillten 
GbaeonitkSnicbon  dnrin  uactizuwmNKu  and  iwmtMitlicli  um 
'  die  Koa  Kieselsunre  Wstebemlen  ,  oft  austrat  feineu  Dia- 
fWNMM  tiiKi  liadiolarien  anfzntindi'u.  Zu  leUterem  Zwecke 
IwDfllxt  man  Matcrinl ,  wclchm  nur  gröblich  g«piilvert 
wurde  Dnd  bei  grosserem  Oelialt  an  Kalk  uacb  d«r  lÜin- 
wirkang  der  Säure  uonmHir  durch  gpliiidos  Drücken  zer- 
theÜt  werdra  kann. 

IIL  rutersucbuDi;. 

Der  aoMriwtzt« ,  wieder  bei  tOO"  C  gotrockuet«  Re«t 
wird  hierauf  mit  etwa  d«r  <lr<'ifaoheu  Gewicbtsraeiige 
sUrlcOT  ättlznaru  von  l.H  spec  Gew.  unter  stuU-r  Er- 
aeuertiDg  der  venlainpnt^n  Säure  3  Stunden  lang  in  der 
Roohhilze  MwniioH;  *")  Fillrntflii«»igk«it  und  Kiickalaod 
werden  «am  Trocknen  gebrncht.  um  die  aersetzto  Kieselerde  * ') 
n  gewinnen  und  im  Uebrigen  nach  bekannten  Methoden 
Terfkhrcu.  Bt>liiili<  He^tiiumung  At»  KiseuoiydnU  nird  man 
eine  Prob>r  d'/msvIlH-n  i'rocesse  in  einer  Almo>ipfaärc  von 
Knblmaänre  unterwerfen  nnd  ohne  diw  P^Itrat  al)7.udampfen 

<  '•  Di*  (honbclmi  llanipulftlioMcn  wtrdni  ki«r  nur  angviltiittt. 
Xm  aiaat  trfunkilicbo  SnUhnan  \t\  obn«hiD  bckMDt  noA  ftMutg. 

41)  Il«i  d«T  BrliudlQiix  mit  Alkalii^n,  um  Aw  liJaÜcb  K'^wnnJrno 
KtMaUarr  w«KnM)lH>«ii,  Orbt  rieh  die  alkallNtio  FlONl^Voit  oft  in- 
Inii*  kKJbrbnQ»  fo«  Hr(Hit«n  biluminAieu  Tboiko.  Die  Tier«  d«r 
tmriit  ^Bstkttat  Amm  Backublc»  ut  dii  btiUnD^  Menge  dicMr  B«i- 

BMfOB«. 


266         .VaeMr.  *.  Site.-  d.  uath.-jAf».  CT.  p.  I.  Mar:  i.vj». 

die  >fenge  dea   Oxydais  bestitamt.     E«  folf^t  citio  dii 
ßentiiiiniiiD^   tle^    Wasser«.     iVuoh    ist    eine    Baaaobansljr»  ^ 
der  Gi»atDmtiaa»e  als  Kontrolle  zn  ompfehUn.  f 

Darcli  die  Einwirkung  der  starken  Salxnnre  wird 
xersetxt:  der  üluuconil ,  der  grftwere  Kmttlioil  der 
eblon'tischen  BeimenguDg ,  Mogiicteisfln ,  BrauuL'i-'<«ner< 
und  eil)  Tlieil  von  Rolbejitenen!,  daun  Reolitbixcbe  Bestand-' 
theile,  welcbu  nncb  der  oft  wabr^uommenen  ^lert-»bn- 
lieben  BescbafTeab«!!  des  Rflckstandea  and  awh  der  Menge 
von  Natron  eu  vermutben  Rind.  Ausserdem  werden  aoelt 
feinste  Tboilcbcn  von  Pbi^oklug  (Anorthit  ist  wobi  niobt 
TorausKusetzeu)  et<vas  angegriffen.  Um  Über  diesen  doi- 
Faugsreicbeu  Complex  von  mi^licber  Weise  Torbuideiieii 
and  durch  starke  Snlzxäiirc  Kcrm-tKlen  (Semengtbeilm  einige 
Anbaltspuukte  eu  gewinnen,  ist  es  noabweisbar  nolhwendig, 
die  Substans  vor  und  nach  der  Kiuwirknug  der  Säuren 
»nh  sorgfältigste  mikroskopisch  za  prnfpii.  Die  »pti««Iien 
Eigensohaflen  der  dnrcb  die  SHure  zerlegten  Gemengtbpile 
im  Zusammenballe  mit  den  Resultaten  der  cbemi«chen  Aiia- 
1^  geben  Anbaltspnnkte  genug,  um  wenigstens  mit  einiger 
Sicherheit  »nf  die  .\n-  oder  Abwesenheit  dieses  oder  jenm 
Minvrals  zu  scblivssen.  Bei  den  öltcrttn  tbonigen  Scbiefer- 
orten  dtirften  cbloritiache  und  feldspatbige,  bei  den  jtiogereo 
glanconiti»che  und  xeolitbiwb«  Beimengungen  die  Hnapt- ' 
rolle  bierin  spielen. 

IV.  tTaterdttrhiin;?. 

Eine  weitere  Unt«r<ucliung  des  Reste«  bcxielit  lieh 
auf  den  Nachweis  eines  durch  SchwefelsSnre  iwrsetztiaren 
Antbeits ,  wie  solcher  bei  fa<4  nlleit  thonigen  G*- 
steinen  vorkommt  und  gewi'ibniich  nl><  eine  der  PorKellan- 
erde  Kbnlicbe  Thonnrt  augi-sprocben  wird.  Die  bäafige 
Anwesenheit  anaebnlieber  Mengen  von  Alkalien  and  d<r 
geringe  Wassergehalt  weisen  aber  vielfiicb  au<rb  auf  ander* 


f:  Rrupliotutmattriät  der  fyfJilatniurulkant  tie.  267 


I 


SnIiaUiiz«»  uHtn«»(licl]  aurPinitoid  uml  «uf  ein  Pyropbyllit- 
vtign  Mißfral  oder  anf  Glimmer  hin. 

Za  lÜetiem  Zwecke  behauüelt  mnn  iea  weiteren  Htti 
»DB  UoterKDchimg  fll  mit  conMntrirU-r  Scbwefelaäure 
ton  1,84  spe«.  G.  plwa  ti  Stamlt^'n  lang  in  Koclihitze  und 
liertiuiiut  den  Was^rgelmlt  der  SiibxUnKiiiialog,  wio  bei  III. 
A.aeb  in  ilieMm  Fnliu  wird  oin  Vergloich  der  Probe  vor 
and  D  s  G  h  der  Eioirirkung  der  8chvref<>] säure  mittelst 
optiMli-mikroskopiscbor  Prüfaiig  weitere  ^bldsse  über  die 
dorch  die  cbeiui^che  Analpc  erlaogtvn  Ilfsultate  ku  ziuben 
gwtattsn. 


P 


V.  üntersiirhuiiy. 

Der  nach  der  Anwendung  von  Schwefelsäure  nuzersetzt 
blrilMMiile  Rest  t)e.'<tt^ht  grut>8tenthoiU  uas  (juimkurnehen 
and  Splitlr^rehi'D  eint^cr  weniger  anderer  Mineialieu ,  die 
fOB  Schwefelsäure,  wenn  auch  ange^Sen,  doch  ni«ht  ganx 
tt'rlrgi  wenlett.  Daher  liegt  l>ei  diesiür  letxK-n  Prflfuiig  du 
HHaptg«rwi<:bt  nnf  der  optiHch-nnkroskopischen 
Untersucbaiig  der  Übrig  gebliebenen  Tlieile.  Neben  dem 
Qnarw,  welcher  »icb  i.  p.  L.  durch  Mine  int«ni«ivi;,  bunte 
A^gre}fatfarbe  bem<7rkb»r  macht,  verdient  die  Anwesenheit 
Toti  Feldspatht  heil  eben  beKouder.'i  M^rgfulliger  PrQfung  nach 
Ki^iditn ,  die  hier  nicht  näher  zu  crürtern  find  uud  als 
bekuiDt  rorauBgeset^t  werde».  Da'selbe  gilt  von  Angit, 
BombleBde,  Granat  etc.  et«.  Meist  xoigen  xicb  in  diesem 
Rests  nn regelmässige ,  trObo,  unreine ,  oll  undarchsichlige 
KlQmpchen  in  grouer  Menge,  welche  wahrscheinlich 
durch  organJMhe  Stoffe  gefXr1>ler  Qnanuubstann  angehören. 
Anch  schwarze  kobligo  Thcilchen  fiodeu  nich  oft  noch 
iiiMiii  Reste  beigemengt  Will  man  die  Natur  dieser 
bahtigeti  Roim^gungeo  näher  pnlfen,  so  empfiehlt  es  sich, 
WM  beaooderv  Prolie,  nachdem  die  Karbonate  auf  bekannt« 
f7«iM  entfernt  mod,    mit   venldunter  Pluorwoiserstoff^nrc 


268       NaMr.  z.  SiU.  der  mnth.-phi/*.  CT.  r.  1.  Märe  1879. 

bei  massiger  Würine  zu  bebandela ,  die  dorcli  leicbt  ah- 
scbwenimburen  erdigeu  Theilchen  durch  vornchtig« 
Schlümiueu  wegzuwnscheu  nud  die  kobligen  Rückstände 
mit  cblori<aurem  Kali  niid  rauchender  Salpeterränre  rer- 
meugt  eine  Zeit  laii<!  stub^ii  zn  Inssen.  In  vielen  Fällen 
erhält,  man  darch  eine  solche  Behandlung  durchsichtige 
Fr^inente,  die  sich  unter  dem  Mikroscop  weiter  nntei^ 
sncheu  lasxeu,  um  zu  erkennen,  ob  man  es  mit  Resten  von 
Landpflanzen  oder  etwa  mit  Meeresalgen  etc.  etc.  in 
thun  hat. 

Um  namentlicli  einen  Gehalt  an  Feldspath  näher  oadi- 
zu weisen  ,  ist  es  zweckmässig,  diesen  letzten  Best  einer 
Bauschaniiljse  zu  unterwerfen. 

Nach  dieser  zwischengeschobenen  Erörterung  kehren 
wir  zu  der  weiteren  Behandlung  des  vorliegenden  StoSes 
zurück. 

Ueberblickt  man  nun  den  ganzen  Kreis  der  in  den 
sog.  Schlamm vnlkanen  hervortretenden  Verhältnisae, 
so  scheint,  wenige  Fälle  aufgenommen,  daraus  hervorzugehen; 

l)da.''S  die  uusgestossene  Scblammmasse 
nichts  anderes  darstellt ,  als  erweichtes ,  aus  der  unmitteU 
baren  Umgebung  .stammendes  oder  ans  nicht  beträchtlicher 
Tiefe  emporgescholienes  thoniges  oder  thonig-ean- 
diges  Schichtgestein,  welch&s  oft  noch  organüche 
Ueberreste  enthält ,  während  eigentliche  vutkanische  Pro- 
dukte —  Asche,  Lapilli,  Lava,  Bimsstein  —  au  der  Zu- 
sammensetzung nicht  betheiligt  sind.  Denn  es  sind  gewiss 
mir  Ausnahmsfälle,  wpno  iu  Mitte  vulkanischer  Bildungen 
letztere,  wie  da.s  Schichtgestein  wolil  auch  oberflächlich  von 
Gas  und  Wasser  erweicht,  das  Eruptionsmaterial  liefern. 
Tbatsächlich  jedoch  ist  dieser  Fall  bis  jetzt  an  keinem 
Schlammvulkan  noch  sicher  nachgewiesen, 

2)  Mit  den  Schlamm  Vulkanen  steht,  abgaiehen  von 
reichlichem   Wassererguss ,    in    nothwendigem    genetischem 


r.  OftnM;  BmptitHttmiuM  dtr  ScUammtMattt  M).  269 


i1uD|(«  du  Auratrilmi^n  von  f!«pre«4i«  ß  fts- 
uol«r  irrU-lifii  KoliU-uwosHHrMloff  ilio  orsUi 
Ditf  hob»  S[Kumiiiiß  Hicifor  anaströDioadvii 
die  lintie  An')Hnt.T  ilim^r  ,  wenn  aiicli  olt  ntir 
itor  Wirksainkeit  gelange  udeu  Er^clirinuiigeu 
iA  niettt  -roa  etiler  tu  der  grOnsorcn  Ticfo  borrit« 
*')  vurhi»)ili.'iicn  unil  nicht  andaiiernil  üich  ur- 
Gmoodii«  hprlrit<.>ii.  «eil  Im^'t  die-wr  AnDJitime  in 
kurxer  Zwt  der  Vorruth  wH-höpft  «'in 
Ditf  RnhaltVDilfl  nnd  furtdaaernde  Neubildung  bo* 
I  des  bKDptsMlilichaieii  dio^er  RrupUnnfljpuw ,  des 
iwsMervtfiffi  »lUt  Uli!  N«>thwvit'li(;keit  iIim  Vorhaudeu- 
lo  orgeoiscbur  BeiiDi*agniig  iu  d«n  ti«fer  lagerndeD 
tgael einen  roTHns,  irelchcit  »uch  iluroh  diu«  ri^elf>vtit 
I SebUtunivuilceuva  vcrknnpft«  Aal^roton  vou  Petroleum, 
ft,  Aspliflit  oilvr  bitRminüsen  StnfTeu  boetitigl  wird 
nicht  anwahrscheinlich,  diisa  bei  dke«-m  ZersteUeungspro- 
uch  Phn«phorwaS8erBtoffga*);ebild«<t  wird.  Dafliirvh 

E-*~1  rwlfuch  feiitgeatellte  Rntztiuden  ([eranflstrümenilen 
frvienStückn)  nar  Wfrinli^ondf  Krklitmiig  tin<l«>n, 
r«t«lilicberflU  Aaftrpt«n   voii   Kohb-iuüuru  ubeiut 
■  Bin«  gewiese  Aniüherung  uu  vnlkniiixcb«  Vori^ing« 
Tiite  rieh  XU  verbinde». 
I  Dir  IV-im'-n|{nn|f    van    in  WiuM^r   lijübcbrn    Sulzi'n, 
'"  '    von  (,'hl'irtiiitrinm  in  ilcr  Schlnrntumasae  erklürt 
ai«  dem  Uiiü'ütndc,  diuw  manche  Schluuimvnlkane 
N»li«  deri  Miseren,    oder   nuf  nn^ni    von  Mitorwaami^ 
rinkten  [Joden  liegen,  und  daht^r  mit  itom  xiidringendon 
«awr   auch    deuten    Sube   mit  anfn<.^iim«-a    —    darauf 


'^■•»Mcibvo  StAlEi  nnd  cwcifebitlHia  b«r«iti  var|;<-bil<Ut  uml 
niiMw  *ia|taubl«aii'n,  ia  Votmlh  Torlmn>lcn  uii<l  künvir-n 

^ul  4<r  ZauBB«MtlntD|r  in  Kn9|>lioniiinateriKli  WthL>itii,'fi] 
I  eher  eldtt,   «eirbr  i'w  mitittntil  luiiccii  Krit«n  atninuernJe 
*  ■■  tetcbrni  Matcrfnl.  luorntUcli  die  Gue,  ImTcth  kfinnoii. 


270        NMhtr.  f.  Site.  rf.  mnlK-phifK  Ct.  *.  1.  Mira  tHT9. 


wti«t  namcaitlidi  ein  ifo<]-  aud  BronfQebalt  der  Sali«  hin  — 
theiU  tat  ansanehnien ,  dwia  in  den  vom  Eraptionskan») 
berQhrt^u  ScUicbLeii  «olche  8<ilr.e  x.  B.  (Ijpa,  8t«ißntx 
rtficiilich  al«  /wisch^ulagun  varlittiideo  sind,  auo  deD«ti 
das  dnrcliHrüiui-ndi;  Wil'^ilt  den  Salzgehalt  achSpft.  Enditcli 
wird  bei  geringem  Gehalt  an  solchen  Salzen  diese  Beimeng- 
ung dnrch  den  Unntüiiiil  erklärlich  werden,  da;«  das  iui»> 
quvllcudc  Wuxser,  wi-IcImw  ja  Tust  KU»ualiiniilos  gsriogs 
Mengen  von  Sal^^n  auf  seinem  Durchxng  dnrch  ^-chichtge- 
8t«inc  AI)  genommen  hat,  indem  n»  mit  dttm  Thon  vernieogt 
nnd  mit  Scblamm  auagpworfen  bei  Aastrot^kncn  des  lettterea 
Trrdandct,  seinen  Satxgehalt  im  Thon  KorOcklässL  Indem 
diesea  DurehtrÜnken  mit  Wasser  nud  Wiirderaa «trocknen 
sich  ISflers  wiederholt,  reichert  sich  scbliesslicb  der  «oage- 
trockiietc  Schlamm  mit  gewissen  Mengen  der  Salze  au,  wie 
wir  solche  im  Schlamm  finden,  ohno  dass  «iganUiche  Hslx* 
lagerstätten  in  der  Tiefe  vorhanden  sind. 

4)  In  Bvr.ug  auf  Tein{>erattir  der  Schlammergtbse 
herrscht  keine  durchgreifend»  R«gel.  Wohl  wurde  walir- 
gemmoten  ,  dass  grössUinthi-ils  din  HehUmraqndlen  keino 
wesentliche  hIVhere  Temperatur  besitzen ,  als  die  der  am-  ^J 
gebenden  Lutl  oder  die  mittler«  Jabrestempentnr  de«  Aus-  H 
flasapnnktcs  Doch  nnd  anch  hier  nnd  da  höhere  Tem- 
peraturen beobachtet  worden.  Sie  dürften  mit  den  rdcheren 
Kohlensäure-Kxhalationcn  im  Zasemmeiihaiige  stehen,  welche 
andi  bei  xablreichen  Mineralquellen  sich  gldchxeitig  ein- 
stellen. 

5)  Aas  dar  Art  der  Yerbreitnng  der  Schlamm- 
vulkane in  den  veraobiedeneu  IjÜndero  lüsst  sich  eine  gewitHe 
Bi^zichung  xu  vulkanischen  Gegenden  nnd  rnlkuniichen 
Ernptionen  nicht  verkennen.  Doch  finden  sich  SchUnim- 
valkan«  aocli  ansserhalb  der  noch  jetzt  von  vulkani«ohen 
Vorgütigen  betr(>ff(rneu  LJuidcrstrecken.  Aber  in  di«s«tn  Calla 
kommen   aie  entweder  in  Gebieten  vor,  die  von  Hebungen 


1 
4 


C  W.  Oimlßd:  Kniidiotmtau«  dtr  SMiuimtMaNe  f(c.  ^71 

and  3#a1rQtif[»n  hSnfig  beoarabiRt  sind,  oder  sie  besdiriDkea 
südi  doch  Auf  7iRge  srosaer  geo(«btoiiiBcb«f  Simlt^ii  und 
V*frackaDK*lifiu'o ,  welch«  ilie  Enlriiidc  diiKfaxiobeD  udU 
^llplttO«  bii  in  )px>sBe  Twto  erÖfToon. 

An*  «IltNlpai  »ulieiiit  hervnrxojielien ,  tUs»  der  eigent- 
lich« Herd  d«r  mit  den  wviUuM  mftJBtoa  Scblatumrul- 
kanffD  vorknnpftfln  KrscheinnngcD  nicht  mit  dem  der  vdI- 
kaniKhi'ti  Thiiii){keitdt>f  Ti«t'eJirect  ideutUchgehallL'U  wen]eu 
darf,  da>Mdi«8e  Kr^chviuiiDgen  viRlmehrftiirdem  Vorhnndi.-iiH<>in 
ftvwiaaor  äcliiohlgi'ateineo  nad  aoT  Aeteo  Gofaalt  an  bi> 
Stiiffi'  lierenidtüi  ileimenguiigeti  b«rubea.  Nur  in 
tru  Füllen  niogtin  es  mit  vulkiiui«chen  Vorgängen 
Verbindung  slehende  Gaae  sein  ,  welche  den  gewöhu- 
SefalutiniTulkanen  »hnlirbe  KrAcbeiiiuiigeii  Wwirkun, 
kieb  iK-n  Kohlen iriMMcretoUguHrn  dar  otgi^ntlicheu 
mlkaue  beigesellen,  wie  ja  auch  lungokehrt  Kohlen- 
wwcntoStroNe  bei  riilknu Ischen  KxhalatinRoii  öfter«  sieb 
MÖiftu.  Dun  muMi  femer  der  UmstauJ  hiniutret«n .  weil 
di»  Eatwicklnng  der  Gnie  nnd  diu-  bitnmia&sen  StolTe  co»> 
tinnriicb  oder  ducb  während  langundauernder  Zcitporioden 
l«t.  dsf«  dieK  bestimmten  Hchiohttjesteiue  in  tiefer« 
der  Brdriad«  rersetzt  werden ,  wo  eiuurf«its  die  zur 
Ealwicklang  der  Ga<e  und  bitnmiu&sen  Stoffe  aus  d«n  or- 
IpuiiKb«!  Bnimcngung^u  nolhwendigi;  Bedingungen  — 
beModera  Wärme  u.  s.  w.  —  gegeben  nnd  und  andererseits 
dWErdrind«  lief  genug  von  Spalten  durchzogen  ist,  um  den 
if  dirM  Weile  gebildet«»  und  nnt«r  einer  gcwi«ten  Spann* 
nden  flüchtigen  StoSen  das  fimpordringen  zu  Tag 


Solche  gttnstige  Verhitllui'nc  werden  »ich  ganz  besonders 

'kinfiK    da   eiostellen,    m>  durch   rulkanitcbe  Kreignisse  die 

I  SediiDtntgebiMe    vielfach    ans   ihrer  IiuWku  Lage 

Tvrdckt ,    g«wnkt  uud   sugleicb   von  tief  gehcndeu  Spaltcoi 

ivrehiatgvp    sind.     Aehnliche   Verhältuüt«e    künuen    überall 


272         Xiu-htr.  !.  Site.  d.  math--iAy*.  Vi.  t.  I.  mr*  tST». 

dft  n'ivderki>lirra ,    wo    gtarii«    dUlocirflnde  B<*wfgiiii)^n  der' 
t^nlriiiiln  in  Jen  won  tertiären  »der jüngeren  Ab!agernnm*n  oin-j 
genommenen  Gefunden  ntaltfind«»  oder  jQitgat  Mal  t^efundra 
habe».     Wir    bc^reifeu  anf  die««  Wciw,    in    wolclieni  e«t- 
f«rat«ren  /ii(t»miutmhiiiig<?  die  Krecheinungen  der  Soblainm*    i 
Tnlkane  mit  wirklich  vulkani*cb«n  Thätii;kcit«n  8t«lien  ndaiH 
in  wittfern  dieselben  in  den  von  Erdbeben  nnd  Niveaaiicltwank- " 
ungitn  oft  li(!timge*(icht«n  Üeliietsn  anftiiljyten  pflegen,     la  J 
anderen  lallen    mag   die    volkanüche  Thittij^keit    di«   EUit>fl 
rt^hirngsbr-ti) «langen  der  I^i'uption^A.ie  uud  der  bitnmin&sen 
StolTc  gtciob^am   mit   ^ich   nwlMir  »n  di«  OWrflächc  gcrftckt 
nnd  in  die  höbereo  Lagen  der  Scbictitgesteine  emporgenogen 
bnbou,  indem    hitr  ein  h&herw  Grad  Ton  Wurm«  und  mit 
deniAelb«n  die  BediD<;iing  der  Hmbildang  organürb(>r  Stoffe 
sieb  einatellt«,   Kine derartige  IVj:iehnngxwi«chi>n  Schlamm- 
rnlkanen    und    dem  Vulkanittmua  dörfl«  namentlich 
aof  Sicilien  »nzuuehmen  sein. 

Trntzilein    ist    aber    die    ganu!  Er!«cheintmg    dt-r    sog. 
Sclilamm  Tulkano    von    dem    wahren    Vulhaninnn])    tm] 
von  Grund  ans  rerscbieden,  dau  es  sieb  empFehlen  m5cble,| 
um    den    der    Bezcicbii nng    ^ohliimmTnlknn    stet«    an- 
klebenden Iteigcschmack  an  acht  vulkanische  Tfa5ti(;keit 
zu  beseitigen  ,    stob  eines  and4>ro  Amtdmcka  ,  vielleicht  amj 
geeignetesten  .,^!ch  lam  m  sprad  el"  zu  ttedieuen. 

1)&«  hnuOg«  Vorkommen  dieser  Schlanmi'fprudr'i  in  fast  I 
allen  Tlieilen  <ler  Brd«  weiirt  anf  ciuv  gm>logiscl)e  Kr^oheia- ' 
nng  bin ,  welche  sich  gt-wisa  nicht  blow  anf  die  i{«gon-| 
wäKige  Periode  der  Eni  wicklungi^{e«c hieb Iv  unserer  Erdaj 
beschränkt.  Es  iat  vielmehr  mit  gro»w  WahMclH-inlich-l 
keit  schon  k  priori  anzunehmen,  dawauch  in  Tnraaogehenilenj 
ZeiUhflchoitten  analoge  Vorgänge  rintl gefunden  halien.' 
Dieser  Gedanke  ist  bereit«,  wie  »ehon  EiugangB  erwühntj 
wurde,  mebrfiudi  auKgi^rmihen  und  sogar  der  Vertnvb  t^eniadit 
worden,  manche  eigenlhSmliche  Kmcheinungen,  wHtibe  sich  j 


C.  W.  OümM:  Eniptiongmaste  der  Sehlammtiuika»e  ete.    273 

in  der  sc^,  Ai^la  scaglioso  des  Apennin  bemerkbar 
mtcfaen,  anf  die  Thätigkeit  solcher  Schlammspradel  in  der 
Tartiärseii  cnrttckzaffihrea.  Am  bestimmtesten  ist  neaerlichst 
dieser  Gedanke  von  Theod.  Fuchs  ")  anf  die  Entstehung 
der  sog.  Flysch-  oder  Macignoschichteu  ausgedehnt  worden. 
Wir  werden  in  einem  zweiten  später  folgenden  Aufsätze 
TSimichen ,  auch  zur  Lösung  dieser  Frage  älterer 
Schlammsprndel  einen  Beitrag  zu  liefern. 


43)  Dtber  di«  StXw  d«  Flr>chei  in  LXXV.  Bd.  d.  SiUbar.  d.  Ae. 
i.  Hirn,  in  Wien  I.  Abth.  18TT. 


[1879.    2.    M»th.-phji.  a.]  18 


VenelclinlM  aer  einKwaiWeiien  B(l(-herswich<>nke 


Von  äer  tenJcenberffis^en  nahirforst^endm  GtaMaehaft  i» 
fifaukfilrt  a.  M.: 

Bericht  1876—77  ood  1877—78.     1877—78.  8». 


Von  der  t^itrhmmhen  Gea^tthaft   für  Natur-   tmd  Ht 
in  Oiesstn: 

17.  Bericht.     1878-  8*. 


Fott  cfer  it.  k.  SIermcarlt  in   Wien : 
Asnkleo.     UI..  Folge.     Bd.  27.     Jalirg.  1877.     1878.  8*. 


Von  lier  BeJaetitm   de*  Ardtiv»  der  Xathtmalik  rn  Gre^m 
Arcbiv  der  MkÜMtmaük  und  Phjaik.  Tbcil  6S-  Lüpdg  ia7&  8*. 


Von  der  phf/aikalisrJi-medicinixhen  SocieUt  in 
Sit>tings)>ericht«.    Heft  10.    Not.  1877— Aog- 1878-    1878- 6*. 


Von  der  LtopoUinuA-CaroliniMfhen  Jiademie  der  3'i 

m  Haue: 


UopoldtBB.     Heft  XT.     1879.  4". 


Btusendungin  eon  DruekiAriflen.  275 

Von  der  Oficina  tneUortHögica  Argtntma  in  Sutnos-Äirea  : 
AaalM.     Tomo  I.     1878.  4". 

Vom  Muaatm  of  comparaüve  ZoOlogy  in  Cambridge  Maas: 

Ban«tin.      Vol.    IV.      Text    und    AUas.      Vol.  V.    n"    2—6. 
1878-  8". 

Vom  Meleoroloffical  D^artment  of  the  Government  <if  India  in 

CataOta: 

a)  Beport  on  the  Ueteorology   of  India  in  1876.     Tl.  Year. 
By  H.  P.  BlaDford.     1878.  4». 

b)  Beport    oa    the  Adnunistratioii    of  the  Meteorological  De- 
iwrtaient  in  1876—77.     1878.  fol. 

Von  der  Chemical  Society  in  London: 
Jonrul.     Dec.  1878  und  Jas.   1879-     1878—79.  8^ 

Von  der  Oeotogical  Society  t»  London: 
Lift     NoTamlter  1878.     1878-  8^ 

Von  der  Xedical  and  ehircttrgical  Society  in  London: 
Hedico-chinirgicsl  TrsnsacÜODS.   II.  Series.    Vol.  43.  1S78.  6". 

Von  der  Sodää  Toseoni  di  scimee  naturali  in  Pisa: 
ProMen  Terbali.    Adunaiua  del  di  12  gennaio  1879.    1879.  4*. 

Von  der  Boyal  Society  of  New  South   Wätea  in  Sydney: 

t)  JonnuL     Vol.  XI.  1877.     1878.  8*. 

b)  BemvkB  on  tlie  sedimentary    Formation^   of  New   Soath 
Wal«  by  W.  B.  Caarke.     1878.  8". 

c)  Be|>ort  of  the  Departement  of  Minea  of  New  Boath  Walea 
1877.     1878-  4». 

18* 


2T6  Kiiu^Milimffem  um  Dntfluehrifltm. 

d)  B«port   of  Ulf!  Onuniisioocr  for  Rulw»f«   of  M»w  S<^ 
Wales  doring   1876-      1877.  r»!. 

Ton  der  SxiHf  moliK«logiqie  äe  Betyiqtu  im  BresaH:' 
Prooto-verbutx  dw  »tenoM.     Ton.  7.  187B-     1878>  8*. 

Von  der  Aeadhitie  des  tdemxs  in  Paria: 
Comptos  rendos.     Tom.  88.     1879-  4". 

Vom  Pw^/<y  Otterralorg  in  Albtinji,  N.  Y.: 

a)  Annnul  Import  of  tde  Direetor  fbr  1878.     1879-  8^ 
li)  lUmarks   oa    the   Oudley   Obvenratory,    bjr    Lswia 
1878-  8". 

Tom  ßarrard  Colkse  m  Casntffidge,  Mau: 

Annaal  BeporU   of  tbe  Plwidflot  »od  TrMsurer.     1877—78' 
1879.  8». 

Vom  Uartard  CoUege  Obserratorjf  in  Can^nidge,  Maa: 
Annaal  B«port  of  tbe  I>ir«ctor  1878.     1879.  &'>. 

Vom  natunfiiSftMcJKjfllieJien   Vere*»  i»  ifr-fme»; 
AbliudlB&gen.     Bd.  Tl.     1879-  B". 

Von  dtr  3ßniileried-Co«imis«itm  nr  Untertttdmnff  dtr 
Meen  in  Kid: 

Ergebnisse  dvr  BeobnchtaogsitUtioiini  na  dm  deutscbon  KD 
Jabrgang   1878.  Heft  6—9.  Juni— 8«pttir.     Berlia  M 
IÖ79.  4". 

Von  der  ffroathertogtieAen  SttrnKarle  in  Mannheimi 

*)  Astroiuuniach«  B«obaclitaDgeo  auf  der  grouliaraogL, 

Worte   in   Haimlieiin.     UI.  Abüi.     Karlsruhe.     1879.  4i 


Einsendungen  von  Druckgehnflen.  377 

b)  E,  Bany'B  FizuternbeobachtuDgen  bsg,  yon  W.  Valentiner. 
1878.  8". 

Ton  der  nKdiciniscken  Qesellachaft  in  Berlin  : 
Verhandlungen.     Bd.  IX.     1879.  8". 

Tom  naturforschenden   Terein  in  BrÜtm : 
Terhandlnngen.     Bd.  XVL  1877.     1878-  8«. 

Tom  Terein  für  Erdkunde  in  Metz: 
I.  Jahresbericht  pro  1876-     1879.  8^ 

Tom  Terein  für  naturmssenscfu^liche  Unterhaliung  in  Hamburg: 
Terhudlangeii   1876.     Bd.  III.      1878.  8". 

Ttm  der  Je.  h.  get^ischen  SeichsanstaU  in  Wien: 

■)  Jmhrbnch.     Jahrg.   1879.     Bd.  XXIX.     1879.  4». 
b)  TerhandlnDgeD.     1679.  4". 

Ton  der  anthropologischen  Gesellschaft  in   Wien: 
Mittheünngen.     Bd.  IS.  1879.  8". 

Ton  der  gooloffisch-botanischcn  Gesellschaft  in  Wien: 
Verhandlungen.     Jahrg.  1878-     Bd.  28-     1879.  8". 

Ton  der  American  Chemical  Society  in  New-Tork. 
Journal.     Vol.  I.     1879.  8°. 

Ton  der  Äccademia  Ponttficia  de*  Nuovi  lÄncei  in  Born: 
Atti.     Anno  31.     Sessiona  III  e  IV.     Eoma   1878.  4". 

Ton  der  Socieiä  di  scienee  naiarati  ed  economiche  in  Palermo : 
Giomale.     Vol  Xm.     Anno  1878.  i". 


278  EittMenAutgtn  ton  Dnuktehrifien. 

V<m  der  7>ylir  OenwlMA^  m  Boariem: 
ArchiTW  du  Mnn!«  Taylor.     Vol.  IV.  2—4.  V-  I.     1878.  4».i 

Von  der  Utdadion  du  ihnitair  säentifigue  in  Pari$: 
MosiUoT  »ci«Dtifiqaa  in  Lirr.  ■149.     1879.  4". 

Fon  der  SocUte  Ut^iandaUe  da  sdenee»  in  BarUm: 
Nfttnnrkiui^g«  Vvrhnndelmgra.    3*  S^«.    Do«l  lü.    1878-  4*. 

Vom  butittd  rtyra/  mHiorttogi^pie  dt*  Paf/9-Sa»  in  Utrecht: 

Ned«rLu>dsch   radeorologiMh  Jurbock.     1877   D«el   L     187$] 
D«d  n.     1878.  4'. 

Ton  da-  £a>U  pctj/twhniqM  in  Parit; 
JoOTTi«].     Ckhiflr  45  Tom.  28.     1878.  4'. 

Von  der  R.  GrotDffUat  &kad>  ef  Irtltand  in  DiOtin: 

Joura»!.     Vol.  XV.     1878-  8". 

Fon  der  Seäeiä   Ventio-Drentina  A'  «nmxe  nalurali  in  AiAm-'I 
BalUtÜDo.    1879.     Tom.  I.     1879.  8». 

Von  der  SoeiM  du  lekmttt  de  ta  Saaat  Aliaet  m  SrsMburg: 
I)aU«tiB  trituMtri^     Tom.   IS.  1879.     1S79.  8*". 

Von  der  Zoetofitml  Seekty  tti  London: 
PMOMdü««.    1878.     F*rt  IV.     1879.  8*. 

^«»  n^mneinaudiataidum   Ytnim  itr  k.  k.  Udmiarhen  »«JT 
•chitr  IM   Vfitn: 

BmcfaU.  m.     1678.  8». 


KiwitttJunym  ruH  DrudUehriften. 


379 


F««    Verfim  nr  Jitfbrittnuiff  rf«  Garifabana  in  dm  kgl, 
I'rfuA.t.  tHaatCH  in   lierlin: 

SIcMU^ria.     21.  J&UrgoDtf  1878.     12  Heft».     1878.  i\ 


Vom  malm»it»tn$diaflUclttn  Verein  für  Safheen  und   Thüringen 
in   Halte  a.  d^S. 

[Zritoefcrift  (br  di«  geeuBrntea  KfttiinrisMiucfaiLn«n.    HI.  FDlge. 
187S.    Bd.  8.    Berlia  1876.  8<*. 


Ton  MiturhishriMhtn  Lamlesmiacnm  für  KOrnttn  in 
Ktagtn/Hfl: 

»  Jshrtraeli.     25-27-  Jihrgnng.   1876  u.  1877.     1878.  S". 
b)  Bericht  Ober  du  oaturliJEtorische  Laadeainuseiun.     1877, 
1878.  6\ 

Fm   4rr    tuäwfoneiunden   GtnUtdtafl  (haiibanHena  m  Chitr: 
[JtkfMbcricU.     Nene  Folge.     21.  Jahrg.  1876|77.     1678.  S". 

Vo»  der  dtuUciien  rkemist^m  OeseUtcMafl  i»  Berlin: 
iBttithU.     Xn.  Jthrg.  1879.  No.  I.     1879.  8*. 

Tmm   maliinntsfntehaftlieli  ■  mtdiriniiciitn  Verein   in  Innsbndt: 
iBwidit«.     8.  Jthrg.   1877.     1879.  8*. 


I 


Fem  Verein  (äf  Naturkundt  in  Fidda : 

I  -  pfa&Doloftisch«   Beobuhtmigen    aus   der  Poldaer 
Oogwd.     1878.  8°. 

Vam   mdumwenseÄafOkhen   Vtrein   ßr   Seiermari  in   Grtu: 
MJtUMÜngva.     J«hrg.  1878.     1879.  6". 


280  ISnttndaMftn  ron  I)ruek4cirifteH. 

Vom   Vtrtin  für  EnlHnde  in  Dnathn: 
IS.  JalLwboricbt.     WUsenscliAfUkbMr  Thal.     I87S.  8°. 

Tot»  der  astronomischcH  GtstiUchafl  in  Lttpaig: 
Viartcljahiwchrift.     \\.  Jahrg.     1879.  8". 

Vom  xoctogiadt-mintralogisehtn  Vtrtin  m  Rtgenttmrg: 

s)  CorrestMMidBiH-Blalt.     Jahrg.  32-     1878.  8"- 
b)  Abhandlangen.     Heft  \l.     MOiicheD.     1878.  8*. 

Vom  Uxuto  civico  di  tioria  naturule  in  Gatna: 


Aonali  d«l  Mubm  änoo  <li  Ht»ri«  luilarnl«. 
XII.  Xm.     1876-78.  8*. 


Vol.  IX.  X.  XI. 


Von  der  SoäHi  ceitiral«  ä'horlicidtwre  de  Franc«  in  Pari*: 
Journal.     8'  Sör.  Tom.  1.     I87y.  S". 

Von  der  Sociefe  des  seifvces  phffsiqutB  et  nahirtUet  in  Scrdeatu 
Mömoir«.     2*   S«rie.     Tom.  HI.     Cahicr  |.     Pori«  1878.  8^: 

Von  der  Aeadimie  Rt^ale  de  midedne  m  SrStsd: 
Bnlletin.     Ann^e  1679.     3*  Sdri».  Tom.  XIH.     1879.  8'. 

Von  der  k.  Akademie  der   Wia3tnael^aften  in  Amsterdam: 

■)  TcrhandsliDgeD.     DmI  XVm.     1879.  4". 
b)  Procewea-vn-baal.     AMeetiiig   natanrkuBdo.      1877 — 78 
1878.  8». 

Vm  der  Soekli  Venei^Tymttma  di  tciaut  ntOurati  in  Padotv 

Mü,    Vol.  VI.     1879.  8». 

f 

Von  der  SoeiHi  de  Qf<>graphit  fn  Paris: 
RnlMtD.     Janviar  1870.     1879.  8". 


Einsendungen  von  Drucki^triften.  281 

Vom  S.  Comitato  geoloffieo  ^Salia  in  Rom: 
Mrttino   1879.     1879.  8». 

7m  phjfaikaiiBdien  Ceniral-ObsertHUorium  in  St.  Petersbm-g: 
«)  Repertorinm  ftr  Meteorologie.    Bd.  VI.  Heft  1.    1878.  4". 

b]  Annalen  des  pbTsilcaliscbea  Central-Observatoriums.   Jahrg. 
1877.     1878.  4". 

7m  der  SociiU  etdomdoffique  de  Bdgique  in  Brüasd: 
iiMles.     Tom.  XXI.     1878.  8». 

Von  der  SociHe  bolanique  de  fVanee  in  Paris: 
Bnllrtin.    Tom.  25.   1878.     Eevne  bibliograph.  B.     1879.  8"- 


Tom  Herrn  Eeinr.  Ernst  Bezieh  in  Berlin: 

'-«la  Hiidebraudt's   geologiacbe  Sammloogen   von   Uombassa. 

1878.  8".     ^ 

Vom  Herrn  C.  Brvhns  t»  Leipzig: 

■)  IHe  Astronomen  auf  der  Pleisseubarg.     1878.  4"' 

^)  Cebar  das  meteorologische  Boreaa  im  Königreich  Sachsen. 
1679.  S». 

Vom  Herrn  Johann  Wddrich  in   Wien: 
t^ttw  Cuäden  aas  dem  DiluTinm.     1878.  4". 

Vom  Herrn  L.  ROtimeyer  i»  Basü: 
K«  Sinder  der  Tertiar-Epoche.    Th.  II.     Zürich  1878.  4". 


282  Eüuendmigen  tum  DrmekttkriftoL. 

Tom  Herrn  Louis  Pirtre  MoUom  in  Lfom: 

Polyswctoor  et  Polysectric«.     1878.  4*. 

Vom  Harn  M.  Pk.  Plantammar  w  G^: 

Le  lÜDttognpbe  de  S^heron  (pres  Genäre).     1878.  8'. 

Vom  Herrn  P.  F.  Beinsek  in  Anton.- 
Algke  aqou  dolcia  IdsiiU«  Kergaelenös.     1878-  4*- 

Vom  Harn  P.  A.  Bagsma  in  Balaria: 

Bijdrmge    tot  de   Kennis   der  Weeisgesteldlieid   t«r  Knste  Tan 
Atjeh,     1877.  4". 

Vom  Harn  Nicolai  v.  Kaikacharow  in  PeUrAnrg: 

Haterialien  zur  Mineralogie  Bnsslands.    Bd.  VII.  8.   177  —  384 
oDd  Vin.    8.   1—32.     1878.  8». 

Vom  Herrn  G.    V.  SchiapareUi  in  Mailand: 

Osserrazioni  astronomiche  e  fisiche  snl   pianeta  Maiie.     Borna 

1878.  4". 

Vom  Harn  Adolph   WüBner  in  Aaehen: 
Compeadiam  der  Phjsilc.  2  KUide.     Leipzig.  1679.  8^. 

Vom  Harn  R.  Ctausiua  in  Bonn: 

pi«  mecfaaniMhe  Wannetfaeorie,  2.  Aufl.  Bd.  H.    Brannschweig. 

1879.  8". 


Einaendujigen  wm  Druektehriften.  288 

Vom  Herrn  Friedrich  Sitter  von  Stein  in  Prag: 

Dar  OrganlBmas   der   IsfosiODSthiere.   IIL     Abth.  I.     Leipcig. 

1878.  foL 

Vot»  Herrn  Edie.  S.  Morse  in  Ketc-Tork: 
TrM«S  of  an  euly  Bace  in  Japan.      1879.  8^ 

Vom  Herrn  J.  A,  C.  Ovdemana  in  Utrecht: 
Die  Triangulation  von  Jaya.    II.  Abtii.   Im  Ha^.     1878.  fol. 

Vom  Herrn  George  I.  Brush  in  Jfew-Haven: 

Ob    the    mineral    localit;    in    Fairfield    Coonty,    Connecticnt. 

1879.  8». 

Vom  Herrn  Donaio  Tommasi  in  Florenz: 

Sur    la   Doa    existence    de    l'hydrogöne    naissant.      I*    psrtie. 
1879-     8". 

Vom  Herrn  H.  F.   Weber  in  Zürich: 

nnteimcbangen   tiber   das  Elementargeaeti  der  Hjdrodiffugion. 
1879.  8*. 

Vom  Herrn  C.   W.  Borchardt  in  Berlin: 

naorie  dee  srithmetisch-geometriecben  Mittels  aus  Tier  Elementen. 
1879.  4». 

Vom  Herrn  J.  Hetde  in  Gottingeni 

«)  Zur  Anatomie  der  Crystallinse.     1878-  i°. 

b)  Handbuch  der  Nerrenlehre  des  Menecben.  2.  Aufl.     Braon- 
•ehweig.     1879.  8". 


284  HiMtndutife»  ron  ßntcttAnfUu. 

Vom  Herrn  P.  SpitIctT  in  Berlm: 

Bmabcricht  dW  dto  tcohnbchen  Anlegen  für  dM  k.  »tro- 
pbytrikftlücbe  ObcerTatoriam  bei  Potsdam.     1879-  (bl. 

Vom  Uerrn  l'dcr  TifopAil  Sias  in  Bertin: 

AbhaodloDgea  xa  dar  tjehr*  tos  der  BäbangselectriciUt. 
Bd.  1.  a     1867-1879.  8". 

Vom  Herrn  F.  Fotk  in  lAeye. 

a)  KlänteoU  d'ane  tbeorie  de«  Ctisoesox.   Bnixellee.     1876.  S*? 

b)  Pnnd|>e  de  U  tbtorie  dea  raUccaux.    Bruull».     1878.  8*. 

Vom  Herrn   0.  Sirwe  in  SL  Pdersbur^ : 

«)  ObservaUtfDs  de  Foolkova.     Vol.  K.     I87S.  A*. 

b)  Jahresbericht   der  Nicolai-HanpWcrnwarto  Ittr  1877— 7( 
1878.  8». 

Vom  Herrn  Pieuti  8m^k  in  Edinburgh: 
Bod-oo  Uluiniuation  io  prirate  ipectroecopy.     1879.  8*. 

Vom  Herrn  E.   Wartmemn  in  Oenf: 

tUpport  du  PnisUloDt  d«  1»  wei^U  d«  pfayut(U«  et  d'liistotr« 
nataroUe  de  Genäve  poar  U  p<Sriod«  dn  1  Jaulet  1877 
IQ  31.  Döc.   1878.     1879.  4». 

Fem  Herrn  Alexander  Mälon  ItMS  in  Mwtrt«X,  Canada: 

CfttslogiM  of  Munmab,  Birds,  B«ptilM  and  Fbhss  of  tbe  Do- 
rninioa  of  CmmI».     1878-     8". 


Einsendunge»  von  Vntcksdtriflen.  285 

Vom  Herrn  M.  Müserts  in  Brüssü. 

■)  De  l'applicatioD  da  rhä-älectromätre  aux  parfttoDaerrea  des 
Ulägraphes.     1877.  8". 

b)  (^qniöme  note  snr  les  paratonuerres.     1878.    8". 

c)  Notice   Bur  le    conp   de  fondre    de   la   gare  d'Anvers   dn 
10.  Juillet  1865.     1875.  8". 

Vom  Hern  Edtwird  Segel  in  St.  Pderaburff: 
G4rt«ifl(wa.     1879.     Stuttgart  1879.  8°. 


SitzuugsbericLte 


der 


tiOnigl.  bayer.  Akademie   der  Wissenschaften. 


Siwmg  rom  3.  Uü  1879. 


Mnthematisch-j)hysikalis(^he  Classe. 


Unt  ProTtuOT  r.  Nügeli  legt  eine  Abhandlnng  ror: 
Ueber     di«  FettbildoQg    bei     dcD    niederes 
Pilzen.') 

U  d«r  Thierpliysiologie  besteht  noch  Streit  darüber, 
4  ht  Fette  an«  AlbuminatAa  od«r  Kohleubj'dnitoa  eot- 
BjM>.  Id  der  PS»ii»npIiTsiologie  ist  diese  Frage  noch 
^^fc  «riViUrt  irordun.  Wir  seh«D  znu- ,  <lns-i  Fette  und 
^^Blvlij^nte  einander  oft  vertreten,  dass  die.eineu  &»• 
^Hp>  Ff tt  anhäuf4>»  ,  wo  rerwandte  Arten,  Gattungen 
^RwOrdiongen  f^tnrkem^hl  anfspoicbern,  femer  dass  Stürke- 
MÜ  in  einem  Uevebe  Terscbwiiideti  worauf  Fett  au  des^it 
MW  tritt,  oder  auch  umgekehrt.  So  sind  di«  [{«pstauicu, 
MiAtont  im  rniri'n  Zustande  Oel  g(.-preast  wird,  vor  Toll- 
4Mpr  KeiFe  tnit  ätärkekürnern  erftlUt. 

Ilndi  geben  nna  Kolclic  BeobHchtungcs  noch  nicht  die 
■^Mraillare  Gewissheit,  dass  wirklich  die  Sobstanx  der 
"M  ftrbindnng  in  die  andere  Verbindung  umgewandelt 
*■!  &  wäre  ja  beittpi«<]gwci»e  möglich,  wenn  auch  nicht 
**bKlittuliefa ,  dass  Stärkemehl  als  Zocker  getdst  und 
wlpIUlTt,  und  dsM  dafQr  die  fvttbildenilen  Baumaterialien 
■iuAva  Gewi^en  h«rbtigeführt  würden. 

UPItiiD  Sehl'i»*   bMchrUbcnca  Vtnach«  »orden  T«a  0.  Loev 


Itt 


Itnv.  3L.lIatb.])b;t.C1.] 


liHH         Siltung  der  mnth.-yhyt.  Vlatte  vom  S.  Mm  1879. 

l''iir  'li(!  Kiitflcheidting  der  Torli^esden  Frage  tigna, 
Hiitli  (iir<'iiluir  (tirixelligu  und  weaigzellige  Pflanzen  besaer  ili 
diu  liilln^r  iir({itiiiiiirt<>ii,  aux  verschiedeoen  Organen  nod  Ge- 
wi>limi  l)iMti']ii'iiili.'ii,  weil  iW  Urxprnng  einer  Sabatanz  baav 
coiilriilirl  wi>rili>n  kiittu  ,  —  und  besonders  erweisen  nek 
ilii<  iiiiilcrcii  ['ilxf>  iils  gtluati^e  Objecto  für  solche  TJatac^ 
Kii(-liiinK<ni ,  wi'il  li«i  ilimni  der  Krnährungscbeminnns  Tid 
i-infiii'licr  vcriüull,  hU  l)t;i  deu  morpbolc^isch  gleich  gebanta 
iiiodiTi'n  AIk>'»- 

Itin  ili'u  iiifdiTcii  Pi1/.eii  nun  lässt  sieb  die  Entstehuig 
di>r  Ki<tti>  mit  U'icliti^ki'it  und  rollkonunener  Sieberhfit 
i'iiu'i-HinlM  uns  Alltuiuiuntmi  und  anderen  Stickstoffkohle»- 
nt»trt<'i'liiuiluti)p>ii  ,  andrer scit'^  ans  Koblenbydraten  nni 
niulcri'u  ül ick ütmVf reim  Kotilen^totf Verbindungen  daithoa. 
Wiw  Mier!«!  die  ^t)ek»t«ttniiiUi);eu  Verbindungen  betrifft,  n 
iüt  <<iti  dit)>|«elto!t  IVwoisverfLibren  nitylich,  indem  eutwedv 
k^^feii;!  wird.  dii!L4  ilioM'lbeu  in  finer  Zelle  zercetzt  weri» 
»»<)  .Uic  MAteri»)  nir  die  Feli)>ild»n^  liefmi ,  oier  indaa 
UA<-bi;r>'^ «veu  win).  d.ii»  oiue  Zelle  nur  solche  Villi sliift 
;)\i1iti»)'.»t  ««il  .Iätäi'.s  Kell  erx.ev^n- 

l*  ■,*!  (-.■■■.e  ;r."ip':v.ti-:e  K'-sphfiv.sajr-  -ass  in  KktrUa, 
ixe  '.w  i'.ev  .'.;ci";;.\  ':■'.^f*  p^is'.v.MiS'fifT!  'S35  AlbmilMta 
V>; rV ;i-.,lf -.: ^  lv,V.*'.i  ":v»..;ii;-.,  fj^iisT^ii^  x*-br  cö^  wttäfBT 
i\i'.  j.,-.;::  '.:.  ".*:i-«s  .>:  j:.-.;'r.  .'.t-r.  Ar:  1V_  ■»taiii  iSeselhcB 
-..■  .>.  ...-^.v.  ^^  is»:  >,>.  vr.-.i:-  .17  .^  *.-■.■*  't'.'.zi-  5KX:cj9^da 
Sv."i'  *....;'■ '..;^"  i. '.■.:•.' {■■;..  .'.::.:  .i,i.-  t-l'-ffssL-^?^  Asmützilk, 
,U^  s.:  ■■:;  >.;■":. i,;;.  .-.«^t,  ':■■: r-y.\ci<z  m*  TJsäi  sx  a»- 
Vw..   ^.i.N; . !  :.'■:   .'.i'.!--    :,:■;:.     Üks»   sts  "Pmsaa  mt 

•.•■^■■■.■i-i:       .■.!:■*     l":';:.-S    i  :  t     ■■:■:■"  .T-.-Mrr.        ritd»    jjQDRtS 

'  ■-.      .  sO      >.■.(■    >i  ■,  i.v;: :"' -;:•.■    S  .-^  •:•:.<  ■tiTi.-.^TttBtn.  aV 

^..•,  1..  .         .1     ts-t-    i':--  i-^Ti      /i'vl'X':'!       n      —  nn   t  tit'tH   vge' 

i, .>i      11'.    .ifcjs.    .'•:    1 .'-  ■,  ■    i  ;»*-    iti^-'üWj'iw  Unitiir^ 


Sitzungsberichte 


der 


königl.  bayer.  Akademie   der  Wissenschaften. 


Sita««  VOM  8.  Um  1879. 


Mathematisch-phrsikaliBclie  Ciasse- 


Bmt  Proffssot  V.  NUgeli   legt  eine  .\bhan<llDiig  vor: 
Hther    die  Fettbildung    bei     den    niederen 
Pilsen.'} 

Id  der  Tbiari>bjr«iologie  l>«atelit  noch  Streit  darüber, 
li  die  Fett«  «ns  AlbnniiDaten  oder  Kolilcnbvdrnt«!!  ent- 
■tthm.  tn  der  Pän]u.«ttpIiyMologte  int  diese  Frage  nocli 
boin  eröri«rt  worden.  Wir  »cbt-u  zwar,  diutn  Fette  und 
ItUcahjdrate  dsaiider  oft  vertreten,  das»  die.eineu  Ge- 
*«fa*  Pett  anliänren  ,  wo  verwandte  Arten ,  Ottttuugej) 
FOnloongenHtärkeiiKbl  aurBpciehem,  ferner  daes  Stärke- 
ia  einem  tiewehe  Terschivindet,  worauf  Fett  au  dessen 
'  bilt,  oder  aoch  nnigekehrt.  So  täoi  die  Repsumen, 
•M  JtoeB  im  rvifon  Zusi;inde  Oel  gepreaat  wird,  vor  voll- 
•■"iger  Ileife  mit  Stürkekörnern  erfüllt. 

Ucb  geben  nni  »olcbe  BeobiicbtnngeD  noch  nicht  die 
™«(rwlbBrc  Gcwissheit .  das«  wirklich  die  Substanz  der 
•'*'■  Verbindung  iu  die  andere  Verbindung  nnjg«wiiudeU 
"^  El  w&re  ja  b«iHp>eltiwot»ii  möglich,  wenn  aacfa  nicht 
*'uitMnlicb ,  dass  StSrkemehl  aU  Zucker  gelSst  und 
"WgtfUirt,  und  da«s  dafTir  die  fcttbildeiidcn  B«iimateria.lieii 
*■  Kdrm  Ijewi'heu  herbeigeführt  würden. 

llDft  tat  SddiisM  bMchrMwisD  Tenatha  warJcn  von  0.  Loew 
118TB.  aihth.fJij's.O.]  19 


390 


Bittttng  ^  ma^'^yA  Cbu$t  vom  8.  Mai  1879. 


in  eäner  Lösnnj;  von  Eiweiss  oder  beener  von  Peptonen  a: 
Eiw«isa  und  <leii  nothweatüi^üu  MinemtstoSea  (eotlutlten 
Pbospbor,  Ealinm,  Magnesium ,  Qtlcmto);  dia  Sckimmd 
wschsan  darin  mit  Ausacbluss  der  Spaltpilr^,  wenn  die 
Lösung  etwas  trnh  Pbcwptioraäur«  vuthiiiL  Wvun  bIcMs  ein« 
Spnr  von  Sporen  oder  Pihen  mr  Aassaat  verwendet  wird, 
so  erhSIt  man  eine  mehr  nU  millionenfache  Vermehrung 
der  Pilz«  nnd  ihr«r  Bc« tandt heile ,  aUo  auch  von  Fett  un 
CellaloBe.  ~  Das  Eiweiss  kann  mit  ähnlichem  Ertolge  dar< 
eine  andere  StickttoifkohleuHtoflVerbinduug  von  einfacherer 
ZuBammensetzung  und  neutraler  Reoction  {z.  B.  durch  As- 
paragin,  Lencin)  ersetzt  werden. 

Da    bei   diesen  Vermachen   alle  organischen  8uI)«Uinzei 
der  Ernte  bis  auf  die  nnendlicb  geringe  Meng«  der  an(äu; 
liehen  Aussaat  aus  dcu  Nihr»tnffen  gebildet  wurden,  so  ist 
auch    alles    Fett   aus    dan    Bevtandtlictlen    do    EiweitMi. 
Leucin's,  Asparagin's  entstanden. 

tian»  die  gleiche  ScfalusaTolgerang  gilt  fOr  eine  Rei 
Ton  atickstoffloeen  Verbindungen ,  welche  zugleich  m< 
Ammoniak  oder  Salpetersaure  ab  NShrstoSe  angewend 
werden.  Zucker  mit  Ammoniak,  cbemto  weiiutanre'' Ammonia: 
ist  fOr  sich  allein  sur  Ernährung  genUgend,  wenn  die  Ascbcn- 
beatandtheile  xngcgen  «od.  Statt  Zucker  kann  Mauait, 
Gljoerin  oder  eine  andere  tieutnü«  temöce  KohlenstolTver* 
bindnng,  statt  Weinsüare  kann  EuigAore,  Salicflsäari 
oder  eine  andere  orguniadie  ^nre  benuUt  werden, 
den  meisten  Fällen  lässt  sich  ferner  das  A  mmunt 
als  Stickstoff<|uelte  dnrch  Salpeter^ure  ersetzen.  Bei 
ringcr  anfänglicher  Aussaat  erfolgt  auch  bei  diesen  V 
suchen  dne  millionenfache  Termebniug  der  Vi^^etatio 
Dil*  Pil7.»tllen  eutnebmen  dem  Ammonittk  oder  der  Sal 
saure  und  einer  der  genannten  KohlirnütolFverbindungen 
Elemente  fOr  die  Bildong  der  Albnminate  und  dertCohtüattolT' 
Tcrbindung  die  Klemente  Tiir  die  Üildung  von  Fett  und  Cellol 


18- 


r.  JfilgOi:  Uihtr  die  Fttthlduitg  M  Jen  meimn  PSttn.   291 


Wird    statt    des   Ammontsbt    oder    der   Salpetersäure 

IKiweüs  tresp.  Pepton)  uLi  Nahrung  verwendet,  so  ISot  sieh 
di>  Entttehting  von  Fett  and  OcUnlosc  aas  Zucker  oder 
Wcfauftnre  a.  s.  w.  dann  nachweisen ,  wenn  man  rnn 
ast«reiD  wenig,  Ton  dvr  titi<;J»lofflo«en  Verbindnng  dxgi.'gt'n 
eh»  grössere  Jlcngu  in  diu  NährlÜsang  giebt.  Die  Ana- 
Ine  ditr  Eriit«  «rgieU  in  diesem  Falle,  dass  nur  die  Al- 
baminalfl  ron  dem  Eiwci»«  der  Xütirlßanng  abgeleitet  werden 
b'lnnen  and  dnss  die  ü«Bammtfaeit  oder  wonigstons  ein 
grosser  Ttieil  des  Fettes  und  der  Cellaloae  von  den  Bcstand- 
thetlrn  dvs  Zockers  oder  der  Weinsäure  hcrttAmmen  mUtweo. 
Die  angeführten  Thatsacheu  beweisen  nnzweifelliafl, 
iam  die  Pilzzelleu  das  Material  fDr  die  FettbilduDg  au« 
den  Terscliiodcnstcn  sti<:kstoffhalt!gen  und  atickstofTlosen 
Tarbindungen  entnehmen  können.  Kie  gebeu  uns  aber 
selb« trerstünd lieh  keinen  Anfschloss  über  difn  uächatcn  Ur- 
(pniBg  des  Fettes,  da  die  StofTum Wandlungen  in  der  Zelle 
mw  Terborgen  lil«ib«tn,  niid  wir  tliiher  nicht  wiidcn  künneu, 
ob  ttnil  welche  cheniiw^bt-ZwiBchHnatnfen  zwischen  dem  auf- 
genocoiueDen  NübTstoff  und  dem  Endprodukt  beateheji.  Ka 
wire  einerseits  mßglich  ,  aber  nicht  im  g<rringstcn  wahr- 
•cbdolieh ,  da«  unmittelbar  aas  den  Bestandtbeilen  jeder 
dv  «rmcbiedciien  Nitbrverhindungen  die  Syntliese  des  Fettes 
tor  lieb  ginge,  ans  Eiweiss,  Asparagiu,  Landn,  Zucker, 
Weinäure,  Ks^igüarei  Salicyls&ure  u.  s    w. 

Es  ist  aadorteit«  möglich,  das«  die  Fettbildnng  immer 

namlidie  Vorgang  ist  nnd  aus  der  gleichen  chemischen 

rbiodottg  erfolgt      Man  k")niite  Imspielsweise  vermuUteu, 

er  Zocker  sei  dieser  Fettbilduer,  nnd  dafClr  annihrcn,  da»» 

iUÜM  ans   allen  Nährstoffen  Glycose  gebildet   wird  ,  d» 

to  allen  PilEwIlen  als  Material  für  die  Membran büdong 

irhanden  sein  mass,  und  wie  die  Analysen  ergeben ,  tbat- 

flichlicb    imtner    in    geringen    Mengen    vorbanden    ist.     In 

Üaem  Fall»  wtlrde.   bei  ausBchlicssHcher  ErnÜbning  durch 


292 


SiCuitg  drr  w^lki-pltss-  (%UK  vom  3.  JSiti  1Hf9. 


Biw«iiita  (Pepton),  <lcr  Zucker  für  die  FettbilJtmg  aao  Ivlxteren) 
abgeapalUn. 

Man  kannte  ab«r  auch,  und  Tiellcieht  mit  grO«Krein 
Becbte,  annchniuu,  (lioKiweiisbililgDg(PeptoiibUilung)  müsM 
der  FettbilJung  vorausgehen.  In  dieseoi  Falle  würde  also 
ascb  Ix-i  Ernähraug  mit  AnimoDisk  and  Znckor  da«  Fett 
nicht  aus  dem  Zucker  sondera  aas  dem  daraas  eraeagten 
PeptOD  euUitehen,  und  wenn  eine  plasinueiche  Zelle,  welche 
fa»t  nur  Zacker  alt  Nahrung  erhält,  Fett  bildet,  so  würde 
der  Zucker  nur  mittelbar  diesen  Proce.<t9  begOnstigeu,  tnaofern 
er  mit  dem  bei  der  Fettbildung  frei  werdenden  sUckstoff- 
rvifihon  Kvitt  des  Kiweisses  dsss«lb«  wieder  auflMucn  hUUe- 
Es  drängt  sicli  Überhaupt  auch  bet  verschiedenen  anderen 
pBauee» physiologischen  Vorgängen  die  VoTHtellting  auf, 
es  möcht«  das  compliiirbe  l^iweis^motecfll  gluicluam  du 
kleine  chemische  Laboratorium  sein,  welche«  manche  Stoff- 
uinwandlungeii  za  Stande  bringt,  —  eine  Vornteltung ,  die, 
weuu  »ie  richtig  sein  »ollte ,  uns  xwar  das  iUthsel  nicht 
ISseu  wUrde,  aber  bei  dem  Verfluche  einer  Lösung  doch  l>e- 
rBckaichtigt  werden  mäsat«. 

Mit  Zucker  und  Eiweiss  sind  natXlrlicb  die  Verbtnd- 
nngeo  nicht  erschöpft,  ans  denen  die  Fettbildang  abgeleitet 
werden  kauu.  Möglicher  Weise  geht  dem  Fett«  die  Knt> 
stcbung  einer  Verbindung  roruu^,  die  überhaupt  noch  an- 
bekannt ,  oder  als  Beslandtbeil  der  lebeadeu  Organiameu 
noch  nicht  nachgewiesen  ist.  —  Zur  Entacbeidung  der 
Frage  bat  die  cngantscho  Cliemie  den  wicbtigiten  Beitrag 
za  leisten.  Aber  auch  der  Physiologie  scheint  eine  nicht 
nnwicbtige  Aufgabe  zuzukommen.  In  letzterer  Beziehung 
bot  sicli  /.iiuiiclt^t  der  Gedanke  dar,  auf  experimentellem 
W^e  zu  entscheiden,  ob  die  (Ernährung  imt  der  vinen  oder 
andeni  Verbindong  die  Feltbildung  begdnstige  oder  Iweio- 
träcfatige.  Wenn  beispielnveise  der  Zucker  den  Au^ang^ 
pnkt   fUr   die  Fettbildung  darstellte,   ao   k&nnte  erwartet 


I 
I 


X4f<ll:  üthtr  itk  rrlthililmns  tieS  d«m  meHtrt»  PiUen.    393 


Im,  doM  d{«Mlb«t  b<;i  ziii:k<.Tr«)ch«r  NBlinin^  reichlicher 

UftU.     Wire    dAgegL-n    (Jas  Kinetss    <l«r  Peitbildner ,   bo 

le  EroUmiDg    mit    viel  £iw«i«    ein    liesiieres    R«sultul 

htn   ab  BrnäbroDg    mit   wi'Di>;  Hinretoi  diii)  riel  Zocker. 

Dit   Venucbe    haben    di«äe   Erwurttinff    nicht    eritlllt. 

_^Dm   dMmiBohe  Becobuffeuheit   tler  Näbrlüauug  scheint   für 

Hlw  FottbiblnDK  in   ilcD  Pibceo   fast    ganz  bodootnngdM  xu 

^■BD,  iDdeni  tiineneita  «os  g;anz  nngleicben  NSbratoOen  gleiche 

^Meagen  von  F<4t,  anilrvrtvits  iiu.'*  gluicb).»!!  NiibrMofle»  unter 

Ibrigmn  ungleich»!!  V«rbältaisii«n  angleiche  Mengen  davon 

^■migt  wvrden.    Berücksichtigt  man  ntir  die  eine  VerHiicIis- 

^■•Qm,    to  mQohte  mso  den  Zucker,  t)criiuk«ichtigt  man' nur 

Hliac  aD(l»f«  Beib«,  ■□  möchte  man  das  Eiweiss  (Pepton)  als 

I     iDtVDgiweise   Fett    enteugenil   betrachten.     Vergleicht    man 

Atr  «U»  Thatnchen,   »o   kommt    man    zur  Ufiberzenguug, 

dn»|ib;*M))ogische Momente  beider  Pettbüduug die  Hauptrolle 

ipiilaa    and    die  nag1eicl)C  Wirknng  der  NüfarstoSe,   wvnn 

£«clbe ,  waa  nicht    auwahritcheinlich ,    vorhanden  ist,    vei^ 

«mIms       Fline  gmsiti;  K«ihv  von  pa&wud  angcstcllteu  V«r* 

aeb«D  mftffite  darüber  wohl  Ausknoft  geben. 

Solche  Versuche  niuil  al>er  deiswogen  meistens  resnltnt- 
I«,    «ril  die  VcgiHtttiousTi.-HiÜltmMO .    welche   aaf  die  Kr- 
der  Fotte   so  grossen  Ginfluss  ansilben,   nicht  mit 
it  ganz  gleichartig  hergestellt  werden  IcSnueo.    So 
nun    beispielsweise   in   zwei  Tollkommcn  gleich  m- 
itzten,  nei>en  einander  beßndlicheu  Nührluüungen, 
tat   welche    in   gleidier   W^m  SchimmeI»porcn    nusgcaiet 
«wd«,  Mltm  ganz  gleiche  V<>;?etatiouca ,   indem  das  Ter- 
liiTtiiiw  der  aatergetaacbt«n  ku  den  schwimmenden  Sohimmel- 
naoi    nncfaiedhi  auüfillt;   and   dieser  Umstand   uliein  bo* 
Üagt  «inen  angleichen  Proientg^halt  an  Fett. 

El  t*t  mir  dcvwvgeu  Ght-rbaupt  wshntohcinlich  ,  daM 
der  Elndus  der  themiscbea  Beschaffenheit  der  NühntolT« 
aaf   die  Frttbtldnng    ond    namentlich    die  Fri^^,    welche 


294  Sitstntg  dtr  math^fh^  Clate  mm  3.  Mm  t8f9. 

• 

VerI)iD(liing  physiotogiscli  dtmelben  aniuittelbar  roratu- 
gvhc,  nicht  hvi  dun  l'ilzen,  die  wegen  ihrea  so  energi>Gli«D 
Chuffii^mns  &st.  a 08  jeder  organischen  Verbindung,  wenn 
auch  >uf  einem  Umwege  ,  dos  Material  ,^  dieseo  Proeesa 
gewinnen  können ,  uocb  rtl>erbftn]»t  im  PBanz«nreJehe, 
»oadera  vielnubr  im  Tbierreich«  feat»utellea  iat,  wo  die 
cbemiwlie  Action  «chwäcber  nnd  die  MOgltcbkeiteo  fÖr  die 
Eriwugung  ci»er  Verbindung  beAehriiukter  nnd.  äollte  e« 
sich  ergeben  ,  dass  bei  b&beren  Tbieren  das  Fett  zuDächst 
immer  aus  dem  l£iwet»t  entsteht ,  so  wire  dieacr  Vorgvig 
ancb  für  die  nii.>dcren  Thiergrnppon  and  inr  das  E^nzen- 
reicb  sehr  wahrscheinlich. 

Wmt  die  physiologischen  Moment«  der  Fettbildung  be- 
trifft ,  Ko  möchte  ich  :cunäcbst  betnerkea ,  dun  dieselbe  bei 
den  niederen  Pilzen  gerade  ao  wie  bei  den  übrigeD  Pflanx«D 
bSchRt  wahrscheinlich  blow  innerhalb  der  Zellen  durch  den 
gewöhnlichen  Vegetntionsprooeas ,  and  nicht  durch  Gärang 
(Fänlniss)  ror  sieb  geht.  Die  niederen  Ulieder  der  Fett- 
Ȋnrenreibe  bis  biuanf  zur  CapronaAnre  befinden  sich  zwar 
unbcr  den  I''^ulni»8prodnkt«n ,  nicht  aber  die  höheren  Peti- 
aänren  und  die  Fette.  'J 


1)  tu  neoMter  Zell  Ist  itatM  den  PieblMprodtkl«»  im  PietMha 
P&Initiiuiiire  and  Oebiore  aiig«g«bcB,  jedMli  nicht  iM(hKewi«Mrii  »«tdaa, 
dui  dioM  ferbiDilangBii  wtrklUli  Eitea^Un  <1ct  OlrtUti|tk«it  micb 
Dm  Fbiteh  war  iwu  nit  Acthor  «o  gvi  •)■  raBitiich  mtfttUt  wotdtai 
da  aW  Blnhofo  kaf  dtnom  W*f«  nictil  feUfrci  g«Bijwht  vatdoi  kam 
(Tgl.  HtttbMlaag  tooi  4.  Mai  l%1>i\  *o  närc  o«  wohl  mtgUck,  dan  die 
game  Uen^  dar  pifaa  lenc«  F«tt*änr«B  (etwa  3  Prot,  der  tMckeaca  , 
EiweUnalataDil  oder  doch  eto  Tldl  deraelb««  ent  bei  d«r  Zgnetiangl 
du  Fl«bc1iei  dnrch  di«  PSolau»  {ihjtikaliMli  Grai  gctnaebl  oad  daaittf 
dem  Aetber  lugisglich  Kcvordni  wiro. 

Ein  andetcr  bei  obiger  Angab«,  wio  m  lelwint,  nbarllcUc 
gvbiicbnwr  Punkt  i»t  d«r,  ila»  di«  fiiitl«Kle  FlOMtgkait  nkht  bloei  dia 
FioliilMprodnkto  Mndsra  ancli  noliÜMltibe  nnd  i*ar  la  achr  poaKr 
Xcag«  atbüt .  daN  kUa  itth  nHChaaboh  niohl  tmMa  IaM«a  «oi 
ilaM  tnaa  tich  dali«c  itamer  lUa  Frage  Tonnlegvn  bat,  ob  *!n«  f«h*liM  < 


Ctttr  ätt  rttthO^mmt  W 


ra»«.  393 


BelKBanJ  du  [diy«iologw«be  V^rliilttii«»  det  Fettbil- 
piproeavo  *ii  der  Oawmmtgraüini  n  g  U:«ea  Ncli  xnr 
Xsi  sw«  Bogvla  M&trilfo:  1)  dus  TerbihBÜming 
MB  90  mehr  Frtt  [^iUet  trird  ,  je  lehbaft«r  das 
WacfaasibaB  tot  neb  geht,  du»  dm  b«  uhAtt 
GuMMBliiiMhuw  dw  T^ckeasolistaiu  in  gleieb«r  Zeit 
wmd    ShtixBa*   gleicbca    Umständen    di«    Vernirbrang    d<!>r 


km  GifBHtarial  ai«  «w  da  (ttrpOM  l«a»*.  h 
Mb  fcMalc  tmwriii«  da  «flMblMwr  Thtü  wd 
^tar  flarf^m  Miagiig«  tb  4m  FottbUilmg  »(Br  4i«  paa»  Xraigt 
4«  Fatftira  ta  iim  RsUm^Imb  «atlultes  «in.  Wollte  nun  aQe 
ia  dav  fcelMJa  fifaigtüt  miaalmm  Xatimtmigta  ai»  Pmlskt« 
Wnefctn,  •»  atsU  sra  Albniiut«  wai  CvIIb* 
rtaU>VfwiaU>B  te  biartoCM  uMUm.  b  ««n 
«b  «vB  nM  da  Gvnotaftr  iitilna«t  Ära 
Tlgvlii  dar  ABaljw  B>t«r«firfB. 
Ufam  FMtiima  Janji  fuüife  Gim;  eetrtelK«.  üt  tvat 
M  Ba<  Ar  «tt  aidtt  aaCtlidi.  aber  Mboe  au  dm  Gmute  mIu  qq- 
wdl  alb  faif  i*ttt  batawtw  OfapndnH«  «BtvnWr 
ia  d«  niaagkrii,  ta  dir  alt  tfch  UU«a.  thli^  (lad. 
tfai  Bik^»g  «iacr  MlbIkWn  T«rUitilBiic  aad  B«di  daza  von  as  ■»• 
■■MMTMitrtv  Oi^taitiiii  ilaid  dt«  Be'wcgmBg  4e*  Gäntrgwagaa 
ttrfb  is  ia>iflMaracitar  Bn»*fcaag  ickwar  ta  nfcttra  atia. 

Won  ia  itm  BafeaMt-Claa  witUüh,  wia  m  bebaa{it«t  viH.  hdn 
dM  rawia  mA  taraJotot  nd  daa  Fttt  dc^  TMintkrt,  ao  kaon 
V«p^  aWht  *«  ebaar  OirtlUUifMl  abgdaibt  wardfii.  wMh* 
Ia  Aa^  SteUia  aaqpbirt  kat,  aaitden  aar  im  der  jetA  nichli«lMt 
liÜailiUitilMiB.  «ckks  daa  CHeia  ab  Nalusa;  *«r««adal  «ad  Ia 
^m  Xaiaa  tid  VtU  aaUaft, 

AlboDiBaUa  admat  dagafaa  dat  LaUbcaMt 
*)  n  BMaka.  I^awlb«  ist  iwar  altU  aiftrtUehca  Fatt, 
fcolFbr  hat  kkw  «aa  fcataa  FaUaäarea.  Bi  owia  miU  dwdi 
■3»  aoci  aalMtiaaliii  fhwiaelwa  Praaaaa  gafatUet  wodtn,  da  aa  aar 
Im  Aa*HUaa  <bff  fialua  aotbiU  aad  da  aa  «im  »WMifihmda 
^■Mjiinliagifcliiia  abaaWta  aiobt  fadacfat  mdcn  kaaai  dcan  tftaa 
-«  nOrtMaAif*  Twfaaaaaaf  badiacaD.  «alcba  Itäm  Bo^ufat- 

•acMMiU^  Catnbrachtaf   daa   T liliniailiatnar 

fldrd. 


296  SiUuiuj  der  mat/t.-jAy«.  Claaie  vom  3.  Mai  IBTS. 

Fettnienge  mehr  als  iea.  nfiicheD  Betraft  ""^^S^i  2)  dos«  ontw 
gleichen  Umständeii  am  so  mehr  Fett  gebildet  wird,  je  leb- 
hafter die  Respiration  (Oxydation  darch  freieo  Sauerstoff) 
vor  sich  gebt.  Es  bedarf  kaum  der  Erwäbnang,  daaa  die* 
in  aller  Strenge  nur  für  jede  einicelne  Piltform  gilt  ood 
dass  bei  der  Vergleichang  Terschiedener  Formen  ein  nener 
Factor,  die  spezifische  Neigung  zur  Fettbildung,  hinzokommt. 

Man  könnte  geneigt  Bein,  die  beiden  Regeln  unter  einen 
gemeinsamen  Gesichtepunkt  und  in  eine  einzige  B^l  sa- 
sHuiuienzu&ssen,  weil  die  beiden  physiologischen  Momente 
meistens  zusammentreffen  und  jeder  Pilz  um  so  lebhafter 
wächst,  je  mehr  der  freie  Bauerstoff  auf  ihn  einwirken 
kann.  Dennoch  scheint  es  mir  vorsichtiger,  sie  vorUnfig. 
noch  aus  einander  zu  halten,  bis  durch  weitere  Yeraache 
sich  mehr  Licht  über  die  so  complicirten  Beziehongen  der 
ErnährungsTorgänge  verbreitet. 

Was  die  Beziehung  der  Fettbildung  zur  Respintion 
betrifft,  so  tritt  uns  dieselbe  im  Allgemeinen  bei  einem 
Ueberblick  über  die  niederen  Pilze  sehr  deutlich  entg^fcu. 
Die  Schimmelpilze  wachsen  bloss  bei  Zutritt  von  freiem 
Sauerstoff  und  sind  fettreich..  Die  Bierhefe  entwickelt  sich 
bei  sehr  mangelhaftem  Sauerstoffgenuss  und  ist  fettarm; 
tlas  Gleiche  gilt  für  die  Spaltpilze.  Die  an  der  Oberfläche 
der  NährSüssigkeit  lebenden  Schimmelpilze  sind  fettreicher 
als  ihre  eigeuen  untergetauchten  Sprossformen.  Zur  Bildung 
der  Sporen,  welche  viel  Fett  enthalten,  ist  freier  Luftzutritt 
noth  wendig.  Die  Sprosspilze  bringen,  wie  bekannt,  nor 
dann  Sporen  hervor,  wenn  sie,  auf  einem  Substrat  ausge- 
breitet, halb  trocken  liegen ;  sclteu  fand  ich  sporentrageade 
Sprosspilze,  wenn  dieselben  als  Häute  auf  den  (gegorenen) 
NährSiissigkeiteu  schwammen,  wobei  die  obere  (cuticularisirte) 
Seite  trocken  ist.  Die  Spaltpilze  erzeugen,  wie  es  scheint, 
ihre  Sporen  ebenfalls  nie  innerhalb  einer  Flfissigkeit,  sondern 
nur   in  den   oberflächlichen  Decken,   und  zwar   beobachtete 


ä 


«.  MlffH.'   tlilftr  lUe  t-rttl»lil»iy  Oft  ct«N  meilmH  PHien.  297 


kh  noiK»  Mate  ((anz  ItejitimiDt,  d«ss  in  einer  mi'hrschichtigen 

Dadw  blon  die  Stübch«!!  und  Füdra   der  ober*t«ii   (unniit- 

"    talbar  an   Laft  grvDxeadi^n)  äcbichl  sporenlnigernd  waron. 

In  KlaMtucIceitvn    lebende  Sohimmelpitzo   bildfu  nur  la  den 

in  die  Luft  »ioli  <>rIn'lifD(!'!n  Hypiien  fettreiche  DaHerüporen. •) 

^         Wimm  die  Pilz«  zur  Err.euifiing  von  Feit  goriule  Sauer* 

HmoIT  bMlBrfm,   bleibt  vorerst  noch  eine  offene  Frage.     Ri 

^kiebt  noch  andere  ßeispielv.  a-o  die  rmwitnilliing  ron  Riiner- 

^BtoVreicberi-Q  in  eaocr«lo^mii-rfi  Vi-rbindnngcu  in  der  or- 

^paiMhen   Welt  nar  unter  di-r  Kinwtrkmig   ?on  Oxydation 

ror  flieh  ^hL    80  eatst«ht  beim   Üulicularüiirung«-  oder 

y^rkorlningsprocess  der   WacliBÖt>eriuK  an   der   Oberfläche 

dtf   Pflaniicage weite  aua  ('«lliiloüe    (Zocker)    nur   l>ei    Luft- 

istrttt.    80  ist  f«rntT  der  freie  SiineratofT  fQr  die  Krimlirnng 

niederes  Pilze  germde  bei   tmuentoffrL-ichen  Nährstoffen 

itbchrlich- 

Hit  dieMn  in  lebenden  Organismen  «tattfindeuden  Pro* 

IcSnnen  wir  anch   die  iiuxKcrhalb  derselben    vor  fiich 

Bnmitlcaliou  vergleichen,  bei  welcher  Ccllnloi^c  nnd 

■ader*  Verbindangen  nur  unter  dem  Einflüsse  der  Oxydation 

dvrck    flr«ien  Hauentoff   in  eine  Beih«    immer    kohlenstoff- 

reidwTRr  Snbataniten  Qbergohen. 

Uit  Kücicaicht   anf    die    Rolle,    welche    die    Oxydation 
Win  [>>beiwproea«  Qberbatipt  Rpielt.,  möchten   wir  geneigt 

:»  NlhrfllUtij'ktiUtt.    die  mit  tintt  Schicht  T&n  fettoiir  0«)  be> 

«M«a,  mil  ia  dnm  pMiietUium  (p&rlieh  wikIi»,  tah  ich  Schimmel* 

ta  ^0«tiehiebt  biaurwachMO  aiul  dMelbtt  Mh5no  Sportnketton 

wMtt,  MlkoÜg  bmwtkt,  iirifchaa  Obji-cttrilgor  and  Dofkiclu 

«rkaHvB  Utcheii ,  wihrenil   dltadbsn  niut  bei  äer  Pr&piv* 

ftr  •!••  mikroakopiich«  ODternchauK  g«w3tiallch  wrfullMi     Die 

ErNb(tiraii|[  crkl&rt  lich  dftdoich.  ä»M  das  flÜBtige  Fett  ein 

rALadilnn  lt«icn>  Saoantoff  iil,  welcher  duMibe  ranii^  macht 

■Mk  in  di<  cnt^iliepnda  FlUsfigkolt  ^iDlltinJ[t ;  jcdcnralli  ist  abür 

wtmi  WlfkA«  An   der  ObwiSAo  An   letxteroii    nnd  In  d«r  OoUchicht 

«IM  am  latra«TM«D. 


298 


SUntt^  4fr  MolA^jAyr.  Ctattt  «um  X  Mai  1879. 


arän  ODZuneluiieii,  datfs  sie  aucli  bei  der  Pettbilduag  die  Oir  ilie 
cbemische  (JimetzDUg  notliwrinlit;«  Kr»ft  li«f«r«.  Dies  war« 
anzweifrlhafl ,  w«im  da»  Fett  and  wine  Nebenprodukts 
EQsanimea  eine  grössere  Meiigo  toq  gebundener  Wärme  eut^ 
bieiten,  itU  das  Mat«riAl  (titweis.  Zacker),  ron  dem  ne  nb- 
stwmmeo;  der  Ueberschns»  müsste  dann  von  der  nebenher 
gehenden  Yerbreiinung  erzeugt  werden.  Doch  wiEseu  wir 
dikdlber  experimentell  nichts,  nod  dOrfen  tmlbstviniitändlich 
such  aiu  der  bohon  Verbrtnmuugsvrärme  des  Fettes  keinen 
SohloM  nehen. 

Aber  anch  filr  den  inSglicheD  FkU,  da«  d>-r  Fvttbilduer 
«ine  grössere  Menge  von  Spanokraft  bentiwn  sollte  als  das 
aus  deniHelbeu  hervorgehende  Fett  sammt  den  Qbrigea  Zer> 
setznDgiti>rodukten,  bleibt  jene  Annahme  no<;h  immer  n-nhr- 
scheiulicb-  Wir  müssen  uns  dann  an  die  Analogie  der 
üäning  erinnern,  wo  die  HeienKelte  ebenfalls  für  den  Zer- 
fall jede«  einzelneu  ZuckermolekUl«  eine  gewme  Knft  auf- 
wenden moss,  obgleich  bei  diesem  Zerfall  eine  viel  gr&!CHre 
Kraft  frei  und  ftlr  physiologische  Zweck«  (nur  nicht  un- 
mittelbar för  den  Gärprocess)  verwendbar  wird  (vgl.  Theo- 
rie der  Ciitrung  in  den  Abhandl.  d.  k.  b.  Akad.  d.  W. 
U.  CI.  XÜI.  Bd.  II,  AUh.) 

Die  andere  physiologische  lleriefauDg  der  Pettbildung, 
uSmlich  zu  der  int«nsilit  der  Krimhrung,  wird  uns  becon- 
der»  dann  nah«  gelegt,  wenn  wir  die  Hrnteu  aus  analog 
zummmengcsetztAU  NährHd^igkeiten  von  verchiedeuem  Con- 
ccDtrationsgrad  mit  einander  vergleichen.  Wir  beobachten 
dann,  dusx  in  sehr  nrmou  Nührlfisuogen  auch  ein  «ehr  fett- 
armer Schimmel  wuchst,  und  dasK  in  rui«hcr<-n  Nährlösungen 
bis  xa  ciiiem  bestimmten  OoRcentrationsgrnd  das  Wacba- 
tbum  lebhafter  und  der  Procentgehalt  an  Fett  grössvr  wird, 
sodass  das  Optimum  fOr  die  Ernihraog  und  für  die  Fett- 
bildong  zusammen  XU  fallen  scheiuen. 

Man   möchte    vielleicht   fOr    di  ese  Eracheüinng   darin 


I 


* 


«   Näjfdi:  VAtr  Aie  FtHbädmnfi  bä  dfit  mtJ<rtH  Pazen.  299 

n«  ErklÜroRg  Gndeti,  doM  A\t  «rsb^u  NH)irrtolfou>ogen  zur 
Bildnag  des  riasmas  snd  der  Zollmembrsii  rerweudet 
werden,  und  d&sa  die  änoeren  NÜhrlijMiDgen  zar  FettMIdoog 
nicht  mnlir  aa»rt.-ich«n.  Doch  wird  bei  gfiinti«rer  Uebor- 
tegtutg  sof^leicb  deutlich.  daKsdatnitnichU  erklärt  wäre;  denn 
man  k&nute  ja  mit  R«cht  fri^u,  warum  nicht  10  o<I«r 
15  Pro<^  Albuiainat«  aotl  Cvtlulosu  wcuigor  nud  dAftir  Fett 
erzeugt  werde,  oder  nun  kSunte  envidern,  das»  die  Pilz- 
titiWe  in  eini^r  ent^precheDd  lüngureu  Zeit  der  arnit^n  NUhr- 
l5«uiig  80  r'vsX  Stoffu  XU  vutxieheD  Termiüg«,  nm  sich  gaDZ  mit 
Fett  «DzufäUeo.  —  Wir  hätten  aher  eine  ansreicht^nde  Er- 
kliraog,  wenn  wir  anii^hmci)  ilitrn«ii,  was  anch  gar  nicht 
oawuhrscbeiolich  ist,  dass  die  PÜKxelle  ihre  Tegetatioo  m 
jeder  Xährläsung  nicht  Über  eine  KüAtinimte  Xicit  auiotehimi 
kaan,  und  da»,  woiin  sie  in  dieser  Zeit  nicht  ein  gewis<es 
Mus  TOD  Nührst»ffeu  findet,  die  Inroktion  beginnt,  ehe 
die  Bnilbrnng  ihre  SUdieu  vollständig  durchlaufen  hat,  vo- 
bei  die  (■'ettbildnng  aU  das  letxte  Produkt  derselben  di« 
gritat«  Einbnsse  erleidet. 

Wir  k^Dtieii  die  NiLhrMofTe,  die  «u  den  Voriuclien  gc- 
dieot  Uubcn ,  nacii  dem  Grade  der  t'ettblUuug ,  den  sie 
gotatteii.  iu  eine  litnhe  bring^^n,  welclie  zugleich  eine  8kalu 
fOr  ihre  Eruährun};»!ahigkoit  dur^llt.  Es  werden  dabei 
ufiglichat  gläcbe  Untsäade  vorausgesetzt,  woeu  auch  die 
AnaMhliesBung  der  tiärthittigkeit  gehört.  Indem  wir  von 
den  nogtiortigiiten  zu  den  güostigaton  Nähr  Verbindungen 
tortschreiten,  erbalten  wir  folgende  Stnfeureihe:  I)  ensig- 
«sares  AniDiouink,  l)  weiuMtun»  Aaiinoniak,  bem«tein.«uurea 
Ammoniak,  Asparaginf?),    3)  Lencin,    4)  Eiweiss  (Pepton), 

6)  «üpsatire«  Ammoniak  und  Zucker,  6)  Lencin  und  Zucker, 

7)  EiwiÖM  (Pepton)  und  Zucker,  Wa-«  Kiweitu  und  Pt>|iton 
bctriJR,  K>  ist  xn  bemerken,  dass  letxtere»  allerdings  besser, 
d.  h.  ratcber  ernältrt,  dasi  aber  Kiweis  in  löslicher  Form 
(temielben    wenig  nachsteht,    wenu  der  Pilx    kräftig  pepto- 


300  SitzuHg  der  math.-phys.  Clasne  vom  3.  Mm  18T9. 

nisirt,  nnd  daaa  nnr  das  nngelöate  Eiweiss  sieb  entschieden 
UQgünEtif^  erweist,  weil  die  LösaDg  dnrch  die  Ferment«  des 
Pilzes  und  die  Vertheilung  in  der  KäbrflQsaigkeit  allm- 
langsam  erfolgt. 

Ich  habe  bereits  bemerkt,  dass  lebhaftes  Waclisthom 
and  intensive  Respiration  meistens  znsammentreffen.  In 
solchen  Fällen  bleibt  es  zweifelhaft,  ob  man  die  reichliebere 
FettbilduQg  mehr  der  einen  oder  anderen  Ursache  znsehreiben 
soll.  Ein  bemerkenswerthes  Beispiel  geben  nns  di«  Vei^ 
suche  mit  Bierhefe.  Die  natQrlicbe  Hefe,  welche  in  der 
besten  NährlÖsnng  (Pepton  nnd  Zucker)  bei  niedriger  Tero- 
ppratnr  und  spiirlicher  Respiration  wachst,  enthält  nur 
5  Proc  Fett.  Kcnsthefe,  welche  mit  weinsaurem  Ammoniak 
und  Zucker  im  Brütkasten  unter  Durcbleitung  von  Luft 
gezogen  wnrde,  hatte  bis  12 '/'  Proc.  Fett.  Dass  das  weinsaare 
Ammoniak  nicht  etwa  die  Ursache  der  reichlicheren  Fett- 
büdung  sein  konnte,  ergiebt  sich  aus  anderen  Versuchen, 
bei  denen  unter  übrigens  gleichen  Umständen  weinsaares 
Ammoniak  sich  ungünstiger  verhält  als  Eiweiss,  und  wein- 
saures  Ammoniak  mit  Zucker  ungünstiger  als  Eiweiss  mit 
Zucker.  Der  grös-sere  Fettgehalt  der  Eunsthefe  hängt  da- 
mit zusammen,  dass  dieselbe  trotz  der  ungünstigeren  Nahr- 
ung wegen  der  hÖiiereu  Temperatur,  der  vermehrten  Re- 
spiration nnd  der  gesteigerteu  Gärung  auch  ein  viel  leb- 
hafteres Wachsthum  zeigte.  In  24  Stunden  worden  von 
einem  Gramm  Hefe  (Trockengewicht)  40  Gramm  Robrzncker 
vergoren;  es  ist  die.^  die  lebhafteste  bis  jetzt  beobachtete 
Vergärung  von  Zacker.  In  G4  Stunden  vermehrte  sich  die 
Trockensubstanz  der  Hefe  auf  das  1 2  fache ;  es  ist  dies  eben- 
fijls  die  lebhafteste  bis  jetzt  beobachtete  Vermehrung. 

Ich  maclie  schliesslich  noch  einige  Bemerkungen  be- 
treffend die  Benrtheiluiig  der  Versuche  überhaupt  und  auch 
der  nachher  beschriebenen. 

Man   ist  im  Allgemeinen  geneigt,   der  chemiscfaen   Be- 


tr,  JtSfftti:  Utttr  tiit  Feill/iMung  bti  den  uirtUrtn  PiUtit.  301 


I 


schaffenheit  dn*  Nülirslolfe  «inon  viel  grBsMT«»  Eiuflint»  aof 
di«  Ernfihruiig  zazuschreibeu,  als  ihr  nnrklich  zukommt. 
Dies}  gilt  ffir  <lie  Pilse  noch  iri«l  mehr  aU  für  alle  auderen 
Organismen.  Bezüglich  il«r  Fcttliildung  würde  uiaii  ciueu 
Fehler  begaben,  wenn  man  au«  irgend  wdcbun  viDitialigoa 
oder  aoch  luebrmahligen  Venuchea  scbliessen  wollt«,  dass 
(ttaadbtt  durch  «ii»  l>c»timmt«  cb^mische  Verbindung  be- 
gftaatigt  werde.  Man  wäre  dazu  vrai  berechtigt,  nrnn  anclt 
aOe  Qbrigen  iurereu  und  änsseren  Umstände  gteicb  gesetzt, 
vsd  einzig  die  cbemiacbe  Bescbaffeubeit  in  den  Verbuchen 
Toschieden  wäre.  Wir  müssen  in  dor  Bcnrtbeilung  nm  so 
lornchtiger  »eiii,  als  die  grosse  ISIehrzahl  der  sicheren 
Tbatmcben  ans  beweist,  da»  die  cheiaUcbe  ZnsuinnieustftJiuiig 
der  Nährsobsuneen  gegenüber  den  anderen  inneren  a 
«uwren  Cmständcu  eine  Ter«obwindeud  kleine  Wir  knn 
amübt. 

Bezüglich  dieser  Umstände  sind  4  Gruppen  zu  unter- 
■cbeidvn:  1)  di«  speciUtcbe  («viftematiircbe)  Matur  d<f^  Pilzes, 
3)  der  biologiacbe  nnd  Entwieklungszustand,  in  dem  er  sich 
favftodet,  Z)  die  Beschaffenheit  der  Umgebung,  nainttntiich 
fie  T(.in[)L>nilnr,  der  Fcacbtigkoittzustand,  der  Zutritt  von 
Sftueratütf,  i)  die  physiologischen  Vorgänge  der  Eruähruug, 
soweit  diMtelbefl  von  den  aurgenoiunienou  chemischen  Ver- 
bindangcn  onabbäog^  sind.  Wir  haben  somit  für  die  ße- 
Brtbeilang  der  Koltarresultate  folgend«  4  Kegeln  festeu- 
haltoo. 

1)  Nur  Vegetationen  der  gleichen  Speciea  nnd  Varietät 
TOB  Pilzen  dürfen  mit  einander  verglichen  werden.  Kino 
«■iterc  Bemerkung  biexn  ist  QberfiQssig. 

U)  Nur  gleiche  Zustünde  eines  Pilxes  dürfen  mit  ein- 
andflf  Tergltcben  werden,  -  also  beispielsweise  nicht  di« 
Htpheufons  nnd  die  Spro^befenform  eines  Muoor,  femer 
sicfat  dir  regetAtive  und  der  reproduktiTC  ZuHtaud,  nicht  das 
ETolotioD»-  nnd  das  Involntionsstadinm   eines  Pilze«.     Aus 


302 


Siumg  in  ■■!>,/*»«■  CUm  tom  3.  Mm  JS79. 


lÜeaeiii  Gittade  giebt  m  ksiim  zwei  Y«niicb«,  dit  io  all« 
Strenge  eineo  Selilaa  auf  ilte  Wirknng  der  N&bntoffe  be- 
sögUch  der  FsUbSdang  gwtoUra,  «dl  in  jedem  VertDcb 
junge  Zellen,  Mugewacluene  ZeUen,  aUecsKhwsebe  ZeUeo 
and  «bgediDrbeo«  Zdlen,  «okbe  die  keioe  Spoceo  bildBB 
tmd  solebe,  di«  neb  in  irg«nd  cinvtn  Stadium  dar  Sporon- 
bildimg  befind«!!,  mit  «inander  gemengt  siiid  and  weil  daa 
Verh&Unias  dar  Gemength«)!«  jeden  Ual  ein  ander««  ist. 

3.  Xnr  wenn  die  Äossercn  ünutönde,  luiter  denen  ctna 
Ealtor  stattfindet,  gnax  dieselben  sind,  ist  ein  Vergleich  ge- 
stattet- Es  lassteo  sieb  nnn  >war  dj«  Verhältniese  in  <r«r> 
scliiedeoeit  BcKicbongcn  ganz  gloicb  macben,  so  bexägUoli 
der  Teinperätar,  feroer,  wenn  eine  Nihr)5eutg  angewendet 
wird,  beiOglich  der  Fonn  und  OrSaae  dw  Geliaaw,  der 
ObCT&cbe  and  der  Tiefe  der  FlOss^keit,  besOgUcb  dee  Um* 
scbattelas,  —  alles  Dini^e,  die  unter  Dstttänden  sehr  wichtig 
sein  kSanen.  A.ber  ea  gtebi  andct«  BezM^angeo,  io  denen 
es  ausser  der  Uacht  des  Experimentators  liegt,  eine  *oll- 
konuneoe  Glüehheil  hennatellen.  Scbon  der  Zatritt  dea 
SanerstoSs  kann  nicht  gleichartig  geregelt  werden,  weil  der- 
Mibe  bei  der  nümlicheo  Vorricbtnog  durch  den  aogleicben 
Verbrauch  bestimmt  wird. 

Noch  viel  grSasere  St&mngen  erfolgen  dorcb  die  nn- 
glekbe  rSomltcbe  VertbeiloDg  der  Pibe.  Um  dieselben 
müglichit  zu  beitehnnkcn,  i*t  die  Anweodnitg  ton  Nihr> 
orangen  unbedingt  ){eboten,  weil  die  Diflnssion,  unterstjltxt 
durch  periodisebee  rnucbütteln,  eine  glejehmänigi  Vci^ 
tbeiluttg  der  Nährstoffe  bewirkt.  Aber  aach  in  diesem  gün- 
stigsten Falle  sind  immer  Verscbiedenbeiten  xwiseben  mui 
aweä  gana  gleichen  Koltarvn  rorhandea  und  können  selbst 
«J  euer  den  Ver»n«h  ganx  nnbrsnchbv  mj.-'— -i— i  (ir^sH 
anwaehsen,  weil   die  IHhte    theil*   an   der  iie   der 

Fl&B^kelt  tbeits  unlergetawht  leben      Jone  ertuiten  reiob- 
Befaeren  äanerstoff,  diese  &at  gar  keinen.     Die  Entähmog 


4 


4 


*•  JV3{feI*.*   UtiffT  dir   Ftttbädiiug  hei  afcn  niedtTtn  FSxtri,  303 


■h  die  Fetibildunft  geecbieht  dabiT  b«i  don  f  invn  und 
I  in  uugleicber  Weise;  die  au  der  OberSncbe  scbwitn- 
tneodea  nind  di>  f«Urncb«t«D.  D»  nan  d»«  MttngtMirerhüU- 
niM  der  oberßScblichea  aod  nnterpt^Uucbfen  Indiriduen  nie 
fiberviaMimmt  und  oft  sehr  grostw  Ver&rhiedeiiheiten  »>igt,  bo 
i«t  ancb  in  divwr  Distiobiing  die  M&f;lichlteit  d«4  Vorbwi- 
deOHriiis  von  Fchlerquollen  bei  der  Bourtbeiluog  der  Wt- 
•uehe  ironwr  iaa  Aoge  za  fassen. 

4.  Nnr    wenn    din    [ib,v--<iu!ogischen    Prooeme   in    xwei 

'ilBTcgtbUioncn   gbyichartig    verlanfes,   darf  auch  dir  Fvtt- 

anif  zu  einer  Qnmittplbaren  Vergtdchuug  benutzt  werden, 

pbjsiologiscbeu  VorgUu^e   sind   nun    vorerst   nur    iu 

lUlgiMncinstvn   Form   bekannt,   bieten   aber   in   dieirar 

«Deinen  Form  scbon  sehr  gnis<to  Verschiedeobtiten  dar. 

Von  dem  Näbrmat«riHU  diw  der  Püzxelle  zur  Verfügung 

tUhi,   Ttrweodvt  »ie   «inen  TheÜ   ziir  Nahrung,   einen  an- 

derea  Tbeil  verbrenat  sie.     Beide  Mengen  lansen  »cb  (juan- 

titntiT    genau    feaUU^Ik-n   an»    dem    Uommintverbnuieb    der 

i^!täiinik>iriDenge  und  ans  di-r  Zuuabme  der  Pi)zsnb«taDz.    Dos 

^Htrh&Unias  der  beiden  Procesae  nbt  einen  EinÖasa  auf  jeden 

^phiseliien  Vorgang   de«  vitale»  Cheini»inui«   nnd  nameuUicb 

BWntb  aof  dt«  Fettbildang  aus.     Wenn  es  in  zwei  Vcrnucbcn 

^  nii-ht   glricb   auiüüUt,  ao   liegt  möglicher   Weise  abermals 

^^^K  F^lerquelle  vor,  welche  die  titrenge  Beurtbeilung  de.» 

H^HnBn  der  ebemi»:hen  Beücbaffonheit  der  Nährstoffe  anf 

^KCi  Feitbildung  unsicher  macht.     Es  hingt  uümlich  die  In- 

teant&t  der  Oxydation   nicht  bloss   von  dieser  cbemischcn 

Btadiaffirabeit  ab,  sondern  anch  von  der  lilenge   de<i  7:utre- 

!      tndan  Saaerttoffs,  ferner  von  dem  Kntwicklnn^Mtadinm  der 

Zelte  ood   von  ancWea  noch  unbekannten   Eigenthtimlicb- 

rtMi  der  morphologischen  nnd  physiologiacben  Vcrbaltoisse. 
BefäckKicbtigt  ma»  di»  4  genaiint<Mi  Bedingungen,  so 
«i  Incht  etiKDwben ,  dass  aus  wenigen  Versucben  kein 
BdloM  anf  die  Wirkung  der  verschiedenen  Nähr«toffu  b«- 


PHT».  i.  Maik-pkji.  Ca_] 


2Ü 


304 


BUtting  der  malii.fAfi.  CVoMe  mw  3.  Jfoi  IBffB, 


jtüglich  fl^r  FcttfeildHnif  ffezogen  werden  (krf,  and  das  es 
nur  darch  zablreicbe  Vorsacliarriht^'n  tn<>gticb  würde,  dio 
Fv1ilerr|iiell^n  anrxndecken  und  die  FohW  in  den  Scblns»- 
fol(^ruDfirca  711  bcMitiften.  E«  unterliegt  keinem  Zweifel, 
dans  eine  Veraacbsreihe  (wie  bei*pteUwBitMi  I  unter  den 
nacbbor  nnfgefiihrten),  xnni  zweiten  Mal  in  gaax  i^leicber 
Weise  mederholt,  im  EinMinen  andttre  Kablvn  ergeben  und 
die  KesiilUte  verwandter  Nührinsniitgea  vielleicht  geradesa 
nm kehren  würde 

Um  das  Gesäte  xq  erläutirrn  and  tbataäehlicb   za 
IsgfD,  nuche  ich  anf  einige  nei<ipiele  aiifmerkBam.     In   t! 
TeraocliHreibfl  I  enthirlt  der  in  weinsnaerem  Ammonink 
wachsene  Scbinimel   (a)   6.7    Proc   derjen^  in    bertist«in- 
nurem   Ammoniak    (c>    11,1    Prnc.  F«tt«wuri>i).     Hei  einem 
gleichen   Gesaromtverbranch   gab   letztere  Näbrlösnng   eine^ 
fort  doppelt  M>  grOMe  Krot«   (iiiiinlicb  0,53  gegen  0,31  g.>H 
und   dem   entsprechend  einen   fettreicheren   Schimmel.      Ob 
über    die«er    Erfolg    der    ehemischen     Verbindung     Etun- 
achreiben   wi ,    int  ans   «.onotigen  Beobnchtangen    »m-Ur  frag— ^ 
lieh;  wahrBcheinlich   rührte  er  von  ii^nd  einem  anderen- 
Untstande  bftr. 

In  der  \Vr»iich«r«ibp  11  gaben  100  g.  R^hrlr^enDg  mit 
1  Proc  weinsatirem  Ammoniak  nnd   I  Proc  Weins&ore  (a) 
0,108  g.  Ernte  nnd  8,0$  Pro«.  Fettsänren,  ~  dng<^n   100  g.H 
lHhrl5*nng   mit    1  Proc.    Pepton    fd)  0,l7r.  g.  Ernte    ondT 
7.32  Proc.  FettsiDren.    Mau  kfiniite  daraux  «cbtifTueu  woflvii, 
daM  das  Ammoniakt>mlz  xwar  unf  die  Kmäbrnog  nberhan[ 
weniger  gUnsttg,  dagegen  gerade  auf  die  Fettbildnng  ifßnslig'l 
wirke,     Anch  bei  einem  anileni  Vtsr^uch  war  die  Ernte  des] 
Weinsäuren  Ammoninkx  fettreich.     Dan  eine  solche  äcliloi 
folgemng  aber  nnrichtig  wäre,  zeigt  d«r  Zn*jimni"nh«It  mit 
folgenden  Ei^ebnissen.     Hei  der  Versoclisreibe  I  betrug  diaj 
Ernt«  des  mit  1   Proc  weioRanrem  Ammonial^  und  1   Pr»c.| 
Weinsäure  ernährten  Schimmelt  (d)  anf  lOO  g.  NährlSaoi 


I 


r  JUgatr  ffrhtr  Hir  FtttMtttiny  bei  Ar«  nUderm  Paem.  305 


■tlOfl  |{.   nnd  d«r  Gebatl  ma  F<t(Wtar«n  7,&8  Pro«.,  —  die 
'  Emt«  dt»  ia  )  {troc  BiVois^lövDng  ffewaclisenen  Schimmels 
IdBftigeii    (k)  auf  100  g.    Nährl»iiuiit{  0,172  z-  »n«!  d«r  Ge- 
ll bh  FetUäiirMi   11.25  proc  Ferner  ergaben  100  g.  Nfihr- 
it    mit    I   proc.     wdoeaurem    Ammoniak,    I    Pro«. 
'WmHiur«   und  6  Proc  Kübr/.uc)c«r  (II,  c)  0,7 G7  g.  Ernte 
»tt  13,35  Proc  P«tbiar«n,  —  dagegen  100  g.  NährflOnigkeit 
nit    I  Proc.   Eiweis  und  nur  2    Proc.   IlolintocVer    (I,  p) 
0,597  g.  Ernt«  mit   IB.IO  Proc.  Fcttitäan^n  (oa  wiir  dies  der 
hfidwu  in   den  ViTsuckeu    erreichte  Fettgeb«lt).     Ich    be- 
ovrke    htezu,   dasa    Pepton   und    IQsliches  Biweit«  sich    »U 
?fthr«toffr    für  Schimnif!  im  Allgfiin-iiwn    i^Icicb  verhalten. 
Wir   lintwD    uIho  hei  den  eben   angeführten  Versuchen 
b«xBxlicb   des    Vergleiches    ron  WeiRston   und   Ammonikk 
I      Bti  lOslJchetn  Kiwei#s  (oder  Pepton)  drei  iieh  widersprechende 
EkgsboisB«.     Ein  Msl   gibt  Weinsänre   nud  Ammoniak   ein 
—^ftriagcn«  Ernlegewicht  und  einen    gfS^ereu    prooent^n 
^■F<H(t;i*hftlt,    ein   anderes   Mal   ein    geringeres    Ernttfgewicht 
Hvod   «iD«n   geringeren  Fettgehalt   und   ein   dritt«s  Mal  ein 
BlRrtaMra  Ernt«geiiricfat  und  einen  geringeren  Procentgehalt 
aa    Fetten.     Ohne  Zweifel    ist    in  dem    Kweiteu    Ergehni»« 
Ernährung  mit  geringerer  Pettbildang)  die  Norm 
^en  Fälle   aosgeaprochen,    in   denen   die  tlbrigea 
JmstAnde  sieh  gleich  verhalten. 

Id   drr    Versuchsreihe    MI   enthielten   die   6   LBanngcn 

gleichen   nnd  xwar   geringen  Mengen    stickstoffhaltiger 

ungleiche  Mengen  von  Zucker.     [)u  alle  anderen 

>rrbftltt>iwe,  so  weit  «  in  der  Macht  des  Experimentators 

gleich  WKren,  so  sollte  iinch,  mag  der  Zncker  auf  die 

'Ftitbiblang    irgend    welchen    Eiutluis    hatien ,    eine    seiner 

U»ngA  ealsprecbeode  stStige  Aenderung  in  den  Resultaten 

grfsndeo  werden.     Dies  war  aher  nicht  der  Fall;  schon  die 

Eratemenge  xeigte  die  tu  erwartende  Progression  nicht,  indem 

ltBUw«iae  die  1,0  procentige  Zuckerlöanog  (c)  weniger 


306 


SUzun^  Her  MaiA.-jAy«.  (.ViwM  rum  J.  Mm  IffJä. 


Schintmel  bildete  aU  di«  0.5  proeanüge  (b)  um)  ebeow  die 
10  procentige  (c)  weniger  als  die  Sprooenttg«  (d).  Kbenm 
«ntliHilt  d«r  rercinifft«  Schiraiuel  der  0,1  und  0,5  pro& 
Ziickerlö^Qiq;  (a  «od  b)  15,84  Proc.  (VttiäureD,  ilerjenig« 
dcor  .1  proc.  Ldsung  (d)  14,36  aod  derjeuige  der  lf>  prno. 
Lüeong  (f)  23,13  Pro«.  Fett«iun>n,  während  Dnt«r  Ktt'iclira 
äosserea  und  inti«riru  UmMtÄtidca  di«  5  proc.  Lösung  natb- 
weudig  eineo  Schimmel  mit  mittlerem  Fettgehalt  erzeugen 
oiQatte. 

Indessen  hatten  aicb  schou.  während  die  Versnebe  dteser 
Uaihe  im  Gange  waren,  Störungen,  wenn  auch  nicht  in 
'lern  Masse  wie  «s  wirlflivh  der  Kiill  war,  voiaas  »ihen  ia«seo, 
indem  in  den  Kolben  c  und  e  eine  Terbältniasmiasig  grSoaen 
Meng«  aulei^tanchter  und  eine  kleinere  Menge  ncbwim- 
laeader  Schimniviruseii  steh  befnndßn  »U  in  •,  b,  d  nnd  f. 
—  Dieee  Versachereihe  lehrt  deutlich,  wie  vorsichtig  man 
ttberhaapt  bei  der  Beurtheiluug  vou  Pilzkultiireit  sein  ratil«, 
nod  wie  nöthig  ««  ist,  das«  mim  sich  jedes  Ual  die  Fr^e 
stelle,  ob  ein  beetimmtM  Resultat  wirklich  von  der  ohe- 
uiiitcheu  Migobung  der  NiibrlSsung  oder  tod  irgend  einer 
anderen  Ursache  Ixiiüngt  wurde.  In  dem  vorüej^ndeu  Falle 
ist  es  ja  nuzweifethaft,  dass  bei  gleichartigem  Verlauf  der 
Vcgelatioa  das  tiewicht  der  Krnte  nnd  der  proeentige  Fett- 
gebalt von  a  bis  zn  f  stätig  bitten  xuuehmcn  mQssen. 

Die  uach>itehenden  Versuche  sind  von  Ilerm  Dr.  0.  LOw, 
Adjuoct    am   ptlunzeuphj'Miulogisoben    loalitnt,    beachrielwii. 

T. 

Kt  irt  wohl  eine  längst  beobachtete  Thalsache,  dan 
SehinunelvegetatioD  sich  auf  den  versuhiedenartigslen  or- 
gani«chen  Substanzen  zu  entwickeln  vermag,  aber  Ober  das 
Verbal  tu  in  ta  welch  »in  der  Verbrauch  an  orgtiuiseber 
Materie  in  einer  gegebenen  Menge  der  gebiPlvten  Pil/masM 
»teht.  ülter  die  relativen  Giengen,  welofae  in  einer  gewissen 


K  Hüg^tK  Utber  die  Fiftfhaimg  bei  dtt  niederen  Pilten.    307 


'■*»■ 


em«m  Schimniftraeen 


bestiniinU'r  Grösse  vt-r- 
%Uot  und  Qher  die  Mi!ii|{«u  Fett,  wi;lcliü  nun  verschiedeuen 
Materien  hiclici  Kol>ildet  wcnivii,  ist  nucb  nichts  N&herec 
bdnumL 

Um  über  diese  Pr^^n  Aofschluna  sd  «erhalten,  wiirdon 
tolgonda  VtrtacUHrttiliMi  aiif(<!Stellt.  Die  mit  Scbinimolsporen 
betSten  NZbrlösangen  eatki«Iteii  1  —  3  pC.  Temcbiedeoer 
on^nlxbiT  Sloffa  umi  ron  anni^uiiBcliai  Nübnal/^n : 
0,1  pC.  Dikslinmphwpbat .  0,032  pC.  scJiwefolaaare  Mag- 
ntna  aod  (t,004  pC.  Cblorcaldnta. 

Zur  y«rhindern[ig  von  störender  ^^|>»llpiIx•Ent^vioklnDg 
(tjente  ein  Zasatx  von  Pboepiiorväare  and  xwur  «rhii-tten 
*Be  Nübrlikuugen  mit  weinsaurem  nnil  bernsieiuB&nreni 
AmnioD  j«  I  pC. ,  die  übrigen  Ü,5  pC. ;  nur  die  auH  AU 
ktam  mit  Wdiuänre,  weiosanrem  Ämmon  mit  Weinsäare, 
oad  die  a»  «»»igsaoreia  Amwon  mit  Weinitüure  begtebeuden 
afaielten  k«iocn  Zusatz,  da  bier  dt«  freie  Wt^änre  den 
Spütpilzeu  gegenüber  binreicbeade  antiseptiHche  Dienste 
that 

Die  Kolt^n  vurd^n  mit  Baum  troll  pfropf  nnr  locker 
(RTBcbliMMtu ,  uco  Eintritt  von  Luft  nnd  AuRtritt  gebildeter 
KubJfinsäart:  xn  gestatten  und  waren  nur  Kur  Uilfle  mit 
iae  Nilbrli'isuug  —  von  welcher  stets  .500  cc.  angewendet 
vnrdeo  —  gefOllL  Sie  wurden  von  Zeit  eu  Zeit  umge- 
«kwenkt  am  aeoent  Schimmelrasen  Platz  kd  geben  nnd  die 
^obere  dorcb  dieSchimmelcntwic&lnng  vcrdflunter  gewor(len<- 
chichte  der  Nübrlögnng  mit  den  unteren  noch  weniger 
i;nen  Schichten  gleicbniässig  za  mischen.  Die  Be- 
drr  Schicbtt'n  verschiedener  Conoeutration  machten 
•idi  dabei  dentlioh  dem  Auge  bemerkbar. 

EHe  Ernte  warde  nach  Ablanf  mehrerer  Wochen  sb- 
Skrirt  ond  hv^  100"  getrocknet;  vom  Filtrat  wurde  behufs 
Batiaamig  des  Verlwaucba  ein  Tbeil  verdanstct  and  eben- 
fiüli  bei  100"  getrockneL    Bei  der  ans  easigcaurem  Ammon 


308  Sütung  der  math,-pkys.  Clont  vom  3.  Mai  18T9. 

besteheaden  Nährlösang  wurde  die  anverbniachte  Enigniu« 
in  das  Bariumsalz  übergeführt  nnd  aas  dem  darana  er- 
haltenen Bariumaalfat  die  Essigsäure  bereohnet. 

Da  durch  die  Ozydationstricbtigkeit  des  Schimmd« 
stets  ein  sehr  erheblicher  Antheil  Kuhlenstoff  und  Waassr- 
Stoff  oxydirt  wurde,  der  Stickstoff  aber  sum  grSesten  Thüle 
als  Ammoniak  in  der  Flüssigkeit  Terblieb,  so  monte  die 
ursprünglich  saure  Reaction  allmälig  in  eine  neutrale  Über- 
gehen und  dieser  Fall  trat  in  der  That  häufig  ein.  B« 
der  Asparagiu- Nährlösung  war  sogar  die  Reaction  Bchwad 
alkalisch  geworden.  Wo  die  Reaction  noch  in  missigon 
Grade  saaer  war,  wurde  mit  titrirter  Natronl5sang  nahem 
neutralisirt  and  am  Trockengewicht  die  n5tbige  Correotor 
angebracht 

Da  der  Schimmel  keine  organischen  Ausscheidung^ 
Produkte  liefert ,  die  er  nicht  wieder  rerwenden  kSnuts, 
und  das  aus  stickstoffhaltigen  ESrpem  vom  Schimmel  ab- 
geRpaltene  Ammoniak  selbst  wieder  ein  guter  Baustoff  ist, 
so  lange  eine  verwendbare  Kohlenstoff  nnd  W^serstoff  ent- 
haltende Substanz  anwesend  ist,  so  konnte  wohl  ohne  er- 
heblichen Fehler  dos  Trockengewicht  des  Filtrats  nach  Ab- 
zug der  Niihrsalse  nnd  Phospborsäure  als  unverbraachto 
organische  Nährsubstanz  angesehen  werden. 

Unter  „Verbrauch"  ist  hier  also  die  Menge  der  «w 
der  Nährlösung  verschwundenen  Substanz  verstanden,  BtH 
mit  die  Summe  der  Schimmelernte  und  der  durch  Oxydation 
in  die  Form  von  Kohlensäure  und  Wasser  (mit  einer  kleiaen 
Beimengung  von  Stickstoff)  iibet^egangenen  Uaterie. 

Die  Fettbestimm  nng  in  den  Ernten  geschah  nach  der 
früher  erwähnten  Methode,  welche  ich  bei  der  Hefe  an- 
wandte *) ,    nämlich    durch    Wägung    der    Fettsäuren    (im 

^)  Sittungabericbte    der   k.   bajr  Academie   der   WissanacbaftcB. 
4.  Mai  1878. 


•l  ff%ilt.   CMcr  dk  FftibiUang  I>m  den  nMtnsi  Piltc.     309 


itHehto  uuOobiur»  WsMk-ih))  iiii«fa  voraaagegiuigcii«r 

lüg  d«r  Zcllmenibruo  inilieliit  Saljuinr«, 

Statt    jcOoQ  Kall    Rpocirll    XU    b«sohr»ibeii    «rorde  <l«r 

halber   diu   bd^i-luKte  Tabelle    bprgeatollt,    «u» 

>i  Eniteiit-wichl,  der  VertiraiicU  und  Kcttgehnlt  *) 

i-^li-iiT  KriMliriiiig   d««  ^klnmiudpils».>s  omchtlich 

I     Dia    Uiit«r»chi«di! ,    wfichu    »ich    aas    dem    Vergletcb 

fi    '         tqr  Mi-nge  Yerbrannt«r  Materie  —  welch«  lai  All- 

um  Ml  grOMcr  ist,  jv  Buuctvtoffreicher  die  Nähr- 

Iwreibi  ist  —  und  dem  Erntegi'vrioht  ia  äea  v«r- 

•dvnflO  fallen  ei)(ebcti,  aind   »ehr  ia  die  Au){<mi  füllend 

•rlbet  in  dwin  f^rniMtigstoo  b'ulle,    aämlich   der  Brnahr- 

mtt  KiwcJM  und  Zocker  übertrifft  die  Menge  der  durch 

'dation     venehwuodenen  Sab!>Uiix    da«  Gewicht   das  fpy 

tfefaitaiDcU  am  diu  Üoppclb^. 

Du  Verhältnis    der   f^chimmelemte    nur    verWaiititeu 

a»  Ut  kein  rSllig  uaverüaderlicbos,  Hondcrn  acbwankt 

iben  g«wimon  ürÜDZwcrtheo,  welche  durch  Conceotratioti 

KibrI&Ganit ,    stärkeren    oder     geringeren    Luftxutritt, 

Bpuratur,  (trnd   der  AnEänernng,  Kühe  oder  üfterea  Be- 

itwi^en  and  audre  Foctoreii  bcatituint  werden.    Indeitaen 

>^<<  Zithlen     -    beMuders  da  vro  die  Conoentration 

'fun^  die  gleiche  war  —  irohl  einen  atlgemeiaen 

rglficluwertb  beaaiprnchen,  da  die  n-ichtigeren  Kaotorea 

nporator ,    Luftzutritt)     mÖgÜcbit     gleich     hergestellt 


4)  Dm  P«tl  arwia  rieb  tteti  ton  einer  kleinen  Menp  Clieleitcriii 
dt«L  Ef  lehriiit  >]«  nt>  die  Bildanc  bdil^r  SnhiUnrai  aiit«r  den- 
m  PwilafaS"*  *^  Stande  kotno)",  ntmltch  durch  ZoMmnien treten 
W  4cr  Otj^attoa  ithtijt  liUibemUn  ß«ah>ii.  MOictielHTwiiie  hSngt 
I  tan  ThWkOrpor  die  Riit«t«faui>^  beider  %aa  rcUfrei«n  Nahronge- 
■«I*  Imlc^te  unnmeii  ooii  vlell«Sobt  roa  einander  ab.  — 


310 


1 


Siimtfi  iUt  m/Hh.-phiff.  Clamie  vom  3.  Mai  1879 


Tabelle  über  den  Vi>rbranch  nnd  die  Fettbildang  d« 
::>GhiminelpilzeB.     (PflniciUinm.) 


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56.4  0,:(0a 

10,9 

2,51 

1:».2 

6,67 

0.7!7 

b.   KwiaTSiaroi  Jkm- 

IHOQ    I,J:.i',t 

17    I.OÜ 

ai.8 

0,284 

14,5 

1,63 

I:.%8 

Dlebl 
bmt. 

— 

c.  U'tD«t''iiuaiire3 

Aniiiion  1*/.. 

4«    2,70 

54.0 

0,534 

19,a 

1,17 

1:4.5 

11.11 

2.199 

4    Wi-iiisuur«i  Atn- 

iii>>ii  t°,ii  nnil 

1 

Wiiiiisiur«  1% 

60 

.\I0 

.'>l,Hi  0,510 

10,0 

4,57 

1:9,0 

7,58 

0,738 

f    (NalK^uuroR  Atn- 

1 

tlii>li  t),li"/a  und 

! 

1 

W,-i.Wi1uri'l,'_'"/. 

34    4,42 

411.1  0,040 

21,2 

3.48    1:5.7 

BicM 
bot 

— 

r.  ziii't.Ti.>''/u"iii'i 

SlIllliiLk    0,S7g 

■ii     7.40 

•J(i,4i  l.*'""' 

20,2 

5.91 

1:4,0 

6.69 

I..'t51 

K.   A.*ii;ir;ij:iii    l°o 

.'iii,  ;!,4x 

«:».'!  0,70:. 

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2.m 

1:3.4 

7,0B 

1,60» 

ll    l.i'llriti   1"/» 

■jsj    :!,05 

ni,o 

0,!ior. 

2;i,7 

2,1..    1:2.9 

11.50 

Bickt 

3,415 

1.   1 •'in  :l'  V 

■js;  5,-jr, 

;!-i,o 

l,i:JO 

21,5 

4.12!  1:3.6 

hmL 

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.'i2     ;t,7-2 

74.4 

O."!-.! 

23,2 

2,^6    1:3,3 

11,25 

6,610 

1.   All'iiniiii   17«   u. 

Wi'iiMiiiirL'  I"/u 

.'.;;    4,:)^ 

45,>i  1,124 

24.5 

3.4«    »="^» 

12,22 

2JM4 

m    VlUiiniiti  V)t 

1 

1 

IIII.1  l.<'iiriii   l"/» 

4-^:  2,20 

22,0'  Q,Wi 

25.6 

1.64!   1:2.9 

14,12 

8^9 

II.  IV].!"«  !"/•  anil 

1 

1 

1 
1 

l.mii'jii    l",a 

.V>,    4,54 

44,5:  1,101 

24.9 

3,35    1:3,0 

14,83 

3,693 

II    I.Kiii'Iri   V/o  un<1 

' 

; 

/.»■k.r  -J'/o 

.■.1|  11,52 

7B,K  2,«73 

: 

24.9 

8,65,  1:3.0 

17,66 

4,391 

|t    I'  iw.'Ik*  I",i)  uiid 

1 

/lirk.-r  1*/.. 

",2 

l),Ox. 

t;o,-'i 

2,!)«1 

:i2.« 

6,10 

1:2,0 

18,10 

5,931 

t.  S4gfU-  tTtbfr  Ji'  Frtihm»ng  bei  den  ttUdtret*  PiUn.    311 

II. 
&«■)  aiocr  lutrlern,  frtlhereii  Verjucbsrnhe  wurden  Wein- 
IAu«  und  Znulnr  mit  Albamin   tini)  Pepton  kcKaRÜcb  An 
FpttWManp  in  dem  ilarauf  Rowachswien  Schirnnwl  verglichen. 
^I>i«  V»r*uch«*)  wur«u  lolg^ude: 

•)  frOO  g.  Wiuacr,  Tt  w«in»ur«s  Amnion,  5  Woin«äiurc, 
b)  600  g.  Waster,    50  Rohmuclcor,    0,5  PhocphorSara,  5 
«•Iprifmaroi    Kuli;    nach    mehreren    Wochnn    wurden 
noch  2  g.  S«lpeterfi±urp  zogractxt, 
C)  300  g.  Wftsaer,    IS  Rohrxuclier,  3  weioJHnrca  Aaimon, 

8  WoiniSare, 
ti  300  g.  Wusn-,  3  Peph>n,  2  Plxwpboraiurr, 
•)  300  g.  WaMer,  3  Albumin,  2  PhosphorsSnrc, 
f)  wi«  F,   mbfr  fltatt  des  getösten,    wurde  hier    unl^elicbes 
EiweiM  Tenrendet. 

Nach  Ablauf  ton   Ew^i  Monaten  wurde  der  gebildete 

iSehiroincI  bei  100*  getrocknet  gewogen  und  der  Gehalt  an 

[Pfttaiaren    bestimmt     Wu  Versuch   c   betrifft,   so   wurde 

Lda*  BMlioiionng  der  noch  vorhandenen  Weinsunre  nod  des 

ftngrfnhrt,  um  fettcnttelleo,   von  welchem  Material 

I  8  Avmet  Sli«hnog  mehr  rprbnucbt  wurde.     Die  Titnition 

Iftgsb,    daaa  noch    O.HO  g.  Zuoker    vorhanden    waren.     Von 

Uaronga*  and  orguitchen  Ox}'dalion^rudukt«n  wurde  nichts 

|T9rgrfand«o,    wenigstens   wurde    auf    Ameiseusiinre,    Oxal- 

fAax*.    E.<<rigAare,   Buttenäure   und   Milohsilure    vorgeblich 

'gffprflft.      Durch    AaMchOtt«ln    pjnor     uDgi.>säuerteii    einge- 

daispflea    Portion    mit    Aetber    wurde    eine    sehr    geringe 

M»iig«   einer   ditgen.    in    WasBcr   schwerlöslichen    Substanz 

.(rlult«n-     Gno  andere  Probe  des  FilLrats  xur  Trodfoe  wx- 


Kt  Ab  KihntÜM  dkntMi  hltWI: 

0.1  pC.  DlkBllomrlioaphal, 
O^Oin  )iC.  UafatniiuDBulpbat, 
tf,0U5  pC.  CUorcaltiam, 
0,017  p<!.  Ammoofnlpbit. 


•  bei  dru  n»t4erem  Piiem.    SU 

ttiildung  bei  geiiagan  Sädk- 
.  lialte  der  NäbrlÖsasj  A*f- 
.  •^ibrlösaDgeD  ä  1  Liier  hK 
fUaU  aber  steigenden  3fesg«a 

aiid  150  g.  atif  1  Liter)  wt 
JistofiqDelle  diente  nhwtSA- 
,j  g.  per  Liter;  die  fifapgis 
luphoBphat  0,3  g.  SAweM- 
.ilorcalcium.     F«ii«r   eilütll 

Lire    zur    Verhiodernag   im 

.1  Wochen  gewogeneo 

li  Zuckermengen 
jiegelmässige;  uämlieli: 
Enitoge  wicht 

0,210 
0,305 

0,230 
0.772 
2,700 
2,215 

^o  eine  viel  geringere  Emt«, 

IL  erwarten  liess,    wtvi  (Iatoo 

!□  den  verschiedenen  Koltwa 

Diese  beiden  Ernten  wurilea 

Dtegewichts  ZDm  Terbrwuttes 
jenos  Gewicht  -i4,3  Proc  d» 
mr  i-:,Ü,  pC.    Hier  wurde  Kin 

JuTcli  Titration  beatÖBBt .  tn  f 

(»,    Die  lnveräiDD  de«  iUth 
<  Itniäsmäsiti^    seht  t^Kk  «ir 

niJe  Menge  '■"IrliimTnilriw  li 

IS  Stuaden  0,3  g 


314  SiWm^  tUr  nmth.'iikft.  Cltutt  am  S.  Mai  I8f9. 

bei   f[rn«»erftr   ConetttitniutuiD   noch    nielir  Sabstanx    fOr  di« 
Kinh«it  des  ErnU^wichts  rerbranDt. 

Bei  der  I^timmiiu^  der  PottsÜareo  wurdea  die  EruU'o 
a  und  b  TcrciaifEt ,  da  sonst  die  i-inxelnen  Mengen  für  ein« 
genaue  Be^titiimiinf;  «In-un  zu  f^ring  g«wewu  wären.  Die 
Resultat«  waren: 

0,505  g,  (a+b)  gaben  0,080  Felt«ätifen       15.84  pC. 

0,TlOg.  (d)  ,.        0,102  .,         =i  14.36  pC. 

1.228  g.  (0  ..        0,281  .,         =  23,13  pC. 

Der  au  Fett  reiche  S«bimiuel  t  war  aacb  rerhältni»- 
m&asig  reich  an  CelluloM,  denn  der  dticlutoSgehalt  betrog 
nur  2.55  pC,  entsprechend  16  pC.  Kiweiss.  Wona  der  Ge- 
balt  an  Aschenhe«taudtbeilen  nnd  „Extractivstoffen"  hoch 
angettcblagcu  wird,  kp  mass  die  CellaloM  hier  no«b  an  50  pC 
betragen  babeo. 

IV. 

Um  das  Verhalten  des  Scliimnielii  mich  vülligiin  Ver- 
brauch der  Näbrli>sung  kennen  zu  lernen,  wurden  3  Kolben 
mit  5üO  oc.  einer  I  proceuligen  AibniuinlSoungO  beicdiickt 
und  die  Cuteraacbung  nach  Terschieden  langen  Perioden 
votgenoninicn.  Die  Krnte  betrug  nach  52  'l'iigcu  bei  der 
ersten  Ftaacho  0,8G1  g.*)  In  der  FlOssigkeit  fanden  sieb 
noch  circa  15  pC.  des  angewandten  Albumins  vor,  welche« 
in  Pepton  überijvgiingen  war.  fvrner  eine  erbebliehe  Menge 
AnuDODiak.  Wed?r  UamBtoff  noch  fiamsiure  lieaaen  sich 
nachweisen,  dagegen  schienen  geringe  Spuren  ron  Xnothio 
Torbandcn  r.o  sein. 

Ti  Du  tonr«ad<te  IMkh«  HohnersiwdH  wnrdo  stets  rer  ttAati 
Vtnrendan^  la  fel«)r(fialf«rten  ZnsUnde  ult  CUorofbnn  bebiadelt  ata 
•B  WB  tedUib  vuA  Fett  ta  befrücn. 

ä)  DiMet  Scfaiinin«!  ralfaielt  7,!»7  pC.  Sticbt«ff.  wibraii4  sin  aaf 
dacr  aas  Zneka  i5  pC)  lad  ssimia  Aiansontartrat  (6  |>C)  bcrtstawUB 
MilulieiUK  geatgener  du  bM  pC.  gab. 


r.  IfSftli.-  Vtitef  äie  FtÜbMun^  bei  Jen  nUderta  PÜien.    315 

Der  Inhalt  der  xwvitoD  Flasche  wtirJu  nacb  8G  Tftgea 
ftbÜkrirt,  ilu  Erntt-gewiclit  betrage  Q,S64  g  und  das  EiweisB, 
|re»pective  das  daram  gebildet«  Pepton  war  nun  ao  gut  wie 
T&Uig  oua  der  Lß^uug  verschwanden. 

Di«   driUv  PIa»oh«  wurde  lUti  Th^'  nach  der  Aaüsaat 

KepröfL     Das    Erote^vwicht    betrug   nur  0,70S  g,    woraus 

öoh    im  Vergleich   mit  der  zweiten  Pla«ch«  ein«  Abnalime 

,  vrg)«bt ,    welche    wubrschüinlich   «litr   bereits  viogetr«>ten«a 

[involation  zuznxchretbcn  int.    Kine  Bildung  tou  salpetriger 

oder  Salpetersünre  aus  dem  Auuuoniatc  üex«  uch  iiicfat  nach- 

wotson.  «nn  Procet«,  den  nach  Schlüsing  und  Müutx  manch« 

SpaltpiUartan    («ob!     not    itt     neutraler    oder   alkalischer 

iPIOsKigkeiti  XU  Stande  bringen.     Bs  wäre  möglich,  dun  die 

'  dehimnielpilze  in  geringem  Maas«  die  Fähigkeit  der  Nitrit- 

bOdting   auch    bedisseo ,   dann    aber     wUrde  in    den  sauren 

LSaDagen  die  gebildet«  »utpetrige  Sänre  auf  daü  Ainmoulak 

onter  Zvrsetzang   einwtrlien.     Vielteicbt    b<-ruht   auf  diesem 

VocgBog   die  Oijdation    des  Ammoniaks   zu  StiokstofT  und 

Waasgr,    welche    in     geringem  Grade    bei   den   Schimuiel- 

Lpilsen  statt  hat. 

V. 

ITm  die  bei  der  Involation  vor  sich  gehende  Acudernng 
ikr  ZoBunmensetzuug  de«  Schimmels  genauer  xn  rerfolgen, 
ward«  fri-'^liPr,  auf  einer  au«  Eiweisa  (I  pC.)  und  Znclcer 
('2  pC.)  bestehenden  Nährlösang  gewachsener  Sohimmel- 
ntua  in  kleine  Stücke  lerschnitten  nai  */t  der  Masse  in 
rardOnatc  Phospliontänrelüsting  von  1  pC.  Gehalt  gelegt, 
wKbretid  •/*  getrocknet  und  äut  Analyse  verwendet  wurde; 
letJtre«  wog  l,15(i  g.  0,9S2  g  «aWn  0,158  Fettsäure  = 
I  I6,09"yn.  Da  diese  Fettsüare  im  W(«euttichen  OelsSure  ist, 
berechnet  »cb  hieraus  —  lt*,50'*,'?  neutrales  Fett.  — 
Ji  g.  gul«^  tJ,2-2H  Pt  =  6,S4'"M  N. 
Mach  4  Wochen  war  der  der  Involution  UberlaKaene 
[Sdtimniel    in    ein«    lockere    weisse  Masse  rerwandelt,    der 


316  Sittung  der  auilh.-jAy«.  Cliute  vom  3.  Mai  J879. 

frohere  compacte  Rasen  war  in  einzelne  Fäden  Eer&llco 
und  hatte  nicht  unerhebliche  Mengen  von  Stoffen  an  die 
Flfisflif^keit  abgegeben ,  was  ans  der  Bildung  eines  neaen 
SchimmelraBens  an  der  Oberfläcfae  faervoifpng.  Dieser  wnrde 
abgeDommen  and  vom  alt«n  Schimmel  getrennt ;  letztrer 
abfiltrirt,  gewaschen  und  getrocknet  wog  nur  noch  0,7475  g 
0,521  g  gaben  0,229  Fettaäore  =  43,90/o,  oder 
50,54'','o  neotrales  Fett. 

0,2265  g  gaben  0,043  Pt  =  2,69<'/o  N. 

Es  ergiebt  sich  also  hierana  nnter  Verlast  von  Eiweisa 

eine   starke  Anhänfnng    von  Fett.    ~  Der  -Schimmel   hatte 

Vi  seines  Gewichtes    verloren    und   zeigte  im  Wesentlicbeo 

folgende  ZnsammeusetzDDg : 

Tor  N>eli 

der  iDTolation 

Albnmin      .     42,7     ....     16,5 

Fett  .     .     .     18,5     ....     50,5 

Cellulose*)  .    38,8    ....     33,0 


*]  incL  EitnctiT-  ond  Hineralttoffe. 


,■  Iflv. 


■:r    Sch  wermetalle     der 
itiumgrnppe  ron  ClemeiiB 


ii/.elaenGrappea  io  der  Baorganischen 

l>p.zlig]ich    der    in    ihnen    Torhandenen 

11    näher  in's  Ange  fasst,    bo  findet  man 

•    iu  keiner  derselben    eine   solche  Fülle  Ton 

liioden  exiatirt,  als  in  der  vierten,  sogenanaten 

..izioainmgrnppe ,     die    die    Schweruietalle   Eisen, 

ivi>>ialt,  Mangan,  Zink  und  Uran  umfasst,   andrer- 

.-•er  anch,  dasa  die  meisten  dieser  Methoden  anatchere 

-  iltiite  liefern  oder  langwierige  Manipalationen  bedingen, 

•  nti^T  die  ich    vor  Allem    wiederholte  Fällung  etc.    rechne. 

Der  Gmnd  dieüer  Erscheinung  Hegt  wohl  hauptsächlich 

ia  dem  m  unsteten  chemischen  Charakter  und  der  grossen 

A«hnliefalieit   der  in  die  vierte  Gruppe   gehörenden  Metalle 

nd  ihrer  Verbindnngen.    Daraus  erklärt  es  sich  auch,  dass 

■u  feine  ZoSncht   zn  sonst    ia  der  Analyse    weniger  ge- 

^nochlichen  Scheidnngsmitteln  nahm,    wie  diess   die  zahl- 

Iioäwa   organischen    Verbindungen,    denen    wir    in    dieser 
Qnppe  beg^pien,  siad:    es  gehört  hierher  vor  Allem    die 


i- 


318 


NacUr.  t.  Ski.  d.  müA.-phyt.  Ct.  p.  I.  Mär*  1979. 


Scheidung  den  Zinlu,  das  man  aus  .  ameiteniiaarer .  e»i^ 
iiuuri>r,  cilrouoiintuer,  cjiitikslischcr  Ldsong  etc  b1»  Scliwefel- 
metall  fallt«.  Auch  6w  Methode,  dw  in  Fol^ndem  dmrg«> 
legt  werden  soll,  beruht  auf  »Ict  Aniri'uilnng  «inw  orgs- 
obchen  £^nlistnni!:  t\^  ^diweMc^-aDamtuoniuni". 

Es  htt  difiss  ein«  Verbindung,  die  buher  in  der  che- 
nÜRchen  Änsljae  noch  sehr  wenig  Eingang  gefanden  bat; 
IB  der  Oewicliliwualyse  ist  mir  nur  seine  Verwendung  im 
Rirot'schen  Verfahren')  bekannt,  der  Kii|ifrr  bei  (fi^n- 
wart  einer  redncirenden  Säure,  wie  schweflig«  oder  aiit«r- 
phoicphurigi'  Siiure,  dnrcb  KhodaDBiDiDuuiam  hU  wpixan 
Kup/errbodanflr  (CuCNS)  ßllt.  den  auagewascheneu  and 
getrockneten  Niedej^chli^  mit  ^hwereihluiaen  mengt,  n<cb 
duin  UosvVcheu  ViTfabren  nn  WaKsentoffstrom  gifiht  oder 
das  gefällt«  Kupferrhodanilr  bei  100*  C.  trockueil  uud 
wägt;  in  der  Ma«»iuii1yt>e  &nd  da.«  Sebwe^ryaoammontani 
aiiH>  aasgezeichnet«  Verweudni:^  in  den  VölhardVebeu  Titrir- 
methMlen 'i  den  Silbers,  der  Halogen«  etc.  Von  den  Äcbwc- 
felnyanmetitlloii  «iud  nur  da»  Knpferrhodanllr,  Qn«ckflilber- 
rbodanid,  Rhodiin^ilberuudGoldrhodanid  unlöalich  in  Wawar, 
während  die  HchwefelpyanverbindMngen  der  Metall«  der 
Sehirefel-AiumoRiamgrappe  sänimtlicb  darin  l&fllich  sind. 
Sebwefeleyauxink  bildet  wasserfreie .  farblose  Krjatalle ; 
UnuirbodanUr  eine  dnnlceigrni]« ,  krptallini«cfao  Umm; 
Dranrhodanid  leicht  in  Walser  l^liebe  Krj-Htalle;  Rhodan- 
Btekel,  das  roitn  durch  STittigen  dor  Kbodanwasaerstoff- 
Räure  mit  friscli  gefälltem  Nickvlbydrozydnl  erhält,  bildet 
«De  grfine,  nicht  krTHtalliaireude  Plüvstgkeit,  diu  xu  einem 
gdbea  kryMalliniKcljen  Pulver  eintrocknet  and  sich  in  Am- 
moniak mit  blauer  Färb«  löst  and  dumus  blaue  KryiitaUe 
absetzt;    Bhodancobalt ,    das  man   durch  liSsen    von  5i«ali 


1)  Compt.  TMid.  38..»W.  J.  l  pnct.  Oiein.  63.362. 
3)  AnaL  Chcnu  i.  Pfum.  19a 


rt-Ziwuaermaint:    Xur  SehriäKiff  der  StAvtrmetaOt  tle.      S19 

ItoD  KolMlthydroxjJnl   in  Rhodanwssserstoffiiänre  er- 

bÜdet  eine  rotbbraane  FlBsngbeit,  die  beim  ANInnipfcD 

bUa  wird    und    eine    kr,>-8Unini»clio,   {^Iblicfabraune   Misse 

ilacheidat,  die  «ich  mit  AnunoQiak  verbindet;  Claus  bat  es 

ii  Kb&aen  danke)  violett«!!  Priinieii  erbalti^i ;    Itbixlnnniait- 

|u  bildet  eis  in  Wnner  leicht  ISsliches  Sulx;  Eisourhodannr 

HCNS)»Ffl-j-3H'0)    groMe    grüne    klinorhombische    Pris- 

■BOi.  die  sich  an  der  Liifl  raacfa  vc^miideru ;    Kisenrlioiljuiid 

(UCJIS>*Ke-i- ■'tH'O)  eii<I)ich  eine  bramirotbe,  Tn-it  oobwane, 

b^ttalliniKfac  Uaaao,    die  xerflieaslicb    und  in  Wasier  nnd 

A]kob<d    leicbt    löslich  ist.     CUius  bat   es  anoh    in   kleinen 

*MeU5nnt|f«ii,  dunkel  Bcbwamrotlicu.  schwach  uie»-<ii)g|frtUi 

ffiocoden  KrTvlallen  erhalten.    Letztere  Verbindung  ist 

MtlitnktensliiM;li«te  aller  Uhodannietalle ;  da  wir  in  nach- 

dil«td<o  Methoden  vielfach  dt-r  Bildung  dieses  I^isenrhixlu- 

1 A  iNigegiieD  werden,    ao  erwähne    ich  gleich   hier ,   dass 

■a  iiei  Praiani;  auf  Sparen   von  Kiseuox^dTerbindungen 

*id  EQudananiniooinm    xosetxen    inuHs,    um    die    bliitrothe 

hW  berTortanifen,  undererseit»    l»ei  Prüfnng   auf  Spuren 

iMRhodBDTeTbiDdDngeQ    ml  Eisenoxydsalz   zn  denwlben 

Ixtfa  nUhig  ist. 

I. 
Udlug   des  Zinks    von    den    flhrli:en  Metallen   der 
^kwel^lam nirmiumgropp«  durch  Rhuüanamniuniiim. 

Vtnetzt  man  eine  Ziuko]E}'d«!l/.li>Niin)^  mit  «ecuntlitrem 
MbiaiDcarboBat  Itis  k-jt  alkalischen  Keaktioti  der  FlQssig- 
W  od  (tigt  dann  Rhodananimouiuml&9ung  zu,  ao  löst 
*">  litr  vorher  entstandene  Niederschlag  von  basischoro 
uWiiuDat  wieder  Tolltg  auf;  das  gleiche  Verbalteu  xeigeu 
"w*  aod  Kobalt  -  Oxyd ulmlxe ;  Mangniiu-,  Ferro-  uud 
"n«ibe  «enlttn  da^^en,  durch  Natriantcarbonat  zur  Fäl- 
W  pfaracht,  durch  sngefQgtee  Rbodanammoniom  nicht 
I19?f,    T,    JUth.-pfcj«.  CL]  21 


320        NtKiitr.  1.  Diu.  d.  math.fAjn  a.  r.  /.  Min  IST9. 


m 


mehr  gelösL  Drasiiialxe  Iftseu  sich  schon  im  geriagslta 
Ue)>erschnJM  von  NatxiuiDfArfaoDst  und  werden  durch  ^ichwe- 
(plvyanammooium  nicht  weiter  alterirt.  Behandelt  nun  auf 
solche  Weise  erhaltene  Ldsiingen.  resp.  Niederechläge  mii 
RobwerulwaKserstolTi^,  so  frliiilt  niun  die  Schwt^Mvprin 
dangen  obiger  Metalle  als  Niederschl^,  nnr  Cranisalze 
werden  nicht  gelUIlt,  sondern  die  LAsnngen  derselben  ledig- 
lich dunkler  golarhL  Du«  Uhotianammonium  .«pielt  also 
bei  allen  diemn  Reaktionen  nnr  die  Rolle  eines  Ammoninm- 
salses.  Anders  gestaltet  sich  der  Vorgang,  sobald  man  die 
DrsprQngliciMni  MebdlsuIxlÖKnngen  mit  Niitrinmcarboniit  nur 
mögltcbst  nentralisirt .  Ins  eben  ein  geringer  Niederschlag 
entsteht  und  <UDtt  Scbwefelwas^entofigas  eiuleitet. 

Kx  wird  in  dieüem  Kulle  Inliglicb  da*  Zink  als  f^eh 
felKink  gefüllt,   während  die  übrigen  Metalle   der  Schwefel 
ammoniunigruppe    in  lit^Hung  bleiben,    indem    die  gnbild< 
Khodanwaa^enttoffsÜare,  eine  Säure,  die  stärker  als  Emigsfii 
ist,  die  Bildung  ihrer  Schwefel verbindnnj^en  »erhindert; 
diesem  Verhalten  der  Zinkoxjdsalze  nnn  beroht  meine  n 
Methode  der  ^heidung  de«  Zinks  von  Mangan,  Ki«en,   K 
b«dt.  Nickel    und  Tran.     Fast  simmtliche  bisherige  Ti 
naugsmethodeii  de«  Zinks  von  andaren  Metallen  der  i^chwi 
fclamnioniumgmppe  verlangen   seine  Püllung  als  ^chwe 
tnetall ;  es  werden  hierbei,  wie  schon  Irnber  erwähnt,  hau 
sächlich  organische  Verbindnngen   in  Anwendung  gebraci 
So  fällt    mau   vor  Allem   das  Zink  ans  essigsanrer  Lßsa 
mittelst   Schwefelwasserstoff,    wodurch  man    «   ron  Nick 
Kobalt    lind  Mangan  scheidet.     Diese  Methode ,    tou  Smi: 
und  Dninner*)  ungegeV-D,  liefert  gntc  ReculUt« ;  sehr  Uti 
aber  menge»  sich  geringe  Quantitäten  Hchwefelnickel 
Schwefelkotwlt  dem  Zinknulfid  bei.     Von  Nickel   lisst   si< 


M 


9)  Dlagha  potjrk  totr»-  >»>■  ■^. 


CL  Zmmwmanm:  Zir  Sditidiatg  der  SdtMtrautaOt  tte.       321 


ter  das  Zink  nacb  d«r  Wöh}«r'N:lii>ii  Methode*)  in  cyaD> 

laliscber  Losung  tr*-iinen.  indem  in  dieser  L^ung  lediglich 

daa  Zink  durch  Einfach-.S;hwrfel)(utiDm  gvfullt  wird,  wüh- 

rwi  Nickel  nicht  dadarch  altcnrt  wird :  dos  grliilltrr  8chw<»- 

eluok  ist  aber  iu  Folge  »einer  sohleimigeu  EleschaÖ'etibeit 

iwcr  XU  Gltrim, 

Es  gab  ferner  DelSJt*)  eine  Methode  au,  mis  ameixen- 
lanr  Löxiiii};  >ltM  Zink  dun^h  t^i;bwffif1wii>H(T»boff  Kti  falli-o, 
ca  daduich  von  Nifkel  et«,  zu  treuneu;  die  ueueste 
etbodfl  roo  BeilnieiD  *)  l&s!tt  das  Zink  aus  cilrouensaurer 
MUn){  all!  SnlRd  fallen,  was  «ich  sehr  ^t  bcirährt  and 
lar  Tri'iuianK  des  Zinks  von  allen  übrigen  Met^illen  der 
SchwefeUunniouiumgrtippe  benfitst  werden  kann;  leitler  ver- 
oraacht    dis  CitrommKünre    bei    dvi   nachb^rigen  Scheidung 

Kin   LOsong   gebliebenen  Metalte   einige    Unannehmlich- 


Im. 


Dw  Verehren  bei  meiner  Methode  iat  nun  Kolgenden: 

seUt  tu  drr  zu  behandelnden  FlüK<ii;kcit ,  die  ansser 
Ssk-Oiydmlt  eine  beliebige  Anzahl  der  Übrigen  ^leialle 
der  TwrteD  Gruppe,  Biaen  nnd  Uran  aber  in  der  Form  von 

terbiDdangen  entliiüt,  fKlIi«  si«  snner  r«ag)rt,  vorsichtig 
Natriumcarbonat  zu,  bis  oben  eine  geringe  Trü- 
eintriti,  die  riÖBsigkeit  also  möglichst  nentral  gemacht 
iri;  m  ut  HanptlMtdiiigang  für  da«  UvUngen  diewr  Methode, 
imm  die  FlDasigkeit   vreder  iilkitlixch    noch    sauer  reagire*). 

brtDgt  sodann  einen  üeberscbuss   einer   nicht  xu  vei^ 


4)  iMUtL  d.  Cb.  0.  Pharn.  89.  310. 

5)  SritotbriR  L  plnjni.  Ch«nti«  1)!«0.  i. , 

Si  OvlAU  dar  d.  ohtK.  Gmiltchift.  187«.  171&.  1848. 

7)  Tft  Ela«aeit;iUali  fDrbaaJtn,  h  Kibt  i'^e  blntrothc  Farbe  ilta 
BM-Rkaaanldi  l«Ulit  die  UOfllchkait  la  die  HbdJ.  ein  Alkalisch- 
Mlta  <ler  FlftHigkeit  in  r«nBol<ltai,  ladom  dorch  ab«r»chUsstge*  Alknli 
ii  ifeBnfcteRitMie  mbc  Färb«  TiracliwlBdet. 

VJl- 


332       IfMMriuf  tur  SU.  J.  ■MÜk-flkVt.  Hmm  tt.  /.  JtfSn  1879. 


den 


(lilimt'-ii  RlKxlanaminoninnilJiaiing  in  selbe,  «pfllt  ^icWind«^ 
des  UcfaKji»  (mau  bediout  sich  am  Besten  eiiiea  Krleniney^r* 
sehen  Kolbens)  toT^tS^lig  mit  Wanvr  ob,  enrämit  Rar  circa 
et)— (O^O,  and  leitet  dann  einen  sehr  massigen  Strom  von 
SchwefelwasserfltofFgiH  711  wiiMlerholteu  .M;ilen  nicht  zu  lange 
«in,  bis  der  Gernch    nach  diesem  Gase   bei   einigem  8t«bi>a 
der  FlüJt)tigk«it  an  der  LdH  nicht  mehr  verschwindet;  wäh- 
rend des  Einlffitenn  bemerlct  m»»  xnent  nnr  da«  Auftreten 
einer  milchig   weissen   Trübung   iW  FlGssigkeit,   ervf  oKch 
littgerer  Keit    scheidet  tdch  in    immer   dichter  werdenden 
Wölken  Scbwerdicink  »h.    Ma»  lüast  üodaiin  die  FlSsdgkeit 
in  massiger  Wurme  stehen,    bis  sich    alles  Schwerelzink 
Boden  gesetzt  hat,    die  aberstehende  PIflssigkeit  ganz  kl 
geworden  tut.    wus   nach    ungeführ    rfch»  Ktondcn    eintritt, 
worauf  man  filtrirt.  das  weisse  SchwefelzinV  mit  SchweFel- 
wimerstolF-  und  Rliodanamovoninm-hattigeni  Wasser  wi»cbt 
und  trocknet.    Das  ans  der  rbodanwasserstofisauren  LOaung 
gefällte  Zinktal&d    ist  von    weiwier  FarL>e,    r«i»|>iilvri((    uml 
flltrirt  sidi  gut;    es  wird  siimmtlich««  Zink    und  zwar  frei     1 
von  den  (Ihrigen  anwesenden  Schwermetallen  der  ächwefel^| 
ammoniunignippe  abgeecbieden ;    das  gttrockiiH«  Zinkmlfid^ 
kann  man  entweder  nach  Rose*J  bcliaudeln.  indem  man  ea, 
im  WaKseryloiTstroui  glOht   oder  man    wendet  eine  Method 
an,  die  mir  ron  Herrn  Prof.  Dr.  VoUiurd   priratim  mi^e-1 
iheilt  wurde  und  sehr  ^cliarfe  /alilen  gibt.    Es  beruht  selli 
Hilf  der  Umsetzung  TonZiukchlorid  in  nicht  fiflchligas  Zinli 
oxjd ,    wenn    man    es    mit    ge^clitiinnnlcm   Queeksilberoi 
glnht.    Miin  löst  also  das  oben  er)iitllen><ZiDkBulfid  in  Chlor-' 
wussentofTsiinre.  dampft  in  einer  gewogenen  F'lalinaehal«  zur 
Trockene  auf  dem  Was^erhade  ab,  setzt  reines,  nlkalifmi 
geMhlünimte-i  Queckifilheroxjrd  im  Deberochnsse  zu,   dampf 
wieder  zur  Trockene   ein    und  glüht;    das  Zinkoxyd    tilnl 


8}  Pogg.  Axaai.  110,  128. 


a.  ZimmtTmitMB :  Zar  SAeidung  rirr  Sdiittrmett^e  etc.     323 


rSlIig  rein  und  uline  Verltiirt  zurück  und  vrird  nncb  dem 

»Erkalten  gewogen- 
(b  dem  Filtrat«  von  8chvrvfi>Izink  wird  xunäcluit  die 
EliodaaverbmduDff  tniHi^lst  SnlpelerBänre  zi-rsi^irt ,  wobei 
knefa  rtwa  Torbandeu«!  KiiM>i]-  und  UranosydulMulK  in  Ox^d- 
ftrbindungOD  Ober^flthrt  werden.  Man  nimmt  die«)  Opo 
ntion  am  6est«D  in  einem  tanglialaigem,  geräumigen  Kolben 
UL^ror,  «etat  ihn  »tife  erwürmte  W.ii«4Tb«d  tmd  bringt  wenig 
|HBttlpet«n<sur8  xn;  nac)i  einiger  Zeit  tritt  die  Reaktion  ein, 
iDdftm  die  vorher  roth  geübte  FlÜHsigkeit  farfolw  wird ;  man 
itlaX  «odsDii  von  Neni-m  SttlpotorxütiFL',  aber  wtet»  nur  in 
Uefoevi  Portioofiu,  xu,  bis  keine  Ruth-Färbun{{  nud  nnch- 
Ugende  Enterbung  der  Lftaang  mehr  anflritt ;  auf  diese 
Wetae  ^lingt  die  Zervtürung  der  .Scbwffi'lcyanverhinduug 
l>U)K  getabrlos  and  fiiKt  stets  ohne  Äbschcidung  gelben 
pKiscbwefelcjana,  wübrend  im  entgegen  genetzt  eu  Fall«  (bei 
ni  rascbuD  nnd  zo  gro««eni  Zve*iT.  Ton  äalpotemäure)  durch 
^ic  pUHzlidi  tutd  energisch  eintretende  ßt^iktion  die  Flu«- 
■igkiMt  nicht  selten  aus  dem  Gefäese  geschleudert  wird. 
Ütte  «ich  gelbvs  Persohwefelcjao  b«i  dieser  [Jehaudlunga- 
w«M  dennoch  abscheidon,  so  filtriri;  man  d»««vlbe  ab,  n-a» 
äcfa  mit  [.eichtigkeit  und  rasch  thun  lissi.  Die  in  der  ho 
beliutd))]t«n  nussigkeit  Torhandeuen  ^chwernietallc  ni^rdtm 
Bub  den  hiefur  b«st4.'h enden  Methoden  getrennt;  flür  die 
Tnaioaag  de«  Kiseas  von  Dran  und  des  Kinens  von  Kobalt 
oad  Nickel  folgen  später  neue  Methoden,  gleichfalls  auf  ihr 
Verhalten  gegen  RbodanwasBerstolf  gegrQndet. 


Qaautitative  Belege. 


\.^ ,. 

PoHBgni  Ton  bestimmtem  Gehalte  an  ZinksuKat,  Uninnitrat, 
IRckd-  inii)  Kohftltsul&t,  Msngano-Clilorid,  Risenammoiiiak- 
ahun  Bod  Perrichlorid  angewendet. 


324     Nachtr.  i.  SiU.  d.  matK-phy».  dasie  v.  1.  Märt  1079. 


] 


Inhalt  in  1  C.C. : 

Die  ZinktnilfatlöBiiDg  0,0056  gr.ZinkoxTd 

„  Urannitrat-  „ 

„  Nicke]sulfat  „ 

„  EobaltsDlFut ,, 

.,  Maoganochloridlösg. 

„  EisenammoniakaUuDldi^. 

„  FerrichloridlÖsnng 


0,0038   „  Uranoxyd 
0,00607  „  Nickeloxjdd 
0,00585  „  Kobalto^dd 
0,0045    „  UanganoxyM 
0,00348  „  Eiaenoxjd 
0,0158    „ 


1)  BeatimmuDg  des  Zinkoxydgehaltee 
ISsung  nach  der  neuen  Methode ; 

Angewendet :  Berechnet : 

20  C.C.  LSanng  ZnO:  0,1120 

2)  Trennang  von  Zink  nnd  Kobalt: 
Angewendet :  Berecboet : 

a)  je     5  C.C,  der  Lösungen     ZnO:  0,0280 

CoO:  0,0292 

b)  je   10  CC.  der  Losungen     ZnO:  0,05G0 

CoO:  0,0585 

c)  je  20 C.C.  der  Lösungen     ZnO:  0,1120 

CoO:  0,1170 

d)  5  C.C.    Zink-    und      ZnO:  0,0280 
20  C.C. KobaltaaUIÖB.     CoO:  0,1170 

3)  Trennung  von  Zink  und  Nickel: 

a)  je  20  C.C.  der  Lösungen     ZnO:  0,1120 

NiO:  0,1214 

b)  je-    5  C.C.  der  Ladungen     ZnO;  0,0280 

NiO:      - 

4)  Trennung  von  Zink  und  Uran :     ■ 

a)  je  20C.C.  der  Lösungen     ZnO:  0,1120 

Ürs0»:0,0760 


der   Zinbal&t- 

Gefandm: 
0,1116 

Gafiutdtt: 
0.0283 
0,0390 

0,0557 
0,0580 

0,1115 
0,1160 
0,0276 
0,1169 

0,1114 
0,1210 
0,0273 


0,1110 
0,0755 


H        a  Zimmetmmn:  Zur  Sehndung  dtf  SAtMrwtUiae  tie.      S25                  ^^M 

"         ADgew«nd«t:                  Berechnet: 

Gefunden:                   ^^H 

1      i)      5  CC.    Zink-   untl     Znü:  0,0280 

^^H 

20  C.C.    UtaDlfenng  UnO«:  0,0760 

^^H 

5)  TraraDtig  von  Zink  nnd  Eiseo: 

^^1 

■]>  30(XC.  der  LSsungea     ZdO:  0,U20 

^^H 

(Bi»«oebloridl»simg)     KeiOi :  0,3160 

^^H 

V  jt  20  C.C.  der  Usuageu     ZqO:  0,1  ViO 

^H 

{1iÜMiiunmouiakaIaunl^.)P«tO> :       ^ 

^^H 

4it5C.a   der   Lösangen    ZnO:  0,0280 

^^H 

(KieBwnmoniakaIaunl(^)F«tOj :  0,0174 

^^H 

4      B  CC.    Zink-   und     ZdO:  0.0380 

^^1 

JOC.C.  FwridiloridUta.  FmOs:       — 

^^H 

6)  Trenoang  tod  Zink  und  Mangan: 

^^1 

*li>30C.C.  dorLSmingen    ZnO:  0.1120 

^H 

MnO:  0,0900 

0,0892                ^^H 

'')        S  CC.    Zink  -    and      ZuO :  0,0280 

^^H 

20  CC.  MangaulSfl.       MoO:  O.O'JOO 

^^H 

T)  Trennung  von  Zink,  Nickel,  Kubwlt,  Eiewu,  Mangan           ^^^^| 

"öd  Uran: 

^H 

j*    10 CC.  obiger  Ujnngen     ZnO:  0,0560 

^^H 

1 

■      Scbeiduns  des  Eisens  von  Nickel  und 

^^1 

^K       Pia    büiberigeii    'I're»nQug«methoi)i>n    de« 

Kisen«    von               ^^^H 

^V«hitt    and    Nickel    sind   grö*«tent1ieils    wonix   zuvorliiiwig            ^^^^| 

^"4»  nnutäodlidi.     Es  gibt  eine  Methode,  die 

der  Fäll-            ^^^^H 

^rkdt  am  Eücuüxjds  darch  B&rynmoirboDat 

Iieruht,                      ^^^^H 

^balt    and  Nickel    in  Lüsung    bleiben ;    aUeia    v*   werdrn            ^^^^H 

•'iifrbei  Hpnnm   »on    U-tsterim  &fota)l«ii    «tels  mit  niedei-ge-                       S 

^U^fu,  «aefa  der  Dnutaud .    dasa  sich  dto  Chloride  besser            ^^^^B 

326  IfadOr.  m.  Süm.  d.  maA.fltg,.  CL  w.  1.  Man  MKm. 

behandeln  I&Bsen  als  die  Sol&ite,  atfiit  ddtai.  Fmmm 
man  das  Verhalten  des  EiseooiTda  gegen 
Alkalien,  die  mit  Nickel-  und  KobritciydiilialiBn 
YerbiodniigeD  eingehen,  EisenoxydaalilBfong  dagegen 
znr  Trennong,  wobei  aber  moiat  anoh  etwu  Kobalt 
rissen  wird.  Eine  dritte  Methode  iat  auf  di« 
lieh  schwierige 'LSsliehkeit  von  Kobalt-  und  Ni 
in  sehr  verdünnter  Salzaäore  gegrfiadet,  worin  neh 
snlfür  mit  Leichtigkeit  auflöst;  man  asbit  la  im. 
Schwefelammoniam  niedergeechlageuen  lfeta]lnilfiden 
verdännte  kalte  Gblorwa88etsto&&nre  niid*leitet  mitw 
holtem  ümrfihren  ,  der  Flüssigkeit  SchweM^ 
ein;  es  geht  hiebet  aber  stets  mit  dem  Bisen  Hflit 
der  beiden  anderen  Metalle,  besonders  von  Nickd  in 
nnd  Bwar  oft  nicht  nnbedentende  Mengen,  wanteB 
das  Ver&hren  wiederholen  mos«;  oft  bleibt  »udl 
Eisensnlfnr  bei  Kobalt-  nnd  Nickelaolfflr  lorSek.  — 
Resultate  erhält  duuj,  aber  auch  nnr  bei  Wiedarboliug 
Verfahrens,  dnrch  die  Methoden,  die  anf  der  ElObKUt 
Eisens  als  Ferrihydroxyd  beim  Kochen  sei: 
Verbindung  nnd  ebenso  dnrcli  Ammoniak  bei  QegBDWHl 
von  Chlor- Am moninm  beruhen ;  in  neuester  Zeit  gab  Ab* 
xander  Classen  *)  eine  Methode  an ,  die  darauf  benilit,  dta 
eine  Eisenoxydsalzlösung,  mit  neutralem  Kalinmoxalat  nal 
überschüssiger  Essigsäure  versetzt,  selbst  nach  I  agiilaiim» 
Stehen  klar  bldbt,  während  Kobalt-  und  Nickelt^dolHlM 
als  Oxalate  geiallt  werden,  wobei  nnr  zu  bemerken  ist,  itm 
eine  coucentrirte  Lösung  angewendet  werden  moss;  ds 
erhaltene  Niederschlag  wird  filtrirt  und  mit  Essigsftnre  g»^ 
waschen ;  da  er  leicht  etwas  Gisenozyd  gefällt  enthili,  b*- 
sondere,  wenn  die  zu  behandelnde  Flflsaigkeit  reieh  dam 
ist,    so  ist  Wiederholung    des  Verfiüirens    dringend  nOtbi^ 


9)  Ber.  d.  deat  ehem.  OeMlbefa.  lOi  1316. 


ex  ZmmerniMim:  Zur  &Aet'<iMNj)  dtr  Sd^rfnatstaCr  de.      827 


I 


k 


I 


Alle  &i^ftlbrt«n  Metbodon  sind  demnach  w«niK  Iw- 
(riedigrad,  besoodert  woa  Eiufacblieit  und  Raachheit  der 
Ausfobnuig  bdtrifft  Uns  Vertialt«n  von  läMeDOxjd-,  Ko- 
balt- uod  Nickeloijdnl-Sabeu  gfg^n  Rhodanammouiutu, 
<ri«  M  Seit«  319  geschildert  wurde,  geebittet  t^iiie  villlige 
and  nscbe  Trennung  ditwur  MiHalle  too  einander. 

Man  verwrtKt  die  L()sung,  die  EinnoxjdBalx  nnd  Nickel' 
oder  Kobalt-Oiydalsals  oder  beide  xogleich  entbillt,  mit 
RbodBLfMUODioniumlünuiig  im  Uetterwhnss ,  wobei  die  blat- 
rotiw  Farbe  des  Btsenrbodanids  anftritt;  wdsuu  wird  in 
die  so  bebandelte  FtSssigkeit  tropfenweise  secundäre  Na- 
triitracarbouutI<^ng  gebrudit,  bis  eWn  die  rntlie  Färb«  d«s 
ESaeurbodanidii  rencbwvmden  ist.  Ea  wird  biedurch  alles 
KmA  al*  Ferrihfdroxyd  geeilt,  ohne  dam  Kobalt  und 
Nickel  mitfit'len  oder  etwa«  Eisen  mit  Nickel  und  Kobalt 
ia  liSsong  bliebe;  naehdeni  der  Niederschlag  in  Saleaäure 
gtßst  war,  wtirde  anf  etwa  vorhandenes  Nickel  oder  Ko- 
balt geprüfl:  es  könnt«  nicht  diu  gerinüpte  äpnr  naclij^ 
wiesen  werden.  Mao  läset  das  gefällte  Ferrihydrosjd  sich 
v5nig  abaitz«u,  wat  nai:h  kurxer  Zeit  g«Hcbiebt,  tiltrirt  o« 
iaoD,  w&Bcbt  mit  siedend  hin«9cm  Wasser,  dem  etwas  Rfao- 
danammoninnilBBO  ng  zugesetzt  ist,  ttlcbtig  aui;,  trocknet, 
glaht  und  wägt;  eii  wiirdi?  auf  elwuigen  Alkitligtfimlt  des 
gefällten  Ferribydrosyds  RUckHicbt  genommen ;  es  erwies 
neb  aber  diesea  v&llig  frei  von  Alkali,  was  auch  die  quan- 
titstiTen  AnaljMD  li6stitti{;cu.  Mit  dem  filtmU'  verfährt 
mao  «betuo,  wie  es  bei  dem  Piltrate  von  Schwefekink  an- 
gflgvben  wurde  (Seite  333)  and  l>eobachtet  div  dort  mitge- 
thsQteo  Vorfiehtsmawregeln ;  zur  Trennung  von  Kobalt  und 
Kiekel  bediente  ich  mich  der  Ltebtg'schen  Methode,  <lie  das 
Hidai  mittelst  (Jueclnilboroxyd  talU  und  dadurch  von  Ko- 
balt trennt,  and  erhielt  die  befrtedigendaten  Keeultate. 


»I 


t.1. 


Q«»«titatiTc  Belege 

lefa  »«kfafa   Mm  Kah«k-.  Sil 
I        i1  ■      "      i      "■  I    il'    III       6«Ute  u 
Pferii»  iWitl     ift         ortUA  m  1  CC  0JM58B  I 


«W  CsUt: 


.  Em 


^^ 


0,0»«8FaO>. 


I) 

«)  JR  20CC.  im 
b)  je  30  C£.  dw 


QO:  0,1170 
P«^*:  OiOSM 

CoO:  0.1170 
Pe>Ok:  0.1892 

CoO:  0.0293 
Fes  Ol :  0.017« 

CoO:  0,-2340 


0.11«! 

0.0690 
0,1167 
0,18S4 


ti  iOCJC  Erna-  vod 

5  C.C.  KoUft«bt3^ 
d)    5  C.C.  Euro-  nod  FesOi :  0.017«         0,0170 

40  CO.  KobaitMkbJit^.        CoO:  0,.>340  0.2335 

2)  Trranan^  des  Eunta  roin  Nickd : 

a)  >  20  CO.  d«r  Uan^n    Fe>Ot :  0,0696         I>,0<t88 

NK):  0,1214  0,1211 

b)  >    iCjC.  Bsen-  tmd       Fe'O*:  0,0174         0.017t 

20C.C.  NiekelMhlSiS.    KK):      -  — 

3f  TranaoBg  d«  Ebens  von  Kobah  ood  Nickel: 

Angswenilflt  j»  20  C.C.  obiger  LSanngeo. 

Berecbnet:  Gvfnuden: 

FeH>»:  0,0696  0.0689 

NiO:  0.1214  0.1200 

CoO;  0,1170  0,1151 

m. 

Hcbeldunt;  des  VAneoH  rotn  Vna. 

IKe  Trt^Dnuu^;  des  KiHenoxyda    vom  Unuioxyd 
buhcr  gcwübnJich  durcb  AmmoDinnicarbotut "),  worin  ncfa 


10)  Piaaiii  CMort.  rend.  52.  I«. 


n.  SUmmmiiaint :  Zur  StMdiinj  iter  SehittrnKttCte  etc.     3-9 


\ 


ktstCTM  tfisi,  rrttrm  aber  gi-fullt  wird.  Nimmt  nun  «ber 
•iMa  «a  gronen  UcberscbaKs  di-a  ÄmmoniumMlnM,  so 
bletb^o  BDch,  oft  gor  nicht  unbedeutende,  Mengen  Eiseoosyd 
in  LS«ang,  di«  «ich  bei  lingArem  ^Jteheii  der  FKUaigkcit 
kl«  oclcerg«lbcr  Nieden^chlag  ansscheiden  Eino  ander« 
TnoQuogsmntbodi'  bi'hAmloll  die  Oxyde  im  Wasserstoff- 
Strom,  wobei  Ja«  TTnooxyd  eq  Urnnoxydnl,  du  Eisouoxycl 
nSIrtall  rrditcirt  wird;  man  scheidet  diese  durch  verdünnt« 
Sslnfitir«,  worin  eivten»  nach  atarkem  (ilflhen  nn1ü»lich 
trt,  wShrvw)  eich  das  nietallirabe  Eiwn  löat  l'Bose).  Rhoi- 
Deek  ">  gab  ferner  noch  eine  Methode  an,  die  die  Acetate 
l»>il«r  Mntalle  ISoger«  Zeil  auf  dem  Was^rrbad«  digeriren 
ÜaM,  «roliei  «ich  du  Ferrisalz  gti-rsctst,  während  üranacetut 
Bazfri«txt  bleibt ;  es  tiohl)igt  sich  hiebei  elvras  Uranoxjd 
■it  dvm  Etaenoxyd  nieder,  wa^i  darcU  »tedende«  Wasser 
aaif«og«D  werden  kmnn. 

Dum  Methoden  sind  .ipeziell  znr  Trennung  des  Giaeo- 
Toa  Urao*Oxyd  bisher  augcwoadel  worden.  Die  nviic  Mo- 
Diode  benilit  anf  der  völligen  Filllbarkeit  des  Eisenoxyds 
ilnreh  Kcundires  Nntriomcarbonat  in  ein^r  Lüsung,  die 
tbrrBch&wigw  Rbodanaminanium  enthält,  während  Uranoxyd 
g&fulich  in  LOnng  bleibt.  Man  bringt  die  m  behaadelmle 
Flteigkeit,  nachdem  man  etwa  vorkundcne  Kincn-  oder 
DT&o-OxydalTerbbdangen  in  Oxydsalze  D)>ergefUhrt  hat,  in*fl 
Kocbvn.  /dgt  ttbenchdsHtge  Schwefelcyanikmmoniiimli'rfiiing 
ta  ond  dann  nach  und  niidi  wäsnigoi  kobtcnsanre»  Natrium, 
bü  eben  di»  bintrothe  Farbe  des  Eiseurhodauids  verschwun- 
dcs  i*t;  da*  gefallt«  Kerribydroxyd  setxt  sich  nu>cb  llockig 
ab,  wird  aUdann  6Itrirt,  mit  siedend  heissem  Wamer  ge- 
waacbco,  bta  das  Wasohmner  keine  Reaktion  auf  Khodiin- 
»»moniani  mehr  gtht :  nach  d«m  Trocknen  wird  es  geglQht 
uwA  gewogen.  Das  FiltnU  von  obigem  Ferrihydrosyd  bleibt 


in  RhtiMck  Ghana.  Kern.  24.  •£!!}. 


330    Sa<*inig  ettr  Sitt.  4.  iiuäh--pla/ii.  Olatn  9.  i.  Märt  iSTS. 


T&llig  klur,  sQoh  tuvU  72stüii(ligom  Stuh«D  hatte  «ich  nicht 
die  geringste  ^pur  Eisvohydroxyds  abgesetst,  noch  gab  die 
FlQBsigkeit,  mitSchwefelammoniniii  behandelt,  ein«  IteaktioD  ■ 
anf  Eisen.  Andreraeit»  waren  ioi  NiedenchlaK^  nicht  die  * 
UeinstvD  Meugvu  mitgerimenen  Dranoxyds  vorhanden;  die 
Scheidung  beider  Metalloxjde  i*t  auf  die»e  Weise  also  eine 
Tiüllige  und  ))ediiigt  nicht  doppelte  Fällung. 

Das  Filtrat,  da«  Uranoxjrd  gelöst  euthSlt,  wird  xunidist 
mit  Salpeterriiure  behandelt,  um  die  Hhodunverbindnng  an 
xerstörcn,  (Siehe  noch  S.  323),  alsdann  mit  Ammoniak  nett- 
tntli.iirt  und  mit  ScbwefelanunoDium  da«  Uranoxyd  geiSlIt  '*); 
der  entalandone  Ni«der»chlag  Ton  UranoxyBulfnntt  wird  ge- 
kocht "),  wodurch  er  in  Schwefel  und  Uranosydul  zerfillt, 
dann  fUtrirt,  gt-trockuet,  geglüht  und  schließlich  das  IJraa 
als  Uranoxydoloxyd  gewogen  odur  im  Waw«oi«toB«tTOm  in 
mißlichst  starker  Ilitae  in  Crauoxydul  übergeführt,  wobei 
auch  während  des  tlrlcalteu»  noch  ein  starker  Strom  dieaes 
tiasea  einzuleiten  ist.  —  Die  Methode,  das  Crau  mittolH 
Ammoniak  allein  zu  fällen  (aU  Uranoxydammoniak),  wnrd« 
deesbalb  nm^ngen,  da  der  ent-st«h«nde  Niederschlag  »tet« 
alkalibaltig  wird  und  die  Entiernung  der  fixen  Alkalien 
umstSudliche  Arbeit  erfordert.  —  Eben  beschriebene  Methode 
der  Scheidung  de»  Eisens  vom  Uran  zeichnet  «ich  vor  den 
kisber  gebriuchlichen  dorcb  Schnelligkeit  der  Ausfilhning 
und  Vollatändigkeit  der  Trennung  aua. 


Quantitative  Belege. 

Die  EiaeocbloridUSanDg,  die  bei  diewn  AnalytMi  anga- 
wendet  wurde,  enthielt  in  1 CC.  0,0158  Gisenoxyd,  die 
Urannitratlüsuag  in  1  C'.C.  0,0058  Uranoxyd. 


12)  H.  EoM  ZeiUchr.  I.  a.  Ck.  1.  411. 
18)  fi<ONM  ZcitMhr.  f.  a.  Ch.  4.  8S&. 


CL  Xtmmrrmann    Xnr  Sduiilu>*9  Jtr  Setin-frmttane  fif.        331 

Angeweodet :  Berechnet :  Gefdaden : 

,ftjia     ä 0.0.  der  LOtongen    F«H)*:  0,0790  0,0762 

ü*0»:  0,0190  0,0182 

b)  j«  10  aC.  dar  LQauuge»   Fe,Oi:  0,1580  0,1572 

UiOi :  0,0380  0,0370 

[ei  je  20a&  der  Lfisung«!!    Pe'0>:  0,3160  0,3151 

U»Ü»:       —  - 

in     5  CG.  Eisen-  and  Fe'O*:   0.0790  0,0783 

40  CO.  Umniasniig  VO':  0,1520  0.1509 

\t)  Es  wurden  angewendet   0,2545  Gr.  BtsenammuniHlnUnn 
BSd  40  CC.  obi};er  Uranl&suDg. 

Berechnet :  Uefundeo : 

PeK)*:  0,0422  0,0414 

ÜK)»:  0,1520         0,1522 

IV, 

Zar  FinnDK  ilm  Uranoxyds  mlllelst  Ammoniak. 

Hat  tniui  in  der  Flössiglteit,  aus  der  das  IJranox^d  ab- 
gOKlüeden  werden  Holl,  keine  fixen  Alkalien,  ko  (bIU  man 
aa  BMten  diu  tlranoxjd  mittckt  Ammoniak:  bei  einigen 
Varcoehn  twobacbtete  i«h  hierbei ,  dass  der  Orad  der  Vei^ 
dtaaaog  der  cu  filleiideu  FlQuKigkeit  gro^mui  Kinfluws  auf 
S»  PUlbarkeit  dc!>se)ben  Ql>e ;  bei  «ehr  grosser  Verdünnnng 
«Inelt  ich  näinlicb  dorch  Ammoniak  gar  keine  Filllung 
Bclif :  nni  nun  die  Greuxen  der  V^-nlQnnnnß  zn  bestimmen, 
nrdv  eine  Uro  nni  trat  lösung  dargvstelU,  die  in  1  CG. 
U,0&44  gt.  Sah  odpT  0,031086  Urauoxyd  enthielt.  Mit 
£iMr  LAiung  wnrden  folgende  Versuche  angestellt: 

L  Angewendet:  5  CC.  der  Lütinug;  diese  wnnleu  auf 
100  CO.  ferdüunt;  1  CO.  enthielt  til-o  =  0,00155  UiOi. 
Dm  Uruox^d    ward«   leicht   and  TöUig   dnKh  Ammoniak 


332 


ffrtdUr.  (.  Xu.  i.  math.-plMfl.  Cl.  t,  I.  Märt  Ieff9. 


VL  Angewenilei:  saC.  ««nlfinal  itar  200  CC;  I  CC. 
=  0,0007  UiOj,  es  trat  dnrcli  Ammoniak  keine  F»lli]iig, 
M>n4erB  aor  sehr  starke  Oelbfirbaog  äo.  leb  Mm»  die 
LiS«Ti]ig  drvi  Tage  stchvn.  um  ta  l>eol)«cht«n,  oh  die  Lftnge 
der  Zeit  der  Ginnirkung  Einfiass  babe,  aber  niobt  der  ge- 
riiig»t«  NioderMcblug  enbiiand.  Ich  TersDobt«  ddd,  ob  nicbt 
Znsatx  ron  ÄmmouiaksatxAii  die  Fällung  befördere  od«r  gar 
ent  bervornife,  nnd  iD  der  That,  sobald  in  sehr  TerdOanti:, 
durch  rein«^  Ammoninlc  nicht  mehr  goRUIte  Oranoxydsalc- 
lÖffUDgen  Cblorummuuiam  gebracht  wurde,  bildete  sich  der 
Niedersehlag  ond  aetzte  sich  nach  kunwr  Zeit  flockig  xn 
Boden;  die  nbfiltrirt«  nOiiMigkeit  vr>tr  Irei  rou  Urau;  ich 
brachte  auf  solchu  Weise  in  obiger  Löang  11 ,  nachdem 
selbe  3  Tage  gestanden  war,  durch  Zusatz  Ton  Salmiak  des 
Üraiioxjrd  snr  KülIiiDg;  seihst  wenn  die  Lilsung  auf400('.C. 
nrdilnnl  winde,  der  Oubikc«ntinieter  also  0,00036  Or.  Dran» 
ojcvd  enthielt,  gelang  dies»'.  Ich  konnte  eine  solche  Ver- 
dünnung der  LSsong  anwenden,  dass  I  CC  nur  0,00008 
Dmnoxyd  «tnthielt,  und  erv;ielt«  noch  vQllige  Fällung  durch 
Ammoniak  bei  Gegenwart  von  ^Imiak;  dies  «rar  aber  die 
äosserste  Grenze  der  Verdünnung. 

K*  geht  aus  dieson  VersuvlM'n  hcTTor,  dass  Salmiak 
wesentlich  die  Füllung  de«  Uranosyds  durch  Ammoniak 
l>efordert ,  bei  grower  VerdQnuung  der  xa  behandelwlen 
Lüsiiug  sogar  erst  hervorrafl,  wesshalb  «s  sich  empGehiU 
Tou  Anfang  an  der  üranosydsalslnsiing  Salmiak  xusosetMUt 
wodurch  zeitTAubeudes  Eindampfen  und  Couoentriren  der 
Fliiwigkeit  dann  meist  unnöthig  ist. 


NMhMfflkh  iqr  Sitinng  von  1.  Min  I8T9. 


* 
I 


HfiT  J.  Volhftri]  legt  vor: 

,^nr    Sebfttilu»|{     und    B«Htiinmnng    d«s 
Mangans." 

Titrlrniig  de»  Xan^aiiK  mit  Permtnganai. 

HAngKnoiy(lQl8al7.e  gebe»  bekanntlich  mit  Pi^nnangnoat 
«dneo  Niederschlag,  welchur  da«  Mitngun  sowohl  auN  dem 
OsTihiUalx  als  auch  aus  dem  PerouiDganat  enthalt;  »«ine 
Ziimmin«n3i!lxung  wird  vor  verschiedenen  Kontcliin-n  ver- 
Bchiedra  ung^-ben.  Promherz  '),  der  diese  Rwiction  zuerst 
beschreibt,  hall  den  Ni^erschlag  für  Oxyd.  Nach  Ooi^eu  *) 
hat  er  die  Zasammen.4etzuug  5  (MuU,)  +  T^oO  und  rer- 
wuidelt  er  sich  durch  Digestion  mit  PcrnuDganatlösaug  in 
Hyperoijd.  Ann  einer  neutralen  und  oehr  Yerdilnuten 
Laeang  von  MHiignno^nlfnt  bei  vtw»  SO"  C.  sull  nach 
Gsjard  *)  all«  Mantiau  entsprechend  der  Gleichniig 
3  MnOSOi  +  K,O.Md,0^  =  K,O.SO»  +  2  SO»  +  (MuO)> 

Mn,0, 
ala  Hangaoosjdulpermnnganat  in  gewlssertem  Zustand  von 
dtr  Zttmminensetxung  MnO,  •  U^O  niederfallen  und  Guyard 
irOndet  hierauf  ein  Verfahreu  xnr  Titrirnng  des  Mangaus, 
von  welchem  er  selbst  sagt,  es  sei  „rapide  et  exacte": 
Der  sehr   venlQnnt«n    neutralen   oder  nahcxu    nentmlUirton 


1)  GmdlB  BuJbnch  4.  Aafl    2.  613. 

2)  iLnnalM  cWm.  phr*.  [:)]  M.  160. 

3)  BoUetfB  de  U  WC  cUn.  de  Paria  [21  1,  88. 


JU 


r-X 


a.s.1. 


jedoch 

Xodificstioo 


n  fit  wAait«  bdiM 


CUacOr,  anlnpA,  «o  — tuAt  «s  ent  gefbfcmacr.  daaadi 
Wmmt  !fied«nefcbig .  in  M  kxifi««  SehSUcla  od«r 
Bäbfoa  ia  dar  Kegel  so  ip-urwa  Uaunta  Flocke  aoMmmeti- 


griasri  rieh 


n  Bodea  Mtit.    Dw  FlOH^lMit  <rinl 


41  ZälKkt.  t  aaaijt.  Ckmit.  M,  4T4. 


AiwMl  t 


(x-in. 


J.  Vvfhitrd:  Zur  SehtiJmvf  n.  Btttimniuyi  <Jm  Matgnna.      335 


I 


kkr  tiad,  so  lange  noch  Maiif;anojjdul  in  Lusnug  ist,  &rb- 

lo«.    Diese  Sebeidong  des  Nieder^ctilags  von  der  FlJlssigkeit 

prAilgt    um   so  leichter  je  mehr  mau  nch  bei  fortge^txtem 

Giutri'ipfi^ln  Ton  PennsiigauHtlüsnng  dem  Puukt  d«r  völlig(tii 

Anxftiilaiig    At*  MunguiLs    nähert.     Zulotxt    xeigl    die    tiWr 

dem  NiederschUg  stehende  Flässigkeit  dentlicb   die  Kosa- 

&rbe    dea    Permanganat«.     lÄsst    lunii  jetzt    die  Mischung 

I     rohig  8t«ben ,    90  orhiilt    sich  diu  Koxulärbnng    für   vinig« 

KBeit;  ea  daaert  10  Minuten  oder  H*  Stande  bis  die  Plüf»ig- 

^bteit  entfärbt  ist.    Schüttelt  man  tüchtig  um,  so  rerachwindet 

j^di«  K*rbe  in  einigen  •Seciindon;    ciu  weiterer  Tropfi-ii   P<:r- 

inangaoattäsung    bringt    di«  Rosafarbe   wieder   hervor   und 

bctiii    Schütteln    verKchivindvt    m    »ufR    Nene;    nnch  beim 

Dtgrtrir«n    in    gelinder  Wärme    tritt  nach  einigen  Minulitii 

Gnüarbang    ein.     Wenn    man  fortfährt,  tropfenweise  Pvr- 

BHUigaiiatldming  sosusebcen    und   uohalteiK)   sn    schöttelo, 

•o    kuin    man  die  Rosarärbnng    noch    «iinigemul  xitm  Ver- 

j     Rfawinden  bringen,  die  Kltis^i^kcit  eutfärbt  »ich  aber  nicht 

Knebr  vollständig,  sondern  behi&lt  einen  ))riiuntiehen  Farben- 

^^■b  welcher  ullmüli^  iftärker  wird  »n<)  in  Brxuuroth  über- 

P^Bt;  BS  ist  dasselbf  Bransroth,   welches  mau  gelegentlich 

beobachtet ,    wenn    beim  Titriren    von  OxaUäure  mit  Per- 

■  tnangntiet    ni«ht    gonCgeiul    3riaro   Kugesctxt    wurde.      Die 

^nintnehr    luiilarchsicbtige  HUssigkeit    klärt   sich    auch    bei 

längerem  Stehen    und    beim  Krwitruien    uiclit  mehr;   es   ist 

daber  anniöglich  tu  nehon,  ob  die  Farbe  der  Flüssigkeit  an- 

gebOrt    oder  dem     snspendirten    Niederschlag;    man    kann 

jvlKt    eineu    grooseu    Ueberw:hiii«f   von    Pernuing»natlü«iuig 

logebeo ,    ahn«    dan    die   Permanganatfarbe    deutlich    hvr- 

tortrite.     Ein    entschiexlenw  Ende  der  Titrirnng  d.  h.  das 

beaUmnte,  deutliche    Hervortreten    und   tite]ienbleii>eu   der 

Bcwabrbe    dw  Peniiangunat«   ist  ao    in    keiner    Weise   zu 

erreicheo. 

äctxt    luo    nor   io    lange  PerinaiiganatlÜBUug  zu.    bis 
[1879.    8.    lUtli.-pbys.  Cl]  rj 


336     Ifaditr.  rar  8Us.  J.  math.-pliyi.  tViu*e  r.  /.  Mär3  SST9. 


i 


^e  Flösiigkeit  ii*ch  mehrauiügeiii  UniRciiweiiken  deutlich 
rom  ^(urU  ihI  nitd  ihre  Farbe  bei  ruh^«in  Stehiu)  5—  tO 
Minuten  lang  behält ,  ea  brnncbt  man  erheblich  weoijpjr 
PermacgaOAt  als  xur  AusGillaDg  des  Maaguna  uQtbig  wäre, 
wenn  dsmetbe  als  Hjrperoxyd  niederliele.  Wird  der  %o  er- 
haltene Niederschlag  abfiltiirt  nud  mit  rcrdflnnta*  Salpeter- 
säure odfir  ^iw«reUiiare  erwSnut  »o  iiehine»  diese  Mau- 
gauozydal  aus  dvmsclben  auf.  , 

Wenn  man  die  Tilangansahl&sang  vor  dem  Zusatz  des  ■ 
Pernunganat»  mit  t-inige q  Tropfini  SalpcterriUire  »uer  maehti 
SD  brancbt  tnaa  bis  zum  Eintritt  der  rotlien  Pärbtug  etwas 
mehr  Permungunat  al«  bei  Anwendung  ein«r  neutnlMi 
L<>:<ung,  nbrr  immer  noch  nicht  die  ßlr  Bildung  von  Hyper- 
oxid berechnete  Menge.  L)er  Niadüntelilag  erweist  sieh  auch 
hier  ozydnibaltig,  die  R<Marurbe  bleibt  nieht  atvbun  und  der 
Endvcriauf  ist  ganz  der  nämliche  wie  bei  der  ncatralen 
Lösung,  was  eigentlich  selbatverst&udlicb  ist,  da  ja  anit  dem 
neutralen  äalic  bei  der  K«RGtion  v.wtti  Drittel  der  8äure 
frei  wird. 

Dies  int  der  Verlauf  der  Oxydation  4>inM  reinen  Hin- 
ganKalxes;  n  liegt  auf  der  Huud,  ihuef  derselbe  bei  seinem 
nnbestjromtm  Ansgani;  fflr  eine  genau«  Titrirnng  akh 
nicht  eignet.  OUnHtiger  gestaltet  ttioh  da«  Knde  dtrr  Itiwctioa 
wenn  neben  Manganoxydul  ander«  nicht  oxydirbare  Metall- 
oxyde  vorhanden  sind.  Wird  die  MangausalzUisung  inil 
etwM  Kalk- ,  Magnesia- ,  Baryt-  oder  Zinkmlx  rersetxt  and 
dann  in  d<>r  Wärme  allniälig  mit  Permanganat  gefallt,  mj 
tritt  zuletzt  den  t  lieh  nud  bleib  end  die  KarlM- der  [Jelier- 
manganÄure  hervor ;  der  Hyperoxydniederechlag  scheidet 
sich  noch  leichter  von  der  Flüssigkeit,  letzter«  wird  nach 
mehrmaligem  Umschwenkeu  nisch  H-ieJrr  völlig  wsaverklar, 
HO  daw  man  die  Schlnssfarbung  hst  ebenso  sebarf  nnd 
sicher  erkennt  wie  bei  der  Titrirnng  von  Kiitenoxydai  mit 
Permanganat,    und     wenn     endlich    die    FlÖHigkmt     nach 


I 

i 


J.    Vtikaf<4:  Zw  Sdwlitfs  U.  Umtimmuuii  itr»  Uansan»,     337 

Dmiahflttclu   «innul   roaa  geMicben  ist,   m  behält 
di«  Fmrhv  Mich  bn  laehrtägiifeiD  Steheo,  bei  anbnltentlem 
bfittvln.  oder  bei  lituf^rer  DiKeatiou  iu  gelinder  Wärme, 
kann  ili«  ML<ctiiin|{  fiue  hitllMt  Stunde  litn^;  dem  Siedeu 
be  «rh«lt«ii,  »ime  '^asii  die  Farbe  vcrBchwiadot ;    Koch<>ii 
dabei    u  vermeiden,    ieoa    beim  Kochen    verliert  der 
IMfliMbhg  Boioea  flockig«ii  Zamnmenliang  and  rirtheilt 
eb    dnr  Art  in  der  FltEeigkeit  ,    das«  deren  Farbe  nicht 
lu  antersiJieidea  Ut. 
Mut  kommt  läm  hier  —  wenn   di4>  M«nKiiii3«lxt5n»ig 
re  MetjilluUe  entluUt  —  za  einem  vollkommen  atcberen 
naverkeniibKroii    Alwclilius    di>r    Oxydation ,  niid    dvxa 
itvpre«hen    auch    die  Z«hWreaultate :    mui   bniacbt    i^wnx 
dir  uol-r  V<.r«HB*eljnnig  äoT  FüUnnif  von  Hyperoxyd 
ete  Mvagt-  vcrii   Pennaiiganat. 
Befflglidi    des  Pemiangauatverbrattvlu    ist    es    hierbei 
lUg,  ob  dia  LSrang  de»  MaDgnnsulzes  nentnl  oder 
tutrt  «ntr. 

EbCTt«o  wie  die  f;en«nD(on  wirken  die  S«lxe  aller  stark 

t—ör-bm  Melaltoxyde,    sofern    letztere    nicht    selbst  scholl 

uijtdirl    werden;    nur   die  Snlze    der  Alkalien  machen  eine 

AflaaohuH'.     IVi  Qegetiwsit    eiorr    gonit^nd^n  Meiij^e    von 

klkaümla  f^lingt   «s   zwar  aneh  die  Tttrirnn);  xu  Knde  zu 

Ihrm     und     der    PermanKanatverbraach     ist    gleich    dem 

Uyjwrusydl&Ufiag     binwchnebeu ,      abor     geilen     i^ndo 

_4i*    EntiUrbong     mit  *  «uaserstvr    LanKsamkeit    und 

ibatteodem  Schütteln    oder   lüngerer  l)i^e«tion  in 

le    vor    ^tch;    der  Vurlnut   ist  dur    nämliche   wie 

Alfcalimlc,  nur  mit  dem  Unterschied  dasa  der  Nieder- 

[nch  iuimer  wieder  iib^lxt  und  die  Flüttigkeit  klar  wird. 

durch  FermaiiLranat   bei  Oggtnwurt  der  Rrnannton 

eneogUr  N  (•.sJcröohlag  enthält  Alanganbyiieroxyd 

cbmaiMher  Vfbindung   mÜ  der  Bii.-<i-<    dai    xngmetxten 

lartMr  Walser    nnd    kleine  Mengen    K»Ii,    w^'tche 


3SB 


Wm*tr.  £  &U.  4. 


a.*.h  Min  im. 


iart^  WsMOT  ndi  soigempcb«  wtrim.  fr  faiUet  toIb- 
bddSm  Flocka  von  bmnus'  F*rfae.  wddbe  jt  vaA  der 
Naiar  d*«  bei0nl«ndn  IfaidkoTd*  beOo-  o4w  dnnk^W. 
■»ehr  ih'b  BoUw  oder  neltr  m*«  fidtwan«  OhaKdit  Kupfer-  ^M 
esydiwitigcs  U7p«rox]rj  tit  danfcdbtaaiiMltwwx :  uakoxy^  ^| 
halbgw  an  SnlfiitBwag  getiUt  ist  rotbbnMn.  •»  CUnril 
UteoBg  dMgcgea  brt  ftuiharotk.  VcHOniite  äckweJdtikmn 
oder  Selpetnnint*  tatadwii  den  Hjperoxrd  fis  bagtci-  ^i 
tend«]  MetaDosyik  aelbst  io  der  Wärme  nicht  rolbtüidig'  ^M 
ODil  niebt  obo«  da«  Spnm  vod  MuigmnoKjdal  mit  in  L&-  ^^ 
«Bog  giogen.  ^ 

Die  votbeadiivbetien  ErMhetnoBgeB  sind  Uiebt  vc^  ^| 
diladlich  «tu  d«r  )ielcftniil«ii  Nütur  d»  MuigkiilijrpeToxyd- 
bydntttt.  Man  weiaa,  Aaa  diespr  Kfirp^r  di«  BgmschKAtfn 
einer  8Sare  hat ;  einer  .%are ,  weicht-  zwar  wie  tt  ecbeint 
Vcrbio'l  äugen  in  sehr  wecbsclndpu  Verhältnissen  bildet,  anch 
ihrer  llnl&aliobLeit  wtrgea  sieb  nicht  Kofort  alx  starke 
^nre  za  erki*nni»n  gibt,  weicht?  nlier  aiw  SuIbt«D  ond 
Chlvridttn  Hchwefehinr«  oder  Sftiuiiire  frei  madit.  ind^m 
rie  «ich  mit  den  Basen  dieser  Salx«  rerbinilet.  Die  AUmli- 
lahie  des  Uyiierox^ds  in  BerOhrnng  mit  den  Sahen  ?on 
Sebwemelallen  erlddfln  doppelt«  ZerMbcnng,  iDd«ni  nie  du 
Leicfataietall  geg«n  HehwermeUII  an^anscben.  Der  Slare-  | 
eharakter  UA  in  der  Th»t  «o  unverkennbar,  dnwt  'lorgm 
(e.  ».  O.^  der  znerst  atit  diene«  Yerbalten  aufmerka 
machte,  da«  Manganhypernsjil  ala  aside  manffaneas 
bexvictinet  Schfidet  *ich  nun  da»  HyjMTOxyd  in  der  Liv- 
long  «ineii  ManganoiydnUal/A«  ab,  so  verbinde  es  sich  mit 
Mai>ganoi[)'ilul.  Aur  der  reinen  nentralnn  h^tmtig  des  Mui* 
gKanlxn  Tiillt  lUber  immer  ein  Hypirrnxyd  «vlcb^i  Man- 
ganoxydnl  enthüll:  diätes  Oxydul  wird  aber,  weil  oDlöslicb, 
durch  I'erinanganat  nur  tebr  langsam  »xjdirt,  wobei  da« 
ans  dem  inmerst  verdflonten  Pcrniaufpuial  enUtebende 
Hy|i«rox]'d    so    Tein   zertbeUt   anflritt,  du»    m   dich    niulii 


4 


1:  Z*r  .sVA'i'funf/  H.  Bt4l*n*maHg 


33» 


wn   der  FIGsuglcirit  (cheidet.    Schon  Gorgea    tn.  ». 

omcht   laf   dieeen   ZtutAod   Sosserster  ZertheiluDg  dta 

^jMoiyiU  nnrmerkaam:  die  0«l<^nbeit  donadban  lü  be- 

ibeliti«   bteUit    «ich   j«>deni     Akt    ff^Wiiea  lljperoxyit  mit 

Waw«r    dareb    DecantireQ   atutziiwaiiuheii   versncht 

ZoNatx     ntii    A  llailisAbc«n    bewirkt     Aan»    Act    Nioder- 

rufabg  sich  von  d«r  Flüssigkeit  scheidet    wie  die«  ja    aacb 

Vi  «ietan  andern    fei d pulverigen  KSriMTti   z.  K.    beim  H«r- 

[töirrlilan    Avr    Vi^\    t.it.      Bei    tiegennurt     einiT     gvuQgen- 

Uei^    ron    Alkuliailx     läait    sich     daher    dos    lünde 

tolsUt  ia<4ijrül  laxigum  verUufendDii  OxyJntion  un   der 

der  t-lßsttgkeit  irrkeDDun ,    wm    ohne   diesen  TMsiAa, 

bt  mriglif-h  iit.  weil  diu  Hjperoxrd  »uHpeiiJirl  bleibt. 

Doreh    Sfiunni    wird    dem    Manganosalz    des    Hypwr- 

Js  MftDgBHoxydnl  «ntxogen;  hientuf  beruht  di«  D,ir«ti>ll> 

d«    Hyperoxylhydrats    nach   Berthier  *).       Dil"    An- 

dfr  AtiugiutiutUlügang  4»r6chwert  daher  das  Mitfallea 

Oxjdol    and    steigert  dadurch  den  Verbrancb  an  Per- 

X.    Cm  JNloch  d»i  Ilj-pi'roxjdhydrat  gim/-  irvh  von 

lol  «a  erhalten,  ma«8  man  dtunulbo  mehrrHch  wiederholt 

auer    wenigstens    10  procenligen    Salpeberai&ure    duh- 

i:  ea  int  ikhi^r  nicht  in  verwand«rn,  dan  «ich  bei  der 

mg  mit  Permanganut  die  MiMige  dor  Sänro  nicht  ge- 

atrigcrn    lüisst    nm  das  Blit&llen  tod  Oxydul  gtinx 

nriiiodf-ro. 

Rietet    man    dagegen   dem  niederfiillcndcn  Hyperoxvd- 

«iiM    andere  Basis  dar ,    mit    nelcher    es  ein  SnI» 

kano.  Bo  tritt  dio«e  an  die  Stelle,  d^s  ManganoxjdnU. 

Nir«lm«hl;ig  ßlllt  frei  ron  Mangauoxydnl  und  ontliült 

viff  aod  Mnngiin.  abgesehen  vom  Wasser  und  der 

iiri>'i<->i  llaais,  genao  in  dem  VurhältniM  wie  im  Hypor- 


t)  QMlfa  Uaadtaoli  1.  Au8.  t.  6J4. 


MO      MmMf.t, 

0(t4:    Ate   wmr   AaaBlknf 

na*  Jak«-    ud>    da-    f3r  ^yrereiyJ 

gl»c^    ann.    In  J«r  ^ndi«  Wöm  ,   dntik  Zoatx   öhm 

ZiokMbca ,    Mt    ai  Sshr  'j  ailMgi  ii  hä  4er  AufUlang 

4a  Hjpcmjdi  m»  «H^Mstv  I^Wonr  nnt  Bma  im  Mit- 

ULen  Ton  Oxjdol  xb  ■«hülMt 

Durch  diMe  Ucine  MoJflwttoo ,  ZiMtx  «&«  udftreo 
SiIm«  down  BMtudtiwib  durdi  Pwiöwyrot  kaiiw  Oxy- 
dstim erleidea,  ertiUt  dw  ■■■■wndjtiich«  Bectimmnog 
dM  MaagMi«  mit  P«raaagSBat  einea  soldwo  Gnd  ran 
dasM.ai^'kfii  nnd  Vrrlinij^knt,  ■!■■■  nuui  ne  ohne  Bed«ikni 
■la  die  b«at«  aller  Uetboden  zitr  BeethsnaBg  des  Mutguis, 
«—■  wie  giwMdiU-Btulytüeben ,  empfdikn  kann;  dabd 
tut  sie  nnbch  and  rucb  Eoszniöfaren,  ütfa  xweiA«  daher  nicht 
da«  ne  oamentUch  den  technischea  CbonikarB  in  bobvm 
Qrade  wiltkommra  toia  wird. 

Zar  AorfOhrung  disKr  TitrimDg  wird  di«  awutral« 
L&suog  dot  Mnii|{«nMilx«e  so  weit  Tordfinnt ,  dan  10()0  oc 
nicht  aber  5  g  &Uagan  eothalten,  mit  2—3  Tropfea  reiner 
SalpebertftQre  (1,2  ip.  G.)  angestnert  und  in  «iner  taag- 
baUngen  KochHaiidiB  icnin  Sieden  erhitzt  Hon  nimmt  dann 
den  Kolben  vom  Peoer  ond  Ifint  untn-  h&Dfigrm  Um- 
Mbwüiikeu  ND«  FeruanganatlÖNUDg  von  bekanntem Wirknnga- 
wcrth  atu  der  Gay-LaAsac'schen  Barette  eintroiifeo  hh  die 
l'lIUiigkeit  deutlieb  rota  gefärbt  'vA  imd  diese  Farbe  bd 
häufigem  Oniach(ltt«ln  nicht  wieder  verliert.  Reinen  Man- 
gaonhcen  tat  etwa  lgZinkvitnalftlrJ«0,l  Mangan  zuzusetzen. 

Zb  den  naeb*t«benden  Titrimngen,  welebe  di«  (lenaoig- 
keit  meinen  Verfahrens  l>elef;en,  dient^rn  Manganvitriol-  oder 
ChI'>rnr-I.8aTingen  von  bertimmbnn  G«halt;  ich  habe  zugleich 
einige    Titrirungen    mit    reinem   Munganmlz    ohne   Zoaatx 


I 


1 


71  ^MtMbritt  r.  ualft.  aiomi»  IB,  4. 


3.  VtXhard:  Zht  Sdteidunij  n.  Besftmmunij  des  Mangans.      341 

jersr  Salze  (a,  b,  h,  i)  anfgefKhrt  am  meia  absprechende» 
■theil  ober  das  nTBpränglicbe  Gnjard'sche  Yeriahren  su 
grQnden. 

1  CG.  Perraangaoat  entapricht  0,00451  Gm.  MnS04 

Äagewendet    10  CC.  Mangan- 

TitriollösuDg    enthaltend;  0,08775  Gm.MnSOl 


gebraacbt  Pennan-          gefondan 
g&nat  CC. 

neutral  ohne  Zusatz 

1) 
2) 

18,0 
18,2 

0,08!  2  Gm.  MnS04 
0,0821         „ 

mit  3—4  Tropfen  Sal- 
petersäure (1,2  Sp.G.) 

3)  18,4 

4)  18,6 

5)  18,3 

6)  18,7 

7)  18,2 

0,0830 
0,0839 
0,0825 
0,0843 
0,0821 

11 

1* 

^^ 

nentral,  mit  etwa  1  Gm. 
Zinkritriol 

8) 
9) 

19,4 
19,4 

0,0875 

0,0875 

»1 

mit  3—4  Tropfen  Sal- 
petersfinre  nnd  1  Gm. 
Zinkritriol 

10) 

") 
12J 

19,3 
19,4 

19,4 

0,0870 
0,0875 
0,0875 

11 

mit  3—4  Tropfen  Sal- 
peters, u.  0,8—2,4  Gm. 
Bättersalz 

13) 

U) 
15) 
16) 
17) 

19,4 
19,4 
19,3 
19,4 
19,4 

0,0875 
0,0875 

0,0870 
0,0875 
0,0875 

1» 
■  t 

11 

mit  3  — 4  Tropfen  Sal- 
peters, o.  2  —4  Gm.  sal- 
petersanrem  Baryt 

18)  19,4 

19)  19,5 

20)  19,5 

0,0875 
0,0879 

0,0879 

tl 
J1 
IT 

Jfkditf.  a.StM.d. 


OL*.!.  Man  Mt». 


'  nr  p g-""***!!  — *T-'^*    0,0CU44  Gm.  XbSO« 

Anggy.  I  OOOMM^MintifciBig  «wrth-  0,0X76 

ft)  mit  ?f— 4  Tropfhi  »^1-     21)  21.7       04>9C3         ^ 
))etn-*.  D.  -i—h  Gr.  22)  21,«      O.OSM 

Ä»\^-U9  23)  21.7       (M>K3         t. 


I  ÜC.    PenmopiRat  Rit>T>ri(^t  0,0037833  HnCb 

AogKW.  lü  CC.  MkOgMicfalorBrlsng.  oitb.: 

0,0078  Gn.  Maa, 
h)  n«utnl  ohne  ZdmU  24)   16,7 

IZi»  16.6 
\)    mit  3— 4  Tr.  Sdpetos.     26)  17/1 

27)  17.0 

k)  neutral  mit  I  Gm.  Ziok-     2f))  18^ 

Wtriol  29)  17,9 

I)    mit  3  — 4Tr.  SdprtiT».    30(17.» 

0.   I   Gm.  Zinkritriol       31)   17,9 


0,0638 

•■ 

0,0683 

n 

0.0640 

t» 

MMU 

ff 

O,0«77 

ti 

0,0674 

T4 

0.0674 

»• 

0.0074 

It 

TilerHtclIniif;  irr  l*erraaDintnatI»iiuB4;. 

I>io  PpmuiDgaTuitlSvang  xnr  Titrirnii|;  Am  MugiBa 
st«lH  m*a  <lar  durch  AoSSmii  rein«r  glänt^nder  Krjrstane 
ron  Kali  11  m pcmMOgan« t ;  dtircb  ein  nAvt  xwfiimaligm  Um- 
kryntitllUiren  des  kiaflichen  Salzes,  wolches  (^wühoUcb 
Mbon  nhr  ntn  ist,  nod  diese  leicbt  zu  erhalten.  PBr 
die  IltNtimiiiung  ({rOtMerer  Mengni  von  Mangso  f{ibt  man 
der  Lürang  /.weckmianf;  «ins  mtche  CoDoentnÜon,  dsBs 
I  oc  etwa  5  Hfpm.  MangMH  atiieigt ;  handelt  t*  «icb 
um  mhr  kleine  Mengen,  so  nimmt  man  die  Lüsuoft  raf>  j 
dünnter.    l  cc   etwa  1  mgr.  Mangan  anaeigeDd,     Man  bftt 


/.   roOwnl:  Zw  Sthridunti  m.  Bettimmung  dt»  ffttni/iuu.      343 


» 


I 


im  ersten  Falle  9,575  Gm-,  im  iweiten   l,91SGu.  Permau- 
gAtiAt  011*  je  ein  laier  Lfktuag  abxuwXge». 

Da  dte  PermangnaallAsang  niclit  ganx  unveräDclitrlioh 
ül,M  mtts«  man  mit  llQtf«  «incs  R4Kluction8taittaU  von  l>*^~ 
kanntprZusHmmeDsetzuug  ihwn  Oxydationswerth  bwtimmen. 
Ont«r  den  seither  xn  diesem  Zweck  fiblichen  Mitteln 
iMt  jedoch  keine»  irelches  m  gunz  befriedigte.  Am  hSu- 
figsteo  wird ,  luf  die  Emprehinng  des  Altmi-iEturs  der 
Titrirknnat  bin ,  dsR  sohwefelnnre  KiHenoxydulammo- 
nnk ,  diu  „KüwiidoitpelMlz" ,  nngewendot.  Ich  finde 
du8  die  Zasaunneoaetzang  dieses  ^Izee  keiueswe^^  so  v«r- 
Uksig  ist  aU  ninu  gewöhnlich  annimmt.  Ich  hab«  wenig- 
stnu  nocli  kein  solche»  Salz  nnter  Uandeu  gehabt ,  du»  bei 
der  PrOfbng  mit  Suhwefelcyankalinm ")  nicht  eine  sehr 
dMtUctie  Oxydreadion  gcgeb«»  hätte;  namentlich  das  nach 
HohrV  Vonehiift  durch  gestörte  KrptalUsation  erhaltose 
ptürerige  Saht  gab  mir  immer  einen  zu  hohen  Titer  der 
PanDanganaUfiHnug  und  nahm  bei  der  Aufbewahrung  all- 
nilig  w)  B^netionsTermOgMi  ab.  Diuse  Aendening  in  der 
ZuuunenMtxung  des  Doppelsalzes  kann  sehr  leicht  über- 
nbao  werden ,  wenn  sie  zofUIlig  gleichen  oder  niihvzii 
fachen  Schritt  halt  mit  der  Abnahm«  des  Oiydations- 
vamOgeBSt  welche  bei  der  Permanganatlösnng  mit  dvr  iieit 


8)  WSDB  maa  mit  Scli««fel>]7afibliuiQ  Ueia«  llMitttra  von  Oxyd  in 
Unas  Tan  Kiwaoijpdilsah  caUccfcea  will,  mt  mn»  maa  riel  von 
hm  Ituiffo»  nuetsen ;  ni«fcr«l«  CiiUkc«oKtM:tnr  bcvirkcn  oft  oino 
•ttfb>  BnUiuif,  «o  man  mit  tiafin  TrapAn  SchmfeleyiuikaliumlOning 
kdas  BaaaiMi  wahrnahm  <^ot  eta«  m  gariag«.  daat  di«  Menge  ita 
Otjil«  nsadiwMuul  klrtu  Mfako;  nntg«k«hTt  winl  doe  S|>ur  g«)5H«n 
SekweU^aaoMtaUi  ilnrch  *i«l  RiMaoijdlfinnii  mIit  <t«atlich  angoelgt, 
vikrcnd  mit  eiaem  Trapfen  die  [Uactioa  anolicb.  Die  IJimag  des 
EtiMt  ythninlunna  rahm  SchvcfelcTankalinm*  wird  darch  ninc  Hab- 
iCtr«  aicbt  ÜB  IPadertaa  goritthett  die  SchwcfelcranannaamiuniTbanK 
Orbt  lieh  daf^tn  lalt  Salu^Dra  In  <1»  EUgel  a«bva<li  t&lhlich. 


344       NivMr.  z.  Sit;.  lUr  malh.-j)h>/a.  Ci.  t.  1.  Märt  1879. 

einzatreteu  pflegt.  Die  unricht^e  Titeratellang  mit  Eineif 
doppel^alz  hat  mir  die  Arbeit  von  Wochen  nnbmaelibir 
gemacht  and  ich  bin  Qberzeagt,  daas  der  ftaSaHeode  Widei^ 
Hpruch  Kwiüchea  des  RfiRultaten  meiner  Versuche  und  des 
Angaben  von  Morawski  und  ätiugl  hauptsächlich  aaf  eine  m- 
richtige  Titerstellnng  des  Permanganats  von  leiten  jener  Foi^ 
scher  znrücküufUhren  iitt,  denn  anch  sie  Tenrendeten  kiem 
das  Doppelsalz.  Reiner  und  sehr  viel  beständiger  als  du  pul- 
verige Salz  fand  ich  die  grösseren  durchsichtigen  Kryaialle. 

Die  Titerstellung  mit  metalliBchem  Eisen  ist  onuUmd- 
lich  und  ihr  Resultat  allzusehr  von  der  Sorg&U  der  Au- 
fühmug  abhängig. 

Oxalsänre  und  oxalsanre  Haliw,  namentlich  das  ozalwue 
Natron  das  so  leicht  vollkommen  rein  nnd  trocken  erkaltan 
werden  kann ,  lassen  beziiglich  der  Genauigkeit  der  THar- 
stellung  Xichts  zu  wiinBchen  übrig ,  sie  haben  jedoch  mit 
den  Eisenoxydulsalsen  den  Nachtheil  gemein ,  daas  sie  ii 
verdflnntcr  Lösung  nicht  ganz  beständig  sind,  daher  tGi- 
jede  Titercontrole  abgewogen  werden  müssen;  ansserdem  üt 
ihre  Wirkung  auf  Perraanganat  eine  sehr  langsame. 

Ich  habt!  vor  einiger  Zeit  *)  die  auf  Silber  eingestelUe 
Lösung  von  Schwefelcyanammoniura  fBr  die  Titerstellnng 
dcR  Permanganats  empfohlen,  da  ich  bei  einigen  Versnchea 
sehr  genau  übereinstimmende  Resultate  bekommen  hatte. 
Wiederholte  Versuche  haben  mir  gezeigt,  dass  bei  wech- 
selnden Verhältuissen  der  Verdünnung ,  des  Sänresnsatases, 
der  Temperatur  kleine  Schwankungen  in  den  zur  Oxydation 
einer  gegebenen  Menge  von  Rhodanammonium  nSthigen 
Permangaiiatmengen  eintreten ;  das  Rhodanammoninm  iat 
daher  für  den  gedachten  Zweck  nicht  zu   brauchen. 

Es  liegt  nahe  den  gleichen  Körper,  welcher  mit  dar 
Permanganatlösung  gemessen  werden  soll,    auch   zur  Titet- 


9)  Liebig'ü  Annalen  190,  60. 


J.  V<^k«r4-  Zur  StMdung  m.  B^ttimmung  df*  itangoHi.      315 

atellotig  zu  Terwenden ,  den  Tit«r  also  auf  ein  reines  Mnn- 
gSDOXjdalnlz  itn  Meilen.  Die«  Iwmtot  mau  mm  riM;lirat«n 
«OM  Pvrmanpnst,  dns  nun  in  hmsseni  Wawer  auflSat 
und  dorch  Einleiten  von  schwefliger  S2uk  oder  durch  Ah- 
dumprcn  mit  reiner  SalK-iünre  reducirt.  I'la  ist  nt&lit  f^t 
die  Rcduction  mittelst  Woingeist  and  i^um  zn  bcvrirken, 
*U  daa  anf  diern  Weise  erhaltene  Salz,  wenn  mao  ea  nicht 
dnrt:b  »UrkeOiabhitze  wi«der  nahexnvSIlig  zerwtxt,  inimor 
R««te  Ton  orguaiMh«r  Satistunz  xurückhült.,  welche  bei  dor 
Titrirong  in  neulrakr  LjStniug  die  Scheidung  de«  Hj-per- 
»xjdn ied«r»chlag8  toii  der  Plllsigkeit  verhindern.  l)i»  er- 
kalten« Oxj'dulBnh  wird ,  nachdem  der  ^nlnrirUberscha^s 
dnrcl)  Abdampfen  gröHstentheils  entfernt  ist,  mit  koblen- 
raomn  Ammoniak  gefüllt.  Das  niedergefallene  Onrl»>n«t 
ISnt  man  abaitzen,  wäscht  «s  mit  Wanxer  ans  und  löst  es 
dann  in  *erdQnnter  SchwefeUiure  oder  Salxräure,  so  das«  die 
Sftnre  rollMändig  nnitralisirt  wird  und  «in  klcim>rK«8t  d«« 
Oarbonats  angelost  snrflckbleibt.  Ans  dem  Gewicht  des  an- 
gewendeten PermangiinatR  kennt  man  aonühernd  die  M^ng^ 
dea  erbaltenoa  MaogaoRilse! ,  mau  Terdönnt  mit  Wasser 
anweit,  daas  1  Liter  der  LßsunK  etwa  4 — 5  g  Mangan  «-nt- 
hilt.  Um  den  Gfhalt  der  L&snng  gonan  xa  bestimmen, 
wrrd  ein  mit  der  Pipette  abgemraiienes  Volum  in  einer 
pwogtnan  Platiuschaale  xur  Tr>)ckne  abgedampft  nnd  der 
Idnfamd  in  Akt  bedeckten  Scbaale  mehrere  f^tnnden  lang 
^massig  erhitzt;  eii  hinberbleäbt  waiuerfreies  Knlfat  (Mu  S04> 
Gewicht  nach  genUgendiMn  Erhitzen  rollkomm^n 
nt  int.  Im  Gegensatz  zu  den  Angaben  H.  Rose'a  '") 
nde  ich  die  Bestimmung  den  Mangana  in  der  Form  von 
ilfat  vßUkommm  rerläwig;  in  den  meisten  Fällen  scheint 
mir  xnglcich  da»  einfachste  Verfahren  der  Gewicbtabe- 
|nimong   zu   sein.     Ich   habe  dieselbe  vielfach  angewendet 


10)  Haadtaeb  0.  Aufl.  «4.  PiakMor  Leipiitr  1871  t,  7fl. 


■S46         tlMMt.  t.  Sili.  d.  •mOh.-jJt!,^.  Cl.  r.  l. 

nod   auweiultfu    luaao;    ein    b<!M[iicl 
nügoii. 

2Ü0C.    «an-    Lösong    ron   Mangansulfiit    binterlieaen 
tMf^i  dem  Verdampfen  und  tiutivÜNMera  ")  0,1635  ^m  Ma804: 
mich  'Lof^X*.    von  3  Tropfen   deetJllirUr 
Schwefelsäure   und   aberinxligem  drei- 
stritidigvii  Erhibb!>n  0,1635 

wiederholt  2  Stunde  erhitzt  0,1638 

^1  Tropfen  ächwefelHÜure   und  wiedeniiu 

2V.  SlnmK'H  ^rhÜKt  0,163  j 

navh  tttwrnials  dreistündigem  I<^rhitxea       0,1635    „       „ 

Zar  Gehaltsbestjmmanif  einer  ClilorUrlösuDg  ver&hrl 
«lau  gauK  in  gleicher  Wet§e,  nur  setzt  man  der  [litaung 
vor  dvm  AlNlampfea  atwiu  rerdiinute  reine  Schwpfelüsure 
xa.  Ans  der  ChlorUrlösang  lässt  sich  das  Mangan  Übrigens 
anch  8ebr  leicht  iu  die  Form  von  Oxydoxydal  nberlUbreib 
Siu  vrini  xu  dieaem  Zwect  mit  etwiu  reinem  Queckailliei^ 
oxjd  ")  rersetii,  abgedampft  und  geglüht;  zuletzt  muHs 
tnui  im  oBcneii  Ti«f{ei  anhaltend  uud  atuk  erhitzvu  nm 
CoDstanx  doH  Üewtcbta  za  erreicfafln. 


111  Die  Schult'  «aril^  anf  ebit«  OiMxfaB  erbitit ;  ich  habe  dicMO 
Or««  Journal  f.  pr.  Ch.  j'i]9,li^  iMKhridMO :  DarehmwMT  iht  FbrnmenriaKi 
IV  eiii.i  13  yUauachen  tdo  l'/i— ^  cm.  UGIm,  SpitM  il«r  Ptuuam 
3 — t  an.  T«m  Boicn  der  Scbaale  «ntienit.  Mit  «in«ra  Buwen'Mhn 
Br«ia«r  geUngt  et  allenlinjri  kann  dat  Hanganaiüfat  KsnlgcDd  tu  w 
biUen  ahua  <•  tkeilmiae  n  leisttun. 

12)  Zur  DaratdtMf;  dea  leiom  QnecksUtoroiri*  vlnl  kiaDklier^ 
SaUinaU  nil  '/■•  ■«!■■«  QevMitte  roäen  QaKfai1tH>n>r7>l   Innig  n- 
MBrneniiuicbeii   und    i»  Saadl«')  auf  einer  Panellanwkale  (a 
GU>bri<fatn  mblimirt.    Aiu    lUawr  JJitchnug    nbUnitl    <1h    Clil»ri4 
twar  etwa*  whwierljrn  ab  ohoo  Ziuatx  vd«  Oifd,  nun  erbüt  m 
«oDkonrnm  rein.     Da    da«  Chlorid   daa  QnMknlk««  flikhtifar  tat 
die  Cliloride  der  TenumluiKcnilcn  Hetal)e.M  blelbM  letstcm  ali< 
im  RDclutand.    An*  der  Utonc  <!«•  m  fcraialftcm  Cklvridt  «)rl 
Oijil  ia  bakannterWuiM  wit  fiianfrder  Natroalauge  gcfilU.  Nadi  vollk« 
mtaani  AusiraKbM)U«unia,d«M4 — !iCni.dtBlrodL«aanOir4aini 


^^ 


/.   ViOUtrd:  Zur  Sehriduitg  u,  Sttlimmunii  <tt-i  Manyam.      347 


I 


I 


41)  cc  wn«r  Lösung    ton  ManganchlorUr    hintertiesseu 
dmi  Abdampfen  mit  Schwefelfünre  O.Sä&Ogm  MuSO^. 
nach  (If^ni  Abdonipfm  mit  Qiieclnilhrroxjd 

Qua  OlBben  0,I63S  ,.   Md,0,; 

u»  0,3250  MnSOj  berechnet  Otl643    ,. 

Di«  Tit«ratellaug  des  Pemiauganat«  winl  gHnz  tK>  iitu- 
IfffUhrt  vri«  obvn  fiJr  diu  MuDfpnbeHtininiaDgeB  ang^eben 
Rl;  man  mtxt  etwa  t  gm  Ziukvitriol  7.11  und  3— 3Troitfen 
moK  Salp6t«raänrfl.  Üie  Mfisitgkfit  mu^  zuletzt  deutlich 
twh  gi'farbt  Min  und  rliiii«  Farbe  auch  bei  häufig  wied^r- 
bolteni  8cbwcaken  and  ScbUtt«ln  behalten. 

Di«  DarslHlting  eines  ganz  reinen  MnngausakeH  sowie 
Jiu Gefaaltsl>estiiiimiing  der  LAaong  tiind  umittiindliche  Arboi- 
tnt;  jede  tiichtS nichtige  \Vruurcini;fnug  du»  MtiiigauKulziM  läsxi 
ion  IStw  der  damit  gestellten  Perniaiigajifttlti§ung  hüber  er- 


«woganai  nnd  blanlifri  PUtiaMiiMl«  uklnirt  Itfinnn  durch  Aw  W«n>e 
■irr  du  Aoit«  b«nierkW«ii  lUckst^il  binterik^«)).  DIfi«  r^ine  Qneck- 
dWoijd  Uait  itch  in  JuAnKlj^MTicIfacb  mit  VorlheilHtmeDitiia.  Faxt 
dbKaU  '     hleibcD  va1Uläiiili)t  all Ox}^«, w«nii  die  LEwuneuD  ilim- 

Cklurjilr  kailbmiiril  abitnlanipft  tmd  ic'ir">t>t  wcnlun.    (i,»liKS 

Ziakoifd  to  äalnaurc  f«t3«t,  bb  nkh«  snr  TKickn<<  i.'iut,'nliunptt  mit 
M«n  (tnaduilbcraxj-'l  ««nttil,  fliagtrockont  und  gv^loht  hinUrli outen 
<),ttt&''i  ijnt  tUHotjA;  UM  0,fl570  WlnoDthoiyd  wnTil«n  in  gleicher 
WaW  fi.O.'.kn  OiiL.  aoa  0.IMS3  Bbenoiyil  O.O.tUO  d«r  betr.  Oi;d(-  er- 
UIub.  Ich  lialTc  «»  ßr  ««Bi|t«r  niniUndlicIi  Ai*  ^lallten  üchwcf«!- 
MfUadugra  TUR  Kink.  KD|.f«r,  Uknpui.  Koball,  Nickel.  Eiti«ii  u.  s.  w 
ä  SaltnUn  aJ«r  KüoiipiituMr  la  l^n  und.  wie  «tt^rjrebm ,  in  Oijrd« 
tkrtMtUtrtB,  ab  lUisi^lbcn  int  BoM'üdioa  Tiagoi  in  Sulfi^rv  is  rcrma* 
Ma  min  narii  der  Wiedtr« ii8<k*«n(  mit  A11cflli«n  in  Tililrii.  Niuiirntlich 
•taa.  wi*  m  Uaflg  An  Fall,  «in  Tbdl  d««  Nioil«rw:liUK*  »n  d>-r  Wnad 
4h  rsOnttfSmm  Cwt  hattol,  durfte  dl«  BcaUmmna;  mittdat  QiMfik- 
•flhoujril  dM  ««aatUkbe  B(*cklemiii[onK  and  VerdnCutna^  darirbclt 
hctUnhren.  EtaiMXj^  und  Thoand«  ««r4en  aut  d«T  l/uung  der 
dibridr,  tdcbt  dnr  8atien1i>friulu,  dnrch  (^nceknibrroxjrd  icboii  Wi  (^ 
■ahalkliei'  Tmiprrator  nuch  onil  ntlitiailiir  fcoQLllt,  frei  vun  Alkalien. 
Am  nielit   Toa  alfcaliiclita  Krdtn,  wenn  mIcIm  TorbiDdeo  dad. 


350        Jfiicfttr.  z,  SUi.  ä.  maih.-phi/s.  a.  v.  1.  Mär»  UfT8. 

kurzem  Stehen  abermsls  nnd  der  Wechsel  KwisdheD  brif 
lüs  und  blau  lässt  sich  beliebig  oft  wiederholen.  Du 
Wiederblauwerden  erfolgt  immer  von  dra*  Oberfliehe  der 
Flüssigkeit  aus ,  wird  durch  Scbüttelo  oder  Schlagen  der 
Flüssigkeit  beschleunigt  und  ist  mithin  Folge  einer  Oxj- 
liatiou   durch   den  Sauerstoff  der  Luft. 

Diese  Erscheinung  ist  bedingt  durch  die  Gegemnit 
von  salpetriger  Säure.  Indem  die  salpetrige  ^nre  dei 
Waitserstoä'  der  JodwasseratoflBäure  oiydirt,  wird  sie  sdU 
/u  Stickoxyd,  welches  in  dem  Wasser  gelBet  bleibt  und 
sieb  an  der  Luft  wieder  zu  salpetriger  Sänre  oxydiii,  m 
diinn  von  Neuem  Jod  aus  der  JodwasserstofiGsSnre  in  FieilMit 
KU  setzen.  Das  Stickosyd  Dbertr^  mithin  einfaeh  den 
Siiuersioff  der  Luft  auf  den  Wasserstoff  der  Jodwasaerstoffinnie. 

Die  Keaction  ist  sehr  geeignet  die  vermittelnde  Rolle 
der  Oxyde  des  Stickstoffs  bei  der  Scfawefel^ure&bricatioi 
dnrch  einen  scböuen  Vorlesungsversnch  va  demonatriRD. 
t^ine  sehr  verdünnte  Jodkaliumlösung  in  einem  groMCB 
Kolben  wird  mit  Salzsäure,  Stärkekleister  nnd  einign 
Tropfen  Kalinitritlösung  versetzt.  Man  lässt  dann  asf 
i'iiier  Quetsclibahnbourette  verdünnte  schweflige  Sänre  m- 
fli<!sisGn,  rasch  bi^  nur  völligen  Entfarbnng,  ohne  einm 
kli^inon  Ueberscliuss  von  schwefliger  Säure  ängstlich  ver- 
meiden 7.11  wollen,  sonst  wird  die  Mischung  anter  der  Hand 
iiiinier  wieder  blau.  Dass  das  Wiederbtau werden  von  ds 
Oberfläche  aus  erfolgt,  ist  nra  so  deutlicher  zn  sehen  j» 
w<-niger  Nitrit  /.ugesetzt  wurde;  bei  mehr  Nitrit  wird  nach 
einigen  Minuten  wie  mit  einem  Schl^  die  ^nie  FlKstj^ 
kt'it  blau.  Der  wiederholte  Farbeuwechgel  ist  höchst  über- 
raschend, daher  der  Eindruck  in  der  Vorstellung  des  Scfafl- 
lers  dauernd. 

Daii  Wasser  welches  ans  einem  grossen,  anch  zur  Heil- 
ung und  znm  Maschinenbetrieb  dienenden  Kessel  destil- 
lirt    enthält  in  der  Kegel   verhältnissmäesig  grosse  Mengoa. 


J.   tWfcord;  Xwr  N  .'.-..'„ 


II.  II' •}•%•■  •^■tfti  i/*-   M.ing^iux.      S;' I 


I 
I 


von  lalpctrigcr  Süure ,  (U  iIit  (ielialt  li«»  ^petwwos»«« 
akh  in  ilcm  De>tilliil  couceutrirt;  es  winl  auch  Wi  laag« 
fortgesetzter  Destillation  nie  gaiiE  Frei  von  salpetriger  Saure, 
»eil  di«  Spvisepnnjpe  immer  neo«  Wmwt  iu  deu  Ke«se] 
äafQbri.  Aucb  bn  deii  Titriranj^n  mit  Permauganat 
ilarf  wlbstvArtitüiiiilicU  keiD  Wa&tor  angeweadet  wenleu, 
nrlchm  salpetrig«  Siun?  vntiiält- 

Naclutdiend  sind  die  Resultate  einiger  Titersfellougen 
nadi  ritrscbiedencii  Melliotlen  mit  einander  vetgliobon.  Zu 
allen  Versticlien  diente  die  gleicfae  PerniangauatUistinKi  welche 
aas  reinen  Erystalleu  bereitet  tind  nicht  ganx  ixhntol-nornml 
vor.  Die  letzte  Coluiuue  „Factor'*  giU  das  Volum  einer 
Zebnt«I-Noriual-LSsang  an ,  welches  nach  dem  Krgebiiisa 
iIm  betr.  Vertiiche«  I  rol.  der  angewendeten  Permangaunt- 
lÜMin^  äquivalent  wäre. 


^m                 änbatans 

1 

l*erninugaiu>ttüsuiig 

■ 

Gib.     Uebrancht  CC. 

Factor 

ESacodoppelsak  piilvr,  frimih 

1,SOOO 

38,6 

0,991 

^         klan.-  Krynt^ille  iilt 

M(Mfi 

36,4 

0,984 

n                •»                  '1         ••" 

d«re  Darstvllg.  alt 

l,39t5 

3ß,0 

0,087 

0,3f<5Ü 

58,6 

0,98> 

n 

0,446& 

68,0 

0,980 

Bwnauimoniakahian    (mit 

/iuk  reducirt) 

1,'2G35 

2G,7 

0,982 

Girnn,  Droht 

0,200f> 

3G.4 

0,981 

IToterschwefli^^ureüi  Natron 

L&song,     l'W-tor   0,0^1 

ft.'JftM 

'•)10,0 

0,980 

M                         "                 '• 

m,iia 

■20,0 

0,980 

^H 

ilO.OS 

30,2 

0,980 

^B 

.19,'>0 

3<l,4 

0,980 

K                     -mn^  10  aC. 

ai.G'v 

0.988 

P                        'liui.MnSOt 

21.7'*) 

0,984 

lU)  Sit  ^fm  ioAKmng  v*t%üipmttm\. 
14}  Ja  Baf  Db«rciii*Uiuiii<.-nili-  TitriniB^m. 
(lirTÜ  J.  »■üi.-|>hjs.CI.| 


ti 


352 


Kai*U.  2.  .-iU^.  -U  MMlA.-jAy.  I'J.  r.  i.  iUrt  ISn. 


Wie  man  »i'eht,  «^Ut  di«  BMtiiitniim)i  mit  IrUcii  lie- 
reitet'^ni  ))»lverigi*iii  Kiw^tiiloppdsaU  rincii  vittl  y.a  tiolieii 
Titer;  die  jo<Iouie4ri«!hen  Tit«r8tellnng«n  atimtnen  anter- 
einnnder  volhtim«)!^  iiml  mit  «Wiij^nifteii  mittelst  Nntrüii- 
oxulat.  EiMtnaninioiiiiikiiliiuii  tiiid  metnllischcin  Ei<«ii  sn  guf 
wie  volNäDilig  üboretn.  Die  MniiftitiivitriollÖHaug  rrgiHit 
den  TiU>r  erhchlicli  xa  Itoch;  sie  miise  wohl  trotz  aller  sn- 
fp^wrnduti^ii  Sor|{falt  doch  nicht  Tollkommeu  rein  gewesen 
»ein. 

Terbalt«ii  des  Miin^'Aiinxjduls  !;e^eii  Periimn^iiiiil 
1)«1  (ifl^^nivart  starkor  Sftiiivn. 

Mnii  nimmt,  wie  est  scheint,  xiemiich  allgemein  «n,  div 
Kinwirkiing  vnu  Pormaiii^Dut  hii(  MiingAuoxjdolstilM*  werde 
dun^li  freie  Säare  rerhindert.  Diene  Annahme  i.«t  eim- 
irrif^  Vorr-Ögert  wird  die  Reaction  nllerdings,  aber  keinm- 
wef[8  verhindert;  snch  an;<  Lösnngen,  welche  von  Mineral- 
ftiiiirou  mhr  fiark  sauer  Rind ,  lässt  nch  Aa»  Mangan  durch 
Permanftanat  To11i>tändi);  lui^fallen ;  dabei  küunen  die  Ver- 
bälluiwe,  VerdUnnaug.  Menge  der  Säure,  Temperatur  inaer- 
balb  sehr  weiter  Gränxen  schwanken  nhne  das  Rnrirejiiiltat, 
die  voll<itändiKe  Äti'sfallung  di-n  Maiif^uno  /u  beeint rUchtijfim. 
Im  Allgemeinen  wird  die  Bildung  von  Hyperoxyd  durah 
Coiicentration  um!  Tempi^nthirerhöhnng  bcKflnMigt  nnd  be> 
•chleunigl ,  dureh  Verdünnung  und  .^urezmtatx  erschwert 
und  TerlungHamt.  Kine  »ehr  verdOnnte  MauganssdilAsang 
mit  Permanganat  und  wenig  SÜnre  verseUt,  bleibt  bei  ge- 
wöhnlicher T«n)]>pTatQr  Stumlen  lang  klar  und  roth ,  all- 
niälig  aber  trübt  »ic  sich  durch  Abm-heidung  »on  Hyp«^ 
oxyd  und  veritlasxt  sie ;  wenn  die  Monge  de«  I'ennnnganat» 
»ir  AiudälUiug  eben  hinreichte,  so  ist  die  Itütbnng  uaeh 
3— .1  Tagen  Tnllständig  verachwandeo  um!  die  abfillrirU- 
Flnrntigkeit  vollkomnieu  frei  von  ^langao. 

E<  iid  eine  bekannt«  Tbatsacbe,   dan  die  bei    diT  Ti- 


J.  rxlIWrif '  Znr  Hdtäditttg  u.  Btttimmtmg  de»  UaHgwu.     35S 


I 
I 


trirnng  von  ßisen  oder  OxalsüQre  mit  Permangftnat  iuu:b 
Befinil^juiig  (lor  Oxvdation  vcrbldlx'ndi-u  roM  j^cfirbteo 
stark  sauren  FlUssigkeiteo  in  kurzer  Zeit  ihre  Farbe  ver- 
liurrtn.  Mihi  erliUrL  sieh  Uie«  äUü  einem  v^rfiiUea  der 
fmsQ  UelKTuatiganränre  >'j  odi-r  uns  der  Keductiou  der 
S&are  durch  organbche  SjtoSe  *•);  in  der  Thal  beruht  aber 
dies  Nacbblcicheu  auf  der  Keduction  dvr  üebermangan- 
>inn  dnrcli  das  in  der  Lilsniig  vorltandeue  Oxj'dulxak,  denn 
rrioiis  WaKüor  mit  SchwcfelsÜnrv  oder  S*lp«teräure  an;;«' 
iftnert  und  mit  einetn  Tropfen  Pertnangauatlösang  ge- 
Inrbt  bcUUt  seine  Farbe  viele  Tage  läng,  wülireiid  diu 
gkicfac  MiMhong,  di^r  nun  etwas  Maagauoxjduliuls 
xmrtzte,  tiaub  einigen  Stunden  eutfairbt  ist.  Cancentrirtere 
tü«aiigea  Untaea  andi,  wenn  »ie  mit  sehr  viel  rjänre  ver> 
Mtzt  wnnUti  t  das  Mangan  rascher  fallen.  Daa  Maugan 
mlfiit  aus  90  cc.  PennanganatlCsung  (nahexn  zelmt«)- 
Bontuü)  in  2O0<x.  Wasmr  gelüst  mit  lUUcc.  äul|>i'tvrsüiirr 
(l.:i»l).G.)  und  ROcc.  der  gleichen  PermanganatlÖiinng  versetzt, 
hatte  beim  Sterben  über  Nacht  alk-^t  Mangan  nU  Hvporuxyd- 
hyJmt  fallen  lasMii.  EJeini  Erwärmen  geht  die  Abscbeiduug 
Mhr  ria)  raacber  ror  Hch.  Die  l/uung  eiuei«  crbHengrosseii 
ätilckes  MangauTJtriol  in  2  —  3  CC-  Wasser  mit  dem  fünf- 
beben  Valnm  verdflnnlcr  ScbwefelKünr»  (1:6)  varmischt, 
md  brioali«  zum  Sivden  erhitzt,  gibt  b«iim  Eintropfen  von 
IVniiaDganatlänmg sofort  einen  Niederschlag  von  Iljperoxyd, 
Ad3  nur  clwu  angesiuerten  Liniingen  wird  dai  Mangan 
datvh  Pennanganal  in  Akt  Wiirme  fiut  ebenso  rasch  und 
TulMändi^  wie  aus  neutralen  Ldaongen  auageßillL 

Die  Piillung  einer  «tnrk  sauren  Manganoxydulntlx- 
löaang  mit  Feruianganat  ist  der  bequemste  Weg  zor  Dar- 
«tellDDg  eiuaa  aebr  »chi'inen  nnd  reinen  Hyperoxid hydrati-s. 

ir>)  Froenin«  Aii1'*1|iii>k  t.  ({iiaot.  cb«in.  AnBljHf,  ;>.  Anfl.  IHßt, 
!i  fltutku,  i^  TiLriiamtlKMl«  He.  2.  Aufl.  l.j>i.  l^Tß.  'il. 
IS)  Holir,  TitrirmtlMaa,  £-  AnH.  1877,  IK9. 

23* 


354       JVodhtr.  x.  Säi.  A.  aitlJi.-ji&»>.  CI.  r.  1,  SOn  009. 


Man  lS«t  10  gm  Haiif^ritriril  in  Vt  Libr  WoMer,  Mtiit 
100  ec.  ßftlpetertfnre  (\.1  ap.  U.)  so.  erliit^t  bb  uabv  xnm 
Hieden,  t]r5pfelt  mne  concenttirte  Pomtatig«nBtlri«nn){  zu 
nncl  lässt  xiilctzt  mit  dn^m  üeberwliaüit  von  Permatiganal 
«twa  I  Stande  aof  dem  Wa«erhad  digerireii.  Der  NieJer- 
Rclilag  ist  sehr  feinpalrrig;  unter  dem  MikronVop  sieht  «*-r 
»uie  •KW  ei»  krystallinischcs  I'nlver,  doch  ist  keiDcrIet  bv- 
atiuimt«  Form  in  erkeoneD.  Wendet  man  wenifjer  RSare 
iiu,  «n  »rhXH  man  ein  weniger  diclit««  und  st»rk  kalümltigM 
HypiToxyd.  Der  Nii*dn^h1aff  wird  mit  hetfiseoi  WaB§er, 
dem  etwas  Salpeteralure  angesetzt  vi,  erat  dordi  Decantiren, 
dann  atif  dem  Filter  gewa*clien  Lind  in  Iläufcb^rn  not  Flirm- 
japier  geitetxt  nn  der  Luft  geirockneL  Man  erhalt  ho  ein 
»ehr  lockeres  «tark  abfSrbcndes  i'uKer  von  prachtvollem 
liraDUBchwan.  dessen  Ln^er  au  den  kupfrignn  ^cliillcr  i|i-r 
PnriRerhlan  erinnert.  War  die  Mangan^lzlSHung  frei  von 
anderen  Schwermetnllan,  m>  iitt  da«  Hyperoxydby<lrat  min; 
biSchntens  enthält  «t  Spuren  mn  Kali. 

FDr  die  oben  l>oschriebene  TitrirDUg  de»  Mangana  iat 
ein  Zamtz  Ton  äaitre  nicht  »bsolnt  erfonlvrlicb ;  wi>nti  dii* 
angewendeten  Materialttii  namentticb  da«  zur  VcrdSnnnng 
Itenntzte  Wasser  rein  nnd  von  organischen  Sabetauiwn 
vollkommen  frd  sind,  vX  es  gleiehgflitig  ob  das  Mangan 
aus  neutraler  oder  nngesänerter  Lösani;  gefüllt  wird.  In 
ncntralni  LQiiuugen  wird  aber  die  Tilrirnn^  neboii  dnrcb 
die  mininwleten  Mengen  von  organischim  Suhstan/^n  an> 
■»nglicb  gemacht,  indem  diese  das  Zusammenballen  des  ge- 
bildolt'ii  Hjrperojtyd«  und  die  KiKrung  der  Flöfttigkeit  ver- 
hindoTu.  Eine  ^[ilug^ncbIor1i^lüBung  ^.  B.  i  wek'hi-  ans 
Ptnrmanganat  durch  Reduction  mit  Salsdnre  und  gewolin- 
licbeni  Weingeint,  Abdampfen  zur  Trockni-  und  Wiwleraiif- 
iBsen  in  reinem  Wasser  dargestellt  worden  war,  galt  auf 
Zusata  Tou  Pcrniangmnat  oinf  ilnnkelrothbraiuie  trübe 
Haue«,  welche  »ich  anch  \m  tagelang  rortgR<Ft7ti>r  I  tigentnin 


4 


IN  der  \V^ate  nicht  klärte.  DieMibe  ErwhHnaii^  wiinte 
wutiuliituiloH  l>eohiictil«L,  wetiu  iu»n  xur  VorJUmiimg  Aas 
ans  dem  grusscn  Hctx-  und  MüBchineakessel  des  Laboru- 
Igriiimii  defltillirte  Wasser  bimutzt  hatte,  oiler  wcqd  di<> 
LOinngen  durch  Papier  tiltrirt  ivordeu  wiir«n.  lu  alleu 
dieseti  ^tvn  Wo»  »«h  nber  die  Titrirnug  sehr  gut  obne 
nlltf  aaEtallige  Ersclieinutig  und  mit  vollkommen  richtigvm 
Be«D|tat  ausf^liren,  wonii  mau  den  (^»uugou  vioig«  Troplea 
Sdpetirrsäun-  ziiKetxte.  Durch  AuKfuhrung  in  saarer  Los- 
ung wird  also  dos  Verfahren  .tich«rer  uud  von  aoIckeD 
kleinen  Zufälligkeit«»  unabhängig.  Da  Sohwefelsäare  die 
llyiMn-oxyilbililDng  viel  mehr  verzögert  als  Salpetersäure, 
SD  Eiehv  ich  die  leUterc  Siinre  ror.  Ist  die  LOsung  in 
«reicher  das  Mangan  titrirt  werden  soll  neutral,  su  »i-txt 
nnu  ihr  3  —  4  Tropfen  reine  farblose  tialpolarsäure  (1 ,2 
■p.  G.)  Ku;  Ut  sie  sauer,  so  ncutralisirt  man  erst  mit 
kohleuaanrem  Natron  bi»  zur  beginnenden  Ritduug  uiuv« 
bkiibtüuleu  Niedeischlags  nnd  gibt  dann  einige  Tropfen 
äalp0t«rsänre  zu. 

Vcm  Salzsäarc    aaoro  Ijösnngen    lassen    sich  natürlich 
PcnnaogaDtU.    in  der  SV'Ürme    nicht    t)trin.-ii ;    Clonne- 

dngegen  in  kleiner  Menge  schaden  durcbau»  nicht. 
Bei  grOt^eren  Mengen  von  Chlormetall  (über  'i^  Ürumm 
Chlor  im  LitroJ  wird  da«  Ende  der  Titrirung  unsiclier, 
«ril  die  Färbung  auch  nach  der  völligen  Auütalluug  dos 
iimafmD»  nicht  länger  als  ^nige  Minuten  sU'heu  bleibt. 
llkD  thnt  dann  bt-sscr,  die  SalEsänre  durch  Abdampfen  mit 
SdiwefeU&are  au  rerjagen. 

TreniinnE  des  Kisens  von  Mana-an. 

Von  düo  das  Mangan  gewühulioh  begleitenden  anderen 
Uctallen  Übt  nnr  das  KiKen  ,  wenn  es  in  grösiwrcr  Menge 
wriuuulen  ist,  na«o  navhtheiügen  Ginfluss  auf  diese  Titrtr- 
■ethode  ans. 


3S6 


NacMr.  .-.  Bits.  >J.  u>a1A.-jA74.  CK  f.  1.  Märt  J879. 


Bei  Anweiidting  neutraler  MnngaiunlxItSeDnKi'"  wird 
)H^1lou  durch  sotir  ^i-riiigt-  MDa<^n  von  EiB«uoiyvlfULEE  ilas 
iVbsiUcn  des  Niederschlags  Tcrliiodert ;  diu  PltUsigkeit  bleibt 
trftbe  niid  uadnrclisicfatig  ,  so  dass  sich  iiirt>  Farbe  uivht 
b«urt)ieilen  liisit.  i^ind  griSssere  Meugen  vou  Eisenoxyd- 
unU  xogegon,  so  fcillt  fjl>erbau|>t  kein  Ujperoxyd  nosL  In 
der  angeoänprten  Lösung  sind  kleine  Mengen  von  Eis«n- 
oxjdwtli!  ohne  uaohtlieiligen  Kinünss,  griSssere  Mengen  ver- 
hiud«ni  luicli  hier  die  Bildiitig  von  Hyj>erox]'d;  »tir  wenn 
aebr  viel  Säore  xngesetst  and  nnltalteod  erwärmt  wird, 
ßllt  eine  Verbindung  roa  fiÜMnoxjrd  mit  Mangauhyper- 
oxjd  aus.  ") 

FQt  die  Titrirung  des  MaDgan»  mit  PernwngHn«t 
lonsa  daher  das  Eisen  vorher  entfernt  werden.  Die  seither 
Shiivbeii  Methoden  der  Trcuuuug  von  EtM«nosytl  und  Man- 
ganoxj'du)  lassea  aber  Vieles  xn  wQnschen  übrig.  Die 
Fillnug  durcJi  kohlentianfen  Baryt,  oder  dnrch  Kooben  der 
ewtigKuarea  Lüsimg  liefert  ein  mnuganhaltiges  Eistmoxjrd 
und  man  mnse  fllr  einigermaasen  genaue  Scheidung  deu  , 
ProeesM  wiederholen ,  wodurch  das  Verfahren  zu  amstSnd-fl 
lieb  wird ;  auch  'utl  Rssigi^iure  zu  venneiden,  da  >>ie  in  drr  i 
Wärme  durch  PermaDganat  oxydirt  wird.  Die  neuerdings 
Ton  Kessler  ")  angegebene  Fällnng  des  Eisens  als  bosinch« 
OxjdHnlfat  setxt  müglichst  rolUtUndigi'  Neutmlixation  der 
LOsang  Toraui,  «ine  selbst  mit  Anwendung  der  Ton  Kessler 
empfohlenen  Tropfapiurate  immerhin  noch  recht  langwuiltge 
and  unangenehme  Arbeit.  Ich  wCrde  in  der  Thmt  Aiutaod 
nehmen  diesv  rerbesserte  Aollikge  Act  Maogantitririing  mit 
Permangaiiat  xu  verölfeutlicbeu  ,  wenn  ich  nicht  xugleioh 
fOr  die  Abecheidnng  des  Eisena  ein  eintacherM  und  tdII' 
kommenerea  Mittel  anzugeben  wümt«; 


I 

I 


IT)  Vgl.  Humj  Cbem.  Xm«  S6.  :!l^. 

IS)  Eowler  ZciUchrift  f.  aaaljt.  Chemi«  IK,  8. 


J    KntAunl*  Zw  Sdutdiuiji  u.  tttjaimmuiig  du  itoM^an*.      'ibl 


I 


I 


Vemctxt  miin  Ate  V&atiog  eines  KütcoosydsAixes  mit 
Zinkoxyd  ioi  L'cbcTifchuss ,  hu  fällt  ilax  Eiseuoxyd  itorort 
«Dil  bei  gewöhnlicher  Temperatur  vollRtäiidig  uieder. 
Auch  wen»  die  LOsiitig  reichlich  Mangui  vuthült,  ist 
it«r  Niederschlag  luich  dum  Atuwasohen  TÖlli);  frei  Ton 
Mangsa;  er  ist  vou  hellerer  Kiurhe  und  erscheiut  etwM 
dicbtor  als  Eixeuhydroxyd,  wi.-aii;st«its  setfX  or  Bich  sehr 
nach  ab.  Derselbe  enthält  Ziukoiyd  in  chemischer  Ver* 
bindan^t  and  steht  dieser  IJointAud  offeiilmr  mit  der  Ab- 
ireaenbfit  des  Maugsss  in  ursächlichem  Zusammenhang, 
Dss  Bisenox;dhTdrat  TerbfiU  sich  gegen  Metalloxjde  ähn- 
lidi  wie  oben  vou  dein  Manganhyjwroxyd  erörtert  wurde; 
dio  Üegenwart  des  Zinltsalifes  rerhindert  das  Niederfallen 
(un  M&nganoxvdul,  wie  dort  mit  Maugaiihyperoxyd.äo  bi<T 
uiit  dem  Bi-'<4^noxyd,  indem  diLsZinkox)-d  btatt  des  Mangau- 
ox^duls  mit  dem  aiederfsllendeu  (.)xyd  iu  Verbindung  tritt. 
Du  xinkonydliultige  Kiitenhydroxyi)  liinterlüest  beim  Au»- 
glühen  ein  aimmtbraunes  Pulver,  welches  von  dem  Ma^- 
aelen  zwar  schwach  aber  unverkennbar  angezogen  wird. 
IX«  Verbindung  gebart  also  su  der  Gruppe  vou  niagne- 
ÜMhen  Oxyd-Oxydulea ,  welche  neuerdings  K.  List  ")  be- 
«hrifibeo  UaU 

Die  über  dem  Niederschlag  vou  Kisenhydrozyd 
Mebokle  KlUüüigkeit  ist  milchig  tftlbe,  läuft  aber  klar  und 
nueh  dnrch's  Filter;  diu  i'lltrat  eutbäit  keine  Spur  von 
Euea  mehr,  wenn  alles  Eisen  als  Oxyd  vorhaude»  war. 

leb  benutte  zu  dieser  Fällung  des  Eimu  dss  käuiliehc 
Zinkmiw,  w«lohes  ich  »teUi  frei  von  Mangan  Verbindungen 
gHiuideti  habu.  Dikss«lbe  ist  gewöhnlich  mit  nllerlmrid  or- 
tpuÜMben  ätuflen,  Fasern,  nolzsplittern  n.  dgl.  verunreinigt. 
Man  ginht  daaselbe  im  otTenai  hesutUchen  Tiegel  unter 
hiafigru  UmrCLhreai    stark  und  auhaltend  ,    reibt    es  dauD 


IS)  Beridlto  der  i]<:ntMlwii  diirm.  thMtlndaTt  II,  1612. 


3fr8        Narbtr.  t.  Sit».  A  w/ifA.-jA'^i.  CT   r.  /    MOts  JtffB. 

itilL  \Viu»er  HD  1111(1  Kclilfiniiit  lU.«  xarle  Pulver  von  den 
«ehwwea  Zinkköroeni  ab.  Eine  Prob«  vom  tintenten 
Tb<^l  des  wißder  uhgeswtKten  J^cblammes  pröfl  man  anf 
etwaigen  (.ielialt  an  Teinvivu  Mntallküniclien  iltinth  Auf- 
löiieD  in  vcnlüiinti-'r  ifcliwofet-  od«r  Salpßt»r-Säure,  die  mit 
eitlem  Tropfan  Perraanj^natliMuDg  gefTirbt  ist.  Die  Färb- 
ung darf  dabüi  nicht  vt-rscbwindvii;  auch  nicht  b«i  Dige*- 
Uoü  iu  dw  Wärme.  Das  Oxyd  wird  mit  Wiiwer  angenibrt 
xum  Gebrauch  vorrätbig  gehalten. 

•  Metall legirungeu  vrie  die  verschiedenen  Eiscu-  und 
Süthl- Arten,  die  mangati reichen  PtTroiuarignne  M-<Td<*ti  xnr 
ikstiiumuQg  d«<  Mangans  zweckmässig  in  verdünnter 
Schwefelsäure  unter  Znsatz  von  Salpetersiinre  gelöst.  Miui 
ituivbt  die  Auflösung  gleich  in  der  Litorfliuche,  die  auf  dem 
Wasserbad  erwärmt  wird.  Iu  einer  Mischung  aus  3  Vul. 
verdünnter  Scbwefelüilure  (1,13  8p.  0.)  und  1  Vol.  Sal- 
petcrfliiiir9(l,4sp.G.)  löst  steh  der  gewöboliche  Flascbenilmbt 
beim  Krwärmen  auf  dem  Wasiterbitd.  ohne  dam  die  Qaseiit- 
wickliiiig  Htilmiich  wird,  in  5  — ti  Minuten,  doch  natH  taut 
längere  Zeit  digeriren  um  das  Eisen  vollstSndig  in  Oxyd 
7.n  verwandeln.  Kiwasn  wind  alle  ^^ubHanitvn  za  Ix-lianddn, 
welche  von  verdünnter  HchwcfclDaiiru  udt-r  von  Hidputcr- 
f£ure  gelUst  res]>.  an%eBch]o«en  werden.  Maoehe  Erxe 
and  Schlacken  lassen  »ich  nnr  mit  HGlte  von  HulKAäurs 
anfscblicKKt-u  oder  werden  von  Snlsräure  leichter  safge- 
schlossen  als  von  anderen  t^äuren ;  in  diesem  Fall  vertetxt 
man  die  salxsuire  LUtnug  uacb  der  Oxydation  d(w  Kioen« 
ohne  von  dem  nngt^löMten  abicnfiltriren  mit  rtwas  concen- 
trirter  äcbwefelsäure  und  verdampft  sie  in  einer  ['ot7.elbin- 
sehale  zaenrt  auf  dem  WMmrbtid,  daimch  auf  dem  Gaaof«n 
bts  die  ^hwefelsüure  nnfdngt  nbzu rauchen.  Man  apBU 
dann  die  Maww  mit  Walser  iu  die  Literflasche  S1*er. 

Die  llaoptmane  der  Säure  wird  nun  mit  kohlensauran 


J.  VM'tni:  Zur  S^tidttitg  u.  Br*tim>nn>tg  ilta  Matigan*.     359 

trOn  iiJer  AoUoatroti  *')  nentralitiirt,  dann  [;il>t  man  in 
Wn^ff  niir(^?x'liliiiiuilt«.<t  J^inkwvi«:«  ku,  bU  iillo)  I^i»;n  ge- 
BUIt  ifd.  Uan  erkennt  die»  darnn,  daas  die  Lösung,  welch« 
Iwi  allinüli^fim  Zitsab?.  <lei«  Zinkosyds  xuen>t  div  dmiklo 
PKrbang   «Iva  bastauhun  Ki«Miu\yilnilx«!t  uuniniint,    plötzlich 

[ppvinDt,  und  die  FlQsaigkcit  (Iber  dem  Niederschlag  milchig 
wird.  8clbKtver«tindltcb  kauu  die  vorherige  Neiiintlisation 
mit  Xatrou   aacb  nnterbk-ibcu ,    sie   kitnn  ebonsogut  ditrcb 

IZinkuxyd  bewirkt  werden.  Nach  gcscbebnner  Fällung  füllt 
mui  die  Ftiv^che  mit  Wasser  bis  xur  Marke ,  mischt ,  tiuwt 
einigt*  Minuten    absetzen    nnd   fillrirt    durch    ein  trockene« 

'  Falt«nBlter  in  ein  trockene«  (iefuit«.  Von  dem  Filtrat  wird 
eia  Thiril  (200  cc)    ul>gpmc8»en  ,    in    einv  KochBaMche  g»- 

.limcht,  mit  '2— l  Tropfen  Salpeiersfuire  angeeSuert  und 
tarn  Kochnn  erbitxt.  VVvim  diu  Flri.-»igkvit  kocht,  ninmit 
toüo   den  (Cnlben    vom  Fraer   nod   läset  die  Pennanganat- 

^iMang  au!>  der  Itnretle  eintropfen.    Mit  einer  Kweit«n  oder 

[dritten  Portion   di^  Kiltrat'*  kann  die  Titriroug  wiederbolt 

1  werden. 

Die  Vernachläsaignug  de«  Ranme»,  welchen  du  geeilt« 

'  Ei»enb,Vilroxyd,  sowie  der  Hwa  /i^texetiti'  kleine  Ueberachuss 
VDoZinkoiyd  eiunelimen,  Tcrursacht  allerdings  einen  kleinen 
Feblnr«  dessen  QrS»o  mit  der  Monge  des  Torhandenen  EiHims 
wiebat.  Aber  selbst  wenu  Ton  einem  an  Mangan  eehr 
Armen  Ei»eti  ztu  Manganbestimniung  2Ü  tir.  in  Arbeit  gc- 
Baninuni  wurden ,  wird  dieser  Fehler  den  Mangangebali 
iocb  nnr  am  einige  Tausendstel  ku  hoch  ersdieinen  lassen : 

ter  IcHiiii  daher  fiiglicb  vernachlässigt  werden. 
IHe  nachstehenden  Miinganbeatimmitngen  wurden  mit 
iß  20  CC.  «iner  Mani^nnTilriollüisung  enthaltend  0,1 935  MnSÜ« 
■OBgrfBlirt  unter  Zusatz  wechselnder  Mengen  von  Eisou- 
^P  W)  Dtu  MJir  reine  blittrig«  Actustron  der  dum.  Fibrikea  ent- 
Wt  fa  dsr  B«f«l  itwa»  Huguu 


3«0        XadUr.  c.  SitJ.  J.  math.-pltif».  n.  r.  I.  Märt  tHTJ. 


cblorid,  wlcliw  IVei  voit  Mjinguu  atia  Kiwmttninoniiüialaut]  *') 
ilari^mtullt  worilvn  w«r.  Nacli  <lor  Fälltiuß  wurüe  AuT 
1000  OC.  verdünnt. 

Ilei  'i,  iii»)  in«lir  IJramni  Kiaennlilorid  per  Liter  war 
div  lijadruavtioii  zu  rasch  vorübi-r^i'hi-tid,  um  mit  HtctuThrit 
erkannt  za  werden,  in  d«n  VersucWn  5  und  ti  ist  d<mhnib 
die  Siibwinre  darch  Abdnnipf«»  mit  ij^vefeUäure  uosge- 
trivben  woid«n. 


Fnctor  der  PermtuigMiutlüHang  0,^77. 


F.i»-nchtoriil 

Zar  TltrinuiK 

ItobniKfaL 

<>in. 

AbKonrnMO 

PWnHRir.  C(X 

n 

1.0 

400 

17.4  1 

17.5  1 

400 

2) 

1.0 

400 

17.4  1 

17.5  1 

-100 

a> 

2.0 

400 

17,6-18,0 

<) 

3.0 

40O 

18,5— 19,2 

5) 

3,0 

200 

200 

•  200 

8,8 
8.8 
8,8 

6) 

6,0 

200 
200 
200 

6,8 

6,8 

8,9 

Allgew 

eudvt : 

MnSM 

0,1931  Cm. 


0,1931 


0,1948 


0,1  ^35 


Verbiillc»  di*r  Miiii^AnoxydutHJiltc  Ri'^ßn  Blt-ilijporoxyd, 
Cblor,  Brom  ».  s.  w. 

Wiüderbolt  ist  rorgcsclilngen  worden,  da«  ManKan- 
hyp«n]ijd  gunz  aus  ilvr  R«ibo  der  «igcntUnmlichen  iHy- 
dAtionastaien    den  Mangans   ku   strcicben    tmd  dssMlbc    als 


31)  Dk  UcBklMa  EUwmIm,  Vitiiol,  du  ^tümT  ItappelMb  fllr 
<li(  AHljrto,  kfjitaHüirtM  wie  nblbnirtM  Enrachlori'!,  alle  tait  Atu- 
Rilwe  dM  BfMBanuMiiitlEibaDa  fand  Ich  immor  nuuiimalultifr. 


I 

4 


/.   Y<ilh<ud:  Xur  ScAridang  it.  llttttJHmitn^  <lei  llau//ait.>.      3l!l 


r 
I 

I 

i 


Uaoxanat  vdtr  Permuiiganat  <I€h  MungnDoxydubi  xu  h^« 
Iruhten,  Bs  Ibat  sich  luaucherloi  ge^^en  diese  Au({iiK«uii)f 
g«)t«Atl  nwciicn,  dodli  scb»iat  mir  iks  Verhnitvu  der  Man- 
H^DXjrdnlsaW'  ji^ffcn  LVbcrniangitnsäurt!  sehr  zu  Giiustfin 
dvraelbeii  XU  sprechen ;  auch  die  Kinwirkmij;  linderer  Oxy- 
datiuiut mittel  auf  Mim){anux}*duls»lz«.  iiiimeDtlich  diu  des 
BIf>iby|>eroxjda  dürfte  von  dieser  Auffassung  aus  ani  ehestmi 
■•rUäriicb  werden. 

Bleibjpvroxjd  fallt  dos  Mangan  atu  iioutrnluii  Lösuu|{eD 
ah  Hyp«roxyd.  während  c«  in  aalpetoRtaurer  oder  sohwelcl- 
nnrer  LOsong  OebermniifpuiaiDre  erzeugt. 

Diese  Wideii  Rt>aclinuen  stehen  cinigermaswn  im  Widw- 
vfirach  mit  der  gewijhulicheu  chemischen  Erfahrung.  In 
tlvr  Kvgel  winl  die  Bildung  eines  hübereu  Ox^ds,  wenn 
dieses  die  Eigenechaften  einer  starken  Säure  beiütxt,  ganz 
weMuUicb  begOmtigt  diircli  die  (iegeuwart  starker  Uftiien, 
Jnrcb  KRure  Reactton  aber  ertchwert-  Hier  t«beii  wir  da- 
gegea  bei  ueatraler  Reaction  nnd  bei  Gegenwart  einer 
starkeo  Ba«e,  nämlich  des  dureb  die  Reaction  gebildeten 
Blnoxjda,  ein  niederes  indiircreutct  Oxj'd  etit»t<}hen,  wüh- 
raad  hl  der  sanren  Flflasigkeit  das  stark  saure  höchste 
0%yi  des  Mangans  enceugt  wird. 

Diase  scheinbare  .\  numalii^  ist  auf  Grund  der  im  Vor- 
hapheoden  niedergoK-gtcn  Erfahrungen  über  ilns  Verhül- 
ICSI  der  Uebenaoogan^ure  gegen  Manganoxydutsalte  leicht 
ta  erUären. 

Bei  allen  den  Reactiouen,  durch  welche  das  Maitgau 
IB  Hjrpeioxjrd  nbergenthrt  wird,  bei  Einwirkung  vou  Chlor, 
Brom ,  Bleichsatzen ,  Meunige  n.  s.  w.  sieht  mau  in  der 
Rrgel  KoIetH  die  l''l(lsi*igkeit  die  Rosafarbe  der  Uebcrman- 
gainiare  annehmen :  diij  Erscheinea  dieser  Farbe  galt  Ja 
Hol  der  früher  in  der  Mineralanalyse  so  vielfach  augewea- 
deten  Pillmig   das  Hangaas   aus  essigsaurer  Lösung    nach 


362     jiMitt.  i.  Siu.  ä.  m<uh.-ijU!/s.  a.  «.  i.  icui  iwa. 

Schiel  uIh  ein  Zeichen  der  volloudeten  Oxjdatiou.  Nau 
uIht  XU  lH4oliti;ii,  <W><  Mnn^iuitij'|i«roxv(ltij'(lrut  sich  gi--gi^u 
jeiie  OsydationsmtHol  vollkommen  indifTercnt  verhiilC  nnd 
dnrvh  dieselben  beine  weitere  Oxydatinu  erleidet;  das  Hyper- 
oxid kHUii  diihvr  auch  luimt^licli  eine  Zwisclivii-  oder 
CebergangMTife  von  Manganoxydnl  zu  Uebermaogaoriture 
hildeu  nnd  die  letztere  kann  nicht  aus  dem  Hjiteruxyd,  nie 
miiu»  vielmehr  dirwt  au»  iJem  Oxydiit  entstanden  sein.  Hier- 
durch wird  es  buchst  wabr^cboinlich,  um  nicbt  zu  sagen 
genriäs,  dass  das  Hyperoxyd  Oberhaupt  nicht  das  unmiltel- 
b«ro  Produirt  der  Oxydation  vorMellt,  dass  rieliuehr  in  en<tvr 
Linie  Ueberoiangaiunan  gebildet  vrtrd,  irolcbe,  so  laugv 
noch  Oxydul  vorbanden  ist,  sich  mit  diesem  vereinig  und 
als  llyperoxyd  nioderfällt.  l^rst  htdu  das  Oxydtil  in  dieser 
Wi>ise  fi(»t  vollständig  niedergeschbigen  iHt,  blnibt  die  au« 
«lern  l«tzt«n  Bmtchen  von  Oxytlnl  gebildete  DeU-rnuuigan- 
Mure  besteben,  weil  »i«  jctst  kein  Oxydul  mehr  vorfiudet, 
mit  welchem  sie  sich  vereinigen  könnte. 

Dass  der  Oxydation» Vorgang  wirklieb  in  dieser  Weise 
rerlauft,  liUst  sich  am  dentlicbsten  erkennen  l»ei  Riuwirkiing 
von  Bleihyperoxyd  auf  Hangauoxydulsalze;  man  bat  e»  da 
gaus  in  dpr  Uand  thx  Mangan  entweder  rollstäudig  in 
Hyperoxyd  oder  vollständig  in  UebermangauüÜure  ui  ver- 
wandeln. 

Läast  man  in  eine  nicht  «u  verdünnte  L&anng  von 
Mangantabt ,  welche  reichlich  mit  Salpet«raäare  verMtel 
(i.  B.  0,025  gm  Manganvitriol  50  OC.  Waeaer  und  etwa 
25  CC.  Solpctemäure  von  1,18  sp.  G.)  und  bin  nahe  tum 
Sieden  erhitzt  ist ,  einige  wenige  Körnchen  von  Mennige 
oder  Keibyperoxyd  falten,  m  sieht  man  an  dvr  KinMlatnUe 
die  Purpurfarbe  der  üebermangansünre  entstehe»,  aber  sehr 
rasch  wieder  ver««hwinden  ,  wührend  (•!»«  branuMibwarM 
Trilbnng   sich  durch  di«  tlQxsigkeit  vcrbreitol.    Ein  neno- 


4.  VMard:  Zur  lidteüimtf/  u.  Bettimmung  lUx  Vtittgam.     363 


Zoutz  von  MeanifTi;  ruft  tlie  gleich«  Polge  von  Rr»cliiyin- 
ungen  herror.  I'Uhrt  tnau  Tort,  Mennigi-  in  kleineu  An- 
tbeileu  einzutragen,  so  Icommt  man  Enletxt  dahin,  dam  ein 
oener  ZumiU  von  Menin'^v  ■>iitv,'t\)i;r  gur  keine  Rötfaung 
mehr  liwrvorraft  oder  nur  eine  «'.■lir  »cbwucbe,  welclie  Iwi 
rort|{esetct«r  l>^{e8tion  in  fl«r  Wärme  nicht  mehr  ver- 
sebwindct,  dntcli  weiter««  t^DtragOJi  von  Mranige  aber 
aaoh  uicbt  intensiver  wird.  FUtrirt  ma»  die  flElssigkeit 
jatxi  —  Ealls  81«  von  Uebenuangansäure  gerüthet  war,  iiitvli» 
Jen  letztere  durch  einen  Tropfen  Weingeist  raducjrt  iat 
—  M>  findet  man  iu  dem  Filtrat  keiue  Spur  von  Maugan, 
dtM»  Ut  voll^ndig  all  Hv|>erozyd  gefällt. 

liier  nicht  man  auf»  l>eutlicb«ttt,  »uerüt  •■ubitcbt  —  und 
«war  anmittelbar  ans  dem  Oxy dal  —  Uebermangansliare,  and 
Am*  Uyperoxyd  bildet  sdch  eritl  in  zweiter  Linie  au»  Deber^ 
Btuigmnsäiire  und  Maoganoxydnl.  Dic«e  Pällang  der 
ÜatwmangaiHftqre  durch  Manganoxjdut  erfolgt  um  ao 
raaeber,  je  weniger  &«ie  Sänre  zugegen  i«t;  in  oentraler 
tjQnmg  uum  die  rebermanganiüure  im  Moment  ihrer 
BiMoiq(  sofort  wiedcT  nit^dergeachlagcD  werd(.-n ,  denn  irine 
omtr^le  M a ngaBBabUtaiog  ]&«ai  mit  Pennangauat  augen- 
Uidüirii  HjiHTOxyd  &il«ii,  ohne  tiich  auch  nur  voriiber- 
psbend    tu   rötiien.     Der  vigvotliche  Oxj^dationsTorgaug  ist 

inaii  sieht  der  gleiche  in  der  nsaUalen  wie  in  der 
Lönng,  in  beiden  ballen  ist  UeberiuanganKÜure  tin» 
diiecte  Oxjdatioiuprodact ;  bei  Uc^genwart  eini» 
Ceberschosses  von  Salpeiersäare  wird  nur  die  Ab- 
^AaidBag  d<a  HiogaoopinnaDgauat«  soweit  venuigert,  daiet 
neli  die  gebiklete  Uebermangaosäure  durch  ihre  Farbe  be- 
■HffUich  madiL 

War  nur  sehr  wenig  Mangan  in  L&fiDng  and  wnnle 
m  dw  iici«e  xU|>eter«aure  Lösnag  mit  «innutl  eiue  grüMere 
Man^    «tie   M«&ntt:i>  gMchDItfl,    so  wird  mehr  rrU-rmaii- 


364        Niwhtr.  i.  SMx.  H.  vutth-fhi/«.  Ci.  p.  t.  MSn  tSJÜ, 

gansänre  gebildet,  aU  mit  dem  tibrigen  Uxydal  nirderriillvn 
knnn;  diu  KlOsaiglct^it  behiill  <lanu  di«  ^b»  der  Dcber- 
DiangaOBÜtiro;  daa  ist  die  schöne  Mungaureactioi]  Ti 
WiiUer  Crain. 

l&ssi  man  di«  sehr  verdüiinte  Mangansalzlöanng  in 
die  bis  fast  zam  Sieden  erhitzte  Oxydation tim im: hang  (ver- 
dfinnt«  Saliiet«r»ütin>  imd  Mennige  CKicr  Ulvili)'pLTOxyd)  nntar 
(ortwahrendem  Umrlibrou  langsam  eintropfen ,  so  geheu 
selbrt  giflwiere  Mengen  von  Mangan  vollirtitudig  iu  IJübßr- 
maugutiüäiin-  iib«r;  »uch  wenn  etiw  setir  vmlÜDnto  Ijüwog 
Ton  MangansaU  kalt  mit  Salpetcrsänro  und  Mennige  ver- 
»et&t,  dann  selir  atlmiilig  erwürmt  und  erst  nach  Üiig^rer 
Oigi'jrtion  bei  35  —  40'  xuni  Siodou  erhitzt  wird,  kann  alle» 
Mangan  als  üebermangansänre  in  Lösung  erhalten  werdou. 

Chlorwaitrar,  rileichHalze  und  ähnliche  Oxyciattoiixniitt«! 
wirkfln  anf  ManganoxydulKÜxe  jcweifcllos  in  gleicher  WetM 
wie  üleihyperoxyd  ,  uiniüch  in  erster  Linie  lletfermungan- 
fimxt  bildend ;  dies  wird  wie  schon  erwähnt  darch  daa 
schliesslich«  Anftreten  der  DebermnngausStire  b«j  diesen 
Oxydationen  bf-wieaeo. 

Ich  habe  rentDCht,  die  itn  Vorstehenden  mitget heilten 
Erfahrungen  fnr  die  Sclieidang  nud  Oextimmnng  des  Man- , 
giins  nntxbar  zu  machen. 

Die  Pällnng  de«  Mangan«  als  Hyperoxyd  war  frObm 
vielfach  tn  Brauch  mitn  Zweck  der  Scheidung  ditw»  Mi^j 
talles  von  den  Alkalien,  altuiliwhen  Enten.  Nickel-  nad' 
Zink-Oxyd;  man  bewerkstelligt«  dieselbe  entweder  in  nm-l 
traler  ROssigkeit  mit  Bteihyperosyd  nach  Otbbs  <«ier  bKii-j 
figer  nach  Schiel  in  schwaeh  »anr«r  Lwnng  Iwi  tt*Keuwiirt 
von  essigsaarem  Natron  mitteL<t  Ühlur. Bromoder  Bleichj>nlMtB.i 
Es  i«t  bekannt  '*),  dan  der  gedachte  Zweck  volbitilndig  wtHhVj 

33)  Vgl.  FL  RaH<  tlMdliOirti  <!    And.  al.  Viw.'ktait  3,  ir&  a 
■fdai  AnIfttunK  s.  qnuL  ctifia.  iuL  fl.  Aul.  X^ati. 


I 


J.  y'Amt4--  ZwT  Üchtiittnig  u.  ßt*liatn»ng  tk»  Afangaht.        36!^ 

if  ili«  eine  aocb  auf  die  aniira  Wtäae  erreicht  wird. 
lebr  flr(o]g  8chi«n  mir  die  FSliiing  bei  (j^enwart  eines 
maceii  SännniberBchiMMis  zu  Tersprpclion. 

Meine  Versucli(>  haben  ergebe»,   (Uss   da«  MitngAn  mu 

rma  «tark  Nilpet^rsanren  Vösang ,  vrdch«  Kobalt ,  Nickel, 

%»k,  «Iln)i»ciie  flrden,  Alkatien  entUült,  darch  Bleibyper- 

vtji  oder  HnltigcBe  nicht  vötÜR  frei  von  Jonen  Oxyib'ii  ^i- 

inehjeden  wird.    Löst  man  jedoch  daa  so  erhaltene  Uyper- 

nfi   Htit  Htllftf    eines  Itedactionsniittela    wieder    auf   und 

BiU  Doehnubi    in  (gleicher  Weise    aus  stark   mlprUTWnrer 

liMg,  so  bleiben  die  begleitendea  Oxyde  so  gai  wie  roll- 

ifiid^   in   LSsuttg,  der  Niederschlag  enthält  davon  nicht« 

mk  oder    doch    nur    nnwBgbaie  Spnren:    Eisenoxyd  da- 

P|B   g«ht    aach    bei  wiederholter  Füllung  in  erheblichen 

fagm  mit  in  den  Niedentcblag  über. 

bie  Bildung  des  Manganhyperoxyda  sowohl  mit  Blei- 
:jd  aU  mit  Balogcnen  geht  am  so  rftMiwr  Tor  Dich 
trirter  dieLSeong  iat;  sie  wird  durch  freie &hwelel- 
fmt  CTbelilich  vtrlangsamt  nnd  bei  groMeai  reWnccboM 
*■  Schwefelainre  wird  die  Fällung  leicht  unToli»tändi|r; 
Mfteuäiipe  dagegen,  auch  in  sehr  beträchtlichen  Mengen, 
■thwert  oder  TerzSgect  die  Ausfallung  des  Mangana  nicht 

WiB    man    du    Mangan    mittelst    Bteiby^eroxyd    ab- 
darf die  Miuig»nld*ni^  selbst  venrUin dl  ich  keine 
nffiftoreo     oder    andere     reducirende    äuh- 
enthmlten,    ne  soll  nicht  za  verdünnt  aein  and  ist 
ttltipaUU  dnrefa  AhtL-tnipfL-n  za  eoiMcntriren.     Man  wr- 
-"-    mit    reichlicb  3ali<et«rÄnre   (15—20  cc.  anf 
Flöngkeit),  erbitat   mm  Kochen    nnd    gibt 
in    sehr  kleinen  Antheilen   das  Oxydationii- 
«ihrend    diu  Flüssigkeit    lortwShrend  itn  oder 
Kncboi  erinlten    wird.     Vor   jwlem    nem-n  Zu- 


36G        AndUr.  t.  Skt.  d.  »nth -pltax.  CL  v.  i.  Uän  IST». 

Rftt«  mosK  raan   wnrtcn  bis  die  eobttanden«  R^thnni;  wienler] 
vcrscbwuiKleo    ist.     lu    <ior  Bctjel    bleibt    nach    bfermlptiT 
Oxydation  eine  Rctiwaclie  ItAtbnng,  welche  auch,  wenn  oiao] 
zeku  Miiink-ii  Itiuf;  kocbvu  lS«Kt,  nivlit  mehr  vcrxL-hwiiuli't  ;i 
mau    enterbt    dauu    durch    eiueo  Tropfeu  Weiogeist  uudj 
filtrirt.     Aach   wenn  ein  neuer  Zuitatx  rou  Bleihyperoxyd  i 
keiuo  Hütbimg    mehr  hcrvorruß,    x»l    die  Oxydutton  TiTligJ 
tha    abtiltrirte    Uypornsjd     wird     etwas    gewaschen    Dud 
Bnnirut  Filter    in    einer  Por/ellnuscitale  auf  dem  Was^rbod 
mit  schwefliger  Siiure  digerirt  bis  keine  dankleu  Parlikelcben 
mehr  zu   bemerken  sind.     Nachdem  man  die  dberschOmge 
xchwefiigi;  Siiure  verjagt,    reicliliob  S«l]ii^ei-»Siirc   zt^eeototj 
ood   durch  Abdampfen    wieder   couoentrirt  bat,    wird  diel 
Fällung  wie  oben  wiederholt.   Als  FUllangsniittel  ist  reine*  | 
aus  Bloixucker  mit  Chlor  und  Alkuli  darigefttellto«  Blcibyfie^! 
oxyd,  nicht  Mennige  anzuwenden ,    da    letztere    bai  inimerJ 
etwas  Mangan  '*)  enthält. 

Man    kann    aUo    daa  Mangan    mittelst  Bleihyperoxyd ' 
von  Kupfer,   Kubalt,  Nickel,  Zink,   alkaliechen  tirdeu  um)' 
Alkalien  scheiden,  doch  ist  das  Vcrfiihreu  etwas  nniatänd-l 
lieh  ,    da    man   aus  FilLrat  und  ItDckstand  wieder  du-'>  ßlei 
zu   eutfvrnen    bot;    einfacher    in   der  An«iUlinuig  tj:(<ät»llot 
itich  die  FSIluug  mit  Halogenen. 

Die  oxydir^-nde  Wirkung  der  Halogene  ist  nber  b^j 
gleitet  and  bedingt  von  der  Bildnng  einer  lUlntfeD- 1 
wasaerstoKänre ,  welche  ihrerseits  in  der  W&rme  wieder  1 
rtslucircnd  auf  Munganhyperoxyd  einwirkt;  eine  Terdlinul« 
Uangansalzlönung  gibt  daher  beim  Krwärmeu  mit  Chloi^j 
waa»er  »war  einen  Niederschlag  von  Uyperuxyd,  die  Fällung  j 
wird  ab>.-r  nicht  vollständig.  8etxt  man  nwigAurea  Natron  I 
xn,    so  fällt  alles  Mangan,    aber  dieses  Mittel  noutiulinrij 

•£i)  Riao  mtltftitiaAüg*  MMafge  ^Vt  iKiin  Erwimpo  mit  SsKJ 
twU-ntäiu«  aickt  ilirM^  ein«  R«aetlaa  aef  Huku.  MBdain  «nrt  asAf 
tuiiuilluni!  mll  Übdoctianuiilttclti. 


J.   rotAiirtl:  Zur  StifiiliiHg  ii.  ßedimmnitg  dn  Mattifamii.       367 

mgleioli  alle  vorfaandeoen  niarkea  SSuren.     Dnmit  sich  ilio 

RosdUoq    in    ämr    tod    äulpctcrsäar«    sauren    FlössiKk^it 

Totlzieb«,    lODsa  die  QalogeDwasaeratoflsSnre    entfernt   oder 

mMUdUch  Kemaclit  iv«rd«n  ohn«  aadcr«  sturko  Sänrm  za 

Insdro.    l>i«s    ist  lekJit   n    erreicbeo  durch  einen  Zunatx 

Ton  »l|iet«ntaRr«m  ^ilh«r,  weicht!*  die  oxyiürfitidt^  Wirkiidg 

in  Halogene   nicht    im  MiiKlMten  IweiutrHchtigt ,  sonilrra 

«bfr    noch  bq^niftiKt  ■  während  «e  die  nslogenwafi»enito&'- 

mam  rolUtändtf^  ausser  Ueaction  setzt. 

Grwinnt  nuui  eine  mit  elwas  Silbernitrat  nnd  viel 
Silpetasäiire  versetzte  Mui|^nsalzlü>iiin^  anf  dem  Wa.'tsor- 
W  unter  nllmäligcm  Zuntx  von  Chlorwasser  oder  Brom- 
«■er,  so  ist  in  kurzer  Zeit  alle.«  Mangan  geftUt  bis  aof 
liv  Spnr  von  Uebennangaofäiire ,  w<-Iclii'  dir  Flüniigkeit 
nth  firbt;  mit  eiimn  Tropfen  Weingeiat  entfärbt  ixt  die 
limf[  rilllig  frei  von  Mangan.  Der  NiedentcbU^  enthnit 
MMT  Chlor-  bez«.  Bromsilber  ManganbyfißrosTd  in  Ver- 
Wng  mit  8ilb«roxyd. 

Eiiu>  LSrnng  von  Qnedciilberclilorid  entwickelt  beim 
Eninaoi  mit  Braunstein  nnd  verdünnter  SchwefelKüure 
^  SalpitKniäiire  kein  Chlor:  die  Elalogenwaaxerrtoffmure 
Bat  lidt  daher  ebensogut  wie  durch  Sillierialz  durch  aaE- 
QoMknTfaeroxvd  binden  nnd  für  die  ana1ytim;h<> 
ist  letxteres  selbtitveTStindlich  vorxnxieben. 
Die  nidit  n  Tvrdännte  Manganlö>ning  wird  mit  Sal- 
pta£an  md  etwas  reinem  Quecbiilberoxyd  versetzt  nnd 
*■  Sode«  erhitzt .  dann  gibt  man  unter  fortwährendem 
■vinea  CUar>  oder  Bromwasser  za  bin  znr  bleiboixlen 
tea^:  Caca  Zeicfaen  der  vollendeten  Oxvdation  tritt 
H>4  ni^noaer  ein:  man  erkennt  dann  die  vollständige 
daran,  dae  die  vorher  Inlbe  braune  Flüssigkeit 
klar  wird  und  noch  t-mratem  Zunatx  des  Oxy- 
fclar   blabL     Bei     *ii   gm  Hanganvitriol    in 


368        Sadar.  s.  Skt.  d.  MalA.-jjA]r*-  (^-  r.  I.  JlOn  1879. 


&0  oc  Wasser  gelSisi  mit  15—20  ce.  Salpctonänre  {1,2  sp.| 
0.)  UDi]  etwa  t  gm  QueckHÜberoxyd   ist  die  Fällung  in  15] 
bis    20  Minuten    vollendet.     Zur    ^heiduug    des    Mun{ 
Ton    den    oben    genaDDb>u  Mutallen    muss    das  Ilyperoxyd^ 
wi«d«r    girlöet    oad     in    gleicher    Weise    nochmals    gelUtlt 
werden.  M 

Zar  Gflwichtabcatini mang  desManganü  wird  derNieder- 
Bchlag  entweder  ohne  Weiteres  gt^tUht  nud  aU  Oxjdox^dul 
gewogen  oder  durch  Aiiäöseo  in  tklztiäur«,  Abdwnpfou  mitj 
etwas  Schwerelfläure    und    längeres  Hrhitzeu    auf  deru  (>as- 
ofeu    in    was«orfrfii«A  i^ulfat  verw«mlolt ,    wobei    dio  kleinftj 
Menge  Quecksilberoxyd ,    welche   im  Niederschlag  eotba 
ist,  sich  als  Sublimat  verflUclittgt 

Dass  das  Mangan  io  dieser  Weise  vollständig  angge- 
fallt uml  sehr  genau  bestimmt  werden  kann  wird  durch 
nachstehende  Aniiljroeu  belegt. 

50  cc.    einer    Li^äuiig    von    Manganvilrio)     enthaltend 
0,2615    Mn  SO^    mit    0,2    gm    Kobalt  vitriol    gabiMt    nach 
doppelter  PüUnng    des  Mangans    mit  Bromwasser    und  sat-| 
petorsaurem  Qiiecksilberoxyd 

1)  0,2618,  2)  0,2610  gm  MnSO^. 

Bei  vonilchenden  Versuchen  war  tut  Niederschlag  weder  i 
mittelst  der  Phospborsalzperle  noch  mit  Schwefelwasserstoff^ 
iu  essigsaurer  Lfösung  Kobalt  nachznwciaen.  In  der  R^el 
wird  man  in  dem  Manganhyperoxyd,  welches  in  angegcbaierj 
Weue  bei  Gegenwart  von  Kobalt-.  Nickel-,  Zink-,  (^Icium-/ 
MagniMiuio-,  Kalinm-Sutneu  abgeschieden  warde,  eben  er- 
kennbare, kaum  aber  wägbare  Sparen  der  begleitendeo  He-j 
tslle  anffiudcn. 


Betreff)  der  Walter  Crnin'scben  Reaction  auf  Manganj 
möohle  ich  darauf  aufmerksam  machen,  dass  diese  Reaetioa-i 
den  ungeübten  leicht  täniefaen  kann;   denn  gerade  da,   wo 


!  r-AdrJ:  Zar  ScMdany  «.  BcMimatttufi  dti  Xatigan*,      3fi9 


fiel  MuigED  Torhwid«n  ist,  ia  ooneentrirtoii  MaDgao- 
Dfen  lolgea  Bildati({  und  Fällung  der  Ueberman- 
*||nto«  ao  nwb  auf  «iimnder,  dass  die  ParlwnÜQdorung 
harn  u  bemerken  Ut  Vür  »De  Füll«  wird  di«aL>  Präfang 
tmAmImß  in  folgender  Art  angestellt:  Etwa  10  CC.  eine« 
Onklui  Bttt  gleicbeu  Itaumtbeilen  8a]pet«rmur«  nnd 
Vvwr  werden  näcb  Ziuatz  einer  starken  Mea^erapitie 
Hasige  in  einer  ProbirrSbre  bb  fa^  xum  Sieden  i^rbitist, 
fas  gibt  man  tropfenweise  die  utif  Mungan  zu  prüfende 
«MttoBte  Fltbaigkeit  XQ.  Ist  Mangan  vorbanden .  so  tritt 
fil  ßtlinng  KoTort  ein ,  und  xwar  »clbat  dann  wenn  <lio 
Umg  Chlonnetalle  entbält. 

Die  Oxydation  den  Mangans  zu  Uebermangaimüure 
irt  naleffaotf )  aocb  fnr  quantitatiTe  Btb^imtuungeD  in 
TcncUig  gekommen,    docb  könnt«    sie  uur  für  sehr  mini- 

'■iblleageo  ron  Mniigau  Anwendung  linde»,  da  bei  in{end 
«lUiiitbeu  Mengen  nur  Brucbtbeile  des  Mangans  wirklich 
■CAcnnangaiisiure  oxydirt  wnrden.  Nach  BousHiiigault  *'') 
•  Ai  «bon  bei  3  Mgr.  Mangan  die  Gränxo  der  Gennuigkvit 
onidL  Nach  dem  Verfahren,  welcbea  ich  oben  angegeben 
Ui,irt  M  mir  gelungen  bis  za  100  Mgr.  Mangan  in  einer 
^pnlioo  Tollständig  oder  so  gut  wie  Tollstäudig  in  Ueber- 
l^^nilige  Qberziifubr«u. 

6d  den  nachstehenden  Termchou  wurde  di«  üeber- 
■■Ipuiare  mit  ein^r  Zehntel-Normal-LSsong  von  Einen- 
1^  Utrirt,  von  welcher  1  cc.  0,0011  Mangan  etitspridit ; 

'  C>  HuganvitriollSMiog   enthielt   in    1000  oc.  0,542  Orm. 
Vugio:  das   tugeoetxt«  Eiaenoxyd    war    tn   Salpetersäare 

t^it;  Iwi   jedem    Versuch    wurden    100  cc.    SalpetersZnre 

r*n)  1,2  sp.  G.  gi>bmucht. 

Mi  Cbatuxl  2rit«ehrift  dtr  »Tivljl.  Chemie  11,308,  Piehni    il-id. 
,  M.  Udm  Conpta  i«»ln«  75.  ISM. 
S)  UeiBJiigaalt  Anaal««  cli>nii.  fiijt.  (5]  5. 190. 


■r* 


370  NaAir.  t.  8Ut.  d.  malk.-jikj/*.  Cl.  v.  1.  Mtn  07». 

Anirevandet 

IbtimnTi-  iTr„„„  M—i—   Eiwn-  Gebrmeito  Hangan 

trioDtanng  **""'^  Moonig«    ^^^  EiKtnTitriol-  Gefandan    Aog 

CC.         CC.       Gm.  UrangrCC. 

60         500         3  3         24,8         0,0273        0 

SO         SOG         3  3         24,4         0,0268         0 

SO        500        3  3        23.7        0,0261        0 

100         300         6  6         47.4         0,0521         0 

100         300         6         10         46,1         0,0606         0 

300         300         6         10         95,5         0,1051         0 

50        360        3  3        23,3        0,0256        0 

SO        860        5  3        23,6        0,0258        0 

50         500         3         —         24,6         0,0271         0 

Die  üebennaDganRäure  ^sst  sich  Behr  scharf  n 

petermarem  Qaecksilberox^al  titriren ;  ich  habe  mii 

der  Verlässigkeit  diesea  von  Leclerc  (a.  a.  O.)   angeg 

Veriahrena  schon  ror  Jahren    gleich  nach  seinem  Be 

werden  dnrch  eigene  Vennche  nbenseogt  und  för  Sfti 

wendnng    der  obigen  Bestimmnngsart    des  Maogaits 

ich  das  Qoecksilbersslz  jedenfalls  dem  EiseoTitriot  toi 

Aber  die  Umwandlang  des  Mangana  in  Ueberm 

aäure    iat  doch  eine  hSchat  ansichere.     Rilafig  bleib 

bei  sehr  kleinen  Mengen  ein  beträchtlicher  Theil  d« 

gann   als  Hjperoxyd    im  Niederschlag    nnd    man    hi 

Kriterinm,  welches  den  richtigen  Verlauf  der  Oxydal 

erkennen  gestattet.    Um  zu  sehen  ob  diese  geinngen 

man  den  Rückstand  reducirend  läsen   nnd  von  neoei 

diren,    nnd  oit  wird    man    in  dem   dann   erhaltenen 

stand    noch   ein   drittes  Mal  Maugan   rorfinden.     Ich 

daher  selbst  f^r  minimale  Manganmengen  das  von  n 

gegebene   Titrirverfahren     mittelst    Permanganat    fS 

schieden    erapfehlenswerther ,    znmal    dasselbe    in   de 

fDhrnug  kanm  weniger  einfach  ist, 

Schliesilich  spreche  ich  den  Herren  Dr.  Cl.  Zimmc 
nnd  C.  Lintner,  welche  mich  bei  dieser  Arbeit  mit  At: 
nnd  Geschick  nnterstützt  haben,    meinen  beaten  Dai 


äitnnx  tun)  T.  Juni  ISt». 


Mar  t.  Jolly  legt  vor: 

HU«b0r  das  Geseilt  der  äpuuakriift«  de« 
gositt  igten  Waaserdampfet)"  von 
A.   W  iDkolmant). 


§.  1. 
Maa  bat  binlior  vergeblich  versucbt,  ein  OeftHje,  wiOches 
Zaamtncubjiiig    di-r  Spannlcräfle    nud    der  xugoliürigen 
[Tapmtnr  d««   gn&ttigten   Waaserdampfee  angibt,  kü  eut- 
imd    hat    sieb  b4>guü;;«n  iiiKe««u,    durch  mehr  oivr 
■niprcutuplicirte  Formelu  ilietsen  Zusammen  bang  empirisch 
[^■■■t*ll*D.    Snit  meiner  ArWit ')  Über  „Dampfspimnuiigon 
Reiboo   und   das    Kopp 'sehe    QoKtx   constanter 
bklfl- Differenzen"   bal>B  anch  ich  mich  nach  dieser 
hin    vicifucb    bt-müht    nod  glaube  ich,  vine  eln- 
Bniehang  gefunden   zn  haben ;   diosselbe    lastet   Fol- 
[friiriMMun: 

nWiblt  mau  Dracke  des  gesättigten  Was- 
lerdampfes  derartig,  dasa  dieselben  eine 
geometrtvcbo  Reibe  bilden,  so  bilden  auch 
di«  d«nOrncken  entsprechenden  Tempera- 
lorcD  eine  geometrische  Keihe,  wenn  man 
10  jeder  Temperatur  Cela.  die  Zahl  100 
addirt," 


1)  WkJ.  Atta.  Bd.  I.  S.  430.  (187T.) 


37-2 


Siumitg  <ler  matk.-i*f.  Ctamt  am  7.  Jmi  iS79. 


Dkm  Oents  Unt  sich  in  uidercr  Form  aaeb  so 
■precben: 

^&hlt  man  die  Tempersturen  Cel«.  des  ^ 

ge«ikttif;ten  Wasserdampfea    von  der  Tem-  ^M 

poratar     —  100*.    so    i<tt    das    Verhültniss  ^^ 

zweier  Temperatareo  nnr  ron  dem  TerhÜL-  ^ 

nlM  der  beiden  entsprechen  den  Drnoke  und  H 

nicht  ron  diesen  Drucken  selbst  abliängtg.'*  ^ 

Um   au   einem  [Beispiel   das  Gesetz   za  erUntern,  sind 

in  der  folgenden  Tabullc  die  Temiieraturen  nach  den  Be- 

ohachtangen    K^naalt'a    zasamtiieagesteUt ,    welche    eioem 

Drucke  tou  l,  '/>i  'i'«  etc.  AtinoNphSren  entsprechen. 

Tabelle  L 
Dnck  in  Ahnoupklroi  Tenpentar  Ceb 


I 

lOO» 

■h 

81,71 

•/* 

65.3G 

'/• 

50.6-t 

'/•• 

37,31 

'/•t 

■25,14 

>/f« 

13,»2 

*hn 

8,69 

•/IM 

-5,60 

Die  Draek«  in  vorstehender  Tabelle  sind  so  gewählt' 
da»fl  jeder  folgende  Druck  die  ILLlfle  des  vorhergellenden 
betfigt;  wenn  daher  dwi  erwühute  Oeaetz  richtig  ist,  so 
mnawn  die  VerhältDisse  der  aufeinander  folgenden  Teniperv 
tnren,  jede  Temperatur  um  lUO  vermehrt,  einander  gleich 
sein.     EKesa  Verhältnisse  sind  die  folgenden: 

100  +  100  81.71  +  100  _ 

61.71  +  100       ''*    '•    65,36+100        *        • 


65 
50. 


■'364-100  _  ,  Qgg.    _50.e4-MO0  _ 
1.64+100  -'*''''**•    37,81+100-  '•''^^* 


WimbimaHn:  GeaeU  der  Spaimkräfte  des  ges.  Wasserdampf  es.      373 

37.31  +  100  a5,14+10Q_ 

25,14  +  100"^'"^'.'    13,82  +  100"''"''^' 

13,82  +  100  3.69+ 100  _ 

3,69+100-^'"^^'     -5,60+100-^'""- 

Wie  man  sieht,  sind  ia  der  That  die  VerhältDiase  so 
nahe  gleich,  dass  das  Gesetz  darch  dieselbes  bestätigt  er- 
scheiot. 

Man  kann  nach  dem  vorliegenden  Gesetze  aoch  leicht 
die  Tmnperatur  t^  für  den  Dmck  von  n  Atmosphären  be< 
rechnen,  wenn  man  von  der  Temperatur  100"  für  den 
Dmck  von  l  Atmosphäre  ausgeht.  Bezeichnet  nemlich  a 
das  eben  gefundene  constsnte  Verhältniss,  welches  gleich 
1,0985  =  a  gesetzt  werde,  so  ist 

logM 

log  2 
t„  =  200 .  a         —  100  (I) 

Dieser  Formel   kann  man  auch  die  folgende  Gestalt 
geben: 

logn 
t„  =  200  .  b    •*    -  100  (Ia) 


log  2 
wob  =  a  —  1,3652     ist 

Berechnet  man  nach  vorstehender  Formel  die  Tempera- 
tnren  zn  den  &Qher  angegebenen  Drucken ,  so  erhält  man 
die  folgenden  Werthe,  denen  die  beobachteten  Temperaturen 
znr  Vei^leichnng  b^efßgt  sind. 


374 


SUtiui^  <itr  Mtf&.-jJky<.  Ctouc  rufi  7.  Jitmt  iS79. 


Taliclle 

IL 

1 

Ttspmlw  Ock. 

Drack«  in 

betwIiBft  bmA 

bcnWUH  T«M 

UilTntsit. 

AbHwpUrai 

FonMl  1 

Rnpn«1t 

1 

100.00 

100.00 

'/• 

«2,06 

81.71 

-  0,33 

>h 

65.74 

61>,36 

—  0.38 

* 

M,88 

50.64 

—  0,'24 

■/■« 

37,85 

37,31 

—  O.04 

'/« 

25,(U 

-i5,14 

+  0,10 

<;» 

13,82 

13.82 

-(-0.00 

Vit» 

3.62 

3.69 

+  0,07 

'/)»• 

-  5,66 

-  5.60 

-  0,06 

§  2. 

N»ehd«m  im  vnrigm  §  gi'/fi^l  Ut.  iliuw  das  Qewtx  bei 
den  Drucken  iiii(*Tiuilb  ein(*r  Atmmpbiirft  mit  sehr  yrooacr 
Annäberang  bMtfht,  ict  auch  bei  hShern  Drucken  da«  Getirt« 
zn  prnr<>ii.  Mau  ürbNU  iinch  den  Beobacbtangen  Regnaalt'a 
folgende  Tvmpentureu  bei  den  enlxprocbraden  Ürack«n. 

bnuk  lu  itMoagibirea  T«inp«nliir  CcU. 


1 
3 
4 
8 


10.«00 

120,  60 
144|00 
170,  8l 


Bildot  ntio  vie  höher  die  aafeinandcr  ruiffvndeu  Vn-> 
IdUtDÜM,  so  erbiilt  man: 


120,6  +  IWJ 
100+100 


=  1,103; 


144.00  +  100 
120,6+100 


=  1,106: 


170^1  +  100 


=  1,107 1 


144.00+ lOS 

Die  VerblltniiiHKahlen,  vrolchr  nacJi  dem  Gesetze  dnandrr 
gleicbsetneolleu,  x«igcudcntlicb  dicannäberodeüaitigkwiLda 


H^il^iiiMm:  Oweti  lUr  Sfiumtrafte  de»  )/€».  Wattcrdtmffe*.     379 


UH,  iler  7iiwA«)is  betrigt  nur  U,4  Proront.    Xiniml  nun 
ea  Aagabvti  des  vorigi'u  g  die  kk'iuHto  Vvrbältnissnhl 
iKmlieb  1,037    nud    vergleicht  sie   mit  der  jetzt  erhaltenen 
gi^mttn  1,107,  90  sieht  man,  doM  die  Differenz  weniger  als 
)  Procent  dai  Wertlieü  ansmacht.    Die  Drnckgreiixen,  inner- 
halb der*r  lÜCHer  Untcrscliiod  auftritt,  sind   'jtt«  Atmosphäre 
ind  8  Atmwphären  oder  angpfShr  a""  ond  ßOSO""'  Quocksilber. 
[)af<  vorliegende   Gesetz   in  Itetreff  dee   ^Vass«rdaaipfeR 
verbnit  ridi  ähnlieb  wie  das  lioyliVtieli«  ümetz    in  Hin-ticbt 
der   leicht  comprintirbaren  Gase.    Wie  dieses  um  so  genauer 
totl  der  Wirklichkeit  stimmt,  je  kleiner  die  Drncke  »ind  für 
^^Wslvhe   es   angewandt   wird  ,   i-bt.-aso    stellt   diu;  Torgl^ftih^to 
^KSesets    in  niedrigen   Drucken  sehr  nahe  die  beobachteten 
'     WftTthe    dar  und  zeigt  um   so  grösuere   Abweichnngeu,  J8 
^^aöb<^r  die  Dnicke  werden. 

^f  Würde  man  beim  Wasserdampf  von  einer  andern  Tem- 

pcrsttir  als  ^  lao"  nu^hon,   so    würden  die  Vorhrdtnis«- 

KKhleo  sich  ändern,   eine  nennenswerthe  grx^ssere  IJeberein- 

■timmung  derselben  liesse  tncli  aber  nicht  crviHon.    Ich  liaW 

aber  anch  Werth  darauf  gelegt ,  diese  Au^^angstemperatur 

I^K  Hi  XU  bestimmen,  dasü  die  Verbiltuisazableu  in  den  nieilrigcn 

^M  Omcken    ant«rhalb    einer  Atmosphäre  möglichHt    über^in- 

jH  itniuneD,  weil  loh  glaube,  (Um  das  Gesetz  gerade  bei  diesen 

Uetncn    Drucken    «einen    vollkonuneusten   Ausdruck    finden 

I         nnas.     Setzt  man  in  der  Formel  (la)  n  =  o,  um  die  Tem- 

■^  pratur  bei  dem  Drucko  o  zu  bestinuneu,  so  wird  b  "'"  =:  o 

^M  ud   daher   die   Temperatur  t,=  —  100.      Dieses   Resultat 

^V  «gl  aus,  dx<s  der  Wat^erdnmpf  b«i  (—  100")  den  Druck  o 

^    besitzt,  also  bei  ( —  100*)  das  Wasser  mit  der  Verdampfung 


§.3. 

Da  eine  Pormel  mit  nur  einer  Constauten,  wie  in  §  1 
rigt  ist,  das  einlache  Gesetz  darstellt,  so  liess  «ich  rer- 


Cta^ 


j(0« 


TW^ 


.n\? 


,to» 


,on 


befioo' 


flcVeo 


^^!!;^;'-^^^^?r^^"^:-^^' 


e\cW 


Vi«*»- 


oft' 


Ai»*" 


die 


■V 


^100 


Ui.o 


.V^ptec' 


aY°«° 


w...«^*"°" 


t.\ft^ 


\fi*Ü 


+  0 


\oi*  ^  \,»65a 


^..0,0.«'^*^^  ...vv^«^^: 


DO 


t»^'^'"  ;wvcfe  ^  •"^.- »' 


et:  -^-^:s^^;^  ^ 


.«(  ^  ^  (at  i^-J 


VsQlP 


.VMtfO 


VüikelmaHH:  GeaeU  der  Spanniräfle  de»  ges.  Wiw»erdampfe».      377 


Tabell 

e  III. 
Temperatar  Cels, 

Orack  in 

nach  Begiuinlt ') 

nach  der  Formell  11  a 

Diffaren« 

itnMaphüen 

22,89 

220,00 

220,19 

—  0,19 

15,38 

200,00 

200,11 

—  0,11 

l'i,42 

190,00 

190,05 

-0,05 

10 

180,31 

180,33 

-0,02 

9 

175.77 

175,74 

+  0,03 

8 

170,81 

170,76 

+  0,05 

7 

165,34 

165,40 

—  0,06 

« 

159,22 

159,09 

+  0,13 

S 

152.22 

152,05 

+  0,17 

4 

144,00 

143,81 

+  0,11 

3 

133,91 

133,70 

+  0,21 

2 

120,60 

120,44 

+  0,17 

I 

100,00 

100,00 

+  0,00 

'/i 

81,71 

81,86 

-0,15 

% 

65,36 

65,57 

—  0,21 

'/' 

50,64 

50,77 

-  0,15 

Vi. 

37,31 

37,06 

+  0,25 

';n 

25,14 

25,12 

+  0,02 

',<* 

13.82 

13,76 

+  0,06 

'/lil 

3,69 

3,76 

—  0,07 

',i«4 

-5,60 

—  5,50 

+  0,10 

Eine  Uebersicht  der  in  der  4.  R«ihe  g^benen  Dif- 
ferenzen zeigt,  mit  welcher  Genauigkeit  die  Beobachtungen 
Regnaalt's  durch  die  Formel  11  oder  IIa  dargestellt  werden. 
Nachdem  in  der  Formel  II  —  durch  die  als  Faktor  von 
Aa  Conatanten  a   in  der  Formel  I    angebrachte  Correction 


1)  Die  Tsrnpentnren  Rlr  die  Dntcke  von  10  bis  1  Atmosphäre 
find  au  Zeimer'i  Tabelle  [Hechsaische  Wännetbeorie  1866.  8.  254) 
eBtwnnnieii. 


376  SiUirnji  (br  maüt.-fitff:  Cltutc  nm  7.  Jiuü  ttffH. 

(n  4-  D*  -  ein  Ansdrnek  gcfandni  ül ,  welcher  die  beo- 
l)«vl)tiiiif^ii  »rhr  f^t  m^ei^bt ,  fragt  es  sidi,  ob  die  Ab- 
wflictiangen  des  Wanaerdanipfes  von  den  ^ofach^  Ometw 
sich  uicht  an«)i  durch  eine  Et^eoschaR  drs  Dampfes  wIlMt 
CTklärfD  laasen.  Ich  Termutbe,  daaa  die  Dichtigkeit  de«  ge- 
sättigtau WaBerdgmpfes  jen«  EigcnBchtft  ist  and  bin  damit 
beBchäftigt,  die  W«rthe,  welch«  die  mech&Dische  W&mie- 
tbwirie  für  die  Dichtigkeit  des  gesättigten  WasBerdunpre» 
liefert,  in  dieser  Hinsieht  zu  verwetihra. 

§*• 

Das  Torliegende  Gesetz  Ober  deu  Zatwnmenlning  der 
Spaiiiikräfl«  und  der  zugebi^ngeu  Temperataren  dea  ge- 
sättigten WasserdampfeF  bezieht  «ich  oieht  ftllsin 
anf  den  Was.^erdnmpf,  sondern  auch  anf  die 
Dumpfe  anderer  KlGsKigkeiteo,  wenn  ein  von  DDhring 
gefandenes  Gesetz  über  die  3ied«tempe*«tureo  tersehi»- 
dener  FlUitsigkeitea  bei  demselben  Drock«  richtig  ist. 
Da«  Dühring'schc  Uescte  ISsat  sich  «o  »ttsspreebeu :  Bit^t 
dos  Wasser  unter  einem  Drucke  tob  n  Atmoephirtio ,  bsi 
der  Temperatur  t,  und  siedet  «ine  andere  FIQs^keit  (z.  B. 
Alkoholjnnter  demselben  Drucke  bei  der  Tempentur  T„  so  ist 

T.^r-l-q.t,  (IH) 

wo  r  und  q  zwei  constAute  Grössen  sind,  die  ron  dem 
Drucke  n  unabhängig  sind  nnd  nnr  von  der  Naior  dttr 
zweiten  Flüssigkeit  abhängen  '). 

Für  Alkohol  ist  nach  Dühring    r  =  —  12,14 

q  =  U.»04 

Ifon  ist  nach  der  Formel  (la) 

logn 
l^  =  200  .  b        —  100 


1)  N«a«  QrmigtmÜM  nr  raUonolln  Ptqvik   and  CTubI«   na , 
Pr.  E.  DthtiDg  tum)  S.  77. 


IU«r  nach  Formel  TU 

r.=:(l,200.b  -q.  lOO  +  r, 

t!<Ut  man  q  .  201)  =:  A 
-  .].  HiO  +  r=  -  B 
«  lal  iimu 

T.  =  A  .  b        -  II.  (IV) 

Ihn  findet  für  Alkohol  ans  den  Wertheu  für  q  uni)  r 
A  =  180.8 
B  =  102,54 

Hie  Formo!  (IV)  i)ai;t  »ii«.  ditoH  fßr  die  ge- 
•IttiKlen  Uätopfotlcr  Kweitcu  PlüaBigkflit(7..  B, 
XiAiA]  dntselbe  GeHetx  besteht  wie  fSr  di« 
ITiMtrdün]  pfe ,  nar  üind  die  Temporntnren 
■ükt  Ton  (-  100*)  sondern  »on  (—  B),  (beim  AI- 
Mol  nrn  —  102,51),  an  xn  xilh  len. 

Ditr  Alkohol  wUnl«  nach  ilem  Werthe  von  —  I02,&4, 
W  fiiMr  T«iDp«ratiir  den  Druck  o  I>e«it7.eii  ,  iilso  mit  der 
Vnfaapfiing  begiouen.  DührioK  hat  für  Waswr  die  Tem- 
ftntar,  bei  welcher  die  Verdanip^ng  beginnt,  vermöge 
*>D«  Geaetna  dnrch  Vcrgl<-i<!hnng  der  ?;[i;tniikräft«  von 
3ti»t(rf.  Was<>er  nnd  Ulycerin  innerhalb  der  fJrcuwn  ( —  89°) 
^(— I'JO*)  bc^liiuuit  und  dieselbe  dann  ana  Gründen,' 
'ni  GolwickluDg  uDit  hier  xa  weit  (lihren  würde,  gleich 
i-  W)  gnteM.  Wie  ich  schon  erwähnt  habe,  kann  man 
^  iwgangiponlct  (—  100")  beim  Wnawr  inn  Wenige« 
Um,  ao  4u))  der  Beginn  der  Verdampfung  sich  nur  bis 
td  fingt  Gnde  genau  angehen  lünt. 

&  irt  vialWicht  nicht  QberflÜBsig,  das  VerhSltniss  der 
'"^  GtfHtt,  des  Diiliring'schen  nnd  des  vou  mir  tuifge- 
"^hm  Oeartze»  nochmals  darzulegen.  Da»  Gebets  von 
I'IMDg  hexieht  sich   auf  den   Ztuamnienhnng  der  Siede- 


880 


Siltititg  der  malh-phyt.  Ctiute  com  7.  Juui  tSt9 


t«inpcratur«n  verschiedener  F168sigk«it«ii  bei  d « n- 
Belben  Drucke,  oder  lehrt  die  ÄbhSDgi^fkeit  der  Spaun- 
kralbikurven  versch  iedenvr  KlflMigkeit«ii  u  Dtereinan« 
der  keauvii.  Dax  von  mir  auftri>s1ellte  Gesetz  hingegen 
zeigt  den  inuern  Zosanuneahaitg,  wetchen  eine  Spuuiknrt»- 
ciirve  in  ihren  einzelnen  Theüen  besitvt,  ein  Zn- 
sammenhaug,  welcher  sich  ans  dem  Diihriug'schen  ßesetxe 
nicht  iibleiteu  Maat.  Nachdem  aber  dies»-  Zusanimvnhuug 
durch  daa  von  mir  unfgiwteUte  Gesetz  (ur  einen  Dampf, 
den  Wasserdampf  gefunden  ist,  folgt  ans  der  Anuahme  äfn 
Dllhriug'schen  Ge»eti:eii,  da«i  dieser  Zusiimnienhaiig  »ich  nicht 
allein  anf  die  Dämpfe  des  Waaters  beKchränkt,  sondern  aucb 
fUr  die  Dumpfe  anderer  PltlHiiigkeiten  gilt. 

Ebeuüo  wie  äixa  von  mir  aufgetitellte  Qemrtz  Abweich- 
ungen in  höhero  Drucken  zeigt,  so  zeigt  anch,  wi«  ich  mich 
überzeugt  habe,  das  Dühring'iwhe  Gesets  solche  Abweich- 
ungen. Wenn  mau  daher  ein«  Genauigkeit  haben  willi 
welche  jener  gleichkommt,  die  iu  der  Tabelle  lU  fOr  WaB»er- 
dämpfe  vorhanden  ist,  so  mosB  mau  für  jede  FltUngkeit  in 
ähnlicher  Art  vinc  Correciion  berechnen,  wie  ich  dtem  fBr 
den  Wasserdampf  aUHgefUhrt  habe.  Ich  irill  hierauf,  vhenKO 
wie  auf  die  <.>)n-seiqiieuien,  welche  das  Gesetz  zeigt  in  einer 
folgenden  Arbeit  eingehen. 


I 


Btfr  von  Pettenkofer  legt  vor: 

HExperimentfllle  Va  tersnclmngen  Über 
iDfectton  mit  stüdtiscbem  nn<I  iikIti- 
etrivllcm  Abwasser"  von  Dr.  Rudolf 
Emmerieh. 


Einem  1000  Uramm  Khwer«ii,  «rwach««iieß  Kaiiiucli»ii 
Wb  man  TOccm  reines  Vfassa  snbcatan  injicircn,  ohn» 
iii«  GasDndheit  den  Tbieres  in  merkbarer  Weise  zu  alterirvii. 
itdai  Wasser,  ««lehn  erwnchaeue  ifaiiiuchun  iiftch  snbcu* 
Utur  Injection  rem  30  —  70  ocm  nicht  Uidtet,  oder  nicht  ein- 
Itnl  eiai!  Phlegmoue  hervorruft,  euUiiilt  keine  iufecti!>»en 
Stoffe  ottd  kann  auch  vom  Mentchvn  ohuo  Oolabr  gi^tranken 
*erdeii> 

I.  Harn. 

Prot    Simon    (Heidelberg)    injicirte   HuiwIeD    *lt  Pfund 

jiriadbao  Men^chenharn   und   beobachtet«  „kiirjucrk-i   Verün- 

''dmuig  im  Wohlbc&nilvu    dt«  Thieree*'.     F^iu  grosser  Hund 

nrtnig    *og^   4'/i   Pfand   sauren    Uriu«   subcutan.      Auch 

lUniaelien  injicirte  Simon  bi«  r.u  -t  ßraehmeu  frischi-n  Ilnrn 

rnter    di«    Haut,    ohne    irgend    welcben   Naehtheil    zu  beo- 

tecfattm.      ..Der  saure  Urin,  sagt  Simon,    lüt  daher  cbAnito 

■BKhädltcb    vritf   Wais«r".      Diesi.-»    Itvsultat    wurde   durch 

npefimentcUe  Unteisachnngen  von  Blenzel  beotntigt. 


382 


SHtiMff  Her  maih.'iAtt*.  (^iom  rom  T.  Juui  t8i9. 


n 


[ch  mlbst  injicirt«  »tnem  1020  g  schweren  Kanincbea 
80  com  frisdieD  Drinft ;  dasselbe  bli^b  gesuud. 

Gaoz  andcn  verhÜlt  «icli  dur  faule,  alkalütch  rettgirentli' 
Hsrn,  indem  derselbe  schon  nach  Injection  von  1  DrHchtao 
lUi^i^ehnte  jauchige  Phlegruon«  nnd  den  Tod  zur  Folge  |. 
hat.  (Simon  und  Menzel.)  Menzel  gkttbte,  es  bandle  nch  ^M 
d»bei  am  Ammoniakrer^ftang  Der  folgende  Versuch,  den  ^^ 
ich  unaUtllto ,  beweist  jedoch ,  dai»  die  Thiere  »e|>ticümi%h 
za  Grnnde  gehen. 

Einem    1310g    schweren    Kaninchen     wurden    20  crtn 
Harn   mbcntan    injicirt.      Dermtbo   wiu-  12  To^  alt.     Der 
Amrooniakgehalt   (nach    der  Methode   ron   Mobr   bestimmt) 
war  0,111%.      Da»   Thier   erhielt   Komit    höchstens    22  mg 
Ammoniak.    Um  ein  Kaninchen  zu  tddten  ist  aber  1  g  Am-        i 
tnoniak    nothwendig.     Das  l'liier   t>ckam   ein«  Temperatur-      m 
erfaühuug  um  1,2"  0  nnd  starb  nach  43  Stunden  nnter  Ctm-  ^M 
mlinonen     Sectionitresaltat :  SepticSmie.  ^1 

Ich  trank  wiederholt  4uO  ccni  friitchen  Harn  ohne  irj^end 
welchen  Nachtbeil  zn  verspüren.  Nach  den  Torlte^inden 
VerKucheii  i!>t  frischer  Harn,  wie  Simon  mit  Recht  Mf^ 
nnwhädUcli  wie  Waffwr, 

Ma»  hat  daher  keinen  Grund  die  Einleitang  doMtclben 
in  giösBere  Flä«*e  xu  Terhiet«n.  Da  sich  der  Qarn  wenige 
T^e  nach  der  Entlecnmg  «iis  dem  Organinnu«  in  wue 
intensiv  wirkende  l>ifllü<iung  umwandelt ,  so  wllti.-  rielmehr 
di«  ZurUckhallung  deaitielben  in  der  Nähe  menschlicher 
Wi)hnnn;;en,  'xlcr  dan  Vi<T*ickenilamea  in  den  Untergrund 
der  Städte  aU  schüdlicfa  erkannt  werden. 

II.  Menschlicher  Darmkoth. 

Menschlicher  Darmkoth  bat  »ciion  gleich  nach  der  Ent- 
lerrnng,  bei  subcutaner  Injection  tüdth'cho  Wirknngeo. 

Versuch:  Kinetn  1351) g  schweren  Kaninchen  wunl«n 
12  eem  Kothwaiwr  Mubnitan  injicirt.  Ci  g  Koth  ron  Uonig- 


Miuirt*!!/,  wiinleu  mit'  ß"i  jr  W*»er  g«»cliiiU*ll.  und  fittrirt, 
Dil«  T.nm  Vcr^Hcli  verwniiiete  F^ltrat  w«r  schwarabrauii  und 
batte  starken  Kotbg^rncli.  Ihu  Knninchen  bekam  rinr 
TiwipiraltirstWfti^rnuf!  tim  *J,4*C  und  rfurb  nndi  33  Stunden 
oatiT  sfiiticütnischeu  ErRcliemungeo. 

Koth  in  SOODfüchcr  \Vriltiiinuiig  wirkt«  nach  Inj^ction 
vnti  5U  ecm  unter  ilie  Haut  ebenfalls  noch  tödtlich. 

Das  ztun  Veraach  verwendet«  Kaninchen  war  IfiSOi; 
mIiwkt.  Da«  Kolbwni~*^r  war  golh  gefnrbt,  durch  tiii«pc«- 
dirtfl  Tbt.-i)Gb«a  ^etrüU  und  enthielt: 

Mil))({mmm  hu  Liier: 

RCIckiiUnd         Chlor         Amninniali 

69,0  3,9  I.O 

ie    K(iperteiu|>eratur    de«    VerNuchstbtvrea    stien    um 

Irü'C     f>MM)llMi    starh    nach  23'j'i  stunden  unter  heftigen 

CunroUtonen. 

1d  IO,000(acher  Verdthinnug  war  Koth  durch  dasTbier- 
vxp^mat  genKl<>  noch  nacbnrcishar.  VÄa  1170g  schweres 
Kauiiicben  starb  nämlich  nach  lojection  <ron  SOccm,  nach- 
ina  sich  eine  TeniperaturHteigerang  um  1,9^  eingestellt 
lUil  vin  Ak<cfx<  an  den  Bunchilcckcn  gebildet  hatte,  tineh 
4  Tagen,  ll.l  g  Koth,  welche  mit  l  Liter  Wasser  verdünnt, 
■bf^ffdaioiifl  und  ilann  mit  SOccm  deütillirten  Waaners  be- 
h&iKlelt  worden  wareu.  wirkten  intenaiver.  Dos  Kaninchen 
clmrb  nacfa  'Jt>  Stunden.  Wasser,  welches  aus  der  Abtritte 
^  tuDpe  den  Reiiiingvriunum'it  Abvmb  f)  Uhr  abfloüs  enthielt: 
^B  Milligramm  im  Liter: 

^^^^ri|ficksta»d       ('hlor       Ralpeteraänre       Ammoniak 
^^^^V  27B.U 

^M  Dieses  Waaaer  hatt«  dieselbe  BeschulTenheit;  wie  Koth, 

■^welcher  mit  Tbatkirchner  Waiser  um  das  10,000 fache  ver- 
dSaut    worde.     40  ccni   Abtritttonnenwncwr ,  welche   einem 
LlOTUg  «efaveren  Kaninchen  anbcntan  jnjicirt  worden  waren, 
dabn-  noch  dttnsolben  Klfeot,  wie  das  oben  erwähnt« 
(»79.  A.  Matk-ptijn.  CL]  !» 


3  Taten:    bmiMbiw    «in 

Bfccr  vclehca  ncli  die 

Dm  aia  maat 

m  £hnrt.  ^m  denelbe  tui 

M  KbÜi,  aocfa  iMeb  rab- 
dv  InBimig  bei  erwacliMBeD 
Wbw,  »«Idta  Exermwnt«  in 
MiMei  odar  m  M«b  gig—w  Vodtoaing  «aUült,  kuo  ala 
Triakwer  beaMit  wsim. 

MsB  kann  dik«r  nnn  Ißadaatni  in  Fl&neo ,  dnrdi 
welebe  (bd  naeher  SCrSmoBg)  eise  100.000  fadie  Verdlln- 
Dang  der  mmuehliefara  £x(manit«  bervorgebnebt  wird, 
die  Abaebwenunotiif  derselben  ohne  all«  Bedenken  gwUtteo. 

in.  Miscknag    von  Kotb    and  Harn    etc.    bqi  AI^ 
trittgrnben. 

Wird  Harn  und  Eotb  mit  ajideren  Abfäileo  de«  tnenseb- 
liclien  HADshaltea    Üngere   Zeit    in  ■ogenuinten  Odelgmlien 
Bon^^Kahrt,  dnna  «ototebt  daran«,  untrr  Entwicicelung  aohr 
Bbelriecbender   nnlningue    eine  sclion   in   »tlir  geringer 
Dom  toxiaeh   wirkende  FIKwigkeit.      Di«    FlOsAigkeit   oiu 
einer  Abtrittgrabe  in  der  ErmigaMe  enthidt: 
ßmninie  pro  Liter: 
lificksttuid      QlBhTerlDBt      Chlor 
19,490  11,560  2.3<3 

Von  di«»n-  Ktinkende»  PlOamgkeit  wurden  einein  «r* 
wachnenen  Kanineben  von  \^T^Q^  Körpergewicht  nnr  H  cem 
Mtihnitnn  injicirt.  Da*  lliier  verendete  achon  nach  16 
Hlotiiii^  nnter  Conrulsionen.  SiKtion:  Gehirn  und  Oehira- 
hftnte  liliitrdch.   Die  DOHndirmachleiiuhaut  sehr  hyperftmiscfa. 


riek'  Kri>mmrttlritf  f^NlmMchiiHv«»  Ahtr  Infteiian.        S85 


I 


nt  ütm-  ^pjttxn  Ansdehnnn^  mit  Bechymosen  QbenKet.  Di« 
Peyer'schen  Plaque:*  miirkig  geschwellt. 

Ein  na4li>rv«  klciDt-r^x  Kmiinchcu.  welchem  von  dem 
aof  dir  OberHie'ie  iler  AMrittjjniiihe  Wümllicl»-!!  PilnWl«^ 
rin«  Lanc^tt^Tipit»-  roll  viiig^rimpn  wiir<li>,  starb  nach  10 
Tagen.  Die  DUundArmschleimliuut  war  byperZmütcU  and  an 
drei  Slelk-n  nlccrirt. 

Di«  Ähtrittfltissigkeit  hst  also  den  gleichen  Grad  von 
Giftigkeit  wie  eine  äü-ychniulä»ting,  welche  in  100  g  7,5  mg 
StfTehnin  «ntbilt. 

TV.  Strasaenwasser. 

Cnt^r  StrasaenwMSCr  Ti>rtt«h«n  wir  das ,  nach  R«gvu 
nndTliau  welter  in  F<*lgp  ungenügender  IteinbaUung,  schlediter 
dnstriK^Hon  und  Pßastrruug  der  Stra-s«.-»,  anf  deren  Obw- 
Aäcbe  atagnirende  oder  langsam  in  die  Straasmrinnen  ab- 
fliesaende  }deteorn-a«Aer.  Die  IVtnichtnng  denselben  »chliesst 
■jefa  inttofern  den  voran  «gegangen«»  beiden  Kapiteln  am 
bartim  an,  weil  dieses  Wasaer  tlntaSchlich  nichts  anderes 
reprSaeotirt  «In  verdünnte  t]iieri«;]i6  Kiicalflii.4iigk«t. 

Dasselbe  eotb&lt: 

Gramme  pro  Lit«r: 
Rückstand    Chlor    Organ.  Stofie    Ammoniak 
ÜLFebr.  tS70        1,584         0,403  1,975  0,010 

7.  Mint  1379        7.704         2,870  1,80]  0,020 

Betrachtet  mau  das  lte«ultat  dieser  beiden  Analysen  von 
^fpiannwaaaer ,  ho  erkennt  man  leicht  den  grosseu  Ge^hnlt 
jBw»lbcM  an  lö^lichea  Bestandtheilen  ans  Rxcremcnten,  be> 
Mtndera  ans  Harn,  so  Am»  der  Rlr  den  ^chnmtx  der  Strassen 
gebrüachliche  Nain«  „Koth"  gerechtfertigt  erscheint.  Rs 
winl  nua  klar,  welch'  aj>|>etilliche  Stoffe  wir  bei  einer  Pro- 
menade in  der  Stadt  mit  dem  ^tiassenstaub  einathmen  und 
varaehlocken    und   was   wir  mit  unaeren  stanbtgen  K)eid<Tn 

iJehubBU  iu  die  Wohnungen  tragen. 


38C 


Siltunff  4er  malh.-pkift.  CViwa^  ww»  7.  Jim*  l$rS. 


Da»  HtrBs^mvamer  vom  5.  Februar  and  7.  Man  wurde 
jtnin  iDfectioiut-Experinient  verweiid*l.  Von  «leni  w«t»en 
«rbtelt  «in  1120  g  Kchware«  K»nincheD  36ccm  rmbcntan.  I*^ 
stoUte  sich  «idi^  Erhöhun);  der  Kürperfeinperatur  um  l,'l<*C 
(im  Haximaiu)  «in.  Du  Kauinolioii  bukniii  ciu«  l'hli^niooi! 
der  Dauchdecken  nud  die  Haocbhuat  gMi);riin)!!<cirlv  in 
T)i»l«rgrnA!te.  ^Välirftmi  dipses  rircK  k  Tage  dauernden  Vor-  ■ 
{^Uffeit  brwegte  sich  die  Eörpericmpvml  ur  »wi^cbca  S'.i.U 
ood  40,4*0.     Das  Thier  blieb  jedoch  am  Leben. 

Von  dem  am  7.  Man  KPVMnmeltrn  ätrassenwmoer 
bielt  «in  1220  g  schwerem;  Kaniockeu  3ß  ccm  sabeotan. 
Körpertemperatur  stieg  am  I,4''C.  (JasTbier  bekam  ntarken 
Meteorinnu«,  der  bis  zaui  Tode  anhielt-  Der  Tod  trat  uacb 
17'ji  Standen  nnter  Conratsion^i  ein.  Der  HectionsbeTnnd 
war  der  für  Kepticämie  charuktoristische.  Kino  Pblt^motie 
der  Baachdeckon  irar  jedoch  nicht  rorhanden,  dip  iojiciit« 
FlUssigheil  war  ToINtfindig  refiorbifl. 

AuR  diewn  Ver<ucbeu  «rgibt  sieb,  da«  da«  Straawo- 
nasser  wooigsteiui  zeitweise  faulende,  infectiöse  organische 
Stoffe  Liithäli  nnd  somit  büufig  in  lioliem  Grade  t.ur  Vor- 
schlechteniiig  deit  ('analwassom  bwiträgt. 

V.  Zimmerboden*Po  ts  waaser. 

Die  Harn-  ond  Kolhb««t»udlhei1c.  die  wir  int  8tr— >M>- 
wasser  unr  xu  deutlich  erkenneu,  finden  wir  iu  dem  Waaaer, 
mit  welchem  ein  Zimmerbmlcii  aufgewamben  wurde,  wieder. 

In  friacitein  Zustande  ist  ein  solches  Wasser  ungefähr- 
lich.   Dasselbe  enthielt : 

Milligramm  im  Liter: 

Bdckttand      Chlor      äalpeberrönre      Ammoniak 
964,0  05,6  10,8  0,2 

10  ccm  dieses  Wassers  rednoirten  21,6ectn  Cbamileun— J 
USsung,     welche     0,34  g    Kalininpcrmangunat    iu      1 
enthielt- 


Bmm€ridt:  Exf/tri* 


enuekmtsen  fifcer  InfeetmH.        387 


Das  reine  num  Anf»nis«hcH  verwendete  Wawer  entJiielb: 

Millifcranini  pro  Liter: 
Kflekatand       Ciilor       Salpet«n3ure       Ammoniak 

*i&5.0  0.7  Bpnr  O.OOO 

Von   obigem   Zimmerboden  -  TnizwasHer   vrardvn  ctnem 

1410g    Bchwervn     Knfiinclieii    40ccm     umi    eiiii>iu    ]'20^  g 

«hwcren  TLii^ru  64  octu  snbcutun  iujicirt.    Dil«  Wxitmr  w«r 

ia    beidea  Fällen    rasch  resorbirt,   ohne  eine  Phlegmone  un 

itn    EUnchdeckea    xu   hint^Tlusaen.      Die    Kürpertemperatar 

'  *ieg  im    entvD    FiiHu    om    OiS'C,   im   rwoiten    «m    I.CI'C. 

Beide  Thiere    blieben  am  Leben. 

Nach  lOtÄgigem  Stehen   an  der  Luft  bei   10  bi»  I2"C 

ffortlt  damvlbe  Wsu«si>r  in  der  Quantität  von  35  oem  ctncm 

W5  g  »obweren  Knoinchen   subcutan   injicirt.      Dw  Waxser 

atbiett    nun    xahtreiche  äfibchea-  itiiil  f^chranbenbakterieD 

vai  itr  AmiDOniakgi^balt  «rar  auf  10  mg  pro  Liter  gestiegen. 

1)u  Kininchen  entleerte  nurstförmigen  Kotb  und  starb  nach 

18  8tOB(lL>n.     Da«  (iehirnblot    un<l    die  Milx   wurden   unter 

^  i>&tbigen  VorsichtsmaMregeln    mikroskopisch  tuitersuoht 

vA  ohb^iclie   Mikroooccen   geiundeu.     Die  Sectiou   ergab 

fa  «Aer  erträhnten  Befund. 

AthoHche  Resultate  wurden  mit  frischem  und  faulendem 
<'*nBKWiiwcT  uuil  mit  KcichonspQlwftsser  eruelt.  Alle  diese 
^Avigluiten,  worden  in  frischem  Zustande  Ju  Mengen  von 
*  Wi  CO  ccm  subcntAü  injicirt  von  den  Thicrcn  gut  ver- 
''*pii.  «rührend  nach  d  bis  Utägigero  Stehen  die  UStfle 
™  d>ti  erwähnten  Menge  genügt,  om  die  Tbiere  zo  t&dten. 
'tlt  Gewerbe- Abwasser  wie  z.  B.  das  Wciehwasscr  ans 
™'«rnea,  die  FItbsigkeit  ans  Äescher-  und  Kalkgruben 
■™ii  »elion   nach   Injedion  relativ   geringer    ^uantitäteu 


Herr  Vog«i  iib«rreic1it  der  OUsae  die '».  Autlage  seiner 
getneinscbaftlich  mit  Dr.  Woin  hcnusgcgcboiwn 

„Anleitung  xnr  quantätativea  ADulyse  landwirlh- 
scliaflljch  wichtiger  StoETe  iu  prakti»cjieii  lleiKpiehm 
Berlin  1879." 

In  der  ClasseiuiitiniRg  vom   1.  MSrz  1S73  habe  ich  die| 
Kbrc  geltabt,  der  Classe  die  i.  AaÜAgfi  meiner  „Pnüctiüehen 
Ucbaug«beUptoli;"  vorzulegen.    Bei  der  nun  erfolj^eu  flentaa- 
gäbe,  der   5.  Aufiage  möchte  ich  die  vor  Jahren  gevräkrta ' 
KrlaiibniM    abermals    iu    An«iinicli    nelinieii.      Oiis    kteiiw . 
Doch    bat  unter  neaem  Tit«l    und  Vi-rlag  vollkoiumun  vor-J 
Xnderte   Form    erhalten.      ZnuäcliBt    Ist    von    der  Auleitungl 
aiir  WiTtbbetiimmung  rein  leebnisdier  I^rwlnkte,  welch«  in] 
den  frDbetflii  Ausgaben  auafTibrlich  bchnnitelt  war,  üm^ 
geuomEaeB,  dagegen  mehr  entfiprecbeud  dem  neuereu  ZivMke.l 
land>  nnd  fbnttwirthitcbaidicber  Unterricht,  derUulerstichimg 
Undw-irlb.icbaftlich  wichtiger  Stoffe  eingebend  Rßeksicbt  zu- 
gewendet   worden.      Als    neiibearbeitet  ist  wi  erwHbni>u  derJ 
Boden  und  seine  Verbesseraogsmitt«! .  käß»tlichu  L>5ngmittrl,j 
Futtermittel,  aiLnuntliche  Molkerei-Produkte.     Es  war  ueiu] 
Wunsch,  für  die  neue  Auflage  einen  bewülirteo  agriktiltur-l 
chemiBcben    Mitbearbeitor  na    gewinnen.       Herr    [>r.    Knut] 
Wein   —  seit    einer    Eleiho  von  Jahren    si>'lb><t£ndtgi)r  Leiter 
der  Mönchener  Inndwirthscbaftlicbpu  VorsucbMtation  — 
meinem    Wunsche  entgegougekominen.     Kin    (»esonde« 
freuliche«  Zeichen  der  Anerkennung  gLii]l>e  ich  tlarin  ßndeni 
XU  dürren,  dnss  motu  verehrter  Frennd  und  Collcgu  Prormaor] 
Dr.  Ebermayer  in  Uebereintitimuiiiug  mit  mir  AietM  Ati1eituii|j 
b«i  dem  ([uaittitutjven  Theilc  unitcrvr  pruUücfaen  Uebati 
xa  Grunde  gelegt  bat. 


Sltutng  vom  7.  Jiui  l^T^I  (Naclitraf,-). 


Herr  Profeasor  t.  KSgoli  legt  flioe  Abbauillnng  ror: 
üDtlier  die  Bewcgangen  kleinat«r  KSrpercfaen." 

h   der   Sitniug    iti^r    inath.-pby«.    Clatne   vom    3.  Mai 

von   Uerm  ücli.-ltuth  von  Pottciikufor  eiae  Mit- 

IMmg  Aber  EsperiDieut«  gemacht,  welche  Herr  Dr.  Soy  Ka 

V  kTgitnimheD  Institut  au^geftibrt  hatt«,  and  durcli  wiOclie 

kviwQ    «vrdni    üolltv.    dass    oine  LnftströniuDg    von  dtir 

linalen  Geschwindigkeit   von   kanm   nielir    alx   2  oni,   in 

<w  ^rcnadv  fiiiiluia^pilKC  von  i.-in«r  faiilon  Rüssigkcit  weg- 

fllire,    —    und    darans  die  Unrichtigkeit    meiner    Angittw» 

tter   den    uümticlien   (iegenstaud    in    der  Schrill    übvr    di« 

BMnm  Pilz«  gorolgvrt. 

Ich  habe  in  jener  Schrift  bekannte  pbrsiksliRche  Tbat- 

•ch«n    fnr    eine    Theorie    be/ügÜoli    des    Wegführen«    von 

Spaitpthen,  die  sof  einer  m^br  oder  weniger  foucbtvQ  Untei^ 

Ihfft  b«Gi)dlic]|  sind,  in  die  Luft  and  bezüglich  ihres  weiteren 

'  l^wuporfce  benutzt.     Die  wenige»   Vonncbe,  die  ich  ange- 

fbrlU  h&tte,  bestitigten  vollkommen  die  theoretischen  Por- 

tlcrangen,  m  dam  ich  es  fQr  UbeHlllwig  hielt,  dieser  Sache 

auf  experineoteltein  Wege  weiter  uachKngehcn.    Der  Wider- 

II    iprach,  iet  jetzt  im  Schosse  der  Akademie  mit  dem  AnNprach 

BexactiT  nperimonteller  IV-grUndung  erhoben    wird,    reran- 

HlMst  toieb.  diese  Frage  in  Betracht  ihrer  wiBsenschaftlicben 

Pnod  nHibr  noch  ihrer    hohen  praktischen   Wichtigkeit  noch 

«niD»!    au£nui«bmw    nod    die    Krgebniwc    gleichfalls    dex 

Akademia  roninivgen. 


390 


tiätutitf  der  iiKilA.-/ilty*.  VlauM  com  7.  Juni 


In  d«r  Scbrift  nber  <Ii«  ,,Niodent  PiW*  iabv  ich  die 
Tbeotie  nur  gans  kurz  behandelt.  Die  mehr  poiialäre 
Hultußg  lies  Werkes  «rlnubl«  keine  tiefer«  wiicscnivltafl'liclie 
Rrörternng.  ludem  ich  jetzt  in  A'nfv  Erürli-rnnf^  «intn-ti-, 
will  idi  dieselb«  nicht  blos  auf  die  Befriedigung  eiues  beetinun- 
tL-n  praktisoben  Zwecke»  bc«chri4iik«>i,sniid«m  ganz  allf^niein 
die  Bewcgaof;«!!  kk-insti^r  Körpcrclicn,  dto  wir  aU  8taab 
bezeichnen,  zum  Uegeoatand  meiner  netrachlnngen  machen 
und  zwar  in  drei  Heziebniigeu:  Uewegungen  in  der  Lafl, 
Btfwvgaagm  im  Wasser  und  Wegftlbren  von  einer  naisen 
oder  trockenen  Unterlage  in  die  liufl.  Ich  wente  dabei 
allerdingK  meine  bettondere  AufmcrkKamkeit  denjenigen 
Fragen  zuwenden,  deren  Beantwortung  (Ur  die  Verbreitung 
der  niederen  Pilze  (somit  auch  der  Miasmen  und  ContagienJ 
wichtig  und  enticlieidtind  imI. 

Zur  Charakterisirung  de»  zu  besprechenden  Obj^a  be- 
merke ich  im  Vorana ,  dasa  ich ,  wie  es  bereit»  in  deu 
„Niederen  Pilzen"  gemliehen  wi,  von  den  in  der  Luft 
tiiidlidien  Staubk^rperchen  nach  ihrer  Grösse  drei  GrDp|i 
unterscheide : 

t.  Sichtbare  Cgröbere)  Stänbchen,  die  man 
von  blostiein  Äuge  eimielu  bei  jeder  Belenclitung  siebt  Sie 
werden  durch  Winde  von  der  Strosao  oder  durch  den  Kehr- 
besen vom  Zimmerbodeu  aufgewirbelt  und  falten  im  Allge- 
meineu  bei  einigermaasen  ruhiger  Lud  iielir  bald  nieder. 

2.  Sonuenstänbchen,  die  man  nur,  wenn  sie 
von  einem  Sonnemitrahl  belonditet  sind  and  sich  auf  eiueni 
matteren  Hintergründe  abheben,  tieutlich  sieht.  Auch  in 
der  acheiulMtr  rnhigen  Liifl  eimf»  ge^ehloasenen  Zinim<>r» 
sinken  die  nenten  nicht  za  Boden. 

8.  Unsichtbare   StSubchen,    die   man    aiirb    luj 
dem  durch  eine  Rit/e  In  ein    donkles  Ziuimtx   einfallende 
•Sonnenstrahl    nicht   siebt     Sie   werden  in  ihrer  Mühi 
selbst   fon   den    i«bwäch«t«n  LuftstrSuiungeu    und  in 


V.  JtS^i:  Vtber  ilir  Hetrrffuniffn  HerHirter  lOrperduit.     391 

liUgsIcn  uns  in  grSesoroii  KJSaiii«n  l<«ItBiiiitiM]  I<ufl  wfawebcud 
vUlen.  [lieber  jtehörea  z.  B  alle  Spaltpilze,  ebenso  die  den 
Rtsüi  sanamiiiviuvts^endcn  Knrp«rch«n,  ferner  die  Ulä»clieii 
dcf  linnlicli  trockenen  Nebels. 

Von  <k-u  in  Hner  Kliis)>igckeit  bi-fiiidlic)ien  SUnbbSi^ 
fttclim  können  wir  gk'ich^lls  drei  Ornppeu  nut«n)chetdeD, 
•Ütjtdoch  mit  den  ebengenaunten  nicbt  msanimenfitlleii: 

1.  Nicht  taasende  Körperchen.  Sie  bleiben 
ngsD  ibret  grOssieren  ((«wiobtes  in  Rulie,  wenigsten«  für 
<iu  mit  d«ni  Mikrookop  bcwufl'uetfi  Auge. 

i.  T»nxk&rperchcu.  Sie  x«i|;«ii  imt^r  dem  Mikro- 
*HQp  diu  durcb  Uolekalarkräfts  vernraacbte  Tanzbewegnng 
(Bnvn'Kbe  „MDle^nlarbeirrfriiiii;"),  füllen  ab«r  dtircb  ihr 
v*>ritkl  doch  bftld  uuf  d«a  (irund. 

3.  äcbwebekQrpei'chen.  Sie  sind  m  klein  nnd 
■Wl,  ifaws  8te  io  einer  fpin«  ruhigen  Flnss^keit  durch 
*  Kote knlark rufte  fettgebuUen  werden  nnd  nicht  zu 
wa  sinken.  Man  kennt  bis  jct/t  nur  «ebr  wenige  öub- 
*UMn  in  dieser  leinen  und  fttr  diis  Mikroskop  kaam  noch 
iknirbmlwm)  VertUcilung. 

L  BßwegunKvn  iu  dnr  hvtt. 

SSekfichtUch  dieser  Itewej^ungeu  wissun  wir,  das«  die 
Ltift  unscnir  Zimraer  mit  Staub  erfüllt  ist,  welcher  darin 
beruiuÜie}^  Wir  sehen  dii%e  Staubt  hei  leben  gewöhnlich 
ekbl;  manche  deraelbvn  werden  un.i  »\tvr  in  dem  äonneo- 
«tnüil,  der  in  ein  tcrdnokcltcs  Zimmer  fäXh,  als  „tarnende 
aonenitäabcben"  sichlbar.  Wir  wigseu,  das»  ein  starker 
den  ätaab  iu  den  Btruwn  aufwirbelt ,  dii^  der 
;no  von  Vulkanen  Mtcb  Ober  ganee  Länder  ver- 
e)l«t,  mtd  (lass  der  PassatsUub  ana  fernen  Welttheilen 
loKb  LufUtrSmnugßu  bergefilhrl  wird. 


892 


BUtttng  der  «iittA.>jAjn^  CUuie  tvm  7.  Juki  t8!9. 


i 


Et  K>^^'  »oMei*  ^^  allgviaeiDea  Anxiehang  der  Erde, 
die  dsn  fallen  bewirkt ,  uud  auwer  d«r  nur  ausnahnmreMe 
sur  OcHong  koiumend^D  oltiictmchen  Ansiehnug  und  Ab- 
stoBBUDg,  blos  zwei  Ursachen,  vod  welcben  allenfalle  die^ 
Bew^fungen  der  Staubk5rpvrcli<:u  ia  der  hah  abgelnt«!  ^ 
werdea  können ,  aämücb  die  Stösse  der  eiuzelnen  Loft- 
uiolecUle  und  die  Masnenbewt^ingen  (StrUmnngen)  der  Lufl. 

Seitdem  die  Vorstellung,  dass  die  MulecQle  der  Gase 
mit  grosser  Geschtvicdigkeit  durch  einander  fU^eo,  in  der 
Physik  Eingang  und  weg«n  ihrer  uuwidcrl^Ucben  Be- 
grOndong  allgemeine  Zustimmung  gefnoden  hat ,  li«sa 
sich  auch  di«  Vermuthung  auffttelleu ,  da»  die  „tanzende 
Bewegung"  der  Sonnenstänbcheu  durch  den  bätifigm  und 
in  verHchiedeuen  Richtungen  wirkenden  Anstos  der  Oas- 
mulociltf  verursacht  werdi^.')  Und  man  ki^nnte  wlb«t  noch 
weiter  gehen  nnd  vermntben,  daas  die  allerkleinsfen  Stiab- 
clien ,  in  dieser  Weilte  wie  elastiücVie  Bälle  lieruuige würfen, 
sich  wie  die  Luftmolecüle  selber  TerhJBlt*<ii  nnd  dauernd 
swpepdirt  erhalten  blieben. 

Man  könut«  z«r  Ik-grflndung  de«  Letzteren  annihren, 
dasB  die  Gat-e  von  nnglcicheni  Molecnlargewicht  sich  gleich- 
niäaaig  in  einem  gi^Vueu  lUnme  verlircit«u  and  itam 
in  der  Atmosphäre  bis  auf  jede  zugängliche  Uöh«  d»e  SU<>k- 
stoff-  nnd  KanerstofTiuolecüie  in  gleichem  VerhÜttnisae  ge- 
mengt «ind,  (il^gloich  «ie  ungleich««  Gewicht  haben  oad 
von  der  Erde  ungleich  stark  sngesuigen  werden. 

Allein    die    ßeziebangen ,    welche    zwischen    den    TW- 
Kbiedenarttgen  Gasmolecülen    bestehen ,    künnen    ans    zwei 
GrOaden  nicht  anf  die  Stanbkörpercheu  ansgedehut  werdnt,  ^j 
auch  wenn  dtme  vollkommen  elasttHch  wären.  ^| 

Einmal   hat    das  fl|>eKifl»!he  Gewicht  bei  den  Gasmole-    ^ 
etilen,    wo   e»    fibrigeni  gar  nicht  bekannt  ist,    keine    Be- 


ll Naamana  sllgdo.  a.  pb^sikal.  Ch«aiiB  S-  tl 


».Sügelit  UOur  ^  Saetaun^e»  kleintter  Xärpcrdteit.    393 


^ 


itnitg,  wob)  aber  bH  den  SUubkRrpercIicii.  In  der  Luft 
rdrüngi'n  iVw-  Sticlistulfiiiuli'crile  und  ilit-  Sauerstoffmole' 
ofil«  steht  einander,  sondern  den  Äetber,  desnen  Raum  me 
iHnDt:lini<;u,  und  da  tVic^r  so  gilt  wie  gewichtslos  iiA,  ko 
hat  kein  MoIcviU  i-in  ifroüsima  Bostrebeu  xa  falten  als  die 
Qbrigen.  Die  Terbreitong  der  Ganinotecnle  tm  Luftraome 
ertolgt  a1»)  nur  nacb  den  niechanischon  BvwcgaDgagaMttca, 
wobei  die  MoIecUIe  von  verMhiedenem  Gewicht  eine  ungleiche 
Geschwind  ig):  iMt  aiitif^hnieii,  aber  durohAclmittlich  die  gleiche 
IdaetiKbc  Knergie  besitzen.  —  Grössere  Körpcrcben  dagegen 
haben  immer  daj  BeHtrebeu  xu  sinken,  weil  sie  ein  be- 
stttDmtm  I.tit\voluni  {eiue  groMe  Ziihl  von  MolecUlen)  ver- 
4HDg«o  and  von  der  Enle  stärker  &ng<eJiogeD  werden  als 
gleich  grn«M  Luflntafsen. 

0er  urtrilv  Gmud,  warnni  die  Bewogaogoa  der  Gas- 
itedUe  nicht  za  einem  Schluas  anf  die  Bewegungeu  der 
Sbutbkörpercbni  benntst  werden  dürfen,  ist  der,  weil  die 
in  ihres  unglui(^h  grösseren  Gewichts  einer 
Ordnung  von  Körperu  angehören.  SVegm 
Smh  gröwertfn  Gewichte«  sind  me  in  der  That  tnitten 
unter  deu  hin  und  herfliegenden  Lnfbnolei^len  so  gut  wie 
in  ruUkuminener  Huhe ,  nnd  en  kann  aaefa  von  einem 
Tumm  oder  Zittern  Jit  Souneiut^abchcn  in  Foigv  der 
Volccalarvt&t»  nicht  wohl  die  lieble  sein. 

Dieffi  tSflst  «ich  leicht  durch  eine  Ker>>chnudg  der  Zahl 
uid  der  Energie  der  Molccalamtösse  dartfaun ,  welche  ein 
KfiriMruhna  von  be^inimter  Gröiwe  unter  bestimoiteD  Ver- 
la der  Löft  erfahrt,  Kine  solche  Berechnnng 
da«a  riebcm  Boden,  (»ritdein  man,  Dank  der  mechan- 
iK-ben  Gaadisori«,  eine  xiemlicli  genane  Vorstellut^  ron 
Jf>m  'Inwicbt  nnd  der  Geschwindigkeit  der  GaRinoIncOle 
haL  W<-nii  aoch  dif  abwlnlen  Werthe,  die  man  nach 
üernr  Theorie  aof  verschiedenen  We^n  erhält,  nicht  toII- 
ksmnai  fltieretostiinaten,  so  weicben  sie  doch  nor  venig  von 


394  Sitstmy  4er  mathj-pkyi.  Camc  von  7.  Juni  2879. 

einander  üb,  und  was  auch  diejenif^n,  welche  Angaben 
Ober  iiiolecular«  Hinge  nar  mit  Zweifeln  uufzunclinicn  ge- 
neigt sind,  bornhigi-n  kann,  irt  der  umstand,  dass  ander« 
physikaliBche  Betrachtungen  ven»chi«Mlenf  Phviiiker  nof  eine 
absolnte  Or<S«m  der  Moltwüle  in  {«»txa  und  ßQKMigen  Körpern 
geführt  haben,  welche  der  ans  dem  ^rechneten  Gewidit 
der  Gasmolecflle  >tich  erg«benden  Grikse  ziemlich  mbe 
kommt,  —  so  dass  ps  (Ur  die  Verglcichnng  der  MokcHle 
mit  Körpern  von  wahrnehmbarer  GT3«e  ganx  gleicbgiiUig 
ist,  ob  man  der  einen  oder  audem  Angabe  folge. 

Nehmen  wir  an ,  da«s  in  1  cbcm.  Gas  bn  0 "  tmd  bei 
einem  Druck  von  T(iO  mm  QneckHillxir  21  Trillionen  Male- 
cQle  enthalten  »eien ,  so  liat  das  SanerbtoE^olecDl  ein 
Gewicht  von  7-  nnd  da-i  StickstoffmoleoUl  ein  itolches  von 
fi  hunderttaa«.-ndtrillioD§tel  Gramm.  Das  ersfere  bewegt 
eich  mit  der  durchscbuitt liehen  OenchwinJigkeii  von  461  m^ 
das   letztere   mit  der  Geschwindigkeit  von   492  tn,   iu  der 

Seemide,  »o  da««  die  kinetische  Energie  (  ^  m  v*l    Tür  dm« 

eine  und  andere  im  Mittel  gleich  gross  ixt. 

Uie  Gasmolecüle  Tcrhalt«n  »ich  bei  ihren  gegenseitigen 
Stflssen  wie  vollkommen  elastische  Körper.  Wenn  m  aa 
ein  Stanbk&rpercben  anprallen,  no  kann  dieses  entwnler 
gleichfalU  eine  vollkommene  Elastizität  bewähren,  oder 
aber  nicht.  Fftr  den  ersteren  Fall  läast  sieb  die  Geschwindig- 
keit l>erechni.-n ,  welche  das  in  Ruhe  gedachte  K()rj<ercfani 
durch  den  einzelnen  Sto^s  erlangt,  oder  was  das  Nrimlivbe 
ist,  die  Veriimlerang  der  ihm  l>er»iiJ(  eigen  thQoi  lieben  Ge- 
fCbwiudigkeit.    Diese  durch  den  Stoss  erlangte  Lteschleunig« 

2    a    T 
nng  irt  — '  t\-  ,    wenn  a  das  Gewicht  des  anstoemndeo 
a  T'  b 

LnflmolecOls ,   v  seine  Gescbwindiekeit  und  b  das  Gewicht 

des  Körpvrchens  ist. 


4 
I 
I 


f.  tfS^rii:   Cebtr  Brire^tijtrtt  Uniufcr  K6rpfTrhfn,         39fi 


li 


Bfttnicbteii  wir  znontt  dio  leichtesten  StÄDbcIi«»,  von 
(leren  Existenz  wir  Kenutai«s  liabeu.  Bs  sind  die  kleinHtea 
Spallpilzi»  (Microfificciu/,  w«Iche  mit  Wumm-  inibibirt  nicbt 
mehr  iilä  0.5  inik.  (O.lWOO  mm)  (;ros«  «ind  und  sieb  mit 
den  besten  VergrSsserungen  eben  noch  deatlicb  wabmehnien 
Iimea  Im  troekea«»  StHubzustand« ,  wie  «i«  in  dar  Lnft 
heruuiSi^eo,  bat  sieb  ibr  Dnrchnipwer  auf  dif  HHlfle  ver- 
t^^kUicert  nad  das  Gewkbt  beträgt  I  fünfzigbillionstel  Gramm. 
^■fÜB  «olclwH  .Stäubcbuu  i«t  al«>  300  Millioneu  mal  «chwiMVT 
^^H^Hfe  SanersbofT-  oder  StickHtolTmolecül ,  und  die  Ge- 
^^Hmaigkvtl.  welebe  ihm  diircb  d^u  Si<m^  eines  der  letzteren 
M  «libeilt  vtrd ,  betrügt  kaum  0,002  mm  in  der  i^ecande, 
^■oreicht  also  noch  niobt  die  Geschwindigkeit  des  Stnnden- 
^mttägvn  «Der  Tuchenuhr. 

V  Die    graaeeren    in    der    Lull   befindlicbi^n    Eörpercben 

eriabn*n    durch    den  Stons   eiue«  Lnftroolecüls  entsprechend 

^ geringere  Veründernngra  in  ihren  tk^negimgen.  Für  einen 
t>|iaIt|>iU  von  I  billioiiatel  Graoim  Gewicht,  wie  er  ain 
»faäntiiistea  in  der  Luft  vorkommt,  betri'4{t  die  Beschleunigung 
;  mm,  fllr  ein  grimmem  Weizenstärkekom  (Gewieht 
i>,<>i."/"|ä  mg)  O.0nO0O0'0O4  mm,  fnr  ein  mittleres Kartoflet- 
■Orkekorn  (Oewicbt  U,Ut>01  mg)  O/WOOOO'OOOÖ  mm  und 
Rh  ein  gew&tinUcbt.«  iMoauutäubchen,  dessen  Gewicht  etwa 
0,001   mg  utumarlit,    f>inkt  die   dureb  einen  MolecularntOM 

»erkntcte  Btvcbiuunignug  *al  O,OOm)00'0i.K)Oti  mm  in  der 
Knnde,  ist  alao  50  Millionen  mal  langsamer  ala  die  Be- 
wtgnng  des  StundcnzeigerH  einer  Taschenuhr. 

In  Wirblichkeil  müxsi'ti  di>;  lloscbleimigungeD  noch  ge- 
nngvr  aeiu,  aU  inebeu  angegeben  wurde,  theiU  weil  der  Luft- 
wUer«t*od ,  dm  die  sich  liewegenden  Stäubcben  zu  Ob«r> 
winden  haben ,  TmiaehläK«tgt ,  theils  weil  vollkommene 
OaaiiiilSI  der  Stäubchen  angenommen  wurde,  während  ea 
anxweifclhalt  ist,  das»  ein  Thcil  der  lel^endigen  Kraft 
SttMMS  (Ur  innere  Arbeit  verwendet  wird. 


396  fUltUHif  dff  mathrpi'^-  ^lUar  roni  7.  Juni  Vt36. 

Nun  wird   swar  ein  Stanbkörperchen  za  gleicher  Zeit 
□iclit  bloss   Ton   ein^ui,    smidt^ru    vou   einer    Unxnli)    von ' 
MolvenlarsUJAMm   gctrolÜe^D.     AWr    selbst    viele    Milliouei)] 
gteichneitig  in  der  nämlichen    itichtitug  erfolgende  StK^se' 
würden    nn   einem  SonnenstinliciieD    noch    keine    äichlburc  i 
Bewegung    hcrvorbriugen.      Ueberdcm     prollni    die    Laft*j 
molecflle  ron  allen  Richlun^en  her  an   aud  beben  sich  in 
ihrer  Wirkung   nm   so    voltKtündiger  aof,   je   gr5«»r    ihre 
Zahl  ist.     Ein  kugelige«  Stäubchen   von  0.00  t  mm  Durch- 1 
measer,   das  also  zr  den  kleineren  gehört  und  lange  iitcht 
flo  gros  ist,   nm   uls  Sonnen«)  an  beben  gpsehen  xu  werden, 
wird    in    der  Secunde    etwa    von     l   Billion    LaftmolecUlen  j 
angestoasen. *)     Bio    wirkliehex    5>onDensläQbchen    aber   er-| 
iÄhrt  eine  noch  viel  gri^erc  Znbl  von  Stössen. 

IJ  Diu  Becbnviig  kann  In  verseliloini'-r  W<ita  ansfteftkrt  «wd«^ 
Wobei  ilii>  Annahaie,   <laM  di«  Lnftuvolocale   «inva  Batnn  Kera^Kalj 
■lurcliUufeii,  iU>  ümticb«  BMuItat  ^ilit.  wie  vens  Baa,  dar  Wlrklldh 
Ikhkdt  uiit»|irrchen<1,  }«<le  Bcweenni.iriohliiiijr  Sa  Folg«  4u  tahlreidica] 
Znnimmen*td«Re   au*  rtclm  kleinen  ßrv«)(Bnf[MtQcktn  rieb 
g«wUl  lieokt.     Kinnint   kann  man  voa  den  in  elanii  kiigeU)(«n  Lafl-I 
nunie  toq  (i,U01    miu  DarckmeMcr    eetbaluaon   MelMDlea    aiuirflimir 
dcTüD  Z*bl   11  UilUoo«o  l>arä|rt,   wdck«  in  il«tD  angegeben«)  BauM 
aiD«n  mittlcii-'n  Weg  «on  0,0O0&£l  xitn  miOcklcffen  nad  dt»  ia  1  Swamle  { 
In  Folfc«  itir«r  mittl*rtn  Q«(chwiD<Iit;1c<nt  ron  4.S5  tn,  9:t0  Uillionm  i 
nuü  mit  aaltnn  abwechsrln.    hw  Zahl  il«r  «Ihicod  I  Seonaik  dwebl 
einea  lAftraam  liindarcb«eheDd«u   Moiccali»  gi«bt  dia  Zahl  dvf 
«aUntüate   aar  «tn«o  »olideii  K(>r[wr  von   i:leicb«r  QifaM  and  Gntalt ' 
an:   in  dicum  Falk  9»)  Hillioii«n  mal  II  Mlllkinn  oAn  lOO-JO  bilU- ' 
onea.  —  VTtna  man  tich  dm  kleinen  Raam  *oa  a,W>\   mm   Diik1i> 
nMMr  ala  HebUnigel  deakt,  w  drtckt  diu  aa^g«b«ie  Zahl  die  w&bna4 1 
I  Sennle  anf  die  innere  Wandan;   crfolecn-len  MolMalanUMc  u^J 
wdeh*  ••IfcatTcntinitlicb  d«n  voa  Misen  Bopnilloid««  äUgutn,  Amm\ 
aia  du  ücKtogewicht  halten,  an  Zaltl  gleldikonuneo. 

Hau  kann  andcneita  Tom  ciacin  beliebig  poMta  I.ultnam,  K.  OtJ 
von  ebor  HohlkuKol  von  t  m  DarcbnnMr,  In  welolwi  licli  au  lrB*ai| 
eiati  belicbigra  Stell«  ilai  8tubk6rvetdii;n  bdiuibt.  aiMiteiMn.    to  i 
Rolilkagal  find   II  Qoadrllliooen  MolocDle  enÜMltan,  nm 


Bemgang,    welche    em«ni  SonneiutAnbcheu  und 
einem  in  ier  Luft  b«>findlichc»  Staubk&r^iercUeu 
Jbreb  d«n   Stoss   äaes  einzelnea  tiasmolecUls   oder  eiiwr 
Tithabl  solcher  MoIhcQI«  «rtUvill  ivinl,  ist  alio  tio  äosserst 
gmng,    uud  die  Zahl  der  von  allen  S«it«u  glficbseitii;  vr- 
I  Ugeacieit   und   Bieh  gegenneitig  aufhebenden  Stösae  tsi  w 
I  tnatrordraÜich  gro»,  ilasM  da.-*  K<iri»*rcl)i>ii  sich  gerade  oo 
I  wUlt,    als    ob    es  gar   nicht  angestoawn  würde.     Ea  be- 
btet sich   daher   in  Tollkommener  Ruhe,   soweit  es  nicht 
na  UofUtröniungen  umhergorOhrL  and  dur«h  sein  Gewicht 
MleqteKogen  wird.     In  der  That  beobachtet  mau  an  den 
Stonetiitii abeben   nichts  von   einer   zitternden  oiler  hü)>fen- 
i^Beiregang  wie  etwa  un  den  in  tliüaigkeitvn  tarnenden 
EArptfchen,    sondern   sie   gleiten   je   nach    den  Luftström- 
Bfen  tangsftnier  and   schuelk-r   neben   und  dnrchciDaudcr. 
^ti  wenn  xablreiche  SonnenstSubchen  etwa  ein  Flimmern  and 
Mirch   den  Anschein   einer   hüpfenden  llcwegntig  'zeigen, 
« gntehieht  es.  weil  in  Folge  der  Lagcverändcrangen  bald 
im  tine,    bald  da^  andere   ron  dem  Sonnenstrahl  getroffen 
ni,  anfhlitzt  und  sich  wieder  unsichtbar  macht. 


Wenn   die    Bewegungen    der   Stnubkörpcrchen    in    der 

|UA  allein   darch    die  Luflstrümuugen   rernrsacbt   werden, 

iblagt  Altes   Ton   der   Frage   ab:    Wodur«.')]    werden    äe 

id    erbalten  ?    A  ns    der    tJeantworlnng    ergibt    aich 


495 
I  Sennad«  duTcliMlinitUMJi  -^rir  oder  99)  Hsl  dsrcb  i»» 

l»U  nail  mhU  inOgli<li«r  Weise  das  Kaiperchco  antrifft.    Alle 

unn  ruuIn«  10000  QtiMlrillioiien   iolcher  Kicarnioncn. 

1 1"  ptarbt  Quanclniitt  du«  Ktatitikärj  CTchcni    nimmt  Ht^n    billionst^n 

4»  frOscten    QaorKbnitta  der  Bohlkng«)  «n.    Von  all«D  Luft- 

die  iiaralte)  «incr  boBtlnimtM  Richtung  g«hen,   trifft  bIm 

TtiPtl  du  KCrftfcbea,  nnd  im  gleieben  Verhültniiui  wird 

anf  alloi  Seiten    von  der  OeMmmtxahl  dar  Gxrunionen  allor 

ftoott»,  aimlioh  tdr  lOOOO  IliUion«n  im  L«nfc  oinpr  Seconde. 


398         Sitnuijf  drr  Hu«(A.-fAj^.  Cfiuw  rom  7.  Jtui 

dann  sf^leidi  aach ,   uut^r  welcli^n  tTiuHtAotlßii  sie  steigeo, 
Mtikeii  lui'l  )ii.ntiii;iif  [)r<vvgiiug<!ti  au^füliren. 

nieibt  ei»  in  der  Lnfl  befindiiclies  Köi^wrclten  »chwp- 
bend  in  |{IHcIi«in  Abrtst»!«  von  dor  Grd».  ao  ist  dies  nor 
mflglich.  wenn  eine  anrnlei^iiile  Ltiflbewi-gimg  »einer  Kall- 
Iwwfguii^  ffi'riii!*'  i!u»  Cili-ichm-wiclit  hält  Di».*  frfwnK-rlicW 
Geschwindigkeit  die«rr  Laftttrüninnt;  lässt  sich  uan  fnr 
jeden  Kör{>er  von  lH-8timnit(*r  Grüütfie,  Gestalt  nml  speci- 
fiAchem  Gewicht  iMrcchneii. 

Wir  können  als  Analogie  ans  an  ein  Gefass  mit 
Wasser  erinnern,  densen  AoRfluMiifFaung  nanh  otwn  gericlit^t 
bt.  Der  daraus  hervor$pringeiiilr  Flüs^igkiritsiiirahl  erbcht 
sich  beinahe  zum  Watserapiegel  im  Gefas« ;  die  DifTeretis 
in  der  Hi'>he  kommt  aaf  Rechnung  der  Iteihung  uinl  dcsi 
xarückfollcuden  Wassern.  Die  AuRHaKsgeschu-iiidlgkeit  «nt- 
sprieht  der  Höhe  der  FlÜJt^gkeitsüulo  vom  Spiegel  bis  xuin 
Ansflnxw  und  ixt  die  nämliche,  wie  wenn  ein  .••chwerer 
KÖrper  durch  diese  Höh«  frei  gefallen  wäre,  also 


Diese  Geschwindigkeit  des  ansäieasenden  Wu»era  hült 
Gleichgewicht   einw    Wusscrsälile   von   gloieheni   Qner- 
föntitl  and  der  Uohe  h,  and  ist  selbstvenftündlich  auch  <"< 
Stande,    irgend  einen  anderen  Körper  von   dem  nämlii : 
Gewichte  xa  tragen- 

Der  aafrteigende  Lafttttrom  verhüll  sich  rflcksichtlicb 
der  Tragkraft  wie  der  Wasserstrom,  mit  dem  tT»t>rr«chieile. 
dMS  die  Lufl  1>ei  der  Temperatur  0  nnd  dem  Dmck  einer 
Atmosphäre  770  mal  weniger  Mnme  enthält  als  das  Woamt 
nnd  somit  bloss  ein  770  mal  geringeres  Gewicht  x.u  trngeaj 
rermag. 

Ftir  den  Fall,  da»  der  xn  tragende  Körper  ein  at>d<T<- 
Gewicht  hat,  als  die  strömende  KIOBsigkeit,  pj 


K.  ygft^i:   Vrlftf  4ir  JinrrgiMifitn  ilriutleT  Kfirjiierdifn.      399 


w    PonncI    V 


=  |/^ 


worin  g  der  Ooet&xi<>nt 


et  b*»cbh-Muigvug .    Ii  der   mittler«   v«rticale    Dnrcbuieiwer 

KUrpers.  yt  sein  «pf^iG»chra  (rewtclit  un<l  /  Am  sp«u- 

^fiflcho  GBivicbt  dor  Flüssigkeit  ist.     Ixt  h,  ;-,   nni)  y  bekannt, 

^Ki   berechnet   sich   ^rana  die  Güschwiudigkeit  t.     Ut    di« 

l«trtere  iP-g^^beu,  no  kann  dAtmux  h  ffefuadetx  w^rdm: 


ta  h  =  r"  - 

^B  Om  spezifUobe  Uevricki   (yt)   liidrockener   oi^guiiittchvr 

^^RUrijer     ohne     gr&ssere    Poren    ist    im    AllKeui^iiien     1,5. 

t  luaifc^ru  (iiewlbeii  durch  eiuen  LufUtroui   getragen  werden 


uUmi,  hnt  mau  v 


V 


2  .  9.81  .  h  .  l.n 


0.0013 


oder 


T   =   150,40 


V^h 


vn»!   h    ~   22636     v*,    worin    v  nnil  h    in  Metej'n    »usf;«- 
«Irflckt  sind. 

Hiexu    ist  tu   bemerken,   das»   v    die   GeJtchwindij^keit 

dp9  ■enkrueht  anfsli-ii^üiiiten  LnAstmiucs  oder  <liv  sviikn-chl 

«aisteigende  Coniponente  der  Oe^-hwiudigkeit  eines  schiefen 

V       UnUMlrotat»   i«t   bei   vin«r  Tempcratnr   von    0"   und   einem 

^b  Strome terstanii    Ton    7ßO   mm   Quecksilber,     b    drückt   die 

^H  JorchMibniUliche    verticale    lli'ihe   de»    getrageneu    Körpers 

^Pm«.      Die    GriiKW     seiner    honv.outalcu    QiierHcbiiitt^tl&fibe 

kommt  im  Allgcmeiaen    nicht   in  Betracht,   i&  mc  kleiner 

gvitacbl   ist   nis   der  (juerseliiiitt  des  Lurt^troinea.     Sie  bat 

nur  iBBiifi'ni  Bitdeutuug    »i»   ein  brriterer  Kijrjwr  der  Lnft 

I^SDOi  Ptwas  grijssereu  Widerstand  darbietet  als  ein  schmälerer. 

Mtct  »br-r  gleicher  Kfirper.   d«  n»  den  [{ändern  die  Trc^- 

kimft  dpreclhen    nicht    roll    nusgenatzt  wird;    ein    horizun- 

I  tat««  Brett  wird  von  der  Luft  etwas  leichter  getragen .   als 

Ina   vwn    diesem  Itrett  alige^iebiiittenes  kleines  Stück.     Aus 

gleichen  Uruud«  hat  anch  die  üestult  <\t«  Quentchnilt» 

M-T-i    i.  Ä«ili  -ph«  Cl.j  2fi 


■(00 


Siltunir  tUr  tmah.-pkyi.  Ctatit  iW»  7.  Jim  1879. 


etwelchan  Eiiifloss;  ein  «chniftleft  Rechteck  wird  wen 
leicht  getragen  als  äa  Quadrat  von  Kl^icliaii  Fläcli*ii* 
inlislte^  Dies  gilt  für  griiwiere  Kflrper;  itlr  mikro- 
skopiscbe  KörpercliiMi  kehrt  Kich.  wie  ich  «igen  wt-rde, 
daa  Verhältniss  nin,  weil  bei  ihnen  ein  neaer  Fadur  r.nr 
Geltung  kAmml. 

Ausoer  tier  GcKtnli  de«  horizontulm  Qiicrschuittc«  i«l 
aach  die  Geataltuug  der  abwärts  gerichteten  tdem  Laft- 
stron;«  HUNgeiHxteu)  OberflÜclii'  t)<>(i  getragenen  K&rjier»  ?on 
Bedeutung  für  das  R«unltat.  indeui  der  Druck  der  Lnfl 
um  mm  geringer  auafilllt,  je  mehr  sich  die»e  Oberflicli« 
snr  Pyramideu-  und  Kegelform  erhebt,  tind  um  mo  gr&mer, 
je  mehr  aie  zur  ebenen  oder  gar  zur  concaveo  Fläche  saräck- 
sinki.  In  gleichem  Sinne,  nur  in  geringeren  Masse,  wirkt 
die  G««taltiiug  der  aufwnrt»  (dem  Strume  ahgekehrtenj 
Oberiliiche. 

Endlich  Obt  auch  die  Oes«h windigkeit  des  unMsigen- 
Jen  LnfWromes,  welcher  zum  Tragen  des  Körpers  erforder- 
lich ist,  einen  moditicirenden  EinfluMs  au«.  WÜhrend  bei 
l«ug«Bn)en  StrömnDg<en  die  mechKnisch«'  Kraft  Anm  Quadrat 
der  Geschwindigkeit  proportional  vX .  ermcht  sie  liei 
grSmerer  Geschwindigkeit  einen  h&beren  Wcrth  wegen 
der  Lnftvordichtiiug  ror  nnd  cl«r  Luftverdönnang  hinter 
dem  Körper. 

Wenn  ein  KiVper  i»  der  Luft  fallt,  so  nimmt  die 
Kallgeschn-indigkeit  im  Anfauge  stetig  zn.  Xach  UIngerar 
oder  kUraerer  Zeit  wird  sie  constant ,  —  nämlich  sobald 
aie  so  groas  geworden,  daw  der  Ladwiderstand  der  Be- 
adleunigang  du  Gleichgewicht  hält  Dieser  Ztistand  tritt 
HMlSrlieh  nm  so  schneller  ein,  je  geringer  das  spezifische 
idMneht  nncl  der  verticalc  Onrchroesaer  den  fallenden  K&r- 


Dm  coiutMit«  GeMhwiodigkeit,  die  ein   KKrper  beim 
Ui  ruhiger   Luft  erlangt,   Ist  genau  diejenige,   dkl 


I.  Adfdi.-  t/thn-  dir.  Baftfwtge-  üntultr  Kürperdum.  401 

dB  ubtogeodw  Luftstrom  annebinen    ntm,    am   i]i«Mn 
Kbper  »chw«beii<l  xu  ■•rhaltcu.     Alm  gelten  nach  bin*  di« 

«nen  Kormoln  r   =»  ]/  2  g  b  nnd  t    -    1/  ?_i_°J2., 

und  fltr  den  Fall,  daas  das  8peEi6sche  Gewicht  den  Kdrpera 

=  W  »t,  dip  Fonnel  »  =  150.46  \'h.  V 

Die  verwltiedeueD  IToutände ,  welche  das  Getra^^- 
"ttita  eiow  Körpern  durch  aiieu  »urMtrsgtüidea  Luftstrom 
nodiiurra,  mkchen  tücb  gaox  in  der  nämlichen  Weise  beim 
OnmUatwRrd«»  d««  Fallen«  ({•.•lt<nd.  Ka  sind  die  Orfl«se 
x»l  die  Gestalt  des  borizoutaleu  Qaenehnitt«,  die  Modellir- 
"f^  der  abwürt«  und  der  aufwirU  gekfhrteii  OI>erf)iche 
^  tw  ahaolate  Geechwindii^keit  den  Falles. 

Hau  kaun  «ich  leicht  rou  der  ßichligkeit  de«  Gemg- 
m  öheneogttD,  indem  man  entweder  leichte  Kürpt-r  durch 
^  hfioatlichen  aufsteigenden  Lnflstrom  von  bekannter 
^t^bwindiskeil  schwebend  erhall,  oder  wu»  eher  an«zti- 
^na  vA,  iadcm  man  sie  in  mhiger  Lnfl  fallen  lässt  nnd 
^  «ehr  bald  erreichte  Pallgesdivindigkeit  bestimmt.  Man 
boa  Mch  dal""!  flacht-r  Knrjwr  IwHli'-ncn:  ddrmt'r  Piipit^r- 
'itttter,  whr  ddnaer  Metall blättcht-n  u.  d){l.,  welche  während 
tu  Falle«  ihre  horizontale  Lage  behalten  niHfiAen.  Da  die 
Itieke  nnd  ufl  iiiii-h  da«  speziß.icbe  Gewicht  dieser  Körper 
lieht  gwuM  KU  ermitteln  sind,  so  wird  durch  Wägen  eines 


Ob  IdsathU  dM  cMStaaten  Gtsdt«iiidi«k«it  «ines  falUadsa 
li  raktftr  Laft  oll  4«r  6«adiwlBdigk*ct  dM  aabtelgesdta 
die  dfai  In  Bähe  bctadUcben  KArptr  da«  Glekbpwktil 
'■qfMl  rieb  wkon  »u  der  KrwiKoag,  du«  die  0(«ch»i»digkell, 
wir  ■innn  Eirper  tm  Vetgleicii  mit  n**Ta  andorea  loidirtilw. 
te  Dt&Tcai  da  (i«»di*{ndiglieitcn  beider  int ,  aad  daM  e«  f3r 
.  BHrMlitanjtca  asf  dai  Ghklie  heraatltafnBit,  ob  nsii 
■Iff  Am  anlrm  in  ab*o1at«r  itob«  T«r<r*iUii  odor  ob  naa 
bewqiai  bMt .  ««na  Bur  der  Datenclilrl  in  dar  Be«<vaa( 
aSaOkbe  kMbt- 

86» 


402 


Sittiiiif  lUr  ■■»ilA^-jibjii.  i'lfUKf  mm  7.  Jtmt   tHT9, 


Krömern  Blntt««  dat  Gewicht  iler  Flä(-hpneinh«it  b4sttimnit| 
anit  darauH  di«  Dicke  einer  Wasscrm^liiclit  von  gleicbi-ni] 
a«wi«ht    (li, )    1>n«clin«t.      Miin    «.-rlmlt    danu    die    KorinHi] 


=v 


2  Rb, 


worin    s    das   »peußxch«    Gewicht   der 


=  l/2_-9J 
V      0.01 


81  h,1 


,0013 


Ijiift  vi>r){lichtn  mit  Waxscr  l>i>d«<it«t :  at«o  r  = 

od«r 

T    =    I22.8fi    Vk 
indem  tUr  v  und  h,  der  Werth  in  Metrrn  einznwtzen  nl.*)} 

D!«  Scliwierigkvit  bei  solchvn  Versnobten  IwHtvht  darin, 
iUaa  die  dnonea  Blätter  beim  Fallen  bald  ins  Hchwanken  , 
f^erothen  und  schiefe  liSgen  nnnehnien.  Am  iKSteu  Kelingtfl 
der  Versach  bei  GoIdschlä}{vrfanut ,  wclclic  wr(p>n  ihror  i 
aoitBerordentlicheu  Düunheit  E«hr  schneit  die  oonstiuiliv 
FnllgOKcti windigkeit  erUngl.  Die  meisten  PapierblitttHr 
stalten  die  Beobachtung  h\ovs  von  dfiu  Bi-ginnr  dvs  Fallen 
hin  kurze  Zeit,  DAchdem  die  Gescbtrindigkcit  conatant 
worden  ist.  Die  mittlere  Goieh windigkeit  während  diner 
Beobaclitnngsxeit  ist  denn  auch  geringer  al»  die  berechnete 
Fallgeschwindigkeit  und  beträgt  0,ß  bia  0,7  der  letztem.') 

IndcMiMi  wUrde  die  con^tniite  Fnllgeticli windigkeit  hori 
xontaler  ebener  Papierblätter,  wenn  sie  beobachtet  werden 
kfinnte,   immer   lungsamer   sein   als   es   die  [teohnung  v«r>j 

1)  (Mer  V  =  122SJ&  V\i„  «tan  i  nad  li,  in  cm  Biuf[«<lrilcU  «iU. 

2)  £ia  OoUblitlchim,  tt-o  welchem  I  unn  a.UU0I&3  g  «if^fl.  OUI 
In  4u  Mrtra  paar  ^cumlcn  ilntcbohniUlkli  M  eni  in  <1«t  Smunl^ 
K«b«i  c*  aber  iia  Aabage  wohl  na«b  iticbt  ili«  volle  ücKliwia"it|tbdit 
bontst.    Dir  Bwhnanc  nriaairt  l-'>.ä  em. 

Ein  Blatt  Pa|>*(T ,  »clcbn  anf  t  •)»■  cia  Gevichl  toa  U.iKJiH'  g 
hat,  mit  vom  Kegtan  det  Kall«»!  au  I  n  ta  'ifi  SkuikIcii.  al>o  4"  ob 
ii  (Itv  Üecojiite.   «ähnod   di«  bereclmete  OeMili«iiidl(;keit  Gl.o.i  tat 


Jile 
leuj^ 

I 


r.  Kä^U  ütber  dU  Be^eguiHitn  Utintttr  KärperebeH,     403 

lügt.  fKfw  z«igt  iticb  sua  Vcrnifitifin  uiit  dniiii«ii  Kork- 
pUttai  I welche  anT  I  qcm  0,065  g  wiegen):  dieselben 
fallen  xtenilicli  regelmässig  und  ]f^en  tu  der  Sücunde  oiwa 
*k  ^  b^rechDt>t<M]  Kantnc!*  xurück.  OiesK  liin^aznere  Be- 
mgtn^  rOhrt  offenbar  von  der  cotnprimirten  Laft  ,imt«r 
ilnGülcodvn  PliiUe  lier,  indem  die  Rechiiiingdie  gewöhnlicbo 
Dichtigkeit  der  Lnft  ToranfsotEt.  —  Aach  feine  dichte 
DnbtMt»  (welche  auf  I  (jciu  ein  Gewicht  von  0,Ol>rt  g 
Utten)  sind  für  solche  FiillTenuvhi!  branchbar.  Die  Ge- 
*ckwtniUgkdt  scheint  xiemlich  die  nämliche  z«  s«iu  wie 
M  da  KorkpUttj^ii. 

\\aa  kanu  ciiieiu   HIatt  Papier  eine  »ehr  gletchtnä^^ge 
rilflevegang    gelieu,    wenn    man    in   der   Mitte   desselben 
tüa  «ehwi^ren  Körper   (e,  H.  vineu  Mctniluagel)   befestigt, 
ti  Folg«  dessen  füllt  es  schneller  and  nimmt  eine  pchwaoh 
BKli  anfwärt«  gebogene  Gestalt  an.  Diir«h  Letzteres  wird  der 
pätre  Widerstand   der   venlicfat«tL-n  Lnft  compeaslrt  und 
<ii»FiUlget>chwiniligkeit  stimmt  oft  genau  mit  der  Rechnung.  *) 
Kür  «olchu  Fiiürer^Hche  iriguen  sich  indfts«  noch  b'ascr 
{jirfwr  Ton  ktigeliger  Gestalt  und  sehr  geringem  Gewicht, 
■nl   lÜMelWii    in    rnhiger    [.ufl    stets    ihre    gletchniüssige 
KallgcMchwindigkcit    heibehiillen.     leh    fx^dirntr;   mich   eine« 
(Siaballons,  wie  er  als  Kinderspietzeog  verkauft  wird.    Der- 
*lb«    hitttp    einen    Durchmesser   von    1!>,H  ein    nud    wurde 
iaivh  Auhäiigun  von  U,4J  g  auf  das  Gewicht  der  Lufl  ge- 
lt,   M>   dass   er  frei  schwebte   ohne  zn  steigen  oder  r.n 
NttD    wnrde   er   unch  und    nach   mit  verschiedenen 
iten  belastet  (oiimlich  mit  O.tg,   0,'2g  and  so  weiter 
1^5   und  4,55  g)    nnd    fallen   gelassen.     Das   geringste 
riebt  (0.1  g)  und  das  gT&«st«  (4.55  g)  gaben    unsichere 

IJ  Et4    Blatt    Sel.rdl>papiw   too   %VI,ä  qcn    Fläebeii)Bki>lt    mag 
W<Mtigl«B  Nagfl  6.10  (;,    «ai  O.UiTri  g  nai   l  qcra 
barcdlMt« und dk-  b«olaclitet<cviuiliuit«F*IIg(»cbwiiiiii^ 
btn;  1,61  m  in  der  Sconiile. 


404 


SittHttg  der  Mutth.-iAip.  CVium  hqm  7.  Juni  IBT9. 


BeabachtDugen ,  jenes,  weil   aehon  die   wliwächsttMi   Lufl- 
HtrÖmuDge»    lUia    Fallen    b€schlcuii^t«i)    oder    Ter7Äf(ert«ii, 
i1i«(ies,    weil    die    FHllj^cHwiudigkoit   su    gross    war.      Die 
übrigen     Beotmchtuugen      dagegen     zelten      bei     trieder-j 
holten  Versuchen    innerhalb    enger  UrenEeo    constant    blei- 
bende Pallgefiehwiudigkeit«u ,    welche   wi«    bei   den    flachen' 
Kftrpern   aiut   den  Zeiten,    die   t\m  Fallen   durch    1.  2  ond 
a  Meier    Höhe    erfoidvrie ,     sich    ermitteln     liemen.      Die 
Diflbreniuin   zwischen  den  Fallteiten  von  1    «n  2   und  von    , 
S  »I  3  m  FallbShe  waren   gleich  grow,    indem   nach   deraA 
m  Fallhiihc  die   constonb-  Ovschwiiidtgkeit  rrroicht  war." 
Dies«    coQKlante    Fallgescbnimligkeit     war     bei    allen 
9  Versachen  gxZfaer  abi  die  bürechnete,  und  zwar  im  Mittel  1 
nm  ib  Pr»c..  indirni  in  einer  bestimmten  Zeit  125,  ^tatl  der 
berechneten     100    Längeneinheiten     zurQckgetegt    wurden.^ 
Per  Unterwliied  Ltt  ohne  Ji^weirel  aus  dem  Umstände  zn  «r-fl 
klären,  da^w  wegen  der  kageligen  tievtalt  de«  Ballons  nicht 
der  dem  Qnerachnitte  entspreehende  volle  LnflwiderHtand  ans- i 
geuQtzt  wurde.  


I 


Es  hat  demnach  keine  Schwierigkeit ,  för  grSiKe 
Körper  die  constante  Fallg«Acbwiodigkeit  iu  ruhigfir  huft 
aml  die  mit  ihr  iden  tische  Geschwindigkeit  eine»  Tertios! 
aofitteigenden  LnflHtroms,  welcher  die  KBrper  Fchwebend 
i-rtiält,  »nnäfaernd  zu  be.<timmi'u.  Nun  i»t  di<r  Frvgi'.  in 
wiefern  diese  Bestimmung  auch  für  Kiirper  von  kleinster 
Dimension  gilt.  Wenn  kein  weiterer  ('nt^rschie«!  nl*  d 
in  der  tiiüsw  bestände ,  so  wäre  die  nämliche  Uereclmqn; 
auch  für  alle  Stau bk&rperc heu  anwendbar,  und  würde  nur 
insofern  modifizirt,  als  mit  der  Verkleiiierong  den  horicon 
taten  Querschnittes  eine  grossere  KinbiiSM'  in  der  Wirku 
dea   IjuftwiderRtandeA    einträte    und    daher   in   der   Fo 

T  =  122,65  yh,   die  Geschwindigkeit  v  im  TerbäJtnta 
der  Gr5ne  b,  sich  wtwas  stWgerte. 


«r 


Ni^^i:  ü^er  dir  BfKtgwugfn  Ütüitta-  KOrp^rthen.     -105 

ist  jedoch  ein  ümtitAiii]  rorhanden,  welcher  mit  dem 
Sittnorwcrden  der  Kürp(<rclicii  früliCT  ui]<t  später  iUr  das 
^nben  uud  Falleu  derselben  in  der  Lnft  wirksam  werden 
nui.  Bekatintlicb  wird  die  Oberfläche  fester  Kursier  von 
OOCT  Schicht  v-RrdiubMer  Luft  (ilierxogeu ,  welch«  dnrch 
BrihcB  nnd  Erhitzen  weggenommen  and  dnrch  FlQssig- 
Man  renlritugt  werdeu  kanu.  Ihre  Mächtigkeit  sowie  ihn? 
ikngni  KigenftCJiaflon  siud  lUK'h  uub«ka»ut-  Wir  wi.-«<icu 
■or,  dase  die  verdichtete  Lufl»;hicht  durch  Uolecutaramieh- 
BUg  »  Staude  kommt,  das»  sie.  demnach  eine  viel  gr%»ere 
l^tigkeit  nnd  «in«;  viel  (geringere  itewuglichkeit  habvn 
iok  «k  die  freie  Luft.  Der  Theil  derselben .  welcher  zii- 
Oithiit  der  Oberfiäebe  sieb  beftndet,  m»g  selbM  nahezu  UHl>e- 
«i^ieh  «in. 

Kiu  kleinstes  Körperchen .  da«  mit  «einer  verdichteten 
l-nUinile  in  der  Luft  schwebt ,  L"!  dem  mit  seiner  Atuio- 
qiUrH  im  Aetberraain«  h«tindlii:hen  Krdball  ähnlich. 

Die  verdichtete  LnfthQUe  verffT^twrt  wegen  ihrer  ge- 
VrrH'.hiebbiu-ki^t  gl<^icb«am  da^  Volumen  eines 
Ileus,  ohne  sein  absolutea  liewjebt  merklich  /.u  er- 
bftbeii-  Sie  hat  die  |}eil«utung  v'iui^  K«)l:(chirmH  oder  eines 
Sfirel« .  indeiti  sie  den  ftlr  niccbaui»che  Aktion  wirksamen 
[(Juemchnitt  erweitert. 

iheaer  oberflächliche  Lnftuiantel    kommt  allen   fe«ten 

Ifiörpsm    zu  i    aber    bei    grösoereu    Dimensionen    deraelbcu 

Fitd    die   dadurch   bedingte    Vermebrnng   de«  Quentehnitt« 

uai   somit  seine  Wirksamkeit   für   die  Bewegungen    in  der 

unmurktirb  gering.     Mng   s«!»   Kadius   uher    noch  «> 

MiQ,   w   muBx  es  kleinste  Körperchen   gehen,    gegen 

-n    Radius    er    nirJit    mehr   veruaohtäs^igt    wenleii   darf, 

deren  Bewegimgen   in    der  Lnfl  dulu-r    nicht  blos  tou 

(iewiebt    und    t^ersdinitt,    sondern    aoch    von   dem    Lnft- 

■uitel  obbingeu. 


Sitttmtf  Her  imüh.-jA'p.  dorne  nm  7.  Juni  IST9. 


406 


B»  ist  äie  ADf^»)w  iIoh  ExpiTimiMit»,  die  Dick«>  An 
iinhew^lichpo  LiifihOllc  un  6nbstan)!i?D  rna  Iwatimmtf 
chcDiiM!)i<^r  ZnsammeiiBetsung  und  soiniL  noch  di«  ob«r 
UreD»'  far  die  (jrümf  dvr  KoriH'rHtniPnaioii^D  xti  «rmitMii. 
Iwi  welcher  die  Wirksamkeit  aumerlclich  Vlein  wird,  Dip 
Wlrcffenileii  expiriiiientelli'ii  ThatÄicheii  blniheii  «rtjpr  fol- 
ß«.-iidt,'ii  Mitllx-ilnn^  vorbt^hulu-n ;  icli  brnw-rkc  flir  jeUt  blow^ 
dass,  wenn  der  DnterBchied  zwi-chen  den  BewegDugen  der 
Slanblii'ir])!' rohen  miil  denen  grosserer  Kilrpi-r  allein  dan^h 
ilt-n  LunniHiit«!  vcntniucht  vrini,  dit*  Wirksiimkeit  de«  letz- 
teren behufs  Fliegeus  alle  Krwarlimgen  übertrifft;  dass  der 
LnHinnatvl  riel  niitchtiii^er  iH ,  uU  rnun  irgendwie  voniii*- 
wtzen  konnte  und  Aas»  er  anch  bot  Körp«-rcbpn,  dte  wi 
grofts  fiiiid,  um  als  So nnenslSu beben  ein^teln  sichtbar  xu 
werden,  die  hsapUiiioblichst«  Tragkriifl  (Umtellt. 

^  Gin  Stärkekörn cfai.'u,  welches  dos  nämliche  Gewicht  hat 
wie  ein  ann  einem  Goldblättchen  heransge»chn)tteu  geiUch- 
te«  StOckchra  von  gleichem  (Jnentcbnitt,  «otlte,  wenn  ilini 
der  Luftniantel  febtle.  wegen  seine«  kleineren  Qner)cbniltca 
tiiTK*  schneller  fallen  aU  das  ganse  tioldblättcbe».  In 
Wirklichkeit  fallt  ea  aber  vielmal  laug^mer.  —  Die  grösaeren 
WeizeuHtärkekSrner  von  linseufiirmiger  Gest&lt  haben  nur  den 
5  Tbril  dcrjenigi-n  KnIIgKKobwindigkeit,  wellte  »ich  am 
der  Berechnung  unter  der  VomusMtxung  ergiebt,  das«  sie 
baim  Fallen  alle  möglicheD  Lagen  annehmen.  t)w  würde 
auf  einen  Laftnumtel  hindeuten,  welcher  den  Boditu  den 
wirksamen  Qoerschnittes  um  etna  0,01  mm  vergrfinert 

Die  Mächtigkeit  der  verdichteten  Lutbeliiebt  an  einer 
frei  in  der  Lo(l  befindliclieii  OWrflüthe  wän"  also  nngleich 
viel  bedeutender  als  die  verdichtete  Woa-oerHihieht  an  eitteiu  i 
in  Wwvwr  litgenden  KSrper,  da  nach  Quincke  der  RaJit 
der  Wirkungssphäre  eines  festen  Körpers  auf  eine  FU 
keit  nur  etwa  0,00000^5  mm  betrSgt. 

Dif«er    Uog«»Kutx     iwinchea     Ti-rditrhtettr    Luft-     iinJ 


'.  iiägtit;  U*i>tr  äi«  BeKtyitiigtti  tItintUr  Kirperrlitn.      407 


iwwwhielit  lässt  sich  ans  dem  Üras1an<ie  erfctiir*-!!  da.<a 
'^uwrinolvolilc  ilurvti  whr  stark«  MolfM:ularlträfte  nnt«r 
BOUiWr  Terbonil«!]  aiud,  und  das»  daber  ifant-u  gegenüber 
i»  Aui«hanfr  einer  fp«teD  i^nh«taiix  nur  auf  i-ine  sehr  g«- 
fmp  RnÜ«mui]g  «in  bemerk  bares  Uebergewicbt  7«  beliaup- 
*nnniiaf{,  —  wäbrvnil  die  LHnm<)li"<;rile,  di«  bifhw  dnrch 
£>  Slawe  nof  vinauder  einwirken,  die  Ajuicbnog  eines 
AÜrptn  anf  einen  viel  gr0s«en!n  AbetUnd  in  nachweis1>arein 
Ihae  etnpBodeii  hiüh»«». 

Von  dem  Luflinuitel,  welcher  foio  KörjH'r.  besonders 
■tnn  m  organischer  Nitnr  sind,  llbeni«bt,  vermalbe  ich 
("rigtBB,  daM  er  vorzilglicb  an»  rcnlichletem  WasM-rdatnpf 
'ücit  I«  »erwcch-wln  mit  Wawer  oder  mit  Bläseheiidampf) 
'x'klic.  l>afnr  spricht  die  grosse  Verwandtjwbaft .  welche 
'Mi  organische  Verbindantteu  (namentlich  Ak  Kohlen- 
'Ttnle  and  di«  Albnminate)  ünm  Wnsi^rmolocül  haben, 
uddie  so  gross  ist,  dass  die  organisirte»  Körper  in  trockner 
Uli  15  bis  ao  Proc.  Wiisner  fenOiiiltrti   und   <lassi?lbr   erst 

1^  100'  C.    oder   darüber   fahren    lussen.     Eine  besondere 
VtntandtKhaft   su    Baueratolf  oder   >>tickstofr  ist    dagegen 
■iebl  bekunut  und  auch  nicht  wahrscheinlich. 
Dan   der  Lnftmanict    ein«   gro«;e  Menge  von  Wiu«er> 
tat  «nlhalte ,   ISsat   sich  anch   de^swegen    Termtithen.   weil 
ttnt  bloMian*  perm)int*nt<>n  Oa-ieu  bestehende  erhebliche  Luft- 
■    tadiclitmip   nicht   wohl    denkbar  ist.     Wenn   auch    die  an 
Bdra  Laflnnleetlteu    haftenden  Molecnlarki^fte  im  gewöhn- 
^■^n  Ztutande    wegen   der  Terbälbiisainäimg  grtKtsE^n  Knt- 
IHHImgm  nowirksani  sind,  so  mUssen  sie  sich  doch  gt'lteitd 
»aclieii ,    aowie    die    Ln(\molerille    näher    znsamniejitreten. 
^teei    <Ien    permanenten    Owen  nind    dann   dl«   abstosvenden 
rtirifl"    im    LVbergewicht ,    wie   ihr   Widerstand    gegen   die 
Verdiebtung    sunt    fltitwigen   l^nstande   beweist-      Die    liuft- 
renJiebtanfr    wini    alao    viel    leieht«r    su   Staude    kommen, 


40ß 


Stttuitg  dtr  atatlt.-plijfß.  Claia«  an»  7.  Jimi  tS79. 


w'fuu    /.niseheit    deu    i^KueratofT-    uuti    StiokstoETiuotevdleti 
mcUicfae  WassermoiecOle  vertbeiU  sind. 

Aiimer  dem  Liiftmaut«!  t^ebt  ca  noch  eine  Hodere 
Dnafhü,  welche  das  Fallen  kleinster  Körperchen  Terw"^rn 
und  ihr  Uetngenwerden  doreii  einen  «iifsteigcndcn  Ltift- 
strom  b«fiJrdvni  mum,  niimlich  di«  Reibung.    Id  der  Formel     . 

r  =  l'  2  K  h  <^t  die»eR  Moment  rernaclitiliwitjt;  sie  oetxt  ■ 
vorauii,  da.«»  duH  Fallrn  im  Icenni  Itaame  KvHcheht',  ferner 
dass  das  anfHteigeude  Mediniii  Dur  den  lü  tragenden  KSrper 
treffe  und  nicht  lui  ihm  torbelMroichend  durch  Kelbutig 
auf, ihn  wirke,  und  t-bouso  d&w  d«r  mit  comtanter  0»- 
achwind^keit  fallende  K&rper  nur  mit  seiner  untere»  Fluche 
auf  das  Medium  .«tt^MO  uud  nicht  durdi  iteibuiiK  an  'wineiu 
Omfonge  behindert  werde. 

Di<.«s  kann  für  grSesere  in  der  LufV  b(^6udliche  Körper 
ohne  bemerkbaren  Fehler  iinKenommen  werden.  K«  ist 
aber,  da  der  (juerscbuitt  mit  dum  Qusiulnit  und  der  üw 
fang  mit  der  ersten  Potenz  des  Onrdimesmra  abnimmt, 
ausser  Zweifel,  dam.  wenn  man  die  Kürper  imme-r  kleiner 
werden  lä.-<st,  mitn  einmal  bei  einer  Kloiulieit  anlangt,  wn  _ 
iler  lieibuugswiderataud  einen  nicht  zu  vernacblÜHsigenden  | 
Werth  erreiclit.  und  dass  derselbe  bei  noch  kleiner  werdendt-n 
Kurperu  verhält niftsmäaaig  Jiunier  grSaiter  wird. 

Uebrr  den  Betrag  dea  Beibuugswidorstand«   lüsst  «ich 
noch  nicht«  tieätimnttes  auasagen.     Man    keunt    Ewar   »etne 
Itrüwe  in  CapillarrQhren    von   nngleich^ni  l>urchiiiWM>r  uud 
nnnleichor  Länge.     En   lässt   sich  danua  aber  kein  Scbl 
liehen    auf   eine   ReibnugsfläcW    von    fast    rer  wb  winden  der 
Ijünge.     Und  wenn  di*-as  aneh   ^«cbehen  kBnnte.   *o   wird  • 
■lii-  B«urtbeilung  nnmöglich  durch   den  Umstand,  dass  der 
.Mantel  von  verdichleter  Luft  juileufalU    vorhanden  t«t  und 
dau   man  Über  aeine  Mücbligkcit   uih]   Mine   phynkal 
tte!*chaffi>nheit  niclit«  weis«. 


I 

I 


t   und  J 


K.  Käj/^i  ütbtr  die  BttK^nn^tn  UtiittUr  Kirperdteit.     409 

Xu  kann  daher  di«  PrAicIicD.  welche  tleii  l''^lt  kl<>in!<tiT 
Efir|ier<:h«!il  in  ilcr  Lnft  vcr^ÜHeni  nnd  st>.*  g«)^iiuber  einem 
iai4cig«iidpn  Lnftstroni  gleichsam  leichter  luachea,  nicht 
TM  eiDitpder  trennen.  Mnn  kann  fkh  di»  GvsHnimtwirktitiff 
ditKr  ITnach«»  nur  so  vor&lellen  uod  in  Recfaunng  brin- 
gN,  dasB  durch  dieselben  der  wirkHame  Qavr^chnitl  eine« 
Edrpenibenit  ja  nach  si-iner  cheniixchen  Bviwhaflenheit, 
nth  Hinor  Form  und  Grösi^e  in  einem  beBtimmten  Masse 
mgrfisaeii  wird. 

Dia  Frage,  unter  welchen  Um-dÜiideu  Staubkurpercheo 
•N  il«T  Lnft  getragen  und  fortgeführt  werden ,  unter 
««Ithen  ITnvtänden  sie  sinken  nud  sich  auf  den  Boden 
Iqtn.  ist  von  l)««cintlerer  Wichtigkeit  mit  Kdckvicht  »nf 
Af^iallpilze,  namentlich  die  Miasmen-  nnd  Contagienpilze. 
IVia  darin  l>erulit  diui  eine  Moment  ihrer  Verbreitung, 
u  hudelt  Mch  also,  wie  bereite  gesagt,  darum,  die  Grenie  > 
trätken  Steigen  nnd  Fallen  zu  beatiniroen.  Bleibt  iiiner- 
■Ib  UMS  ßnumea  die  Luflbeweguiig  unter  dieser  (IreuE«, 
W  «trd  nicht  nur  iW  Aufsteigen  der  Spaltpilze  unmöglich, 
•■itni  es  wird  auch  durch  Niedersinken  der  Bchwehende» 
Rhe  lue  Ltift  von  ihnen  gereinigt.  Erreicht  forner  io 
■UnMedtnm.  welches  »einer  Natur  nach  nur  schwache 
witrfimangea  gestattet  (wie  t.  0.  im  ilodeii),  die  vertical 
*>bl(igDedv  Coupouente  der  LuflgcJich windigkeit  nicht 
)*  lirni,ie,  so  köno4-u  auch  die  SpaltpiUe  in  dem  frag- 
"itiai  Medium  nicht  aufsteigen  und  aus  demselben  in  die 
"■■capiiäre  entwvichvu, 

Dia  Bestimmung  der  eben  genannten  Oreuite  IQr  das 
wl«|(en  der  >ipa]|pilee  giebt  auch  die  Auitsiefat  unr  Ent- 

long  einer  iler  withtigxten  Prägen,  welche  diese  Pitxe 
aämlich  der  Fri^e,  ob  die  jetxl  Wknnnten  Formm 
•ad  Zuläiide  der  8|)allpihe  den  Furmenkrei«  der  Gruppe 
>*ttih  angrenzen,  oder  ob  es  vielleicht   noch    kleiner« 


410  SttUMif  dtr  matk.-)<hj/».  Oiuie  nnw  7.  <lMm  tSTS. 

gehe,  die  «ich  <l«r  jetzigen  mitcrcHikopiscIien  Wiihr»e)imnR| 
euUiehen. 

Die  kleioBteu  SpaltpUEe ,  die  nun  kennt,  stehen 
kanntlick  au  der  (irtnw  der  .Siclittiarkeit.  Man  wfird*  rir, 
weiiu  uns  <liv  IvMt nnif^fähtf^en  Mikronkope  der  Jetztzeit 
mangelten,  entweder  gar  nicht  »eben  otlor  wRtiigKlenH  nJcfat 
als  Orgnnbimen  »ftchvri>i<eu  knnnvn.  Gäbe  e«  aber  noch 
klvhlfire  Forntm .  so  würde  man  dieselben  anoh  mit  fU-tx 
jefangen  Instrumenten  nicht  erkennen.  Es  find  iImi  nahe 
liegende  l^gen,  wenn  wir  aus  Terscbiedenen  wiaaensclmft 
liehen  und  praktischen  Beweggründen  gerne  wisteii  mOcbten: 
Ob  ee,  neben  den  iH-kiiuiiteii,  noch  klciniTu.  Vi  nnseren 
jotxigcio  opti§cbca  llülfnnitteln  unsichtbare  .Spaltpilze  gebe? 
Peruer  ob  die  bekannten  Pilse  Tjelleicbt  ntKh  hraondore 
Sporen  oder  Kein»  bilden,  die  nns  wegen  ihrer  Kleiuheü 
outgeben  ? 

Diese    Prägen    kiSnaNi    eiperimentell    gelM    werdra. 
wenn    r*    g^lingl,    genan    die    <i«!*<^hwindigkt-it    eineK    auf- 
Mteigeuden  Luftstroiuefl  EU  bestinuueu.  welcher  die  bckaootea 
kleinen  Spaltpilze  ochwebcnd   xn  erhalten  vemug.     Giebl 
CS  keine  Pilze  oder  Keime,   div   kleiner   und   leichler  sind, 
so  luoss  ein  abgeschlossener  Luftraum  mit  geringerer  Loft- 
g««chwindigkeit  als  die  gefundew  pilsEfn^i  iverdeii  und  pilz- 
frei  bleiben,  and  eine  darin  beBndliehe  pilzfreie  Näbrlö: 
muss    nieh    unTerKudert    erltalten.     («ieht   e»  dagegen   noch 
kleinere ,    uusichtbarc    PiUfurnien    oder    ansichtbar    kloiue 
Keime  yon  bekannten  grösseren  Formen,  so  mnm  in  daeiB' 
abge«cIilowtrnen  Luftmiim ,    in  welchem  jene  Luflgeschwin 
digkeit  nicht  erreicht    wird,   eine   nuj=gekoch(e  Nährlüitnnif 
reriludert,  getrübt,   sersetzt  und  mit  Pihvegetation  erfttUt 
werden. 

Ich  will  noch  eine  Bemerkung  beifügen    Ober   die 
rvchnung,   zu    denen    diese    IJotersuobuugen    Ve4^nlasHuni 
geben.     Die  Pactoren ,  Ton   denen  die  Tragkraft  man 


in 


r  Xigtiii   Vtlmr  iffr  Brirfgatigan  U*iluilt  Käffmken,     411 


Lurutrofnea  Klihüit^rl.  Aind^  riiu>  Ooniclit  de»  KBr- 
«ptii  lii>rii"iitnli>r  Qiicrnclmitt  uuil  Aie  Vvrgrösüor- 
v»lchi!  liivMsr  Qi]t<r)4.'biiitt  durch   tien  Lnfliuautel  uuil 
ttriUiui^  »^rr»lirt,   tiiiil  welche  icli  <I<T  Kflrxe  hallicr  als 
\r  Af*   LllflllWUl'.'lH    lilfZiTichllfU    will. 
ffu  Oüwiuht  un«)  Grosso   der   lufttrockenen  Spaltpilxe 
Wnffi,   ao    kl'iimeti    «liecR  Wertbe    nicht    direct   beittiromt, 
&mim  no  miiuen  mi»  il<-r  mikro^opiRchen  Uot^rsuctiuag 
dtr  ia  «iavr    FlOMigkeit    beBmllioheu    Pilze,    alao  au»   der 
Gübil  tind  (iriVne  der  von  Waiovr  durchdrungenen  ZelUo 
■raülall  werden.     Oie   Spiiltpil«'   entliulten    im    bractüt^n 
ZflManib   durcliscUuittlich    ^0,   iai    lufllrockeueu   ZiiHdiude 
»  IVo«.    Wawwr.      40l>    Gewich  tsilieile     benctnti^r     PiUr 
ISlli  Viumr    und    »t>   Subslonx)    tro^kum    ulito    auf    100 
ttwr  und  80  änbittanx)  oin,   oder   das  Gewicht  ver- 
lieb brini  Trocknon  von  1  auf  (},2!t.  —  Im  beiietz- 
ZiutaiMlft  beträgt  das   ap«r.ilisehe  Gvwicbt  ncReßhr   1,1 
W  ia  lufltrockeuvR  Zniilaud«!  1,4.     Also    vonuindort  sich 

Ai  Volumen  beim  Trocku<-n  von  iinf     -■'      ,    oder  vou 

1,1  l(* 

I  «of  O.I9fi4J*J. 

I>i«   mikroskopiAi^be  Untersuchung   xmgit,  Aon  Ai«  be* 

VCtlec    ^(wllpilu    «iitiTMler    kugelig   oder   stäbcbenßrniig 

lad,  ai»l   wir  köiiui.>n  als  st-hr  wiihncheiulich  voriiuBa*etX''n, 

«  fie    ihre  Gestalt   heim  Trocknen    behalten    oder   doch 

r  in  n a bedeutet! il^ni,  die  itecbnung  nicht  störenden  Masse 

riiHlvm.     Was  zuerst  die  kugü'ligAn  Fomi<^n   brlrilTt,  so 

ihr  Uurdimesaer  im  benetzten  Zustande  bekannt:  ibtrins 

ODea    dk-   aad^ri^n    Wertbe    bestimmt    Verden.     Ist    der 

nrchmeaer   der    bunetzten    kugeligen   Zelte   '2  r    und    ihr 

Jouicn-—  r  *<t,  «n  venninderi  sich  difeti»  Wim  Tro«knen 

s 

t  "s"  »*■■»■  •!  I'"l4t2«.      Der   tiueraohiiitt  Termindert  sieb 


412  fülmtg  <frr  HMiJJb.-jAy*.  Clmatt  nm  7.  Jim  $m. 

doomacb    von    r*  /r   nit  r*  n  .  0,3S791'1   qimI    dv  Ditc^ 
rowwr  Ton  2  r  aaf  -J  r  .  0,581302. 

Wanli'u  Bich  die  kleioRton  KSrpweh«!  rDcbddit&eb 
ihn*  TnnspurU«  darcb  diu  Luft  au  verliilt«ti  «ri«  gnm 
Ettrper.  so  li«ue  sich  di«  Geschwind  i^lceit  ittt  ventral  ni- 
Dtcigeniileii  LofUtroiBa,  welcher  «e  Hcliwobotd  «rfafttt.  «üb 
der  frabiT  «bgeleiteten  Formel  t  =  123H,ü  (/bi  (v  uodhi 
in  cm  ausgedrficirt)  bereohnen,  hi  bedvotcl  die  Höhe  nav 
Wasaerscbicbt  tod  f;leich«r  Grundfläche  und  gUichnn  0^ 
wicht  wie  d«r  horiiootele  tja«r«cliiiitt  utid  d&t  Gewicht  da 
Kfirpeni,  und  ist  glnch  dem  Volameo  Ana  Kürpen  multi- 
pttnrt  mit  dem  spetifisehen  Gewicht  denetben  and  dintilt 
dnrch  seinen  borixoot«lea  Qnerschoitt  Also  hat  nun  für 
den  TorliegeDd«n  Fall 


bt  = 


4  r»  ir  .  0.196429  .  1,4 


-oditr  hl    -   l,OS5097.r 


8  r«  ff  .  0,837912 

femw  j/hi  «  1,04168  |/7  nnd  t  ä   1279,70  J^7(ta! 

Diese  Formel  gilt   für  den  Fall,    dius   nine   I.nniiDll 
und  ein  Rcibau^^wiilerMtand  nicht  vorbitiidt'n  oder  im  Vti 
hlltniss  zu  r  H>  gering  sind,   dws    sie  vuruachllnigt 
den  kfiunen     Hulwii  dieMlbe»  aber  eine  hinreieheode  GrO«M,| 
so  daHH  der  wirksame  koriMUtiile  Q'iersciinitt  merkKch 
nimmt,  so    wird  dadurch  der  Werth  von  bi    kleiner. 
Bodius  des  umhüllten  lufltrockeDenKürp<Tchens  ist  r.O,j5l3l 
+  ni,    wenn    m  die  Dicke   dw  wirksatuen  Luflmant^U  «0>| 
git;bt,  und  der  (Jaerschnitt  ist  (r.  0,581302  +  m}'i$, 
mit  erhalt  man 

.  4  r"«.  0.19(1429.  1,4  , 

Ol  s  — ■ — ■ —   oder 

5lr.O,MJl302  +iiij"»f 


hl  = 


^0,366666  .  r' 

(r.  0,681302 -fm)'' 


It  V*btr  dit  Bfttt^nnjf*n  Ueiittler  Körptrrhrit.     413 

*  r.  0,58)302 +  ni 

743.893  .  Vr*'       .. 
'  ="     r.  0.581302 +1^  *'"  ■^*- 

•UbcfaeofSmiigeu  S[taltpilzp  sind  cylindmeb')  mit 
«dtten  Enden.  WcDn  wir  »c  Avr  Rinruclihvit  wqj«n 
I  lollkoinmeD  cylinilrUoh  betrachten,  so  b«g«beii  wir  mir 
■■bcdentendeii  Felilcr,  iniieni  Volumen  und  Liitig«- 
kntt  «tVM  zu  groM  uu»fHll«ti.  Das  Volumen  im  be< 
Wu  Zuftande  ist  r'rr  1  (wenn  it  den  Üarcbroe^ser 
1  1  lÜ»  LÄnge  bez^obnet),  im  lufttrockenen  Znstamlv 
•  1.0,196429. 

leb  will  nur  dicjen^  Steliotig  des  Stibchen«  berflctc 
ditiftn,  bei  treIctHrr  seine  Achse  horizontal  i^rtcht«t  ist, 
nl  ta  iltwer  La§[e  die  ([«rlngate  Oe«cbwi[idi){keit  des  auF- 
BUtndeD  Lnftstroms  Kam  Tragen  der  Pihe  erforderlivh 
IVr  borizoDUle  Qoerschiiilt  '\*l  nnu  2rl  im  benotzton 
■d  ]rl  .U.337912  im  lafttrockenen  Zustande.  —  Ein 
horttoat&l  liegeoder  Cyliud^r  hat  (Uu  Oewicbt  ciuc-r 
iL,  AvTva  Höbe 

-    -oder  hl  =  1.27835, r.  Hierana 


Irl.  0.837912 

(wobei  di«  Längv  der  Stäbchen  gicicbgnitig  ütt) 
TngeiB  erforderliche  Laftgeechwiadigkeit 

»  =  1388,90  Vr    (in  cm). 
Mil  B«rfteksicht^faiig  der  LoftbUUe  von  der  Dicki'  ui 
dieS&b*  eüter  d«n  borixontalen  t'ylinder  entaprecbcn- 
W—müiicht 

r'n  1.0.196429.  1,4 


(r.  0.581302  -{•  m)  () ,  0.S81302  +  m; 


o<I«r 


l)lPi> 


?«■  pkltffoblektcii   SUbtben  bt  dorch  ofAlaolif 


414  Silning  dtr  nuah.'pkyt.  Clamt  rom  T.  Jtipi  1ST9. 


k  = 


0,431969 


(r  .  0.5Ö18Ü2  +  m)  ( 1 .  0.5«I3Ü2 
HierAu»  bnvchnct  sieb  die  GvsvhwiudJKkrit 


m)- 


T=  807.436 


V  (r  .  0,5« 


rM 


o,r.8i3oa  +  Dl) 


,581302  +  m)  (I 
(iu  ein). 

Durch  Versuch«  lü««t  «ich  v  fnr  kngelige  and  cylin-l 
drisch»  Hpultpilz«.-  ermitteln  und  daraTii  dunn  die  wirkmuna 
Dicke    da«  Luftmaiit«U  (m)   bcrechui-D.     Nach  einigen  »or- 
läiiligen    Vemncheu    würde    diese   Dicke    fQr   Ht&rkeknrn«'. 
wie  bereit«  aii«»ffnhrt  wurde,  etw»  0,04  mm  hetrapii 

11.  KewegiinKen  im  Wamter. 

Die  Erklärung  der  iiew^ungeu  kleinster  EörpercheD  wird 
viel  Hchwierigwr,  wenn  sie  sich  in  einer  FlD«ti{;keit  aL 
wenn  %ie  sich  in  dor  Lnft  Winden,  weil  dort  die  nieclitn 
iKcl)»!!  VerbXltaisse  complizirter  itiiid.  Was  die  Lutt  tie- 
triffl.  MO  können  die  Uasmolccnle.  d«  Kie  nicht  in  heniHrk- 
bareui  Masn'  dureli  A'w  Moleciilarkriiilp.  sondi-rii  unr  ilarch 
die  elastischen  Stwoe  aufeinnuder  einwirken,  anch  dit'  Ort«- 
Teränderuiigeii  der  sitape»<lirt«u  Sttiul>clii-ii  bloas  eutwnlei 
durch  die  EinzeUU^e  oder  dorch  die  Mwaenbewegnn 
beeinflusaen.  In  einer  PKUsigkeit  dagegen  bewegen  A 
die  MolecJile  nicht  hlo«»  ilurcheituindor,  «oudem  wii 
auch  durch  aosiebeude  and  abftoeeade  Kriift«  sehr  itniTgt: 
anf  einander  ein,  und  es  ist  daher  denkbar,  daaa  sie  eben 
falls  die  suüpvndirtvu  klmusteu  Körpercbt^n  tlieils  durcfa 
Binx^lstSsse ,  tfaoits  durch  Ha»enbewi^uugea ,  theiU  dorch 
MoWidarkräfle  in  Itewc^iing  seUen. 

Die  ICrHchi-inqug,  welche  am  meisten  die  AufmerknuK'. 
keit  der  Beobacht'T  anf  sich. gezogen  hat,   iat  dtc  Tani 
wegung    (Urown'sche    „Molecularbewegung").      Bezüglich 
derselben    iat  durch    Wiener    und   spSt«r   durch   K  x  n  rr 


i 


f.  Ninfh ;    ('^r  rlit  BetetgvMgeu  klnantfr  KöTfvrthtn.     4  I  h 


n  wnr^lfn,  ilu-ox  A\v  Ur!<acLe  davon  in  der  Flüntig- 
«ftlut  7.a  »achuu  urul  iunereii,  dein  PIIi.titigk<)it8xn.'H«urk- 
«RnüliilmMcIieii  B<>wegiii));«ii  xuxuwlircibvu  Hei.  Sollt«  diess 
«0  rn^itanil«»  vrmrrlen,  daw  «8  die  ^tfisse  s^ber  der 
NTSchtedeiieTi  [tichtiiiignu  sich  l>ewegeitd«ii  Plflssigkeit«- 
mlnrük- iiail  tiirht  Ktwii  di<- MoW-tilarkräft«  dersclbeD  ul>eThaupt 
w>,  irelebe  die  mikroekopifcli  sichtbaren  Körp«rclien  xutn 
ÜBBo  bringen .  w  wKr«  miw  solche  Annabnie  noch 
r  b«]{rilnil<^t  aU  die  »naloge  Vi'nnuthnng  fnr  dos 
DMi  der  Sonnenstänbclieu. 
Wenn  tÜe  Moleeutarr<t5M>e  da»  Tanzen  kleinster  Knrper- 
ini  Wa»s4.T  bewirkten,  so  mnasten  in  der  nämlicheu 
ikeit  and  bei  der  nüxulicheu  Temperatur  die  Ge- 
<di«iadi|{k«iteo  der  Tanxlwweguug  lUr  gleiche  Form  und 
(Uthes  spezifisches  Gewicht  der  Körpercben  annHlierud  im 
ttp^hrttiu  Verhültui'Me  zii  ihrer  Masde  stehen,  sobiu  mit 
■MiuMii«]«'  Afassr  stetig  ubnehmeu  und  bet  einer  be- 
•iaiotwn  Grösse  umnerkUcb  werden.  Es  uiüsnten  ferner 
■vijeKhwiiidigkeiten  bei  den  nünilicheu  Kürperchen  unter 
l^ngetis  gleichen  Umst&ndec  coustnnt  bleiben ;  sie  könnten 
*>(il  langsamer  werilen  o<!er  gar  zur  Ruhe  kommen. 

AUm  (bea  triSl  aber  dutchaos  nicht  mit  der  Genauig* 
■ttn,  wie  inau  es  v.on  der  Wirkung  einer  mecbanischeit 
"■Mke  enrartra  tnütMc.  Mau  macht  KOgar  od  Bcobnobt- 
'^m.  »«lebe  der  angegebenen  theoretischen  Forderung 
P«  w  «ridenprecben  scheincu.  IMbn  setzt?  ich  natürlich 
**>*.  (Um  man  nur  ftvischwiebendc  Körperdicii  beob* 
••'*'.  «od  «ich  nicht  etwa  durch  solche  täuschen  lasse, 
"W»  Jtnn  Ob}ecttriiger  oder  detn  Deckgliu)  oder  dtjr  freien 
"Mläcb«  der  Flüssigkeiten  anb&ngen  und  in  Folge  der 
entweder  keine  oder  eine  rerlangiuinite  Bewegung 


Üie  Zweifel .   wolebc   in  Folge  mlcber   B<wbachtnugen 
werden  durch  die  theoretische  Behnndbing  der 


4 in  Sitruug  itfr  mnlh.-jiby«.  (^tUM  rom  7.  Jwii  SKU. 

Krage  TollkomiiKiii  be§Uiti^.  Eine  gcuaue  B«recfanaiitt  'It 
fi<»chwindigk«il,  wMolin  die  WaK^riTidlccOlf  'Inrcli  ilir<> 
8t<VttH>  viuvtii  kleitiftvii  KürpercKen  von  bestimtutpm  itL'wkhl 
/.u  vrthvWea  venmlg«n,  ist  zwar  nicht  ausfUhrbiu-,  weil  ilii> 
Gear.hwiiutigk6tt  der  Fli)StiiKk«itHniotecfll«  iinbckannt  iM. 
Wir  wiiwftn  in  di«iter  Bir/ioliuD);  nur,  dass  die  Wassaricolr- 
edle  jedeula]]s  sich  viel  laiigamcr  b«we^n  aU  die  Luft- 
niolecDl«,  d»  jene  durcti  Molecnliirkräfle  mit  ein»iid<>-r  vrr- 
bonden  sind  und  eine»  bedentendeu  Reibua^Bwidoratund 
xa  flWrwimleii  h»h«n,  wHcber  b«i  dcu  Uiu^ii,  mit  Au*- 
sdiluaa  des  &st  veruhwindeadeu  WiderslaDde«  vou  Seiti- 
tim  AetJiers,  ganz  w«KfiilU.'> 

Die  Wirksamkeit  des  8tO!*8e<i  eines  WiwserraoWnl"!  anP 
i^n  kleineti  Kllrp^rclien  ist  aUo  schon  wt'gen  »n'iot-rgt'rinKnn-ia 
UMichnrindigkoit  rid  geriof^r  ak  die  Wirkaunkeit  rinc** 
QannolecUls  rou  gleiohetn  Gewicht.  Üi«  wird  lllM>nlt'ii 
bmIi  durch  den  Unictaud,  duos  <la«  Wmcwer  wegvn  M>in< 
770  mal  grösseren  Dichtigkeit  einen  grömeren  WiilrrvtanH 
darbietet,  in  eutsprechendeni  Masse  vermindert. 


i;  D«r  flOMtit«  Kmitand  lUtlt  linairUeh  'l<i  Gocfawiiiditbdt  ier 
HolecularbeweKonsoB  nin  mtttimi  VwhAItnii«  lUr  twbchDn  dm  tatum 
uud  ileui  trußnaiftM  Zaslaad.  l'm  I  7  Et*  ia  Wamcr  rati  0*  n 
reiwiiii<!elii ,  bedarf  m  ^  Cal.  Dtc  W£mo  wird  lUin  nrwnMlrl,  m 
ilt«  riiUi«!  fett  TcrbaiwlnieB  Holtcal"  ton  rJniaiUr  [MtnniaB^^  r»! 
IkMD  MM  Keiriate  nuttlne  ronaebipltende  Bewo^ay  n  vlb-^l'«. 
«ab«!  tacleicli  aucli  dto  imerea  SchwlBgiui)ten  In  i—  IIolae%ln  Ml* 
•prMlieiid  bncblooBist  «erJen.  Oeht  t  g  WaUtf  nm  Ü*  la  Wumtritmjl 
von  0*  oWr,  u  werden  60»  Cd.  a«EK«iM>iaiiMa.  Sie  lUmen  ilaia,  il* 
WtuwnaolecOk«  volktiadl;  ron  eiaaadar  in  tramni  uad  die  (iavhaia- 
difkdt  ihnt  n»tN)ii:«4t«lid«a  Mwj*  d«r  fnnerea  iriiwiaKMidni  Bawtf 
UBgtn  la  Tcmdiren  Am  4er  VergMcbnnf  der  Uteaten  SehnwltwicM 
Mit  d»T  latenten  Tndainphiairtaimw  Uait  eltb  entncbann,  dam  da 
WamrsHilMlU*  beim  Uektgaag  aa*  dem  flUmccn  ia  ikn  tut^naifm 
7.Mtand  di«  G«netiwindifkcit  Ihrer  Bevegaofni  ackr  liettäcMlki 
•teilt  «ni  ■al'M'ii- 


f    SUjtttl:   Üihrr  JRt  Hftrtgungn  ktrinattr  Kifjirnh««.     417 


Wtnu  wir  Ate  Geschwinciigkeit  beliehne»,  welche  ein 
AMWr  tfluzi'ntlefi  Kürperciien  iii  der  Luft  ilurcli  ileii 
nüfH  WuM'rfpudiiuk-cülx  erhielt«,  «o  fillt  ili>>5üllM- 
ntlnial  ({rÖMier  nUM  als  die  GmchwintliKkeit ,  welche  ilem- 
Mlbra  ijn  WaaKr  Hnrch  eio  Wasser molocfll  ertbeilt  wird. 
Gb  ku|{rligt«  (Hier  polyedrütcJics  SirirkekBniobeii  von  3  inik- 
^<),(Ml!t  mni  I  Di)tx.'liinnMer  seigt  die  TatiEbcwegiintC  aebr 
■Inillidi.  1>iu»elbe  wEInle  dnrdi  lien  AnKtoe  eine:  WaMier- 
(UminlivtilR  in  der  Lult  viue  <te«<:h>>riiidtg;ki:it  vuii 
».UOiKftü  miu  in  dvr  ^•cuiiilv  erliftlto».  Du  iiii«  eim-  Bi." 
•fon^  anter  dem  Mikroskop  nnob  Uaiuftabe  der  linearen 
V»tKn''**rnnjr  tieNcbleunit(t  •■rM-liinni,  «>  riOkwii  wir  die 
ntAttt  bcrechiifte  Ueaoliwiiidi^kril. ,  nm  ne  mit  der  bei 
y>Oul>Her  Ver-Kriknerung  beobitchteten  xu  vergleichen,  mit. 
mvltiptttinin.  Wir  erhult«n  suinit  M.üUl  tom  al«  Üc- 
iniligkett  eines  von  dem  Stoaa  eines  WsstierroolecUls 
Ata  aagegibenen  Bedingongeu  getroHenun  ätärke* 
,  wie  sie  ans  auber  dem  Mikroskop  sieh  dar- 
wflrde.  Sii<  ixt  tmnier  noch  3ni»l  limgaanier  »U 
fWwfKOng  de«  -Slundeauigora  einer  Taschennhr  dem 
Avffe  erscheint,  und  wllrd«  die  wirkliebe  Uesehwin- 
^V^it  der  Tnoiebeweguug  noch  Inng«-  nicht  erreiclieu, 
•ntn  d»  lieh  um  du  Zebotnusendtacbe  bescbleanigte. 

Wenn  niiin  femer  berück«icbtigL ,   diMit    in   diemr  Be- 

Btt|t   du   tiesohwindigkeit    de«    arnttosM-ndi-u    Wajuer- 

li  nm  ein  Vielfacbes  höher  ungenoiunieu  wurde,   »Im 

wirklich   btt,    und    dun»  der  beilfutende  Widerstand  des 

g&nxlich    vernuchlä^igt    werde ,    90    kOncen    wir 

ihl    behaupten,    das    eine    MilÜDii    ?iin    WaKMermoIrcitleu 

ilärkekGrncben   im    nämlichfu  Moment  in  der  gleichen 

Dg  tnlTen  nifiioite,  am  den  einutluen  Ruck  Aea  tiinxen- 

StirkrkönicheuH  kq  erklären.     Nun  xind  i*-'<  zwiir  wohl 

ihr    «li   eine    Billion    von    Molecnlanitösen ,    welche   das 

Waatxr  bofiadlichi;  Star kek&r  neben  wührend  einer  Secunde 

27» 


4lft 


SitttiHg  der  mntK.-fiiijft.  Claiat  itm  T.  Jttti   tStiK 


trrilihrt;  aber  sie  Itomineii  von  »IIpu  möxUclien  Seite«  anil 
tifbeii  sich  Wi  dir  uiigtHiieiii  grosse»  7.:\\i\  und  iW  (ieriug- 
^KiK''^'^  ^»r  Wucht  dus  eio/eltivu  Htoc<w«  iu  ihrer  WirktiiiK 
Tollstäudig  auf. 

Bis  sind  abto  xur  F>klüning  Avt  Tanxbew^^ng  klein- 
ster Kürpcrchvn  im  Wasser  amlere  nioInMiIai«  Uruutbeu 
aufzusucUen  aU  die  OrUWwegung«!!  der  FlilssigkeiUinolfl- 
eüle  und  wir  kiü»n<!ti  dioftelbe»  nur  in  den  au^eioliumU'n 
und  abtttoBMudm  KrüJUiii  tlndi-n.  welch?  immer  zwiscbai 
d«a  in  geringer  Entfernnng  rou  einander  befindlidteii 
HolecQlen  wirktuim  sind,  und  dert>n  Wirkstunkeit  nach  dt*- 
Eigfinschaftcn  d«r  Flüs^gkvit^n  bvdingt.  I>a  iiich  uiin  die 
oberfUchlichen  MolecQle  der  iin  Wasser  It^nden  KSrper 
mit  deu  angrenzenden  MolecQlen  de«  K>t:itervH  in  gegen- 
seitig»m  Bereiche  der  Mult-cularkrüft«  befinden,  so  man 
aacli  jede  cinxelne  dieser  Kraft«  auf  die  Bewegnugen  eines 
Freischwimmende»  und  hinreichend  leieht«n  Körpcn  I^- 
fluss  babcu.  Wciclie  derselben  aber  die  gnlsste  Wirkung 
aiunbe  nnd  die  mikroekopiKli  Ktcbtbaren  Tauzbewegungun 
hervorbringe,  bleibt  vorerst  nnbekauut,  und  wenn  wir  mit 
Vorliebe  an  «Iektri»clie  Auxichung  and  Abstosanng  denken, 
so  ist  dies  weiter  nichts  als  eiue  Möglichkeit)  die  in  ver- 
schiedenen Beciehnngea  niÜier  zg  liegen  »cbeint  als  irgend 
eine  andere.*} 

1)  D^r  crbtbUefart*  Einwurf,  den  mn  X''i''^  ^'*  Thcori«,  il. 
TanabeiT«KaBj;  dnicli  HolKnlaTkrärta  mxl  aicht  ilnrth  A\e  Hol 
rtBne  ««rsnacht  wttit,  erbeb«»  kCnnt«,  «Ire  «oM  d«r,  diMs  da*  eb- 
hIm  PllkM!gk«itiiiuolMUl  diuch  AiHii«)iwif  oder  Jttvtauanx  •Uni  tM 
grSwHcn  iiDii  «chw«T(T«n  8taiibkävp«r(hen  aar  Hac  narndlioh  (Miafc 
llnKblnmixanK  erUwilen  ktein«,  nnil  daM  dl<  T»n  allca  da<  Kärfierciwa 
■aifebndoD  HoImUIor  in  terneUwlMeni  Sins«  aacgfUMn  Wirt:vaf«a 
»Ich  aiir)i«b>^n  uQiMn.  IH«aer  Elawaif  RUt  biaweg,  msa  die  Elektri- 
■itit  dk  bcwtgeiwie  Kraft  bt,  w«il  daun  la  jede«  MetD<nit  Ha«  mos 
Votheilaair  der  Bleklritittt  ia  ilem  Eirperdtva  i-inUvten  and  aach  Üa 
oniceboaälon  l'IBangkdUBoleclUe  uch  tbcreiuUaniMMl  urienUrea  and 
xirait  oia«  mtaklicli«  OttanuntwirkanK  aasObea  ktaaai. 


r.  ittg«N'   r«6#r  ilk  Bttttgnntftn  kUitoier  Kirjprrrhrn.     41!) 


\Stan  mtiue  Thoorio  im    Allgeincinen   begraiid<>t  itit. 
■)<  iiA  die  OrtAbewr^ang   A<er  MolvcCIlt'    oiir  Hn«n  indiritk- 
tffl  Kiorta»  auf  A\f  Tniixhew^iRg.  inRorern  sie  stet»  nen« 
-  '-lUrc    Krüfti.'    wirlMiun     fcerdcii     läsat.       IxiiigKamoft 
I  Ku-bewegtiugfln    kSnom    «elb«t    f5n)(<r1ic1ier    (Sr    die 
TilxUiiyntig  «viti,  da  diese  niclit  mehr  eine  Function  der 
Ator  ilfT  MnWfilr  iiuil  des  Widentandf«  der  Körpiri-Iieo 
U.  Bi  wird  ans  fumer  erklärlich,  waram  gröMerc  Körper- 
tim oiebt    Riiob  Mui^be   ihres  Gewichtes  träger  irorderit 
■h  )i  jw  bewegenden  Krifl«   mil   der  01>frflMchp   wachxen. 
uwi  waram  gleicIpproM«  Kijrperchen    der  gleichen  >^nbvtatix 
i»  TnKhiedeiien  FtHsatgkeiteo  nnd  verschiedener  Substanzen 
in  in  nimlicIiPD   Kliiwigkeit  ungleiche  ßcweguiigen  /j-igeu, 
ih  ji  die  cbi>iULM:be  Bc^cliRfTonboit  drr  Kör)>er<:ben  and  der 
PIAMqrktit  tue  beM'<f^mleu  KriLfle  verändern. 


Wan  die  itlirig<>n  Bewef^ogni  Afv  kleinstt^n  K»rperchen 
ii  dorr  FIRwigkeil  betrilTt,  so  laMen  sich  dieselben  am 
•ton  beiirtbeilen ,  irean ,  wie  bei  den  Hewegtnigen  in  der 
L«fl,  die  Präge  erörtert  wird,  nnter  weldiea  Umständen 
(be  KiVrper  Dchwebend  erhalten  bleiben.  Da  sie  itn  Allge- 
B«ii#n  «in  anderes  s])ezifiM!be8  Gewicht  b4«itxeii  aU  die 
PlBwigkeit .  «o  mltsBen  »\e,  wenn  nicht  besondere  Ursachen 
linxukiiiniiiin),  entweder  fallen  oder  steigen.  Miiu  mücbte 
ar  Tielleioht  meineu,  dam  nn^serordentlicb  kleine  K3r- 
«rdieo,  (Av  nur  weni);  schwerer  ^nd  alfl  Wasser,  Ton 
H»a»ro  wohl  getragen  werden  roücliten.  Allein  die  B«- 
iingniig  hiefQr  konnte  doch  nnr  die  sein,  dnw  der  Unter- 
efaied    im    tiewiiht    nicht   gross    genng    wäre,    damit    da» 

^heu    die    Wasserniolecüle ,    die   sich  seinem   Sinken 

•  .   :i«t«lleu.  verschiebe.    Dies  ist  jedoch  nicht  denkbar; 

m    da    dt»  Wa»rrinolecDle    in  l>e)rtäiidiger  Ortsbewegtiug 
«h  befindeu,    »o  i«t  aneh  in  jedem  Augenblick  fllr  einen 


430  Skiuitg  litr  malh.-iAip.  tHim«  Mm  7.  Jmm  tSt9. 

Kdrper.  d«r  ein  noch  ao  gerin)^  Bavtn-twu  bat,  xicb  nach 
einer  bestimmt«»  RicbtanK  va  beweg^u ,  die  G^legenbeit 
gei^eben,  «ini>n  kleine»  8chriU  vorwilrta  xu  tbiiti.  Xur 
wird  es  von  xciDcni  (Jt^wioht.  9<^in«^  Form  tmd  Unw»'  ii,\>- 
liKngen,  ob  er  laogsamer  oder  schneller  ainkt. 

Wenn  wir  uns  bloss  an  Waswr  und  verdünnt« 
wässerige  LSanngen  batten,  da  andere  KKbiHgkeiteii  ein  ((e- 
ringCä  Int«re«e  tlarbici^m ,  m  bat  die  grouMe  Mebniahl 
kleinster  KSrpercben,  die  wir  allenfalls  darin  antrefTen.  ein 
gr9ft*erei,  nar  wenige  ein  geringeres  speEißüches  (ievrieht. 
Jene  sind  daher  zum  Sinken,   diese  luni  Steigen  geneigt.*) 


1)  Srliwtrer  al«  Wuiwr  liiul  Aw  miaeralwchca  «ifl  ilic  ortrkvuirtn 
&Db«ten>ni.  Lnichtfr  nU  Wnntcr  sind  Ton  tl'n  h'nr[H>Tfbfii.  >)lc  oiu 
unter  dem  Htkro«ki>p  la  nehm  Grleic<vh«it  Iml,  iinr  Fett  nixl  WmI». 

Rinieltie  lufttroctne  Zöllen  könnvn  leicViUr  ttia  ■!•  Wauwr,  wam 
«i«  Laft  in  ibier  UOliluog  oiillialt^D  Bmetile,  l«bepaüi»lifr«  ZHIm 
baWn,  lU  wo  nif  frck-ii  Gfts  iu  iliiuiu  liuieni  ayMcbridM).  tati  obiw 
Anmohnio  r>n  ^tlmnr*  ■gmiflschu  Gewicbt:  dein  *i«  bMldiea  m* 
WttHser  nn4  au  SubrtantEn,  diiei  ichwaer  *iii'i  >b  WkUMr.  l)l«u  iIQbk- 
wandige,  mit  Pctt  i[*failt«  Zrllcn  kOBiil«a  ri«  klHMiM 
0«wicbt  bnilH«. 

Virlicllifc  ConpIcM  werden  oft  ilareh  anliüitmile  oAn  <tait*> 
MhlofMiic  Lalt  tcbwiromtOditJif ,  wi«  wir  mi  fr&Mtrai  Ader  kMbeten 
WatwcidluiuD  bfoWtiteB.  Verbinde  voa  ^rcwitiefMdkn  ilelgeB  ta 
■intr  tDckortia1tifr«a  Plluigk«!  anf,  g«tra^n  loi«  der  K«ble««ar(. 
die  II«  doTEb  Ihre  Gittbitigkeil  gebildet  bab«.  wid  dukec,  wenn  «ie 
an  itirr  Obctfiache  ikre  SEbwinimblaM  veHoren  hak««.  m\tAtr  anT  dm, 
Gntad.  Hau  kann  ■«llat  in  einem  Qlu  tuit  achwachsirmileT  P1I 
ktit  Floekcn  bcoboclitcn .  wekbc  in  langMUMm  Teni]«  abw« 
■teigen  nnd  falUn.  ohne  di«  Oberflicbe  and  den  ÜnaA  -Ur  PlOnlgkeil' 
m  enekhen  und  ohne  daw  eicb  oia  OaabUacbcti  abUat  Die  traftode 
(liMüMiii  Tennelirt  lirb  nlmljch  beitändig  >lnreli  Oinius  und  ver- 
mindert eicfa  ebenMI*  bretlndig  durch  den  Ueb«ri;aiif  von  Koblitsiiara 
in  di«  PlÜMigkett;  -  In  Am  nnttren  kofatauinrerdehtnn  Srhinhten  der 
ZntfcerHtMUix  iat  der  Zuwachs,  in  den  oberen  k«bkiuinrcirnN»n  8tbhb> 
Im  ia|  dft  Teriwt  an  tT«i«ni  Gut  l«tridilUobrr. 


r.  JK%N/i:   Ut^tr  lUt  UrurguuiiTa  MeiiMtet  KOrpereh«»,     42) 


<lie  titicn  und  andrron  itchwebcnd  xn  erhalten,  bedarf 
oftmlicbni  Mittel,  die  iber  ^elbslrei-ständlicb  in  vnt- 

ina  Sitioe  wirken  mQssen. 
:iin>  dies«r  Mittol  sind,  in  gleicher  Weis?  wi«  boim 
.»eb*n  in  der  Luft,  Wasserstrßmiingen,  welche  mit-  ihrer 
tiailtn  ('oBiponrot«  dt-ni  |>nsitiv«D  oder  u«galiven  Qe- 
:hUnbi-rscha8H  des  KOriiercliena  (ib)!r  ein  gloichtis  VoliimeD 
sigknt  du  Itleicbgewioht  bullen.  Für  jeden  eiuxelneii 
ftnt  noh  Iwrechncu ,  welche  tifttcbwiiidigkeil  di«w 
kneble  StrÜmunit  baben  mum 

Atu  der  allgeoieiDen  Formel  v   =  ^2  g  h  erhält  tnsn 
nm  Trugen   pJncH  üolmt'r*-«  Kürpir*   in   einer  Fltlsaig- 
rrfordorlicbe  RDEsteigcnde  Gccbwindifckeit 


,  =  1/2  g  b-Öi^, 


Y,   Amm  vjwztfliche  üewicbt    de«   Körpers  nnd  y  da« 


)4  ntl't    dmIi  «in«  ondtrp  Uriacho.   wplr.hi-  ciiiMln«  Zell««i  odet 

*IU(f  (.'»mplM«  ivmr  olebt  im  Waaier  aUigen  uiactit,  &l>er  docb. 

t  ä»  namü  ui  -ler  Ob«rl]ä<be  deweltwn  lieh  tiefiivHen,  ilu«ltwt 

■rUlt.    IKfs  ift  ilic  NichtWoetiburkeit  •!«(  Zcllmtfobru, 

u  Pole«  T»n  C«ti<a1ari(ifen);  1  VvrkorkiinK)  «intritt.    In  <lioii#r 

■  IMbra  SebwirmwUeo  an  ilir  ObcrftUbc  tici  Wiuiicri  litnuon 
tMoMa  iUmIW.  Di*  KalimhMtfilM  l8«cDhArom7<:r>i  ni'tcnUrloiuJ 
nrti  Sp*ltpUM  bndta  «iw  obprflikhliche  llant.    Selbst  die  loll- 

■  SKkcn  il«i  EMlymattfr  ««rJen  ilurcb  >l)e  unbenetite  ober« 
frtn^*,  «I«  »>■  litb  dtirtli  |>a«eDd  uigwtitllte  Venutbe  Qber- 

»  kaaa;  l>«nriii  Biiii  iit*t  Seit«  min  Ijiuclit  ranti  den  di«  Otia- 
oJdit  bcrübreadca  (iulkrtkiKtieii  rtwni  iint«,  n  tinkt  tx 
M  Mf  d«n  Grand.  Dt«*«  Stnlin  tritt  aaeh  bei  den  ikni  nndom 
t  bavtehadM  HmibriBRi  «b,  dio  ihm  nnterlKncht.  »o  Isnico  eie 
•«Bit  eadeaUrifirt  lind.  Iit  d«r  Vrrkoikvnfapraceu  ftbei  weiter 
•rhftttn,  M  koeniMii  lie  nach  'Itmi  L'nt«rtuchen  wieder  an  die 
tlähi.  «eäl  em«  dBanc  LvflKfaiebt  dsr  ZeUmembnu  ftnbfingt ,  mid 
B  «nt.  Macbdrai  mu  Aitn  taftKliiebt  entfernt  hat. 


422 


StUu»ff  der  mi»lh.-p^.  Cliwae  mmh  7.  Jihm  18TB. 


gprailiHcfatt  Gewicht   der   PIUt>si|;keit    aosdrückt. ')      bt 
KIös*igl£<'il  \V«a«er,  no   h«t   man    v   =   |/ 'i  g  h  (yi  —  l), 

Es  müssen  dabei  übrig«t>a  die  nütDlicfaen  TerbSItni* 
b^rUck  sieb  (igt  wertloii  wie  i>eini  i«cbv>'i>li<-ii  io  der  Lti| 
Wenn  aucb  im  Allj^meinea  diu  uuf  diMi  homontaleu  <^i( 
Rchnitt  berechnet«  mittlere  Habe  (h)  allein  in  Retninht 
xivhen  IH,  x«  hat  docJi  »nch  die  OrSase  aml  (iestalt 
borixoDtalmi  QiierMhnitlrH  xo  wm*  die  Hodvitirung  der 
urärtfl  und  der  anfwärta  gekehrten  Oberfläche  grAR»er 
odvr  geriDg«rvu  Hinflats  »uf  die  erforderlich«  0««chwiudt|^- 
keit  nnd  wenn  e»  sich  um  TerMrhtedene  FlILraigkeitau 
baudelL,  wi  ist  auch  der  Grad  ihrer  /Ühigkeil  von   Belanb 

Die  Geach windigkeit,  di«  ein  aiifittvigeDder  Waaeentnifl 
habrn  mnaa,  um  einen  Körper  ger»le  schwebend  zu  erhul 
ten,  ist  ancb  die  constaut«  Geschwindigkeit,  dii>  er  b«t=a 
Fallen  im  Wasser  annimmt.  Ixt  ron  mikroekopüvbtK. 
Körperchen  Tun  bekannter  Gestalt  und  GrOme  diese  eod 
Ntante  Fallgeschwindigkeit  crmittitU,  m  kann  nnler  beftimiD 
ten  VoTMUiüM-t  Kill  Igen  daraus  das  spexifiache  Gewicht  be- 
rechnet werden. 

Ein  besonderes  iDtcrexBi'  gewährt  es,  zn  wissen,  welc 
Bew(^iingeu    in  einer  Ftflaüigkeit   notbwendig  sind,   di 
dieselbe  von  ^tanbkörperchpD  gctrflbt   bleibe,    and  weL 
Zeit  es  bedürfe,    damit   sie   bei    roUkommeDer  Ruhe   dar 
Absetzen  sich  kläre.     Eh  versteht  fich,   dass  bxide  Oi 
im  nnigekvhricD  Vcrhültnitw  zu  einander   stehen,   und 
die  erforderliche  Bewegung,   welche  die  TrUbnng   eot 
erhält,  »m  ao  gerii^r  tM,  j<>  kleiner  und  spc/.tl!scb  leich^ 
die  Körperchen  sind.    Um  eine  VurstcUang  ron  den 


I)  (Ja*  «nea  ipaiflKh  leicblerea  Körpw  ackwalMsd   n  ertidt 
Marf  n  der  ab«t«ig«D>l«a  Geichwiiidigkeit  «  = 


i/:..v 


I.  Kdfili:  Vthrr  Üt  Be»t0nity*u  kt-nnHer  KSrpcrdifn.     428 

I  GrflBsm  in  (•rbttlton,  will  ich  vis  Beispi«!  SpaltpÜxe 
nnil  Stiikek{ini«r  anftlhreD,  unter  der  VorausseUuug,  dajn 
dwtlkMi  ncli  tric  grSfwere  Körper  verb«lt«n. 

Die  kleinsten  äjullpilee  haben  im  benc-ttten  ZnsUnde 
«DiD  Durch inF-Mcr  von  etwa  0,!>  luik.,  alito  eioe  initiiere 
HliW  <hl  too  0,.13H  niik.  thu  «pezifiwbe  Gewicbt  der  im- 
bilclfD  8paUpiliU)  (/,)  beträst  im  Mittel  etwa  1,1.  Also 
itt  t  ^  it.O^M  OD),  Uainit  dtia  Wai«t<r  getrübt  bleibe, 
in&M*]!  die  Str^iniiugcn  in  detnsolbeD  derartig  win,  dtu« 
dir  wriicat  aatsteigODdc  Compoiiente  bin  und  wieder  die 
tl«cb«itidtgkeit  ron  0,08  cm  in  d^^r  Si-conde  (IberNclireitet 
Bsd  in  Folge  desaen  diD  sich  ab««tzcndeii  Pilzr  winler  in 
in  flghe  RlhH. 

In  vollkommcii  rab^m  WiL^t-r  würden  demaach  die^e 
Bpillpilxe  eine  ooDStaute  Fallgeschwindigkeit  von  O.Oti  cm. 
in  Jw  Hecnnde  annehme» ,  nnd  eine  getrübte  Wasner- 
BUHr  Ton  1  m  Höhe  würde  sich  durch  Äbsotxtru  voll- 
ifUig  in   1250  ^^iiiideii  o«ler  in  21  Miiiul«a  klüreu. 

Z»  den  feioKten  Stärkemchlüorten  gebSren  aolcbe, 
ifn  Kdrner  im  Uenelitten  Zuiilaiide  2  niik,  gros««  sind. 
Nfimtn  wir  sie  als  kngelig  an  .  «o  b^riigt  die  mittlere 
HU«  lli)  1,33.1  niik.  Das  speKitütche  (Gewicht  (yi)  beträgt 
"'''  'A  1.3.  Also  ist  T  =  0,28  om.  Da»  Wasser  bliebe 
*^)t  getr&bt,  w«nu  die  verlicul  auritU-igeudi,'  Giwchwindig- 
UtonnipODeiitc  der  Strömungen  bin  and  wieder  grösser 
*ri  »li  l),'i8  cm  in  der  Seonnde,  und  eine  Tollkotunicti 
nkip  Wosscrmiuse  von  1  m  flöhe  würde  durch  Absetzen 
B  3M  Secnnden  oder  in  G  Minuten  klar. 

Die  KolKeriiniien  für  äpnltpilzv  nnd  StnrkekÜrner  gelten 
(li  üt  gemachten  Voraussetxungen,  daes  das  Wasaer  absolut 
"•  wie  {i.  Il  ohne  Masse nbewegnng)  sei,  dass  die  Körper- 
*"n>  ktine  Bigvnliewegung  lji-«ibien  nnd  sich  riickxichllich 
d«t  ^nkena  in  einer  Flüssigkeit  wie  growe  Körper  ver- 
b*))n.    £>i0  entert   Bedingung   wird  twar  nie  ebtreDeu, 


424 


SütuMti  dtr  iMUh.'plifp.  Clitme  wm  7.  Juiti  isn. 


intl«ni  ungleichseitige  KrvrSriunug,  Verdniifttang  an  der 
Oberfläche  uDd  ErAchültening  immer  sclitvftvlie  Strömungen 
xor  Kolge  hüben,  nnd  duher  das  Ab«etx«n  ven&gern.  Der 
letztere  umstand  mii«t)  aber  jedenfallü  tau  bemerkbarem 
RinfliiRK  »ein. 

Wie  wir  gesehen  haben,  unterliegt  das  8teigea  uui) 
P»Ueii  kleinüter  K'iriK-rchi-ii  in  iler  Luft  ftniier^'n  IVding- 
ungirn,  nU  ditr  n»mlich<.-u  Bewcgiiiigen  grosser  Körper,  weil 
jene  einen  «»hängenden  Lutbnantel  von  merkbarer  Dicke 
betitxen  iinil  einen  beinorklwron  Rvibnngwiderstiind  rrfahrea. 
EbeoTO  mässen  die  Körper  in  einer  Flüssigkeit ,  na  der  sie 
Adhäsion  s^^n ,  nelbiitrerst^inillicli  zdnilchst  mit  Hneni 
Mantvl  von  mbeudeo  nnd  weniger  bewegten  PlOitsigkcil»- 
molecülen  nmgeben  aein-  Derselbe  wttrdc  »her  nach  dem, 
wus  man  j<;tzt  ilurdWr  weis«,  eine  ftussemt  geringe  Müchtig- 
keit  haben.  Denn  nach  Quincke  wirkt  ein  fester  KVirper 
anf  Wasser  in  bemerkbarer  Weiae  nnr  bU  /a  einer  Ent- 
fernung von  ü,üOÜO05'5  mm,  so  da&s  der  Mantel  etwa  ans 
150  WasBermolecüliMjhichten  bertfinde 

Wenn  diese  Grosse  uns  die  Mächtigkeit  des  Wi  tleii 
Bew(^n)ieu  kteinMer  Kfirperchen  zur  Oeltung  kommenden 
PIOangbeitBiiiautels  angeben  sollte,  so  wQrde  durch  <len- 
•elhen  der  Onrchmesser  des  wirksamen  Querscb iiitta  bei  <les 
kleiuKten  ^gisltpilzeii  (von  (i,00(h'i  mm  OrOsse  bei  kugeliger 
tiestaltj  bloss  um  '  &>>  and  der  wirksame  Qaerseliuilt  selbst 
niD   '/tB  TergrdsNerl 

Im  Wa«fCT  muss  aber,  wenn  ancli  der  Plibwigkeit«- 
mantel  sehr  dOnn  ist,  der  ReibimgswiilerstAnd,  im  Vergletch 
mit  der  Lnfl ,  um  so  gr&ner  auafallen ,  und  es  iHsrt  sich 
tum  Voraus  mgen,  dam  der  letztere  die  llati  plana  che  ftlr 
das  langsamere  Fallen  kletnsier  KSrperchen  und  fiir  Au 
Getragen  werden  durch  schwädiere  anMeigeude  Strßmnngen 
■eiii  wird.  Bestimmte  VorKt^llungoo  djirDber  mSssea  «nf 
experimentellem  W^e  gewonnen  werdeu. 


*~lK^li:  üebv  die  BeteesMugt»  t/«iiHf«r  KirperdieH.    425 

Die   bisher    bc(raciit«t«n    Dmstiinile ,    welche    auf  da« 

I  ^mben  der  StaufaVdrperchen  io  einer  FlQssigkeit  nnd  auf 

I^Ähaclxeii  dersHhen  Kiiiflu-'»  liii)>«ii,  Jttti<l  <1i(«clbi>n,  welche 

I die  6nr«f[iiiigen  in  der  LafI  bedingen.  uümÜch  die  Grösse, 

[du  Gewicht    nnd    der    Mantel   der  Körperchen,    dann    die 

HMaongen  in  der  FKianigkeit  und  die  Keibun|^widvrstände. 

iaiwr  der  verwhiedeuen  Zähigkeit  der  FKlssigkeiteu,    die 

ha  ileu  üititeii   »iclit  io  Betrticht  kommt,  Iritt  diian  bei  den 

m>ngk«it«]i  noL-b  eine  andere  Urmcbe  auf,   welche  mög* 

W»  Weise  die  Üewegmigen  kleinster  Kftrpercben  wesent- 

U  modifixirL    Es  ist  dies  di<;  MoleculHiHUicit-ltiui^;  zwi^^beu 

's  Plüsaigkeit   und   den    darin    befindlichen    Körperchen, 

nicbe  immer  bestebt,  wenn  Beiietziing  atattiindet. 

Disic  Molecu  larAH  zieh  iiDf;  ixt  ee  auch,  welche  aeb<>D  den 
fcftaebreiteuden  Bewegnngeu  der  Flussigkettoniolecüle  die 
Ucbeo  Btoffe  in  l>i>«uug  bringt  und  darin  erhiilt,  indem 
w  dvcb  den  Ucberochiixi'  wirkt,  welchen  die  Anziehung 
f'.i)  swiflcben  FlUtwigkeit  (f)  und  Substanz  (a)  Ober  die 
^mne  drr  Anziehnngeu  xwUeheu  den  gleichart^en  Mole- 
(tin  (f .  f  +  8  .  «)  voraus  hat.  Die  Wirksamkeit  der 
w^cularrnnziebung  wird  Torziiglich  deutlich  durch  den 
l'oriud ,  claw  die  einen  Snbütanxeii  in  gewistien  Fltlasig- 
«w  («.  W,  in  Waiwer)  töitich  mnd.  nicht  aber  in  anderen 
ti- B.  in  Alkohol),  wKbr«nd  audere  Sabfltanien  da«  umge- 
•Wt*  Verhallen  zeigen. 

Wie  die  moleoularlüii liehen  Substanzen  verhalten  sieb, 
'Usitlitlicfa  des  ZtiEtBndekommenH  der  LSsong,  aneh  die 
■uBtrldalicben.  Bs  besteht  nur  insofern  ein  Unterschied, 
■■  ibe  mioellareD  Ltonngen')  unter  Übrigens  analogen 
Wiulen  wegen  der  beträchtlichen  tiröiwe  der  Micelle, 
I  *  UB   Uuaderten   und    ans    rielen  Tausenden   von  Mole« 


tl  T|ti  TbMrie    der  tiimrK.    Abli.  iL  k.  Ak.  d.  Wim.   XHL  Bd. 
|1  IM  IA9  (Mi  nnd  IT7  (108).  -  S«f«nlaMti>br  S  «T  o.  181. 


426 


SitsiMg  der  matb--i>h)f».  (Jtatse  m«  7.  Jum  IHTU. 


edlen  xusainuivtlgesetst  sein  kSuneo,  schwieriger  zu  SUi 
kommen. 

Vergleichen  wir  ann  mit  einer  micellareu  LGaung  ' 
dnrch  kleinst«  SUubkörpercbvn  getrQht«  Flüssigkeit, 
sind  in  Iwiden  <)ie  n»tnlicheu  Krüfl«  rorhauden;  imr  s 
diese  KArpercben  abermats  riel  grSüMir  und  aehirerer 
die  ^fic«lle.  Die  kt«intit«n  Stänbohen  fSpaltpilze 
0,5  mik.  tirü<<»c)  miigo»  im  b«-nrtzt«n  Zu«lniide  etwa  500 
bia  lOOOOO  mul  die  (jrfimt!  and  das  Gewicht  der  mittleren  1 
Celle  vou  Stärke,  OUalose  oder  Eineiss  llbertreffea, 

Mftn  könnt?  somit  aus  der  beträchtlichen  GriMW 
Staabkfirpercben  Rogteicb  den  Schlug  xiehen  wollen,  di 
dieselben  durch  MoleciilaninKichnng  in>orhaupt  nicht  suhpt 
dirt  erhalten  bleiben  können,  da  ja  §chDU  viele  Min-Il 
Bnbslanwii  nicht  in  l^i^sung  gehen.  Kine  genauere  I 
tnehtung  ««igt  aber,  das»  die  Vertheilnng  der  MicelU 
Lßsnng  und  die  Soitpenition  der  i^taubkörperchen  als  Tri 
UDg.  obgleich  bei  beiden  die  uäinlich<^  Kräfte  wirk 
wenleii ,  doch  auf  weseutlicb  verschiedenen  l'incUtti 
beruhen. 

Die  MicellRrliVmng  kommt,  wie  die  Molecolarlösii 
dann  zit  Stande,  wenn  die  Aoxiehtmg  des  Micells  xu  < 
andern  Micellen  einer  (ertvn  Snbstan:^  Qb^rwnnden  w 
durch  die  Anziehnng  des  MkelU  Eur  Plütwigkeit  und  dar 
die  dem  Micclt  schon  eigcnthiimliclten  nnd  dnreb  die  St& 
der  FlUKsigkeitsniolecöle  gesteigerten  Bewegungen,  wd( 
das  Beetrebeu  haWn,  es  losKureimen, 

Waa  die  AnKiehnngen  de«  Mic«llK  cinerseitK  rnr  KlUsti 
keit,  audeneit»  zn  den  übrigen  Htcjelleu  betriffl,  so  ai 
beide    weaentücb    Punctionen    der    Obertliche.  *)      Bei 


1 )  Die*  tp't  «elUt  flh  dta  aawaliTMlidBlichi-n  FUI,  iUm  di*  ot 
Hehlitbco  Holecnlo  dM  MMt)  t<-itio  anilfm  KnfU'  <^t«tck*la 
bweilnlb  der  Oberflicbe  beSadUchea,  well  die  Snaiuatioa  dtr 


Im. 


«ttg  ttir  t'lQwigkfit  (divsc  AiiKiHiung  sei  für  «lie 
ro^ntiHt  mit  F  l)*ieiclinel )  wirkt  ilii-  gaiiv^  Ofwi— 
dt*  Mtn>lU  (0);  ilin-  Wirkwiig  i.-H  iliirdi  O  .  V  mw- 
kt.  ßvi  der  Anzielmu^  (K  fOr  dw  Piäcbeueinheit) 
I  »wei  pnlyrJ riechen  Mieelleii  einer  SiibstHiii!  k<)miii<.-n 
lUpreclienilf«  Seilfji  tS)  zur  (ielltiDf;;  ilire  Wirk- 
iX  <lur«li  S  .  K  mugnlrQckt.  Üaiwi  kann  es  »ich  nur 
iIm  ipftssttfD  Seiten  baodelu.  weil  xie  die  fltÄrkste  A»- 
b*ditif{cn. 

(M  die  Differena  der  einander  widerstrebenden  Kr&fle 
AoMchlaK  giebt,  so  hai>cu  die  lH>idt>n  MicHle  das  Be- 
TBrbuudcn  zp  Meiben.  so  lange  S  .  K  —  O  .  F  einen 
We-rtli  dar^tt-llt.  Wird  der  WerlU  n«^üv,  so 
Q0  nch  von  «iiuiudvr  und  gehen  in  L&sung.  Wenn 
Ikelle  Toii  ungleichen  Dimensionen  gleiche  Gestalt  be- 
ul bleibt  lUs  Verbültniwt  ron  Ü  und  0  da»M«)bi>, 
boteht  ziriscben  groAsen  und  kleinen  Micellen  kein 
ki(d  in  dtrm  Bestreben  aich  von  etnandtT  IohzhIömo. 
ilich  wird  aber  die  polycdriwhc  Gustalt  kleiner  und 
Micellp  i-in«r  SnbHtiinx  ungleich  »in.  Sind  bei- 
die  kleinen  Micelte  kubisch  nnd  werden  sie 
Wtehtthum  mehr  tafelförmig,  t>o  mUtiHen  sie  in  dem 
Znstaode  der  lösenden  PKUsigkeit  einen  viel 
Widerstand  entgi^gensetien. 
Ihiiuilicber  Weise  diiux  es,  wie  icb  glaube,  erklärt 
warum  giüsasre  Miwlle  der  gleichen  SnWlan/. 
in  dm  gelOst«»  Zustand  übergehen  iil"  kictnere, 
^Tbataaobe,  die  nns  bvMiuders  dentUch  bei  den  ver- 
M<Miilicationeu  der  Stirke  (farblow  StSrlce,  blaue 
*.  Amylodexlrin,  Deitrin)  entgegentritt.  Üvr  positive 
den    AnMlmcko«    S  .  K  —  <)  .  P   ist    bei    grSsseren 


^nklr  Ar  die  Ofccrflirhe  «■  um  m  gtimem  Deb«tfgwklit 


426 


Süfmf  d»r  malh.-phyii.  iTtoäM  um  J.  J«w  itns. 


Hic^'Uen  an«  r.wKi  GrQnileii  bot  rieht)  icbt-r  als  bei  kl«n 
»itinuil    Wfil    die    (pr&snervn    Micell«    niebr    von    Arr   ii 
metriKcWu  (leatAll  nbvreülii^u    und   ilamit   «iiiwin« 
Atui'-tiuiigHtlltchoii  K^winuen.  fintier  vroil  mit  (l«m 
vfvfi]«*n    fliü    Mk-elle     ihre    nn>pfflnKtiche    ruiidlicbf    rr<t«^ 
immer  mehr  in  eine  «tren^;  itulyedriscb«  unrntodcta 

Mail  kri»nU>  die  Acliwjorigvrr  LMirJiiwit  vod  ilnl'^xai 
mit  |{rtm6i.Ti-u  Mietllfo   Btif  tlveliuiiiiK  dtw   btftriiL-htlict 
M)cellarK<>wicht«8   8etzf>ii    wolle«,      Allfiii    dir«    wQnfei 
uiwUtthnft  cncbmaoD.     Da»  tiuwtclit  d»r  Mieelle 
gegenüber    den    Molec'utarkräften    gtr    nicht    in 
kommfn;    und    wenn   man   <:twa   »chmi  gi-gUubt   tM,' 
lißtiiing   lirMiicbtie  den  Zustund,    in    WL-k-betn   daa  (tenric 
der  Haleiuolecnie  durch  die  Anxiehuug  der  WK!iMrvi«li> 
nlierwiniileii    Hei,    -o   trifft    die»  wiidrr    Inr    div  iuoln:at 
uuch  M(.'lbsl   Für  die  micelbu^D  Lfl6vn|(en  kh,  und   wir 
aiicb  au  coafjiilirenden  Eiweb«-  oder  od  ({rUtinirendeti 
und  PocliulStnungen,    ila.«N,    btn  grÖM«ref  ConueiitnitiDn' 
ti&Hnti){,   die  Micelle   Rieb  (rti  rerbinden,    ohne    im   Wi 
nimlenusiuken,  indem  du  WaMer  von  den  MicellTerltüBJa 
eing«9Ghlonen  wird. 

Gnm  nnden  ai«  die  in  [^'<ung  Kchrailen  Mie«lle 
halteo    sich   die  StHubküT|H>rchtm   bei   ibrcr  SoiipetiuoR, 
piuer  PinnHigkeit.     Die   letzteren    haben  ntlniltcb  im 
ini-ineii  i-ine  uuregelniimge  Gi-otall    und  untcrochridcn 
dadurch    von   d«u   regelmliacig  polyedriscbi-n  Mtcdlen.     Sn 
ki^nuen  daher  unr  mit  eiDaelnen  Stetleu  von  geringer  Au 
dehnnng,    oft    unr    mit   eintelnon  Punkten    mch    l>erlllii 
In  Folge  dessen  ist  die  QrO«M  S  .  K  aebr  gering  nnd 
hinler  der  tirfime  O  .  F   weil    xurOck.     lo   der  Thiit 
steh    die  Stiobkörpt-rchen,    wenn    sin   Hut   i>iner  V\i 
sich  niederMhlagen,  nicht  xu  einer  festen  Mumc  lui  eit 
wie  die  Mioelle,    »ondern   sie   blisibon  getrennt.     Bei 
iat  M  nur  das  GewicbU   wtIdiM  dnr  riuji|ren«no  eniv 


f.  XSjfibi    tffttrr  rfi>  Brietguiitfen  Utiittlm  KOrptnAen.    429 


I 


wirht.  DdMftllw  iflt  proportiotiAl  il<*r  Matise.  wier  wenn  e* 
^roli  um  (Itp  Kl-rinh«  Snbstanx  handelt ,  (iroiwrlioiiiil  liirm 
Voloineu. 

Wir  kötin«>ii  «Uo  ii»  Kraft ,  wdeh«  di«  SlAnbkörper- 
ehen  Kuin  AWt/^ii  bringt  mit  il*  (/,  —  /)  btiteieliuen  (««nu  y 
il«  spesifUchti  Gewicht  der  Flüssigkeit.  /,  Aas  spez.  Gew. 
iIt  Krirpi-rcbfln  and  I!  ihren  Itadiua  bnlent^t),  die  Kraft 
ilog«f{CD,  welche  sie  in  einer  FlüK-iigkeit  vertheilt  und 
iospendirt  whÜlt,  mit  fi'.  K  (»twtt  O  .  Fj.  t»t  diu  DifferenK 
H*.  F  —  R*  (/,  —  7),  oder  was  anf  das  Nämliche  heran^ 
kDtnnit,  P  —  R  (/j  —  y)  poiitir,  ro  lileiWti  die  Körper- 
elicn  RUAppndirf;  wird  ()«r  Auwdruek  nugativ,  so  eeticn  »•> 
rieh  ab.  Be!  apenliscli  leichteren  K&rperchea  eiitscht^itlH 
die  DifTereuz  P  —  R  (y  -  /,). 

HtirnuB  folgt ,  dasa  die  Stanl)«tabstai)i!«n .  diu  sieb  mit 
nner  Flüssigkeit  benetzen,  bt>i  ventchiedenen  Graden  der 
Verkleinvning  sieb  nngieich  rerhalten.  Fnr  jede  gibt  v» 
in  d^r  Stqfenreihe  der  V^rkleinernnj^  eine  Grenze,  wo  der 
Dniscblag  eintritt.  Sinken  die  !?tiiuliki)r[>erohen  in  ihren 
Dimensionen  unter  iieae  Vinazt,  so  bleiben  sie  sunpeiidirt ; 
sind  dieselben  gr&ser,  so  (allen  sie  zn  Boden.  Dieso  Grenze 
du-  Verkleinening  wird  ut>vr  nur  ron  wenigen  Substanzen 
«rreidit,  no  beim  Bor  und  beim  Schwefel,  welvhu  in  der 
fmnstea  Veftl»eilul:^;  eine  PlOtsigkeit  constant  trOben.  Solche 
»nsprodirte  Kiir)MTcben  sind  aber  immer  noch  mehr  wie 
lU  mal  ^ri^saer  (im  Dnrchmesser)  aU  Mic«lle ,  die  keine 
I^DDii;  zu  bilden  rerinögeu. 

Mao  hat  also  dreierlei  Zustände  tu  nnteri^tteideik,  tn 
dsDUl  die  Tou  der  FlQssigkeit  ausgeübte  .Mole«:ulnraor.ii-himK 
eine  gleicbmä««tge  and  eonstante  Vertheilnng  von  fremden 
Sobttaoteu  bewirkt:  die  Molecularlönn  ng,  in  welcher 
die  gegenseitige  Anwebung  der  einzelnen  Sabstuiy.mu)eciilc, 
die  Miee)  larl  ö:«uog,  in  welcher  die  gegenseitige  Ober- 
fl&cfapnanziehung  der  pplyedrischen  Miwlle  nnd  die  Trüb- 


480 


SilfwMjr  dtr  Mdth.-jAy«,  t'tatf  rrm  T.  Jmm 


nng  tinrcti  St äiibclicti.  bo-i  wdchff  ilv  Ot'vricJii  Ars 
KiiriM-rchcii  ilberwu  title»  wini.  —  Uiib  VerhälLniioi  Jii« 
Mol«culamuxN!liiing  tu  ilprjfnifti'D.  wvlcbe  ilii»  'I'ainni  iff 
Staubkörpcrchvn  und  uhuv  Zwcifttl  aucli  <>in  rirl  Ivblutiti'ni 
Tauicn  der  imnchtbareD  Mkvil«  »warKaclit,  blwbl  \nt  ikr 
Hwid  fru^liob.  Die  tjnv  tind  die  aiiileru  werden  aber  oho« 
Zweifel  durch  Teracbiedcoe  Molecalarkr&lte  b«vrirl(t. 

Betäglicli  der  TrObung  durcli  iius]>eiidirte  8Uubkür|wr- 
ctieii  Wincrki?  idi  uocb,  Aax»  dnbri  ToUkomnuHH!  Kubr  Ja 
FlÜ8Hi){kvit  Tuu  Ströinangen  TOntusf{«eotet  wird.  Ut  dim 
Bube  gegeben,  so  werden  edcli  die  Kürpercbea,  deren  Orihw 
diu  fUr  die  ffii<<[>eii<<iuu  i>rforderliehu  Üri^Me  mir  iinii|| 
Ubenefareitet,  sehr  Uugawu  iibMUeo.  äiud  aber  uacli  oN 
geringe  Strömangen  vorbanden,  ao  wird  die  FlüMtigkMt  ^ 
«tÖudig  geliQbt  bleiben.  Das  Absetzen  gebt  ferucr  am  v 
kngiBnier  vor  «idi,  je  mehr  di«  Z«bigk«it  <lor  KltUngM 
dHllMlb«a  entgegenwirkt. 

Ein  Beispiel,  iu  wekhem  die  TrUbuDg  Mhr  Un)^  fr- 
halten  bleibt,  gi«bt  diu  die  Milch.  ()tetvllM>  uiigt  ni 
nberdoiii  deutlich  die  Wirkang  der  MolocaUrami  ' 
Die  Fe UkKge lullen  siod  iiidit  ilbi^ntiSanig  klein,  der  l  ..;. . 
soliicd  xwiacheii  ihrem  spezilischeD  Gewicht  und  ileu  dff 
CoDeinlüsung  ist  nioht  unbedeutend  und  die  mioellore  LBf' 
ung  bat  keine  »ehr  growic  Zibigknit'  Dok  im  SuMvnt 
langmnie  Abwtuin  de«  Festes  alü  fUbni  lui  der  (tberffiklK 
wUre  SM»  den  nngefilhrteu  I}r«xclii*ri  nicbl  orklnrlidi,  ««o^ 
das  Fett  seiner  Natur  enl8|irefh'--nd  im  Waaser  unl>^fii> 
bliebe,  ün  nun  «ber  die  Butterkagelcheu  mit  i^iueiulialtcii 
QHigehoD  nnd,  *o  kommt  di«  stnrki!  McilecularftnaiehuiiK 
xwiticboD  den  lebiteren  und  dem  Waa»er  «or  Wirk- 
ood  verhindert  das  Steigen  der  Kllgelchen.  Ji^les  ' 
welche«  die  Udllen  xerst&rt ,  Ix-fördvrt  du  Auli  . 
der  Mi  leb. 


g.  i%Bh'.-  Otter  di«  Beieegungen  ItitiiuteT  Kärperehen.     43 1 


IIL  relwrgnuK  vo»  eimiiu  Xediuni  iu  da^  ander«. 

Nacbden  icli  die  ßeiregungcn  6er  Stauhkörperclini 
iiiMfhalb  der  Lnll  und  dt»  Wunera  betraclitet  bai»,  frfigt 
«8  sieb  noch ,  wt«  me  von  eiuein  Element  in  dan  andere 
■^laugen.  Ihr  Uebergang  Ton  Lad  in  WivMer,  in  das  ti« 
bmuDUTÜilleu,  von  Wasser  auf  cJneu  fB<tvn  Ktirpcr,  auf 
dein  sio  iKim  V(rrdiuitit«n  des  Waasers  zarückbleibeti,  nod 
TOD  einem  festen  Körper  wieder  in  Wasner,  indem  das 
Wasser  ihre  <Vdhä.iion  Icxikert  und  »ie  b<>)  binmcbender 
Bewegung  fortfTlIirt,  bi-ditrl'  krinir  B<?pr<^chuug  D»g«>gen 
moss  der  tJvbergaog  der  Staubkdrpercheo  uva  einer  Flttnig- 
Iteit,  dann  von  der  trocknen  Obertliictie  «-JiK»  feitt^^ii  Körpers 
|auf  dtttu  sie  uDgetr^wknet  sind,  ondlich  von  dw  trockueu 
lOberBSefae,  auf  n'el4:lier  sie  trocken  angeflogen  sind,  in  die 
Lnft,  sowie  dati  Antliegfia  tiell>!<t  «rörtirrt  wt-nlen. 

Alla  die  xhIiI reich«»  in  der  Atmosphäre  herumfliegen- 
■leo  ätaubkörpercbeo  waren  QrsprRnglich  Tbeile  von  festen 
K&r|tem  oder  in  einer  Flüssigkeit  be6ndlicb;  alle  äpatlpilx« 
•ind  iu  wässerigen  l<&inng6u  t.-ut4tand(<n.  ^  ist  daher  vou 
baiondervr  Wichtigkeit  xu  unterauchen,  unter  welcheu  Um- 
«Un4«D  sie  aus  einer  FlUsuigkril  in  di«  Luft  gelangen.  Die 
tfa^orptitcbe  Lösung  dieeffi  Prol>l<;uis  laust  «ich  nur  »uf  di<iii 
Wrgi-  erreicben,  dass  wir  ontersucheu,  welch«  der  bekannteu 
Kräfte  und  Bew^ongen  dnbts  wirksnin  »ein  können,  — 
nud  iu  dieser  Boziebung  bieten  sich  uns  nur  zwt-i  MOglich- 
ksten  dar,  einenMits  die  uiolecularen  Kräfte  and  Buwog- 
nngen.  uidvnteit«  die  Muswubvwi^uugeo. 

Oie  erste  Frage  betrifft  den  Uebergang  der  Slauh- 
kCrpcreben  aus  dem  iVasser  oder  von  einer  benetzten  Ober> 
fiftfihc  in  die  Lutt,  und  hier  handelt  «■»  sidi  «iunial  darum, 
ob  molecniare  Kräfte  und  Bewegungen  denaelbeD  xu  ver* 
orvichi^  vermögen.  Uan  knnn  dabei  an  die  Analogie  der 
n-VJ.  X  M«Hi.ThyiL  n.]  2« 


432  HiUmifi  lUr  math.-phjft.  iUoiat  com  7.  Jmm  $WS. 

Verdnnstang  denken ,  bei  welcher  nicht  bloss  die  Molecüle 
dor  F1ns)iigk4»teii  i^onderu  auch  die  Mol^cäle  von  ÜDcbtigen 
StoSen,  die  darin  f;el&Ht  «iud,  in  die  AUnonphÄre  aber- 
gehen.  Man  hat  wirklieb  kleinste  Körperchfn .  nämlich 
Spaltpil»! ,  mit  dum  Waa«er  verduiuten  lasHen.  indem  niau 
ohne  Zweifel  von  der  donkeln  VorsU'lhing  »««ging,  da» 
Btaubohen  von  geringatem  Gewicht  sich  wohl  Trrhall^'n 
mScbten,  wi^  di«  viele  Millionen  mal  leichteren  MciWlil<-. 
Man  ist  ja  gerne  geneigt,  wenn  die  DinHiiHionen  unter  die 
Qrenice  den  dem  bl<K>s«n  Auge  Siebtbaren  bimintergehenJ 
anch  ftkr  da»  Unterscheiden  derselben  eine  Grent«  eintreten! 
zu  lassen. 

Beim  VerdnnittungsprooeRS  Dbcrwiiideii  roD  den  dnreh- 
einander  wogenden  Mulecälen  der  Flllwtigkcil  einzelne, 
die  mit  der  griSssten  in  der  FIRwiigkeit  m&gücben  Ge- 
M^windigkHt  senkrecht  anf  die  OberflÄchi-  »icli  bewegen, 
die  Adhäifion  und  trennen  sich  los.  Die  Stöase  der  riül 
schneller  sieb  bewegenden  LnftmoIecUle  mögen  Iwi  diesen 
Proc«s8  BchoD  mitwirken,  wie  ti«  nachher  die  gMteigerte 
Ocjicb windigkeit  der  rerdonsteten  Molectlltr  bedungen. 

Von  nllen  Verbindungen,  welche  die  Bestandtbeile  *os 
Flüssigkeiten  bilden,   sind  es  alier  nur  gewi««e,    welebe  in 
die  Liuft  Obergehen  k&nncn .   nnd  die  man  deaswegen  al> 
flflohtige    bezeichnet.      Die    nicht    tttlchtigen    Verbindungen  | 
Terlasseu  in  keiner  mit  unfern  jetxigiii  HilTHiuitleln  nacbweia*! 
bareu    Menge    die  FlUt»igke)t,   nnd   da   die  Waage   anaser-' 
ordentlich    kluiuo  Gewichtsmengen   aneoKeigen    vermag, 
darf    man    nelleicht    ihre   Niclitäilcbtigkeit    Tür    bestimmt 
Temperaturen  als  eine  absolatv  Kigenachafl  ansehen. 

Der    Unterschied    zwischen    den    SOohligeu    und    nicht] 
Üßcbtigen  Htoffen  winl   nicht    darcb  da»  MolocaUrgewicht, 
üondern    durch   nodi^re    niolecnlare  R)geD!>chaften .    nämlich 
dnrcb    die    ungleiche    Anziehung    der    FlQMtigkeitxmoIccOlej 
nntereinander  nnd  durch  ihre  angloiohan  Bewegangnust 


c  ftifffii:   fttber  ilit  BettetfunJ/fit  UnMMff  Ktir/irrdifn.      433 


mtia 


«ine  Aiui<^hHti|{  xn  <!«□  Mole«tll«n  der  AtmoApbXro  uirht 

imt.i  IWingt. 

Die  StufTe.    welch»  Micnlle  bild«»,   Kind  nicht  Ddclitifi;; 

liv   mieollsr-lüvlicbf»   SuinstunxAii,  flnmiui,  IVxtrin.  Pec-tio, 

fJiweisA.    Leim    rerdmistoti    prfohraiiKsgeDiiUs    nicht     AU« 

t?tUDltki)rpdrehen    ti«it«heu    ebeufall«    ans    uicht    flilchtij^n 

'VerbitKlnnKvii    und,    insoferD    i^ie  oi^dimH  «ind ,    atis  Mi- 

«rllen.     Sie   können    als»   schon    ans  diesem  Grnode  nicht 

^«]arch     die    Verdiinstnogiikräfle     in    di«    Lull    entw«icheu. 

Jeb«nlie«   liest  ancb  ihr  TorhÄituiftJtnüsMg  gruMM  G4rwicht 

ein  ao]^hw  Entweichen    nicht   7.u.     üi«  bleinüten  f^paltpike 

^z.   B.,  die  im  Wwsur  fineu  DurchmuAMjr  ton  0,5   Mik.  l>ß- 

B«itt«a,  sind  etw«  xwejhandert  Millionen  mal  «bwerer  aU 

^K  ein  MolecQI    dat   nicht    tl&chtigoii  TrauWiixuckers    und    miü 

^  luilMn)  IUI  W'iiAMr  nbcrdvin  uiuc  ihnT  UburflSciie  onleprech- 

cndp   grosser«  Anxiehnng  20  Wasovr   und   eine   ibreni  Ge- 

■iobte   en tu [1  rächende  geringere    lli^wegang   (wenn  wir  nur 

dif)   run   den  Molecidarkräft^n    vin-nnaicht«^  (tewch Bindigkeit 

■  bmicksicbttgen  und  ron  der  ihneu  allfäUig  /.ukontmenden 
B  Eig«ui*eweguDg  ab»ehen). 

■  Nnch  den  Frnheren  Rröriernng^n  ist  eii  anch  xelbst- 
^^  terstiodlich ,  daas  die  eiur^lueu  SUlss«  der  LaflinoWDle 
^nmf   «o    FtwM    KOR    der   FlQngkeit   auFtauchendes   Staub- 

kürp^rchen  daswlbe  nicht  loMutr^nnen  »erin^n.  Denn 
ifageBeben  davon ,  dass  nie  im  Allg<-nieinei)  das  Kßrperchiui 
bl<HS  iu  die  KlÜBUgkcit  zurlickstossen  wGrdfu ,  vnns  di« 
dem  kinoaten  Spaltpilz  von  O/i  Mik.  Dorchmeeser)  durch 
«iiwa  solchen  MolecuIamtoHs  ertlieilte  Oejichwindtgkeit.  ohne 
BerSdcaiclitigang  der  in  der  Flüssigkeit  gegebenen  flinder- 
uiue,  noch  weniger  als  0,001   mm  in  der  Secunde. 

Naebdem  fejitgegU-llt  tut,  dai»  die  midennliiren  Kriifl« 
and  Bewq^ngen  nicht  im  Stande  xind,  St»ul>kör|HTcbL-u 
BUK  dem  WaMer  loannreiaaen,  moss  noch  die  Frage  erörtert 
wefdoi,  ob  di«»  vielleicht  durch  MaDsenbcwegnngen  erreicht 

2*f» 


434 


SiUvng  der  malh.-itliift.  (Htatc  «odi  7.  Jiuu  iS79. 


I 


wird.  Man  möchte  ja  vislleicbt  die  MciDutiK  hvRen . 
in  dieser  Bezi«huiig  die  \a  der  Fltlsaigkeit  b^findlichoD 
Staubkürpvrcbfti  »ich  anders  verbultea  als  die  Molecille. 
Die  firag)icli«]i  Miisseubewef(tu)|{en  k3tuit4a  »ber  atchta 
anderes  sedu  ata  LufUtrümaugen ,  weil  die  PlQssigkeit  als 
ID  verbiltDimmiUsiger  Kahv   iH-tindb'cb    Toratiegttsetzt  wird. 

Oi«  ^itaabkürpvrcbeD  tuÜMen,  damit  die  Lriftström- 
angen  Auf  nie  eiowirken  könneii,  etwas  Gber  den  WaaMr- 
Mpiegel  C!Ri})i>rtan(jlit.-u.  lJi<!«  Ui»(t  sieb  tmr  von  Zcllt'U.  die 
entweder  mit  Eitlen bewcgung  oder  mit  einer  cuticutaristr- 
beu  Membran  begabt  Und,  Toniiun«t]t£a ,  und  e«  üt  daher 
di«  Fnge  von  BeUug.  wie  woit  wobl  Kuli;be  Zellen  tint*.-r 
den  günstigsten  UmstüDdeo   {lb«'j-  die   ÜlwrUäcbe  vortreteit. 

W»M  zuerst  di«-  Kigvnbewi'gnag  betrifft,  *o  erMbeiot 
die^elb«  bei  starker  mikroskopiscber  yci^grdneriuig  xwar 
sehr  lebhaft,  betrat  aber  doch  in  keinem  Falle  inehr  als 
0,3  mm  in  der  äecnude.  KiTücknicbligt  man  Aie^v  gtring» 
Bvwegungsgröaw  nud  die  bedeutcndou  entgc^nvirkeDdca 
Holecolarkräfte ,  welche  in  der  Anziehung  der  ^llenober- 
flitehe  2U  allon  Wiuuwmioleenien  tind  in  der  Überfl&ehvti* 
spannang  der  Flüssigkeit  wirksam  sind,  so  sieht  man  leicbl 
ein,  daiiB  die  sp^rxitihcb  »ohwerere  Zelle,  auch  wenn  si» 
«enkrecht  auf  die  Ob«rlliiohe  de»  Wa-iwrit  xtüart,  gvwis 
lange  nicht  xur  UällV  Ober  dieselbe  vurtteten  kann. 

Was  ferner  die  Cotivalarisirong  der  Zellmeiubna 
betrifit,  MO  werden  die  im  Wa»«r  b«fiiull)cfai-n  ZuUrn  nur 
an  der  Seite,  mit  der  aw  die  Oberfläche  bertihren,  verkorkt 
und  bviietxiingsunlüh^;;  sie  ragen  nnr  wenig  Ober  dieettba 
empor.  Dagegen  mögen  äporen ,  die  sich  in  diesen  nber- 
flSchlichen  Zellen  itdu  -Sproia-  nnd  Spaltpilzen)  LüiUn, 
öbivull  verkorkt  «ein.  Aber  ihn  Vwrkorkung  und  di« 
BenetzangsunSbigkert  ist  Jedenlalls  nur  gering,  wie  noh 
schon  ans  dem  t'mstande  »gii^bt,  daas  sie  beim  Uiitw> 
tauchen    auf   den    Boden    ninkea.      lilit    int    abtir    i 


'*:  Uthfr  dif  BfWeitMn^n  tieiiuUr  KärjMnhem.     486 


nvnkracbemtiohe  Pal)  zv  berüeksichligi-n,  dnw  «ie,  via  ia 
<l*  Wt  i;«bild«t«  Spuren,  günxlich  tinlAhig  seien ,  sich  za 
^tau.  in  w«lchoin  Falle  iie  in  einem  klein«»  Menücas 
nf  dem  WasHcr  IXgwit. 

Die  LaftstrBniungeu.  die  auf  solche  mehr  oder  weniger 

öl*  iu  WwRer  Tortrt"t»ndo  ZHIeü  wirlcn,  koinmeQ  direkt 

t^Ma  fon  oben   oder  Btreichen  höcti^ns  parallel  der  Ober- 

Jfei*  hin,  uud  drücken,   ila  «ic  keine  nach  oben  wirkende 

Cvnpcntente    hüben ,    die  Zelle   im  Allffemrinen    nur    in    die 

rttnigkfdt    nieder.     Wenn    efl   »ich    d»i    groAse,    ftenkrecfat 

llifr  eine  Womerflicbe  iricli  erhebende  K<^rp«r  hundelt«,   m 

bufea  djaselben   dnrth  einen  von  der  Oberfläche  zurilck- 

fntttfeaea   nnd    »omit    aiifnt<>ig«?ni1en  l.nft^trom   oder  aocli 

dttrcb  einen  WirK-lwind  einporgehoh<-n   werden.     Bei  einem 

ttikroakopifich    kleinen  Körpen-hen   iM    die«   nicht    mi^glich. 

U  Bt  keine  Lufwiflsite   oder  Wirl«l   von  mikroskoptacb  be- 

I  «ehriUikteni  Qaerschnitt  giebt. 

Es    können    daher    ¥0n    einer    WaMnDbijrfliiche    keine 

P'i^tanbhOrperchen.  ancb  keine  noch  so  kleineu  ^'paIlpilEe.  !telb«t 

d«ii  bi'ftigaten  Liiniilrrimunfren,  we^^etiihrt  wi>nU^,  in 

»fern  d»  Wawieroheröiiche   selbst   intakt   bleibte     Dagegen 

PlOrine  von  einer  solchen  OLerfiüche,  die  He  in  Be- 

IWepiDg  tebwn,    grössere  oder   kleinere   Wa.sserma'Micu    nnd 

Biit  deneelhen  aoch  alle  darin  befindlichen  Staubkltrperchen 

ffirt     CbonM)  kiünne»  durch  ander»  Uew<^ungen,  wi«  /..   B. 

dnrrh  aobteigende .  an   der  Oberfläche  plattende  Oasblsüen, 

klein«  Wwtsertropfen  mit  den  darin  eingeachlossenen  Stänb- 

lieo  nwggtwthltiadert  wenlMi. 

Benetxte  Körper    verhalten    sich    im  Wesentlichen  wie 

iBiaigkeiten.     Wm    denselben    werden    Ix^nt^xte  und  durch 

folecahu-kräfle  feetgebattene  StaubkiSrpercheD  niuht  fortge- 

w    wttre   denn ,    dasa   der  Sturm   ganze  Pkrtieu  der 

toi  sn  rdssCD  vermöchte,'! 


IJfc 


(lalwi ,   wie  kb  Ft  in  da*  ,J{ic<lor«a  Pilion"  («thiui 


438 


Bitttaig  dtr  MotA.-pAjw.  CtoMte  mh  7.  Jmm  079. 


si«  fort^fUIirt  irerd«n ,   anch  tehr  angleich  «inrMUaii.     leh 
will  ilmber  Dar  ein  bcstimmti'^  B^^ispiel ,  nnmlich  die  8püt-j 
pilze  berUcbiicbtigen .   da  die  Verbreitung  derselben  in  Am* 
AtmoMphnri!  ein  berrorngendes  IntvresM;  gowäbrt. 

Wenn  du  Wann*  organiaeh« .  nicht  cryKtallirnrnidc 
Verbindangen  gelöst  enthält ,  uo  zdigen  die  Spaltpilz«  naeb 
d«n  iMutrocknen .  du  ni*:  «cbnn  an  und  fiir  «ich  zieniliüh^l 
(?st  anhaften,  nach  der  Menge  und  BeBcbaffenhpit  der  Kleb-j 
rabitanzen  eine  Reihe  von  Adbikiionagradfn.  von  denei 
aneb  di«  gering«t«n  mit  Leichtigkeit  die  Gewalt  der  stärk-' 
sten  LaftatSan  anahalten.  Denken  wir  ana  eine  Hdcke 
mit  L^im  oder  Gnmmi  an  eine  Wand  gepappt  und  noch  ni 
einer  dünnen  Schicht  von  I^im  oder  Gnmmi  Dbentogra, 
haben  wir  im  Grocaen  ein  Bild  Ton  dvni .  was  der  8pAll 
pibt  im  Kleinra  zeigt.  Der  letztere  Termag  aber  einem 
viel  heftigeren  .\ngrilT  kb  widiTitHirn  aU  üi«  HBcke.  weil 
die  Angriffidiitchp  nm  das  MillioDeiifavh«  kleiner  and  «rHI 
für  ihn  5berdem  ein  ^fanti!  in  dem  Lnftmaniel  gegeben  ist 
—  Di«  Mricki-  wQrdc,  wenn  eine  Wie<ieriicnetzung  an*- 
bliebe .  nach  längerer  Zeit  doch  etwas  gelockert .  weil  dia 
KlebnuBse  mit  dem  Wechsel  der  Temperatur  sowie  mil 
dem  tempore  «iotretendim  schärferen  Atwtrocitnen  kleiM 
RprflDge  bekommt,  die  sich  mit  der  Zeit  wweitern.  Pflr 
den  angepuppt^u  Spaltpilz  ist  dieee  (lefabr  viel  geriuhcer. 
da  seine  Klebmasse  eine  viel  dOnnere  Schicht  bi1dc4.  and 
fnr  ihn  besteht  eine  Ansaieht.  unter  den  angegabeoen  Ver- 
hältninen  in  die  Luft  entführt  zu  nerden .  bloss  für  d«n 
Fall,  dam  irgend  eine  mechaniache  Aktion  in  Hülfe  kommt 

Ebenso  verhält  es  sich ,  wenn  grOeiiere  Mengen  von 
Spaltpilzen  mit  Klebstoffen  eintrocken.  Selbst  bei  achorfem 
Austrocknen  bilden  sich  in  der  immerhin  dBnnen  nnd  qu> 
homogenen  Haaae  kaam  Rise,  Dud  di«!>elben  kdanen 
ein  Lostrennen  einzelner  Pilze  znr  Folge  haben.  Nnr  w( 
auf  niechaniscb<-m  Wege  Aiv  uiigeklebt«'  Manee  iu  «in  Polrr 


r.  JfSjffli:  ÜeixT  die  Brirt^wt^en  üeinMer  KOrptTdifH.     439 


VfrwuideH  wird,  vermSfrra  mit  <lvu  SpHttem  d^rsfllb^D  di« 

IHh«  in  die  Lofl  eu  gelangen,  und  etr  unUrlif^t  gar  keinom 
Zwciffl,  <la»  die  gnwtie  Mßlinnlil  der  aU  Htüubehcn  herani- 
fliegetiden  Bpailtpilxfl  diasen  Drsprun!?  Iiat. 

Befinden  sieb  aber  die  Spaltpilze  in  mner  fencbten 
^tmoaphSre ,  in  der  da»  AiiMrncknen  nur  unvulMündig 
«iatiitt,  oder  «tthslt  die  Snbstaos.  rermittelst  welcher  sie 
fectklebeo.  eine  Verbindung,  die  eine  groHse  Verwandtacliaft 
ata  Wttisfr  hat  und  feucht  bleibt,  so  sind  sie  filr  itnm« 
•mm  dem  Entfuhren  dnrch  einen  LufUtrom  bewahrt.  Dieses 
faickml  haben  bei>cpiclgwei«e  diejenigen  Spaltpilze,  die  nn 
«1er  OWrUäcbe  eines  von  Zeit  ta  Zeit  durch  Atiswnrfsttoffe 
^erunreJn igten  Bodeiut  sich  befinden.  Die  orgmiiKchen  Ver- 
bindnnj^cn  de»  HaTaa,  dos  Koth^,  de<  K5cbcusp(llwiu!wn> 
InUen  ein  vorzügliche«  Klebmittel,  welches  anf  einem  nicht 
Wbr  trockenen  Boden  liingen'  Zt-it  ziihe  bleibt. 

Ich  habe  bis  jetzt  angeuomnien,  daas  die  mit  einem 
KlebvtAtr  angetrockneten  Spaltpilze  entweder  gar  nicht  oder 
dun  wiedrrr  mit  einer  den  nämlichen  Klebstoff  enthalten- 
dm  FlOssigkeit  benetzt  werden.  Tritt  dagegen  Ilenetzung 
dnrch  reine?  Wasaer,  x.  H.  dnrcb  Regen-  oder  Brunnen» 
ein,  »o  können  die  KIcb^tufTe  abgewaschen  werden, 

die  Spaltpilze  zeigen  dann  da.i  nSraliche  Verhalten, 
4la  oh  (tie  ans  roineni  Waüxer  Hogetrocknet  wären.  E«  ist 
4iber  nocli  to  untersuchen,  welche  Wahrscheinlichkeit  fnr 
4tf  WegAliiren  von  Spaltpili«n  besteht .  die  au«  Rüssig- 
kait«n  ohne  wirksame  Mengen  von  Klebstoffen  antrocknen. 
SiM  Bolclie  Flflasigkeit  ist  im  .Allgemeinen  da.«  Wa.>t.«er  der 
FlBrae.  Seen,  Hampfe,  Jtowie  dan  Grundwasser.  Die  organi- 
vcfacn  NährftliilTc  nnil  hier  hinnnssanres  Ammoniak,  viel- 
(«übt  aoch  Ammoniaksalze  von  andern  organischen  8iinren 
and  riHI«fiebt  einfache,  Kohlenstoff  nnd  StickxtofT  enthaltende 
VOTbioilongea. 

An   der  Erdoherflilcfae ,    an  Steinen   und  Pflanzen,   die 


440  SUttaig  <kr  mattL-iikipi.  Vlar»e  mm  !.  Jimi  lUtB. 

boi  Ueb«rsehweininoiigeii  mi'l  liohpni  Stnod  des  äun^ 
Wassers,  «beaso  an  den  Bodeot heilen  .  die  bei  faobetn 
Qruudwii<im>ntUiid«  )>f>Ap[lli  wßrdeu ,  bleiben  DB«b  dem 
Sink^u  dm  Waswrs  H[mltpi1zc  zurnck  und  trocknen  fast 
ohne  Klebstofle  ein.  Weil  auch  die  Unterlage,  wie  rorao»- 
gentst  wird,  «okhvr  StofTi*  entbelirt,  w  ntass  der  erfolgende 
Adhü«ioDHgnid  tob  der  BoschaSeahvit  der  Zellmembran  ab* 
bangen.  Da  nun  die  einzelnen  Pitne  viel  xn  klein  sind,  um  eine 
direkte  lleobachtting  zu  gestatten,  so  kanu  anf  ihr  Vitr- 
balteo  nur  aus  dem  Verkalten  der  morpkologiseb  verwandten 
Algen  sowie  aas  demjenigen  ganzer  SpaltpiUlager  g«!ich|iM«eo 
werdeu. 

Was  die  Algen  betrifft,  iw  haften  die  anf  ijtoin,  lloU 
oder  ungeleimteni  Papier  angetrockneten  Zelten  nm  tn 
besMer,  je  dicker  und  wciclier  ihre  Membraucn  tdud.  nnd 
solche  mit  schleimigen  Membranen  klebeu,  wie  bereits  Itc- 
merkt, so  fest  an,  Aag»  mau  ^ie  mit  einem  Klebmittel  nicht 
besser  aufpappen  könnte,  während  Zelle»  mit  derben  Moin- 
branen  wenig  oder  gar  nicht  adhÜriren. 

Bei  den  Spaltpilzen  «h'-inra,  wie  bei  der  verwandben 
Algi-ngruppe  der  Nostochinen,  alle  Festigkeitagrade  in  den 
ZeilmembranHi  vttrtrcten  zu  ttein.  Ea  lassen  sicli  zwar  nur 
die  dicken  schleimigeu  oder  gullntartig<-n  Membranen  dinwt 
«eben,  nnd  Spaltpilze  mit  solchen  Membranen  kleben  in 
gan7.eu  Ma«i«o,  auch  wenn  sie  in  reinem  Waaser  gewachaen 
sind,  aufs  Innigste  dem  Papier  an.  Aber  schon  di«  tWig- 
mntter,  deren  Zelten  Ewar  dicke  aber  ziemlich  (r<r  Uäute 
haben,  haftet  weniger  gut.  Ueber  die  Beschaffcubeit  der 
&nner«t  dünnen  Membranen,  wie  sie  die  meisten  SpAltpiUe 
habeu,  läsat  sich  im  KinKcInen  nichts  Sicheres  aasaagen! 
und  V«  ist  bloss  im  Allgemeinen  nach  den  analogen  Kr- 
scbeinuugen  wahracheintich ,  dass  ^e  in  allen  Uniden  ad> 
häriren. 


4 


4 


f.  Näfftl*-  tMer  die  Brtvtguitfen  khintler  Kirperdteii.      441 

Botlie  aber  ancb  die  Adliäüioii  solcher  ans  mu<>r  Findig- 
keit ohne  Klebstoffe  augetro<:)cnet«r  8)iallpil»>  nur  iüdc 
gering«  sein,  so  werden  *ie  übenlem,  wenn  aie  einzeln 
litten,  (lurah  die  ruhende  verdichtet)^  Lurt^rhicht  so  bedeckt 
ond  ge«chiitJtl  »ein,  dusn  keiuo  LuftsIrÖmimK  sie  voo  eiu«r 
Freieu  Oberfläche  wegeuführeii  vi-rmag.  Bloss  ron  ganxen 
Plockan,  die  auü  zahlreichen  mit  einander  verbundenen 
Spaltptlxen  bestehen,  ]ä«st  sich  allonfutls  Hunclimen.  tUn 
dief«lben ,  da  nie  mehr  rorragen ,  snweilen  losgenaran 
werden. 


&  ist  driUens  xn  unterüncheu .  wi«  sich  trocken 
angeflogene  Htanbkörperchen  I>eEiig1ieh  des  Wiederweg- 
fShmu  in  <)i«  Lnfl  Tirrhnlten,  wobei  uiitUrtich  TorausgeaeU 
wird,  dass  sie  seit  dem  Anfliegen  nie  benetxt  wurden,  weil 
me  wnst  den  angetrockneten  g)i*ich  ivüren.  Solche  Küirper- 
cben  haben  im  Allgemeinen  eine  üoiiserst  geringe  Adhäsion 
IQ  der  festen  Oberllüche,  nn  der  sie  sich  befinden,  weil  sie 
dieselbe  nur  mit  einer  kleinen  stelle  ihrer  runden  o«ler 
BBRgelniäBsigvn  Oestalt  berühren.  Doch  ist  die  Adhäcion 
immerhin  so  gross,  um  nicht  von  dem  (iewichl  der  KtSrper- 
ehva  DberwDiiden  zn  werden,  da  diese  nicht  blora  an  einer 
glatten  senkrechten  Fläche  nicht  hinnnterrntAchen,  sondern 
Mich  ton  einer  horixontulen ,  nbwürtx  ttchiineudvii  Ftäclie 
nicht  hinnnterfclleu. 

Solehv  trocken  angeflogene  Körperchen  werden  ron 
LattAtrBmungen  leicht  wieder  fortgefSbrt,  iawfem  ne  nicht 
m  dvm  rabenden  LnftuAntel  ^ehntx  finden.  Rei  ihnen  ist 
die  UrOeae  nnd  zwar  der  >ur  festen  Oberfläche  rechtwinklige 
Dnrchnesser  von  entscheidender  Bedeutung,  weil  mit  der 
JCoiuüune  diMM  Parchmr^serj'  jener  Schutz  geringer  wird. 
Während  kleine  »erein«tlte  Körperchen  starken  Luft-ftröm- 
nngrn  trotzen,  werilen  grosse  Körperclieu  oder  flocheu- 
flürmige     Verbände     kleiner    Kürperchen     schon    von    viel 


442 


äUfwv  «fcr  Mrt*i.-^jM.  OtmMf  am  7.  Jum  IST». 


Bchwltihertn  Laftl>«w«gtiiig<m  forfgeHMeo.  Man  Junn 
TOD  dieser  Tbatsachp  I»i«bt  nb«nwogen,  wenn  man  eine 
GUspUU»  Dtit  8ti>rk>Mnel)l  be^trent,  dioeltM)  mit  dnn  Mikn>- 
itknp  Wtrnrht«t,  iIadd  einen  Lnfljitroin  dustif  tieBVn  lüM 
and  nachher  wit^f^r  beobkohtel.  nebrigenfl  hän|;t  die  Wirk- 
ung •enwtTfrwtüDdlicb  von  der  Ricblnng  Ar*  Stmoi«  fCffea 
die  fp<te  Oberfläche  ab;  eine  mit  deraelben  parallel  gebende 
LnflFfewe^njI  liffirt  hestimrate  KArperctwn  ruhig  liegen, 
irSbri*nd  tiai*  »ehivfp  BewegunfT  ««  wejp-risrt, 

Dan  Wegfahren  trocken  angeflogener  Staabkörpereben 
doreh  einen  Lnftatrom  läant  ndi  in  manchen  F&ll^n 
am  besten  b«nrtbeilen ,  wenn  man  beobachtet .  nat«r 
welchen  ÜmalündM  «ie  anfliegen.  Deiin  es  kann  natür- 
licher Weiw  der  bei  einer  bestimmten  LnftiMwegang  aog«- 
Sogen«  KSrper  nnr  loagerinen  werden,  wenn  entweder  die 
Lunbcwetfting  bei  gleicher  Richtung  «tTirker  wiM ,  ml«- 
wenn  sie  bei  gleicher  Stärke  eine  wirksamere  Ri4:]itat)g  an- 
nimmt. Ich  will  l*exUglicJi  de^  Anfliegen)«  nnr  den  einen 
Füll  knrz  besprechen,  wie  löeh  dAetwlbc  in  Kanälen  g«*tiilt«t, 
weil  dieser  Fall  gerade  die  wichtigste  praktluhe  Anwend- 
ung findet. 

LssMn  wir  in  einer  cytindrischen  nnd  genau  senkrecht 
!4eheBden  OlaarKbre  eisen  I>uftatrom,  in  welchen  Stanb- 
kSrperchen,  z.  B.  Stärkekörn cheii  »t<ipi-Qilirt  nnd,  anf- 
steigen,  so  bedeckt  sich  die  inner»  Höhrenwand  nach  und 
nach  mit  einem  Anflug  ron  Stürkeniehl.  Die  ÜrsacbcQ 
dieser  Erscbeinnng  sind  leicht  etuKngrhon,  Die  aoftfenigende 
i.nft  hiit  bei  verschiwlenen  Abständen  von  der  Peripberi«* 
eine  angleiche  Oesfchwindigkeil.  Im  Innern  i«t  die  (4»^ 
«chwindigkett  am  gräraten:  «le  nimmt  noch  der  rah«ideB 
LiiRsrhicht ,  twHche  die  Wandang  überzii-ht.  immer  tiM*hr 
ab.  Ab«-r  diese  Abnahme  iflt  keine  gnnx  rvge)mä*iige.  Z«r- 
legrn  wir  den  ganzen  Loflcylinder  in  ednuelne  HtrOunnig»- 
fÜm,    10  hnbwi   dieae,    ond   xwar   schon   wegen  df-T  htm 


I 


I 


r.  yäjrflir   Ueief  tue  BtKtgHHgtn  kltiMUf  KArpcfdUn.      44S 

Eid-  uod  AnsstrQmim  eintrctendra  UD»gelta&s8igk«it«n, 
IcfliotFO  vollkomaieo  paralldeu  Verlauf,  ^ouiieni  <rM  findet 
AirtwältreDd  ias  »IlmAlilige  Ueburtreton  von  Lttftoiasaeii  ans 
eiii«r  R«ipoa  drs  Qaorachnittes  in  eiue  andere  siutL  Ver- 
folgt mati  eiiie  dem  blonueii  Auge  d^utüeli  äichtbare  Stsrke- 
mehlflocke,  so  Iwinerkt  mui  oft,  dasM  dieselbe  eine  Strecke 
weit  aafHtci^  luid  danu  wieder  hiuanterfäiU ,  um  .später 
nelledclit  wieder  aat'zuHteigen.  Nur  ein  iunerer  LuHoylinder 
nrnwg  K&rD«r  and  tlcM^kvu  vod  «iner  b«itinimt«a  UrÖMC 
«afwärt«  za  tragea.  In  dein  atwserhalb  diosos  Cj/linderfi 
beßadliclieu  Hohlcyliuder  ainke»  sie  nieder.  Treten  nie 
«ber  aocli  lübvr  iid  diu  Poripherie  und  kominuu  sie  m  die 
füllende  LaUfichicht  und  iu  Berührung  mit  der  Wandong, 
wo  bleiben  sm  fest  Kitx«n. 

Id  einer  horizontal-  oder  8cUief  liegenden,  im  Debrigea 
aber  gemden  und  cyliwlriscben  Ulitsröbre  iftt  dte  Str&mung 
vmx  noch  siemlicb  regelmäseig,  aber  ea  legt  sich  eini>  gr&wwre 
Zftbl  Von  Htkiibkririwrch^ii  »nf  der  unteren  Seite  des  Hohlraums 
■a-  In  vylindriHcben  gebogoom,  in  cyliiidrisoben  stelleo- 
twue  erweit^ieu  oder  verengten  Rülireu,  in  «olclieii  mit 
«lltptiisch«ni  Qai-nxchnitt  wird  du  Absetzen  noch  ungleich- 
ntbnger  and  lüsst  auf  ungleich  Tvrtheilte  und  iinref^l- 
miacige  StrOmuiigeu  MohliesBen.  Sireicht  die  Luft  durch 
R6hmi  niit  sehr  kleinem  QuerscIiniM,  Ro  mns«  auch  der 
in  waten  Röhreu  Dnlwweglicbe  Luftmautel  xum  grÖK«teu 
Tfaeil  Strumen.  In  »olchvu  engen  Itöhreti  setzen  niob  die 
ätoobkärperchen  viel  weniger  leicht  an  und  werden,  wenn 
M  «JBOial  aagoäogeo  sind,  dorch  viel  schwächere  Loft- 
•trOnttngen  weggefilbrt,  als  dies  in  weiten  itöhritu  der  V^W 
iit.  Im  Debrtgen  mOaien  die  Modalitäten  dieser  Erschein* 
DDgVB.  dnreb  oigAns  faieltlr  angestellte  Verauchu  ermittelt 
wcfden. 


.S■'(^l•HJr  ifrr  math.-filfjp.  C7«iiw  rom  7.  Jmnt  ItttS. 

Zotn  Sclilofloe  halte  ich  ett  ßr  zweekmimtg,  noch  «ine 
itl)f(L>m<>ine   HetJ-ai'btiitif;    nb«r  da»  Entwncli«ii    ron    Stanb- 
körperclira   sdk   t-iner  poriSfleo  SnbstaDK   niid   vmtt  speKiell 
der   Spa|lpitu>  aos  dem    MvAtro   «nKu«t«ni-D.   d*   b«  di 
Vorrat;  dU*  vcrschiedvii«!!  hin  jetzt  besprochenen  l>«si 
pnnkte   in  Berücksichtigung  kommen.    —    Der   ganx«  V< 
gan^   wrfallt    in    jtwci  'I'beile:    da«  AblAseo   der  Pilw>   toi 
den   BodenLhoilchm  and  der  Transport  dcTMtllwn  ilnrcb 
Bod«Q  bis  in  die  Atjuosphäre. 

Uio  äpaltpilx«  bilden  Miä\  nnr  in  einein  b«n«tx' 
Boden  nnd  kSnnen  daran»,  to  Ung?  die  Benetxuog  andauert, 
von  Iiiiftsir&mangen  noch  weniger  fortg«'t^brt  werden,  all) 
von  einer  freien  Fläche.  IVocknen  ne  mit  eineai  KMiAtofI 
ao,  der  in  einem  dorcb  Aiuwarfstoffe  veranreiaigien  Boden 
immer  (Enthalte»  ist,  eo  irind  sia  jedeufalltt,  inDoferae  nicbl 
eine  mechanische  Action  das  AblQtn  nnd  VerkUin«m  wirk- 
■am  DBt«n>tatzt,  «>  lange  festgebannt,  bis  der  KlehstotT  anj- 
gewaaehen  oder  zerstürt  i>4.  Ist  das  Letztere  ung<rtret«o, 
oder  sind  di«  Spaltpilz«  von  Anfang  ao  aus  Wasaur  oliaä 
Klebstoff  angetrocknet,  so  ist  die  FrugB,  wetclieu  Grad  der 
Adbä«ioD  !<ie  durch  ihre  eigene  Membran  erlaugt  hüben, 
and  welcbi^n  Scbnts  ibncu  der  rnhvnde  LufUnante!,  der 
•11c  Bodentheilcben  umgiebt,  gewihri.  Wenn  man  berack- 
sichtigt,  da«  die  Spaltpilz  immer  eiaigemiasaen  adhäriren, 
and  da»  sie  so  klnn  sind ,  am  von  den  Loftmantel  gan 
eingehfitlt  zu  werden,  so  k&nnt«  nu«  vermatben,  daM  die 
schwachen  LufWtr&munifen  de«  Bodens  überhaupt  keine 
in  demselben  angetrockneten  Spaltpilce  wegzufSbrea 
m5chten. 

Dies  würe   indoiis  ein   irrihümlichi.'r   SclilosB. 
wie  die  Erfahrung   uns  zeigt,   daae  die  Spaltpilze 
aas  dem  Bodcu  lutraunkommen ,  giebt  es  andi  einig« 
saeben,  welch«  niu  dieses  Herauskuauuen  nnter 
ünutinden  als  nothwendig  vorausseheu  lassen.    Ei 


r.  Xägtii:  Utiier  liit:  Bntti/naffrH  ttantlrr  KürptrrbfH.     44& 


cn  beriickncbtig«!! ,    datis   in   d«ii   eofgen  Poren  des  Bodens 

'ift  beinahe  d«r  f;anzc  Lnflnautel  sich  in  Ut>vfigDDg  setic«!] 

aod  dafa«r  auch  die  in  dieteu  Pore»  angetrocknotm  StänV 

ciiPii  Itjithb-r  forttülirirn  wird.     Fonicr    wenleii    selir  häußg 

Jir   Pilxe    nicht    einzeln ,   sondern    in    zusatninenhängeiideii 

Gn)>peo    an    d«n    ßo<l«nth«i1chen    haf)«n.      Di«    Spnltpilr« 

taJiin  nämlich  dit  Neigung,  an  der  Oberfläche  von  FlÜBsig- 

Wten  dünne  Häut<!  zu  bilden.     Die;«  wird  auch  im  ßode» 

der  Fall    eein.     Fflilt    das   Wasser    ein«u    enpillan>n    Kaum 

Mu,  80   entsteht   aaf  dem  Meniscus  desselben,    anter  dem 

h(gOnstigeud«n    KtuHuss    i!es    fn>t    zutretenden    SanerstoflW, 

OD  iuewrut  zartes  Uäutc-heu,  welche»  nach  dem  Äuiitroukneu 

•00  iUd  achwachen  LuHatriümungeu  zerriwien  werden  muos. 

-  In  den  *o  matirngfiiltig  gestalteten  kleinen  Bodenritumen 

khraen  sich  auch  andere  Verbände   von  Spaltpilzen  bilden, 

iE«  im  trockenen  Zustande  als  Flocken  eine  im  VerhSltniss 

n  ihrem  Qaerscbnitt,  der  den  Strömungen  als  AngriSisSAchc 

£(Bt,  nur  geringe  Adhäsion  zeigen  ond  denen  auch   wegen 

iknr  beträchtlicheren  GrQme  der  Luftuiantvl  wenig  .Schutz 

itsviktt.    Den  nämlichen  Vortheil  fUr  den  Transport  finden 

ihri^ltpilze,  wenn  sie  an  lose  li^{«nden,  hinreichend  leicfa- 

ln>  Bodentheilchen  unkleben. 

Für  das  wichtigste  Hilfsmittel  indess ,  welehes  das 
Knlnieben  der  Spaltpilze  aus  dein  Buden  möglich  machti 
Ult  ich  die  Bewegungen ,  die  iu  der  Masse  des  Rodens 
■An  thätig  sind  nnd  eine  unaui^eseti.te  Lockerung  der 
HÜHtB  Theilehen  bewirken.  Ursache  dieser  Bewegungen 
■iJ  die  Temperaturreränderongen.  Wenn  fest«  Mineral- 
*<htiiiien  sich  um  1"C.  erwärmen,  so  betri^  der  mittlere 
ÜB*re  Aosdebnungacoefficient,  so  weit  er  bis  jetzt  bekannt 
«.  twiseb^n  iJ,0(Mi(KiO'r.  nnd  0,(H)004.  Nehmen  wir  deu- 
>strB  des  Kalkspat!»  (O.OWOUü)  als  Masüsub  filr  den 
Kilkbnden  an ,  m  nimmt  I  Meter  bei  einer  Temperatur- 
iifelrrung  TOn   1°  ID  jeder  Richtong  um  D.005  mm  zu  oder 


446 


Siitmna  der  wuUh.-phgs.  Gaue  rmm  7.  Juni  1879. 


ftb,  bei  einer  T«mpenturäiu)erai^f   roo    10"  om  0,05 
Bs  üt   diw    Bllordiiigf   eine    geringe   Bewegung   und   obDel 
Belang  für  ilie  meisten   Bodentbeile,    für  die  Itleinnten  der- 
selben    »Iwr   <loch    E«lir    bemerkbar.     Die  Verschiebung   aaf^ 
1  m  Läi^  beträgt    nämlidi    in  den  bviden  anginionimeiii<a  ■ 
VSXUa  (bei  Temperatursdivankougen  von  l  und  10*)  10  und 
lüOmal  die  Dicke  einet»  mitU^lgro^en  Hpnllpilu»  (von  0,5  mik. 
Durchmesser  troclieu).  Wählend  d«miuicb  gruiwerv  Körper  ihre 
relative  Lage  nicht  verAudern,  können  ätanbkärpercfaf>n  ganx 
T«ru:bobGn  werden. 

Die  beständige  Bewegung,  in  der  die  Bodentbeilo  wegen 
der  fortwährenden  Teni)>eraturverilnderuDgeD  begriffen  nod. 
muxs  in  etoem  trockenen  Boden  um  m  mehr  die  Verklein- 
erung und  Lostrennong  der  Theitchen  bewirken,  je  klviner 
dieselben  sind  und  je  geriugereii   Widerstand  ^ie  xu  leiiiteu 
vermögen;     di«     Üonglomentte    von    tninendiscben    Stjuil^i 
kSrpercben  werden  zerriebeu.  Spitltpili^uppen  und  eiozeln« 
i^pftllpiticK    vüti    üu-er  Unterl^e   aligi^-^KKoien.     Wie  auf  <i«r| 
Bodvnobvrfläch)!    die  ingetrocknetwu  Spultpilzinwsen   dan^ 
den    Tritt    der    Mea<^cheu    und    Thiere    uud    durch    andere 
raeeiianische  Umcheu  zerkleinert  uud  tu  Pulver  verwwidult, 
werden ,   erfahren  sie   diu   tininlich«  Scbicknl    anter    der) 
Bodenoberfläche  &st  allein  durch  die  mit  dem  Temperatnr- 
wechsel  verbundenen  Bew^iingen. 

Die  dadurch  fruigemacbt«n  Spaltpilze  können  nun 
durch  Lnflfltj^mnngen  fortgeführt  wer4eD,  sei  es  eiiuetn, 
nai  m  XU  vitalen  in  Verbunden ,  sei  e«  maf  mikroiikopiwluu  I 
äphttvrn  von  Bodenlheilvn,  denen  sie  aa&itzen.  Ihr  weitem 
Schicksal  hängt  dsvon  ab,  ob  sie  den  Weg  durch  den 
Boden  in  die  Lnfl  xurlickzuh-geu  vemiögeii  oder  uichL  Im 
Allgemeinen  LreSvn  sie  dabei  auf  nicht  geringe  Hiudemine, 
ftueb  wenn  der  Boden  voUkommeu  trocken  ict  und  weao ' 
die  Luftittrijinungeu  die  günatigHte  Itictitung  einhalten.  Bl 
ist  ja  ItekaunL,  dam  die  Luft,  die  inau  durch  eine  feinporOe» ; 


/(;  fTtrhr  ilit  Hevfyutuie»  itW« 


W 


^ 
^ 


r 
I 


ihstanK,  r..  B.  dnrch  Baumwolle  tiltrirt.  ron  Stunbkftrper- 
(;ben,  auch  von  den  klniiist^ti  S{>ult}>ilzen  befreit  wvrdoii 
kann.  Doch  crw^lH  sich  selbst  «in  dichttrr  BaumwoU pfropf 
ron  betitiminter  lÄnge  mit  Reinen  so  UuMterst  feinen  Poren 
Dar  ßlr  mui"  1»-stimmt«  Lnftftesobwindiglceil  und  während 
einer  befllimmtcn  Zeit  nls  vollkommeni«  Filter. 

Der  pnr&«e  Boden  verhült  «ich,  wt^nii  die  rer&nderten 
VerbSUiiift«»-  in  Anschlug  gebnioht  werden,  äbnlieh  wie  ein 
Baum  wollpfropf.  Er  hält  die  Stanbkörpercben  je  nach 
Miner  Bf^UnfTenheit  bi«  Auf  eine  bestimmte  liaftgeschwiD- 
digkeit  und  bis  aaf  eine  he?>timinte  Zeitdauer  zurück,  und 
wird  Ober  A\«af  Gretixe  hinaus  JnrchläfMg.  Ira  Allge- 
meinen erfolgt  natürlich  der  Transport  um  so  leichter,  je 
wsiter  die  I'oren  üiud,  und  «teht  damit  in  gewissem  Qegen- 
ntr.  xiir  Proilnktion  dtrr  ^|KiItpi|y«,  filr  welche  in  vielen 
PSIleo  der  aas  kleineu  Theilen  bestehende  Boden  sich 
günstiger  erweist.  Es  darf  jedoch  nicht  der  umgekehrte 
Satz  nufgcslelit  wcnirn,  das»  di<>  DurchläsMgkeit  de«  Bo<Ieiut 
fQr  St:iubkör pereben  am  so  geringer  werde,  je  kleiner  die 
Poren  «ind;  denn  da»  Ictitler«  Moment  kann,  wenn  die  Lnfl 
keiaen  anderen  Ausweg  hat,  »ich  gerade  als  gämttig  erweisen. 
Uetterhaupt  I^Ntt  sich  IwiiUglicli  der  Frage,  wie  Rieh 
der  Tran>|iort  in  einem  feinporüsen  i:VKlcn  gestalten  werde, 
«elohe  GnnstfSUe  sich  hier  den  einzelnen  Spaltpilzen,  den 
an«  rieleu  Pilxen  bestehenden  Flocken  und  den  winnigeii 
pilzfGhrendfn  Bo<lenvplitteru  sowohl  rficksichtlicb  desHÜngeai- 
blobeiu  als  rncksichtlich  des  Weiterfliegens  eröffnen,  — 
hierOher  läast  sieh  bei  der  grossen  Mannigfaltigkeit  der 
Möglidikeiten  nichts  Be«timmtes  auj<K<ig)>n.  Wir  vermögen 
nur  «ttEOKehen,  das«  fUr  jeden  einwbien  Fall  der  Boden- 
bcaebaBeDbeit ,  den  wir  constmiren.  der  HttlUtand  nnd  der 
Forttcbritt  der  StaiibkÖrperchcn  eine  Fum-tion  der  L»ft- 
gMchwIadtgkeit.  der  Zeitdauer,  der  Grö««  nnd  des  Gewichte« 
d<rr  Knrpercheo  ist. 

lIKTft.  S.  aUtlt-iitijrf,  aj  S9 


448 


SUruhg  drr  uidlA.-jiAjM.  CUtin^  ww  T.  Ji.m   i.s;,'. 


KiiR^^ 


Für  dei)  Fdll,  iIhiik  ilcr  Boden  liinraieb«»)  nnvtroc 
ist  also  die  Mo);lic1ikeit  imitier  Torbauden,  datts  die  frübir 
ilariu  entstaDdenen  Spiillpil»)  in  die  Laft  K^Inogen.  Sie 
werden  aber  trol«  der  Bpw«ßnng<m  im  Bodon  dennlbiii  nm 
so  wcnigiT  vcriiissen  können,  je  mehr  er  feacüt  bleibt  ond 
je  mehr  er  mit  Answurfsstoffoii  v^rimreinigl  int,  weil  die 
KlebHtofle  des  UuruK ,  dpa  Koths  und  de«  EScbra^fil- 
wvxers  m  dem  Boden  niclil  leic'U  so  sterk  anstrockitea, 
dasa  die  vermtt(«l«t  denMllten  unlfr  einander  und  mit  den 
BodenUidlehm  xu!amniEnkIeb>?nden  SpaUpilsmassen  in  trniM- 
portabeln  Staub  zerfallen.  E.t  iat  endlich  seltntTeratätidlich, 
da88  ein  Bodini,  der  von  Z-^il  ita  Zi-it  mit  Wasoer  oder  gar 
mit  AnsworfuitoSen  beurtxt  wird,  fiberbaupt  keine  Spalt- 
pike in  die  Luft  entläatt. 


Ich  habe  in  der  heutigen  Miltlieilnng  anteraacbt, 
sich  aus  den  bekannten  phjrsikaliMhcn  l'hatt^ien  auf  ilin 
TerRchiedonaH  igm  Bewi'gnngt^u  derStuubkürperchen  acbliasea 
]as°e.  Diese  theoretische  Itetmchtoug  weist  in  manehen , 
Pnnktrn  auf  Lücken  in  unMrem  WL^en  bin.  wolcb«  nf] 
ex|>erimentelleni  We;fe  auszufUlIeD  sind.  In  FcIkp  d«sani 
baWn  Herr  Dr.  Mniis  Büchner  und  ich  gemeiu^baftlicli j 
mehrere  Tersuch-veihen  begonnen,  welche  nameutlicli  diel 
f&r  die  Lehre  ?ön  der  Verbreitung  der  tSpaltptIxe  besondcnr 
wichtigra  Fragen  tliatsKchUch  beantworten  sollen.  Die  g»*! 
wouneneu  UeiRultate  weixle  ich  später  auBfUhrlich  darlegen.  ■ 

KUr  bunte  be«chtüiike  ich  mich  daranf,  das  Ergebnini 
derjenigen  Venmchi^  welche  durch  den  Kiiigangs  erw&bnlen 
Widempruch  Soyka'a  reranlaM  wurden,  im  Vomus  lnu«i 
roitzntbeilen.  NA4:h  seinen  im  hTgientscben-  Institut  ang»-| 
stellten  Experimenten  sollte  eine  l.iiftgi^chwindigkeit  »on 
weniger  al»  3  cm  i»  der  Secnnde  ä))aUpilze  tou  äneri 
faulenden  FlOnrigkeit  (die  in  verdüunlein  Otat  beittuid)J 
losreinen. 


r,  JViSsPBfi':  Üt6tr  Mr  BcvefiH'V  kieinater  K'irptrrkrH,      i49 

Dnwr«  Vennehe  stehen    hiozu  im   schfirfstm  Gegen- 

sitie.     Wir    bediuntcD    uns    emigiT  Ft(i»-^'gkeiten    von    riel 

geringerer   Klebrigkeit,   nämlich   faiileuder    'a    proxeiiUger 

FI«scbi«tractl<V-<ui)g  mir)  fiinlctul^n  Hnnifi.     Ulcichwohl  war 

M  uns  bis  jetzt  Dicht  m^licb,  oinon  Luftstrom  von  aalcher 

Stärke  hervurznbringen,    welcher  die   nastten  oder  ancli  dio 

eUocknrt«!]  HjmUpÜM  vfi>(f/,Hflilin>n  vermöchte,  wi-ilor  tou 

horiiODlaleu  Oherfläche  der    Flüssigkeit  noch   von   be- 

settt«n  GUswümtea  nml  benetzten  fvinen  Dnfatuetsen,  noch 

uck  ron   (ila^nSnden    nud    Drahtnetzen,    anf  denen    die 

EwUhiI«   Müfp-iKkt-tt   vorhiT  oder   während   des    Lufldiirch- 

ä^mm  antrocknete.    Die  tieM!)i windigkeit  dtT  Luftströmung 

«nrde  in  don  sUfi(V««ireii  Versuchen  genteigert   auf  10  und 

30  Ueter    in    dt-r    5=ccnnde,    nl«>    Vt»    unr    Flefligkeit   des 

Stnroamndro.    Die  einzelnen  Versxiche  dauerten  6  —8  Stunden. 

Bei    dem    Tollkoninienen    Widerspruche ,    in    dem   sieh 

OBWe  Erge})nii<se    mit   den   Soyka'schen    befinden,    inuM 

Iw  der  Gewinanng   der    einen    oder   anderen    ein    experi- 

■UntrUer  Fehler   tinti^i^elanfen    aein.     Dm  unser  Verfahren 

Utt  in    rtellen    nad   xa    reehtferliKC">  •    bemerke    ich    über 

l'crnwhsanoninnng  und  Controlversuche  Folgendes. 

Wir  bedienten  uns  dreifiicli  gelK>gener  Giasr^hren,  die 

M  beiden  Enden  mit  Bnamwollpfropfen  ver<<!hl<>J8en  waren. 

In  der  einen  Biegung  befand  sich  die  faulende  FlQsüigkeit, 

10  der  andern  ein>;  durch  Hrltitxen  piUfrei  genmcht«  Nähr- 

ißntBg.     Di«  durebgexogene  Luft  strich  zuerst   über  jene, 

[dann  3h«r  dieae.  —  Controlveriuclie  beweinten  die  vollkom- 

^neW  LeiMtungsfiihigkeil  der  gebi^euen  Küliren  und  wider- 

den    *un    S  ojr  ka    in    dieser    Beucbung    erhobenen 

lim  rf. 

Die    dorch    den    Apparat   hindurchgehende   Luft    musa 

[liUfnst  sdn,  weil  iler  Versuch  zeigpn  soll,  ob  dieselbe  von 

bolenden   FlOssigkeit  Pilse  o<ler  deren  Keime  fortführe 

gnd  damit  die  pilxfreie  Nührlöanng  infiziro.     Zum  Kcinigen 

W 


4S0 


8iU»>f  drr  matli.-pligti.  lÜtuM  tom  7.  Juni  1ST5. 


der  Luft  eoipKtblt  «»ch  uu  mdsten  ein  Bautawollpfrop 
der  auch  von  j«her  ats  8taabdicht<>r  Verschlnss  vou  Vemiicba 
flxseli^D  »Dgeweadet  wordcu  \A.  iH  vs  sich  «bor  in  d'uota 
Falle  nicht  wie  gewbbolicb  um  einen  Tenchlm»  gege 
rnbende  oder  nur  unmerklich  bewe^  Luft,  sondern  g«ge 
vinen  dnrchf^i-faendcu  LnftMtrom  von  grOaaerer  tietchwin 
digkeit  handelte,  so  musste  die  I^eistungafSbigkeit  des  Pfropl 
in  dieser  ßoxiebnug  xuertt  festgntellt  trerden. 

Diese  ControWersuehe  erf(abeu,  da»«  kein  BwtmwoU 
pfropf  absolut  brauchbar  ist.  Seine  Lei^ung^fShigkeit  häng 
ah  von  «eiBor  Dichtigkeit  und  Uingo.  von  der  GeMhwiik 
digkeit  des  durchgehenden  Luftrtroms  und  von  der  Zeit 
daner  desKcllM-n,  leb  führe  beiBpiolsweise  an ,  da»  eil 
mflglicbst  dichter  Pfropf  von  2  cm  Läoge  (die  lockera 
Endea  oiclit  gerechnet)  sich  schon  für  ^ne  kurze  Verauchs 
dauer  nicht  mehr  als  staubdicht  erweist,  wenu  die  durch 
streichende  fiuft  in  einer  leeren  R^hre  von  gleichem  Quer 
schnitt  die  Oe^chwiDdlgkeit  von  ]ü— l'J  cm  in  der  Seeund 
erreicht  (die  Geschwindigkeit  in  den  Poren  di-a  Baumwolt 
pfropfen  ist  natürlich  viel  grJJsser). 

K»  ergibt  sich  hieraos,  ianv  für  jeden  Versuch  de 
Ten^faluHs  geprüft  werden  moeste.  War  der  letztere  nidi 
auHreiGbend ,  so  wurde  die  pilzfreie  und  klare  XithrlSsna 
inßcirt  und  getrübt,  aWr,  insofcm  einer  ditr  rorhin  g* 
Bannten  Versuchsapparate  augewendet  wurde,  nicht  doro 
die  von  der  faulenden  IHiissigkeit  entfuhrtfo,  sondern  darc 
dir  mit  der  Lufl  duicb  den  Pfropf  hindurch  gegaageoei 
Pilze.  Die  Richtit;keit  diewr  Deutuug  ergab  steh  edM: 
ans  der  mikroskopi.icheu  Untenuchang,  indem  wir  ia  dl 
Kctrltbt'ii  Nährlö:<UDg  dio  <rcrH?hir> Jenen  in  der  Lud  voi 
koinuicndeo  Spallpilzformen  uud  darunter  auch  suloh 
fanden,  die  der  in  Fäulniti«  versetzten  PtCUtiigkeil  mangeltet 

Sehr  itbcneugend  sind  auch  folgende  Veraaeh«,  H 
wurden  mehrere  Apparate,  von  denen  jeder  ans  inner  d 


r.  Ifät/tli:  tlther  ilir.  ltetet$uugtfi  ürintUf  KiSrptnAtn.     4IH 


» 


fich  ^b(^«ii«o  Röhre  mit  einer  ßraleuden  Fltlasigkeit  ond 

mäafT  pilxIVden  NShrl&sung  betitaud,  ilurcli  Kiiiitst'liuVrührvD 

booden.     Die  eiDKolnen  Apparate,  ili«  durch  ihre  Ver- 

ofpeluug   äae   einzige    Leitung    Oantelit«»,    seien   durch 

11,  111,  [V,  V   bezeichnet.     Du   jeder  Appurnt  na  beiden 

iiion  mit  etoeni  BttnaivroUpfropf  vereeheu  war,   00  warde 

diu  in  I  eiDtretende  Luft   durch    1 ,   die   in    II   eintreteiute 

lüift  durch  3  Pfropfe  filtrirt,  ebeoKO  die  Luft  in  111  durch 

&>  die  in  tV  durch  7,  die  in  V  durch  9  Pfropfe. 

Es  hing  nun  lediglich  tou  der  Geschwindigkeit  der 
donjig^endeu  LnftAtrßmung  ab,  ob  in  keinem  der  einsehieu 
Apparate,  ob  in  ullen  oder  nur  iu  den  er«tea  (in  I,  oder 
l  Bad  II,  oder  I,  It  oiid  111)  die  pilzfreie  NAhrlösuug  iu- 
Sciit  ward«.  Da  bei  jedem  cinxelmm  Versach  die  Ströinuuga- 
Snthwindigkeit  in  allen  Apparaten  die  nnmiicbe  war,  »u 
Wüte  dt*  ungleiche  Verhalten  derselben  nur  von  der 
mgleicfaen  t^ltnition  der  Luft  herrQhreo.  L>i«i  zeigte  sich 
nth  W  partieller  Infectjon  »usrnrordentlich  deatlieb  in 
<Ihi  ÜiDRtiiiide ,  dass  x.  B.  in  1  die  Nährlösung  rauch  und 
ftuk,  in  n  langtun  uud  schwach  gt4r(lht  wurde,  während 
^  TrfttraDg  in  den  folgeuden  Apparaten  ganz  ausblieb, 
•wfae  Versuche  thon  io  zwingender  Weise  dar,  dMS  di« 
■»gntnidete  Lnftgesch windigkeit  von  den  fanlenden'FIüsaig- 
l^alea  oicbta  entführte. 

Was  alle  Übrigen  Versuche  betrifft,  »0  ist  bei  den- 
"'Iv  das  n^ptiTe  Keanltat  immer  entschetdond  uud  lüs^l 
l""»«  uwlere  Deatong  zu.  Bleibt  s.  B.  bei  einer  ^tr&iuung»- 
B^windigkeit  von  20  Mc^rn  in  derSecuude  die  lufei^liun 
d*  [rihfreicn  Nährlü»uug  ans,  fo  wird  dadurch  bewit^sen, 
owbi  nur  dasa  der  angewendet«  Venschlusa  staubdicht  war. 
•*iirB  anch  dos«  ton  der  faulenden  Klil«»igkeit  nichts 
"HrfBhrt  wardc. 

Mau  kiSnnte  nur  den  einen  ISinwurf  machen ,   dasH  die 
der    fanlenden  FlEbingkeit    w^geftlhrlen    Filxe    wegnn 


452 


SiSS' 


'ibr  matll.'lAyi  daste  ram  7.  Jtitti  I8?9. 


d«r  groi»eD  Lnftgeschmndigheit  b«!  der  piltfreien  Nähr-< 
flCUsi^kcil  TOrbfifIo){cn  und  dvaabalb  ilitseilbe  nicht  inScir- 
tSD.  DieBem  Einwarf  warde  aber  Kum  Voraas  dadurch  be-) 
geguet ,  <law(  die  bei  dt.T  NäbrÜWiing  vürbeif(egangeae 
Luft  dnrcli  einen  bwondern  Aber  dprgelben  befiudb'chm 
Bannt wotipfropf  hindnrch«treichen  muBStc,  in  welchem  di« 
PWte,  die  siv  a\\fnh\U  mitbracht«,  znr(k-^|;^b1ieb«»  wÜren. 
Per  gonannte  Pfropf  wurde  aach  dem  Vcraucb  iu  die  Nälir- 
liJsuQg  hinuntcrg(«to!t<wn ,  sodsBa  also  dieser  keine  von  der 
funli-udcn  Ftflsüigkuit  w«^gcrisitcneD  Pitxw  entgehen  konnt«a. 
Die  angeführten  Tbatsachen  sind  für  die  daraus  zu 
zieheodeii  HublitK^  dnrcUan«  xwiugend,  nud  liefriedigen  am 
»0  mehr,  als  atc  mit  den  pbf«ikali»c1ien  GeMtwn  nud  mit 
anderweitigen  Versuchen  im  Einklänge  stehen.')  Wir 
werden  daher  zu  der  Vrrmuthung  gi-drüngt,  dtuw  der  »cfa^v^he 
Punkt  in  den  Versuchen  Sojka's  die  ungenügende  Fil- 
tration der  Lofl  ifit.  Derselbe  bemerkt  xwmr,  dass  er  den 
Baumwollvencblnt»  als  genügendes  Mittel,  um  Pilx«  ab:cu> 
halten,  erprobt  habe.  Er  scheint  aber  dieser  Präge  wcnigir] 
Aufmerkmnkeit  gesclionkt  xu  laben,  da  er  nichts  Nüber 
über  die  betreffenden  Versuche  ^gt  nnd  da  ihm  die  wich^g 
Tbatsacbe,  da«  jeder  Pfnipf  nur  eine  beschi^nkte  St 
dichtigkett  b««itzt,  entgangen  zu  »ein  «cheint.  Anch 
derselbe  nicht  die  in&cirte  Nälirlö&ung  mikroskoptscb  unt 
sacht,  um  »ich  daron  xu  uberz«iigeQ,  daxs  dieielbe  die  l'il 
an*  der  faulenden  Blut6ü!»igkeit  und  nti-ht  etwa  Pitxe 
der  Luft  enthalte.  Endlich  konnte  der  ron  ihm  anj 
wendete  Ver^diluss,  wenn  aus  den  Dimensionen  dea  Ap| 
rstes   die  Geschwindigkeit    der   darebstrciclienden  Luft 

I)  Btl  ncin«n  frahort«  Venucken  {li*Ti)  imU»  Üb  OBfoemiftr 
dareb  KIm  goo^on,  velch«r  mit  laaUiitltT  PiaMi);kelt  bowtit  «c 
wir.  and  dabei  grtu»Ua,   lU*«  Jic  Luft  aidit  anr  kdM  PiU« 
I*IUkei»e  lUnuu  entnbrt«,  MmlMa  ancb  ^IqBuifeu,  die  n*  tatUtttj 
isTlti  »rntkK«M,  abn  flltrirt  wnr'l*. 


r,  A'&jdi:  üelitT  ilit  Bevtgunffen  Urintter  KSriitrAen.     453 

inei  winl ,   nach  nuMrpn  Verstichen  anmögÜch  stanb- 
licht  win. 

An*  deu  S o ; k a 't(cli«n  Veraoclieu  wnrde  von  Peiten- 
int^T  uinl  Ail'Irni  Jfr  f*y:}iiHBfl  gcüngcn ,  daw  aiiti  eiuem 
rentnrviDigtetj  ftTichteii  Bodeo  schon  vou  den  schwüchKten 
iiaFlstrÖmuiigfln  äjinltptli«  in  di«  Luft  geführt  w<'rd«n  und 
nein«  gcgentheüigen  Bebaaptungen  damit  widerlegt 
'  «neu.  Da  nnu  die  genaniileo  Verxuche  «icli  aU  unriclitig 
enrtrmn  huWn,  so  follcn  ituch  die  darana  gezogenen  Schlum- 
hilgFmngen  hinweg,  welche  ohnehin,  weil  im  WiderHpmche 
mit  meinen  fnihcrcn  ilin>lct«n  Versnchen  mit  benetztem 
^Ki«^bodeD,  gewagt  waren 

Wir  iiab«»  in  an»nr«n  jetzige»  Vejunchen  vorztigsweise 
Fbalmd-'n  Buni  b«nO(xt,  weil  «iv  dadnrch  für  die  ßenrtheil- 
laag  der  UodenTeranreinigang  besonders  brauchbar  werden, 
gcwonneacu  Kesoltatc,  wonach  lücllat  die  !ttitrk«t«  Lnft- 
■nog  ron  einer  mit  dieser  Flä:^iglint  benetzten  oder 
d«rwll>en  ang<)trockiiet«n  Oberflüclie  keine  Pilze  oder 
ae  wifgzuflihren  Termag,  b«HtUligcn  abermals  die 
it  der  Behauptnng,  da!«  die  Bodeurernnreinigang 
blo«  aDMhädlich,  sondern  selbst  ent«chieden  niitxlich 
Imd  dasB  ein  Boden,  je  auagtebigor  nnd  hättfiger  di-r- 
iH  Answur&Htoflen  reruureiuigi  wird,  um  so  weniger 
Keime  in  die  Lud  entwfticfaeu  lasfien  kann. 


Verzeiehniss  der  eingelanfenen  Bfiehergeschenk«. 


Vom   Verein  für  ^atttrkunde  in  Jäann^äm: 
41  —  44.  .Ifthresbericht  für  1874—1877.     1878.  8'- 

Von  der  Bedaction  der  (Hiemiker-ZeUmiff  im  OHhen: 

Chemiker-Zeitung.     Jahrg.    III.    1879.    Nr.  23,    24,    25,  28. 

187».  4". 

Von  der  nniurforachenden  GeseüschafI  in  GiirUle. 
Abhanaiungen.     Bd.  XVI.  1879.  8". 

Von  der  nnftirhixforixrlien   Gese^hchnft  in  Hannorrr  : 
27.  und  2S.  Jahresbericlit  f.  d.  J.    1876—1878.    1878-  3". 

Von  der  k.   Ilnivcrsitiifs-Siernteiirte  in  Üreslau: 
Mittht'ilungen,  herausg.  von  •!.  G.  Galle,      1879.  4". 

Von  der  .%rief<i  di  sciemc  nnlurali    ed  fconomiche  in  Pnlerwl 
Bufleitino.     Nr.   12,    1.1.    1870.  4". 

Von  der  Bofanical  Soei^y  in  Edinburgh: 

a)  Transactions  and  Piocuedings.    Vol.  XIII.  Part.  2.    1878.: 

b)  Report  by  the  Regius  Keeper  of  the  Royal  Botanic 
of  Edinburgh  for  the  year  1878.     1879.  8". 


Einneniiangen  eon  Druclisehrifleti.  4S3 

Von  der  Sedaction  des  Moniteur  scientifique  in  Paris : 
MoDitear  scientifiqne.     Livre  450,  4&1.     1879.  4°. 

Vom  der  k.  k.  Akademie  der  Wissemcliaflen  in  Krakau: 
Paifli^tnik.     ilathem.  Cl.  Tom.  4.    1678.  4'*. 

Von  der  Societe  de  giographie  in  Paris: 
Balletin.     Mai   1879.  B". 

Von  der  Geotogical  Societi/  in  London: 
The  qnartetly  Journal.     Vol.  35.    1879.  8". 

Von  der  neuruasischen  Naturforscher- GeseUsdiaft  in  Odessa: 
Sapiski  (Bwichtej  Bd.  V,  2-  VI,  1.    1879.  8". 

Von  der  Socielä  dei  Naiuralisti  in  Modena: 
Aunaario.      Anno  XIU.     1879.  8*. 

Von  der  Societe  d'anthropohgie  in  Paris: 
Bnlletinä.     IH' Serie.     Tom.  2.     1879.  8". 

Vom  yatitrhisforischen  Verein  von  Wisconsin  in  Miltoaukee: 
Jahresbericht  f.  d.  J.  1878-1879.     1879.  8". 

Von   der  Societe  centrale  dhoriicuUure  de  Franee  in  Paris: 
Journal-      Tom.  I.    Mai  1879-  8". 


l 


4S6  Eiiuendangen  von  DruekKchri/ieH. 

Vom  Herrn  Hermann  Solbe  in  Leipzig: 
Journal  ftlr  praktische  Chemie.     N.  F.  Bd.  19.  1879.  8". 

Vom  Herrn  Hermann  Scheffier  in  Braunschweig: 

Wärme  und  Elastizität,     Supplement  zum  II.  Theile  der  Natur- 
Gesetze.     Leipzig  1879.  8°. 

Vom  Herrn  liobert    Wiedersheim  in  Freibttrg  i.  Br.: 
Die  Anatomie  der  Gyamophioaeu.     Jena    1879.  4". 

Vom  Herrn  Martin  Percls  in  München: 

Vortrage  über  Sinnesempfindungen    und  SiDDest&uschnngen  etc. 

2.  Ausg.    1H7G,  8". 

Vom  Herrn  Francesco  Ardissone  in  Mailand: 
La  Tie  des  cellules.     1874-  8". 


Sitzungsberichte 

An 

EÖtiig!.  baver.  Akndemie  der  Wissenschaften, 


Sltuuig  T»m  5.  Juli  1879. 

Matbcraatiscli'pliyäikalischc  Classe. 


Uerr  L.  Radlkofer  spricht: 

Oeber     Cupania     and     (Inmit    verwaadte 
Pflansco. 

Zq  Afii  Gattungen  <ler  Sapitittaceen ,  welche  no«Ii 
als  wohl  d^tutttiiirtc  butnchtet  wiTdca  köuncn  und 
*^e  ebenso,  ine  das  ftlr  die  Gattung  Sapiitdus  der  Kall 
('),  weiterer  Klärung  bedGrfvn,  geh&rt  vor  allem  die 
C  up  atiia. 
Die  Gattnng  Cupania  ist  ebenso  alt  wie  Sapindus, 
vir  von  Liun^'g  Genvra  Phtnlurnm  (1737)  bei  <lcr 
ibestitnnmng  aasgeheD.  Aach  wenn  wir  auf  die 
vor  Liuue  und  denigemü.td  anf  ihr  er!it,efl  Auf- 
htto  hä  Plnmisr  (1703)  KUck^cht  ni>hmen ,  orschoiot 
■it  taa  am  wenige  Jahre  jünger  aU  die  zuerst  von  T  o  q  r  n  »- 
fort  (1694)  anfgcfuhrte  Gattung  ^ipimlns. 

Wshrend    der   nahezu    anderthalb    Jahrhunderte    ihres 

M    iift   dii>  Gattung  CnpoHiu,    gaaz   ebenso  wie  <So- 

onter  niunDigfacfaen  Schwankungen  ihrea  formellen 

I ,  welclie  miher  zu  rerfolgeu  hier  nicht  Ton  Belang 


It  Sti^  aiM  abiBK>b«rieht«  \«K,  p.  321  ft 

Il-Tfl.    4.    Maiii-iifcja.ai  90 


CUosr  t^$.Mi  tK9. 


456 


igt.  «a  BBBnd^iix  gewonlai  fftr  «w  gioae  2*U  vo 
SipiiidMefs  BU  ■!)*  des  LAadmi,  w«lcliii  flborliatipt  da 
Verbreitnagifeezirke  dw  S^ptsJaeeeo  «BfiUmL  Die  Zai 
ibrer  Arlea  erbebt  sieb,  wenn  man  nad)  BaiIIob's' 
Bod  Hi«rD'»*i  Baspid  «aeb  di«  Grapfw  vun  Pflune 
«ddte  Beotban  und  Hooker  ia  ihna  G«nent  I' 
ttfuii  (1S62)  nocb  getreont  gebaltn  «od  sa  «oer  A 
ftiu  Pumllelgattons  ihnlicbeii  tJnbngefi  und  anali 
geogimphiacbo'  Auddiasag  oatcr  dem  Naiiwn  Itatotii 
ummmeagefiuat  haben,  faituarecfaD^t,  nntar  Einbndeh 
d«!*  rorli«grai]ftn  ii«i«d  Arten  auf  n«br  ak  StM,  und  r 
io<eine  ich  damit ,  aDt«r  Aoasoodemog  aHer  SyaoD/me 
all«  (Jntng^&rigeD ,  rollgiltige  Arten,  welche  in  der 
ein  and  demselben  VerwandUchafttkreiite  a&gebiVren. 

Da«  BeatrebeD,  zd  einer  barmooiecben  Gli«de< 
rang  der  Sapindaceen  an  gelangen  und  ein«  natoig» 
BiTuMu:,  auf  morphologisch«  and  anatotnisrhe  An 
halUpunkte  ge>tQtzte  Vereioigaug  d«^  Arten  «i  Qat 
tnDgt-D  und  dieser  za  weiteren  rorwaadtMhaniicbea 
Gruppen,  m  Tribaa,  za  gewinnen,  nStbiget  mich,  d 
in  Rede  slebunden  VerwaadtHi'^baft^kreis  in  umleror  Wei 
ftnfini&Ken,  ab  das,  wie  eben  vrwäbat,  in  jöngsler 
Tenocht  worden  itt. 

Dip   GaUang   Cupania    in   dem    beregl^n    Binne, 
ihren    circa  200  Arten ,    «igt    nicht    entfernt  jene    in 
Einheit  der  Organisation,    wie   ander«,    aunähernd    g1 
groBAe    Gattungen    der   Sapiodaoeen ,    z.    B.    Sn-Jania 
I'auUinia ,    deren  Gliedtir    zugleich    doreb    da«  Band    eil 
einbcitlitbdn  Vi-rbieitungiiU-xirkf:<zasamnicugehalten  we: 
Sie    l&!.i    sich    rietmehr    bei    näherer  üetracbtang    in    w 
Anifthl  von  Arlgnippen  auf,  welche  ebenso  »ehr  nach  ihn 


2i  Baillon  Übt.  iL  Plaat^  V  ß%7i)  p.  SOS. 

31  Biera  in  Ilttoker  Hör.  Brit    lad.  1  (lliiTfi)  p.  67«  eU. 


t.  itadlkoftr:  Üd»cr  Cupania  ttt. 


459 


I 


» 


lorpholugi sehen  und  anatomiHcbfiti  Kt((eiithUDi- 
Btbk«il«D,  ald  iiacli  geoKraphischou  V<.TbäItuisaeQ 
ina  ebi'D  geiUDUten  Outtungon  als  unaloj;  sich  daratellea. 
DieMQrappea  scheinen  mir  deiiigeniil<<s  aU  jenen  (lattungen 
glöthverthig .  d.  h.  als  sul  b  stand  ige  Gattungen 
ta%*fis»rt  wrrd«Q  xa  mOwten ,  wenn  man  zu  einer  eben- 
aMgen  Gliederung  der  Familie  gelangen  will.  Die 
giueSfimi»«  (br  «0  si«]i  ergvWnileu  üuttuugCD  aber  m&cht« 
itfc  all  ciD(>  beRondere  Tribus  den  andern  analogen 
Gnppm  einander  EonSchst  venrandter  Sapindaceengat- 
MiK«)  aa  die  Seit«  8btU«t]. 

£ni<;DW  Studium  ftilirt  mich  itomit  xnrOel:  zu  der 
Ai&Mang.  welche  »chon  Blume  aber  die  Gliederung  der 
TuiiUe  der  äa[>in<lac«en  and  s[>eciöll  tiber  die  Werthung 
in  hier  in  Itvtmcht  stehenden  Verwandtschaf^skruis^s  g^ 
^t  hat.  Sein«  AaSassung  ist  zum  Nachtheile  der  Wissen- 
•tluft,  meine  ich,  verlassen  worden.  Nicht  verlassen  za 
weden,  wobl  aber  verbessert  und  weiter  ansgebatit  za 
■wäw  Terdieot  sie. 

fichoo  Blame  bat  es,  uro  der  oKheren  nnd  ferneren 
^trvandbehaft  der  Gattungen  gerecht  bu  werden  und  ihr 
ol^irMbenden  Ausdruck  za  verleihen,  für  nuthwend^  flc- 
'^M  ,    die  Pamilie   der  Sc^indaoeen    in  mehrere  T  r  i  b  n  a 


D«  dieser  Tribus  bildet  ihnt  der  hier  in  Betracht 
l*kule  VerwsDdlschafläkreis  von  Cupania.  Er  bezcii:buct 
^■UTribns  der  Cupanieae. 

Sä    bedarf    nur    weniger    Veränderungen ,     am    diese 

"te  der  Cupanif-ae  von  Blume  mit  unseren  lieuttgen 

I  '^Umwn    in  Hinkbing  xu  bringen.     An  Blume's  Auf- 

I  •*»!{  mag  deoshalb  die  weitere  Erörteroug  uuaeres  Gegeu- 

["Ula  anknöpfen. 

80" 


460 


SiUwuf  irr  MolJ^^yf.  C?<txK  liWI  S.  Juli  /S79 " 


Blame  besocbnet*)  der  Q^optsaehe  tweh  all 
paniprn  dw  Sapiodttooen  —  sä  itt  mit  regelmS« 
aei  m  mit  onngelmSssiger  Blöthe  — ,  wetoh«  je  eini 
rtrigtadrr  SaowakiKWp«  in  jedem  Frnchtknoten&cbe 
ria«  baU  bd«rig-&eüdiig« ,  bald  holxige  Kapselfriict 
sitaat  aA  ia  der  Mitte  scheidewandtrageiwlen  Klo 
DMuk  isk  d«r  formelle  Inhalt  der  TriUiu  im  Tosentl 
neht^  «fcusriegt.  ICinig»  Zuaatzbeetimmatigen  dbi 
MoA  &aül  dar  nBierielle  Inhalt,  welchen  Bliiox 
Tribos  «nweüt.  b*^Iirf<rn  d«r  HodificiratiK.  Für  di»  El 
JK  (Rrtnffntdea  tiewSchse  i^  dio  Angabe  Blnme's, 
aia  «ÜMi  Arillu»  b«stzen,  dahin  x.u  erweitern,  dus  de 
weh  «ia  fiktsehn,  von  Schicht««  d«a  PwicarpM  ndo 
ätUMBwbkl«  gvbtldeter  sein  oder  ganz  fehlen,  Ixnteh 
w«tw  nar  anf  ein  PleLKhigwordfn  des  Samenpolüter 
sohribikl  tma  kana.  Die  Angabe:  „Arbores  vel  fr 
«nett.  EoUm  pan-  vel  impari-pinnali»"  ist  in  \ 
1atiliw:*i  Theile  dahtu  xu  pröuiinren,  dat^  diejenigen  } 
gebOrigaa  6«w&ch8e,  d^ren  Blätter  unpaarig  geüederi 
»otKitNik  hei  aonnaler  Entwickelnng  niemals,  mit  allei 
ipumtiuu»  von  Pantupi^Htm .  ein  echte«  RndbUtt 
«i>fal>hr  nur  «in  daSMlbe  vertretendes,  einzeln  ateh 
SaitiwblSttt^KQ  b«sitt#Q.  Ea  hWe  hinKut^cfOgt  w 
kOuuiNi.  dam  die  Blätter  titet«  ncbenbUttloH  sind.  F 
wt  uiil  Itilcksicbt  auf  die  von  Blum«  noch  nicht  gek 
Wtiiuic  l*Uoämätvu  beiiunig«»,  das  auch  doppcU 
Iplaito  Blatter  (gettgentlieh  mit  rDdimentHreu  Kndblätt 
Wrkitl—rTW  •  andlieh,  dara  abnormer  Wein;  die  Bt&tter 
tttuBuik  vwden  ktoiMii,  wie  ich  l>ei  Cupania  tnacroj 
\.  Vänh,  bwbachtet  habe. 

LKa  angvtrlhrlen  M'>ii»>nt«,  m-lcho  dMn  GeM^tei 
.nk->    im    wmtcnlliphen    schon    vmi  Ulame  richti 


H  1«  VmmtU»  III  (t»4U  ^  1^' 


L.  SaMoferi  l/eUr  Oupama  de. 


461 


gdwbtii  wordeD  sind,  ^endgen,  nm  die  Oupauicen  tod 
dn  übrigen  Tribiu  der  f^i>in(]ag«eu  an  untvischeideii. 

Nar  eine  Angabe  rtm  Blaine  ist  unt«r  Auxsclieidtmg 
to  CftUung,  um  derKtitwillen  »e  in  ävn  Triboschaialiter 
u^Oiooiiiiin]  wonli-u  war ,  zn  streichen.  T^as  ist  die  auf 
Blamc's  tiattuiig  Spatioffhea,  w«lolie  als  besonder«  Hcction 
wr  Qajtiitig  Atectr^ott  uud  mit  diiw^r  zur  Tribtw  der 
Ncfhelieen  ftehurf^),  bezüglich«  Bemerkang:  „Fructna 
nrisnine  trotuvertim  dUrtimpciis". 

Weit»r  ist  von  den  Ptlanxca,  welch«  Ulam«  in  der 
TMw  der  Cupanitiae  aufführt,  Jlemiffifrosa  eanesfetia 
BL  (1  j.  ijtpisatUhes  tetraphylla  RAdlk.),  von  welcher  diu 
Pradit  Blnto»  nicht  bekuiiot  vrur,  nnd  Hemiggrosaf 
PmiUci'Bl,  voD  welcher  sie  ancb  hcDte  uoch  uicht  bekaoul 
^,  wu  ub«r  nicht  hindert,  die  l'tUii»e  nach  aniln-cu 
Mnkoulni  als  eine  Art  der  Gattung  DänboUia  (D.  Fot' 
nUn'  Badlk.)  zu  erkennen ,  zn  streichen.  Die  Gattung 
^ay^nsa  »«lbt>t  abor  tritt  mit  der  noch  übrigen,  ihr 
<i^tlid)  8U  Gmndo  liegenden  Uemiggrosa  Verrottctü  Bl. 
■I*  nu!  besondere  Sectiou  in  die  gleich  zu  erwälinende 
tJMtang  CrUMM  l^vau.  über. 

AaCrecbt  tu  erhalten  sind  als  selbständige  Glieder  der 
CapiiiieeD,  and  zwar  mit  demselben  torutellen  Inlialte, 
*dik(ii  tkaen  Blnme  schon  (gegeben  hat,  di«  Quttungva 
^HArnumra  Bl,  (iy47).  Är>^Ura  Bl.  (1B47),  Uisehocarpua 
BL(iEi^!>)  und  LepidopeUtlum  Bl.  (1847).  Denselben  ist 
'Ü'tättnng  Jaffera  Bl.  (1847),  eineud.,  anicureiben,  wolche 
Blnae  (irre  geleitel  durch  eine  Angabe  von  Hippel 
^  die  Frucbtbeschaflenheit,  welche  er  nach  den  ihm 
'''äkgniai  Exemplureit  mit  unreifen  I-Vüchten  va  ver- 
"^(ra  oidit  in  der  Log«  war)  der  Tribut  Jur  ifelicocceat 
^fvcchnet  hatte.    lo  selbständige  Gattongeo  gmxuwuud^ 


l|  -Scb  Bsdlkof«r.  lMiUiidlMtfUiili»elie  Saplodacoen,  p.  7t. 


462 


Sittwg  der  Matib.-fAy«.  Vlattt  roM  S.  Job  187!*. 


sind  die  TODBInme  al8  8«ction«n  der  Gattnn);  C^^pAitia 
uiirg«<fii3!'t€n  Ar^p-api>eii,  nämlich;  Pleuropieris,  Pir  welche 
der  älUm  Name  Guioa  Canm.  (1797)  nnzii nehmet)  Jat,  and 
EiaUosta^s ,  von  welcher  etae  Art  [Cupania  Mi^folilem 
Bl.)  xa  OnüM  xa  Vfimtu^  ist;  fernt^r  die  nur  oebeBbei 
von  Blurae  in  Äninerknnf^n  erwähnten  (Bmncr  der  ereteo 
von  De  Candolle  entlehnten)  Ahtheilnogen  Veuarana, 
Moiinaea  und  TriffMÜ  (Blume  schreibt  UDgenna  „Tri- 
gonoearpus"^  DC),  welch'  letalere  die  eigentliche  G»ttiinj5 
Cuponia  in  dem  hier  ihr  zu  gebenden  engeren  Sinne  r«- 
präsentirt. 

Heben  wir  nns,  ehe  wir  an  die  VerroUständigang  der 
Gattongsreibe  der  Cnpnnieen  gehen,  noch  den  VerblLIt- 
nijiseD  am,  durch  welche  die  schon  von  Blume  berührten 
und  die  weiter  nocli  hinzasufDgenden  Gattongen  der  Ca- 
panieen  als  solche  auagezeiehnet  und  in  nähere  odi 
fernere  rernandtschaftlichf  Beuehang  gesebtt  ersebeinen. 
so  itrt  vor  allem  ein  wichtiges  Moment  herronnhebeo, 
welches  «ich  der  Aufmerk«amkeit  der  Beobachter  uder  doch 
der  entspref^henden  WürdiKong  bisher  gSnzltcb  entzogen  ta 
haben  scheint. 

E*  ist  di«H*  der  Ümatand,  da:«  die  sämmtlichen  ameri- 
caniscben  Cupanieen,  soweit  von  denselben  bisher  cor  Be- 
obachtung geeignet«»  Material  bi-kannt  geworden  ist,  mit 
alleiniger  Ausnahme  »on  Psrudima  fntUseena  (Sapimdm  f. 
AnhI.),  einen  lomatorrhizen  Embryo,  die  (ibrigen 
aber,  mit  kaum  neunentwcrtheu  Ausnahmen,  welche  sich 
auf  vinzelne  Arten  meist  rielgliedriger  Gattungen  ii 
schrünken,  einen  notorrhizen  Knibryo  lM»itzeQ. 

AoNstandig  ist  der  Nachweis  dieaea  Verhlhnt 
wcigen  Mangele  entsprechenden  Materlale«  nur  (nr  wenige, 
meiKt  nor  je  «ne  Art  enthaltende  Gattungen.  Dahin  gf 
hören  auf  Seite  der  americ»niscben  Cupanieen  die 
unten    näher   xn    Wtrachtenden    monntypiwhen  GaHungn 


^ 


tj.  BaMhtftr:  Ütbtr  CatKiiiia  rie. 


•163 


I 


TOD  dea  aii»«ram«ricauisclieu  die  afnauii'4«)K'n  (.r^itLougen 
litii/kia ,  taecoHUcm,  Enocoelum  und  Pfiialodiseus ,  tos 
dniao  iio  enlerea  «bvoTalls  monoly irisch  siml.  <)ie  letzUires 
j«  2  At>t«n  in  sieh  sehliesen;  lemer  dk'  n^iutischeu  Üal- 
ttttigen  Lcpiilerennt  iiiul  Euphorlopsis .  beidu  iDouolyiiisch, 
aad  ditf  iwei  ATt*n  umfassende  Gattung  'frigonachrfts. 
Die  grosirZahl  der  Fälle,  auf  d^^reu  Duubacbtuag  der  obige 
Sabt  and  die  darin  aus^psprucbeoe  Regel  fuBHt,  l&nt  auch 
nir  di«ae  wenigen  ausständigen  Fälle  einen  AnscbluM  an 
di«  B«g(>l  «rwarton. 

Was  die  Äoanabuiaßlle  betrifit,  welche  bei  einzahlen 
Arten  mchrglMHlriger  Gatlüugen  sich  finden,  den  der  Reg«I 
ibigeoden  Fällen  gegenüber  nn  Zahl  aber  verschwindend 
klein  mad,  so  kommen  dieselben  namentlich  da  vor,  wo  das 
SVOrselcboo  dm  Embryo  sehr  knra ,  und  demgeniiiss  ancb 
die  Kalte  der  Sanienachale,  welche  daa  Wllrzelchen  aiif- 
nimmt  und  in  seiner  Loge  Bichcrt,  »ebr  seicht  oder  naheTu 
nnauj^ebildet  tat;  femer  weuii,  was  gleichteitig  ge^heheu 
kann,  die  Cot^Iedontrn  bei  aiifrecbter  oder  nabe-zu  aufrecbter 
Stellnng  sehr  ungleiche  Grössp  gt-n-innen  ,  in  welchem 
FalU  der  klrincr«  Ton  dem  im  Waehsthuuie  voniiiHfilenJcu 
gr^Mercn  tfetebt  am  seiner  uormulen  Lags  (gerade  Ober 
oder  gerade  seitlich  von  ihm)  gedrängt  wird.  Eine  dadur(?]i 
bedingte  »chicf  lomatorrhiE«  oder  Hchief  notorrbixe  Be- 
■limfieiiheit  des  Embryo,  durch  welche  aW  das  eigentliche 
Verhalten  desselben  kaum  verdeckt  wird ,  littest  sich  iSfters 
Im  öa  and  derselben  Art  »eb«!n  regelmiasiger  Ausbildung 
beoliacliten.  Fast  bot  It^fel  geworden  fand  ich  die  un- 
glflchm&ssige  Aoebilduug  der  Cotjrlcdonen  (und  zwar  liier 
hiuGg  iincli  verkniiptt  mit  einer  tfaeilwcif-i'u  Vorwacfaifang 
dsrattlbnn)  bm  Xataiiha  aritorescetts  (Sapindus  a.  Aubl.). 
Weiter  zeigt«  sie  sieh  in  stärkerem  MassB  bei  Cupaniojisis 
fntotata  ond  gelitgentlich  auch  bei  eia^T   oder  der  and«rcn 


464  SiUuM{l  ^er  malK-jAü».  (^a»*$  vnm  5.  JwÜ  ISTVL 


Öuioa-Ari.  In  normskr  Lage  g«gen  das  WSiaridm 
icb  die  CotyledoDeu  in  ihrem  oberen  rerdtekien  TbdW. 
wShrend  die  tmtereD ,  rttpl&rtif;  terliingert«»  TfaeCe  acbca, 
•natatt  wie  jeue  Sber  einander  gelegen  wona.  bei  Timm^ 
madaffoscarieiuis  (Cupania  Chapdieria»a  Cunbu).  INaf 
aii0all«ndst«D  Ausnubmi^D  bilden  HhifSOloecUia  RAaisvm  ' 
uiid  Sarcotoechia  ameala,  beide  mit  sehr  kurzem  WOrxeldtes 
und  fast  rein  Mitlicb  (recliU  and  liulu;  stebeodao  CotjW 
donen,  irähread  snderB  Art«a  denelb«n  GatiangeB  einen 
d«aUicb  DOtorrhiK^n  Kml-rjo  i«igeu.  Von  d«D  gnuantm 
Arten  rtandon  iibri};<'ni(  nur  wenigv^  S&men  xn  Gebote,  ut4 
ee  bleibt  desabalb  erat  noch  festsnstelleii,  wie  weit  fOr  die- 
wlben  das  utig^^ebene  Verbalten  etwa  die  Kegil  btldat 
In  keinem  t'ullo  aber  dUrfleu  diese  AoMuhmeo  ,  die  aefa 
nnr  aaf  einxdne  Arten  einer  Gattang  erstrecken ,  geognet 
«ein ,  die  Giltigkeit  der  oben  angeifibrten  Kegtl  ia  Frag» 
vn  »teilen  und  den  systotnaliRcben  Werth  de«  io  BaJe 
stehenden  OrganintionsvcrhältnissiH  zn  altoireu. 

K«  mag  znr  Erlänternug  dieser  Verliältniase  bitui^^ 
f&gt  sein,  dass  eut«preehead  der  cllipHoidiachea  Gestalt  Am 
Samens  der  Embryo  dvr  Capanieen  gewShaliob  selbst  auob 
annäherangsweiae  ein  aufrecht  stehende»  KlÜpsoid  darstellt, 
welches  beim  lomatorrhii«a  Embryo  durch  einn  radiaUenk* 
rechte,  )>eim  notorrhixen  aber  gewöhnlich  durdi  eine  hon- 
zontule  Ebene  in  die  beiden  Cotyledoncu  getrennt  eiscbeüik 
Gewöhnlich  tod  der  balbttn  Höbe  des  Embryo  steigt  an 
der  äuasecea  (dem  JtUcken  der  Frucht  zugewendeten)  8«ita 
demelben  das  WOrzelchcn  hcriib,  nüt  Meiner  8|iit2e  der  tut- 
mittelbar  nach  aussen  vom  Nabel  au  der  Basis  des  '^mtnf 
gelegenen  Alicropyle  gi-niibert.  Im  eiurachNleii  F^dle  stad, 
wia  beim  lomaturrbizeu  Embryo,  so  auch  b«>im  ootorrbiMO 
die  beiden  Cotyledonen  gleich  gross.  Es  kann  aber  ainh 
der  obere  oder  der  untere  dem  aodenm  an  Gri'uno  nacb- 
steben.    Das    WArselcben    entspringt     dann  ,     wenn    diu 


Tl.  Sadtkofer:  ütber  Cuftuüa  etc. 


465 


» 


^ 


Trennotigsebene  der  Ootyledonen  homontal  bleibt,  notbwen- 
(Itgvr  WetM  soboD  Qber  oder  «ret  iintfr  ilt-r  Mitti?.  Die 
TrennaBi^ebeiie  kann  nbn'  ancb  ron  ioaeii  und  oben  nach 
ansäen  iui<i  Daten,  oder  unigekelirt  fea  borauit  gelegen tlioli 
beiden  bei  <l«ntelb«a  Art  vor)  gi^ueigt  Keiu,  und  zw»r  wii^icr 
ao,  d«88  ihr  Munerer  Knnd  den  Röcken  Ava  Shricos  in  mitk* 
lerer  HSlie,  oder  darüber,  oder  darauter  trifft,  in  welch 
lebttweo  F&Ilen  n«tilrlich  auch  der  Urspruug  des  WßrKel- 
diei»  wiwhir  über  oder  unter  die  Mitte  verk-gt  sein  mnsji. 
Im  er^teren  Falle  erscheint  dann  A»a  Würzelehen,  detisen 
öpitw  itntner  di-r  Mieropyle  genüliert  bleibt,  in  der  Itegel 
tttaprechead  verlüngert  (wie  iL  6.  bei  Gttioa  %a  beobachten 
Jil).  Im  anderen  Falle  eracbeiut  bei  extremen  Verbältoissen 
(t  B.  Sytiivta  Dtiil  ^reiOoeehia)  da»  Wönielchen  stark  rer- 
künt  und  der  Kmbryo  foet  gerade  gestreckt  mit  nach  der 
Bücken-  oud  ßancbfläohe  des  Samena  gekehrten  Cot;l»- 
donen.  In  dteeeni  Falle  nun  schoinrm  leicht  Drehungen  des 
Embryo  eiasntreteo,  so  daas  nun  —  und  das  war  «s,  waa 
bei  Üarcoioechia  cutie^ta  sich  zeigte  —  die  Ootyledonen  wie 
beim  lomatorrliizeu  Embryo  au  die  recht«  und  liuke  Seite 
des  Samens  zu  stehen  kommen.  Ks  kann  weiter,  wie  in 
den  biaber  betrachteten  Palten  um  eine  tangential-horiicon- 
tale,  so  aocb  nm  eine  rodial-horixontale  Axe  die  Treunungs- 
■bene  der  Cotyledouen  getlreht  eri^heinen.  nnd  zwar  ebenüo 
gat  die  honsootuli;  de«  notorrliixcn  wie  die  verticale  des 
lomatorrhizcn  Embryo,  so  das»  fUr  den  einen  wie  ftlr  den 
anderen  die  gleiche  MitteUtelluug  erreicht  werden  kann. 
Würde  dies«  bei  irgend  einer  Art  rrgclmäisig  gmchehen, 
«  kSimte  natürlich  der  Embryo  ebenso  gut  „schief  notorrhix" 
wie  nKfatef  lonifllurrhit"  genauut  werden.  Dieser  Kall  dürfte 
diäa  abn*  in  Wirklichkeit  kanm  tindvn.  —  Die  hier  berührten 
Veraehiedeobeiten  in  der  G<»tdt  und  gegenseitigi^n  l^age 
der  Tlteile  des  notorrbizen  Embryo  bat  Ferd.  t.  Müller 
ibeilweiH  boreita  beobachtet,    und   hat  derselbe  darauf  hin 


466  SiUiutg  dtr  wnlA^iAy*-  <^a»tt  im»  5.  /Wi  fS79. 


(Pirugm.  IX,  1876,  p-  %)  Jie  Vermathang  an«j;«wpr»clicii,  Amk 
WC  vieilHclit  xur  Obarakteriflirung  bestimmter  Artfp-nppon 
verwendbar  »eta  m&ulitcn.  E<t  i»t  ans  d«r  nntou  folgende» 
Uebeniioht  der  Galtnngea  /.u  ersehen,  dan  das  in  im  That 
der  Fall  ict;  doch  wini  die  volle  Verwerthni^  di«eer  Ver- 
hHUnisM  Or  die  Unterscheidnnif  der  riattangen  erst  mOglich 
werden,  wenn  die  Grenzen  der  Schirsiiliuiigen,  tou  denen 
lüer  die  lt«dc  war,  an  vini-ui  reichen  nnd  nuf  all«  Arton 
sich  erstreckenden  Materiale  feetgesteltt  «ein  werden.  Vor 
der  Hand  lie«s  sich  nur  thoilwetRe,  wie  anf  die  chemischeD, 
■0  auch  auf  die  gestsltlichen  VCThältniwi.'  de«  I-l^hryo  bei 
der  Umgreiisung  der  Gnttnngen  Gewicht  legen.  Da§  wich-  i 
tig»t«  Verhältnis^,  das  Vorkommea  des  tomatorrbir^en  Em-  ■ 
hryo  bei  der  Hauptma«*«  der  americanischon  Cnpanieen,  ^ 
konnte  Ferd.  v.  MQller  an  seinem  Material«  natDrlicb 
nicht  beobachten. 

Dem  Gesagten  gem&ss  erscheinen  die  aniericaniacbea 
Copanieeu .  al^esehsn  von  Fs^mdtma ,  als  polchn  mit  loma- 
torrhijteni  l^mbryo  näher  antur  sich  aU  oüt  den  übrigen 
Terwaodt  ond  stellen  sich  als  geeignet  dar,  in  eine  e  r  si  I  e 
SubtribuB  vereiniget  nnd  so  der  grostea  Zahl'aower^ 
omericaniKoher  CupauiAcn,  welchen  ron  amertcanischen  nar 
PMiuftma beizugesellen  iitt,alB  z  wei  ter  Snbtribna  gegen- 
über gestellt  zu  werden.*) 

tVaa  weiter,  um  xaerst  bei  disKr  ku  verweilen,  die 
Pflaumen  der  ersten  Snbtribns  betrifft,  ao  ist  bMonders 
die  Torschiedene  Beschaffenheit  des   Kelches   hervorznhebea. 


\ 


I 


I 


Sl  Et  »iril  diMM  VerhÄllniu  nicbl  wMmtlirb  iillcrirt  wMiInn, 
tich  Miarr  7^t  atKli  Ar  «dai  lUr  uKiirts  DinnatyiiUclKa  6altiiii|^ 
•aa  Aiaerl<a,  welche  bUr  Att  «nUn  Sabtrlbos  bdgtrMhiict  «aibii, 
wdt  ^  woni|t«T  an  fVtnJtin«  ab  an  4U  aadeiM  ainerieuiiMhaB, 
äatttn^ca  sieb  BiiiaBibera  «keinen,  die  Nfttbwtadiffccli  ergeba  Mitte 
■Ic  la  dl«  iweit«  Sublrlb«  m  Übertrag««. 


£.  Xmäkoffr:  CtAer  Cmftama  rte. 


467 


^ 


«  in  ihr  SoailfniHB  von  Cm/kihi«  nnd  Itatcnia  hei 
bsni  und  (looker  (Gen.  PIniit-  p.  399)  schon  ii«u 
CBt*preeb«nd«n  AuMlruck  gefunden  liat,  und  xwar  in  dor 
B««flinnDf;r  dar  Kelchnt  von  Rafonta  iils;  „Cnlyx  {larrus, 
cu|mlaria.  brevit«r  4— Mobas,  lob»  leviter  itnbricati«  Tel 
ntbmivatis  «l  «perlis"  gegenüber  der  Rlr  Cupania:  „Srpala 
4  —  5  (nunuH  3  — 6).  orbiculuta.  ooncavs,  lut«  2*s«nntiin 
imbricata."  Es  scheint  dabei  nur  etwas  za  viel  Gewicht 
aaf  lue  Imbriemtion  dofl  Kolches  g^nflber  seinem  Honüligen 
Verhalt«»  gelegt  zo  sein,  wie  such  aas  der  Bt-morkung  tu 
RaUmia  h«r\-orieucbt«t :  „GeniiH  a  Cnpaueb  ealyoe  parvo, 
basi  iat^ro,  subvalrato  yc\  obscuriiK  imbricato  (itaepc  aegre) 
distingnendam."  Der  Kelch  der  ^/onia-Arten,  oder,  wie 
tefa  diesi'lln'n,  da  ich  nur  die  betreffenden  «mericani«:hen 
G^wäcW  hier  im  Äuge  habe,  für  welche  in  der  Aoblet'- 
•clie»  Mata^ba  guioMKSis  (fructu  exclnw)  die  älteste  Geiios- 
BetMcbnung  gegeben  ist,  gleich  jetzt  und  so  fortan  nennen 
will,  der  Matayba-kr\»a  ist  ursprünglich  (wohl  nberall) 
gleich&lls,  wenn  auch  »chwach  iinbricirt  und  zeigt  da«  mit- 
onlsr  auch  nach  amntT  vollen  Äiwbildung  noch  mehr  oder 
weniger  deutliob  an  der  Basis  seiner  Theile.  Meist  aber 
wird  ilieite«  Verhültniss  iladnrch  verwischt,  dass  der  Kelch 
«ich  sehr  ftSb  öffnet,  noch  ehe  die  übrigen  Blüthentheilc 
Dnler  Minem  Heliutze  ibre  volle  Ansbildnng  erreicht  haben. 
Dtrr  Kelch  selbst  bleibt  nun  nahexn  auf  »einer  dermaligen 
EnlwickluDgsBlufe  stehen,  während  die  übrigen  Blüthentbeile 
ibi«  wettere  Eiitwicltelung  verfolgen  nud  erst  nitcb  geraumer 
Zeit  ro  ibrer  vollen  Ausbildung  gelangen.  Die  um  diese 
Zeit  noch  Üiuserat  kleineu  ßinmenhiätter  und  ihre  an  GWi«se 
IM  Rcblienlich  nicht  selten  Kbertreffcnden  Schuppen  ent- 
wickeln  «ich  erst  jetat  atlmithtig  zu  ihrer  definitiven  Gestalt 
and  Gn'tsse,  so  d«SH  sie  dt-n  K^'lcb  Mhlie«ilicli  beträchtlich 
äbemgen.  Die  Aotheren  ertaugeu  nunmehr  erst  ihre  voll- 
ftindig«  An«hildnng    nud  werden  dann  erst,  wenn  «ie  dem 


4fi8 


Silifinf  dtr  matkifh/t.  Oaatt  nm  6.  Jmli  J879. 


Anispritigeii  nalie  and,  dorch  eine  verbältoiannäsrig  nscfai 
StredcuDg  der  bin  iluhin  äa.'<»ierst  kni-xen  und  Iwiuii  beneck- 
barsD  Filameut«  Ober  den  Kelcb  om  eto  mehrfiMbca  Mtoer 
L£nge  iWi  dea  oimUtelieii  Bliitlie»)  eniporgelmben.  I)ü 
FrachUDlBgi-n(der  bernxnphroditflD,  r«q>.  weiblicbeB  Blfitbeti}, 
w«lcbe  zar  Zi^t  der  Oeffnun^  des  Kp]cbea  noch  ganx  rtidi> 
mcntür  find,  biMea  jvtxt  «nl  alltaiblii;  iluvn  »«blieBslicb  an 
LÄDgu  dun  frachtkaoten  gewöbalicb  ObvrtrelTeudei)  GnSid 
und  eine  bestäabaiigsttUiige  Narbe  aas.  KoFX.  anf  du  0«ff* 
niing  de»  Kelc)i«x  fulgt  hi«r  nielit  nofort  das,  was 
Entfttltang  der  Blilthe  uünnt,  «onderii  erat  die  IS: 
Zeit  in  Anbrach  nehmende  «i^entlidie  Eotwickelaug  der- 
selben. E«  scli«i&L  mir  dieses  Verhältnis«  am  bestea  dadordi 
bejEMcfanet  werden  /.u  küiitirn.  da»s  nun  den  Keldi  eintn 
firähifiitig,  einen  vor  der  naliezn  voUendeteo  Adsbildang  der 
wesentJichen  Ulfltheoibeile  aieh  OAienden  —  einen  aiijx 
pnacocitcr  »iM-rtos  —  nennt.  Mit  diftser  fjttwi<'keluDg»- 
w«iae  hängt  es  zosunmeD,  daüs  die  gescblosten'--  BlDthsa* 
knospe  immer  als  «iue  rerhiiltni)«mSasig  sdir  kleioe  nnd 
ebenso  der  nacfa  «einer  üeffnnt^  sich  wi-nig  mehr  weiter 
ontwickelnde  Kelch  als  ein  Ter^ältnissniäMg  —  d.  b.  in 
VcrbüUuiK^  zu  dtiu  übrigen  Blntbeiitkeil«B  nnd  uanieiitUeb 
xa  der  »chUemlicb  uw  d«r  BlOlbe  btirvorgehMidea  FrnebL, 
bncmden  im  Vei^leiebe  mit  dem  gleiob  nkber  at  betraeb- 
tenden,  ont^r  gleich  groMCD  t'riiefalen  eigciiüvcber  Otpomif 
Arten  üch  6ndenden  (Obrigimti  nicht  etwa  noch  während 
der  t'racbU-eifi;  »itli  vefgru»emden)  Kelobr  —  kun«r  and 
U«iner  erscheint,  oR  kanui  über  di>n  Discna  der  Bl&tb«  «icb 
arbebend. 

Ich  will  dicM  ArlilMKelebf!«  schleubthtn  den  Matayb«- 
Kelch  im  Gegennbte  2a  dem  eigentlichen  Cnpania-Kelebe 
nennen. 

Der  e^DtUcb«  CDpania-tCttleh.  wis  ihn  di»  d«r 
Gattung   Cupania  xa  Groodu  liugDodo  Ciipania  ami 


Xb  SaJUmfer:  VAtr  Cupanta  eie. 


469 


aeigl  in  Reiner  Beriehttng  tn  Am  tibrigm  Bltlthon- 
iWilen  An^  ti^onrüliiiiklitf,  iiorDwIo  V^balten:  die  inneren 
biStlinitlietle  erlan^n  nnter  neinem  S>(ihutze,  nlra  in  der 
pMUdssentiiD  Knospe ,  ihrv  rolle  Entwickvlnn^,  nnd  das 
OtAun  iIm  Kolcboe  ixt  das  Signal  für  die  rasche  Entfaltnng 
nch  dv  Qbrii^n,  auf  ihre  phmologische  Leistung  l>«n>ibt 
nilrtäiidi){  vorbereiteten  Rliitbentheile.  welnbe  imr  tnä'<Mi^vr 
Btnclnii|{  mehr  uiiterliegea.  Um  kii  dieser  Entwickeluug 
^  an  Gr^Kte  den  Inneren  HlQthentlieilen  ron  Matayba 
*"tii|^tcnE  gleichkomnK^nden,  muist  j<>d(>«b  t-w  übertreffenden 
Blülbentbeile  von  Cupania  Ranm  xii  bieten,  mtiss  natürlich 
&ktt  ui  dem  ftng(!Kt'l>ini>;n /üitgxinkt«  gesohlna^eii  bleibende 
KMspe  selbst  anch  eine  beträclitHcberu  GrösRe  ■•rlAngen. 

Dia  in  dem  Kekli«  von  M atayha  nnd  ('upania 
■"tvctratende  völlig;  verschiedene  Entwickliiui^sweise  der 
Bifltlw  —  hier  nämlich  Eutwiekelnng  der  BlUtfaeutheile  anter 
■*  Schotte  des  Kelches  in  der  gesell Iwrsen'^i  Kno«pe,  dort 
Invlckelaug  der  Biathentheile  ohne  Schutx  de:8  frUfaxeitig 
8<VMt«D  Kelches  —  «rseheint  nach  dem,  «ra«  nach  in 
■n^mo  (iruppen  der  Sapindnccon  Bber  die  B«deutang  Aa» 
WtfcfB  ab  Gnttungsinerkinalea  itu  ersehen  ist,  als  ein  Mo- 
^Ö  van  anstreiiliirndeni  (Jewichti-,  um  die  schon  vor  mehr 
*■  rno  Jahren  (1775)  neben  Cupama  «w  TJnterHcbeidung 
Pugle  liattiing  Matai/lm,  welche  aiioh  die  gieichrallt 
■■•Iwu  von  CujHinüi  Vt-ntchi«len«8  unter  der  Bezeichnung 
"•'«4«  ron  I>e  Üandolle  (1824)  nnd  Anderen  hervorgelio- 
"X|iuiM'ricB»i''ch«n  Onpanieeo.  wurie  ventehieilene  weitfr« 
*rt"i  iu  sich  anfzanehmen  hat,  nelwn  Cupania  aufrecht 
Dtrlaltui,  Tfsyi.  itie  wietii-r  in  ihr  itecht  einznmitiwn. 

Keam  Uoment  wird  aber  noch  nntcrvtfltxt  durch  eine 
^Kkjedenartige  AnabildnnR  d^r  Blumenblätter  bei  den 
'■'fcAi  GaKnngan.  It*;t  MnUiyha  tragen  die  Hlnmenblütt^r 
**  i»  IntiMiBeit«  rechts  nnd  linki  über  dorn  kurzen  Nagel 
*^  sdkstbidignr  imtvrkkelte,  au  Unge  nnd  Breite   das 


470 


SUfmg  der  iiuifA.-jAyi.  CViutf  ran  &.  JiM  JgtP. 


BlDmenbbit  telbst  meii>t  tlbertnffinid«  Scfanppe.  Bü  Cvfmit 
*\uA  dime  Schuppen  Tnit  ibrcni  iuaaertn  Basdo  dem  sinhih 
lnüg   bunngcltcn  BlaineabUtt«  bald  mebr  bald  uitidtr  M 
hiiuiDf  aDgewacbsen,  so  dun  doawlbe  annäbeniDgswM  &  j 
GttsUU  oiD«  ron  «tuen   nub   innui  «twu  aatunDafi^' 
driicl[t«D    und   an   der   iiiofa    dem   Centram   der  BIflUw  ^ 
kebrt«n  Seite  der  lÄngt^  D»cb  aufgatehlitslen  Trichtm  f 
bSIt.     Die  Art«D   von  Cupania   beeilten  *tvU  deutlich  irt* 
wickelte  BlamenblUter;  bd  maucbeu  Jfafayba-Arteu  McthAj 
sie  rndiurat&r,  m  dum  m«  gelegcDlIieb   TolUtiiidig 
Mbcii  wurden  (b«i der  von  Macfad)-enals  Cujmjumi 
TOD   Griaebacb   als   Italonia   aptlaia   beocidmeteo 
Im  Habitns  zeij^en  diu  Arten  beider  (jattnngeD  aar  gniiipcs* 
weiee  chniakteristische  EigeDthümlichkeiten.     Waa  die  beidoi 
Gattuu^fiu    aij)    nubc  verwuiidt,    hU    PurallclgmttgDg«!!,  nl 
man  sie  ncmien  könnte,  erkennen  läa*t,  ist  «osaer  A<et  Ea;J 
bryobeechaffeiibeit  der  morphologitcli  und  auaioaiii«li 
einitimmeude  Bau  dvr  Pracht  und  die  BeHcbaffeiüuü • 
stets  mit  ArilloK  venteheneo  Siimena. 

Die   beiden   bIb  Matayba-  und  Copaaia-Kelcb 
noten  Forni<!n  des  Eelchee  sind  ohne  Sdiwier^keit 
wQbulicb   auf  den   «ritvn  Blick  mit  valier  B«6tifflmt 
erkennen.     Dio   von    B  e  n  t  b  s  in    and    Hooker   ftlr 
RatOKia  in  der  oben  aogenibrten  Bemerkung  herrorgeii 
Schwierigkeit  der  UntorMhuidung  ron  Cupania  stellt 
erst  ein,  wenn  man  in  diese  beiden  Uattnngen,  wia  daa 
Bcnthau    nn<)  Houk«r  geschehen   ist,   die  gaiuc 
der  Cupaniwn  (mit  der  kaum  uauiienawertheii   Ante 
von  BrioeotUtm^    FarMfcphtUum,   Jnifera   und    Diftl 
wdehe   noch    in  geminderter  ätcllung  betaaeen  •ind) 
ziehen    und   rerlheilen    will.     Bei    solchem    Vo'_ 
diu  U utiT^ciduug  allerdiug«  m>  schwierig  uml  j.^l.:.  .M 
wenig  mehr  von  audereo  ein«  DaUrltche  VerwaadlRchaft  df-l 
cvmealirenden  Verhaltaiiwen  nntvrstQtxt,  dai«  «b 


t-  H'tdlkofa:  Vtbn  Cupmna  tte. 


471 


viri,  wie  nun  skh  reranlasit  «ohen  kotutte,  jeileu  Ver- 
Kid)  einer  solchen  (iutorsclieiilong  überhaupt  aufjiiigeWii . 

Unter  den  Cupuiiven  find«»  sicli  eben  anch  Pd«D/4n, 
welebe  noc-b  andere  als  die  bisber  bettprocheDen  beiden 
f^noen  d«Ht  Kelclit»  besiUea.  Nameiillicli  t-inv  Form  'M 
noch  sIs  dritte  Kelchform  herrorzohoben,  die  ich,  weil  die 
bekanuteat«  Gattnug,  der  sie  Eukommt,  die  ßattong  litighia 
ist,  B1  ighiit-Kel  ch  neiiucn  will.  Üie  Mollt  eine  Art 
Mittelding  zwisclieii  den  anderen  beidi>n  Formen  dar,  näb»t 
«ch  nach  verschiedenen  Beziehungen  beiden ,  tcblieast  sich 
aller  keinm-  volUtUiidig  an.  >Sie  nähert  sich  der  Mntayba- 
Farm  durch  die  gewöhnlich  nur  achwachu  Üecknng  und 
ilurcb  die  Urundgeetult  der  Kelchtheile,  welche  ihre  grAssta 
Breite  un  der  Beuix  beaitxen  und  von  da  nach  Art  eines 
gleichschenkeligen  Dreieckes  mit  kleinem  Scheitelwinkel  sich 
»eilte  verscbniäleru,  ao  danx  sie  im  Verhültiiiits  xu  ihrer  Basis 
fiel  länger  vrMheint-n  aU  die  mähr  ein  gleichseitig««  Dreieck 
^rstelleudea  Kelchtheile  von  Mata^ba.  Mit  der  Cupania- 
Punu  itimmt  dtever  Kelch  darin  iiberein,  das«  »eine  Theilo, 
wenn  noch  nicht  so  vollständig  wie  bei  Citptttiia,  so  doch 
Bthcta  bis  an  den  Grund  frei  nnd  hier  oder  auch  an  der 
Spitse  meist  deutlich  imbricirt  sind ;  zugleich  übenluckt  der- 
lelbe  die  Qbrigen  Blathentbeile  länger,  aU  das  bei  Matayba 
dar  Fall  ist,  weoin  auch  nicht  bis  zu  dem  Grade  ihrer  Aus- 
(ddoDg,  nie  bei  Cu/junm. 

Ditrcb  die  Pflauxen  mit  derartigem  Kelche,  welcher  sich 
öbardiess  bald  mofar  dieicr,  tiald  mehr  jeuer  der  beiden  HüHpt- 
finnen  annähert,  masste  uatßrlicb,  wie  schon  erwähnt,  die 
Cntcriicbeiduug  Ton  Gattungen  schwierig  werden,  welche 
lediglich  anf  die  Besehailvuheit  dnt  Kelches,  ohne  gleich- 
uHige  BerOcksichtignug  anderer  Charaktere  und  nur  unter 
Berrorbebung  der  extremsten  Kelchformen  gegründet  waren, 
wie  Cv^ania  nod  ltat«ma  im  Binnc  ron  Bentham  und 
HAoker.     Dieser  Sachverhalt  war  offenbar  auch  der  Grund, 


472 


Sitiutg  dtr  matK-phi/*.  0ium  rom  S.  Jmli  t8T9. 


warum  man  in  neuctn^r  Zoit  mnbrfacb,  das  Kind  sammtdrai 
Bad«  nusscbOttend,  die  üutcrscbeidung  einer  Oftttatif(  Ra- 
tonifi  (oder  Mataf/ba  et«.)  neben  Cupania,  wodnrcli  immer- 
hin einem  nichti^o  Ori^nnimtionsT^rhältni«««  K«chnang 
g«ti-agen  war,  nur  nicht  in  genügender  Schärfe.  Hchlechtiin  i 
fttr  unang«me«MU  «rachtete  und  die  silinmtliohen  Cupsmoeafl 
(odor  doch  ihre  Hnnptninosp,  wenn  wir  auf  dii^  Bfflatsnuf;  ^ 
der  theils  miasverstandenen  tbeiU  nur  ana  der  Literatur  dem 
Aul«r  b«knnnt  geweseneu  Gattungen  Eriotoeium  und  Jaffent, 
l'anwfphfUutu  nnd  Diplofflotits  boi  Bb  i  I  Ion  Kücksicht 
uehmen  wollen)  incine  grosse  Gattung  —  Cupania  ~  za 
Teri'inigen  f^r  gut  be&nd,  wie  daa  frSbe«'  sdion  oinmal 
dnrch  Cambessedee  (1829)  geschehfln  war.  Damit  g^ 
langte  man  allerdings  wieder  xa  einer  leichter  abgrenxbaren, 
natürlichen  lämppe  —  /nr  Gruppe  der  Cupanieen  eben, 
nnter  dem  Namen  Cupania,  aber  nieht  zu  einer  naturge- 
mäs«en  ClMsißcation  der  betrrfTendnn  Qewicbsi^.  ßim'  »olcbe 
war  anch  allerdings  obne  ein  durcbgreifendes,  auf  die  liimmt- 
liohen  Arten  aieli  erstreckendes  Studium  der  morpfaolDgii«chen 
niebt  nnr,  sondern  ancli  der  anatomischen  Verliältnisw  nidit 
müglicb. 

Unter  den  americaninchcn  Capauieen  ist  mir  nur  eiM 
Pflanze  niJt  Blighia>Kclcb  bekannt  geworden,  welche  sich 
tngleicb  durcb  die  Gestalt  ihrer  BInmenblStter  aasceiehnet, 
so  ila-is  der  darnut  hindeiiteude  Name  Peutase  t/pkut  fOr 
die  ans  ihr  zu  bildend«  Gattung  passend  arscbeineD  mag.  Oit 
Blumenblätter  sind  nämlich  ihrer  ganzen  lÄnge  nach  mit 
den  Itändern  einer  ungeflilir  gleich  grossen  Sebnppe  nr- 
wachaen,  so  dass  sie  vollkomaion  trichter-  04ler  becberßmüg 
erscheinen.  Aach  das  habituelle  Gepräge  der  Pflanze  ist 
ein  eigen tbUmticbes,  besonders  wa^  die  walic«n(i^miige  Ge- 
stalt ihrer  BlUtbensiTäiisse  betrifft. 

Mit  der  Besoudemng  der  3  Gattungen  Cupania, 
Pentaacjfphtts  und    Matayba  ist   Qbr^M»  die  BA» 


L.  Radlkofer:  Vrhtr  Ctipmia  ete. 


478 


I 


dv  b  der  errtcn  Subtribos  der  Capanieen  xa  nnterschei- 
iaim  Gnttnugen  Doch  nicht  enuhtSpfl.  Zwar  die  mit 
Sthybo-Keich  veriwbenen  nQiericaui«ch«n  Arten  lassen  sich 
■Ue  i«  (JnttuDg  Statuftba  selbst  einfu^eii.  Was  aber  die  mit 
Oifaaia-Kelch  Tersebenen  betriSt,  80  er»cbeint  edangemesMiti 
TDo  CitfMNta  selbst,  welche  die  Hnuptmu^se  der  Artea  ia 
«cl  lehliesst,  3  Typeu  nU  besondere,  sur  Zeit  monoty- 
pixhe  Gatttuig«Q  eu  unterscheiden. 

Die  eine  derselben  ist  Kon aratta  Aubl.  (1775),  welclie 
pA,  »ie  ilnrcb  eigenthfltnlicben  Habilas,  so  dnrcb  den  ar- 
ttnn,  blametibtAttartigen  Kelch  und  die  dadurch  mehr  denen 
TU  SiipmdMS,  aU  denen  tod  Cupania  ibnlich  crscboiaenden 
BUtbee,  sowie  durch  eineQ  arilluHloAen  Samen  snszeichnut 

Die  tncit«  bildet  eine  von  Martins  (1838)  als  Cu- 
f*"ia  muUifiora  bez«ichnete  Pflanze,  welche  »chon  durch 
Ov«  Habitua  und  dnrcb  die  Gr&»e  ihrer  Blütheu  von  (7h- 
t^ia  abweicht.  Leider  fühlen  tVOchte  dersellKin,  welche 
UV  oUeren  Keurtbeiluug  ihres  Verhältoissea  ku  Cupama 
■ixhwnd^;  wären.  Di»  UlumeDblitter  »1>er  zeigen  g^nflber 
'•ai  aller  anderen  amcricanischen  Capanieen  eine  derartig 
*bww&ende  Gestallt  —  trichterige  Verliefijng  unter  der 
'^  ihrer  lancettförmigen  Platte  in  Folge  der  Verwach- 
Vig  einer  zweitlieiligeu  betärteten  Schuppe  mit  den  beiden 
Bkleni  de«  Blnnicnblattnagels,  ähnlich  wie  bei  Hebecoeeus  — 
^  (B  mir  als  das  Genthenale  encheint,  sie  bis  auf  weiteres 
■lidoiTjrpDa  e,iiier  besonderen  Gattung  —  Scj/phonyehia 
~  U  brtracbten. 

Ab  dritte  endlich  int,  inaofern  irots  des  Fehlens  wich- 
%B  Tbnl«  doch  die  grßaste  Wahrscheinlich keit  dafDr  be- 
1^  das  aia  zu  den  Cnpanicen  xu  rechnen  sei,  di«  vor 
■Bn  andern  ßattongen  dieser  Tribus  durch  ihre  doppelt 
irfaWben  Blätter  auigeMicboete  Gattung  Diiodetidron  ^ 
'h  ibeD  genannten  Gattungen  anzureihen. 

1)afali  Badlkefer  Dbn  HofindoM,  p.  3Sfi. 

Htm.    4.    tUlk-f  h]r&  Cl-l  9t 


474 


Siliviijr  dir  naDt.-/Ayf.  Clatit  vom  i,  Juli  JST9. 


'» 


Gehen  wir  nun  ao  die  Betracbtaiig  der  die  zweit« 
SabtriboB  bilduideD  Cnpanieen,  weldw,  wie  oben  er-j 
wähnt,  ilurch  «iuen  notorrhix«)]  Embrjü  sntii^cichnet  siad,  so 
zfi^t  sieh,  dar»  auch  hier  die  Oftttungeu  in  solche  mit  Cn- 
psnia-Kelch,  BHghia-Kvlcb  nud  Mktnybu-Kelch 
anterscbiedeo  werden  können.  Zweckmässig  erscheint  ea 
übrigens,  da  die  hieher  gehSrigen  Galtuugen  nach  drei  geo- 
graphischen Hat)ptgebict«n  —  entUfiu  America,  xweitena 
Afriea  nnd  drittens  A^ien  nebst  Anstralien  im  wei- 
teren Sinne,  nSmlich  eioAchHessIich  Polynesieuii,  in  welchem 
Sinne  fortan  die  Binr^ichnnug  Ooeauien  gcbrancht  aein 
mag  —  streng  gesondert  sind,  and  keine  derselben  darcfa 
irgend  eine  ihrer  Arten  in  das  andere  Qebiet  Übergreift, 
dieser  Sondcniug  iiuch  in  der  weiteren  sjatematiscbeii  üeber- 
Richt  der  Gattungen  Ansdrack  zn  geben,  und  neben  der 
allein  d»ii  americantsche  üebtet  rertreteodeo  Gattong 
PstWima  eine  Gruppe  der  afrieanischen  Gattungen  and 
eine  «eitere  der  asiatiiicIi-oceaDiachen  Gattnogen  «l 
nnterseheiden. 

Gänzlich  isolirt,  sowohl  in  geographischer  als  in 
nologtsoher  Beziebnng,  steht  in  dieser  Hubtribna  die  am 
canischc,  ans  Sapindus  fruteseens  Anbl.  (ITTü)  hervor- 
gehende Gattung  Pseudiina  Badlk.  (1875)")  da-  Si^ 
zeichnet  sich  vor  allein  dnrch  den  dgentbflmlichen,  aa^ 
einem  Theile  des  Pericarpes  hcrrorgelienden ,  fiUachen  Sa>~^ 
meumantel  aus,  wie  Aeboliches,  aber  in  geringerem  Grids« 
nur  noch  bei  TofcJiima  (s.  nnten)  rorkommt,  ferner  dords 
T«rb51liii»!(mlt8Stg  grosse  Binthen  mit  Cupania-Kelcb,  doreb 
gestreckte,  schuppenlose,   auf  ihrer  Innenüäcbe   dtcfat    b** 


{en  zn. 
meri^H 


8)  Sirfi  KadlkoTer,  Mpfa  l'arillo  ete.    na  BerifhU)  Itlier  d« 
i.  1.  tH~b  rn  ful^TTuo  |{piiatt«iuni  «iflnrairhnftliclini  CooipMi  aad  < 
Kaoro  <iiartiiiU<  botaaico  italtaiio,  I87K,  Val.  X,  No.  t;  Ummt  ta 
AliliAwi langen  Qlicr  die  SapioiLwesi  HaUtoiUscft-lniliiMM .  jl  U  nrf 


n'--  •;.■-—'-. 


'■r.^ 


t*.  iblBktfer:  Crker  Cufomia  etc. 


475 


BlunMshlSltM-,   ein«u    tief  twcberfönnigcn,   fRofkan- 

ttg8Q    Discns ,    En1>@i(ror»e    Anlberen    nn4    eine    nicht    zu 

H  iiiitef!tch2l:«>udt)    Ri^eDthümliohkeit    de«    Blatt»«,    da.«    Yoi^ 

^h«|mcD  uümlich  kleiiiM'  finf^iMpnktor  DrttnCD  auf  d«r  anteren 

^HRtfläcbe,    iifanlich   ilenon    der   Lepiaant  beeii   <  n    Ub. 

Sapiudus,  p.  'i^9),  welche  sieb  in  «ualogar,  zum  Theile  nbvr 

•ebuD  t^twAf  modificirtirr  Wpbw  nnU-r  A^a  Cupanie«D  baopt- 

^tfohlicb    unr  uoch  bei  dea  Arten   von  lihi/sotoeeiiia  finden. 

H         Wu  di«  aTrioAn  iscfaen  Oapanieen.   nnd   iirar  zu« 

Hifiebxt  die  mit  Cnpania-Kelcb  betrifft,  so  stehen  dieselben 

lr>)tein  Anscbeiue  nach  dep  Cnpanieen    der   eisten  Subtribos 

naher  als  die  übrigen,  und  der  Gattung  Citpattia  wlbct  Mhr 

take.    Nichtsdeetoweniger  ist  wobl  gemäss   dem  Qber  die 

Babr^obeccbAffeDbeit   Geiagteu    hinsiichtlich   der  Notbwen- 

digkett  einer  Tretuang  derselben  von  Ctipama  selbet  kanm 

nriir  ein   Wort  zn  rerlieren. 

Par  dieselben  sind  sebon  ron  iltvren  Autnren  3  Gat- 
tagm  g^ildet  worden :  Uolinaca  Comm.  ed.  Joi«.,  ITS9 
fOdaniniD  Gärtn.  1791),  Oekmium  (non  „Gaerto.")  Dn 
fitit-Thouara,  ISi>6,  welcher  Name  wegen  der  um  ein  Jahr 
Hkren  Enphorbiaeeen-Gattung  Gdonium  Boxb.  ed.  Willd. 
fl^5)  diireii  den  später,  1819,  von  Roener  nnd  Sehnltes 
^tr  »orgescblagenen  rinn  tn  ersetzen  ist,  und  Bligkia 
Koa-,  1W6  (^trt«io  Taaaae,  IROS;  Bomnnia  Raf,  1811). 
"oai  rind  nur  '2  nene  Gattungen  liinznzufOgen :  Lacco- 
''•r«i,  «BS  CtifKUua  /erruffinea  Bak.  hervorgehend,  nnd 
"■'  *«r  Jahresfrist  erst  pnbUcirte  Aporrhiga  ßadlk. 
•fir  ^e  etilen  beiden  lUeaer  Gattungen  unisebliettseo  zur 
^  mdir  ale  je  dne  Art. 

biT  Gsttong  Citpanüx  am  ähnlicbsten  tod  allen  diesen 

JfiilJNdra,   ao   ibnüch,    daw<    Jussien    selbst,    wie 

r*nnn  bvrichtvt,  in  spätvrcn  Jahrt-n   ciu^r  Vereinigang 

mit  Cijtania  das  Wort  gesprochen  bat,  gleichwie 

^rskdar    1TV2   (resp.  1791)  ia   den   Tranaactions   der 

31* 


476 


aiUmt  itr  wMth.-fb^  Gtmt  wMt  5.  Ju/i  UTA. 


UtinitMo  Sociotf.  Si«  sttoimt  anater  darcb 
durch  den  B»a  Am  Fracht  und  diu  Bmcb«fl«uhi-it 
■bgtnhen  Ton  oineat  sporaartigen  Fortsätze  dessdb 
einiden  Arten  (kärxer,  sbtr  wnut  ähnlich  Atta,  vi«  , 
nnt«u  für  Gvioa  ood  JtfiA'Aocarims  herrorBQbeb«n 
selir  nahe  mit  Cupania  dberein.  Der  wichtige  Di 
in  dvr  BAsdiafTiMihoit  d«  Embryo  vermag  dadti 
nicht  TerwiKht  zu  werden.  Der  Einkryo  irt  tiotor 
ihn  aohon  Gärtner  tab.  139  fSr  M.  capanioidca  daf| 
hat)  mit  (golej^eDtlich  etwa«  schief)  ilbereinaoder  gda 
(stirkeretchea)  Colykidonra,  das  WOrHlchan  an  der  k 
■nt«  d«a  Samens  über  die  RückenflKche  des  einSD  Cot] 
b«r>bet«g«Bd.  Die  Veraclttodeaheit  tod  Cupanki  tritt 
für  die  metul^n  Arten  deutlich  auch  in  der  Besehaf 
der  Blumen blittor  livrror.  Dien  find  meiat  «pst«) 
g«ata«ckt,  denen  von  P$mdima  ibntich  nnd  wie  dii 
wohnlich  Bchuppenlo«,  flbrigena  mit  breiterer  Platte 
der  ebon  guuanDt«n  Gattung  uud  auf  der  loneaseite 
stark  behaart.  Nor  bei  wenigen  Arten  kommt  dtu 
ringe  Einscblagnng  der  Ränder  eine  rudimontir«  Sfl 
bildung  XU  Stunde.  Auch  die  Staubgefäam  sind  roB 
di'r  «chton  Cupania- Arten  Terschiaden,  die  Filament«  i 
schlank,  die  Antheren  verbältnisnnbng  lang  nnd  dld 
sonderer  Art  ist  ferner  der  Orifiol;  an  eoincr  Spitz«  n 
nicht  in  3  Nurbvu  geepulten,  sondern  nur  mit  Sj 
stehenden  Narbenlinien  bis  Qber  aeinc  Mitte  harmb  ■ 
Kigentbümliclikeiten  der  vegetativen  Organe  fehlen 
Di«  gewijhnlich  loderigen,  meist  weitlänf^  nvtxad 
Bteta  ganzrandigen  und  mit  breiten  glatten  Stieloba 
seheuon  BIiitt«hen  laasoo  die  Art«n  io  ihrem  b«hi 
Gepräge  im  allgemeinen  mehr  denen  von  Matoj/ba  all 
von  Cupania  ähnlich  erscheinen.  Dt«  mitlieb  fltet 
läppt«  Frucht  mit  zusammengedrückten  flBgel 
findet  ihrer  Gestalt  nnd  ihrem  iJane  noch  ihra 


Tt.  Sa^kaftr:  Cebrr  C«<]MUwn  etc. 


477 


ibfRMwohl  bei  gavtaMu  Matayha-Ariea  (M.  arboreseau^ 
tmjipes  de.)  «U  bei  Cupania-Aricn  (C*.  piuti/earpa,  rata- 
mm).  Der  Sunfl  ist,  irie  bei  diesen  beiden  HsUnngvn 
{ni  ihr  folgraden)  mit  Arillu»  Tcrseben  nnd  bi«  über  die 
ffiin*  odrr  ziMnlicb  rollstindig  davon  amhOllL 

Von    MoUnnea    ist    Tina   verschieden  durch    die  deiit- 
der  VOD  Mala^ba  «icb    näherndo    SoliuppODbildung 
BlamenMätt«r,    durch    den    kürzer   MignuttoMn    Griffel 
durch   die   nn    Vouarana   eriuuerude,    pliitte    und,    wie 
Thonsrs  berTorhob,  „büocnläre,  ncuminirte"  FrnchL 
Xotinaea   habe   ich    Btet«  3  Fmchtfacber  gesehen,    von 
«bar  daa  eine  nicht  8elt«D  derarlig  fcrktimtnert,  das« 
«  laeht  GberMhen  worden  kann,  wie  doa  auch  bei  Gärtner 
bKUf^Bch  dir  wob)  sweifcllos  hieber  xu   rechnenden  Frucht 
Otlonimm  eupanioidcs  Gärtn.,  d.  i.  itoliunea  cupauioides 
der  Pal)  gewesen    zn  sein    scheint-     Im  llaliitus    femer 
liTim  TOD  JfoftiMKO  Torschieden  dnrob  Diitunter  gexühnte 
gclcrri>t«   luid    bei    den    übrigen    Arten   durch    tederig 
BliUchou.     Sic  Bcbeint   IvdijfUcb   der   Luel   Mada> 
ft««sr  anzugeh5rea. 

LaceoditCHs  (von   Aaxxc^  Grabe,   wegen  des   vei^ 

illcD  Discufl)  mit   nur  einer  Art  (L.  ferruginem  m.,  aus 

f.  Daker    faerrorgebend),    liegt   nur  iu   uuvolliitiin- 

n  >Uteriale  Tor,  doch  orweiat  sieb  daBselbo  nach  mehr- 

BBCÜhongen  ala  sni  gonens.     Dte  Kelchblätter  siad 

ItDMmdcrig  schmal  und    gekielt;  die  BlQtbenkooapen 

halb  fiiiif-rippig.     Die  Blumeoblätter   sind    donen    von 

ma  noch  ähnlicher  als  die  ron  Molinaea.     Das  Peri- 

ist  «ufgezeiehuet  durch  starke,   roclüir   (fast  wie  bei 

)  die  Frochtwaud  durchsetzende  Gruppen  ron  Skler- 

lymxe)!«!.    Abgesehen  von  den  dgexähuigeD  BUttchvn 

du  AoMdiVD  der  Pflanze  nnd  namflotbc]]  der  dicht  und 

I  b^vuteo  BlntbenkiuMpeu  Umlkber  dem  einer  Dein- 

aim  einer  Oupania. 


476 


Si'lnni^  der  wMth,-fli!ft.  Cfa*»t  vom  5.  JmTi  tS79. 


Blighia  ift  aasgezeichoet  durch  <lie  BoMbnfTenheit 
ihres  Kßlches,  von  welcber  schon  oWn  ät»  aftbereo  die 
Rede  war.  Kbcn^o  durch  <)io  uiogoDlormiff  |;estrc«kt«ii 
Blumenbliitt«r,  irelcbe  durch  bald  mehr  bald  wraiger  hoch 
hinau%ch(>ude  Verwacbitung  mit  einer  hitlb  so  Uiig«a  Schupp« 
an  der  Basis  etwas  sackartig  and  denen  von  Eriocoetum 
xiinucb.it  ähnlich  stait.  Ferner  durch  «neu  Eieinlich  dicken 
polsterförmigen  Dtscas  und  eine  grosse  birufürintge  Frucht 
mit  eineoi  saponinartigeu  Kürper  im  Parenchjme.  Der  tie- 
halt  an  diMeiD  outeht  es  uun-ahrsclieinlioh,  da«s  das  Pericarp 
geniessbar  sei.  Der  allein  es^bare  Tlieil  der  Pnicht,  welcher 
der  Pflanze  den  Beinamen  „sapida"  Ternchafft  bat,  iat  wohl 
der  ArinoE,  der  übri^ns,  so  viel  di«  kaum  halbreifen  Samon 
unTolUtündtg  aai^bildeter  FrScIite,  wie  sie  eben  vortief;en, 
beiulheilvn  laMwu,  nicht  einen  Samonmantel  im  eigentlichen 
Sinne  des  Wortes,  sondern  mehr  nur  ein  arillos-fleiBcliig 
gewordenes,  nuter  dem  Samen  wnUtig  hervortretendes  Saineo- 
polster  darst«llt. 

Äporrhisa  eohlient  sich  durch  den  Keloh  an 
Slighia  an  und  ist  vorzugsweiao  au»gC9t«tchnct  durch  die 
zam  gr5sst«n  Theile  arillusartige  Testa  dee  8amens  and 
durch  die  weite  Abrtlckung  der  Mierop^le  und  damit 
des  Wnrxelchens  roni  Nubc-1;  ferner  durch  das  wie  bei 
Gifioa  beechaSene  Endocarp.  Die  BlomenblStter  besitzen 
eingcfchliip'ui-  ItÜii(it.'r,  welche  wenig  iR'n'ortrrtendc  Schupp- 
clii-n  darstellen.  (Weiteres  über  die  Pflanze  sieh  in  dteaen 
8it>ung«bericht«Q,  1878,  p.  338.) 

Von  africanischen  Cnpanieen  mit  Hs ta jIia" 
Kelch  sind  nnr  vier  Arten  bekannt. 

Zwei  derselben  sind  ecbon  von  Uooker  f.  antcr  dem 
Namen  Erioeoetumnl»  eine  besondere  Gattung  unfgefiuvt 
worden.  Da  diese  bisher  nnbeanntandet  geblieben,  erscfaeial 
ein  weitere«  Eingeben  auf  sie  hier  aberflfiiaig. 


\ 


tt.  Itiußh>frr:  Ueher  Cupania  tU. 


479 


Die  beiden  anderen  hat  Baker  bei  Blighia  nnterzo- 
hriogm  TersQcht,  bei  der  sie  aber  zweifelloti  ihr  Vi-ri>1cib<M] 
nitht  findet!  ki)nDcii.  Schon  die  Boschaß'cnki.-it  dp§  Kelche« 
iMt  dem  entf^egeo.  Sie  sind  Tielinehr  als  eine  besondere 
Qitfaing  anzusehen ,  welcli«  mit  llilckxicbt  auf  den  flach 
NkilenfQrmigen  Diwtu  den  Namen  Phiulodiseus  orhalten 
Mg,  Sie  sind  aasser  durch  den  Kelch  nnd  Diacns  durch 
tnefaterfBrmige  BInmenbUtter  (ühnlich  denen  Ton  Penfa- 
iti/flua,  Lepidopeiahtat  nnd  Paranephelium)  ausgezeichnet. 
Wtüer  ist  herTontiihebt*D,  dass  bei  ihnen,  wie  auch  l>ci  den 
irten  ton  &iocotl»m  und  BtigMa.  die  Blätter  verschleimte 
Üpiderinis-Zellmenibranen  besitzen,  ein  VerhÜllniüs, 
*ddiea  bei  den  americanischou  Cnpanioen  nirgiMids,  wohl 
■btr  wieder  bei  f^visseu  Gattongen  der  asiatiscb-oceaniachen 
Qni{ipe  {Jagera ,  Trigonachras  und  LfpidopelalKm)  ku 
Infai  ist. 

Ich  wende  mich  nnnmehr  der  Betrachtung  der  asiatisoh- 
'Betsiscben  Gruppe  zu. 

hl  dieaer  Gruppe  der  zweiten  Subtribus  sind  5  Gat- 
^■igED  darch  Cupania-Kelc  h  ausgezeichnet:  GuioOy 
CupoNiopAis,  Rhysotoeehia,  Lepiderema  und 
*''r/yoncMf  a. 

Die  erst  genannte  Gattung,  Ouioa  QiTan.,  ist  in 
^  iDsehnliohen  Zahl  von  Arten  (28)  weit  rerbreitet: 
*o>  den  Binnenland«  Uinterindieos,  ron  Birma,  Über  Ma- 
*^  und  die  asiatische  Inselwelt  bis  nach  Nenhollaud  und 
'^■Ifimien.  Cupaniopsis,  an  Arten  fast  ebenso  reich 
t^)i  tit  in  Nenholland  und  den  östlich  nahe  gelegenen 
•■fiii,  namentlicb  in  Neu-Caledouien  und  anf  den  Fidji- 
'■■ils  bdntisch.  Nenholland  nnd  den  nördlich  ihm  nahe 
''■inden  Inseln  gemeinsam  ist  Rhysotoeehia  mit  ver- 
lig  wenigen  Arten.  Lediglich  ntu  ein  paar  dieser 
bekannt  ist  zur  Zeit  Dtcltfoneura  mit  nnr  zwei, 
|4  teptderema  mit  blcw  einer  Art. 


400         Sktmy  ie*  mtlKff^  Obaf  m«  3.  JwB  MTff. 

Ouioa  i«t  Toa  dm  Bbnga  m  BetracUnog  steheodai 
GsUungen  ebeoM  dnreh  BgeaUillmtir.hkwtan  d«  BIBtlwB- 
tbeile,  beaooden  der  Blumeiiblitter,  «li  der  Fracht  oad  im 

Stauma  (in  morphologisch  er  und  monlotaiactier  Hinnehtt, 
t^eiehvi«  soch  durch  du  habitBello  Geprüt;«,  wrirJm  Wieb 
•taril«  MaterialieD  tuift  oho«  Scbvi^igkeit  und  mit  gjamrt 
äicherh«tt  ab  xu  dieser  Gattung  gehörig  «rkeuDvn  lÄwt,  »us- 
gexeiebneL 

IkUncbe  dteaer  Eigenlbfimlichketlen  tnirden  mit  t{«eht 
aobon  von  denjenigea  herroTgebobeo,  welehii  der  Gattang 
bald  nnUr  dieseiD,  bald  anter  jraem  Nunen  riDB  lMnondv> 
Stellung  nerkannten. 

Für  C»T«ntll«B  (1797)  und  Blnme  (1647).  «ekhcr 
Chat  Bezaguafame  auf  «rstereo  chwn  Tbeil  der  betr«ff«iida 
Pflanzen  aU  Sectio  Platropteris  in  der  Gattung  Ci 
•ninihrt,  war  es  die  Frucht,-  fSr  Labillkrdiirs  ( 
tnerata,  182fi)  und  Sprenge]  (Dipiopefaton,  lt^27)  wann  m 
die  [Munienlilät  ter;  fiir  lilame  weiter  noch,  was  ein« 
andere  hicbi<r  gehörige  Päante  beiriffl,  der  Discos  (Üem^jf 
nwa  Petrotletii  Bl.  1&47). 

Die  BlameDblättcr  beeitzenje  «ine  tief  zweit' 
{„DmerejM'*)  oiet  wenn    man   lieber    will,  jo  zwei 
einander   atmende   Schoppen,   welche   Euaammen    ungefähr— r 
gleiche  GriiSN   wie  das   Biomenblatt   selbst  boattten    aodü 
daawlbe  gleichaani   rerdoppelt  encheinen   lassen  U^ipJopi — ■ 
Udm"").    Jede  dieeer  Hchappen,  oder,  wie  ich  der  Üeatlich — 
k»l   luilber  und    indem   ich   too   den   Fällen   ausgehe,   ieV 
welchen   sich  diewlben   aogeoMbnulich  aU  TheÜe  eine^ 
Scbnppe  tu  «rkeDoen  gilben,  sagen  will,  jede  dieser  Scbup — 
penb&lften  ist  au  ihrer  Spitte  nach  dem  Centnun  der  B)9th« 
so  Bbergeb(^eo  and  ti^gt  aasaen  auf  dem  Bücken  der  da- 
durch  anMehende»   Wölbung    einen    ron   dem    verdicktHi 
inneren  (di-r  anderen   Schnppenhülfle  Kug^ehttea)    Biudii 
ans   sich   erbebeoden,    kealeoförmigen   oder    ein   gestieltsi 


theiligfl 

i  neböfl 


Xk  StuSks/lM-:  Uätcr  OnpoMia  efc 


481 


Ki^pfobeo  dant«lIeDdeu  kammartigeii  KorUnlx  (o  r  i  1 1  u) 
—  iladurcli  *lark  au  die  8«liupp«n  der  oboiva  Blamenblälter 
PatiUima  und  deren  niofastoii  Vemamltt-ii  ei-inueriid, 
kbe  Schappe»  man  »ich  Nuiiiiit  ihrer  Vriata  nar  der 
Lullte  nach  faalbirt  deokea  darf,  nm  die  Aehiili«hkeit  reobt 
ia  die  Aagvn  springend  zu  machen,  ßei  keiner  ameri- 
eanischen,  bei  keiner  af ricuaiMchou  Oupani«« 
findet  sich  von  einer  solchen  Crista  auch  nnr 
die  leiseste  Spnr,  vrohl  aber  ausser  bei  ßuioa  nooh  bei 
loderen  Cnpanieengattiin^en  au«  dem  Vt^rbreitticif^boxirke 
Toa  Qvwa,  welche  aber  zd  den  mit  MaUjba-Keieb  Tor- 
mbenea  gehören ,  von  denen  np^ter  die  Rede  aein  soll 
(£t^>h«riopsis.  Sara>pleryx,  Jagera,  Trigonaehras,  Toechima, 

Anob  noch  ein  anderes  VerhÜltniss  der  Dlathe  erinnert 
n  die  l'anllinieen,  nämlich  die  schon  Ton  Blume  fiir 
Moe  Bttnigyro$a  Perrottetii  hervorgehobene  gel^entUcbe 
VvktliDmernng  oder  völlig«  Unterdrückung  eines  Blumen- 
bUttes  unter  gleichzeitiger  einseitiger  Ausbildung  de«t  auf 
diiH  Weite  mehr  oder  minder  faalbriugf^rmig  wer- 
tKoAea  D  i  s  G  n  s ,  woniach  Blume  den  (jatlnngsnamen 
^emüftfrosa"  für  die  eben  erwähnte  Pfianie  wählte,  Ooeh 
kommt  diese«  Verhültuixs  nicht  allen  Arten  so,  charakteriairt 
atao  nicht  die  Gattung,  sondern  liüiat  sidi  höchstens  nur 
Bildung  ron  Sectionen  verwenden,  wie  ich  schon  an 
utderer  St^le  du]gelegt  habe  {«.  diese  SiUungaberidite,  1878, 
p.  275  Dnd  holIäudi&di-iadi«che  Sapindaeeen,  Nachträge, 
p.  901. 

Die  Frucht  onoheiDt  in  Folge  geringer  Kntwickelong 
der  Frncbtschoidewäode  bei  belrüchtlicber  Ausdebnang  der 
Fiebor  in  mdiärer  liichtnng  tief  dreila|)pig  (gleichsam  drei- 
Ifigel^  und  ist  ansgeieicfanet  durch  den  anatomischen 
Bau  ihres  li^ndocarpes,  welches  aus  ähnlichen  Zellen, 
wie  daa  Kodocarp  «on  Aphania  gebildet  ist  (a.  dieee  Sitz- 
ngibcni^te,  187»,  p.  23'J  t),    Ka  venäth  sich  dieser  Bau 


482 


Sinmjf  ^  iiutth.'fhifs.  CioMe  tom  S.  JuU  19T9. 


sobon  dem  aabewaObeten  Ange  QDd  dem  Gefilltle  darch  eine 
jgtotm  Glätte  nnd  CompftcthvH  nach  dce  beftmcbtoten  Eo- 
docarpee,  so  dass  deswD  Eigenlhümlichkeit  am  k(lri«5ten 
durch  die  B«u>iclinung  desselbeo  ala  „k  ti  o  r  p  o  I  u  r  t  i  g" 
h«rTorgchoben  werden  kann.  Bei  keiner  anderen  Capaniee. 
mit  allrini^T  Ausnahiii<>  toh  Aporrftixa,  habe  icb  diese 
Be«:haSenheit  des  Endocarpes  wieder  beobachtet,  während 
sie  für  Guiea  bei  alten  Art«n,  von  denen  überhaupt  PrQchte 
Torliegon,  «ich  nusDAhmslot  fand,  den  Dbrigen  Charakteren 
der  Gattung  stet»  z-ugeaellt  erscheinend. 

Der  Sume  igt  von  einem  dünn  hautartigea  AriUos 
het  ganz  überdeckt  Das  Gewebe  nm  Nabel  nnd  Micropjle, 
»oa  welchem  der  Arilta*  sich  erhebt,  bildet  rogleich  auf 
Seit«  der  Micropyle  (an  der  Basis  des  Samuiiruekens)  einen 
nach  nnten  gerichteten  eigenthiimlicben,  lang  geetreekten 
Fortoatx,  welcher,  dnreh  wiederholte  ncfalangenartige  Bir^ng 
auf  einen  kleinen  Ranm  zusammengedrängt,  den  Winkel 
des  Frnchtfaehea  unter  der  Anhnftaugsstelle  des  SuBeai 
amfUllt. 

Vk-r  Rmbryo   (mitunter  etwas   achier  notorrhiz)  be- 
sitzt zt'-mlicb  platte,    gokrQmmle,   re>p.  S-i<>rinig    hin-   ubj 
hergebogene  Cotyledonen  nnd  ein  nahes»  der  ganzen  La 
de«  Samen»  nach  hcrabsteigoudr«  WUrielchen.     Er  zeii 
äcb   durch   das  iäst   gänzliche  Fehleo    von    Amylom 
welches  durch  Oel  ersetzt  int 

Was  den  Oabitus  betrifll,  so  ist  herrorzuheben ,  diB 
Rinde  and  Laub  bei  allen  Arien  dnroh  eine  eigen tbümlieh 
dunkle,  fast  chocoladebrauue,  tou  (lerbsto^^halt  herrührende 
FUrbnng  sich  auszeichnen.  Die  Blättehen  sind  in  der  R^^l 
ganznuidig  nud  bidd  mehr  bald  minder  ungleichseitig.  Ferner 
bemerke  ich,  dass  die  Arten  ron  Gnioa,  ähnlich  wie  nnter 
den  CupAniem  noch  die  TOn  SloHhocali/x ,  Oonffrodüau 
nnd  ein  paar  von  Cupania,  East  znr  Uälft«?  jene  eigen* 
thümliche  papill!}se  tjrhebung  der  Kpidermis- 
xellcD  der  Blitla  oterseitcxdgra.  welche  diese S«ib« 


JbnBtO/Vr:   Ütber  Oipama  etc. 


483 


los,  matt  anä  glaueesceat  erscheinen  ISsst,  wie  das 
betooders  in  der  Gruppe  der  Neplielieen,  balil  bei  allen 
Arten  einer  Gattung,  bald  auch  nur  bei  Hitem  Theile  der- 
mUno  der  Fall  ist  (s.  holl&nd.-indisehe  SapindaG«eu.  p.  70 
rbbkbt)ie)i  Nf-plirUum,  p.  d3  rflcknchtlieli  Äleetrym,  p.  90 
rihkncbtlich  Gitioa  »elbst).  Auch  die  innere  Beecbaffeu- 
Mt  des  Blatte*  nacb  Anortlniiog  und  Inhalt  der  Zellen 
■w seil wamni (unn igen  und  des  Pnllisnden>üeivetx-H  K^rgt  einen 
iSchaftlichen  Tjpuf.  Noch  andere  Verhältnisse,  wie 
and  Stellung  der  luHorescen/^n,  knuneii  hier  Ober- 
a  werden ;  sie  «ind  dem  Angeführten  gegenRber  fllr 
akterisirnng  der  tiattitng  und  die  Darlegung  ihrer 
>Bdigkeit  nicht  mehr  vuu  Belang. 
Cupaniopsia  wiederholt  am  reinsten  unter  den 
wtcnhiiett  Cnpanie«n  <l«ii  Typus  der  echten  Oupunien,  «» 
*IÜ  was  die  Gestaltnng  des  Kelcbea  und  damit  der  Blüthen- 
bnpen,  als  was  die  BeMhafTenheit  der  Frucht  and  des  meist 
ptt  (Om  Ärillas  bedeckten  Samens  betrifft.  Audi  die 
G^UMoblätter  sind  weiiigBl«us  bei  der  einen  Onippe  der  hie- 
^  n  rechnenden  Gewächse,  welche  darnach  und  mit  Rück- 
"c^  isf  das  Vorkommen  von  drilsenartigen  sogenannten 
^ühaano  oder  S  c  h  ü  I  f  e  r  c  li  e  n  ( 1  e  p  i  d  e  »)  an  d^n 
wStkni  nnd  den  jungen  vegetative«  Theilen  in  eine  besondere 
"**tion  „ülitopetatum"  sich  «oHunmenfassün  laisen, 
*4(i  Tod  CupoHta  »etbet  liemlich  ähnlich,  die  Kelchblätter 

*  Unge  wenigstens  erreichend  und  mit  entsprechend  aus- 
Midctai,  aber  kauimloeen  Schuppen  rersehen.  Bei  einer 
"*«■  Gruppe,  die  Section  „J?(a/(ope<a/Mm"  bildend, 
^  tie  im   VerhSitnisa  zu  den  Kelchblättern  klein  (s,  z..  B. 

*  ilibOdung  *on  Cupantopsis  WiidsH(trf/tii  in  Perd.  v. 
"filler's  Fragm.  IV,  Üb.  26,  f.  1,  woselbit  der  PflanM 
"^pas  atu  Irrihnm  mit  zwei  Samenknospen  Tenehene 
''kktknot^mfucber  zugeschrieben  nnd  «ine  Stelle  bei  Ihr- 
/>^  angewiesen  wird),  ganz  anter  den  Kelchblättern  rer- 


484 


SUni^  der  «olJh^fAy«.  OUne  mm  &  3A  iSTS. 


borgvo,  Mnwt  eigeoUicb  dw  seIuippeafBnni{f  saj  an 
Balis  mit  kfirzerao  oder  UogvreB,  über  d«D  Discus  dar 
Bldih«  bereiDgebogenen  and  djewiD  uäiegeDden ,  kamin- 
lostii  Scboppco  r«neb«D.  Der  stärkereicbc,  bvi  dm  nmi- 
cakdomscben  Arten  der  Section  ElaUopeialum  auch  Uars 
nbreode  Eiobrjo  besilxt  mit  nur  wenig«  ABnuhnea  (C. 
fovtUata,  $ubctaKata)  äb«r  eiiwnder  liageod«,  bolbdttpsoi- 
dbcbe  Cotf  ledonen  and  ein  Ober  den  Rücken  des  nnteren 
Cotjledon«  b«nbstdgcade« ,  selten  nur  ein  T^rkünt««,  fMt 
pnaktförmiges,  in  einer  äuasetst  schwachen  Vertiefung  der 
Samensch&le  am  Backen  des  Samens  gel«geuR<)  Wrinelchen 
(C.  oedipoiia,  ganoplUoetiJ.  Von  ««iteren  Eigen thOmlicb- 
keiten  mögen  nar  noch  die  langen  und  dicken  Antberen 
erwähnt  sein.  Im  Habitiut  ixigea  die  za  dieMrOattnog  tn 
nchnenden  Gewacht  nicht  allgemein,  wohl  aber  gnippeD- 
««im,  äbnlich  wie  bä  Cupania  wlbtt,  eine  nahe  üdbenäa- 
stinuDQOg. 

Eine  solche  aUgemnnere  ndwreinstimniing  Micl 
dflgegrn  die  Arten  aus,  welche  ich  wegen  giailiehen  Mangels 
der  Blumenblattscbnppen  oder  nnr  kfimnterlicber  Ersetzung 
datselbea  durch  drüsige  AahäogBel  oder  starke  Beha&niaK 
von  Cupaniopsis  za  anterwbeÖden  nnd  unter  dem  Nuwtii 
Rhygotoeckia  in  eine  besondere  Oattung  tn  Tovisig« 
mich  Teraalitaat  eeb«.  Oiwelbea  sind  xngleich  durch  dünnen 
nnd  stellenweise  durch  and  dorch  Seischige  Pniohtwan- 
dongeu ,  welche  demgemäs«  nach  diin  Anfepriagen  (wie  ick 
in  dem  NameD  angedenlet)  eine  stärkere  Schrampliing  und 
Itunaelnng  erfahr«»,  gegenOber  den  neisteo  Arten  von  Cv 
paniopsis  aasgez-eichnüt;  ferner,  Ins  aof  «ine  Art,  dnrdi  dia 
Beectxang  des  Kndocarpes  mit  gestielten,  dem  onbewaAieten 
Auge  schon  erkeiinboren  Drüsen;  alle  weiter  dorofa  «bb 
mangelbanei  anfUmbüdong  einee  kDobenßrmigeu  Vonipmog« 
des  SamenpoUter«  in  eine  fleiechig«,  kaum  die  Basis  des 
Samens  fiberdadtendc,  gelbeHiMS  bexJuünkte  ArfllMbflditng. 


I 


I 


h.  Ra^aiMfer:  Vtbtr  Cupamia  ett. 


466 


Vu  den  Buhitus  betrilTl,  so  irt  die  markig»  Biacbaffciibeit 
der  Zweige  und  damit  xtwamtDeitbätigeud  i